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# Hamburg, Staatsoper Hamburg, EUGEN ONEGIN - Peter I. Tschaikowsky, IOCO Kritik, 28.02.2023
- URL: https://www.ioco.de/hamburg-staatsoper-hamburg-eugen-onegin-peter-i-tschaikowsky-ioco-kritik-28-02-2023/
- Published: 2023-02-28T09:00:28.000Z
- Updated: 2023-09-06T13:12:46.000Z
- Author: Wolfgang Schmitt
- Tags: Konzert & Liederabend, Kritiken, Hamburg

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[Staatsoper Hamburg](http://www.staatsoper-hamburg.de/?ref=ioco.de)

![Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/01/hamburgische-staatsoper-c-kurt-michael-westermann.jpg)

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

## ***EUGEN ONEGIN* \- Peter I. Tschaikowsky**

#### **\- 44 Jahre alt und noch immer wunderbar anzusehen diese exemplarische Inszenierung von Adolf Dresen -**

von **Wolfgang Schmitt**

Mittlerweile 44 Jahre alt und noch immer wunderbar anzusehen ist an der **Staatsoper Hamburg** diese exemplarische **Eugen Onegin**\-Inszenierung von **Adolf Dresen** in den schlichten, rustikalen Bühnenbildern von **Karl-Ernst** Herrmann und mit den eleganten, geschmackvollen und zünftigen Kostümen von **Margit Bárdy**.

In der von **Christoph von Dohnanyi** im Februar 1979 geleiteten Premiere sangen damals **Bernd Weikl** den **Eugen Onegin**, **Anja Silja** die **Tatjana,** **Elisabeth Steiner** war die ***Olga,* David Randall** der **Lenski,** **Karl Ridderbusch** war der **Fürst Gremin,** **Olive Fredericks** sang **Larina**, **Marga Höffgen** die **Filipjewna** und **Peter Haage** war **Monsieur Triquet.**

Über die Jahre und Jahrzehnte hinweg spielte sich eigentlich jede Aufführungsserie von ***Eugen Onegin*** an der Staatsoper solistisch stets auf hohem Niveau ab, und so war es auch am 25\. Februar 2023.

Das Besondere dieser besuchten Vorstellung am 25\. Februar war die Begegnung mit **Lidyia Yankovskaya**, einer jungen amerikanischen Dirigentin mit russischen Wurzeln, die in den letzten paar Jahren eine beachtliche Karriere in den USA vorweisen kann, wo sie an bedeutenden Opernhäusern und Orchestern tätig ist. Die **Eugen Onegin**\-Aufführungsserie bedeutet für sie zugleich ihr Deutschland- und Europa-Debüt.

![Staatsoper Hamburg / Eugen Onegin hier Alexey Bogdanchikov als Onegin und Ruzan Mantashyan als Tatjana © Wolfgang Radtke](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2023/02/unbenanntneu1.jpg)

Staatsoper Hamburg / Eugen Onegin hier Alexey Bogdanchikov als Onegin und Ruzan Mantashyanals Tatjana © Wolfgang Radtke

Unter ihrer Leitung hatte das **Philharmonische Staatsorchester** einen sehr guten Abend. Es musizierte mit beachtlicher Intensität und Präzision, blühte auf in den dramatischen Momenten und bei den Ausbrüchen während zwischenmenschlicher Konfrontationen wie im letzten Bild. Aber auch zarte Lyrik, schwelgerischer Schmelz und verhaltene sinnliche Passagen konnte **Lidyia Yankovskaya** dem Orchester, und hier besonders den Streichern entlocken bis hin zu einer gewissen Sentimentalität, jedoch ohne daß diese aufgesetzt wirkte. Auch den exzellenten Solisten war sie eine aufmerksame Begleiterin.

**Alexey Bogdanchikov** hatte wieder einmal einen überzeugenden Abend als überheblicher, sich gelangweilt gebender **Landedelmann,** der die ganze Szenerie eher distanziert und ironisch betrachtet. Sein wohlklingender, technisch sauber kontrollierter Kavaliersbariton funktioniert in allen Lagen einwandfrei und beeindruckte zudem durch stilistische Sicherheit.

Die junge armenische Sopranistin **Ruzan Mantashyan** glänzte als **Tatjana** mit ihrem warmen lyrischen Sopran, dem sie eine Vielfalt von Farben abgewinnen konnte und in ihren Szenen stets eine gewisse Melancholie verströmen ließ. **Tatjanas** Briefszene stellt immer einen Höhepunkt der Aufführung dar, so auch hier, und ihr Duett mit Onegin im letzten Bild krönte sie mit dramatischer Darstellung und wunderbaren Spitzentönen.

**Dovlet Nurgeldiyev** bot als **Lenski** mit seinem makellos geführten Tenor allerschönste Lyrik gleich im ersten Bild beim Duett mit Olga, während im Laufe des vierten Bildes bei Tatjanas Geburtstagsfest seine Stimme auch in den dramatischen Momenten bei den Forte-Attacken wunderbar klar und gleichmäßig im Höhenregister klang. Seine innig empfundene Arie im fünften Bild „Kuda Kuda“ sicherte ihm den nicht enden wollenden Szenenapplaus.

![Staatsoper Hamburg / Eugen Onegin hier das Ensemble zum Schlussapplaus © Wolfgang Radtke](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2023/02/hhhhneu2.jpg)

Staatsoper Hamburg / Eugen Onegin hier das Ensemble zum Schlussapplaus © Wolfgang Radtke

In der Partie des **Fürsten Gremin** ist **Alexander Tsymbalyuk** seit vielen Jahren ein gern gesehener Gast. Auch an diesem Abend führte er seinen markanten voluminösen Bass mit schöner edler Mittellage und sonorem Tiefenregister vor. Seine Arie im sechsten Bild wurde wiederum mit lang anhaltendem Szenenapplaus bedacht und auch am Ende konnte er zu Recht einen Großteil der Ovationen für sich beanspruchen.

Gutes gesangliches Niveau boten auch die weiteren Mitwrkenden: **Marta Swiderska** als fröhliche lebenslustige **Olga** mit frischem Mezzosopran, **Katja Pieweck** mit tiefem Sopran als distinguierte **Gutsherrin Larina**, **Janina Baechle** als füllige **Amme** mit pastosem Alt, **Peter Galliard** mit seinem Tenor-Couplet als **Monsieur Triquet**, sowie **Hubert Kowalczyk** als **Hauptmann**, **Han Kim** als **Saretzki** und **Dimitar Tenev** als **Vorsänger**. Auch der von **Christian Günther** hervorragend einstudierte Staatsopern-Chor sang ausgezeichnet und erfüllte seine szenischen Aufgaben wie die von **Rolf Warter** ausgearbeiteten heiklen Choreographien im ersten, vierten und sechsten Bild vortrefflich.

Diese **Eugen Onegin-**Inszenierung wird hoffentlich noch recht lange im Spielplan der **Hamburger Staatsoper** erhalten bleiben.

#### [**EUGEN ONEGIN - Staatsoper Hamburg - alle Termine, Karten - link HIER!**](https://www.staatsoper-hamburg.de/de/spielplan/stueck-termine.php?AuffNr=183667&ref=ioco.de#pagenav)