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# Hamburg, Schmidt's Tivoli, "ICH BIN STARK - Das GITTE HAENNING Konzert", IOCO
- URL: https://www.ioco.de/hamburg-schmidts-tivoli-ich-bin-stark-das-gitte-haenning-konzert-ioco/
- Published: 2026-09-17T11:49:00.000Z
- Updated: 2026-09-17T11:49:00.000Z
- Description: 14. September 2026
- Author: Wolfgang Schmitt
- Tags: Konzert & Liederabend

Es ist kaum zu glauben, daß **Gitte Haenning** im Juni ihren 80sten Geburtstag gefeiert hatte. Auf der Bühne des restlos ausverkauften *Tivoli* im Stadtteil St. Pauli, am Spielbudenplatz bei der Reeperbahn, steht eine temperamentvolle, agile, charismatische blonde Künstlerin mit kräftiger, ausdrucksstarker Stimme. Sie beherrscht die Bühne und begeistert das größtenteils etwas ältere Publikum, welches Gitte seit ihrer Kindheit und frühen Jugend die Treue gehalten hat und an diesem Abend beim Anhören der vielen Songs ihren nostalgischen Gefühlen freien Lauf lassen kann.

In ihrer Heimat Dänemark war Gitte ein Kinderstar, der bereits im Alter von acht Jahren auf der Bühne stand, gemeinsam mit ihrem Vater, einem Jazz-Interpreten. Und die Liebe zum Jazz hat Gitte trotz ihrer zahlreichen Schlagererfolge nicht losgelassen.

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Gitte Haenning ©Wolfgang Radtke

Ihre eigentliche große Karriere begann, als sie bei den „Deutschen Schlagerfestspielen 1963“ mit ihrem Song „Ich will 'nen Cowboy als Mann“ als Siegerin hervor ging und ihre Siegestrophäe aus den Händen von keiner geringeren als der großen *Marlene Dietrich*, dem Stargast dieser Veranstaltung, in Empfang nahm.

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Gitte und Marlene Dietrich 1963 (Archiv Wolfgang Schmitt)

Viele große Hits folgten im Laufe der Jahre, nicht nur ihre Duette mit *Rex Gildo* wie „Zwei auf einer Bank“, „Vom Stadtpark die Laternen“ oder „Jetzt dreht die Welt sich nur um dich“, sondern auch und gerade ihre eigenen Songs wie „“So schön kann doch kein Mann sein“, „Man muß schließlich auch mal Nein sagen können“, „Dann kamst du“, „Aber heimlich“, „Ich mach' Protest“, „Ich bin stark“ oder „Lampenfieber“ waren große Erfolge und bleiben unvergessen.

Doch nur auf populäre Schlager wollte Gitte Haenning sich nicht festlegen lassen. Bereits in den 1960er Jahren konnte sie ihre Vielseitigkeit beweisen, als sie in Fernsehshows und für Schallplatteneinspielungen Songs aus Musicals, von „My fair Lady“ über „Kiss me Kate“ bis „South Pacific“ sang. In späteren Jahren spielte sie das Andrew-Lloyd-Webber-Musical „Tell me on a Sunday“ in deutscher Sprache, „Bleib doch bis zu Sonntag“, für CD ein, sang am *Lübecker Theater* die Partie der Norma Desmond im Lloyd-Webber-Musical *„Sunset Boulevard“,* und im Hamburger *Mehr-Theater* übernahm sie die Rolle der Hannah im Musical *„Flashdance“.*

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Gitte Haenning ©Wolfgang Radtke

Auch die Oper war ihr nicht völlig fremd, und so sang sie in Berlin in George Taboris Inszenierung von Mozarts „Zauberflöte“ die Partie der Papagena, und anläßlich der Antikenfestspiele in Trier sang sie in einer Inszenierung der Jacques-Offenbach-Operette “Orpheus in der Unterwelt“ die Partie der Juno an der Seite von **René Kollo** als Jupiter, mit **Elke Sommer** als Öffentliche Meinung und Gildo Horn als Styx.

Anläßlich ihres 80\. Geburtstages unternimmt Gitte Haenning nun eine ausgedehnte Deutschland-Tournee mit ihrer Band **(Christian Lohr** am Flügel, Keyboard und Melodika, **Joe Kuttler**, Gitarre, **Peter Nitsch**, Cello)und einem neu zusammengestellten Programm.

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Gitte Haenning mit Christian Lohr und Joe Kuttler ©Wolfgang Radtke

Am 14\. September gastierte sie im Hamburger *Schmidt's Tivoli* und begann ihre Show unter dem stürmischen Auftrittsapplaus des gespannten Publikums mit den beiden Songs „Tränen vielleicht“ und „Wie Himbeeren auf Eis“, worauf sie sich danach sogleich als charmante Moderatorin des Abends präsentierte und mit schmeichelnder Stimme einige witzige, humorvolle Anekdoten zu besten gab, beginnend mit ihren amüsanten Erlebnissen mit dem britischen Musical-Komponisten Sir Andrew Lloyd-Webber, aus dessen Musical „Tell me on a Sunday“ sie danach die Songs „Sheldon Bloom“, „Bleib noch bis zum Sonntag“ und „Freu dich bloß nicht zu früh“ sang.

Fast ehrfürchtig sprach sie über *Barbra Streisand* und ihren Welthit „Woman in Love“, den Gitte in deutscher Sprache interpretierte und der als „Die Frau die dich liebt“ in den 1980er Jahren ein weiterer großer Schallplattenerfolg für sie wurde.

Auch zu dem englischen Dramatiker *William Shakespeare* verspürte Gitte eine gewisse Affinität. Nicht nur, daß sie in Berlin in dem Musical *„Shakespeare & Rock'n'Roll“* mitwirkte, sondern sie stand auch in Shakespeares Komödie *„Was ihr wollt“* sowohl in Berlin als auch bei dem Ruhrfestspielen in Marl in der Rolle des Narren auf der Bühne. An diesem Abend sang sie den augenzwinkernden Song „Shakespeare beschwören“. Mit ihrem sanft und gefühlvoll vorgetragenen Hit „Ich will alles“ ging es dann in die Pause.

Den zweiten Teil des Konzerts eröffnete Gitte mit einem dänischen Volkslied, welches übersetzt in etwa bedeutet, „Vergiss nicht zu singen, zu tanzen, zu trinken, zu lachen, zu leben, zu lieben“, gefolgt von drei Songs aus ihrem Album „Was ihr wollt“ aus dem Jahre 2010, „Salz in der Luft“, „Heimatlos melancholisch“ und „Mit jedem Abschied fängt was an“, mit denen sie ebenfalls ihre Beziehung zum Norden und zu ihrer dänischen Heimat herstellte und auch im Fortgang der Show das amüsierte Publikum mit einigen weiteren originellen Anekdoten und Stories aus ihrem Leben unterhielt.

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Gitte Henning und Cellist Peter Nitsch ©Wolfgang Radtke

Musikalisch ging es dramatisch weiter mit ihrem Hit „Die Dunkelheit der Nacht“ und daran anschließend einige Lieder aus ihrer - wiederum augenzwinkernd vermerkten – Phase der Emanzipation, „Liebe – nein danke“, „Jetzt erst recht“, und „Aufwärts“. Doch auch diese Phase ging zu Ende, und das Gefühl war wieder gefragt mit dem wunderschönen Song „Etwas ist geschehen mit mir“, der deutschen Version des Gene-Pitney-Hits „Something's gotten Hold of my Heart“, der für Gitte ein weiterer großer Erfolg wurde.

Gittes Hits aus den 1970er Jahren wie „So schön kann doch kein Mann sein“ und „Ich bin stark“, der Song, der dieser Show den Titel gab, durften in diesem Programm natürlich nicht fehlen, ebenso wenig wie „Ich will 'nen Cowboy als Mann“, der Schlager, der ihre bedeutende Karriere begründete und den das reifere Publikum noch immer mitsingen konnte.

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Gittr Haenning, Christian Lohr, Joe Kuttler und Peter Nitsch ©Wolfgang Radtke

Mit ihrem Hit „Lampenfieber“ ging dieses wunderbare Konzert zu Ende, auch bei diesem Song hielt es das begeisterte Publikum nicht mehr auf den Stühlen, und wieder wurde eifrig geklatscht und mitgesungen. Es war ein herrlicher Abend, der nostalgische Gefühle aufkommen ließ, und wie man der Vorschau entnehmen konnte, wird Gitte in einem Jahr, am 20\. September 2027 wiederum Gast im *Schmidt's Tivoli* in Hamburg sein. Die Vorfreude darauf ist jetzt schon groß.