> ## Content Index
> Fetch the complete content index at: https://www.ioco.de/llms.txt
> Use this file to discover other available public pages before exploring further.

# Hamburg, Operettenhaus, TINA - Rockmusical von Katori Hall, IOCO Kritik, 22.06.2022
- URL: https://www.ioco.de/hamburg-operettenhaus-tina-rockmusical-von-katori-hall-ioco-kritik-22-06-2022/
- Published: 2022-06-22T12:57:49.000Z
- Updated: 2023-09-06T13:10:33.000Z
- Author: Wolfgang Schmitt
- Tags: Konzert & Liederabend, Kritiken, SemperOper, Hamburg

![Operettenhaus Hamburg © Stage Entertainment](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2022/06/operettenhaus-hamburg-c-stage-entertertainment-neu.jpg)

Operettenhaus Hamburg © Stage Entertainment

[Stage Operettenhaus Hamburg](https://www.stage-entertainment.de/?ref=ioco.de)

# ***TINA* \- Rockmusical von Katori Hall**

#### **\- TINA - das Leben der Rock- und Soul-Legende Tina Turner -**

von **Wolfgang Schmitt**

Mit „*Simply the Best“* beginnt dieses Musical, und dieser Titel ist dann auch das Motto eines atemberaubenden Abends, der eine musikalische Reise durch das aufregende, turbulente Leben der Soul- und Rock-Ikone **Tina Turner** zum Thema hat. 1939 als **Anna Mae Bullock** in Nutbush, Tennessee geboren, lernte sie den Musiker **Ike Turner** Ende der Fünfziger Jahre in St.Louis kennen und trat in seine Band ein. Bis in die Mitt-Siebziger tourten sie als *“Ike und Tina Turner“* durch die Welt, bis **Tina** endlich den Absprung schaffte und sich von ihrem cholerischen, psychopathischen und brutalen Ehemann trennte und ihr nach einigen Anlaufschwierigkeiten eine sensationelle, lang anhaltende Solokarriere gelang.

Bereits in den Neunziger Jahren wurde ihr dramatisches, stürmisches Leben verfilmt mit **Angela Bassett** und **Laurence Fishburne** in den Hauptrollen. Und es war naheliegend, aus solch einem spannungsreichen Stoff und solch umfangreichen Musikmaterial auch ein Musical zu erarbeiten. 2018 erlebte London die Uraufführung dieses Musicals, von **Katori Hall** geschrieben, in der Inszenierung der bekannten Opernregisseurin **Phyllida Lloyd**, die u.a. auch den ABBA-Film *„Mamma Mia“* drehte. Sie übernahm die Regie von ***„Tina***“ auch am Hamburger **Operettenhaus.**

**TINA - das Rockmusikal Tina Turner - seit 3 Jahren im Operettenhaus**youtube Stage Entertainment **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

Nach dem Intro „*Simply the Best“* werden wir zurück versetzt in die Vierziger Jahre, die folgenden Szenen spielen in Nutbush, Tennessee. Wir sehen Projektionen von Baumwollfeldern, einen Gottesdienst unter freiem Himmel, geleitet von **Tinas** Vater **Richard Bullock** (**Trevor Jackson**) – hier erklingt erstmals der Song „*Nutbush City Limits“* \- und auch die Wohnung der Familie Bullock. Die kleine **Tina** bzw. **Anna Mae** singt während des Gottesdienstes besonders laut und wird von ihrer herrischen, gestrengen, stets unzufriedenen Mutter **Zelma Bullock** zurechtgewiesen. Ihre Eltern entfachen einen Streit über das nicht wirklich gute leben, das sie miteinander führen. Die Mutter bekennt, daß sie mit der älteren Tochter ***Aileen*** genug hatte und **Anna Mae** eigentlich gar nicht haben wollte.

Schließlich verläßt sie mit der älteren Tochter das Haus, zieht nach St.Louis, auch der Vater sucht das Weite und läßt die verstörte **Anna Mae** in der Obhut der Großmutter zurück. Rührende, liebevolle Szenen spielen sich zwischen der Enkelin und der Großmutter ab **(Anastasia Bain** als Gran Georgeanna singt *„Schau nur nach vorn“*)**,** die schließlich dafür sorgt, daß Anna Mae zu ihrer Mutter und Schwester nach St.Louis geht. **Anna Mae** und **Aileen** besuchen einen Musikclub, in dem **Ike Turner** mit seiner Band auftritt **(Dinipiri Etebu** als **Ike** singt *„The Hunter*“)**.** Anna Mae singt begeistert mit (*„Loop di Loop*“), und ***Ike*** ist beeindruckt von ihrer Stimme. Er überredet ihre egozentrische Mutter, sie für 25 Dollar pro Abend mit ihm auf Tournee gehen zu lassen, die auch allzu gern einwilligt **(Kim Sanders** als Mutter singt mit **Ike* „It's gonna work out fine“/“Wir kriegen das schon hin“*)**.** **Ike** bestimmt, daß **Anna Mae** ab sofort ***'Tina'*** heißen wird, die Band wird umbenannt in *„Ike and Tina Turner Review“,* und ihre erste Platte wird *„A Fool in Love*“ sein. **Tina -** **Aisata Blackman** \- mit ihrer markanten Stimme, ihrer Ausstrahlung und ihrem Showtalent ist der Star der Band. **Ike** wird eifersüchtig und fühlt sich nur noch als „der Mann im Hintergrund“, und so lernt **Tina** ganz schnell **Ikes** cholerische Seite und seine Unberechenbarkeit kennen.

![Operettenhaus Hamburg / Musical TINA hier Aisata Blackman als Tina © Stage Entertainment](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2022/06/grafik-1neu.jpg)

Operettenhaus Hamburg / Musical TINA hier Aisata Blackman als Tina © Stage Entertainment

Sie sucht Trost bei dem Bandmitglied ***Raymond Hill* (Lionel von Lawrence),** von dem sie schwanger wird (ihr Duett *„Let's stay together“,* auf deutsch *„Lass' uns zwei eins sein*“). Doch **Raymond** ist nicht stark genug um gegen **Ike** aufzubegehren. **Ike** wirft **Raymond** aus der Band, nachdem er erfährt, daß **Tina** von ihm schwanger ist. Schließlich verlangt **Ike** von **Tina**, daß sie ihn heiratet, es wäre gut für das Image der Band, die ja ohnehin bereits *„Ike and Tina Turner Review“* heißt (**Tina** singt *„You better be good to me“/“Sei gut zu mir“*). Gegen **Tinas** Willen engagiert **Ike** eine Managerin. ***Rhonda Graam*** (**Lisa Kolada**) und hofft auf größere Erfolge („*I want to take you higher“).* Der Produzent **Phil Spector** (**Bagdasar Khachikyan**) wird auf die Band aufmerksam, insbesondere **Tina** und ihre großartige Stimme interessiert ihn und mit ihr nimmt er den Klassiker *„River deep, Mountain high*“ auf. Die Spannungen zwischen Ike und Tina werden unerträglich, es kommt zu physischen Auseinandersetzungen, **Tina** will endlich heraus aus dieser Tortur, Ike fleht sie an zu bleiben („*Verzeih mir noch mal Baby“/“Be tender with me Baby“*). Die Karriere verläuft weiter steil nach oben, mit „Proud Mary“ verzeichnen sie einen Millionenhit. Doch die private Situation der Beiden wird immer prekärer und aussichtsloser, schließlich verläßt **Tina** ihn endgültig und nahezu mittellos („*I don't want to fight“/“Ich kann einfach nicht mehr streiten*“).

Der zweite Teil der Show befaßt sich quasi im Zeitraffer mit **Tinas** Solokarriere, von dem etwas holperigen Beginn in einem drittklassigen Las-Vegas-Club bis hin zu ihren sensationellen Erfolgen, als sie die höchsten Höhen ihrer Karriereleiter erklommen hatte die größten Konzerthallen und Stadien füllte.

![Operettenhaus Hamburg / Musical TINA hier der Schlussapplaus © Wolfgang Schmitt](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/wp-content/uploads/2022/06/grafik-2neu.jpg)

Operettenhaus Hamburg / Musical TINA hier der Schlussapplaus © Wolfgang Schmitt

**Rhonda Graam** (**Lisa Kolada**) war nicht nur Managerin, sondern war für **Tina** eine gute Freundin und Vertraute geworden (*„Open Arms“/“Mit offenen Armen*“), die sich weiterhin um ihr Wohl kümmerte, so gut es ging. **Ike Turner** macht Probleme, will ihr verbieten, unter dem Namen „*Tina Turner*“ aufzutreten. Das Geld ist knapp und ihre Söhne, die bei ihr geblieben sind, sehnen sich nach dem früheren Luxusleben und vermissen den Vater. Doch Tina ist eine Kämpferin und läßt sich nicht entmutigen (*„Ich werd' weiter tanzen“/„Private Dancer“*). In Las Vegas besucht der junge australische Musikmanager Roger Davies **(Michael Berres**) Tinas Show und ist schwer begeistert. Hier deutet sich der Wendepunkt ihrer Karriere an. Davies organisiert den Kontakt zur Plattenfirma Capitol, doch allzu angetan ist man dort noch nicht von der “abgehalfterten Soul-Oma“ **(Stefan Preuth** als Plattenboss **John Carpenter**)**.** Davies reist mit **Tina** nach London, wo **Tina** nicht nur auf **Erwin Bach** (**Simon Mehlich**), den Mitarbeiter einer dortigen Plattenfirma, sondern auf angesagte Musiker trifft, die glauben, das richtige Konzept für ein neues Tina-Turner-Album zu haben. Tina ist schwer zu überzeugen, sie weiß selber nicht, in welche musikalische Richtung sie sich bewegen soll („*I can't stand the Rain“/“Regen fällt wie Blei*“). Auch über die neuen Aufnahme-Methoden im Studio mit Computern, Synthesizern anstatt mit einer richtigen Band ist **Tina** nicht glücklich. Schließlich ist es **Erwin Bach,** der ihr seine Liebe gesteht und sie überzeugt, daß *„What's Love got to do with it*“ der richtige Song für sie ist. Der Song wird ein Welt-Hit, für den sie sogar einen Grammy bekommt. **Tina** ist nun ganz oben auf der Karriereleiter angekommen und ist nun bald die unbestrittene *„Queen of Rock and Soul“* der Achtziger und Neunziger Jahre.

Zu einer letzten Begegnung mit **Ike Turner** kommt es am Krankenbett ihrer Mutter **Zelma.** Angeblich hat **Ike** sich jahrelang um ihre Mutter gekümmert und sie verlangt nun von **Tina,** sich mit **Ike** zu versöhnen. **Tinas** eigene Erfolge und Triumphe als Solistin sind ihr völlig egal. Am Ende dieser Szene singt **Tina** *„Wir wollen keine neuen Helden“/“We don't need another Hero“.*

Das Finale der Show bildet Tinas großer Konzert-Auftritt, gemeint ist hier das sensationelle Konzert 1988 im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro vor 180.000 Zuschauern.

Die phantastische Band, von **Art Brauer** geleitet, spielte den ganzen Abend über auf gleichbleibend hohem Niveau und steht jetzt auf der Bühne mit Tina. Sie singt zum Abschluß nochmals ihre großen Hits „*Simply the Best“, Proud Mary“* und „*Nutbush City Limits“*, das Publikum hält es nicht mehr auf den Sitzen und der ganze Saal rockt. Sämtliche Protagonisten waren geradezu perfekt in Gesang und schauspielerischer Leistung und gaben ihr Bestes.

**Aisata Blackman** war nahezu eine Idealbesetzung der **Tina,** sie hat die perfekte kräftige Soul-Stimme, war darstellerisch hinreißend, ließ ihren Emotionen in jeder ihrer Szenen freien Lauf, die teils sehr brutalen Szenen mit **Ike** gingen förmlich unter die Haut. Die Tanz-Einlagen mit den **Ikettes** (**Jahlisa Norton, Soraya Stehle, Rosalina Renfurm**) waren in ihrer Akrobatik einfach hinreißend. **Dinipiri Etebu** als psychopathischer **Ike Turner** gab alles, um die machohafte, cholerisch brutale Seite dieser Figur herauszukehren.

***Seit dreieinhalb Jahren läuft dieses Musical im Hamburger Operettenhaus, ab September wird es in Stuttgart zu sehen sein. Nicht nur für Tina-Turner-Fans dürfte ein Besuch dieses Musicals ein sehens- und hörenswertes Ereignis sein.***

#### [**TINA -** das Tina Turner Musical im **Operettenhaus Hamburg,** die weiteren Termine - **link HIER!**](https://www.stage-entertainment.de/musicals-shows/tina-hamburg?ref=ioco.de)

\---| IOCO Kritik Stage Operettenhaus Hamburg |---