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# Hamburg, Neue Flora, HERCULES - Musical Weltpremiere, IOCO
- URL: https://www.ioco.de/hamburg-neue-flora-hercules-24-3-2024-musical-weltpremiere-ioco/
- Published: 2024-03-25T20:11:22.000Z
- Updated: 2026-06-23T09:45:16.000Z
- Description: HERCULES - Musical: In Hamburg, im Musical-Theater „Neue Flora“, fand nun am 24. März 2024 die offizielle Weltpremiere seines neuesten Musicals HERCULES in der deutschsprachigen Textfassung statt, basierend auf den Disney-Film von 1997 .....
- Author: Wolfgang Schmitt
- Tags: IOCO Musical,, Musicalwelten & Bühnenzauber, Kritiken, Hamburg

HERCULES von Alan Menken, Neue Flora, Hamburg, 24\. März 2024.

**von Wolfgang Schmitt** 

Der US-amerikanische Komponist, Pianist und Produzent **Alan Menken** (Jahrgang 1949) erlangte weltweite Berühmtheit durch seine Film-Musicals *„Arielle the little Mermaid“, „Beauty and the Beast“, „Aladdin“ und „Pocahontas“*, für die er sowohl mit dem begehrten „Oscar“ als auch mit dem „Golden Globe“ ausgezeichnet wurde. Für zahlreiche seiner weiteren Filmmusiken erhielt der den populären Musikpreis „*Grammy“* und den Theaterpreis *„Tony Award*“, außerdem zahlreiche Nominierungen für Musicals wie „*Der kleine Horrorladen“* und „*Der Glöckner von Notre Dame*“, sowie viele weitere Auszeichnungen für seine zahlreichen Filmmusiken bei den „*Golden Globe Awards“.*

In Hamburg, im Musical-Theater „Neue Flora“, fand nun am **24\. März 2024** die offizielle **Weltpremiere** seines neuesten Musicals ***HERCULES*** in der deutschsprachigen Textfassung statt, basierend auf den Disney-Film von 1997\. Zwar gab es bereits zwei „tryouts“ des Stückes in New York und New Jersey, allerdings nur in einer kürzeren, einaktigen Version. Doch für diese nun offizielle Hamburger **Weltpremiere** hat der Komponist und Texter noch einige zündende Nummern hinzu komponiert und das Stück auf eine abendfüllende Länge von knapp zwei Stunden erweitert.

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/2024/03/Hercules---MegNEU1.JPG)

Musical **HERCULES**  hier Benét Monteiro als Hercules und Mae Ann Jorolan als Meg - Copyright Stage Entertainment

In diesem Musical geht es um ***Herkules,*** den Superhelden der Antike im Kampf gegen die Mächte der Finsternis in der Gestalt von Hades, dem Herrn der Unterwelt. Als Sohn des ***Zeus*** und ***Hera*** auf dem Olymp geboren wird er von Hades entführt, da ihm prophezeit wurde, daß ***Herkules*** ihm einst gefährlich werden kann. ***Herkules,*** schon als Baby mit Götterkräften ausgestattet, wird von Hades in der Menschenwelt ausgesetzt, von **Despina** gefunden und groß gezogen (in der Mythologie eigentlich von *Amphytrion* und *Alkmene*). Doch unter den Menschen fühlt er sich als Außenseiter und nicht wirklich akzeptiert aufgrund seines Andersseins. Irgendwann erfährt ***Herkules*** von seiner göttlichen Herkunft und will zurück auf den Olymp. Aber ***Hades*** weiß dies zu verhindern, also muß Herkules ein Superheld werden, um sein Ziel zu erreichen. Mithilfe des Heldenausbilders ***Philoctetes***, einem Satyr, gelingt es ihm, gegen eine Hydra, den ***Minotaurus*** und andere Ungeheuer zu kämpfen, diese zu töten, eine Stadt vor ihnen zu retten und somit Ruhm und Ehre zu erlangen. Aber auch das Thema Liebe darf in diesem Musical nicht zu kurz kommen. Während er sich in immer neue Abenteuer stürzt, begegnet ihm ***Meg.*** eine „Sterbliche“, in die er sich verliebt und die seinem Leben eine neue Richtung gibt. Und er erkennt, daß es nicht so sehr auf körperliche Kraft ankommt, sondern daß wahre Helden an der Stärke ihres Herzens gemessen werden.

**Alan Menken**s Komposition ist eine Mischung aus Pop, Rock, Swing, Jazz mit Gospel- und Soul-Elementen, garniert mit einigen sanften Balladen-Klängen. Die Zuschauer erlebten eine phantastische Show, inszeniert von **Casey Nicholaw**, der auch wunderschönen Bühnenbilder kreierte mit rotierenden griechischen Säulen, transparenten Statuen für *Zeus* und *Hera*, einem goldenen lichtdurch-flutetem Olymp, einer in dunkelblaues Licht getauchten Unterwelt mit eisernen Treppen und ein paar rollenden Kohle-Tendern, einer für die Liebesszene besonders schön gestalteten Gartenanlage mit grüner Hecke und roten Blüten, und ein meist schillernder, funkelnder Bühnenhintergrund. Das ausgeklügelte Licht-Design (von **George Reeve** und **Dane Laffrey**) trug sehr viel zum stimmungsvollen Szenario bei.

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/2024/03/Hercules--30-NEU-HER.JPG)

***HERCULES** hier die Darsteller\*innen zum Schlussapplaus @ Wolfgang Radtke

Gleich die erste Szene zog das Publikum in ihren Bann, als gleich die fünf Musen auftraten, den Song „*The Gospel Truth – Alles ist wahr“* schmetterten und mit ihrem dramatischen Auftakt an Soul-Girl-Groups der Sechziger Jahre wie die *„Marvelettes*“ oder die „*Crystals“* erinnerten. Diese fünf Musen führten wie der rote Faden durch die gesamte Handlung, begeisterten nicht nur durch ihren poppigen Soul- und Gospel-Gesang wie z.B. bei „*Von Zero auf Hero“*, sondern auch durch ihre zahlreichen Kostümwechsel, von eleganten weißen oder goldfarbenen Roben bis hin zu an Wagners Walküren erinnernden rot-goldenen Rüstungen und Helmen (Kostümentwürfe von **Gregg Barnes** und **Sky Suitser**) und den kunstvollen exquisiten Perücken (**Mia M. Neal**).

Der Titelheld, der junge Brasilianer **Benét Monteiro**, der im letzten Jahr als *„Hamilton“* im Operettenhaus brillierte, und der für den **Hercules** offenbar seinen Muskelaufbau trainiert hatte, war auch hier wieder der strahlende Mittelpunkt und glänzte sowohl mit seiner prächtigen Tenorstimme, die er besonders zur Geltung bringen konnte in seinem Song „*Endlich angekommen*“ oder seinem „*Shooting Star“,* als auch mit seinem schauspielerischen und tänzerischem Vermögen. Kostümiert war er passend, so als sei er aus einem italienischem Monumental-Sandalenfilm entsprungen.

Als sein „*Heldenausbilder*“ ***Philoctetes,*** genannt ***Phil***, in seinem Satyr-Kostüm, halb Mensch halb Ziegenbock, gefiel **Kristofer Weinstein-Storey** mit brillanter Darstellung und mit kraftvollem Gesang wie in seinem Lied „*Bleibt nur die Hoffnung“.*

**Mae Ann Jorolan** in der Rolle der ***Megara, Meg*** genannt, war die schlanke schöne Geliebte des **Hercules,** tänzerisch und auch stimmlich mit samtenem Mezzosopran hervorragend, wie sie u.a. in dem gefühlvollen Song „*Ich bin nicht verliebt“* unter Beweis stellte.

Hervorragend war auch die Leistung von **Detlef Leistenschneider** in der Rolle des ***Hades,*** des Herrn der Unterwelt, ganz in dunkelblau gekleidet und mit blauen Haaren, der humorvoll seinen Mutterkomplex ausspielte und gesanglich mit klangvollem Kavaliersbariton begeisterte, u.a. in dem Song von der kalten Hölle und in den Szenen mit seinen beiden Gehilfen ***Karl*** (**Mario Saccoccio**) und ***Heinz*** (**André Haedicke**), die ihrerseits einige herrlich witzige Kabinettstücke ablieferten.

Auch die weiteren Partien waren sowohl schauspielerisch als auch sängerisch optimal besetzt: **Stefano Francabandiera** als Göttervater ***Zeus,*** **Marta di Giulio** als seine Gemahlin ***Hera,*** **Sofie Mefan** als ***Despina*** mit dem innig empfundenen „Wiegenlied“, die das Baby ***Hercules*** fand und großzog, und **Bathoni Buenokuar** als temperamentvolle Schenkwirtin ***Medusa.***

Die wunderbaren fünf Musen mit ihren kräftigen lauten Belter-Stimmen waren **Leslie Beehan** als ***Kalliope,*** **Chastity Crisp** als ***Thalia,* Venolia Manale** als ***Terpsichore***, **Uzoh** als ***Klio,*** und **Shekinah McFarlane** als ***Melpomene.***

Beeindruckend waren immer wieder die oftmals schon an Akrobatik erinnernden Choreographien des Tanzensembles, von **Casey Nicholaw** und **Tisha Scott** meisterhaft einstudiert.

Die musikalische Leitung hatte **Hannes Schauz**, er setzte das raffiniert poppige Arrangement von **Menkens** Komposition vom Auftakt mit *„Alles ist wahr“* bis zum fulminanten Schluß mit „*Ein Stern geht auf“* perfekt und facettenreich um.

Allen an diesem großartigen, sehens- und hörenswerten Musical-Projekt Beteiligten sei gewünscht, daß es recht lange im Spielplan der Hamburger **Neuen Flora** Bestand haben wird

## [***HERCULES - Neue Flora, Hamburg - alle Termine, Karten - link HIER!***](https://www.stage-entertainment.de/musicals-shows/disneys-hercules-hamburg/tickets?ref=ioco.de)

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[„Hercules“](https://www.ioco.de/hamburg-neue-flora-hercules-musical-ioco/) · [„Wicked“](https://www.ioco.de/hamburg-neue-flora-wicked-musical-von-stephen-schwartz-ioco-kritik-22-03-2022/) · [„Hercules“ in Frankfurt](https://www.ioco.de/frankfurt-oper-frankfurt-hercules-georg-friedrich-handel-ioco-kritik-11-05-2023/)

## Lohnt sich der Besuch der Weltpremiere von Menkens Hercules in Hamburg?

Ja, das Publikum erlebte eine phantastische, von Casey Nicholaw eindrucksvoll inszenierte Show mit durchweg optimal besetzten Sänger\*innen und Benét Monteiro als strahlendem Titelhelden.