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# Düsseldorf, Düsseldorfer Schauspielhaus, DER MENSCHENFEIND  - Komödie von Moliere, IOCO
- URL: https://www.ioco.de/dusseldorf-dusseldorfer-schauspielhaus-der-menschenfeind-komodie-von-moliere-ioco/
- Published: 2025-10-28T10:34:59.000Z
- Updated: 2026-06-23T09:42:25.000Z
- Author: Rainer Maaß
- Tags: schauspiel, Kritiken, Oper & Operette, Düsseldorf

Der Menschenfeind, Düsseldorfer Schauspielhaus, Düsseldorf, 25\. 10\. 2025.

**Fassung von Botho Strauß**

**Regie: Sebastian Baumgarten**

 **Premiere – 25\. 10\. 2025**

**von Rainer Maaß**

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/2025/10/14843_menschenfeind_probe_1_thomasrabsch_tr20755.jpg)

Schauspielhaus Düsseldorf, der Menschenfeind, Foto: Thomas Rabsch

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### **Die subtile Tyrannei der Oberflächlichkeit**

Manche Dinge brauchen einen neuen Anstrich, wenn sie in die Jahre gekommen sind. Bei der Neuinszenierung von Molieres wohl berühmtester Komödie wurde dies von Anfang an sehr wörtlich genommen. Schon beim ersten Blick auf die Bühne ist der Zuschauer in der Jetztzeit. Keine Spur von gepuderten Perücken, teuren Garderoben oder anderem Schickimicki vom Hofe des Sonnenkönigs. Stattdessen drei Anstreicher, die fleißig eine Bühnenwand bearbeiten, bis es richtig zur Sache geht.

 Was damals Molière am Hofe Ludwig XIV. aufzeigen wollte, ist auch heute wieder aktuell: die Frage der Ehrlichkeit. Wie ehrlich müssen/ sollen/können/dürfen wir Menschen sein? 

- Gibt es höfliche Lügen?
- Muss ich wirklich immer die Wahrheit sagen?
- Ist sie in der Liebe ein Muss oder eher hinderlich?
- Und wie steht es mit der Wahrheit in Politik und Presse?

 Das Stück beantwortet diese Fragen auf sehr lebendige, überraschende Weise. Mal mit original Molière Texten, tagesaktuellen Einsprengseln, mit musikalischen und komischen Elementen. **Sebastian Baumgarten** und sein Team servieren einen Theater-Cocktail, der Extraklasse.

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/2025/10/14834_menschenfeind_probe_1_thomasrabsch_tr20168_6_kopie_mk.jpg)

Schauspielhaus Düsseldorf, der Menschenfeind, Foto: Thomas Rabsch

Molières Held heißt ***Alceste*** (**Claudius Steffens**). Ein trauriger Held, der sich selbst Menschenfeind nennt, weil ihn seine Mitmenschen so nennen. ***Alceste*** ist ein Außenseiter. Ihn quält die Verlogenheit der anderen. Die heucheln, schmeicheln und lügen ohne Hemmungen. Gelästert wird nur hinter dem Rücken.

***Alceste*** macht da nicht mit. Er ist konsequent. Er spricht gnadenlos aus was er denkt. Selbst wenn es für ihn zum Nachteil gereicht. Egal was auch passiert. Aber er hat eine Schwäche. Er ist total verliebt, unglücklich verliebt, in die schöne ***Célimène*** (**Minna Wündrich**). Auch mit ihr gibt es Probleme, denn ***Célimène*** gehört genau zu dem Personenkreis, dessen Verhalten ***Alceste*** so verabscheut.

 Zu allem Unglück hat nicht nur ***Alceste*** ein Auge auf die schöne ***Célimène*** geworfen.

Es gibt einen ernsthaften Konkurrenten. ***Oronte*** (**Sebastian Tessenow**)! Der hat in diesem Stück sicher den spektakulärsten Auftritt: Er fällt quasi vom Himmel. ***Oronte*** hat ein Gedicht für die von beiden angebetete Frau geschrieben. Voller Inbrunst bringt er es zum Vortrag. ***Alceste*** hat dazu eine glasklare Meinung: „Ein Mann von Ansehen sollte sich beherrschen können und nicht gleich, wenn’s ihn juckt, irgendwelche Gedichte schreiben.“ Soviel Wahrheit hat natürlich eine Beleidigungsklage zur Folge.

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/2025/10/14837_menschenfeind_probe_1_thomasrabsch_tr20376.jpg)

Schauspielhaus Düsseldorf, der Menschenfeind, Foto: Thomas Rabsch

Nach diesem fulminanten Auftakt will ***Alceste*** die schöne ***Célimène*** der verlogenen Welt entreißen. Er ist sicher, der schlechte Umgang würde ihren guten Charakter verderben. Doch alle Bemühungen scheitern. Sie lebt nach der Devise ‚gleich herzlich sein mit jedermann‘.

Sie liebt die Schmeichellein und Komplimente und stört sich nicht an Spott und Häme. So ist das Leben halt. Am Ende will ***Alceste*** sie zwingen, sich für ihn zu entscheiden. Er bietet ihr an, gemeinsam mit ihm die Stadt zu verlassen. Raus aus dem Dickicht der Städte.

***Célimènes*** Antwort ist ein Highlight dieser Vorstellung: Sie verpackt sie in eine geradezu geniale Rede. In künstlicher Lautsprache. Ohne echte Worte zu sprechen, vermitteln ihre Laute was sie fühlt und was sie will. Es macht Freude dieser „Kunst-Rede“ zu lauschen. Die Zuschauer haben sie verstanden: Sie hat NEIN gesagt. ***Alceste*** wird ohne sie in die Einöde gehen, in der er und die Wahrheit ungestört sein werden.

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/2025/10/14846_menschenfeind_probe_1_thomasrabsch_tr21108_mk.jpg)

Schauspielhaus Düsseldorf, der Menschenfeind, Foto: Thomas Rabsch

Der Menschenfeind in dieser Fassung und mit diesem Ensemble ist ein sehenswertes Stück.

Das Publikum der Premiere war begeistert.

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## Lohnt sich der Besuch dieser Neuinszenierung von Molières Menschenfeind in Düsseldorf?

Ja, die aktualisierte Fassung mit diesem Ensemble ist ein sehenswertes Stück, das die Premierenzuschauer begeisterte.