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# Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Hänsel und Gretel - Engelbert Humperdinck, IOCO Kritik, 15.02.2018
- URL: https://www.ioco.de/duesseldorf-deutsche-oper-am-rhein-haensel-und-gretel-von-engelbert-humperdinck-ioco-kritik-15-02-2018/
- Published: 2018-02-16T08:00:08.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:44:02.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Oper & Operette, Kritiken, Deutsche Oper am Rhein, Düsseldorf

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[Deutsche Oper am Rhein](http://www.rheinoper.de/?ref=ioco.de)

![Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2014/05/operamrheinfueralle_opernhaus_01_foto_hansjoergmichel.jpg)

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

# ***Hänsel und Gretel* \- Engelbert Humperdinck**

**Ein deutsches Volksmärchen - Lebendig und unverformt**

Von **Susanne Resperger**

An der Düsseldorfer Oper wurde im Januar 2018, leider, zum letzten Mal in dieser Saison, **Hänsel und Gretel** gespielt. Eine alte, zauberhafte und liebenswerte, aber auch kindgerechte Umsetzung dieser Oper. Und ein Blick ins Publikum zeigt viele Altersgruppen gemeinsam dieses Werk genießen: Eltern mit ihren Kindern, Großeltern mit ihren Enkeln. Und hier zeigt sich das Verbindende der Oper. Neben mir saß ein gerade mal 3-jähriges Kind mit seiner Mutter, aufmerksam und gespannt und voller Freude. Das kleine Mädchen war nicht zum ersten Mal in der Vorstellung und freute sich auf diesen Abend. Überhaupt herrschte eine wunderbare Stimmung.

Wie oft sehe und lese ich Berichte von aktuellen Inszenierungen, welche zwar den Untertitel *„Märchenspiel in drei Bildern*“ trägt, aber in zeitgenössischer Kleidung und heutigem Ambiente spielt, dem märchenhaften nicht wirklich entsprechen .

****Hänsel und Gretel - seit 1969 an der Rheinoper**youtube Trailer Deutsche Oper am Rhein **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

Viele Menschen fragen, warum "moderne" Regisseure sich oft scheuen, ***Hänsel und Gretel,*** dies wunderbare Märchenspiel mit den phantastischen Elementen, den Träumen, Zaubereien, Fabeltieren und Geistern klassisch neu auszuformen; es zu gestalten, als das, was es sind: im unserem Kulturkreis über viele Jahrhunderte entstandene Fabel über Nöte, Träume, Unterbewußtem von großen und kleinen Wesen mitten aus dem Volk. Doch **Hänsel und Gretel** an der Rheinoper atmet Träume, Wünsche, Unterbewusstes.

Seit 1969 steht **Andreas Meyer-Hannos *Hänsel und Gretel*** \-Inszenierung auf dem Spielplan der **Deutschen Oper am Rhein**. Und es ist lobenswert, wenn man die Nostalgie, welche in dieser Inszenierung liegt, auch ungeteilt an sich heran lässt. Nostalgie, etwas schal der Klang, hilft nur zu oft, seelische Ungleichgewichte wieder aufzurichten. Die **Hänsel und Gretel** Produktion der Rheinoper ergreift so Groß und Klein.

![Deutsche Oper am Rhein / Hänsel und Gretel © Hans Joerg Michel](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/02/haensel_und_gretel_06_foto_hans_joerg_michelneu.jpg)

Deutsche Oper am Rhein / Hänsel und Gretel © Hans Joerg Michel

Die Düsseldorfer Oper schreibt dazu: „*Spielleiterin Esther Mertel hatte *Hänsel und Gretel* in der Spielzeit 2015/16 mithilfe der Bühnenbildskizzen, Kostümfigurinen und Fotos der Premiere liebevoll rekonstruiert und neu einstudiert. Auch die Möglichkeiten der Beleuchtung haben sich in den letzten vierzig Jahren verändert. Volker Weinhart hat basierend auf alten Aufzeichnungen mit neuen Mitteln ein märchenhaftes Lichtkonzept entwickelt, damit die von Jung und Alt geliebte Produktion in neuem Glanze erstrahlen lassen*.“ Schön wenn sich ein Opernhaus die Mühe macht, auch alte Inszenierungen zu behalten. Die Mischung aus alten und neuen Produktionen in einem Repertoire macht für mich die Stärke eines Opernhauses aus.

Neuartig für mich der Beginn der Oper: man sieht während der Ouvertüre die ganze Familie beisammen, danach geht ***Peter*** fort um Geld zu verdienen. Ein kleiner, aber sehr feiner Auftakt. Die Besetzung der Rollen ist großartig **Katarzyna Kuncio** ist ein wunderbarer schlaksiger ***Hänsel*** mit angenehmer Mezzostimme. Die ***Gretel*** von **Inga-Britt Andersson** liebenswert und spielfreudig mit schönem Sopran. **Renee Morloc** gefällt als Mutter ***Gertud*** und ist ihrem ***Peter*** eine gute Partnerin.

Als **Peter Besenbinder** hat sich die **Rheinoper** an diesem Abend einen besonderen Künstler geholt: **Franz Grundheber,** Star der Opernhäuser, seit Jahrzehnten auf den großen Bühnen der Welt zu Hause. Franz Grundheber hatte die vorangehende Woche in Düsseldorf eine jungen Sänger/innen Meisterklasse gegeben und freute sich, an der Düsseldorfer Oper seinen Schülern auf der Bühne zu zeigen, was er eine Woche lang gelehrt und erklärt hatte.

![Deutsche Oper am Rhein / Hänsel und Gretel - und das so verträumte Hexenhaus © Hans Joerg Michel](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/02/haensel_und_gretel_01_foto_hans_joerg_michelneu.jpg)

Deutsche Oper am Rhein / Hänsel und Gretel - und das so verträumte Hexenhaus © Hans Joerg Michel

Sein **Peter Besenbinder** ist in Gestik, Blick und Betonung des Textes ausgefeilt. Für ihn ein ganz besonderer Teil des Operngesanges, da man seiner Meinung nach mit den Worten und der Musik das vermitteln kann was Komponist und Textdichter aussagen wollten.

Meine Sitznachbarin meinte, dieser Sänger habe sie kalt erwischt. Sie wusste nicht wer auf der Bühne stehen würde, aber so einen ***Peter*** habe sie noch nie erlebt. So authentisch habe sie diese Rolle noch nie gesehen. Dass muss man eigentlich nicht mehr ergänzen. Dass er auch noch über eine wunderbare farbenreiche Stimme verfügt, welche in der Höhe leuchtet, macht die zusätzliche Faszination der Persönlichkeit dieses Künstlers aus. Sein Alter ist zu keiner Zeit der Vorstellung von Bedeutung.

Hier zeigt sich auch die Besonderheit eines generationsübergreifenden Ensembles. Es sei der Direktion der **Rheinoper** große Hochachtung gezollt, eine solches Wagnis einzugehen. Doch das Ergebnis gibt dem Haus recht. Interessiert man sich für Sänger und deren Qualitäten, kann man auch einen 80-jährigen Künstler auf die Bühne stellen und es wird ein voller Erfolg.

![Deutsche Oper am Rhein / Hänsel und Gretel - hier mittig Franz Grundheber als Besenbinder © Zoebisch](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/02/hg-14_1_18-zoebisch-02-duesseldorf-026neu.jpg)

Deutsche Oper am Rhein / Hänsel und Gretel - hier mittig Franz Grundheber als Besenbinder © Zoebisch

Eine tadellose Leistung auch von **Johannes Preißinger,** welcher sehr passend eine wirklich **böse Hexe** spielte. Ein Gegensatz zu dem liebens- und hörenswerten Sand- und *Taumännchen* von **Aisha Tümmler.**

**Axel Kober** führt die **Düsseldorfer Symphoniker** in teilweise schwelgerischem Wagnerklang, am Beginn waren lediglich kleinere Tempoabweichungen zu bemerken, welche die Routine aller Beteiligten aber rasch wieder ausgleichen konnte. Ein wunderbarer Abend mit viel Applaus, welcher vor allem dem Senior des Abends, natürlich aber auch allen Beteiligten gleichermaßen galt. Wer **Franz Grundheber** kennt, weiß dass er sich nie lange feiern lässt, sondern gleich wieder neben seinen Kollegen steht um den Applaus mit ihnen zu teilen.

\---| IOCO Kritik Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |---