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# Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Die Fledermaus - in rheinischer Lebensfreude, IOCO Kritik, 01.02.2020
- URL: https://www.ioco.de/duesseldorf-deutsche-oper-am-rhein-die-fledermaus-in-rheinischer-lebensfreude-ioco-kritik-01-02-2020/
- Published: 2020-02-01T08:00:02.000Z
- Updated: 2023-09-06T13:01:13.000Z
- Author: Viktor Jarosch
- Tags: Oper & Operette, Premieren, Premiere, Pressemeldungen & Nachrichten, Kritiken, Düsseldorf

![logo_dor2.jpg](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/io/wp-content/gallery/opern_logos/logo_dor2.jpg "Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg")

[Deutsche Oper am Rhein](https://www.rheinoper.de/?ref=ioco.de)

![Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2014/05/operamrheinfueralle_opernhaus_01_foto_hansjoergmichel.jpg)

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

# ***Die Fledermaus*** \- **Johann Strauss**

## **\- Düsseldorf - Ein Weltraumbahnhof für Marsraketen -**

von **Viktor Jarosch**

![Johann Strauss Wien © IOCO](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2020/01/wien-stadtpark-johann-strauss-sohnneuneu42017.jpg)

Johann Strauss Wien © IOCO

***Die Fledermaus*** von **Johann Strauss,** 1874 komponiert, ist wohl einer der größten „Exportschlager“ Österreichs. Urwienerisch, so irrt man gern, sei die ***Fledermaus.*** Sie ist französischen Ursprungs; das erfolgreiche Vaudeville ***Réveillon (1872)*** von **Henri Meilhac** und **Ludovic Halèvy** ist ihr Ursprung. ***Réveillon (Vorabend - Heiligabend),*** ist ein in Frankreich übliches, ausgelassenes Weihnachtssouper mit Freunden.

1873 litt ganz Österreich unter den Folgen eines Börsenkrachs. In dieser schweren Zeit wird ***Réveillon*** für **Johann Strauss** zur Vorlage für Wiener „Lebenserkenntnisse“, die lauten: Wenn im richtigen Leben schon vieles falsch läuft, ¾ Takt, ein wenig Lüge, Maske, Kostüme, Polka, falsche Identitäten können oft weiter helfen. So etablierte der Walzerkönig **Strauss** mit seiner **Fledermaus** dauerhaft die Gattung „Operette“, in welcher sympathische Durchschnittsmenschen mit gutbürgerlicher Doppelmoral gut leben können. Überschaubare Alltagsprobleme werden etwas realitätsfern mit lieben Ungereimtheiten, Lügen und oft tänzerischen Schmankerln dem natürlich glücklichen Ende zugeführt. Doch sympathische Durchschnittsmenschen mit gutbürgerlicher Doppelmoral leben überall auf der Welt: so konkurrieren vielfältige **Fledermaus**\-Produktionen in Facetten immer und überall in allen Opernhäusern rund um den Globus.

****Die Fledermaus - im Rheinland**youtube Trailer Deutsche Oper am Rhein **\[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet \]**

Im Düsseldorf inszenierte nun **Axel Köhler,** früher im **Theater Halle** (Saale) als Bariton und Countertenor auf der Bühne, eine rheinische ***Fledermaus***. Erklärtes Petitum von **Axel Köhler** zu seiner Inszenierung war, die Operette als Gattung „ernst“ zu nehmen; ihr mit aktuellen Bezügen und in modernem Gewand alles Verstaubte zu nehmen. So konkurrieren denn auch in den lokalen Bezügen von **Köhlers** schräg bunter Düsseldorfer ***Fledermaus*** rheinische Lebensfreude, Doppelmoral, Lügen, Ungereimtheiten um die heimliche Rache des ***Dr. Falke*** an ***Gabriel von Eisenstein*** („*Die Rache der Fledermaus*“).

![Deutsche Oper am Rhein / Die Fledermaus hinter diesem goldenen Bilderrahmen passiert ... © IOCO](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2020/02/fledermaus_-1.-bild-neu-ioco.jpg)

Deutsche Oper am Rhein / Die Fledermaus hinter diesem riesigen goldenen Bilderrahmen passiert alles ... © IOCO

Ein breiter goldener Bilderrahmen fasst die Bühne operettenhaft ein. Und schon zur Ouvertüre „üben“ schrill bekleidete Prostituierte, Dirnen, Kurtisanen an einer leuchtenden Straßenlaterne und an dem vorübergehenden Notar ***Dr. Falke*** ihre lasziv anmutige Verführungskünste und machen deutlich: Dies ist nicht Wien; ihr „Revier“ ist das Rheinland! Auch in den folgenden Bildern bleibt diese ***Fledermaus*** im Rheinland heimisch: Mit der geschmacklosen Luxusbehausung des neureichen Industriellen ***Gabriel von Eisenstein,*** welche von Übertreibungen protzt, wie mit riesigen Zebrafellen an den Wänden; wenn zwischen dem ersten und zweiten Bild Gefängnisinsassen in Gefängniskleidung vor dem Gemäuer der **Justizvollzugsanstalt NRW** Körperübungen machen; wenn aus der Strausssche **Zofe Adele** eine rheinische ***Putze Adele***, *„putzen ist mein zweites Standbein“,* wird; wenn ***Dr. Falke*** den ***Gabriel von Eisenstein*** zur Feier des ***Prinzen Orlofsky*** mit dem Hinweis lockt, **Orlofsky** sei ein russischer Oligarch der *„Düsseldorf zur Weltraumetropole für Marsraketen*" und Investoren suche; wenn inmitten des Festraums des ***Prinzen Orlofsky*** eine Rakete steht, die zum Ende des zweites Aktes knatternd abhebt und im dritten Akt bruchgelandet im Gefängnis zu sehen ist; wenn

![Deutsche Oper am Rhein / Die Fledeermaus - hier : zum Fest des Prinzen Orlofsky mit wunderbaren Tanzeinlagen © Hans Joerg Mchel](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2020/01/diefledermaus_08_foto_hansjoergmichelneu.jpg)

Deutsche Oper am Rhein / Die Fledeermaus - hier : zum Fest des Prinzen Orlofsky mit wunderbaren Tanzeinlagen © Hans Joerg Mchel

Die rheinisch emanzipierte Inszenierung fasziniert sein Publikum im zweiten Akt mit einer vielfältig glitzernden, boulevardesken Gestaltung der Bühne und humorig schräge Wortspiele (*„Was ist das für eine Branse?“ – „Das ist Prinz Orlofsky!“),* welche beständig schmunzeln lassen.. Auffällig hier auch die Tänzerinnen der **Rheinoper,** wenn sie in verspielten Kostümen, Foto, mitreißend choreographiert, – in Düsseldorf lange nicht mehr gesehene – revuehaft-verträumte Tanzeinlagen bieten; wenn die Festgesellschaft des **Prinzen Orlofsky** das Lied *„Ha, welch’ ein Fest, welche Nacht voll Freud“* in hypnotisch sinnlicher Trance tänzerisch begleitet.

Doch das Wienerische kehrt im 3\. Akt zurück an den Rhein: wenn der Österreicher **Wolfgang Reinbacher**, seit 1970 am Düsseldorfer Schauspielhaus, als ***Frosch*** das *„Frosch-Wohlfühl Programm“* in Wiener Mundart mit dem dortigen Volks-Klassiker einleitet: *„In der Kellergassen, kanns gar ned fassen, sitz i ganz verlassen, auf einem Schwein*…“ und diese ***Fledermaus-***Inszenierung ihrem meist glücklichem Ende zuführt. Nur für **Gabriel von Eisenstein** endete der Premierenabend bitter: Er wurde (die ***Rache der Fledermaus*** schlug zu) mit einem Kabelbinder gefesselt abgeführt, da der begründete Verdacht bestand, daß er *"Düsseldorf an Dritte veräußern wollte"!*

![Deutsche Oper am Rhein / Die Fledermaus - hier : Wolfgang Reinbacher als Frosch © Hans Joerg Mchel](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2020/01/diefledermaus_13_foto_hansjoergmichelneu.jpg)

Deutsche Oper am Rhein / Die Fledermaus - hier : Wolfgang Reinbacher als Frosch © Hans Joerg Mchel

Das Wohlgefühl der Besucher bebte von Beginn des 1\. Bild an, als **Lavinia Dames** als ***Adele,*** zur *Putze* mutiert, einen Staubsauger hinter sich her ziehend die Bühne betritt und mit frappierend sicheren wie herrlich lyrischen Koloraturen wunderbare erste Akzente setzt, gute Laune erzeugt. Bis zum letzten Bild, mit ihrem *„Spiel' ich die Unschuld vom Lande, natürlich im kurzen Gewande“,* beschwingt **Lavinia Dames** die Handlung stimmlich wie darstellerisch. Doch das Ensemble ist insgesamt wunderbar aufgelegt: **Anke Krabbe** spielt eine sensibel präsente ***Rosalinde,*** welche das Publikum im wohl timbrierten Csárdás *„Klänge der Heimat“* mitreißt. **Jussys Myllys** formt seine Partie des Liebhabers ***Alfred*** mit feurig italienischem Belcanto (was ihn sogleich zum ***Alfredo*** macht). **Nobert Ernst** war der Partie des neureichen ***Gabriel von Eisenstein*** stets gewachsen, wenn auch weniger auffällig. Die Partie der **Gräfin Orlofsky** war mit **Maria Boiko** zurückgenommen angelegt; doch stimmlich glänzte sie, speziell in der großen Arie „*Im Feuerstrom der Reben“.* **Stefan Heidemann** als ***Gefängnisdirektor Frank,*** **Luis Fernando Piedra** als ***Dr. Blind,* Christoph Filler** als ***Dr. Falke*, Helena Günther** als **Ida** und **Volker Philippi** als **Staatsanwalt** rundeten das Ensemble dieser humorig rheinischen **Fledermaus** glänzend ab. Dirigent **Benjamin Reiners** und die **Düsseldorfer Symphoniker** stützten Solisten und Chor mit sängerfreundlichen Klängen.

Das durchaus junge Publikum im ausverkauften Opernhaus feierte die Inszenierung, besonders aber Ensemble, Tänzer und Orchester. Die folgende Premierenfeier bestätigte das für die meisten Akteure glückliche Ende der rheinischen ***Fledermaus*** mit frohem Zuspruch und vielen strahlenden Gesichtern.

**Die Fledermaus** an der **Deutschen Oper am Rhein, Düsseldorf;** die nächsten Termine 2.2.; 9.2.; 15.2.; 21.2.; 23.2.; 29.2.; 7.3.; 22.3.; 1.4.2020

\---| IOCO Kritik Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |---