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# Darmstadt, Staatstheater Darmstadt, John Dew im Führungs-Strudel, IOCO Aktuell, 23.01.2012
- URL: https://www.ioco.de/darmstadt-staatstheater-darmstadt-john-dew-im-fuhrungs-strudel-januar-2012/
- Published: 2012-01-23T16:00:38.000Z
- Updated: 2023-09-06T11:52:43.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Sonstiges, Darmstadt

![oper_darmstadt.jpg](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/io/wp-content/gallery/opern_logos/oper_darmstadt.jpg "Staatstheater Darmstadt")

[Staatstheater Darmstadt](http://www.staatstheater-darmstadt.de/?ref=ioco.de)

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2012/11/4.jpg "Staatstheater Darmstadt © IOCO")

## Pikanter Führungs-Strudel und die Konsequenzen

Das etwas betulich scheinende **Staatstheater Darmstadt** ist recht erfolgreich, zumindest in der Auslastung: In der Spielzeit 2010/11 wurde in der Sparte Oper eine respektable Auslastung von 79,1% (73.540 Besucher) erreicht. Äußerlich schien bis zum November 2011 die Darmstädter Theater Welt im Lot.

Der heile Schein war trügerisch:

- Im November 2011 werden Besetzungsstreitigkeiten zwischen **Intendant Dew** und **Generalmusikdirektor Trinks** bekannt, die pikanterweise die jeweiligen Lebenspartner betreffen: **John Dews** Ehemann **Sven Ehrke** und **Constantin Trinks** Lebensgefährtin **Alexandra Lubchansky**.
- 6\. 12\. 2011: Die hessische Kunstministerin **Eva Kühne-Hörmann** nimmt, bei vorsichtigem Rückhalt für **Dew** erstmals Stellung: "Die Stimmung am Theater ist außerordentlich aufgeheizt....von Unterstellungen und Lagerbildung...." **Heinrich Grosse-Brockhoff** wird zum 21.12\. als neutraler Aufklärer angekündigt. **Trinks** werden gleichzeitig zahlreiche auswärtige Dirigate vorgeworfen.
- 16.12.2011: **Constantin Trinks** reicht seine vorzeitige Kündigung ein, welche das Ministerium ablehnt.
- 20.12.2011: **Constantin Trinks** wird vom Ministerium freigestellt, um den Spielplan der Weihnachstage nicht zu gefährden.
- 13.1.2012: **John Dews** Ehemann **Sven Ehrke** kündigt seinen Vertrag mit dem **Staatstheater Darmstadt** fristlos. **Ehrke:** "Er sei über Monate zur Zielscheibe von Angriffen und Vorwürfen geworden...".
**19.1.2012:**

Auf einer Pressekonferenz stellen die hessische Wissenschaftsministerin **Eva Kühne-Hörmann** und der Darmstädter OB **Jochen Partsch** erste Ergebnisse der Untersuchungen von **Heinrich Grosse-Brockhoff** vor.

Darin: Nicht strafbar aber unerquicklich, wie das **Staatstheater Darmstadt** zur Beschäftigungsbühne von Partnern der Geschäftsführung wurde: Nicht nur **John Dew** brachte seinen Ehemann **Sven Ehrke** und **Constantin** **Trinks** seine Lebenspartnerin **Alexandra Lubchansky** unter. Auch Operndirektor **Georg Heckel** fand für seine Frau, die Sopranistin **Adréana Kraschewski**, eine sehr attraktive Beschäftigung: Sie singt zur Zeit in der *Lustigen Witwe* die Partie der *Hanna Glawari* **.**  Über Anwälte und Presse, so **Grosse-Brockhoff**, tobte innerhalb des Theaters eine Schlammschlacht zu Besetzungsfragen. Das Verwandte Rollen am eigenen Theater erhalten sei zwar nicht unüblich; deren Häufung im Theater Darmstadt sei das Problem. Zudem, so **Grosse-Brockhoff,** pflege **John Dew** einen autoritären Führungsstil, welcher alles seinem künstlerischen Willen unterordnet. Diese Wertung wird von **Eva Kühne-Hermann** geteilt: "**John Dew** habe Grenzen überschritten und schwere Fehler begangen. Da sich **John Dew** jedoch entschuldigt habe und Ehemann **Sven Ehrke** inzwischen gekündigt habe ergeben sich zur Zeit keine Anhaltspunkte, welche juristisch eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen würden". Der Vertrag von **John** Dew läuft noch bis 2014, ein Nachfolger wird bereits gesucht.

**Grosse-Brockhoff** empfahl zudem die Einsetzung eines Ombudsmannes, welcher **John Dew** und den Mitarbeitern bis 2014 als Mediator zur Verfügung steht.. Als weiteren Problembereich nannte **Grosse-Brockhoff** in seinem Bericht das Verhalten von **GMD Constantin Trinks** und dessen Anwalt: **Trinks** habe ein Vier-Augen-Gespräch mit einem Kollegen heimlich aufgenommen und als Beweis für Mobbing am Theater verwendet. Sein Anwalt wiederum hat, unter dem Vorwand einer eigenen Untersuchung von Theatern, die Mitarbeiter des **Theater Darmstadt** gezielt zur Illoyallität angestiftet.

Der Bericht **Grosse-Brockhoffs**, so die hessische Wissenschaftsministerin **Eva Kühne-Hermann**, habe sehr zur Versachlichung der Diskussion beigetragen, "man wünsche sich schnellst möglich wieder ein konstruktives Arbeitsklima". Besetzungen mit Partnern von Leitungspersönlichkeiten des Theaters seien ab sofort verboten.

Das **John Dew**  nach solch öffentlicher Demontage noch erfolgreich am **Theater Darmstadt** arbeiten kann, erscheint höchst zweifelhaft. Die Verweise der Wissenschaftsministerin **Eva Kühne-Hermann** zur Fortdauer der Beschäftigung wirken erneut realitätsfern. Die Freistellung von **John Dew** scheint zum Wohle der Kunst wie der Mitarbeiter am **Staatstheater Darmstadt** geboten. Im Fall **Dew** mißlingt erneut die organisatorische Verbindung von Intendanz mit künstlerischen Kompetenzen. ***IOCO* / Viktor Jarosch** / 23.1.2012

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