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# Colmar, Salle Koïfhus, JUNGE TALENTE FESTIVAL INTERNATIONAL DE COLMAR 2026, IOCO
- URL: https://www.ioco.de/colmar-salle-koifhus-junge-talente-festival-international-de-colmar-2026-ioco/
- Published: 2026-07-31T14:02:06.000Z
- Updated: 2026-07-31T14:02:06.000Z
- Author: Peter Michael Peters
- Tags: ioco konzert,

**Festival International de Colmar 2026, 13.07.2026**

### **Junge Talente von Morgen**

**DIE KLASSIK UMARMT DIE LEICHTE MUSE…**

***Estrellita del lejano cielo,***

***que miras mi dolor,***

***que sabes mi sufrir,***

***baja y dime si me quiere un poco,***

***porque yo no puedo sin su amor vivir.***

***Tu eres estrella, mi faro de amor!***

***Tu sabes que pronto he de morir.***

***Baja y dime si me quiere un poco,***

***porque yo no puedo sin su amor vivir***

(***Estrellita*** von **Manuel M. Ponce**)

***Eine breite musikalische Landschaft…***

Der deutsch-spanisch-malaysische Geiger **Elias David Moncado** und die französisch-burundisch-ukrainische Pianistin **Mirabelle Kajenjeri** sind zwei junge Talente der **Fondation Gautier** **Capuçon**. Der junge Geiger **Moncado**, der bereits für seine umwerfende Virtuosität gefeiert wird, hat sich bei zahlreichen internationalen Wettbewerben einen Namen gemacht und tritt regelmäßig auf den großen Bühnen Europas auf. An seiner Seite steht die Pianistin **Kajenjeri**, die durch die Tiefe ihres Klangs und die außergewöhnliche Reife ihres Spiels auffällt und eine glänzende Karriere verfolgt, die sie bereits zu mehreren bedeutenden Festivals geführt hat.

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Junge Talente Festival International de Colmar 2026, Foto: FIC + Bertrand + Schmitt

Ihr farbenfrohes und unwiderstehlich virtuoses Programm durchquert eine breite musikalische Landschaft – von der zarten ***Estrellita*** (1912) von **Manuel Maria Ponce** (1882-1948) bis zu den poetischen Zauberkünsten des ***Nocturne, LB 14*** (1915) von **Lili Boulanger** (1893-1918), von der strahlenden Anmut der ***Sonate N° 2 für Violine und Piano in A-Dur, Op. 100, “Thun“*** (1886) von **Johannes Brahms** (1833-1897) bis zu den jazzigen Akzenten der ***Sonate N° 2 für Violine und Klavier in G-Dur, M 77*** (1927) von **Maurice Ravel** (1875-1937), desgleichen auch die träumerische ***Sonate N°1 für Violine und Klavier „Mrïi“*** (Träume)***, Op. 4bis*** (1919) des ukrainischen Komponisten **Victor Stepanovych Kosenko** (1896-1938), bevor es zu der umwerfenden ***Carmen-Fantasy*** (1946) des deutsch-amerikanischen Film-Komponisten **Franz Waxman** (1906-1967) kommt. Ein feuriges Duo, das man unbedingt entdecken sollte!

***Estrellita, der kleine Stern…***

**Ponce**, ein herausragender Gelehrter und Pädagoge, war zugleich auch einer der gefeiertsten mexikanischen Musiker des 20\. Jahrhunderts. Seine größten Verdienste erwarb er sich als Komponist, der die Konzerthalle mit der Welt des mexikanischen Volksliedes verband. Er komponierte zahlreiche Werke für Klavier, Kammerensemble und Orchester und ist vor allem für seine beeindruckenden Gitarrenstücke, brillanten Volksliedbearbeitungen und viele eigene Lieder bekannt. Das berühmteste dieser Lieder ist wohl ***Estrellita,*** zu dem **Ponce** auch den Text verfasste. Obwohl es für alle Stimmlagen geeignet ist, wird es meist von lyrischen Sopranistinnen interpretiert. Sie können mit dieser anmutig-lyrischen Melodie und ihren potenziell betörenden Sprüngen zu sanften hohen Tönen einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen. Die Sängerin sagt dem ***Estrellita*** – kleiner Stern – am Himmel, dass sie ohne die Liebe ihres Geliebten sterben wird, und bittet ihn daher, herabzusteigen und ihr zu sagen, ob er sie auch nur ein wenig liebt.

***Die Geheimnisse der musikalischen Schöpfung…***

**L. Boulanger** war 1913 die erste Frau, die den **Premier Grand Prix de Rome** für Komposition gewann. Sie wurde 1893 in Paris in eine Musikerfamilie geboren: Ihre Mutter, **Princess Raïssa Ivanovna Mitschetsky** (1858-1935) war Amateursängerin, ihr Vater **Ernest Boulanger** (1815-1900) Komponist und Gesangslehrer. Schon als Kind begleitete sie ihre Schwester **Nadia Boulanger** (1887-1979) zu deren Unterricht am **Conservatoire de Paris**.

Aufgrund ihrer schwachen Gesundheit war sie oft ans Haus gefesselt, weshalb ihre musikalische Ausbildung hauptsächlich privat stattfand. Sie lernte mehrere Instrumente, übte Improvisation und Vom-Blatt-Spiel und besuchte Orgel- und Kompositionskurse am **Conservatoire de Paris**. Als Teenagerin beschloss sie, Komponistin zu werden und begann mit Professoren der Musikhochschule, an der sie 1912 aufgenommen wurde, sich auf den **Prix de Rome** vorzubereiten. Ihr erster Versuch, der durch ihre angeschlagene Gesundheit beeinträchtigt war, scheiterte. 1913 versuchte sie es erneut und gewann den Preis mit ihrer ***Kantate***: ***Faust et Hélène*** nach einem Libretto von **Eugène Félix Adenis-Colombeau** (1854-1923). Dieser Erfolg brachte ihr einen Exklusivvertrag mit dem berühmten Verleger **Tito Ricordi** **II** (1865-1933) ein, der es ihr ermöglichte, sich ganz dem Komponieren zu widmen. Ihre Zeit als Preisträgerin in Rom wurde aber durch den **Ersten Weltkrieg** unterbrochen!

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Junge Talente Festival International de Colmar 2026, Foto: FIC + Bertrand + Schmitt

Die letzten Jahre ihres Lebens waren nicht nur von der Krankheit überschattet, die schließlich ihr Leben forderte. Sondern auch von den Tragödien des Krieges: Viele Studenten des **Conservatoires de Paris** fielen in den Kämpfen! Ihr Werk, das nur wenige Klavier- und Kammermusikstücke umfasst, ist besonders der Stimme gewidmet. Neben Liedern, wie ihrem Liederzyklus ***Clairières dans le Ciel*** ( 1913/1916) nach Gedichten von **Francis Jammes** (1868-1939), besteht ihr Schaffen hauptsächlich aus Stücken für Chor mit Klavier, Orgel oder Orchester, beginnend im Jahr 1911 und gipfelnd in drei Psalmen mit Orchester: ***Psalm 24*** (1916), ***Psalm 129*** (1916) und ***Psalm 130, Du fond de l’abîme*** (1914/1917). Diese Hauptwerke zeugen von ihrer originellen musikalischen Sprache und ihrer Meisterschaft in der Orchestrierung. Sie schrieb auch eine Oper nach einem Libretto, das von **Maurice Maeterlincks** (1862-1949) Theaterstück ***La Princesse Maleine*** (1889) inspiriert war. Das Werk, das nahezu fertiggestellt war, ist leider verloren gegangen!

***Vom Film zur Klassik…***

Der Komponist **Georges Bizet** (1838-1875) starb nur drei Monate nach der Uraufführung von ***Carmen*** (1875), überzeugt davon, dass es eine Misserfolg gewesen sei. Wenige Jahre später war es die meistgespielte Oper im internationalen Repertoire, und fast ein Jahrhundert lang erfreute sich diese Musik weit über das Opernhaus hinaus großer Beliebtheit.

In unserer Zeit wurde **Bizets** Meisterwerk als Musical ***Carmen Jones*** (1943) mit einem Libretto von **Oscar** **Hammerstein II** (1895-1960) am **Broadway** uraufführt, desgleichen der gleichnamige Film (1954) von **Otto Preminger** (1905-1986), auch als Ballett vom sowjetischen Avantgarde-Komponisten **Rodion Schtschedrin** (1932-2025) und nicht zu vergessen von den **Tin Pan Alley-Songwritern** (1885/1930), Jazz-Instrumentalisten und sogar Rockgruppen neu interpretiert wurde.

**Pablo Martin Meliton Sarasate y Navascuez** (1844-1908) scheint als Erster einen geigen-spezifischen Charakter in ***Carmen*** erkannt zu haben. Er schuf aus Themen der Oper eine virtuose, wenn auch etwas uneinheitliche ***Fantasy über Carmen für Violine und Klavier , Op. 25*** (1881) und erweiterte seinen Potpourri später zu einem ***Konzertstück für Violine und Orchester, Op. 26*** (1882) – obwohl mehrere Nachschlagewerke diese Orchesterfassung fälschlicher Weise dem aus Schlesien stammenden amerikanischen Komponisten und Dirigenten **Waxman** zuschreiben.

**Waxman** komponierte tatsächlich die ganz andere ***Carmen-Fantasie***. Dieses Werk hat keinerlei Bezug zu **Sarasates** Mischmasch. **Waxman** hätte sich wohl kaum dazu durchringen können, eine Komposition, die bereits eine Art Hybride war und sich zumindest in gewisser Weise vom Original entfernte, neu zu arrangieren. Stattdessen umging er **Sarasate** und wandte sich wieder **Bizet** zu.

**Waxman** schuf seine Fantasien aus ***Carmen*** und ***Tristan und Isolde*** (1865) von **Richard Wagner** (1813-1883) für den Film ***Humoresque*** (1946) bei **Warner Brothers,**  die **John Garfield** (1913-1952) zu **Isaac Sterns** (1920-2001) Aufnahme zu dem Soundtrack auf der Leinwand *„spielte“*. **Jascha Heifetz** (1901-1987) sah das Melodrama mit **Joan Crawford** (1906-1977) und **Oscar Levant** (1906-1972), dessen Drehbuch von **Clifford Odets** (1906-1963) nach der berühmten Geschichte von **Fannie** **Hurst** (1889-1968) über die aufstrebende Karriere eines jungen New Yorker Geigers und seiner Gönnerin basierte. Die Produktion von **Jerry Wald** (1911-1962) wurde von **Jean Negulesco** (1900-1993) gedreht.

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Junge Talente Festival International de Colmar 2026, Foto: FIC + Bertrand + Schmitt

**Heifetz** bat **Waxman**, das Werk für ihn zu erweitern, damit er es in der beliebten Radio-Sendung ***The*** ***Bell Telephone Hour*** (1940/1958) aufführen konnte. Der Komponist überarbeitete die Partitur zwischen dem 13\. August und dem 18\. Oktober 1946\. Die Uraufführung am 9\. September 1946 war ein großer Erfolg, und **Heifetz** tourte mit der ***Carmen-Fantasy*** um die Welt. Er nahm sie am 11\. November 1946 mit **Donald Voorhees** (1903-1989) auf und diese Aufnahme ist bis heute erhältlich.

Der russische Geiger **David Oïstrakh** (1908-1974) gab die **Heifetz**\-Aufnahme seinem Schüler **Leonid Kogan** (1924-1982). Da **Kogan** in der Sowjetunion keine Partitur des Werkes erhalten konnte, erstellte er kurzerhand eine eigene, indem er sich die **Heifetz**\-Aufnahme anhörte und die Noten einzeln abschrieb. **Waxman** war der erste Amerikaner, der die großen Orchester der **UdSSR** in Moskau, Leningrad und Kiew dirigierte, und während seines Besuchs im April 1962 versprach er **Kogan**, ihm die Orchesterstimmen für eine Aufnahme mit **Kirill Kondrachin** (1914-1981) zukommen zu lassen. Kurz nach der Veröffentlichung setzte sich **Kondrachin** in den Westen ab, und die meisten seiner russischen Aufnahmen wurden vernichtet. **Kogan** unterrichtete **Victoria Mullowa** (\*1959) in dem Werk, bevor sie 1982 mit den Noten auf Mikrofilm aus der **UdSSR** floh. Ein weiterer Schüler **Kogans**, **Andrei Korsakow** (1946-1991) nahm die ***Carmen-Fantasy*** 1990 auf!

Die ***Carmen-Fantasy*** ist **Waxmans** meistgewünschtes Konzertwerk, und die Generation von Violinisten nach **Heifetz** hat sich auf allen Kontinenten für die Musik eingesetzt.

**Maxim Vengerov** (\*1974) und **Sayaka Shoji** (\*1983) haben das Werk mit **Zubin Mehta** (\*1936) und dem **Israel** **Philharmonic Orchestra** aufgenommen, ebenso wie **Oistrach**, **Andrei Korsakow** (1946-1991), **Louis Francini** (1935-1947), **Rachel Barton** **Pin** (\*1974), **Chloë Elise Hanslip** (\*1987), **Lara St. John** (\*1955), **Mayuko Kamio** (\*1986**), Alexander Gilman** (\*1982), **Rachel** **Kolly D‘Alba** (\*1981) und **Nadja Salerno Sonnenberg** (\*1961). **John Williams** (\*1932) und **Keith Lockhart** (\*1959) und die **Boston** **Pops**, **Tamara Smirnova** (\*1958), **Metha** und **Glenn Dicterow** (\*1948) mit den **New Yorker Philharmonikern** spielten das Werk mehrfach.

Es wurde auch in der **PBS**\-Fernsehsendung **Live From Lincoln Center** ( 1976/2019) präsentiert. Die 1977 aufgenommene **CD** des Trompetenvirtuosen **Sergei Mikhaïlowitch Nakariakow** mit seiner ***Carmen-Fantasy*** war ein großer Erfolg. **Rodney Mack** (\*1970) nahm die Trompeten-***Carmen*** unter der Leitung von **Lawrence Foster** (\*1941) mit dem **Orquestra Sinfoniaca de Barcelona I National de Catalunya** auf. Am 4.Februar 1998 gab **Paul** **Merkelo** (\*1968) im **Lincoln Center** die Uraufführung von der ***Carmen-Fantasy*** mit dem **New World Symphonie** **Orchestra** unter der Leitung von **Michael Tilson Thomas** (1944-2026). Die Bearbeitung stammt von **Michael Kugel** (\*1946), **Marina Piccinini** (\*1968) spielte die Flötenfassung, **DaXun Zhang** (\*1981) die Fassung für Kontrabass, und **Matt Haimovitz** (\*1970) führte das Werk kürzlich für Cello in einem unvergesslichen Konzert auf. Es existieren außerdem Fassungen für Blasorchester, Marimba, Tuba und Violine / Klavier.

Siehe auch **IOCO**\-Kritik: ***Festival International de Colmar*** in der **Église Saint Mattieu** mit **Brahms-**Werken am 12.07.2026\. 

***Das Konzert im Salle Koïfhus im Rahmen des Festival International de Colmar am 13\. Juli 2026:***

***Unter anderem die unverbrauchte Carmen…***

Das **Festival International de Colmar**, das in seiner vierten Auflage von **Altinoglu** geleitet wird, vereint wie immer erfahrene Musiker und aufstrebende Talente, Werke des großen Repertoires und seltene Stücke, Kenner und Neulinge gleichermaßen und bietet ein einzigartiges und fesselndes Erlebnis. Die räumliche Nähe beliebter Veranstaltungsorte – **Stadttheater**, **Koïfhus** (Altes Zollhaus) und **Église Saint** **Matthieu** ermöglichen es den Besuchern, vielfältige musikalische Landschaften zu erkunden und unerwartete und reizvolle Kombinationen zu entdecken. Sie können sich aber auch von der Atmosphäre, den Begegnungen und den Träumereien mitreißen lassen, die durch die Präsenz dieser außergewöhnlich schönen Orte in der Stadt entstehen und das musikalische Erlebnis in all seiner Weite und seinem Geheimnis subtil begleiten.

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Junge Talente Festival International de Colmar 2026, Foto: FIC + Bertrand + Schmitt

***Vermächtnisse…***

Um die Mittagszeit im **Koïfhus** bot das junge Duo **Moncado** & **Kajenjeri** ein einzigartiges Erlebnis und schufen eine Verbindung durch zwei Welten. Das Kammermusik-Duo entfaltete sich während dieser fesselnden Musikstunde, die von den beiden Musikern warmherzig und brillant präsentiert wurde, ein ganzes Netz von Wurzeln. *„Tradition“* im besten Sinne des Wortes! Dies war das Schlüsselwort, das ihre Repertoirewahl für dieses Konzert bestimmte. **Moncado** sprach über den Einfluss von **Heifetz** auf seine musikalische Entwicklung, und **Kajenjeri** über den bedeutenden ukrainischen Komponisten **Kosenko**, dessen Werk ***Mriï*** die beiden Musiker aufführten. Im Wechsel mit drei Glanzstücken des Klavier- und Violin-Repertoires: ***2\. Sonate*** von **Brahms**, **Ravels**: ***Sonate*** und **Waxmans**: **Carmen-Fantasy** boten kürzere, weit weniger bekannte Stücke – insbesondere **L. Boulangers** großartiges ***Nocturne***, eine willkommene Abwechslung in einem ansonsten recht dichten Programm. Trotz des hervorragenden Zusammenspiels der beiden Künstler und der Qualität ihres kammermusikalischen Dialogs bedauerte man nur, dass **Kajenjeri** in diesem Programm nicht mehr Raum erhielt. Die subtile Präsenz dieser jungen Pianistin, ihr nuanciertes Spiel, ihre Aufmerksamkeit für ihren Partner: All dies weckt – paradoxerweise! – die Vorfreude auf ihren Soloauftritt am 5\. September im Rahmen der Solistenreihe in der **Orangerie d’Auteuil**.

Auskunft und Karten: [www.festival-colmar.com](http://www.festival-colmar.com/?ref=ioco.de) Tel.: +33 (0)3 89 20 68 97