Biel, Stadttheater Biel, Die Rheinnixen – Jacques Offenbach, IOCO Kritik, 27.11.2018

November 28, 2018  
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Stadttheater Biel © Ilja Mes

Stadttheater Biel © Ilja Mes

Stadttheater Biel Solothurn

Les fées du Rhin / Die Rheinnixen – Jacques Offenbach

– Nixen auf dem Trockenen –

Von Julian Führer

Eine unbekannte Oper mit bekannter Musik: Wenn die Ouvertüre beginnt, nicken sich die Zuschauer erfreut zu, denn sie erkennen die Barcarole aus Les Contes d’Hoffmann. Jacques Offenbach war geschickt im Arrangieren, aber auch im Rezyklieren, und so hat er zwei bekannte Stücke, eben die Barcarole und eine Arie aus dem ersten Akt, in seiner sehr viel erfolgreicheren Hoffmann-Oper übernommen. Und in den Rheinnixen finden sich wiederum Stücke aus früheren Kompositionen Offenbachs. Das Libretto verfasste Charles Nuitter (eigentlich Truinet), bevor Alfred von Wolzogen, der Vater des Wagner-Apostels Hans von Wolzogen, eine deutsche Fassung herstellte. Die Uraufführung fand zu dem Zeitpunkt statt, als eigentlich Wagners Tristan und Isolde aus der Taufe gehoben werden sollte, doch waren die Proben wegen erwiesener Unspielbarkeit des Werkes abgebrochen worden. Die Rheinnixen, ein Auftragswerk der Wiener Hofoper, wurden 1864 aufgeführt, gerieten in Vergessenheit, wurden 2002 wiederentdeckt und nun, im Herbst des Jahres 2018, in Biel zur schweizerischen Erstaufführung gebracht.

Die Rheinnixen –  Jacques Offenbach
Youtube Trailer des Theater Orchester Biel Solothurn
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Das Stadttheater Biel ist eine Spielstätte des Theater Orchester Biel Solothurn. An zwei Spielstätten (Biel und Solothurn) werden die drei Sparten Schauspiel, Musiktheater und Tanz abgedeckt. Von außen kaum als Theater erkennbar, ist der Zuschauerraum in Biel sehr klein, fast winzig (keine 300 Sitzplätze), aber erstaunlich hoch. Der Orchestergraben reicht nicht aus, alle Instrumente aufzunehmen, so dass die Harfe rechts neben den vorderen Parkettreihen plaziert ist – ein reizvoller Umgang mit beengten Verhältnissen.

 Jacques Offenbach - Montmartre © IOCO

Jacques Offenbach – Montmartre © IOCO

Die Rheinnixen sind tatsächlich Elfen; der französische Titel Les fées du Rhin lässt ihre Natur offen. Wer schwimmende Rheintöchter erwartet, muss weiterhin zu Wagner gehen. Bei Offenbach handelt es sich um weibliche Waldwesen, die bei einer Art Waldweben den Landsknechten mit säuselnder Musik den Kopf verdrehen. Die Tradition der romantischen Gespensteroper ist hier spürbar. Gleichzeitig sind Die Rheinnixen stark von der Pariser Grand opéra geprägt, und zwar ebenso in der Abfolge der Stücke mit einem Ballett nach der Pause wie auch in der dramatischen Zuspitzung am Ende, wo sich die Nixen auf einmal schwer nach weiter vorangetriebenem Boieldieu oder nach Gounod anhören, insbesondere wenn wie hier mit Benjamin Pionnier ein Dirigent mit Spürsinn für die Partitur am Pult steht. Die Werkgeschichte ist mit verschiedenen Fassungen, die in den vergangenen Jahren rekonstruiert werden konnten, einigermaßen vertrackt.

Der erste Akt ist eine lange Exposition: Hedwig ist vor längerer Zeit auf einen Tunichtgut hereingefallen, der ihr mit Hilfe eines falschen Geistlichen die Heirat vorgegaukelt und sie dann sitzengelassen hat. Das aus dieser Verbindung entstandene Kind heißt Laura (in anderen Fassungen des Werkes Armgard) und ist inzwischen herangewachsen. Gottfried hat ein Auge auf Laura geworfen, Laura interessiert sich nur für Franz, der aber zu den Soldaten gegangen ist. Wie der Regisseur Pierre-Emmanuel Rousseau (auch für Bühnenbild und Kostüme verantwortlich) im Programmheft darlegt, lässt er die Handlung „auf dem Balkan“ spielen. Die Kostüme lassen es ahnen, aber nicht allzu deutlich werden. Was ist mir dieser Verlegung gewonnen? Vielleicht ein Bewusstsein für die Allgegenwart des Krieges. Gottfried, von Lisandro Abadie mit warmem Bariton gegeben, wird hier als Geistlicher gezeigt – dekorativ, aber im Rahmen dieses Regieansatzes nicht besonders schlüssig. Oder ist er aus Entsagung Geistlicher geworden? Ganz wie es sich für eine große Oper gehört, folgt auf den Eingangschor jedenfalls ein Gebet. Hedwig klagt anschließend über die Schäden, die der Krieg anrichtet. Diese Partie wurde am 7. November überzeugend von Susannah Haberfeld verkörpert, übrigens in Anwesenheit ihrer Mutter Gwyneth Jones, die ihren Geburtstag in Biel verbrachte (alles Gute vom dankbaren Rezensenten an seine erste Brünnhilde!).

Stadttheater Biel / Die Rheinnixen von Jacques Offenbach © Konstantin Nazlamov

Stadttheater Biel / Die Rheinnixen von Jacques Offenbach © Konstantin Nazlamov

Die Szenerie spielt im Elsass in der Nähe des Rheins zu Beginn des 16. Jahrhunderts, als marodierende Haufen die Gegend unsicher machten (ein über Generationen anhaltendes Trauma, das beispielsweise auch in Schillers Räubern und im Freischütz seinen Niederschlag fand, dann mit dem Verweis auf den Dreißigjährigen Krieg). Conrad, der Anführer der Landsknechte, kommt mit seinem bewaffneten Haufen und drangsaliert die weibliche Bevölkerung; Laura sticht ihm ins Auge, sie soll für ihn singen. Auch Franz ist dabei, Lauras große Liebe, aber aufgrund einer Verwundung leidet er an Sinnestäuschungen und Gedächtnisverlust und weiß nicht recht, wo er sich befindet und wen er vor sich hat. Gustavo Quaresma verkörperte den am Kopf verwundeten Soldaten glaubhaft, sein Tenor wirkte jedoch eng geführt und gepresst. Erstaunlich ist aus dem Kontext der Werkentstehung heraus, dass Soldaten und Militär sehr negativ charakterisiert werden, sowohl im Libretto als auch in der Musik (ein Plünderungen und Brandschatzung verherrlichender Chor und ein von Conrad dargebrachtes Trinklied). Diese dem Krieg gegenüber kritische Haltung mag ihren Teil dazu beigetragen haben, dass Die Rheinnixen zur Zeit der deutschen Einigungskriege keinen nachhaltigen Erfolg erzielen konnten.

Stadttheater Biel / Die Rheinnixen von Jacques Offenbach - hier : die spielenden Rheinnixen © Konstantin Nazlamov

Stadttheater Biel / Die Rheinnixen von Jacques Offenbach – hier : die spielenden Rheinnixen © Konstantin Nazlamov

Gesungen wird in dieser Fassung nach dem Libretto Nuitters in französischer Sprache. Im Angesicht der vorgehaltenen Waffe singt Laura dann auf einmal deutsch, und zwar das ‚Vaterlandslied‘, das Offenbach bereits abgeschlossen hatte und in diese Oper einbaute („Du liebes Land, du schönes Land! Du schönes, großes deutsches Vaterland!“). In der Schweiz können solche inbrünstigen Zeilen über ein deutsches Vaterland auf Teile des Publikums befremdlich wirken. Warum dieser Sprachwechsel? Das Elsass ist eine Kontaktzone zwischen zwei Sprachregionen, Biel ebenfalls, aber ein tieferer Sinn des Sprachwechsels wollte sich hier nicht erschließen, zumal angesichts der Verlegung des Schauplatzes nach Südosteuropa. Laura (Serenad Uyar mit viel Energie und Ausdauer) muss immer weiter singen, bis sie entkräftet zusammenbricht, natürlich zum Entsetzen Hedwigs, aber auch Franz‘, der sie sechs Takte vor Aktschluss dann doch noch erkannt hat.

Im zweiten Akt trauert Hedwig um ihre Tochter Laura, die sich buchstäblich totgesungen hat. Sie berichtet Gottfried, wie es zu Lauras Geburt gekommen ist. Gottfried, immer noch in Laura verliebt, schwört Rache: Er wird die Soldaten Conrads den Elfen entgegenschicken, die sich ihrer bemächtigen werden.

Im dritten Akt umtanzen die Elfen die Gegend. Die Ballettmusik ist wahrlich schön. Der Regie ist hier nicht viel mehr eingefallen, als dass einige großgewachsene Gestalten mit Tiermasken langsam über die Bühne ziehen. Bären und Adler waren für den Rezensenten eine etwas überraschende Beimischung zu der für Offenbach so typischen leichten, schwungvollen Musik. Gottfried nun scheint sich mit Elfen auszukennen und lotst die Soldaten dorthin, wo sie von den Naturwesen und ihrem Gesang außer Gefecht gesetzt werden. Laura, doch nicht so tot wie gedacht, lotst Franz beiseite, dem dieses Schicksal also erspart bleibt.

Stadttheater Biel / Die Rheinnixen von Jacques Offenbach © Konstantin Nazlamov

Stadttheater Biel / Die Rheinnixen von Jacques Offenbach © Konstantin Nazlamov

Im vierten Akt kommt es dann zur großen Konfrontation zwischen Conrad, der Gottfried für dessen Verrat hinrichten lassen will, und den anderen Protagonisten. Ob Laura nun tot ist oder nicht, scheint auch Offenbach nicht genau gewusst zu haben, denn immer wieder wird betont, alles sei nur ein Traum, aber die dramatische Situation bleibt gleichwohl real. Als dann auch noch Hedwig ihrem ehemaligen Scheinehemann Conrad eröffnet, dass er eine Tochter hat, die aber aus dessen eigenem Verschulden heraus tot ist (oder auch nicht), ist dieser zunächst am Boden zerstört. Jetzt will er sich um seine Tochter kümmern, aber das will Hedwig nicht. Jetzt wollen Gottfried und Hedwig sterben, aber dafür lebt nun Laura. Nun will aber auch Conrad (im Verlauf der Oper immer lauter und lauter: Leonardo Galeazzi) sterben, der wird wiederum von den anderen überredet, am Leben zu bleiben. Nach doch recht langem Hin und Her, wer nun eigentlich warum sterben möchte, beschließt man zum nun von fünf Solisten inbrünstig wie in einer Apotheose von Gounod gesungenen ‚Vaterlandslied‘ aus dem ersten Akt eine gemeinsame Flucht. Als das Happy End dann tatsächlich bevorzustehen scheint, lässt die Regie die Landsknechte auftreten und zu den F-Dur-Akkorden des Schlusses die Solisten erschießen. Wie oft hat man das schon sehen müssen… Man ist immerhin dankbar, dass die Schüsse wesentlich leiser sind als die in diesem kleinen Raum massiven Klangzusammenballungen von Orchester und Bühne.

„Ein in der Anlage so verfehltes, in der Ausführung so plattes Textbuch muß den freien Aufschwung jedes Komponisten lähmen.“ (Eduard Hanslick über die Wiener Uraufführung 1864) – ist das so? Das Werk ist nicht verfehlt, in der Aufführungsgeschichte ging es zwischen den Anhängern Wagners und denen, die Offenbach für seine Operetten liebten, verloren. Es dieser Vergessenheit entrissen und auch in der Schweiz dem Publikum präsentiert zu haben, ist das bleibende Verdienst des Stadttheaters Biel, das man zu weiteren Entdeckungen ermuntern will.

Die Rheinnixen des Theater Orchester Biel Solothurn, weitere Vorstellungen in:  Biel 18.12.; 21.12.; 23.12. 2018 und Januar 2019; in Solothurn – Premiere am 30.11.2018; 8.12.; 29.12.2018 und auch Januar 2019

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Biel, Theater Biel Solothurn, Premiere RIGOLETTO, 22.02.2013 (Biel) 09.03.2013 (Solothurn)

Februar 13, 2013  
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Theater Biel Solothurn

Rigoletto von Giuseppe Verdi

Libretto von Francesco Maria Piave
Nach dem Versdrama „Le Roi s’amuse“ von Victor Hugo
 
Premiere Biel: Freitag, 22. Februar 2013, 19.30 Uhr, Palace Biel
Premiere Solothurn: Samstag, 9. März 2013, 19.00 Uhr, Stadttheater
 
Zu Beginn des Jubliäumsjahres 2013, in dem wir 200 Jahre Giuseppe Verdi feiern, bringt das Theater Biel Solothurn eine Neuproduktion von Rigoletto. Es ist zugleich auch die letzte Inszenierung von Beat Wyrsch während seiner Intendanz in Biel und Solothurn. Die Titelpartie singt der italienische Bariton und Publikumsliebling Michele Govi – eine Partie, die in ihrer Komplexität zwischen Komik und Tragik wie auf ihn zugeschnitten ist. Die Produktion feiert am Freitag, 22. März 2013 im Theater Palace in Biel Premiere.
 
Verdi soll Rigoletto in nur 40 Tagen geschrieben haben, erzählt die Legende. Die ist nicht belegt, doch scheint es so, als ob Victor Hugos französisches Skandalstück Le roi s’amuse Giuseppe Verdi in einen wahren Schaffensrausch gestürzt habe. Grund dafür war nicht unbedingt der politische Sprengstoff, den das Stück durchaus bot (es war 12 Jahre zuvor am Tag nach seiner Uraufführung in Paris für 50 Jahre verboten worden), sondern das dramatische Potenzial des Stoffes. Den Narren aus dem Stück verglich Verdi gar mit einer «Schöpfung Shakespeares» und machte ihn flugs zum Protagonisten der Oper: Rigoletto (Michele Govi), Narr am Hofe des Herzogs von Mantua (Ricardo Mirabelli), ist eine ambivalente Figur: Einerseits ist er ein zynischer Aussenseiter mit scharfer Zunge und ein Stachel im Fleisch des höfischen Lebens des Herzogs, andererseits liebt er seine Tochter Gilda (Rosa Elvira Sierra) innig und versteckt sie deshalb zuhause vor dem Rest der Welt, als dass sie an dieser nicht Schaden nehme. Doch Gilda verliebt sich unsterblich in einen unbekannten Studenten, der sie heimlich besucht und sich später als der blasierte Herzog von Mantua offenbart. Rigoletto schwört sich an seinem Dienstherrn zu rächen…
Rigoletto wurde 1851 in La Fenice in Venedig uraufgeführt und war ein so grosser Erfolg, dass sich die Operndirektoren in ganz Europa beeilten diese neue Oper in ihr Programm aufzunehmen. Innerhalb von nur 10 Jahren wurde das Werk von 250 Opernhäusern gespielt und verschwand seither nie mehr aus dem Repertoire. Auch Verdi war von seiner Arbeit überzeugt, sodass er entgegen seiner sonstigen Praxis, die Oper nach ihrer Uraufführung nicht mehr veränderte. Dieser Erfolg gründete sich wohl in der gelungenen Mischung aus Dramatik und Politik, aus dem nachrevolutionären französischen Volkstheater und der populären italienischen Oper.
 
Ersteres wird auch im Bühnengeschehen zum Ausdrucke kommen – die Inszenierung von Beat Wyrsch stellt nicht politischen Aspekte des Revoltierens gegen den Adel in den Mittelpunkt, sondern konzentriert sich einerseits auf das Erbe des Volkstheaters mit seinen starken Bildern und Gesten sowie die innere Zerrissenheit und Entwicklung der Figuren. Von besonderem Interesse ist dabei die Figur des Rigoletto selbst, der zwischen zwei Welten steht, jener des Hofes und jener des Volkes, und doch zu keiner richtig gehört, und deren Widersprüche er zu kontrollieren versucht. So zeigt auch das Bühnenbild von Martin Warth die Welt des Hofes als Spiel, als ein Theater auf dem Theater mit Rigoletto als Vorführer, dem aber die Kontrolle über das Spiel zu entgleiten droht.
Zur Information: Für seine Verdienste um die Kultur in der Stadt Biel wurde Regisseur und Direktor Beat Wyrsch von der Wochenzeitung «Biel Bienne» zum «Bieler des Jahres» gewählt. Die Preisübergabe findet unimittelbar vor Beginn der Premiere am 22. März 2013 statt.
 
Musikalische Leitung Franco Trinca Inszenierung Beat Wyrsch Bühne und Kostüme Martin Warth Chorleitung Valentin Vassilev Dramaturgie Merle Fahrholz
 
Besetzung:
Il Duca di Mantova: Ricardo Mirabelli*
Rigoletto: Michele Govi*
Gilda: Rosa Elvira Sierra
Sparafucile: Yongfan Chen-Hauser*
Maddalena: Anita Dafinska
Giovanna: Nadia Catania*
Il Conte di Monterone: Dong-Hee Seo*
Marullo: Bojidar Vassilev / Chasper-Curò Mani
Matteo Borsa: Konstantin Nazlamov
La Contessa und Paggio: Stephanie Ritz*
Usciere: Roland Frei / Martin Pulver
*Studierende/r der Hochschule der Künste Bern, Schweizer Opernstudio
 
Chor des Theaters Biel Solothurn
Sinfonie Orchester Biel
 
Tänzerinnen: Rebecca Bähler, Silvana Baumgartner, Jeannine Sena Oliveira, Michèle Péquegnat, Lea Trachsel / Vera Trachsel
Leitung Tanz Maria Barrelet-Donova, Michèle Péquegnat
 
 
VORSTELLUNGSDATEN  Biel:
FR 22.02.2013 19:30 PREMIERE
DI 26.02.2013 19:30
FR 15.03.2013 19:30
SO 17.03.2013 17:00
 
Solothurn:
SA 09.03.2013 19:00 PREMIERE
MI 03.04.2013 19:30
DO 18.04.2013 19:30
FR 03.05.2013 19:30
 
Gastspiele:
DI 05.03.2013 20:00 Olten
MO 11.03.2013 19:30 Schaffhausen
DI 12.03.2013 19:30 Schaffhausen
SA 23.03.2013 20:00 Langenthal
SA 20.04.2013 19:30 Düdingen
SA 25.05.2013 19:30 Visp
FR 31.05.2013 20:00 Vernier
SO 02.06.2013 15:00 Vernier
DI 04.06.2013 20:00 Vernier
Änderungen vorbehalten
 
 
Pressemeldung Theater Biel Solothurn

Biel, Theater Biel Solothurn, Premiere HÄNSEL UND GRETEL, 02.12.2012 (Biel) und 09.12.2012 (Solothurn)

November 29, 2012  
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Theater Biel Solothurn

 Hänsel und Gretel – Engebert Humperdinck

Abenteuer im Zauberwald

Ein Märchen mit Musik für Kinder ab 6 Jahren nach Engelbert Humperdinck. In einer Fassung von Daniel Koller und Merle Fahrholz, mit musikalischen Arrangements von Matthias Ammann.

Premiere Biel: Sonntag, 2. Dezember 2012, 15 Uhr, Stadttheater
Premiere Solothurn: Sonntag, 9. Dezember 2012, 15 Uhr, Stadttheater

Knusper, knusper, knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen“ – die Geschichte von den beiden Kindern, die sich im Wald verirren und von der Hexe im Lebkuchenhaus  gefangen gehalten werden, gehört zu den Klassikern unter Grimms Märchen und inspirierte Engelbert Humperdinck im 19. Jahrhundert zum Märchenspiel Hänsel und Gretel. Das Theater Biel Solothurn transportiert die Geschichte ein weiteres Mal durch die Zeit – ins 21. Jahrhundert  und verwandelt es in eine moderne Erzählung voller Magie.

Gretel (Daniel Braun) liebt das Ballet, doch ihr kleiner Bruder Hänsel (Martina Gegenleithner) kann dieses Gehopse nicht ausstehen und hört lieber Hip-hop. Kein Wunder, sorgt dies für Zoff unter den Geschwistern. Der Vater  (Konstantin Nazlamov) – nach dem Tod seiner Frau alleinerziehend – kümmert sich zwar liebevoll um seine Kinder, doch manchmal wächst ihm die Doppelbelastung mit Arbeit und Haushalt schlicht über den Kopf. Als Hänsel und Gretel mal wieder streiten und dabei das Bild der Mutter zerbrechen, hat er genug und tickt aus. Voller Angst laufen die Kinder weg. Das ist die Gelegenheit, auf die Sprinkle (Jördis Wölk), ein Hausgeist mit magischen Fähigkeiten, gewartet hat: er entführt die Kinder in die schaurig-schöne Welt des Zauberwaldes, wo Tiere Musik machen können, ein verwunschener Jahrmarkt steht (Bühne und Kostüme: Theres Indermaur) – und die Hexe wartet.

Als Vorlage für „Hänsel und Gretel – Abenteuer im Zauberwald“ diente dem Regisseur Daniel Koller und der Dramaturgin Merle Fahrholz die Oper „Hänsel und Gretel“ des deutschen Komponisten Engelbert Humperdinck. Eigentlich war das von Humperdincks Schwester gedichtete Libretto, welches der Komponist mit ein wenig Klavierbegleitung versah, nur für den familieninternen Gebrauch gedacht. Doch die Familie war von „Hänsel und Gretel“ so begeistert, dass sich Humperdinck entschloss das Stück in eine Oper weiter zu entwickeln. Der Erfolg der Uraufführung 1893 war überwältigend und das Werk steht seither immer wieder auf den Spielplänen der grossen Opernhäuser.

Doch Koller und Fahrholz wollten das Märchenspiel von Humperdinck nicht einfach kürzen, um es in eine für Kinder geeignete Länge zu bringen. Vielmehr ging es ihnen darum, das Märchen in die heutige Zeit zu übertragen, etwas Neues zu schaffen, ohne aber den Kern der Originalmusik von Humperdinck zu verlieren. So lebt die kleine Familie in der Gegenwart und schlägt sich deshalb mit Problemen herum, die den Kindern auch heute bekannt sind: Streitereien unter Geschwistern, die Schwierigkeiten eines alleinerziehenden Elternteils und schliesslich der Wunsch nach der Flucht in eine glitzernde Fantasiewelt, wo alle diese Probleme wie weggeblasen sind.

Nicht nur die Geschichte wird aktualisiert, auch die Musik erhält durch die Arrangements von Matthias Ammann einen frischen Anstrich, der in die heutige Welt des Pop passt. Einige bekannte Stücke wie „Brüderchen, komm tanz mit mir“ oder „Suse, liebe Suse“ belässt Ammann im Opernoriginal, andere Stücke Humperdincks wiederum werden stärker modernisiert. Die Musik Humperdincks wird ergänzt durch moderne Kinderliedklassiker, sowie durch die bunten, cartoonhaften Klänge der Jahrmarktsbuden. Sie werden auf der Bühne interpretiert von einer kleinen Band, bestehend aus Mario Hänni (Gitarre und Schlagzeug), Tobias Zwicky (Klarinette, Saxophon) und Matthias Ammann am Klavier.

«Hänsel und Gretel – Abenteuer im Zauberwald»

Musikalische Leitung Matthias Ammann
Inszenierung  Daniel Koller
Bühne und Kostüme  Theres Indermaur
Dramaturgie  Merle Fahrholz
Theaterpädagogik Angela Bürger

Besetzung:
Vater und Hexe: Konstantin Nazlamov
Hänsel: Martina Gegenleithner
Gretel: Daniela Braun
Sprinkle :Jördis Wölk

Klavier: Matthias Ammann
Gitarre, Schlagzeug: Mario Hänni
Klarinette, Saxophon: Tobias Zwicky

Vorstellungsdaten
Biel:
SO 02.12.2012, 15:00 PREMIERE
FR 21.12.2012, 17:00
SO 30.12.2012, 14:00
SO 06.01.2013, 15:00
SO 20.01.2013, 15:00
SO 27.01.2013, 15:00

Solothurn:
SO 09.12.2012, 15:00 PREMIERE
SA 22.12.2012, 15:00
SA 29.12.2012, 15:00
SO 13.01.2013, 15:00
SA 26.01.2013, 15:00

Gastspiele:
MI 12.12.2012, 15:00     Olten (Stadttheater)
SA 15.12.2012, 14:00     Burgdorf (Casino Theater)

Änderungen vorbehalten

 

Pressemeldung Theater Biel Solothurn

Biel, Theater Biel Solothurn, EVGENY ONEGIN – Piotr I. Tschaikovsky, 2.11./21.11.2012

Oktober 26, 2012  
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Theater Biel Solothurn

 

   Evgeny Onegin  von Piotr I. Tschaikovsky

Lyrische Szenen – Regie Andreas Rosar

Premiere Biel:         Freitag, 2. November 2012, 19.30 Uhr, Stadttheater
Premiere Solothurn:    Mittwoch, 21. November 2012, 19.30 Uhr, Stadttheater

Eine „Enzyklopädie des russischen Lebens“ nannte die Literaturkritik Puschkins Versroman Evgeny Onegin schon kurz nach dessen Erscheinen. Kein Wunder liess sich der Komponist Tschaikovsky leicht überzeugen den Stoff zu vertonen – und schuf dabei gleich ein neues Operngenre. Mittlerweile gilt sein Evgeny Onegin als die bekannteste Oper in russischer Sprache. Das Theater Biel Solothurn bringt diese „Lyrischen Szenen“ in der Inszenierung des jungen Deutschen Andreas Rosar und mit Bojidar Vassilev als Titelfigur in der russischen Originalfassung auf die Bühne. Premiere ist am 2. November 2012 im Stadttheater Biel.

Tatjana (Tatjana Gazdik / Céline Steudler) und Olga (Violetta Radomirska) leben mit ihrer Mutter Larina (Nadia Catania) und der Amme Filipjevna (Domenika Gajdzis) auf einem Gut in Russland. Die zwei Schwestern sind sehr ungleich: die  romantische Tatjana liest viel, Olga ist unkompliziert, lebenslustig und mit dem schreibenden Nachbarn Lenski (Valery Tsarev / Oleg Sopunov) verlobt. Eines Tages bringt Lenski seinen alten Freund Evgeny Onegin (Bojidar Vassilev) mit, der aus der Stadt auf das Gut seines Onkels zurückkehrt. Tatjana verliebt sich sofort in  den dandyhaften Onegin und schreibt ihm in der folgenden Nacht einen Brief. Doch Onegin weist sie kühl zurück. Auf dem Landball kurz darauf tanzt Onegin zuerst mit Tatjana, später aber nur noch mit Olga, um Lenski zu provozieren, der ihn zu diesem langweiligen Ball überredet hatte. Lenski ist ausser sich und fordert Onegin zum Duell, das keinen Sieger haben kann…
Die als „Lyrische Szenen“ umschriebene Oper bildet einen ersten Höhepunkt in Tschaikovskys Laufbahn als Opernkomponist. Sie ist das Ergebnis der langen Suche Tschaikovskys nach einem neuartigen Operntyp, der nicht der damals üblichen Heroik und Opulenz entsprach, sondern vielmehr die Nöte und den Alltag durchschnittlicher russischer Adliger der Zeit thematisierte. Tatjana entsprach als leidenschaftliche, aber moralisch integre Frau dem Idealbild der Russin. Tschaikovsky arbeitete ungewöhnlich stark an der Umsetzung des Versromans zum Libretto mit und das Resultat ist ein Destillat der puschkin‘schen Vorlage: das Libretto erhält viele Elemente von Puschkins Roman und gilt als eine gelungene Umsetzung der Figurenkonflikte des Originals in die Musikdramatik.
Dieser Nähe zwischen Roman und Libretto bleibt die Inszenierung von Andreas Rosar treu – er sieht Puschkins Roman nicht als Hintergrundinformation, sondern als direkte Quelle der Inspiration. „Wir haben uns in den Proben oft gefragt: Wie würde Puschkin das sehen?“, sagt der Jungregisseur, dessen letzte Inszenierung Antigona vergangene Saison am Armel Opernfestival im ungarischen Szeged mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Das Bühnenbild von Martin Warth zieht seine Inspiration aus kulturellen Substanz des Originals und zitiert Bilder aus dem russischen Alltag: das Leben auf dem Land, die religiös-ausgelassenen Volksfeste, die Kargheit des Bodens und die Kälte des Winters. Es ist eine Anlehnung an Tschaikovskys Musik, die ebenfalls einige Reminiszenzen an russische Volkslieder enthält. Darüber legt sich eine Szenerie von bitterer Nostalgie, die von verpassten Möglichkeiten, zerstörten Träumen und der Härte des Schicksals erzählt. Es ist vor allem die Frage nach dem Schicksal und der Umgang mit diesem, die den Regisseur Andreas Rosar interessiert. In seiner Inszenierung versucht er diese existenziellen Fragen neu zu stellen.

Evgeny Onegin
Lyrische Szenen in drei Akten und sieben Bildern von Piotr I. Tschaikovsky
Libretto von Piotr I. Tschaikovsky und Konstantin Schilovsky
Nach dem Roman in Versen von Alexandr Puschkin

Musikalische Leitung Harald Siegel Inszenierung Andreas Rosar Bühne und Kostüme Martin Warth Choreographie Joshua Monten Dramaturgie Merle Fahrholz
Chorleitung Valentin Vassilev

Besetzung
Larina: Nadia Catania*
Tatjana: Tatjana Gazdik / Céline Steudler*
Olga : Violetta Radomirska
Filipjevna: Domenika Gajdzis*
Evgeny Onegin: Bojidar Vassilev
Lenski: Valery Tsarev / Oleg Sopunov*
Gremin: Yongfan Chen-Hauser
Zaretsky und Hauptmann: Dzianis Yantsevich*
Triquet  und Guillot: Konstantin Nazlamov / Pawel Grzyb
Vorsänger: Valentin Vassilev
*Studierende/r der Hochschule der Künste Bern, Schweizer Opernstudio

Chor des Theaters Biel Solothurn
Sinfonie Orchester Biel

Vorstellungsdaten:
Biel:   FR     02.11.2012     19:30 PREMIERE, FR     09.11.2012     19:30, MI     14.11.2012     19:30, SO     16.12.2012     19:00, FR     04.01.2013     19:30, DI     08.01.2013     19:30, SO     24.02.2013     17:00, DO     21.03.2013     19:30

Solothurn:  MI     21.11.2012     19:30 PREMIERE, SA     08.12.2012     19:00, FR     28.12.2012     19:30, DO     24.01.2013     19:30, MI     30.01.2013     19:30

Gastspiele:
DO     29.11.2012     20:00 Casino Theater Burgdorf
SA     01.12.2012     19:30 Kurtheater Baden
FR     21.12.2012     19:30 Schadau-Saal Thun
SA     12.01.2013     19:30 Theater «La Poste» Visp

Änderungen vorbehalten

Pressemeldung Theater Bielefeld

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