Biel, Theater Biel Solothurn, Premiere I PURITANI, 2./10.03.2012

Februar 21, 2012  
Veröffentlicht unter Premieren, Pressemeldung, Theater Biel Solothurn

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Theater Biel Solothurn

PREMIER I Puritani / Oper von Vincenzo Bellini

Biel: Freitag, 2. März, 19.30 Uhr, Palace
Solothurn: Samstag, 10. März, 19.00 Uhr, Stadttheater

„Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen“, schrieb Vincenzo Bellini an seinen Librettisten Carlo Pepoli. Der Komponist erreichte mehr als das: Die Uraufführung seiner Oper „I Puritani“ 1835 im Théâtre Italien in Paris war ein riesiger Erfolg. „Die Franzosen sind verrückt geworden“, stellte Bellini nach der Premiere bewundernd fest. Aber die „Puritani“ wurden sein letzter Triumph: Wenige Monate später starb der hochgelobte Komponist unerwartet mit nur 34 Jahren.

Im Original spielt das Stück im 17. Jahrhundert im englischen Bürgerkrieg; in der Bieler
Inszenierung ist es nach Amerika und teilweise in die Gegenwart versetzt. Der Republikaner Cromwell kämpft mit den Puritanern gegen das Königshaus der Stuarts. Inmitten der politischen Wirren spielt sich eine dramatische Liebesgeschichte ab: Die Hochzeit von Arturo und Elvira, der Tochter des puritanischen Gouverneurs, findet ein abruptes Ende, weil Arturo, ein heimlicher Anhänger der Stuarts, mit der zum Tode verurteilten Königin flieht, um sie in Sicherheit zu bringen. Elvira wähnt sich betrogen und verliert den Verstand.

Heute sind die „Puritani“ neben „La Sonnambula“ und „Norma“ Bellinis meistgespielte Werke.

Seine letzte Oper ist vor allem eine Gesangsoper; im Gegensatz etwa zur „Norma“ tritt das Rezitativ hier zugunsten grosser melodischer Bögen weitgehend zurück. Bellinis „Puritani“ stellt höchste Ansprüche an die Solisten, allen voran an die mit schwierigster Vokalakrobatik komponierten Partien der Sopranistin (Elvira) und des Tenors (Arturo). „I Puritani“ ist aber auch eine grosse Choroper: Den Chören kommt eine herausragende Bedeutung zu.

„I Puritani“ ist die diesjährige ‚Palace’-Produktion des Theater Biel Solothurn, also die grosse Oper der Spielzeit 2011/12. Das Leitungsteam ist das gleiche, das vor einem Jahr ebenfalls im Palace erfolgreich Verdis „Macbeth“ auf die Bühne gebracht hat. Am Dirigentenpult steht der musikalische Leiter Franco Trinca, für die Inszenierung zeichnet Georg Rootering und für Bühne und Kostüme Vazul Matusz verantwortlich. Angelo Ferrari als Arturo und Rosa Elvira Sierra als Elvira sind das tragische Liebespaar.

Gerne laden wir Sie zur Premiere oder einer Folgevorstellung nach Biel oder Solothurn ein.

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I Puritani
Opera seria in tre atti von Vincenzo Bellini
Libretto von Carlo Pepoli
Nach dem historischen Drama „Têtes rondes et cavaliers“ (1833) von Jacques-Arsène-
François-Polycarpe Ancelot und Joseph-Xavier-Boniface Saintine, das auf Walter Scotts
Roman „Old Mortality“ (1816) beruht.
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Franco Trinca
Inszenierung Georg Rootering
Bühne / Kostüme Vazul Matusz
Chorleitung Valentin Vassilev

BESETZUNG:

Lord Gualtiero Valton (Generalgouverneur, Puritaner) Eric Förster / Alexey Birkus
Elvira (seine Tochter) Rosa Elvira Sierra
Sir Giorgio (sein Bruder, Puritaner) Yongfan Chen-Hauser
Lord Arturo Talbo (Anhänger der Stuarts) Angelo Ferrari
Sir Riccardo Forth (Offizier, Puritaner) Michele Govi
Sir Bruno Roberton (Offizier, Puritaner) Konstantin Nazlamov
Enrichetta di Francia (Witwe König Karls I.) Martina Gegenleithner*
Chor des Theater Biel Solothurn
Sinfonie Orchester Biel
*Studierende der Hochschule der Künste Bern, Schweizer Opernstudio

Das Stück:
Die Oper „I Puritani“ spielt in einer Festung der Puritaner in der Nähe der südenglischen Stadt Plymouth, Mitte des 17. Jahrhunderts. Lord Valton, ein Puritaner und überzeugter Anhänger Cromwells, ist Gouverneur der Festung, in der Enrichetta, die Witwe von König Karl I., unter falschem Namen gefangen gehalten wird.
Zwei Männer lieben Valtons Tochter Elvira: Lord Arturo Talbo, ein Anhänger der Stuarts, und der puritanische Sir Riccardo Forth. Elvira liebt Arturo; ihr Vater hatte sie jedoch Forth versprochen. Die Gäste sind zur Hochzeit von Elvira und Arturo versammelt, als Arturo vom Schicksal der verwitweten Königin erfährt. Schweren Herzens verlässt er Elvira, ohne Sie in seinem Plan einweihen zu können, und flieht mit der zum Tode verurteilten Königin. Die Hochzeitsgesellschaft ist entsetzt, die fassungslose Elvira verliert den Verstand.
Forth bringt die Nachricht, dass Arturo vom Parlament zum Tode verurteilt worden sei. Elvira, von Wahnvorstellungen geplagt, sucht vergebens ihren Geliebten. Die Puritaner kämpfen gegen die erneut rebellierenden Royalisten und wollen sich auf dem Schlachtfeld an Arturo rächen.
Monate später kehrt Arturo heimlich zurück, um Elvira um Verzeihung zu bitten. Kaum sieht sie ihren Geliebten, bessert sich ihr Zustand. Arturo erklärt ihr, dass er nur sie liebe und die Gefangene, mit der er floh, Königin Enrichetta war.
Arturo wird entdeckt, verhaftet und zum Tode verurteilt. Während Arturo zur Hinrichtung geführt wird, trifft ein Bote Cromwells ein, der den endgültigen Sieg der Puritaner und eine Amnestie für alle Gefangenen verkündet. Dem Glück von Arturo und Elvira steht nun nichts
mehr im Wege.

Der Komponist:
Vincenzo Bellini (1801-1835) wurde im sizilianischen Catania geboren. Noch während seiner musikalischen Ausbildung komponierte er erste Arien und Lieder. Seine erste Oper „Adelson e Salvini“ 1825 war so erfolgreich, dass ihm Domenico Barbaja, der Impresario des Teatro San Carlo in Neapel, den Auftrag für eine Oper erteilte. Der Erfolg von „Bianca e Fernando“ (1826) öffnete Bellini dann die Türen zur Mailänder Scala.
1827 zog Bellini nach Mailand, wo er den Librettisten Felice Romani kennenlernte, der danach, bis auf seine letzte Oper „I Puritani“, alle Libretti für Bellini schreiben sollte. Bellinis
dritte Oper „Il Pirata“ wurde 1827 an der Scala enthusiastisch gefeiert; der Erfolg Bedeutete seinen Durchbruch als Opernkomponist, und ist musikgeschichtlich die Geburtsstunde der romantischen italienischen Oper. In acht Jahren schrieb Bellini sieben weitere Opern. Die Meisterwerke „La Sonnambula“ und „Norma“ entstanden beide im Jahre 1831.
Die Oper „La Straniera“ (1829), wiederum im Teatro alla Scala, unterstrich Bellinis Stellung
als einer der führenden italienischen Opernkomponisten, die auch durch den Misserfolg der Oper „Zaira“ (1829) im Teatro Ducale in Parma nicht erschüttert werden konnte. Vom Teatro La Fenice in Venedig erhielt er den Auftrag, „I Capuleti e i Montecchi“ nach Shakespeares „Romeo und Julia“ zu vertonen.
1830 konnte Bellinis Freund und erfolgreichster Konkurrent Gaetano Donizetti mit „Anna Bolena“ einen Aufsehen erregenden Triumph feiern. Um eine Konkurrenz zu vermeiden, wählte Bellini für seine neue Oper „La Sonnambula“ statt eines historischen Stoffes eine idyllische Schweizer Dorfgeschichte mit glücklichem Ausgang. Seine „Norma“ war dann wieder eine Tragödie, und ist bis heute seine meistgespielte Oper.
Aufgrund des Misserfolgs der 1833 geschriebenen „Beatrice di Tenda“ kam es zum Streit zwischen Bellini und Romani, der zur Trennung der beiden führte. Das Libretto für seine letzte Oper „I Puritani“ schrieb darum Carlo Pepoli. Die Uraufführung der „Puritani“ im Pariser Théâtre Italien war erneut ein Grosserfolg. Wenige Monate später, im September 1835, verstarb Bellini überraschend im Alter von nur 34 Jahren an seinem langjährigen Leber- und Darmleiden.

Bellinis bekannteste Opern
• Il pirata (1827), Teatro alla Scala, Mailand
• I Capuleti e i Montecchi (1830), Teatro la Fenice, Venedig
• La sonnambula (1831), Teatro Carcano, Mailand
• Norma (1831), Teatro alla Scala, Mailand
• Beatrice di Tenda (1832), Teatro la Fenice, Venedig
• I Puritani (1835), Théâtre-Italien, Paris

Das Leitungsteam:
Franco Trinca (Musikalische Leitung) Studium in Dirigieren, Komposition, Klavier und Chorleitung am Konservatorium Santa Cecilia in Rom. Danach Chorleiter und Korrepetitor
bei RAI. 1989 Preisträger des Dirigierwettbewerbs Carlo Zecchi. Seit 1991/92 Dirigent am Theater Biel Solothurn. Hier leitete er unter anderem die Opern „Rigoletto“, „Tosca“, „La Traviata“, „Il barbiere di Siviglia“, „Luisa Miller“, „La Sonnambula“, „Lucia di Lammermoor“,
„Die Zauberflöte“ und „Il Trovatore“. Zudem ist er Musikalischer Leiter des Schweizer Opernstudios der Hochschule der Künste Bern und der Opéra de Chambre de Genève.
Dirigierte in dieser Spielzeit bereits Mozarts „Don Giovanni“.

Georg Rootering (Inszenierung) Assistenzen bei Götz Friedrich, Nikolaus Lehnhoff, Hans Neugebauer, Jean Pierre Ponnelle und Otto Schenk. 1982-1991 Spielleiter an der Bayrischen Staatsoper München und an der Wiener Staatsoper, 1995-1997 Oberspielleiter in Würzburg. 1997-2006 Intendant des Theaters am Kirchplatz in Schaan (FL). Seit 2006 freischaffender Regisseur, vor allem im Bereich Musiktheater. Letzte Inszenierungen sind etwa „Rigoletto“ und „Aida“ an der Finnischen Nationaloper Helsinki, „Der Vogelhändler“ und “Un ballo in maschera“ am Stadttheater Würzburg sowie in Solothurn Schloss Waldegg „Le devin du village“ und „Orphée et Euridice“. Vor einem Jahr in Biel Solothurn Inszenierung der Verdi-Oper „Macbeth“.

Vazul Matusz (Bühne / Kostüme) studierte am Mozarteum Salzburg. Arbeiten an Schauspiel und Oper in Bregenz, Köln, Salzburg, Innsbruck, Paris (Opéra Garnier), Wien (Staatsoper), Tokyo, Florenz und De Nationale Reisopera Enschede. Arbeitet mit Regisseuren und Ausstattern wie Herbert Kapplmüller, Günther Krämer, Georg Schmiedleitner, Phillipe Arlaud, Richard Jones und Robert Carsen. Seit der Saison 2009/10 Ausstattungsleiter am Theater Biel Solothurn. In dieser Spielzeit zudem Bühne und Kostüme für „Die Grönholm-Methode“ und die Uraufführung „Besonders am Nachmittag ist es Nacht“ von Lukas Linder.

Vorstellungsdaten:
Biel (Palace): FR 02.03.2012 19:30 Premiere; SO 04.03.2012 17:00; DI 13.03.2012 19:30; DO 15.03.2012 19:30; SA 31.03.2012 18:00; DI 03.04.2012 19:30

Solothurn: SA 10.03.2012 19:00 Premiere; MI 11.04.2012 19:30; FR 27.04.2012 19:30; SO 13.05.2012 17:00; MI 16.05.2012 19:30; DO 24.05.2012 19:30

Gastspiele:
MI 07.03.2012 19:30 Vevey
SA 17.03.2012 19:30 Visp
DO 22.03.2012 20:00 Olten
SA 24.03.2012 19:30 Baden
MI 28.03.2012 19:30 Thun

Änderungen vorbehalten

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Kommende Premieren
„Die Katze auf dem heissen Blechdach“ von Tennessee Williams
Samstag, 17. März 2012 (Stadttheater Solothurn)
Mittwoch, 21. März 2012 (Stadttheater Biel)
„Zar und Zimmermann“ von Albert Lortzing
Freitag, 20. April 2012 (Stadttheater Biel)
Samstag 5. Mai 2012 (Stadttheater Solothurn)
„Besonders am Nachmittag ist es Nacht“ (Arbeitstitel) von Lukas Linder (UA)
Donnerstag, 10. Mai 2012 (Stadttheater Solothurn)
Mittwoch, 23. Mai 2012 (Stadttheater Biel)

Biel, Theater Biel Solothurn, Zwei Preise für Theater Biel Solothurn, Oktober 2011

Oktober 19, 2011  
Veröffentlicht unter Pressemeldung, Theater Biel Solothurn

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Theater Biel Solothurn

Opernwettbewerb:  Theater Biel Solothurn  gewinnt Preise

Das Theater Biel Solothurn hat am Internationalen Opernfestival „Armel Opera Festival and Competition“ im ungarischen Szeged zwei Preise gewonnen. Die 25-jährige portugiesische Sopranistin Raquel Camarinha wurde mit dem mit 10.000 Euro dotierten Grossen Preis als beste Sängerin des Opernwettbewerbs ausgezeichnet.

Raquel Camarinha singt die Rolle der Ermione in der Oper Antigona von Josef Myslivecek,mit welcher das Theater Biel Solothurn am Finale des Opernfestivals im ungarischen Nationaltheater in Szeged teilgenommen hatte. Das zehntägige Festival ist am Wochenende mit einer Gala und der Preisverleihung zu Ende gegangen.

Zudem ist das Theater Biel Solothurn mit dem von Fernsehsender ARTE France gestifteten Publikumspreis des Festivals ausgezeichnet worden. Die fünf Opernproduktionen, welche im Finale des Festivals standen, wurden von ARTE aufgezeichnet und sind online zu sehen hier.

Zum Finale eingeladen waren neben Biel Solothurn (Schweiz) die Oper Krakau (Polen) mit Viktor UllmannsDer Kaiser von Atlantis“, die Oper Pilsen (Tschechien) mit Giuseppe VerdisRigoletto“, das Center for Contemporary Opera in New York (USA) mit der Uraufführung von Michael Dellairas„The Secret Agent“ sowie die Oper Szeged (Ungarn) mit Riccardo Zandonais „Francesca da Rimini“.

Das Opernfestival „Armel Opera Festival andCompetition“ fand von 6. bis 15. Oktober zum vierten Mal statt. Die Jury bewertete nicht nur stimmliche Qualitäten und Gesangstechnik der Finalisten, sondern auch Bühnenpräsenz, Ausstrahlung und schauspielerische Begabung.

Die 1773 entstandene „Antigona“ des Mozart-Zeitgenossen Josef Myslivecek (1737-1781) kam am 10. September 2011 in einer Inszenierung von Andreas Rosar am Stadttheater Biel zur Schweizer Erstaufführung. „Antigona“ ist noch bis Mitte Januar am Stadttheater Biel und bis Ende Dezember im Stadttheater Solothurn zu sehen.

Biel, Theater Biel Solothurn, PREMIERE Antigona 10.9.2011

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Theater Biel Solothurn

PREMIERE Antigona

Oper von Josef Myslivecek
Libretto von Gaetano Roccaforte
Schweizer Erstaufführung
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Biel: Samstag, 10. September 2011, 19.00 Uhr, Stadttheater
Solothurn: Samstag, 24. September 2011, 19.00 Uhr, Stadttheater

Die Oper wurde vor 238 Jahren geschrieben. Ihr Komponist feierte damals in ganz Italien Erfolge und wurde auch im umliegenden Europa bewundert, etwa vom mit ihm befreundeten Wolfgang Amadeus Mozart. Jetzt kommt „Antigona“ des tschechischen Komponisten Josef Myslivecek am Theater Biel Solothurn zur Schweizer Erstaufführung.

„Antigona“ ist eine eigentliche Ausgrabung, die Biel Solothurn zusammen mit dem Festival ‚Armel Opera Competition‘ im ungarischen Szeged produziert, wo die Inszenierung im November 2011 im Rahmen des dortigen Gesangswettbewerbs auf die Bühne kommt.

„Antigona“ ist eine Art Fortsetzung des bekannten griechischen Mythos‘. Ödipus‘ Tochter glaubt sich verraten und rächt sich am Tyrannen Creonte. Sie setzt sich dabei über familiäre Bindungen hinweg und folgt nur ihrer inneren Stimme, gerät jedoch bald in Konflikt mit ihrem Ehemann, der Creontes Sohn ist. Im Laufe der Geschichte findet Antigona zudem ihre
verschollen geglaubte Tochter wieder.

Josef Myslivecek war im Italien des 18. Jahrhunderts nicht nur ein berühmter und hoch geachteter Künstler, sondern der bestbezahlte Opernkomponist des Landes. Nach seiner Herkunft und wegen seines in Italien unaussprechlichen Namens nannte man ihn „Il Boemo“ (Der Böhme). Sein Kompositionsstil geht deutlich über barocke und frühklassische
Standards hinaus. „Antigona“ komponierte er 1773 auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

Die musikalische Leitung der Bieler Eröffnungsproduktion liegt in den Händen von Moritz Caffier, für die Inszenierung zeichnet Andreas Rosar verantwortlich. In der Titelrolle ist das beliebte Ensemblemitglied Rosa Elvira Sierra zu hören, ihr Gegenspieler Creonte wird vom italienischen Tenor Giovanni Coletta gesungen.

 BESETZUNG

Musikalische Leitung Moritz Caffier
Inszenierung Andreas Rosar
Bühne Martin Warth
Kostüme Ildikó Debreczeni

Antigona Rosa Elvira Sierra
Creonte Giovanni Coletta
Euristeo William Lombardi
Ermione Raquel Camarinha**
Learco Annina Haug* | Martina Gegenleithner*
Alceste Nathalie Colas

Statisterie des Theater Biel Solothurn
Sinfonie Orchester Biel

*Studierende der Hochschule der Künste Bern, Schweizer Opernstudio
**Teilnehmerin am internationalen Wettbewerb Armel Opera Competition and Festival

In Kooperation mit Armel Opera Competition and Festival

Aufführungsdauer rund 2½ Stunden, inkl. eine Pause

THEATERFEST

Am Premierentag von „Antigona“ (Samstag, 10.9.), feiern das Theater Biel Solothurn und das Sinfonie Orchester Biel zusammen mit der Hochschule der Künste Bern die Einweihung der neuen Gebäude des Studienbereichs Musik und Bewegung/Rhythmik, des Schweizer Opernstudios und des Théâtre Musical. Sie sind dazu herzlich eingeladen.

08.00-13.00 Das Theater Biel Solothurn am Bieler Märit: Wir informieren aus erster Hand über die neue Spielzeit

15.00-19.00 Burgplatz und Foyer:  Showeinlagen, Kinderschminken, Märli für Kinder, Wunschkonzert,  Szenische Lesung, Theater zum Anfassen, Jazz, konzertante Vorträge  am Klavier, berühmte Arien, gemütliche Bar vor dem Stadttheater

DER KOMPONIST

Josef Myslivecek (1737-1781) wurde als Sohn eines Müllers in der Nähe von Prag geboren. Er nahm Kompositions- und Orgelunterricht; sein Geld verdiente er als Violinist. 1763 schrieb er sechs Symphonien, die nach den Monaten Januar bis Juni benannt sind. 1763 verliess er Prag, um in Venedig Gesang und Komposition zu studieren.
Sein erstes Bühnenwerk, die Oper „Semiramide“, wurde 1765 in Bergamo uraufgeführt. 1766 erhielt Myslivecek den Auftrag, „Il Bellerofonte“ zu komponieren. Er schrieb das Werk in kurzer Zeit und führte es im Januar 1767 in Neapel mit bedeutenden Sängern wie dem Tenor Anton Raaf und der Sopranistin Caterina Gabrielli, mit der er eine Liaison hatte, auf. Der Erfolg dieser Oper brachte ihm einen neuen Auftrag ein: Für den Hof von Neapel schrieb er „Farnace“, deren Uraufführung ein triumphaler Erfolg wurde.
Sein Ruhm verbreitete sich nun in ganz Europa. Die italienischen Musikmetropolen rissen sich um den böhmischen Komponisten. Jede Stadt mit einem grossen Opernhaus wollte zumindest mit einer Uraufführung an die Reihe kommen. Für Neapel schrieb Myslivecek 1767 „Il Farnace“, für Florenz 1769 „L’Ipermestra“, für Bologna 1770 „La Ninetti“, für Mailand 1771 „Il gran Tamerlano“, für Pavia 1773 „Il Demetrio“, für Venedig 1773 „La Clemenza di Tito“, für Padua 1774 „Atide“. Die letzte Premiere erhielt 1780 Rom mit „Antigono“.
Fast alle Libretti stammten von Pietro Metastasio, dem Meisterlibrettisten seiner Zeit. Gegen 20 seiner Opern wurden am Hof von Portugal nachgespielt, und auch in Paris, Amsterdam oder London wurden seine Werke gedruckt und aufgeführt, was im 18. Jahrhundert nicht selbstverständlich war. Man bezahlte Myslivecek höchste Honorare, und einige seiner Werke wurden mit Spitzenkräften uraufgeführt.
Wolfgang Amadeus Mozart, zu dem freundschaftliche Beziehungen entstanden, traf er erstmals 1770 in Bologna; dann im Mai 1771 in Mailand, und 1773 nochmals in Italien. In den Opernhäusern Europas war Myslivecek auch ein gern gesehener Dirigent der eigenen Werke. Seine „Antigona“ kam im Dezember 1773 im Teatro Regio in Turin zur Uraufführung.
1775 zeigten sich erste Symptome einer Syphilis, die schliesslich zu einer entstellenden Gesichtslähmung und zum Verlust seiner Nase führte; zudem hatte er zunehmend mit finanziellen Problemen zu kämpfen.
Nach einem Aufenthalt in München, wo seine Oper „Ezio“ und sein Oratorium „Abramo ed Isacco“ mit einigem Erfolg uraufgeführt wurden, kehrte er 1777 zum letzten Mal nach Italien zurück. Aber sein Stern begann nun rapide zu sinken. 1779 fiel seine Oper „Armida“ durch, und auch den folgenden Werken war kein Erfolg beschieden. Einsam, verschuldet und
vergessen starb Myslivecek 1781 in Rom.
Er hinterliess ein beeindruckendes Werk von mindestens 26 Opern, die jedoch heute alle vergessen sind. Daneben schrieb er zahlreiche Symphonien, fünf Violinkonzerte, ein Cellokonzert, ein Flötenkonzert, zwei Cembalokonzerte sowie Kammermusik, Klaviermusik, mehreren Violinsonaten und Messen, Psalmen, Oratorien und Kantaten.

DAS REGIETEAM

Moritz Caffier (Musikalische Leitung) wurde in Berlin geboren. Erste musikalische Ausbildung im Thomanerchor Leipzig. 2000-2006 Dirigierstudium an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Dirigate von Opernproduktionen und Konzerten in Deutschland und Polen. Kurse bei Sir Colin Davis, Kurt Masur und Fabio Luisi. Studienaufenthalt am Konservatorium ‚Giuseppe Verdi‘ in Mailand. Seit 2006/07 Kapellmeister und Korrepetitor am Theater Biel Solothurn. Hier musikalische Leitung etwa von „La Périchole“ und „Der Graf von Luxemburg“.

Andreas Rosar (Inszenierung) wurde im Saarland geboren. Bereits während seines Studiums der Philosophie, Theologie und Germanistik in Mainz und Rom hospitierte er etwa am Hessischen Staatstheater Wiesbaden und am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Erstes Gastengagement als Regieassistent und Abendspielleiter am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken. Seit Juli 2007 ist er am Theater Biel Solothurn engagiert. Hier setzte er ‚für die Kleinsten‘ etwa die Opern „Die Schlafwandlerin“ nach Bellinis „La Sonnambula“ und „Auf der einsamen Insel“ nach Haydns „L’Isola disabitata“ szenisch um. 2009 engagierten ihn die Bayreuther Festspiele als Regieassistent und Abendspielleiter für „Tristan und Isolde“ in der Inszenierung von Christoph Marthaler. 2010 wurde er für Hans Neuenfels‘ Neuinszenierung von „Lohengrin“ erneut nach Bayreuth eingeladen.

Martin Warth (Bühne) wurde 1962 in Karlsruhe geboren. Studium in Köln und Wien. Seit 1991 freischaffender Bühnen- und Kostümbildner am Schauspielhaus Graz („Kaiser Joseph der II.“), am Schauspielhaus Wien (Werner Schwabs „Antiklimax“), am Theater St. Gallen („Wilhelm Tell“), an der Oper Nürnberg („Moses und Aaron“), am Festival Spoleto („Die tote Stadt“), an der Oper Köln („Werther“) sowie am Staatstheater Wiesbaden, am Opernhaus Zürich, am Stadttheater Klagenfurt und am Theater Karlsruhe. Am Theater Biel Solothurn stattete er bisher „I due Foscari“, „Weisse Rose“, „Amadis – L’Opera de Lully“ und „Alexandre bis / L’heure espagnole“ aus.

Ildikó Debreczeni (Kostüme) arbeitet seit 22 Jahren für führende ungarische Theater wie etwa das Nationaltheater oder das Operettentheater. Sie fertigt die Kostüme für den beliebtesten Fernsehtalentwettbewerb Ungarns. 2007 kam ihr Durchbruch mit der Einladung zur Armel Opera Competition and Festival mit Mezzo Television, für das sie inzwischen alle Kostüme der internationalen Produktionen produziert. Am Theater Biel Solothurn kreierte sie die Kostüme für „Alexandre bis / L’heure espagnole“.

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Biel: Samstag, 10. September 2011, 19.00 Uhr, Stadttheater
Solothurn: Samstag, 24. September 2011, 19.00 Uhr, Stadttheater

Vorstellungsdaten

Biel:
SA 10.09.2011 19.00 Premiere
MI 14.09.2011 19.30
DI 20.09.2011 19.30
FR 30.09.2011 19.30
SO 02.10.2011 19.00
DI 22.11.2011 19.30
SO 11.12.2011 17.00
FR 13.01.2012 19.30

Solothurn:
SA 24.09.2011 19.00 Premiere
MI 12.10.2011 19.30
MI 09.11.2011 19.30
DO 17.11.2011 19.30
FR 30.12.2011 19.30

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Kommende Premieren

Gespräche mit Astronauten“ von Felicia Zeller (SE)
Donnerstag, 15. September 2011 (Stadttheater Solothurn)
Dienstag, 27. September 2011 (Stadttheater Biel)

Die Vögel“ nach Aristophanes
Donnerstag, 27. Oktober 2011 (Stadttheater Solothurn)
Dienstag 1. November 2011 (Stadttheater Biel)

Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart
Freitag, 28. Oktober 2011 (Stadttheater Biel)
Samstag, 19. November 2011 (Stadttheater Solothurn)

Die Zofen“ von Jean Genet
Samstag, 26. November 2011 (Stadttheater Solothurn)
Mittwoch, 30. November 2011 (Stadttheater Biel)

Pinocchio“ von Carlo Collodi
Sonntag, 11. Dezember 2011 (Stadttheater Solothurn)
Sonntag, 18. Dezember 2011 (Stadttheater Biel)

La Belle Hélène“ von Jacques Offenbach
Freitag, 16. Dezember 2011 (Stadttheater Biel)
Donnerstag, 29. Dezember 2011 (Stadttheater Solothurn)

Biel, Theater Biel Solothurn, L’ITALIANA IN ALGERI Premieren: Biel 15.04.2011 Solothurn 14.05.2011

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Theater Biel Solothurn

Presseinformation

L’italiana in Algeri / Oper von Gioachino Rossini

Biel: Freitag, 15. April, 19.30 Uhr, Stadttheater
Solothurn: Samstag, 14. Mai, 19.00 Uhr, Stadttheater
Dramma giocoso per musica in zwei Akten von Gioachino Rossini
Libretto von Angelo Anelli

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Harald Siegel
Inszenierung Beat Wyrsch
Bühne / Kostüme Martin Warth
Chorleitung Valentin Vassilev

Besetzung:

Mustafà, Bey von Algier Michele Govi
Elvira, seine Gattin Rosa Elvira Sierra
Zulma, Sklavin und Vertraute Elviras Amanda Schweri*
Haly, Korsar Khachik Matevosyan*
Lindoro, Italiener und Lieblingssklave Mustafas William Lombardi
Isabella, Italienerin Violetta Radomirska
Taddeo, Begleiter Isabellas Michael Raschle

Herrenchor des Theaters Biel Solothurn
Sinfonie Orchester Biel

Aufführungsdauer 2½ Stunden

*Studierende der Hochschule der Künste Bern, Schweizer Opernstudio
Das Stück:

Mustafa, der Bey von Algier, ist seiner Frau Elvira überdrüssig. Er beauftragt seinen Vertrauten Haly, ihm eine temperamentvolle Italienerin zu finden. Elvira soll er mit seinem italienischen Sklaven Lindoro verheiraten. Dieser ist jedoch nicht begeistert, ist er doch in Isabella verliebt.

Isabella, die ihrerseits Lindoro liebt, hat sich zusammen mit ihrem in sie verliebten Begleiter Taddeo längst auf die Suche nach Lindoro gemacht. Ihr Schiff ist soeben vor der Küste Algeriens eingelaufen. Haly ergreift die Gelegenheit, den Befehl seines Herren auszuführen. Taddeo gelingt es, bei Isabella zu bleiben, weil er sich als ihr Onkel ausgibt.

Um Elvira loszuwerden, verspricht Mustafa Lindoro, ihn nach Italien ausreisen zu lassen, wenn er Elvira zur Frau nimmt. Zum Schein willigen er und Elvira ein. Isabella trifft am Hof des Bey ein, der sofort von ihr hingerissen ist. Lindoro kommt mit Elvira hinzu, um Abschied zu nehmen. Geistesgegenwärtig fordert Isabella Mustafa auf, Lindoro und Elvira in Algier zu behalten, wenn er auf ihre Gunst Wert lege.

Zu Beginn des zweiten Akts ist Mustafa der schönen Isabella völlig verfallen. Diese liebt immer noch Lindoro, der sie leicht davon überzeugen konnte, dass er ihr immer noch treu ist. Sie beschliessen, zusammen zu fliehen. Um Isabella für sich einzunehmen, ernennt Mustafa ihren ‚Onkel‘ Taddeo zu seinem Stellvertreter.

Mustafa, Taddeo und Lindoro beobachten Isabella, die sich für Ihren Liebsten schön machen will, heimlich bei der Toilette. Jeder der drei bildet sich ein, er sei gemeint. Mustafa schickt Lindoro zu Isabella, um sie zu holen und instruiert Taddeo, ihn mit Isabella allein zu lassen, sobald er niest.

Isabella verspricht Mustafa, ihn zu lieben, wenn er sich, wie es in Italien üblich sei, zum Pappataci machen lasse. Das sei nicht weiter schwer, denn ein Pappataci habe nichts weiter zu tun, als zu essen, zu trinken und zu schlafen.

Zum Dank für die Ernennung zum Pappataci lässt Mustafa alle italienischen Sklaven frei. Er muss schwören, bei der Zeremonie zur Aufnahme in den Stand der Pappataci ein reiches Mahl zu verzehren und dabei nicht auf das zu achten, was um ihn herum geschieht. Das nutzen Isabella, Lindoro und die übrigen Italiener, um zu fliehen. Zu spät erkennt Mustafa den Schwindel. Er fügt sich in sein Schicksal.


Der Komponist:

Gioachino Rossini (1792-1868) ist bis heute einer der meistgespielten Komponisten des Belcanto; seine Opern „L’italiana in Algeri“ (1813), „Il barbiere di Siviglia“ (1816) und „La Cenerentola“ (1817) gehören zum Repertoire jedes Opernhauses.

Rossini stammt aus einer musikalischen Familie in Pesaro. Mit 14 Jahren ging er aufs Konservatorium in Bologna und erhielt dort Unterricht in Komposition sowie Cello, Horn, Klavier und Gesang. Vier Jahre später machte er seinen Abschluss; zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits seine erste Oper komponiert.

Danach schrieb Rossini mehrere Opern, die jedoch ohne grossen Erfolg blieben. Erst mit „Tancredi“ komponierte er 1813 seinen ersten Erfolg. Nach einigen weiteren Opern, darunter auch „L’italiana in Algeri“, für verschiedene Opernhäuser in Italien wurde er 1815 Leiter der beiden Opernhäuser in Neapel. Er war dabei verpflichtet, für jedes der Häuser pro Jahr eine Oper zu schreiben.

Nicht alle seine Werke waren auf Anhieb erfolgreich: Die Uraufführungen von „Il barbiere di Siviglia“ und „La Cenerentola“ in Rom etwa wurden geteilt aufgenommen; erst durch spätere Aufführungen etablierten sich die Werke.

In Neapel lernte Rossini die Opernsängerin Isabella Colbran kennen, die er 1823 heiratete. Nach einem fünfmonatigen Aufenthalt in London, wo er am King’s Theatre tätig war, nahm er 1824 den Posten des Leiters der italienischen Oper in Paris an. Zwei Jahre später wurde er königlicher Hofkomponist in Frankreich.

1829 schrieb Rossini mit „Guillaume Tell“ seine letzte Oper. Insgesamt hatte er in zwei Jahrzehnten 39 Opern verfasst. In dieser Zeit hatte er sich seinen Ruf als Meister der Opera buffa, der komischen Oper, erworben, obwohl er auch ernste Opern geschrieben hat. Das Jahr 1830 brachte für Rossini den Verlust seiner Ämter, da der französische König im Verlauf der Julirevolution abdanken musste.

Von 1836 bis 1848 wirkte Rossini als Direktor der Musikschule in Bologna. Er war auch weiterhin als Komponist tätig, widmete sich aber vor allem der geistlichen Musik und der Kammermusik. 1846 heiratete er seine zweite Frau, die Französin Olympe Pélissier. Wegen politischer Unruhen in Bologna floh Rossini 1848 nach Florenz. 1855 zog er erneut nach Paris, wo er bis zu seinem Lebensende blieb.

Von nicht wenigen seiner Opern haben nur die Ouvertüren als Konzertstücke überlebt, auch wenn in den letzten Jahrzehnten ein Revival auch von Rossinis weniger bekannten Werken eingesetzt hat. Zu den bekannten Werken nach seiner Zeit als Opernkomponist zählen seine „Stabat mater“ und die „Petite Messe solennelle“. Ab 1858 entstanden noch zahlreiche, noch heute meist unbekannte Kompositionen, sogenannte „Péchés de vieillesse“.
Rossinis bekannteste Opern: Tancredi (1813) L’italiana in Algeri (1813) Il turco in Italia (1814) Il barbiere di Siviglia (1816) La Cenerentola (1817) La gazza ladra (1817) Mosè in Egitto (1818) La donna del lago (1819) Semiramide (1823) Il viaggio a Reims (1825) Le Comte Ory (1828) Guillaume Tell (1829)

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