Zürich, Oper Zürich, Annette Weber – neue Operndirektorin, IOCO Aktuell, 21.03.2021

Opernhaus Zürich

Opernhaus Zürich © Dominic Büttner

Opernhaus Zürich © Dominic Büttner

Opernhaus Zürich AG – Annette Weber – Neue Operndirektorin

Opernhaus Zürich / Direktorium vl. Christian Berner, Fabio Luisi, Andreas Homoki, Christian Spuck © Claudia Herzog

Opernhaus Zürich / Direktorium vl. Christian Berner, Fabio Luisi, Andreas Homoki, Christian Spuck © Claudia Herzog

Das  1.100 Zuschauer fassende Opernhauses Zürich, am Zürichsee gelegen, wurde 1834 mit Mozarts Zauberflöte eröffnet.  Es war das erste stehende Theater der Stadt und wurde von theaterbegeisterten Bürgern in Form einer Aktiengesellschaft gegründet. Die Aktiengesellschaft  besteht noch heute; sie feierte 2019 ihr 185-jähriges Jubiläum.. Seit der Spielzeit 2012/13 ist Andreas Homoki, *1960,  Intendant des Zürcher Opernhauses. Zuvor war Homoki Intendant der Komischen Oper Berlin. 

Annette Weber – ab Spielzeit 2021/22

 Ab der Saison 2021/22 wird Annette Weber die neue Operndirektorin des Opernhauses Zürich. Die derzeitige Castingdirektorin der Staatsoper Hamburg wechselt im Sommer 2021 an die Limmat. Ihr Vorgänger, Michael Fichtenholz, hat das Amt des Operndirektor 2018 angetreten und im Januar 2021 kurzfrisitig verlassen.

Szenischer Drohnenflug durch das Opernhaus Zürich
youtube Trailer Opernhaus Zürich
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Annette Weber: «Schon lange ist es mein Wunsch, an diesem großartigen Haus zu arbeiten. Es ist ein großes Privileg zu dem exzellenten Team des Zürcher Opernhaus dazu zustoßen. Mit meinen Ideen möchte ich gemeinsam mit Andreas Homoki und Gianandrea Noseda, einen Teil zum internationalen Operngeschehen beitragen».

Annette Weber studierte in Mainz Theater- und Musikwissenschaft, sammelte parallel Erfahrung als Regieassistentin und war bis 2004 am Badischen Staatstheater Karlsruhe als Spielleiterin verpflichtet. Im Anschluss daran war Annette Weber bis 2010 in der gleichen Funktion an der Staatsoper Unter den Linden Berlin engagiert. Dort gab sie auch szenischen Unterricht für die Mitglieder des Internationalen Opernstudios und erarbeitete im Rahmen des Musikkindergartens Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim Karneval der Tiere und Die Zauberflöte. Zwischen 2010 und 2016 arbeitete sie regelmässig mit Stefan Herheim in u. a. Berlin, Bayreuth und Salzburg zusammen. Von 2013 bis 2018 arbeitete sie als Referentin der Künstlerische Betriebsdirektion der Semperoper Dresden, wo sie für künstlerische Angelegenheiten und Besetzungen verant-wortlich war. Im Anschluss daran wechselte sie an die Staatsoper Hamburg. 

—| IOCO Aktuell Oper Zürich |—

Winterthur, Musikkollegium Winterthur, Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 3 in d-Moll, IOCO Kritik, 09.03.2021

Stadthaus Winterthur © Musikkollegium Winterthur

Stadthaus Winterthur © Musikkollegium Winterthur

GUSTAV MAHLER – Sinfonie Nr. 3 in d-Moll

Musikkollegium Winterthur  – Pierre-Alain Monot

von Julian Führer

Das Musikkollegium Winterthur ist eine Institution, die vor Ablauf dieses Jahrzehnts ihr sage und schreibe 400. Gründungsjubiläum feiern wird. Seit bald 150 Jahren spielt in Winterthur ein Berufsorchester. Die etwa 50 Mitglieder konzentrieren sich üblicherweise auf ein Repertoire, das der Größe des Klangkörpers angemessen ist. Die Konzerte des Musikkollegium Winterthur finden üblicherweise (so auch hier) im Stadthaus Winterthur statt, einem von Gottfried Semper konzipierten Bau von 1869. Das Orchester spielt auf einer Empore, das Publikum in geraden Reihen davor, eine klassische „Schuhschachtel“ also. An der Bühnenrückwand befindet sich ein klangmuschelartiger Anbau, der die akustischen Verhältnisse noch etwas verbessert.

 Mahler – Symphonie mit verkleinertem Orchester – nicht wegen, sondern in der Pandemie

 Gustav Mahler Gedenkplakette in Hamburg © IOCO

Gustav Mahler Gedenkplakette in Hamburg © IOCO

Im Jahr 2019, also deutlich bevor der Konzertbetrieb zum Erliegen gebracht wurde, stellte nun Klaus Simon eine auf diese Dimensionen zugeschnittene Version von Gustav Mahlers 1896 vollendeter und 1902 uraufgeführter dritter Symphonie d-Moll her, die nun erstmalig, aufgrund der Umstände ohne Publikum, gespielt und über einen Stream übertragen wurde. Aufgrund der aktuell in der Schweiz geltenden Vorschriften musste auf Damen- und Knabenchor verzichtet werden. Das Musikkollegium Winterthur macht seine Konzerte für Abonnenten kostenlos zugänglich, andere Interessenten können Einzeltickets für den Zugang erwerben. Die Konzerte sind live zu erleben und bleiben einen weiteren Tag lang abrufbar.

Dirigiert wurde das Orchester von einem seiner Mitglieder: Seit 1984 ist Pierre-Alain Monot als Solotrompeter in Winterthur tätig, doch hat er im Laufe der Jahre auch eine beachtliche Dirigiertätigkeit entfaltet und konnte nun ein Werk präsentieren, das sonst mit diesem Orchester kaum zu hören wäre. Die vom Komponisten eigentlich geforderte Besetzung ist riesig: fünf Klarinetten, vier Fagotte, acht Hörner, sechs Glocken, … In Winterthur war das Blech stark reduziert, ein Fagott, eine Harfe, nur zwei Kontrabässe, jeweils fünf erste und zweite Violinen stellten sich der Aufgabe, Mahlersche Klangwucht wiederzugeben. Klavier und Akkordeon übernahmen weitere Orchesterparts. Glücklicherweise wurde die fehlende Masse nicht durch ein Übermaß in der Dynamik substituiert. Pierre-Alain Monot dirigierte mit sparsamen Gesten sehr gezielt und konnte sich offensichtlich darauf verlassen, von seinen Kollegen unmittelbar verstanden zu werden.

„Kräftig, entschieden“ wie von Gustav Mahler gefordert erfolgte der erste Einsatz. Mahler hatte den Sätzen der Symphonie zunächst Titel gegeben (für den ersten Satz: „Pan erwacht“), diese aber später wieder gestrichen. Der erste Satz ist mit einer Dauer von über einer halben Stunde so lang wie Beethovens komplette „Fünfte“. Zunächst hört sich der Satz so an, als wäre das Orchester vollständig besetzt, doch merkt man an den Streichern und den schnell erfolgenden Einsätzen von Klavier und Akkordeon an, dass hier eine andere Zusammenstellung zu hören ist. Mahler arbeitet sich durch sein motivisches Material, manches lässt an Musik seiner Zeit oder seiner Vorgänger denken (etwa nach wenigen Minuten das Blech, das an Tristans Auftritt im ersten Akt von Tristan und Isolde denken lässt). Die kleine Besetzung lässt bei den zahlreichen Streichertremoli aufhorchen. Die dann hereinbrechenden Rhythmen lassen zunächst offen, ob wir es mit einem aufblitzenden Militärmotiv oder mit Klangfetzen von einem Rummelplatz zu tun haben – Kniffe, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch bei Engelbert Humperdinck zu finden sind und die später (auf Mahler basierend) bei Dmitri Schostakowitsch zu einem häufig genutzten Stilmittel wurden. Fast wie ein angeklebter Fremdkörper wirkt der triumphalblecherne Satzschluss.

 Musikkollegium Winterthur / hier das Orchester zu Füßen des Stadthauses © Paolo Dutto

Musikkollegium Winterthur / hier das Orchester zu Füßen des Stadthauses © Paolo Dutto

Der zweite Satz (Tempo di Menuetto. Sehr mäßig) beginnt mit einem Motiv in der Oboe, das von leisen Pizzicati der Streicher begleitet wird und dann weitgehend zart weiterentwickelt wird, unter anderem mit sehr melodiöser Führung der Solovioline. Im dritten Satz (Comodo. Scherzando) sind von den Holzbläsern erst Vogelstimmen zu hören, dann aus der Ferne ein Posthorn (hier vom Trompeter übernommen, der das Podium verlässt und sein Solo im Foyer spielt, bevor er wieder seinen Platz zwischen seinen weiterspielenden Kollegen einnimmt). Gustav Mahler war ein Meister der Übernahme von Naturtönen und ihrer Einarbeitung in seine Partituren (vgl. auch die Herdenglocken in der sechsten Symphonie). Wie so oft, ist der Einbruch der verzerrten menschlichen Welt in die Naturklänge auch hier nicht weit.

Mit einem reduzierten Orchester „sehr langsam“ spielen, ist kein Problem, „durchaus ppp“ ebenfalls nicht. „Misterioso“ gelingt sicher leichter mit einem großen Apparat, der sich in extremer Zurückhaltung übt. Der so betitelte vierte Satz enthält die Vertonung von Friedrich Nietzsches „Oh Mensch! Gib Acht!“. Die begleitenden Hörner spielten korrekt und klangschön, für ein Misterioso jedoch eine Spur zu diesseitig und etwas zu laut. Isabel Pfefferkorn als Solistin meisterte die kurze, aber nicht leichte Partie, wobei ihr die mittlere Lage noch mehr zu liegen schien als die ganz tiefen Töne. Ganz so „Lustig im Tempo und keck im Ausdruck“ wie mit Knabenchor und vollem Orchester konnte der fünfte Satz dann nicht geraten; das „Bimm-bamm“ der Kinderstimmen blieb den Röhrenglocken überlassen. Der Gedichttext „Es sungen drei Engel einen süßen Gesang“ aus der Sammlung Des Knaben Wunderhorn konnte in Winterthur nicht als Wechsel von Damenchor und Solistin gegeben werden, und so sang Isabel Pfefferkorn den gesamten Text alleine. Die Phrasierung dieses Textes ist insgesamt sängerfreundlicher und wurde von ihr überzeugend gestaltet. Erstaunlich sind die Parallelen dieser Liedkomposition innerhalb der dritten Symphonie zu Hans Pfitzners bereits 1888/1889 komponiertem Lied „Ist der Himmel darum im Lenz so blau“ Op. 2,2. Da der Orchestersatz auch in der hier vorliegenden Fassung mit einem Chor rechnet und das Stadthaus Winterthur auch kein überaus großer Konzertsaal ist, waren die Glocken im Verhältnis zur Solistin stellenweise etwas dominant.

Hans Pfitzner Wien © IOCO

Hans Pfitzner Wien © IOCO

Der sechste und letzte Satz der Symphonie ist ein etwa 25 Minuten währendes Adagio, das zunächst ein Beethoven-Zitat enthält (das zweite Thema des zweiten Satzes der dritten Symphonie, also der Eroica). Weiterhin sind in den tiefen Streichern Anklänge an das Vorspiel zum dritten Aufzug von Wagners Parsifal und an Die Meistersinger von Nürnberg (ebenfalls Vorspiel zum dritten Aufzug) zu ahnen, vor allem aber nutzte Hans Pfitzner in Palestrina (Vorspiel erster Akt) ähnliche Klangmischungen in den hohen Streichern. Eine sich anbahnende musikalische Katastrophe lässt wieder an Mahlers spätere sechste Symphonie denken, doch der Schluss seiner Dritten ist sehr diesseitig. Die Streicher (etwas zu breit für die gegebenen Klangverhältnisse) lassen die Symphonie in ein Jubelfinale münden. Dieser letzte Satz hatte ebenso wie der Einleitungssatz eine große musikalische Intensität, und mit ihm endete dieses Konzert, denn diese Symphonie dauert über anderthalb Stunden, und es ist schwer vorstellbar, ihr ein anderes Werk folgen zu lassen.

Welche Funktion können solche „abgespeckten“ Versionen großer Orchesterwerke haben, wenn eines hoffentlich nicht mehr weit entfernten Tages auch im Kulturbereich wieder ein Leben ohne die derzeit geltenden Verbote sein wird? Oft geht vergessen, dass reduzierte Versionen lange Zeit eine sehr gängige Art der Musikvermittlung waren. In Musikantiquariaten, wo es sie noch gibt, stapeln sich heute noch Drucke des 19. Jahrhunderts mit Klavierauszügen von Opern, aber auch von Symphonien, oft auch für vier Hände, mit denen viele Werke einem breiten Publikum bekannt gemacht wurden. Nicht zuletzt aus Geldgründen stellten Komponisten wie Richard Strauss Fassungen großer Werke wie der Elektra für kleine(re)s Orchester her, um auch auf kleineren Bühnen präsent zu sein und die damit einhergehenden Tantiemen zu erhalten.

Mahlers dritte Symphonie ist aufgrund der geforderten Orchesterbesetzung nur für die größten Orchester überhaupt spielbar. Viel ist in den letzten Monaten über die möglichen positiven Folgen der aktuellen Lage philosophiert worden – vielleicht wäre darunter die Möglichkeit zu rechnen, dass auch kleinere oder mittelgroße Formationen Werke des ganz großen Repertoires wie die Symphonien Gustav Mahlers ins Programm nehmen, etwa in der hier vorgestellten Version von Klaus Simon, und natürlich stets im Bewusstsein, dass es sich bei reduzierten Versionen eben um eine Reduktion handelt, an die in bezug auf Klangvolumen und Reichtum der Schattierungen andere Maßstäbe zu legen sind als an eine Aufführung in Originalbesetzung. Mitunter aber legt die Reduktion auch den Blick auf Wesentliches frei, was sonst im Klangrausch untergeht. Für das Musikkollegium Winterthur war diese Aufführung ein Wagnis, das gelungen ist. Allen Beteiligten, ganz besonders Pierre-Alain Monot als Dirigent, Isabel Pfefferkorn und Klaus Simon als Arrangeur der Partitur, gebührt großer Dank.

—| IOCO Kritik Stadttheater Winterthur |—

Winterthur, José Cura – Argentinische Lieder – Liederabend, IOCO Kritik 24.02.2021

Stadthaus Winterthur © Musikkollegium Winterthur

Stadthaus Winterthur © Musikkollegium Winterthur

José Cura – Argentinische Lieder
 Musikkollegium Winterthur  –  Barbora Kubiková, Gitarre

Klanggewordene Passion   –  9. Februar 2021

 von Renate Publig

Es sind sowohl für kunstaffine wie für kunstschaffende Menschen herausfordernde Zeiten. Für beide Seiten ein kompletter Lockdown … quasi der „geistigen Gastronomie“. Streaming muss uns darüber hinweghelfen, auch wenn es, wenn mir ein Verweilen in diesen Analogien gestattet sei, dem Abholen der lukullischen Genüsse aus dem Lieblingsrestaurant gleicht. Und dennoch: Sich an derartigen Genüssen zu erfreuen, ist Balsam für die Sinne – hier für die Geschmacksknospen, da für die Musikseele.

José Cura © Musikkollegium Winterthur

José Cura © Musikkollegium Winterthur

Reisebeschränkungen, Lockdown, müßig zu erwähnen, was diese Einschränkungen für einen Künstler bedeuten. Nicht nur in finanzieller Hinsicht. Verheerend, Musik nicht ausüben zu dürfen und der Kontakte zum Publikum beraubt zu sein. So war es – pandemiebedingt – das erste Konzert seit März letzten Jahres, das José Cura geben durfte. Und welches Programm könnte diese spezielle Stimmung besser transportieren als Lieder aus Curas Heimat Argentinien? Die Werke von Hilda Herrera, Carlos Guastavino, Felipe Boero, Carlos Lopez Buchardo und Alberto Ginastera sind der Inbegriff von Wehmut und Melancholie. Eine Erklärung dafür hat Cura sofort parat: „Bei diesen Stücken sprechen wir von einer Generation Argentinier, die entweder selbst noch Emigranten oder deren erste Nachkommen waren. Die Mentalität der heutigen Bevölkerung hat sich verändert, aber die Menschen damals waren von einer großen Sehnsucht nach ihrer ursprünglichen Heimat geprägt. Sie empfanden Traurigkeit, ihr Land zu verlassen, geliebte Menschen zurücklassen zu müssen und gleichzeitig versuchten sie einen Neubeginn in einem fremden Land. Das erklärt, warum die Nation sehr nostalgisch gestimmt war, was sich in der Musik widerspiegelt.“

José Cura – Argentinischer Abend in Winterthur – LIVE Link HIER!

In all den Melodien schwang jedoch auch etwas Versöhnliches, ja, manchmal sogar ein Augenzwinkern mit. Das lag nicht zuletzt an Curas luxuriösem Samt-Timbre, mit dem er dieses Kaleidoskop an Emotionen selbst via Bildschirm vermitteln konnte. Zudem war der unbändige Wille regelrecht greifbar, aus der kulturellen Lage nicht nur das Beste zu machen, sondern an diesem Abend etwas Einzigartiges entstehen zu lassen. Kein Publikum? Doch, freilich! Sich gegenseitig Zuzuhören, miteinander Klänge zu verschmelzen, Gleichklang und Einklang, und wo nötig, etwas Würze durch Rhythmen – darum geht es in der Musik. Schließlich leitet sich das Wort „Komposition“ aus dem Lateinischen „componere“ ab, was so viel bedeutet wie „zusammenstellen, -setzen, -bringen.“ Es gelang Cura gemeinsam mit dem Musikkollegium Winterthur, der Pianistin   Elaine Fukunaga und der Gitarristin Barbora Kubiková vortrefflich, die Menschen „da draußen“ an ihrer Passion für Musik teilhaben zu lassen – und somit alle zusammenzubringen.

Musikkollegium Winterthur © Musikkollegium Winterthur

Musikkollegium Winterthur © Musikkollegium Winterthur

Cura führte charmant durchs Programm, erzählte von Carlos Guastavinos Faible für Zyklen – und sang fünf Lieder aus dessen Blumenzyklus. Er berührte mit seinen Interpretationen von u.a. „Postal de Guerra“ von Maria Elena Walsh oder mit „Canción al arbol del olvido“ (vom Baum des Vergessens / Alberto Ginastera), La rosa y el sauce (Die Rose und die Weide) und Se equivocó la paloma – von der Taube, die sich täuschte (beides Carlos Guastavino). Und Vertonungen von José Cura selbst, die auf Texten von Pablo Neruda basieren, „klassische Lieder mit einem folkloristischen Touch“, so der auch in Komposition ausgebildete Sänger.

Die Bearbeitungen für Kammerorchester stammen von Cura selbst, verständlich daher, dass er dem hervorragend disponierten Musikkollegium Winterthur nuancierte Klangfarben in mal tröstenden, mal schmunzelnden, mal tieftraurigen Schattierungen entlocken konnte. Trotz der enormen akustischen Herausforderung, war doch das rund 20köpfige Kollektiv auf einer Fläche verteilt, auf der sonst ein volles Symphonieorchester Platz findet.

Musikkollegium Winterthur © Musikkollegium Winterthur

Musikkollegium Winterthur © Musikkollegium Winterthur

Es sind sowohl für kunstaffine wie für kunstschaffende Menschen herausfordernde Zeiten. Für beide Seiten ein kompletter Lockdown … quasi der „geistigen Gastronomie“. Streaming muss uns darüber hinweghelfen, auch wenn es, wenn mir ein Verweilen in diesen Analogien gestattet sei, dem Abholen der lukullischen Genüsse aus dem Lieblingsrestaurant gleicht. Und dennoch: Sich an derartigen Genüssen zu erfreuen, ist Balsam für die Sinne – hier für die Geschmacksknospen, da für die Musikseele.

—| IOCO Kritik Stadttheater Winterthur |—

Zürich, Opernhaus Zürich, Online-Spielplan – Januar 2021

Januar 7, 2021  
Veröffentlicht unter Livestream, Opernhaus Zürich, Pressemeldung

Opernhaus Zürich

Opernhaus Zürich © Dominic Büttner

Opernhaus Zürich © Dominic Büttner

Un ballo in maschera –  Pique Dame – und mehr

Weniges war geplant und doch können auch im Januar 2021weiterhin keine Live-Erlebnisse stattfinden. Da Sie, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, weiterhin Kultur nur Zuhause erleben können, erweitern wir unseren Online-Spielplan mit den unterschiedlichsten Formaten. Ab dem 9. Januar erleben Sie die finale Folge unserer Konzertreihe Curtain Call mit Thomas Hampson und dem Internationalen Opernstudio. An den folgenden Wochenenden dürfen Sie sich ausserdem auf zwei Online-Erstausstrahlungen freuen: Erleben Sie Verdis Un ballo in maschera und Tschaikowskis Pique Dame kostenlos im Stream auf unserer Website. Alle Termine und weitere Informationen finden Sie unter www.opernhaus.ch/digital.

Un ballo in maschera – Giuseppe Verdi – am Opernhaus Zürich
youtube Trailer Opernhaus Zürich
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Curtain Call mit  Thomas Hampson

Ab Samstag, 9. Januar erfolgt die Ausstrahlung eines Konzertes mit Thomas Hampson und den Nachwuchssänger*innen des Internationalen Opernstudios sowie einer Dokumentation aus einem gemeinsamen Workshop. Mit Szenen und Arien aus Mozarts Così fan tutte und ausgewählten Liedern von Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert, wurde das Konzert unter dem Titel Curtain Call anlässlich des 60. Jubiläums des Opernstudios im Dezember auf der Opernhausbühne aufgezeichnet. In einer kurzen Dokumentation können Sie ausserdem hinter die Kulissen des Workshops mit Thomas Hampson blicken: Als einer der wichtigsten Liedinterpreten seiner Generation arbeitet der amerikanische Bariton mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern an Ausdruck und Präsenz und ist zudem selbst als Don Alfonso, eine seiner Paraderollen, zu erleben.

Kostenlos streamen bis zum 17 Jan 2021

Alle Curtain Call-Konzerte kostenlos online

In der Konzertreihe Curtain Call sind ausserdem Diana Damrau, Anna Bonitatibus und Benjamin Bernheim gemeinsam mit den jungen Talenten des Internationalen Opernstudios zu erleben. Bis zum 17. Januar sind alle Curtain Call-Konzerte sowie die dazugehörigen Workshop-Dokumentationen über die Zusammenarbeit der etablierten Sänger*innen mit den angehenden Profis kostenlos auf unserer Website abrufbar.

Kostenlos streamen bis zum 17 Jan 2021

Un ballo in maschera Giuseppe Verdi

Der für seinen schwarzen Humor bekannte britische Regisseur David Pountney inszenierte Un ballo in maschera als tödliches Spiel im Spiel: Gustavo scheint die Weltpolitik mit einer gigantischen Theateraufführung verwechselt zu haben, wobei ihm zunehmend die Regie entgleitet. Unter der musikalischen Leitung des Generalmusikdirektors Fabio Luisi agieren hin und hergerissen zwischen Leidenschaft und Drama: Otar Jorjikia als schwedischer Monarch Gustavo III, George Petean als sein Rivale Renato, Sondra Radvanovsky als Gustavos heimliche Geliebte Amelia und Marie-Nicole Lemieux als Strippenzieherin Ulrica.

Die Vorstellung wurde im Rahmen von Oper für alle live auf dem Sechseläutenplatz gestreamt. Sie sehen diesen Livemitschnitt aus dem Jahre 2017.

Kostenlos streamen vom 16 bis 17 Jan 2021

 


Pique Dame Pjotr Tschaikowski

Der deutsche Offizier Hermann ist in der Peters­­burger Gesellschaft ein Aussenseiter: Er hat näm­lich kein Geld. Deshalb ist auch Lisa, in die er sich unsterblich verliebt hat, für ihn uner­reich­bar. Lisa ist die Enkelin einer steinreichen Gräfin und mit dem Fürsten Jeletzki verlobt. Zufällig erfährt Hermann, dass die Gräfin ein Geheimnis hütet: Sie weiss, mit welchen drei Kar­ten sich im Spiel ein Gewinn erzielen lässt, der Hermann ein neues Leben ermöglichen wür­de. Von nun an wird das Glücksspiel für Hermann zur Obsession, über der er nicht nur Lisa, sondern schliesslich auch sein Leben verliert.

Regisseur Robert Carsen erzählt die Geschichte ganz aus der Perspektive Hermanns, der das Geschehen kurz vor seinem Tod noch einmal durchlebt. Oksana Dyka als Lisa und Eduard Martynyuk als Hermann gaben ihr Zürcher Debüt. Doris Soffel übernahm die Partie der Gräfin. Die musikalische Leitung lag in den Händen von Stanislav Kochanovsky, der zuletzt auch Tschaikowskis Jewgeni Onegin in Zürich dirigierte.

Die Vorstellung wurde im Rahmen von Oper für alle live auf dem Sechseläutenplatz gestreamt. Sie sehen diesen Livemitschnitt aus dem Jahre 2016.
Kostenlos streamen vom 23 bis 24 Jan 2021
 

—| Pressemeldung Oper Zürich |—

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