Paris, Opéra national de Paris, Gustavo Dudamel – Musikdirektor Pariser Oper, 18.04.2021

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Opera National de Paris

Opéra Bastille, Paris © Uschi Reifenberg

Opéra Bastille, Paris © Uschi Reifenberg

Gustavo Dudamel  –  Neuer Musikdirektor – Opéra national de Paris

Die Opéra National de Paris (auch Pariser Oper) wird iunabhängig von ihren wechselnden Aufführungsorten betrachtet. Die Opéra National de Paris nutzt zwei große Opernhäuser: Die Opéra Garnier, Foto unten, 2.150 Plätze, hauptsächlich für  Aufführungen des Ballet de l’Opéra de Paris und klassische Opern, sowie die  Opéra Bastille (Foto oben). Daneben bestehen in Paris weitere bedeutende Theaterstätten, so die  Philharmonie de Paris, das Théatre des Champs-Elysées.

In der Opéra Garnier / Directeur de l'Opéra de Paris, Alexander Neef, et le nouveau directeur musical, Gustavo Dudamel © Julien_Mignot / Opéra National de Paris

In der Opéra Garnier / Directeur de l’Opéra de Paris, Alexander Neef, et le nouveau directeur musical, Gustavo Dudamel © Julien_Mignot / Opéra National de Paris

Offizielle Bekanntgabe – Bestellung von Gustavo Dudamel

Die Opéra National de Paris,  die Pariser Oper, und ihr Intendant Alexander Neef haben nun bekannt gegeben, dass Gustavo Dudamel ab dem 1.August 2021 für sechs Spielzeiten die Stelle des Musikdirektors (Directeur musical)  antreten wird.

Opéra National de Paris – link HIER!

«Ich freue mich sehr, dass Gustavo Dudamel die Einladung angenommen hat, an der Pariser Oper als Musikdirektor zu arbeiten. Er ist einer der talentiertesten und prominentesten Dirigenten der Welt. Ich habe mich sogleich für diesen herausragenden Dirigenten entschieden, der von klein auf von der Opernwelt fasziniert war, und zahlreiche Opern mit hervorstechender musikalischer Intelligenz dirigiert hat. In den vergangen zehn Jahren hatte ich die Chance, ihn die Mozart / Da Ponte-Trilogie mit dem Los Angeles Philharmonic dirigieren zu hören, sowie Werke von John Adams und unlängst Verdis Otello an der Metropolitan Opera in New York und am Liceu in Barcelona. Ich war von seiner musikalischen Leitung begeistert, genauso wie auch das Publikum. Durch unseren regen Austausch habe ich ermessen können, dass er die ideale Person ist, um seine Liebe zur Oper mit einer großen Anzahl von Menschen zu teilen und ihnen diese Kunst nahe zu bringen.

Seine Ernennung entspricht unserem Bestreben nach einer größeren Öffnung und Engagement und spiegelt das ehrgeizige Projekt wider, die Ausstrahlung unserer Institution durch Opern – und Ballettproduktionen, Sinfoniekonzerte mit einem weitreichenden Repertoire, von Klassik bis zu zeitgenössischer Musik, die in unseren Häusern, aber auch außerhalb veranstaltet werden, zu gewährleisten. Sein allgemein bekannter Einsatz für künstlerische und pädagogische Projekte und seine Überzeugung, dass Kultur allen zugänglich gemacht werden muss, werden uns neue Impulse verleihen und uns in unserer Aufgabe begleiten.» Alexander Neef

Théatre des Champs Élysées, Paris / der Besucherraum im Stil des Art-Déco © Hartl Meyer

Théatre des Champs Élysées, Paris / der Besucherraum im Stil des Art-Déco © Hartl Meyer

«Vom ersten Taktschlag an war meine Erfahrung mi den Künstlern der Pariser Oper einfach hervorragend. Das unmittelbare Gefühl bei dieser entscheidenden Begegnung – Empfindungen von Vertrauen, Verbundenheit, Musikalität und einer gemeinsamen Vision – all dies entstand bei unserer ersten Begegnung 2017. Das herausragende Niveau der Orchestermusiker und der Chorsänger und die starke Verbindung, die wir während der Proben und der Vorstellungen von La Bohème miteinander knüpfen konnten, haben mich dazu bewogen, Alexander Neefs Angebot anzunehmen.

Ein Orchester ist ein Mikrokosmos der Gesellschaft: viele Menschen spielen verschiedene Partien, um ein gemeinsames künstlerisches Ziel zu erreichen. Eine Oper ist in sich ein ganzes Universum und enthält die gänzliche Vielfalt dessen, was der menschliche Geist zu erschaffen vermag. Parallel zu meinen fortbestehenden Engagements bei der Los Angeles Philharmonic und bei meinen geliebten Musikern von El Sistema in Venezuela und der ganzen Welt, möchte ich für mindestens die nächsten sechs Spielzeiten all meine Energie einsetzen, um für unser Publikum außergewöhnliche musikalische Momente zu erschaffen, und die Pariser Oper immer stärker mit der Seele der Stadt und des Landes, die sie umgeben, zu verbinden.»    Gustavo Dudamel

Gustavo Dudamel  – seine Vita – seine Motivation

Gustavo Dudamel wird von der Überzeugung angetrieben, dass Musik die Macht hat, Leben zu wandeln, uns zu inspirieren und die Welt zu verändern. Durch seine dynamische Präsenz auf dem Dirigentenpodest und seinen unermüdlichen Einsatz für künstlerische Ausbildung hat er klassische Musik einem neuen Publikum auf der ganzen Welt nahegebracht und dazu beigetragen, benachteiligten Bevölkerungsgruppen den Zugang zu Kunst zu ermöglichen.

Opéra Garnier Paris © IOCO

Opéra Garnier Paris © IOCO

Er hat in szenischen, halbszenischen oder konzertanten Fassungen über 30 Opernproduktionen auf allen bedeutenden internationalen Opernbühnen dirigiert, darunter 5 an der Mailänder Scala und 13 in Los Angeles mit dem LA Phil und der LA Oper, mit einem Repertoire das sich von Così fan tutte bis Carmen erstreckt, von Otello bis Tannhäuser, von West Side Story bis zu zeitgenössischen Opern von Komponisten wie John Adams oder Oliver Knussen. Er gab sein Debüt an der Pariser Oper 1917 mit La Bohème.

Seit 2009 ist Gustavo Dudamel musikalischer und künstlerischer Leiter des Los Angeles Philharmonic. Mit diesem Orchester hat er zahlreiche Uraufführungen von John Adams, Philip Glass, Bryce Dessner, Arvo Pärt, Sofia Gubaidulina, Kaija Saariaho, Gabriela Ortiz, Arturo Márquez und Esteban Benzecry dirigiert. Von den Ideen des Programms El Sistema inspiriert, erweitert das Los Angeles Philharmonic den Aktionsradius seines Programms für Gemeinwesenarbeit, insbesondere mit der Gründung des Youth Orchestra Los Angeles (YOLA). Im Lauf der Spielzeit 2020/21 eröffnet das YOLA sein eigenes Zentrum in Inglewood, das Judith and Thomas L. Beckmen YOLA Center, entworfen von dem Architekten Frank Gehry.

Corona – Restez Chez Vous – Künstler der OnP üben zu Hause
youtube Trailer Opéra National de Paris
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Gustavo Dudamel hat zahlreiche CDs und DVDs aufgenommen, die mit drei Grammy Awards ausgezeichnet wurden. Den neuesten gewann er dieses Jahr in der Kategorie „Beste Orchesterdarbietung – klassische Musik“ für seine Gesamtaufnahme der Symphonien von Charles Ives. 2009 wurde er zum „Chevalier dans l’ordre des Arts et des Lettres“ (französischer Orden für Kunst und Literatur) ernannt. 2019 wurde er mit einem Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood geehrt, der ihn mit anderen Persönlichkeiten der Musikwelt wie Leonard Bernstein, Duke Ellington und Arturo Toscanini verbindet.

Gustavo Dudamel wurde 1981 in Barquisimeto (Venezuela) geboren. Er ist Absolvent des venezolanischen Bildungsprogramms El Sistema, das 1975 von José Antonio Abreu gegründet wurde, um soziale Entwicklung durch Musik zu fördern. Mit 18 wurde er Chefdirigent des venezolanischen symphonischen Orchesters Simón Bolívar. Als er 2004 den ersten Gustav-Mahler- Dirigentenwettbewerb der Bamberger Symphoniker gewann, bekam seine Karriere internationalen Aufschwung. Von 2007 bis 2012 wurde er Chefdirigent der Göteborger Symphoniker.

Gustavo Dudamel lebt heute in Los Angeles und Madrid und betrachtet Venezuela, die USA und Spanien als seine drei Heimstätten – zu denen nun bald Frankreich hinzukommen wird.

—| Pressemeldung Opéra National de Paris |—

Köln, Oper Köln, 2022 – Hein Mulders folgt Birgit Meyer, IOCO Aktuell, 18.04.2021

Die Oper Köln am Offenbachplatz wird seit vielen Jahren saniert © IOCO

Die Oper Köln am Offenbachplatz wird seit vielen Jahren saniert © IOCO

Oper Köln

Hein Mulders – Ab 2022  Intendant der Oper Köln

Uwe Eric Laufenberg, Birgit Meyer, Hein Mulders

von Viktor Jarosch

Ehemals-Intendant Uwe Eric Laufenberg der Oper Köln hatte sich 2012 dramatisch getäuscht: Im August 2012 wurde er erstes Sanierungs-Opfer der Oper Köln und fristlos entlassen. Die Eröffnung der sanierten Oper Köln findet nicht wie geplant in 2015 statt, sondern – mit neun Jahren Verspätung – 2024, So im Dezember 2020 von der Stadt Köln kommuniziert (link HIER!). In diesem Sanierungs-Chaos explodierten die Kosten von €253 M auf €615 Millionen. Doch selbst diese dramatische offizielle Kalkulation unvollständig: Die durch die jahrelange Schließung der Oper entgangenen Einnahmen sind nicht berücksichtigt, ebensowenig wie  hohe Zusatzkosten durch Nutzung von Ersatzspielstätten. Die Gesamtkosten der Sanierung der Oper Köln liegen – laut IOCO-Rechnung – bei etwa €1 Milliarde. Intendantin Birgit Meyer kämpft so seit 2012 an den vielen Fronten der Oper Köln.

Im April 2021 teilt der „Rat der Stadt Köln“ mit, dass zum 1.9.2022 Intendantin Dr. Birgit Meyer durch den zur Zeit am Aalto-Theater, Essen tätigen Hein Mulders abgelöst wird. Die folgende Pressemitteilung der Stadt Köln besitzt im Hinblick auf das Missmanagement der vergangen Jahre ein saures Geschmäckle. Lesen Sie selbst:

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Stadt Köln – Hein Mulders folgt Birgit Meyer

Hein Mulders / kommender Intendant der Oper Köln © Sven Lorenz

Hein Mulders / kommender Intendant der Oper Köln © Sven Lorenz

Hein Mulders wird Intendant der Oper Köln. Das hat am 12. April 2021, der Hauptausschuss des Rates der Stadt Köln auf Vorschlag von Oberbürgermeisterin Henriette Reker einstimmig entschieden.

Hein Mulders wird die Opernsparte der Bühnen Köln damit nach erfolgter Sanierung des Riphahn-Baus zur Spielzeit 2024/25 zurück an den Offenbachplatz führen. Er beginnt seine Intendanz in Köln am 1. September 2022 und wird damit auch das Interim der Oper im Staatenhaus nahtlos fortsetzen.

Die Suche nach einer/einem neuen Intendant*in für die Oper Köln unterstützte maßgeblich eine von Oberbürgermeisterin Henriette Reker geleitete Findungskommission. Dem Gremium gehörten als externe Experten Pamela Rosenberg (ehemalige Generalintendantin der San Francisco Opera und ehemalige Intendantin der Berliner Philharmoniker), Peter Theiler (Intendant der Semperoper Dresden) und Viktor Schoner (Intendant der Staatsoper Stuttgart) an. Weitere Mitglieder der sechsköpfigen Kommission waren Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach und Stefan Englert, Geschäftsführender Direktor des Gürzenich-Orchesters. Olaf Wegner (ifp – Institut für

Personalberatung Köln) steuerte das Verfahren als beauftragter Personalberater.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker zeigt sich sehr zufrieden mit dem Abschluss der knapp dreimonatigen Arbeit des Gremiums:

Der Findungskommission ist es gelungen, aus einem Kreis hochkarätiger Kandidat*innen nach einem intensiven Auswahlverfahren Hein Mulders für die Kölner Oper als Intendanten zu gewinnen. Er überzeugte die Kommission durch seine nachhaltigen Erfahrungen und Erfolge mit der Führung von Opernhäusern sowie durch seine internationale Vernetzung und Überzeugungskraft. Herr Mulders wird zusammen mit den Betriebsleiterkollegen der Bühnen, den Teams der Oper Köln und des Gürzenich-Orchesters mit Blick auf die Wiedereröffnung der Bühnen am Offenbachplatz eine entscheidende Rolle für die Zukunft der Kunst- und Kulturmetropole Köln spielen.

Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach führt aus:

Oper Köln – Kulissengespräche »Die tote Stadt« mit Birgit Meyer
youtube Oper Köln
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Ich bin mir sicher, dass Hein Mulders die komplexen Aufgabenstellungen der Kölner Opernintendanz aufgrund seiner exzellenten fachlichen Expertise sowie seiner Teamorientierung und persönlichen Integrationskraft höchst erfolgreich für Köln umsetzen wird.

Für die Findungskommission erklärt Pamela Rosenberg:

Die Findungskommission hat sich mehrere Wochen lang intensiv verständigt und freut sich, aus dem breiten Feld von Kandidat*innen mit Hein Mulders einen erfolgreichen Opern-, Konzert- und Kulturmanager präsentieren zu können, der alle Voraussetzungen mitbringt, um die Oper Köln mit seinen profunden Opern- und Musikkenntnissen, seinem international geprägten Profil sowie seinem umfangreichen professionellen Netzwerk kreativ in die Zukunft zu steuern. Mulders‘ stark ausgeprägte menschliche, zeitgemäße Führungsqualitäten sind von seiner Fähigkeit bestimmt, Künstler*innen und Mitarbeiter*innen im steten Dialog zu Höchstleistungen zu motivieren. Nicht nur die Corona-Krise stellt Opernhäuser in den kommenden Jahren vor neue Herausforderungen. Wir sind überzeugt, dass Hein Mulders der richtige Mensch ist, um diese gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen der Oper, der Stadtgesellschaft und den politisch Verantwortlichen in Köln zu meistern.

Generalmusikdirektor – Gürzenich-Kapellmeister François-Xavier Roth:

Mit großer Freude habe ich von der Berufung von Hein Mulders zum Intendanten der Oper Köln erfahren. Ich bin mir sicher, dass er mit großer Energie und seiner fantastischen Kreativität das Haus in die Zukunft führen und weiterentwickeln wird. Ich freue mich, mit ihm gemeinsam in den kommenden Spielzeiten zu arbeiten, sowohl im Staatenhaus als auch für die Wiedereröffnung der Oper am Offenbachplatz.

Kölns künftiger Opernintendant Hein Mulders freut sich auf seine neue Wirkungsstätte:

Ich freue mich riesig auf meine neue Aufgabe als Intendant der Oper Köln. Das traditionsreiche Haus am Offenbachplatz nach mehr als einer Dekade Sanierungszeit wiedereröffnen zu dürfen, ist eine große Ehre für mich. Ich möchte bald die Mitarbeiter*innen der Oper und der Bühnen Köln kennenlernen und mich mit ihnen zur Zukunft austauschen. Auf die Zusammenarbeit mit dem Gürzenich-Orchester und Generalmusikdirektor François-Xavier Roth blicke ich mit großer Vorfreude. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam Großartiges leisten werden.

Hintergründe:

  • Derzeit ist Hein Mulders bei der Theater und Philharmonie Essen GmbH als Intendant für die Sparten Aalto-Musiktheater, Essener Philharmoniker und Philharmonie Essen verantwortlich.
  • Vertragsbeginn am Mehrspartenbetrieb Bühnen Köln ist der 1. September 2022 mit dem Titel Opernintendant und Betriebsleiter der Bühnen Köln
  • Vertragslaufzeit: Fünf Spielzeiten (bis 2027)
  • Zusätzlich wurde ein Vorbereitungsvertrag ab Mai 2021 zur Planung der Spielzeit 2022/23 ff abgeschlossen.
  • Die Amtszeit der derzeitigen Intendantin Dr. Birgit Meyer endet nach zehnjähriger Intendanz am 31. August 2022.
Oper Köln / Birgit Meyer und Uwe Eric Laufenberg _ noch vereint kämpfend © IOCO

Oper Köln / Birgit Meyer und Uwe Eric Laufenberg _ 2012 noch vereint kämpfend © IOCO

 Hein Mulders – Biographie und  Aktivitäten

  • Hein Mulders (*1962) ist derzeit Intendant am Aalto-Theater für die Sparten Aalto-Musiktheater, Essener Philharmoniker und Philharmonie Essen.
  • Geboren und aufgewachsen ist er in den Niederlanden. Nach dem Abitur zog er 17-jährig nach Paris, um dort Kunstgeschichte am „École du Louvre“ und Französisch am „Institut Universitaire Catholique“ zu studieren. Danach wechselte er an die Universität Amsterdam, wo er Kunstgeschichte, Archäologie und Italienisch studierte und sich auf Musikwissenschaft und Operngeschichte spezialisierte. Darüber hinaus lernte er an der Musikhochschule in Utrecht Klavier.
  • Nach erfolgreichem Abschluss seines Studiums begann er in der Gesangsabteilung einer der führenden nationalen Musikagenturen in Den Haag als Assistent der Geschäftsführung. Anschließend übernahm er die Position des Orchesterleiters des niederländischen National-Jugendorchesters und begleitete das Orchester auf internationalen Tourneen und Musikfestivals.
  • 1995 begann Hein Mulders als Casting Officer an der Flämischen Oper in Antwerpen und Gent zu arbeiten. Dort wurde er nur ein Jahr später als Leiter für Casting und künstlerische Planung Teil des Führungsteams. Er war verantwortlich für alle künstlerischen Belange, die sich um die Zusammensetzung der Produktionsteams, die Auswahl von Dirigent*innen und um die Besetzung von Sänger*innen drehten sowie für die gesamtkünstlerische Planung. Zur selben Zeit war er Jury- und Vorstandsmitglied des Opernstudios in Flandern.
  • Im Sommer 2006 nahm Hein Mulders die Stelle als Operndirektor an der „De Nederlandse Opera“ in Amsterdam an, wo er als rechte Hand des Intendanten und Regisseurs Pierre Audi neben Casting und der künstlerischen Gesamtplanung ebenfalls die Leitung der Musik- und der Regieabteilung innehatte. Gleich zu Beginn holte Hein Mulders den Dirigenten Marc Albrecht ans Haus, der dort für mehr als zehn Jahre als Generalmusikdirektor wirkte.
  • In Amsterdam besetzte Mulders unter anderem die Uraufführung von Alexander Raskatovs Oper „Hundeherz“ (nach einer Erzählung von Michail Bulgakov), die weltweite Aufmerksamkeit erlangte. Die monumentale Amsterdamer Produktion von Gioachino Rossinis Oper „Wilhelm Tell“ wurde danach an der Metropolitan Opera in New York aufgeführt. In Amsterdam arbeitete Hein Mulders mit Dirigenten wie Maris Jansons, Yannick Nézèt-Séguin und Sir Simon Rattle.
  • Im Mai 2011 wurde Hein Mulders für eine fünfjährige Amtszeit von 2013 bis 2018 zum Intendanten des Aalto-Musiktheater, der Essener Philharmoniker und der Philharmonie in Essen ernannt. Als neuen Generalmusikdirektor für die Essener Philharmoniker und das Aalto-Musiktheater stellte er den tschechischen Dirigenten Tomáš Netopil ein, der zuvor als Musikalischer Leiter am Prager Nationaltheater tätig war. Im Frühjahr 2016 wurde Mulders Vertrag verlängert.
  • In Essen sorgte Hein Mulders mit den Aufführungen der Opern „Medea“ (Aribert Reimann), „Otello“ (Giuseppe Verdi) und „Der Freischütz“ (Carl Maria von Weber) dafür, dass das Aalto-Theater für die Vielfalt und Qualität der unterschiedlichen Produktionen in der Spielzeit 2018/19 zum Opernhaus des Jahres in NRW ernannt wurde. Außerdem setzte Mulders die selten aufgeführte Oper „The Greek Passion“ (Bohuslav Martin?) auf den Spielplan – als die Fluchtbewegung aus Kriegs- und Krisengebieten in Europa auf ihrem Höhepunkt war. Für Nominierungen für das Opern-Jahrbuch sorgte auch die Aufführung des Oratoriums „Il primo omicidio“ („Kain oder Der erste Mord“) des Komponisten Alessandro Scarlatti.
  • Hein Mulders ist Jurymitglied zahlreicher internationaler Gesangswettbewerbe, so unter anderem in Spanien („Virias“/Barcelona, „Julian Gayarre“/Pamplona, Opera de Tenerife/Santa Cruz), Norwegen („Queen Sonja“/Oslo), Italien („Ottavio Ziino“/Rom), Kanada („Jeunes Ambassadeurs Lyrichoregra“/Montreal), Rumänien („Grand Prix de L’Opera“/Bukarest), Österreich („Cesti-Barockoper“/Innsbruck, „Belvedere“/Villach 2019), Brasilien („Maria Callas“/Sao Paulo), Albanien („Marie Kraja“/Tirana), den Niederlanden („IVC“/’s-Hertogenbosch, „Belvedere“/Amsterdam), Südafrika („Belvedere“/Kapstadt 2016), England („Opera Awards“/London 2017) und Lettland („Belvedere“/Jurmala 2018). Zudem war er im September 2020 ebenfalls in der Final-Jury beim Internationalen Dirigierwettbewerb „Guido Cantelli“ in Turin/Novara.

—| IOCO Aktuell Oper Köln |—

Nancy, Opéra national de Lorraine, Êtes-vous amoureux? – Alltägliches wird Opernhaft, IOCO Aktuell, 16.04.2021

Opéra national de Lorraine in Nancy © Opéra national de Lorraine

Opéra national de Lorraine in Nancy © Opéra national de Lorraine

Opéra national de Lorraine

Êtes-vous amoureux?  —  Alltägliches wird Opernhaft

Oper neu gedacht – als mentale Reise 

IOCO stellt vor:  Die Opéra national de Lorraine an der 1 rue Sainte-Catherine von Nancy, Frankreich, stellt eines der bedeutenden Musiktheater Frankreichs mit großer kultureller Tradition dar.  Die Opéra national de Lorraine  deckt ein breites Repertoire ab, unterhält ein großes, eigenes Künstler-Ensemble, welches 180 Personen umfasst; davon 66 Sänger*innen, einen 28-köpfigen Chor und das  Orchester de l’Opéra national de Lorraine. Mit dem Werk  Êtes-vous amoureux?“ geht man auch in Nancy neue, ungewohnte Wege.

Opéra national de Lorraine in Nancy © Opéra national de Lorraine

Opéra national de Lorraine in Nancy © Opéra national de Lorraine

Aus 12 Liebesgeschichten wird eine digitale Nummern-Oper

Êtes-vous amoureux? –  Seit ihr verliebt?

Vertraulichkeiten, die auf der Couch gesammelt wurden? Unter Freunden? Nein, ein Opernlibretto! Êtes-vous amoureux? ist eine Kreation der Opéra national de Lorraine, die die Kühnheit besitzt, die Aussagen der Einwohner über ihre persönlichen Dramen aufzugreifen, ohne deren Frische, aber auch deren Gewalt zu glätten.“ (La Croix)

Aus der Tiefe Neues zu schürfen ist in der ehemaligen Bergbau-Region des Lorraine Ehrensache – das, was gerade am Rokoko-Schmuckkästchenplatz in Nancy mit dem digitalen Projekt NOX der Opéra nationale de Lorraine zu Tage befördert wird, kann zum Glück weltweit miterlebt werden: Paul Brody hat mit der Sound Designerin Chloé Kobuta sowie den beiden Regisseuren Kevin Barz und David Marton mit Êtes-vous amoureuxeine spannende Antwort auf die aktuellen Herausforderungen gestaltet, Alltägliches ins Opernhafte übersetzt und aus 12 Liebesgeschichten eine digitale Nummern-Oper an verschiedensten Orten entwickelt.

Die universelle und doch intime Frage Êtes-vous amoureux?“ – also: „Lieben Sie?“ – wurde unterschiedlichen Einwohnern von Nancy gestellt: im Randlagen-Supermarkt, im Waschsalon. Die Antworten waren immer wieder überraschend; und ihre opernhafte Ausgestaltung wird ihrerseits geliebt: Bereits mehr als 100.000 Klicks zeigen, dass diese Darstellungsform aktuelle Musik die triste Gegenwart verzaubert.

Diese kleine Nationaloper nahe der deutschen und luxemburgischen Grenze bewegt Großes mit kleinen, intimen Einblicken – und verdient internationale Aufmerksamkeit.

Innovativ aus der Not eine Tugend zu machen, ist Tradition in Nancy: Die ehemals lombardische und habsburgische Stadt bot unter dem französischen König Louis dem letzten polnischen König Exil, der ihr daraufhin das Opernhaus schenkte. In dem kleinen Haus weht ein großer, europäischer Geist: Unter dem Spielzeit-Motto der Verklärten Nacht werden neue Zugänge geschaffen, die den Blick für die Realitäten öffnen und Reflektion stärken.

Auch live soll es bald weitergehen! Am 22. Juni ist die Premiere von Rigoletto von Giuseppe Verdi geplant, in der Regie von Richard Brunel – dem designierten Intendanten von Lyon. An dem Tag wird auch die Saison 21/22 vorgestellt. Es ist mit Spannung zu erwarten, was Matthieu Dussouillez, der junge Intendant der Opéra national de Lorraine, entwickelt hat – denn sein Gespür in den Projekten wie NOX oder mit der vielversprechenden neuen Generalmusikdirektorin Marta Gardolinska lassen hoffen.

Überblick

25. März 2021  –  NOX #1 – Êtes-vous amoureux?  – Online launch / UA  

https://www.opera-national-lorraine.fr/en/nox-1

Êtes-vous amoureux?      Opern-Interview

Nancy Opera Xperience #1
Online launch / UA am 25. März 2021
Paul Brody, Komposition
Chloé Kobuta, Texte
Kevin Barz & Paul Brody, Konzept
Kevin Barz, Regie und Video
Orchestre et Chœur de l’Opéra national de Lorraine
Guillaume Fauchère, Einstudierung Chor
Jonathan Stockhammer, Dirigent

Rigoletto der Opéra de Toulon
youtube Trailer Alexandre Vallée
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22. Juni 2021, 20.00 Uhr –  Nancy, Opéra national de Lorraine 

Rigoletto – Giuseppe Verdi

Ko-Produktion Opéra de Rouen Normandie, Opéra de Toulon, Théâtres de la Ville de Luxembourg
Alexey Tatarintsev, Le Duc de Mantoue
Juan Jesús Rodríguez, Rigoletto
Rocío Pérez, Gilda
Onay Köse, Sparafucile 
Francesca Ascioti, Maddalena
Pablo Lopez, Comte Monterone
Francesco Salvadori, Marullo
Bo Zhao, Borsa
Samuel Namotte, Comte Ceprano</em
Orchestre de l’Opéra national de Lorraine
Alexander Joel, Dirigent
Richard Brunel, Regie

—| IOCO Aktuell Opéra national de Lorraine |—

Kiel, Theater Kiel, Schleswig-Holsteinische Modellprojekte – 19.4. – 30.5.2021, IOCO Aktuell, 14.04.2021

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Theater Kiel

Opernhaus Kiel / Blick über den Rathausplatz © VollwertBIT

Opernhaus Kiel / Blick über den Rathausplatz © VollwertBIT

Theater Kiel – Schleswig-Holsteinische Modellprojekte 

 19. April bis 30. Mai 2021 – Theater Kiel mit allen Sparten –   abwechslungsreicher Spielplan

Das Theater Kiel hat sich im Rahmen der schleswigholsteinischen Modellprojekte zur Wiedereröffnung der Kulturstätten während der CoronaPandemie mit einem abwechslungsreichen Spielplan aller fünf Sparten Oper, Ballett, Philharmonisches Orchester, Schauspiel und Junges Theater als Modellprojekt beworben und wurde damit ausgewählt. Dies gaben Kulturministerin Karin Prien und Generalintendant Daniel Karasek am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Landeshaus bekannt. Gespielt wird im Modellzeitraum von 19. April bis 30. Mai 2021 im Opernund im Schauspielhaus sowie im Konzertsaal am Kieler Schloss.

Digitaler Rundgang durch das Kieler Opernhaus
youtube Trailer Theater Kiel
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Das Junge Theater im Werftpark gastiert mit seinen Produktionen im Schauspielhaus, da der Saal im Jungen Theater zu klein wäre unter den aktuellen Bedingungen. Neben bereits bekannten Produktionen aus dem Herbst 2020 sind folgende Premieren geplant:

  • »Der Vetter aus Dingsda«, Operette von Eduard Künneke, am Dienstag, 20. April im Opernhaus
  • »Bin nebenan. Monologe für Zuhause« von Ingrid Laus und, am Freitag, 23. April im Schauspielhaus
  • »Herzensstücke«, Ballett von Yaroslav Ivanenko, am Samstag, 24. April im Opernhaus
  • »Stepping Forward #Junge Choreograf*innen«, Tanzabend, am Mittwoch, 28. April im Opernhaus
  • »Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)« von Adam Long, Daniel Singer, Jess Winfield, am Samstag, 8. Mai im Schauspielhaus
  • GastspielPremiere »Dirk Schäfer: Hinter den Wölfen«, am Donnerstag, 13. Mai im Schauspielhaus
  • »Anatevka«, Musical von Jerry Bock, am Sonntag, 30. Mai im Opernhaus

My fair Lady am Theater Kiel
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Des Weiteren sind zwei Philharmonische Konzerte (25./26.04. sowie 09./10.05.), die Wiederaufnahmen von »Seine Braut war das Meer und sie umschlang ihn« von Andreas Marber (22.04., Schauspielhaus) und vom Musical »My fair lady« (06.05., Opernhaus) sowie ein Gastspiel von DeichArt im Schauspielhaus und zwei Kammerkonzerte der Musikfreunde im Konzertsaal geplant.

Das Theater Kiel möchte mit diesem Spielplan zeigen, dass ein regulärer Spielbetrieb unter CoronaBedingungen möglich ist. Tickets sind nur in Verbindung mit einem negativen Covid19Test gültig, derbei Vorstellungsbeginn nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Theaterkarten – Click and meet HERE! – www.theater-kiel.de

Während der Vorstellungen gilt außerdem eine Maskenpflicht und die Zuschauer*innen verpflichten sich dazu, einen Fragebogen zum aktuellen Gesundheitsstand sowie eine Publikumsbefragung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur auszufüllen.

Der Vorverkauf für die erste Woche der sechswöchigen Testphase startet am Mittwoch, 14. April um 10.00 Uhr online (www.theaterkiel.de) sowie telefonisch unter 0431 901 901 (Di bis Fr 1013 Uhr). Die Vorverkaufskassen werden am Samstag, 17. April wieder für den Pub-likumsverkehr geöffnet. Ab dann gelten die regulären Öffnungszeiten (Di bis Fr 1018 Uhr, Sa 1013 Uhr im Opernund im Schauspielhaus). Für jede weitere Woche startet der Vorverkauf dann auch immer am Mittwoch der Vorwoche um 10.00 Uhr.

—| IOCO Aktuell Theater Kiel |—

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