Wien, Wiener Staatsoper; Olymp der Kultur – Weltmeister der Performance, IOCO Aktuell, 03.07.2018

wien_neu.gif

Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Die Wiener Staatsoper – Olymp der Musiktheater

Die Wiener Staatsoper ist der Olymp der Musiktheater, weltweit. Die Weltgeltung der Staatsoper hält der Franzose Dominique Meyer seit 2011 auf einzigartig hohem Niveau: 600.000 Besucher jährlich, eine Auslastung von 98 – 99% auf 2.284 Plätzen: Normalität in Wien, doch weltweit einzigartig. So auch die nun berichteten Zahlen der Spielzeit 2017/18.

Wiener Staatsoper / Dream-Team der Musikthearer Legris - Meyer - Platzer - Aber nur bis 2020 © IOCO

Wiener Staatsoper / Dream-Team der Musikthearer Legris – Meyer – Platzer – Aber nur bis 2020 © IOCO

  Wiener Staatsoper 2017/2018: Olymp der Kultur – Weltmeisterliche Zahlen

Traditionell beginnt Dominique Meyer jährliche Spielplan-Pessekonferenzen der Wiener Staatsoper nicht – wie viele seiner Kollegen – mit schwärmerischen Ausflügen auf den Hochaltar der Kultur sondern mit irdischem: mit Zahlen zur laufenden Spielzeit und dem alltäglichen Kampf um hohe Auslastung („…es gibt Leute die sagen, Auslastung sei nicht wichtig; doch was würden diese Leute sagen, wenn die Auslastung niedrig wäre..„); so auch zur Jahrespressekonferenz für die Spielzeit 2017/18 im April 2017. Nun, im Juli 2018 liefert Dominique Meyer aktuelle Zahlen der Wiener Staatsoper zur  Spielzeit 2017/18. Diese Zahlen bestätigen erneut die weltweite Spitzenstellung  der Wiener Staatsoper  mit Dominique Meyer.

Ab Ende 2020 werden Bogdan Rošcic als Intendant und Martin Schläpfer als neuer Ballettdirektor die Staatsoper Wien leiten; Roscic und Schläpfer konnten bisher keine ähnlichen Erfolge an großen Musiktheatern vorweisen.

Die Wiener Staatsoper 2017/18 in Zahlen

Die Auslastung betrug 98,61% (2016/2017: 98,83%). 608.952 Gäste (2016/2017: 601.532), besuchten 292 Opern-, Ballettvorstellungen und Matineen auf der Hauptbühne (2016/2017: 289), 90 Vorstellungen im Studio Walfischgasse (2016/2017: 84) sowie 20 Matineen im Gustav Mahler-Saal (2016/2017: 17).

In der Spielzeit 2017/2018 konnte die Wiener Staatsoper erneut einen Einnahmenrekord durch Kartenverkauf erzielen: 35.298.761,91 Euro (2016/2017: 35.205.803,24).

Erfreulich auch die Anzahl an verkauften Kinderkarten im Haupthaus und in der Walfischgasse: Insgesamt wurden 13.469 Kinderkarten (2016/2017: 10.500) ausgegeben Dazu kommen in beiden Spielzeiten rund 7.000 Kinder in den beiden Vorstellungen von Die Zauberflöte  für Kinder am Tag nach dem Wiener Opernball. WStoPM / VJ

—| IOCO Aktuell Wiener Staatsoper |—

Wien, Wiener Staatsoper, NUREJEW GALA, 29.06.2018

Juni 27, 2018  
Veröffentlicht unter Ballett, Pressemeldung, Wiener Staatsoper

wien_neu.gif

Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

WIENER STAATSBALLETT – NUREJEW GALA 2018 AM 29. JUNI 2018

Zum Abend und Programm : Auch in diesem Jahr bildet die beliebte Nurejew Gala den krönenden Abschluss einer weiteren erfolgreichen Saison des Wiener Staatsballetts. Bei der diesjährigen Gala am Freitag, 29. Juni 2018 präsentiert die Compagnie ein gewohnt abwechslungsreiches und vielgestaltiges Programm aus der internationalen Welt des Tanzes. An ihren Namensgeber erinnert die Gala u. a. mit Marguerite and Armand, dem Stück, das Frederick Ashton 1963 für Rudolf Nurejew und Margot Fonteyn choreographierte, sowie mit Ausschnitten aus Raymonda und Schwanensee unter dem Titel Nureyev Celebration: Anlässlich des 80. Geburtstages von Rudolf Nurejew stellte Manuel Legris eine kompakte Auswahl aus den beiden Werken zusammen, die das Wiener Staatsballett erstmals auf seiner Japan-Tournee im Mai 2018 präsentierte und die den Abschluss der diesjährigen Nurejew Gala im Haus am Ring bildet.

Auch einem weiteren Jahresregenten – Marius Petipa – wird anlässlich seines 200. Geburtstags nicht nur mit einem Pas de deux aus Satanella sowie einem Ausschnitt aus Le Rendez-vous Tribut gezollt; sein Einfluss ist auch bei den Auszügen aus Le Corsaire, Raymonda und Schwanensee gegenwärtig.

Zu den weiteren Programmpunkten zählen die Staatsopern-Erstaufführungen von George Balanchines Valse Fantaisie, Eno Pecis Opus 25, Neumeiers Opus 100 – Für Maurice und Maillots The Taming of the Shrew. Mit Auszügen aus Neumeiers Le Pavillon d’Armide, MacMillans Concerto, Clugs Peer Gynt, Eifmans Giselle Rouge und Lukács’ Movements to Stravinsky präsentiert die Compagnie weitere Höhepunkte aus ihrem Repertoire.

Die Nurejew Gala wird im Rahmen von „Oper live am Platz“ auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen.

Zur Besetzung : Nicht nur die Tänzerinnen und Tänzer des Wiener Staatsballetts – zu erleben sind u. a. die Ersten SolotänzerInnen Olga Esina, Kiyoka Hashimoto, Liudmila Konovalova, Ketevan Papava, Nina Poláková, Maria Yakovleva, Davide Dato, Robert Gabdullin, Masayu Kimoto, Roman Lazik und die SolotänzerInnen Ioanna Avraam, Alice Firenze, Nikisha Fogo, Natascha Mair, Jakob Feyferlik, Eno Peci und Mihail Sosnovschi – präsentieren sich noch einmal vor der Sommerpause dem Publikum, auch heuer wirken renommierte internationale Gastsolistinnen und Gastsolisten bei der Nurejew Gala mit: Es tanzen Isabelle Guérin – in Le Rendez-vous mit Ballettdirektor Manuel Legris – Olga Smirnova und Semyon Chudin vom Bolschoi Ballett, Marianela Nuñez und Vadim Muntagirov vom Royal Ballet sowie Alexandre Riabko und Ivan Urban (beide Hausdebüt an der Wiener Staatsoper) vom Hamburg Ballett.

Aufgrund von Erkrankungen kommt es zu folgenden Umbesetzungen: Anstelle von Irina Tsymbal wird Gastsolistin Isabelle Guérin mit Manuel Legris in Petits Le Rendez-vous zu erleben sein; Mihail Sosnovschi tanzt anstelle von Denys Cherevychko in Satanella; Roman Lazik verkörpert anstelle von Vladimir Shishov den Vater in Marguerite and Armand; Eno Peci tanzt anstelle von Vladimir Shishov in Giselle Rouge und Masayu Kimoto anstelle von Denys Cherevychko die Variation von Prinz Siegfried aus dem 1. Akt von Schwanensee im Rahmen der „Nureyev Celebration“ zum Abschluss der Gala. Fiona McGee tanzt anstelle von Nikisha Fogo in Movements to Stravinsky.

Am Dirigentenpult steht Kevin Rhodes – er leitet die Nurejew Gala im Haus am Ring bereits zum vierten Mal musikalisch.


Sonderpublikation „Impressionen zur Nurejew Gala“ : Anlässlich des 80jährigen Geburtstages von Rudolf Nurejew erscheint zeitgleich zur diesjährigen Nurejew Gala „Impressionen zur Nurejew Gala“, ein Bildband mit Kurztexten, der die Nurejew Gala in Wien seit der Saison 2010/2011 dokumentiert. Darin kommen Manuel Legris sowie weitere bekannte Choreographinnen und Choreographen der Gegenwart, wie zum Beispiel John Neumeier, zu Wort.

Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper für Ballettdirektor Manuel Legris : Im Anschluss an die Nurejew Gala am 29. Juni wird Ballettdirektor Manuel Legris auf offener Bühne zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt. Die Ehrung sowie die Überreichung des von Juwelier Wagner gesponserten Ehrenrings erfolgt durch Staatsoperndirektor Dominique Meyer und Jürgen Meindl, Leiter der Sektion Kunst und Kultur im Bundeskanzleramt.


Detailliertes Programm


NUREJEW GALA 2018
Künstlerische Leitung: Manuel Legris
Dirigent: Kevin Rhodes

Teil I:

VALSE FANTAISIE
Choreographie: George Balanchine | Musik: Michail Glinka
Natascha Mair – Jakob Feyferlik; Elena Bottaro, Adele Fiocchi, Sveva Gargiulo, Madison Young

OPUS 25
Choreographie: Eno Peci | Musik: Frédéric Chopin
Maria Yakovleva – Eno Peci
LE PAVILLON D’ARMIDE (Ausschnitt)
Choreographie: John Neumeier | Musik: Nikolai Tscherepnin
Masayu Kimoto

CONCERTO (Ausschnitt)
Choreographie: Kenneth MacMillan | Musik: Dmitri Schostakowitsch
Nina Poláková – Roman Lazik;
Elena Bottaro, Anita Manolova, Rikako Shibamoto,
Richard Szabó, Dumitru Taran, Andrey Teterin

SATANELLA (Ausschnitt)
Choreographie: Marius Petipa | Musik: Cesare Pugni
Kiyoka Hashimoto – Mihail Sosnovschi

GISELLE ROUGE (Ausschnitt)
Choreographie: Boris Eifman | Musik: Peter Iljitsch Tschaikowski
Ketevan Papava – Eno Peci

THE TAMING OF THE SHREW (Ausschnitt)
Choreographie: Jean-Christophe Maillot | Musik: Dmitri Schostakowitsch
Olga Smirnova (Gast, Principal Dancer beim Bolschoi Ballett)
Semyon Chudin (Gast, Principal Dancer beim Bolschoi Ballett)

RAYMONDA (Ausschnitt)
Choreographie: Rudolf Nurejew nach Marius Petipa | Musik: Alexander Glasunow
Raymonda: Maria Yakovleva | Clémence: Eszter Ledán | Henriette: Elena Bottaro
Bernard de Ventadour: Scott McKenzie | Béranger: Richard Szabó
Andreas II: Zsolt Török | Gräfin Sybille: Alena Klochkova | Ensemble

Teil II:

MARGUERITE AND ARMAND
Choreographie: Frederick Ashton | Musik: Franz Liszt, arr. Dudley Simpson
Marguerite: Marianela Nuñez (Gast, Principal beim Royal Ballet)
Armand: Vadim Muntagirov (Gast, Principal beim Royal Ballet)
Vater: Roman Lazik | Herzog: Alexis Forabosco | Zofe: Franziska Wallner-Hollinek

Teil III:

MOVEMENTS TO STRAVINSKY (Ausschnitt)
Choreographie: András Lukács | Musik: Igor Strawinski
Alice Firenze – Masayu Kimoto; Ioanna Avraam – James Stephens;
Fiona McGee – Richard Szabó;
Sveva Gargiulo, Arne Vandervelde, Géraud Wielick

LE CORSAIRE (Ausschnitt)
Choreographie: Manuel Legris | Musik: Léo Delibes
Médora: Liudmila Konovalova | Conrad: Robert Gabdullin

PEER GYNT (Ausschnitt)
Choreographie: Edward Clug | Musik: Edvard Grieg
Solveig: Nina Poláková | Peer Gynt: Davide Dato

OPUS 100
Choreographie: John Neumeier | Musik: Simon & Garfunkel
Alexandre Riabko (Gast, Erster Solist beim Hamburg Ballett)
Ivan Urban (Gast, Sonderdarsteller und Ballettmeister-Assistent beim Hamburg Ballett)

JEWELS (Ausschnitt: Diamonds Pas de deux)
Choreographie: George Balanchine | Musik: Peter Iljitsch Tschaikowski
Olga Smirnova (Gast, Principal Dancer beim Bolschoi Ballett)
Semyon Chudin (Gast, Principal Dancer beim Bolschoi Ballett)

LE RENDEZ-VOUS (Ausschnitt)
Choreographie: Roland Petit | Musik: Joseph Kosma

NUREYEV CELEBRATION (Ausschnitte aus Raymonda und Schwanensee)
RAYMONDA
Choreographie: Rudolf Nurejew nach Marius Petipa | Musik: Alexander Glasunow

1. Akt, Adagio:
Raymonda, Gräfin de Doris: Olga Esina
Ritter Jean de Brienne:, Raymondas Verlobter: Jakob Feyferlik

3. Akt:
Henriette, Raymondas Freundin: Natascha Mair
Vier Kavaliere: Scott McKenzie, Tristan Ridel, Dumitru Taran, Arne Vandervelde
Clémence, Raymondas Freundin, und zwei Damen: Adele Fiocchi – Anita Manolova, Rikako Shibamoto

2. Akt:
Abderachman, Sarazenischer Fürst: Mihail Sosnovschi
Sarazenen-Duo: Sveva Gargiulo, Francesco Costa
Raymonda, Gräfin de Doris: Olga Esina
SCHWANENSEE
Choreographie: Rudolf Nurejew nach Marius Petipa und Lew Iwanow | Musik: Peter Iljitsch Tschaikowski

1.Akt, Pas de cinq:
Coda: Leonardo Basílio (Prinz Siegfried), Ioanna Avraam, Alice Firenze, Scott McKenzie, Richard Szabó (Gefährtinnen und Gefährten des Prinzen)
Variation Prinz Siegfried: Masayu Kimoto

3. Akt:
Die spanischen Tänzer: Gala Jovanovic, Oxana Kiyanenko, Alexandru Tcacenco, Andrey Teterin
Die ungarischen Tänzer: Nikisha Fogo, Géraud Wielick und Ensemble
Pas de deux (Coda): Liudmila Konovalova (Odile), Masayu Kimoto (Prinz Siegfried)
Isabelle Guérin – Manuel Legris

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

Wien, Wiener Staatsoper, Martin Schläpfer folgt Manuel Legris – 2020, IOCO Aktuell, 23.06.2018

wien_neu.gif

Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

 2020 – Martin Schläpfer – Direktor des Wiener Staatsballetts

Der Chefchoreograph und Künstlerische Direktor des Balletts am Rhein Düsseldorf Duisburg, Martin Schläpfer, *1959 in Altstätten, ist zum neuen Direktor des Wiener Staatsballetts, der Compagnie der Wiener Staatsoper und der Volksoper Wien, sowie der Wiener Ballettakademie berufen worden. Er wird sein neues Amt zur Saison 2020/2021 mit Beginn der Intendanz von Bogdan Rošcic an der Wiener Staatsoper antreten. An der Wiener Staatsoper tritt Schläpfer die Nachfolge von Manuel Legris an, der gemeinsam mit Direktor Dominique Meyer  Ende der Saison 2019/20 aus dem Amt scheidet.

Martin Schläpfer war 2009 in Düsseldorf Youri Vamos gefolgt, welcher speziell durch klassisches Handlungsballette beliebt und populär war. Schläpfer setzte Nussknacker, Dornröschen, Schneewittchen ab und ersetzte sie durch innovative, abstrakte, fordernde Choreographien wie Illusion, Lonesome George, Voices Borrowed, Der grüne Tisch oder, aus seiner Heimat, die wunderbaren Appenzellertänze.  Das Ballett am Rhein zeigte in solchen Choreographien spannende kampfakrobatische Szenen oder trauernd ausdruckstarke expressive Soli. Populär waren diese Choreographien in der Ballettcommunity, nicht jedoch in der breiten Öffentlichkeit; die Auslastung von Schläpfer-Abenden war durchwachsen; das Theater Duisburg reduzierte sogar seine Ballett-Abende. Nun, im Juni 2018, Schläpfers Abschied aus Düsseldorf bereits beschlossen, zeigen Schläpfer und das Ballett am Rhein wieder lang vermisstes klassisches Handlungsballett, Schwanensee. Alle kommenden Vorstellungen sind weitgehend ausverkauft; wenn auch Wiebke Hüster / FAZ die Choreographie Schläpfers krass negativ beurteilt: „Der neue „Schwanensee“, so viel steht nach der Düsseldorfer Premiere der neuen Choreographie von Martin Schläpfer fest, ist tiefste Provinz – Provinz mit Geld“, so Wiebke Hüster / FAZ.

Anfang 2018 wurde Remus Sucheana  ab der Spielzeit 2019 als neuer Ballettdirektor für das Ballett am Rhein installiert. Martin Schläpfer fungiert ab Herst 2019 nicht mehr als Ballettdirektor sondern nur als „Choreographer in Residence“, mit einer Choreographie pro Spielzeit.

Der Abschied Martin Schläpfers aus Düsseldorf hatte sich lange angekündigt. 2016 erklärte er zu seinem Wirken in Düsseldorf tief frustriert wie öffentlich: „Die Stadt schafft es nicht…, Ich brauche deutlich mehr Geld.., als Mensch hier nicht heimisch….ich habe kein Publikum, das nach Handlungsballetten verlangt….das Balletthaus ist kein Grund auf den Knien zu liegen….“.  Der kommende Abschied Schläpfers aus Düsseldorf / Duisburg war lange spürbar; nun ist er „amtlich“.


MartiSchläpfer © Max Brunnert

Martin Schläpfer © Max Brunnert

In den zwei Spielzeiten bis zu seinem Wechsel in 2020 wird Martin Schläpfer das Ballett am Rhein weiterhin gemeinsam mit Ballettdirektor Remus Sucheana leiten.

Martin Schläpfer hatte das Angebot aus Wien im Frühjahr 2018 erhalten, wenige Monate, nachdem im November 2017 vereinbart worden war, dass er von Spielzeit 2019/2020 bis 2023/2024 als „Choreographer in Residence“ für das Ballett am Rhein tätig sein werde.

Der Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein, Prof. Christoph Meyer, kommentiert den Wechsel des mehrfach preisgekrönten Choreographen vom Rhein an die Donau: „Wir freuen uns sehr für Martin Schläpfer, auch wenn dies für uns einen großen Verlust bedeutet. Martin Schläpfer hat das Ballett am Rhein in kurzer Zeit an die Spitze der Ballettwelt geführt und auf internationalem Parkett zu einer der wichtigsten Adressen der Tanzkunst gemacht. Dass er jetzt das Angebot erhalten hat, mit dem Wiener Staatsballett eine der größten Ballettcompagnien der Welt zu leiten, ist nach den zahlreichen Preisen und Auszeichnungen eine Würdigung seiner unvergleichlichen Arbeit in Düsseldorf und Duisburg.“

Martin Schläpfer: „Meine Arbeit als Ballettdirektor und Chefchoreograph des Balletts am Rhein war und ist  für mich künstlerisch sehr wichtig, sehr intensiv und schön. Ich bin dem Kulturdezernenten Hans-Georg Lohe und dem Generalintendanten Christoph Meyer sehr dankbar, dass sie mir 2009 ihr Vertrauen ausgesprochen und die Leitung dieser wunderbaren Compagnie anvertraut haben; ich bin zudem dankbar für die Unterstützung, die ich hier erfahre, und für das Publikum, das uns auf unserem Weg mit Aufgeschlossenheit und Neugierde begleitet hat. Doch nun, nach zehn Jahren, in denen ich zahlreiche Angebote aus dem In- und Ausland abgelehnt habe, um ausschließlich in Düsseldorf und Duisburg zu wirken, habe ich mich nach reiflicher Überlegung entschieden, die neue Aufgabe in Wien anzunehmen, die für mich eine große, künstlerisch notwendige und in diesem Sinne folgerichtige Herausforderung darstellt.

Intendant Dominique Meyer und Ballettchef Manuel Legris © IOCO

Wiener Staatsoper / Intendant Dominique Meyer und Ballettchef Manuel Legris scheiden Ende 2020 aus ihren Ämtern © IOCO

Generalintendant Christoph Meyer wird nun gemeinsam mit der Kulturpolitik in Düsseldorf und Duisburg über das Nachfolgemodell beraten. „Martin Schläpfer arbeitet noch volle zwei Jahre mit dem Ballett am Rhein. Das bietet uns genügend Spielraum, um rechtzeitig eine Nachfolgeregelung zu präsentieren, die dem hohen Anspruch der Aufgabe und dem künstlerisch herausragenden Niveau unserer Compagnie entspricht“, so Meyer. PMDOR / VJ

—| IOCO Aktuell Wiener Staatsoper |—

 

Wien, Wiener Staatsoper, Der Freischütz – Carl Maria von Weber, 11.06.2018

wien_neu.gif

Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

[English: Please see attached PDF]

 DER FREISCHÜTZ – Carl Maria von Weber

Premiere und Produktion

Die kommende Premiere der Wiener Staatsoper  von Der Freischütz  am 11. Juni 2018 sowie die Aufführungen am 14., 17. und 28. Juni 2018 werden im Rahmen von Oper live am Platz live auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen.

Mit Der Freischütz steht am Montag, 11. Juni 2018 die letzte Staatsopernpremiere der Spielzeit 2017/2018 auf dem Programm: Mit dieser Neuinszenierung ist Carl Maria von Webers 1821 in Berlin uraufgeführte „romantische Oper in drei Aufzügen“ nach 19 Jahren wieder im Haus am Ring zu erleben.

Schon wenige Monate nach der Eröffnung der Hofoper – am 1. Jänner 1870 – wurde das Werk zum ersten Mal im Haus am Ring gezeigt. Es folgten weitere acht Neuproduktionen (davon eine im Volksoperngebäude) bis zur bisher jüngsten Neuinszenierung 1995 in einer Regie von Alfred Kirchner und unter der musikalischen Leitung von Leopold Hager. Der Freischütz wurde im Haus am Ring bisher insgesamt 477 Mal in zehn unterschiedlichen Produktionen gezeigt, zuletzt stand die Oper im April 1999 auf dem Staatsopernspielplan.

Wiener Staatsoper / Der Freischütz hier Camilla Nylund als Agathe © Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Der Freischütz hier Camilla Nylund als Agathe und Ensemble © Michael Pöhn

Musikalisch geleitet wird die nun anstehende Neuproduktion von Tomáš Netopil: Der tschechische Dirigent, Generalmusikdirektor des Aalto Theaters und der Philharmonie Essen, debütierte 2014 mit Rusalka im Haus am Ring und leitete bisher weiters auch Vorstellungen von Das schlaue Füchslein, Così fan tutte und Kátja Kabanová. Er dirigiert Der Freischütz erstmals komplett und will in seiner Interpretation die ursprüngliche Form der Oper zeigen, wie er im Gespräch mit Oliver Láng für das Staatsopernmagazin Prolog betont: „Den Freischütz möchte ich am liebsten nicht aus dem interpretieren, was die nachfolgenden Generationen aus ihm gemacht haben, sondern aus seiner Zeit heraus. Mit anderen Worten: Mich interessiert die Weber’sche Romantik, die „klassische“ Romantik und nicht die späteren Steigerungsstufen.“ Das Musikalisch-Romantische im Freischütz definiert der Dirigent so: „Ich denke, es ist die große Kraft der Kontraste – das hat in der damaligen Zeit gewirkt und ist bis heute ungemein wirkungsvoll. Melodie, Rhythmik, Harmonik, die Effekte: Hier verwendet Weber starke Gegensätze. Dazu kommt eine Freiheit in den melodischen Linien. Auch der Einsatz von Volksmusik-Klängen spielt in diese Richtung: Dadurch wird das Menschliche unterstrichen, aber auch das romantische Sujet unterstützt.“

Der deutsche Regisseur Christian Räth brachte an der Wiener Staatsoper bisher Macbeth heraus. Er nähert sich der Freischütz-Partitur – wie Dramaturg Andreas Láng im Staatsopernmagazin „Prolog“ erläutert – und dem ihr innewohnenden Wechselspiel aus Schönheit und Abgründen, indem er den männlichen Protagonisten Max (Foto unten) in ein neues Umfeld stellt respektive sein Betätigungsfeld erweitert. Dieser ist bei Räth nicht bloß Jäger, sondern zuvorderst Künstler, genauer Komponist. Damit gliedert Christian Räth die Freischütz-Handlung in eine Denk- und Erzähltradition ein, nach der geniale Künstler ihre kreative Schöpfungskraft aus dunklen, verbotenen Quellen speisen. Max’ wohl psychologisch motiviertes Nicht-schießen-können wird auf diese Weise als Inspirationsblockade gelesen, die ihn am Beginn einerseits daran hindert, seien Oper zu vollenden und ihn andererseits in Tagträume ausweichen lässt, die seinen von ihm erhofften Ruhm und Erfolg antizipieren. Die Fallhöhe, die sich dadurch zu Max’ Realität auftut, wird entsprechend größer und macht ihn anfällig, zu neuen, bisher unbeschrittenen Wegen verführt zu werden: Was ihm der geheimnisvoll-bedrohliche Caspar dann allerdings einflüstert, Inspirationen nämlich, denen sich Max bis dahin aus moralischen und gesellschaftlichen Gründen nicht zu ergeben getraut hat, könnten, so Christian Räth, durchaus aus ihm selber stammen. Das Publikum erlebt somit auf der Bühne Max’ Innenschau, den Freischütz gewissermaßen aus seiner Perspektive – Realität und Visionen wechseln einander ab, überlappen sich und sind zum Teil bewusst nicht voneinander zu trennen. Die ihn umgebenden Charaktere erscheinen folglich auch als Projektionsfläche des um die Schaffenskraft ringenden Komponisten. Diese Neuproduktion zeigt also ein Künstlerdrama, in der sich der Protagonist entscheiden muss, zwischen seiner Verantwortung gegenüber der Wahrheit seines Schöpfertums und der Verantwortung gegenüber seinen ihn umgebenden und liebenden Nächsten.

Die Ausstattung stammt aus der Feder des irischen Bühnen- und Kostümbildners Gary McCann, der an der Wiener Staatsoper bereits für Macbeth mit Christian Räth zusammenarbeitete. Für das Lichtdesign zeichnet Thomas Hase verantwortlich, für die Videoeffekte Nina Dunn und für die Choreographie Vesna Orlic.

Wiener Staatsoper / Der Freischütz hier Hans Peter Kammerer als Samiel und Albert Dohmen als Eremit © Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Der Freischütz hier Hans Peter Kammerer als Samiel und Albert Dohmen als Eremit © Michael Pöhn

Die Sängerbesetzung

Alle Solistinnen und Solisten geben in der Premiere ihr Staatsopern-Rollendebüt:

Andreas Schager gestaltet den Max Der Freischütz ist nach seinem bejubelten Staatsoperndebüt mit dem Apollo in Daphne im vergangenen Dezember die erste Premiere des österreichischen Tenors im Haus am Ring. Für das Staatsopernmagazin Prolog sprach er mit Andreas Láng über den Max in der neuen Produktion, der vor allem ein Künstler, ein Komponist ist: „Als ich meinen ersten Max sang, hat der leider schon verstorbene Robert Herzl zu mir gesagt: ‚Du, das ist leider eine undankbare Rolle.‘ Und er hatte irgendwie Recht: Die schöne, bekannte Arie, in der wirklich alles drinnen ist, kommt schon zu Beginn dran, und dann verläuft die – nicht sehr lange – Partie immer mehr. Max ist am Ende nur bedingt präsent. Außerdem ist er ein Versager, was ihn zu Unrecht als schwach erscheinen lässt. Das ist auch einer der Gründe, warum er fälschlicherweise oft zu lyrisch besetzt wird. So wie der Erik im Fliegenden Holländer, den Wagner ausdrücklich nicht larmoyant, sondern kernig, männlich gewünscht hat, muss auch der Max etwas darstellen … […] Dadurch, dass die eigentliche Handlung [Anm.: in der kommenden Produktion] sich mit den Visionen und Vorstellungen des Komponisten überschneidet, vieles durch die Brille des Max gesehen wird, ist er deutlich stärker mit der Gesamtgeschichte verwoben und gewinnt demzufolge an Profil. Ja, ich freue mich auf diese Produktion.“

Die Agathe verkörpert Camilla Nylund. Der Freischütz ist für die finnische Sopranistin nach der Elsa (Lohengrin) die zweite Premiere im Haus am Ring, wo sie weiters u. a. in den Titelpartien von Arabella, Ariadne auf Naxos, Rusalka, Salome sowie als Elisabeth (Tannhäuser), Leonore (Fidelio), Marschallin (Der Rosenkavalier), Sieglinde (Die Walküre) sowie kürzlich als Capriccio-Gräfin erfolgreich war. Auf die Frage, was Agathe an Max in der kommenden Freischütz-Produktion liebt, antwortet sie im „Prolog“: „Wir haben lange mit dem Regisseur darüber gesprochen: Vielleicht hat sie Mitleid mit ihm, ein Rettersyndrom? Frauen wollen doch so oft Männer vor sich selber schützen. Auf jeden Fall ist sie verliebt in ihn und lässt sich von niemandem diese Liebe ausreden. Selbst die Tatsache, dass sie die Schwierigkeiten im Zusammenleben mit einem Künstler erkennt, noch dazu mit einem, der an sich zweifelt, lässt sie nicht umdenken. Auch nicht ihr augenscheinliches Dilemma: Einerseits sucht sie in seiner Musik Trost, wie man bei uns in ihrer ersten Arie sehen wird, andererseits ist Max eher an seiner Musik interessiert als an ihr. Sie weiß, dass das Komponieren der Sinn seines Lebens ist, dass es aber zugleich zwischen ihnen steht.“

Alan Held singt den Caspar – der amerikanische Bassbariton debütierte 2001 als Wotan (Das Rheingold) an der Wiener Staatsoper und sang hier bisher noch Jochanaan (Salome), die vier Bösewichte (Les Contes d’Hoffmann) und Orest (Elektra). Der Freischütz ist seine erste Premiere an der Wiener Staatsoper.

Wiener Staatsoper / Der Freischütz hier Andreas Schager als Max © Michael Pöhn

Wiener Staatsoper / Der Freischütz hier Andreas Schager als Max © Michael Pöhn

Daniela Fally ist als Ännchen zu erleben, ein, wie die Künstlerin sagt, „Zwischenwesen, das sich an Agathe dranhängt und sich für die Zukunft noch alle Optionen offen lässt“. An der Wiener Staatsoper feierte die international gefragte Sängerin bisher u. a. als Fiakermilli (Arabella), Zerbinetta (Ariadne auf Naxos), Amina (La sonnambula) und Sophie (Der Rosenkavalier) Erfolge. Nach der Fiakermilli, Waldvöglein (Kinderopern-Premiere Wagners Nibelungenring für Kinder), Pünktchen (Kinderopern-Uraufführung Pünktchen und Anton), Barbarina (Le nozze di Figaro), Ada (Kinderopern-Premiere Die Feen) und der Zerbinetta ist Der Freischütz ihre siebte Premiere im Haus am Ring.

Den Ottokar verkörpert der der Wiener Staatsoper seit vielen Jahren verbundene Publikumsliebling KS Adrian Eröd. Der Freischütz ist bereits seine 15. Premiere im Haus am Ring nach Mercutio (Roméo et Juliette), Albert (Werther), Zauberer/Magier (Kinderoper Aladdin und die Wunderlampe), Lhotský/Vara (Osud), Heerrufer (Lohengrin), Graf Dominik (Arabella), Lescaut (Manon), Andrei Schtschelkalow (Boris Godunow), Olivier (Capriccio), Valentin (Faust), Loge (Das Rheingold), Jason (Uraufführung Medea), Prospero (The Tempest) und Pelléas (Pelléas et Mélisande).

Als Eremit ist Albert Dohmen zu erleben. Der deutsche Bassbariton verkörperte im Haus am Ring seit seinem Debüt 2001 als Wotan in Das Rheingold zahlreiche wichtige Partien seines Fachs, darunter u. a. die Titelpartie von Der fliegende Holländer, Scarpia (Tosca), Wotan/Wanderer (Der Ring des Nibelungen), Méphistophélès (Faust) und Jochanaan (Salome). Nach Graf Tomski (Pique Dame) und Komtur (Don Giovanni) ist Der Freischütz seine dritte Staatsopernpremiere.

Hans Peter Kammerer gibt den Samiel. Zu seiner Partie bzw. deren Darstellung in der anstehenden Neuproduktion sagt er: „Samiel ist sicher das absolut Böse, eine personifizierte archaische Figur. Andererseits kann der Leibhaftige als sichtbare Person natürlich nicht wirklich real sein. Es ist ein wunderbares Privileg des Theaters, solche Figuren zum Leben zu erwecken – warum einmal nicht auch als Illusion des Protagonisten? Die Theater- und Schauspieltechnik ermöglicht vieles.“

Die beiden Staatsopern-Ensemblemitglieder Clemens Unterreiner und Gabriel Bermúdez sind als Cuno bzw. Kilian zu erleben.

Der Freischütz „live am Platz“, im Radio und Fernsehen

Die Premiere am 11. Juni sowie die Aufführungen am 14., 17. und 28. Juni werden im Rahmen von „Oper live am Platz“ live auf den Herbert von Karajan-Platz übertragen.
Die Vorstellung am 14. Juni 2018 wird ab 22.30 Uhr live-zeitversetzt auf ORF 2 ausgestrahlt. Radio Ö1 (+ EBU) strahlt Der Freischütz am 16. Juni ab 19.30 Uhr aus, aufgenommen am 11. und 14. Juni an der Wiener Staatsoper

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

Nächste Seite »