Wien, Theater an der Wien, Der Besuch der alten Dame – Gottfried von Einem, IOCO Kritik, 10.04.2018

April 10, 2018  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Oper, Theater an der Wien

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Theater an der Wien

Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO

Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO

Der Besuch der alten Dame  – Gottfried von Einem

Von Marcus Haimerl

Das Schöne an Jubiläen ist, dass lange nicht gespielte Werke wiederentdeckt werden können. So auch anlässlich des 100. Geburtstags Gottfried von Einems. Das Theater an der Wien entschied sich für die am 23. Mai 1971 an der Wiener Staatsoper uraufgeführte Oper Der Besuch der alten Dame.

Egon Hilbert und Friedrich Dürrenmatt: Das Ringen um „Den Besuch der…“

Die Wiener Staatsoper hatte wesentlichen Anteil der Entstehung der Oper. Obwohl ihm sein Lehrer Boris Blacher abriet, Werke lebender Autoren zu vertonen, war Gottfried von Einem von der Idee besessen aus Friedrich Dürrenmatts Theaterstück eine Oper zu machen. Doch Dürrenmatt lehnte ab. Er habe schon Aufführungen von Fidelio und Così fan tutte erlebt und diese grauenhaft empfunden. Auch eine Aufnahme von Dantons Tod als Beweis des Könnens Gottfried von Einems kam nicht in Frage, eine Live-Aufführung hingegen wäre eine Möglichkeit. Nun spielte es zwar Dantons Tod noch an den Theatern, nicht jedoch zu den Terminen an denen Friedrich Dürrenmatt Zeit gehabt hätte. Retter in der Not war schließlich Egon Hilbert, Direktor der Wiener Staatsoper. Kurzerhand wurde eine Vorstellung von Don Giovanni mit Dantons Tod ersetzt. Und Dürrenmatt zeigte sich so begeistert, dass er nicht nur seine Zustimmung gab, sondern auch gleich das Libretto selbst verfasste.

Theater an der Wien / Der Besuch der alten Dame © Werner Kmetitsch

Theater an der Wien / Der Besuch der alten Dame © Werner Kmetitsch

Der britische Regisseur Keith Warner setzte im Theater an der Wien den Besuch der alten Dame eindrucksvoll und schlüssig in Szene. Friedrich Dürrenmatt bemerkte, dass dieses böse Stück, welches nicht böse, sondern aufs humanste wiedergegeben werden sollte, ebenso mit Trauer, nicht mit Zorn und auch mit Humor. Nichts schade dieser tragisch endenden Komödie mehr als tierischer Ernst. Und dies ist Keith Warner weitestgehend auch gelungen.

Grau und farblos zeigt sich nicht nur das heruntergekommene Städtchen Güllen, sondern auch seine Bewohner, während sie auf die Ankunft der Milliardärin Claire Zachanassian warten. Diese war früher selbst Einwohnerin, von Alfred Ill geschwängert und verleumdet, wurde sie aus dem Dorf verjagt. Sie entsteigt einem Schnellzug, welchen sie mit der Handbremse zum Halt in Güllen gezwungen hat. In ihrem Gefolge ein schwarzer Panther, Gatte VII, ein Butler, Sänftenträger und zwei ältere, blinde Herren in himmelblauen Kleidchen mit Rosa Schleife, welche sich als jene bestochenen Zeugen handelt, die Mitverantwortung für die Vertreibung von Claire trugen. Auch ein Sarg ist im Gepäck. Der Einfachheit halber wird der Sarg im Pappkarton mit der Aufschrift Åmen zum Selbstzusammenbau transportiert. Eine Milliarde soll Güllen erhalten, allerdings nur unter der Bedingung, dass man ihr die Leiche Alfred Ills übergibt. Mit dieser Milliarde möchte sie sich Gerechtigkeit für die Verleumdung vor Gericht erkaufen. Obwohl dies vehement abgelehnt wird, kaufen die Bürger im Krämerladen Alfred Ills teuer ein und lassen anschreiben.

Theater an der Wien / Der Besuch der alten Dame © Werner Kmetitsch

Theater an der Wien / Der Besuch der alten Dame © Werner Kmetitsch

Claire Zachanassian  –   „Recht und Gerechtigkeit kauft man!“

Die Häuser des Ortes und auch die Kleidung der Bevölkerung werden mit steigenden Geldfluss immer bunter und selbst der Pfarrer hat sich eine neue Glocke gekauft. Alle Versuche Claire Zachanassian zu überzeugen von dem Mord abzulassen schlagen fehl, sie erfahren vielmehr, dass die Milliardärin die ganze Stadt sukzessive aufgekauft und die Fabriken geschlossen hat, um die Stadt für sie erpressbar zu machen. Mittlerweile hat sich auch Ills Familie dem allgemeinen Wohlstand ohne finanzieller Deckung angeschlossen. Aus dem einfachen Krämerladen ist ein moderner Supermarkt geworden, welcher Luxusartikel von Hummer bis Champagner im Angebot hat. In einer grellen Halle findet die einberufene Gemeindeversammlung statt. Hier wird Alfred Ill vor laufender Kamera die Zustimmung abgezwungen, alles, was beschlossen wird, um das Milliardengeschenk zu erhalten, zu akzeptieren. Die Bevölkerung sieht ihr Handeln als moralisch gerechtfertigt: handelt es sich hier ja lediglich um Gerechtigkeit. Man übergibt Claire Zachanassian den Leichnam Ills, sie übergibt der Stadt einen Scheck, welcher auf dem Zug befestigt ist, welcher die hintere Wand des Raums zum Einsturz bringt und die Milliardärin wieder aus Güllen fortführen wird.

Die Bilder (Ausstattung David Fielding) wechseln von der Ästhetik schwarzweißer Nachkriegsfotos bis hin zu den goldglitzernden Kostümen der Bewohner und dem hellen, nahezu grellen, sterilen Festsaal am Ende der Oper.

Theater an der Wien / Der Besuch der alten Dame © Werner Kmetitsch

Theater an der Wien / Der Besuch der alten Dame © Werner Kmetitsch

Aber auch die musikalischen Leistungen sind beachtlich. Katarina Karnéus bewältigt die fordernde Partie der Claire Zachanassian vokal und darstellerisch mit der gebotenen Verbitterung, aber auch beängstigender Belustigung. In Russel Braun findet sie einen intensiven Alfred Ill, dem es gelingt dem Publikum Mitgefühl für sein Schicksal abzuringen. Raymond Very als Bürgermeister und Adrian Eröd als Lehrer beindrucken auf höchstem Niveau. Auch das restliche, große Ensemble, darunter Mark Milhofer als Butler Boby, Cornelia Horak als Ills Gattin und Anna Marshania als Tochter Ottilie um einige zu nennen, leisten ebenso Großartiges wie auch der Arnold Schönberg Chor unter der Leitung von Erwin Ortner. Und auch Michael Boder und das ORF Radio-Symphonieorchester Wien meistern Gottfried von Einems komplexe Musik scheinbar mühelos.

Das Publikum, im ausverkauften Haus, zeigte sich, bei diesem zeitgenössischen Werk beinahe ungewöhnlich, unglaublich begeistert. Besser kann man den 100. Geburtstag Gottfried von Einems kaum feiern.

Wien, Theater an der Wien, Maria Stuarda von Gaetano Donizetti, IOCO Kritik, 10.02.2018

Februar 10, 2018  
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Theater an der Wien

Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO

Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO

Maria Stuarda von Gaetano Donizetti

Im Banne des Belcanto  

Von Marcus Haimerl

Friedrich Schillers im Jahr 1800 uraufgeführtes Drama Maria Stuart diente als Vorlage für Gaetano Donizettis Oper Maria Stuarda. Wie schon die Vorlage hält sich die Oper nicht an die historischen Gegebenheiten. Sind sich die Tudor-Königin Elisabeth I. und die schottische Königin Maria Stuart im wahren Leben nie begegnet, bildet in den beiden Werken gerade diese Begegnung nicht nur den Höhepunkt, vielmehr findet hier auch gleichzeitig die Wende statt. Nach einem heftigen Wortgefecht ist Maria Stuarts Schicksal besiegelt.

Theater an der Wien / Maria Stuarda - hier Malies Petersen als Maria Stuarda © Monika Rittershaus

Theater an der Wien / Maria Stuarda – hier Malies Petersen als Maria Stuarda © Monika Rittershaus

Doch hatte Donizetti mit seiner Maria Stuarda kein Glück. Das Teatro San Carlo in Neapel bestellte eine Oper für den Herbst 1834 und auf Vorschlag des Komponisten entschied man sich für die Vertonung von Schillers Drama. Die Proben zur Uraufführung verliefen zwar gut, obwohl es Gerüchte gab, die Darstellerinnen der rivalisierenden Königinnen hätten ihre persönliche Antipathie auch auf der Bühne ausgelebt und es wäre zu Handgreiflichkeiten gekommen, dennoch machte schließlich die Zensur Donizetti einen Strich durch die Rechnung: einen Tag nach der Generalprobe erfolgte der Bescheid über ein vollständiges Aufführungsverbot. Die eigentliche Uraufführung fand schließlich am 30. Dezember 1835 an der Mailänder Scala statt. Doch auch hier war dem Werk kein Glück vergönnt. Erst musste schneller Ersatz für die Partie der Elisabetta gefunden werden, schließlich erkrankte auch die Primadonna. Dennoch bestand Maria Malibran darauf aufzutreten und Probleme mit der Zensur führten dazu, dass der Erfolg ausblieb. Wiederbelebungsversuche zwischen 1837 und 1845 blieben erfolglos. Erst Ende der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde Maria Stuarda wiederentdeckt und etablierte sich zu einer der meistgespieltesten Opern Donizettis in den Spielplänen großer Opernhäuser.

Theater an der Wien / Maria Stuarda - hier Gieorgij Puchalski als Der Vertraute der Königin, Stefan Cerny als Giorgi Talbot, Conte di Shrewsbury, Arnold Schoenberg Chor © Monika Rittershaus

Theater an der Wien / Maria Stuarda – hier Gieorgij Puchalski als Der Vertraute der Königin, Stefan Cerny als Giorgi Talbot, Conte di Shrewsbury, Arnold Schoenberg Chor © Monika Rittershaus

Im Theater an der Wien inszenierte Christof Loy Donizettis Belcanto-Oper. Eine steil ansteigende Drehbühne dominiert die Kulisse dieser Produktion und auf eben jener Schräge, welche sich langsam und knarzend rotiert, treffen die beiden königlichen Rivalinnen aufeinander. Befindet sich der tiefste Punkt dieser Scheibe am Bühnenrand haben auch die Besucher im Parkett die Möglichkeit der Handlung zu folgen. Ansonsten hat man erst am dem ersten Rang eine gute Sicht und die sicherlich bessere Akustik. Die Produktion lebt einzig von den Protagonisten die auf leerer Bühne spielen. Diese agieren im ersten Teil der Oper in historischen Kostümen, auch wenn Elisabetta ihren Reifrock fallen lässt und dem Graf von Leicester schließlich in Hosen und Stiefeln entgegentritt. Nach der Pause dominiert schließlich Alltagskleidung, die Königinnen in schwarzen Hosenanzügen, die Herren in schwarzen Anzügen (Ausstattung: Katrin Lea Tag).

Theater an der Wien / Maria Stuarda - hier Alexandra Deshorties als Elisabetta, Gieorgij Puchalski als Der Vertraute der Königin, Die Pagen © Monika Rittershaus

Theater an der Wien / Maria Stuarda – hier Alexandra Deshorties als Elisabetta, Gieorgij Puchalski als Der Vertraute der Königin, Die Pagen © Monika Rittershaus

Obwohl Christof Loy sich im Grunde auf eine kluge Personenführung versteht, gibt es, vielleicht auch der Handlungsarmut geschuldet, kaum zündende Ideen, welche die Handlung spannend vorantreiben könnten. Plakativ ist jedenfalls das Finale, wenn Marias Hinrichtung zur Chefsache wird und Elisabetta höchstselbst das Henkersbeil schwingt.

Diese Produktion lebt vor allem von den beiden Hauptdarstellerinnen. Die frankokanadische Sopranistin Alexandra Deshorties ist eine imposante Elisabetta mit markanter, etwas herber Stimme und scharfen Attacken. Marlis Petersen kann als Maria Stuarda nicht nur darstellerisch überzeugen. Mit lyrischer Schönheit, perfekter Intonation und erstklassigen Koloraturen ist die deutsche Sopranistin der Star des Abends.

Eine tadellose Leistung von Norman Reinhardt als Leicester, welcher jedoch neben den beiden Damen etwas verblasst. Stefan Cerny beweist mit sonorem Bass, dass er auch im Belcanto-Fach überzeugen kann. Sehr solide Leistungen auch von Natalia Kawalek als Anna Kennedy und Tobias Greenhalgh als Cecil. In gewohnt hoher Qualität agierte der Arnold Schönberg Chor und das ORF Radio-Symphonyorchester Wien unter der Leitung von Paolo Arrivabeni.

Das Publikum zeigte sich zu Recht begeistert, ließen sich doch einige Schwächen durch die beeindruckenden Leistungen der beiden Protagonisten sehr leicht vergessen.

Maria Stuarda wurde in Theater an der Wien in der Zeit vom 19.1. – 30.1.2018 gespielt.

 

Wien, Theater an der Wien, Der Ring – In ungewohnter Gestaltung, IOCO Kritik, 09.01.2018

Januar 9, 2018  
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Theater an der Wien

Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO

Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO

Neuartige Ring-Trilogie:    Hagen – Siegfried –  Brünnhilde

Ohne Götter – Ohne Feuerzauber – Ohne Walkürenritt

Von Marcus Haimerl

Im Theater an der Wien wurde, im wahrsten Sinne des Wortes, ein neuer Ring geschmiedet. Richard Wagners Ring des Nibelungen wurde auf drei aufeinander folgende Abende gekürzt, verbliebene Szenen völlig neu zusammengesetzt. Die Schöpfer dieser Ring Fassung – nach Richard Wagner – sind Tatjana Gürbaca (Inszenierung),  Constantin Trinks (musikalische Leitung)  und Bettina Auer (Dramaturgie.  Das Bühnenbild stammt von Henrik Ahr.

Die Idee: nachzuspüren wie es zur Ermordung Siegfrieds kam. Die Spurensuche erfolgt aus der Sicht der drei Beteiligten: Hagen dem Mörder, Siegfried dem Opfer und Brünnhilde der Initiatorin des Mordes.  Ausgehend vom Mord an Siegfried, welcher an jedem der drei Abende zu Beginn der Oper steht, kehrt man zurück in der Erinnerung dieser drei handelnden Personen und hört damit auch Musik aus jeweils zwei Werken des Rings. In Hagen ist dies Götterdämmerung und Rheingold, in Siegfried ist es die Walküre und Siegfried und in Brünnhilde Walküre und Götterdämmerung.

 Theater an der Wien / Ring - Trilogie nach Richard Wagner - hier vl Mirella Hagen - Woglinde, Ann-Beth Solvang - Flosshilde, Raehann Bryce- Davis - Wellgunde, hinten Martin Winkler als Alberich, Niklas Schönhofer als Hagen © Herwig Prammer

Theater an der Wien / Ring – Trilogie nach Richard Wagner – hier vl Mirella Hagen – Woglinde, Ann-Beth Solvang – Flosshilde, Raehann Bryce- Davis – Wellgunde, hinten Martin Winkler als Alberich, Niklas Schönhofer als Hagen © Herwig Prammer

Erster Abend –  Hagen

Ausgehend von Siegfrieds Ermordung kehrt die Handlung zurück an den Beginn von Rheingold. Der kleine Hagen (hier wurde seine Geburt wohl vorverlegt) wird Zeuge der Demütigungen Alberichs in einem Schlammbecken durch die Rheintöchter, in dieser Produktion Prostituierte. Alberich stiehlt das Rheingold. Da es auch kein Walhall, keine Götter oder Riesen gibt, tauchen auch gleich Wotan und Loge in Nibelheim auf. Mit dem Tarnhelm (zwei Kuhhörner) verwandelt er sich in einem Riesenwurm. Hier helfen die als Nibelungen verkleideten Rheintöchter und vollführen gemeinsam mit Alberich eine Stellung, die dem Kamasutra entnommen scheint. Bei der Verwandlung zur Kröte lässt Alberich einfach die Hosen runter und wackelt ein wenig mit dem Gesäß, ein Zusammenhang mit einer Kröte lässt sich hier nicht finden. Da Wotan in seinem Anzug und Auftreten einem Mafioso ähnelt, wird Alberich dann sogleich brutal gefoltert um an den Ring zu gelangen (hier handelt es sich um einen Schlagring) wird kurzerhand Alberichs Arm abgesägt. Schließlich geht es wieder zurück in die Götterdämmerung. Hagen bereitet den Mannen-Chor, offensichtlich Schuljungen in kurzen Hosen, die ständig dumm über die Bühne zappeln, auf die Rückkehr Gunters und Siegfrieds vor. Der erste Abend endet schließlich mit dem zweiten Akt der Götterdämmerung.

Theater an der Wien / Ring - Trilogie nach Richard Wagner - hier Daniel Brenna als Siegfried erschlaegt Mime (Marcel Beekman) © Herwig Prammer

Theater an der Wien / Ring – Trilogie nach Richard Wagner – hier Daniel Brenna als Siegfried erschlaegt Mime (Marcel Beekman) © Herwig Prammer

Zweiter Abend –  Siegfried

Nach der Szene von Siegfrieds Ermordung setzt die Handlung beim ersten Akt Siegfried ein. Wenn Siegfried nach seiner Herkunft fragt, wechselt die Szene zum ersten Akt der Walküre. Hundings Hütte sieht ein wenig nach Neubauwohnung aus, eine Esche sucht man hier vergebens. Vermutlich deshalb, weil Sieglinde erst bei ihrer Erzählung Notung das Brotmesser in das Sofa stößt. Schließlich muss der Zuseher Siegfried noch mitansehen, wie sein Vater Siegmund im Kampf Brotmesser gegen Hundings Holzkeule schließlich von Wotans Speer gefällt wird. Nun kehrt man zurück zur Handlung von Siegfried. Dieser klebt das Brotmesser mit Klebeband zusammen und gemeinsam mit Mime macht er sich zu Fafners Höhle auf, wo auch schon der Waldvogel, eine Obdachlose mit Plastiksäcken auf beide wartet. Fafner, er sieht ebenfalls wie ein betrunkener Obdachloser mit Kuhhörnern am Kopf aus, wird schließlich von Siegfried getötet. Nachdem er sich auch Mimes entledigt hat, trifft sich Siegfried mit Wotan am Picknicktisch, wo ein Modell des Bühnenbilds verbrannt wird, bevor sich Siegfried aufmacht Brünnhilde zu erwecken. Mit dem Finale Siegfried endet auch der zweite Abend.

Theater an der Wien / Ring - Trilogie nach Richard Wagner - hier Daniel Brenna als Siegfried und Brünnhilde © Herwig Prammer

Theater an der Wien / Ring – Trilogie nach Richard Wagner – hier Daniel Brenna als Siegfried und Brünnhilde © Herwig Prammer

Dritter Abend – Brünnhilde

Der dritte Abend beginnt, nach Siegfrieds Ermordung, mit Wotans Abschied von seiner Lieblingstochter Brünnhilde. Auf den Feuerzauber muss man jedoch hier verzichten. Als Übergang zurück zur Götterdämmerung hört man das Vor- und Zwischenspiel. Nachdem Waltraute ihre Schwester warnen konnte, ist auch schon Gunter/Siegfried zur Stelle um Brünnhilde abzuholen. Schließlich erlebt man erneut die Ankunft Gunters und Brünnhildens in der Gibichungenhalle. Der dritte Abend endet schließlich mit dem kompletten dritten Akt der Götterdämmerung. Das vorherrschende Bühnenbild an allen drei Abenden war ein trapezförmiger Kubus in der Mitte der Bühne. Hier wird der erschlagene Siegfried auf einem Seziertisch aufgebahrt, Wotan wird im Rollstuhl hineingeschoben und Gutrune, die Rheintöchter und Brünnhilde versammeln sich. Anstatt des finalen Weltenbrandes dreht sich der Kubus schließlich in die Bühnentiefe und der kleine Hagen und das Mädchen Brünnhilde reichen einander in einem Goldregen die Hand.

Die Idee und das Konzept zu diesem gekürzten und neugestaltetem Ring des Nibelungen auch im Hinblick auf kleinere Theater kann man durchaus als gelungen bezeichnen. Allerdings, wer den Ring nicht kennt, wird Schwierigkeiten haben der Handlung zu folgen und dem Kenner wird sich hier auch nichts Neues erschließen.

Die Regie von Tatjana Gürbaca bedient sich in der Klamottenkiste des Regietheaters. Es finden sich hier immer wieder Zitate aus anderen Regiearbeiten. Dafür wurde bei der Entwicklung der Personen gespart. Vor allem Siegfried bleibt bis zu seinem Tod ein dummer, naiver Junge. Wenn sich aber Brünnhilde während ihres Schlussgesanges, kurz vor dem nicht stattfindenden Weltenbrand, berührend von Wotan verabschiedet, einer Umkehr von Wotans Abschied aus Brünnhilde also, werden auch intensive und berührende Momente dieser Regiearbeit sichtbar.

Theater an der Wien / Ring - Trilogie - hier Brünnhilde nach Richard Wagner © Herwig Prammer

Theater an der Wien / Ring – Trilogie – hier Brünnhilde nach Richard Wagner © Herwig Prammer

Auch für die Sänger ist diese Produktion kein leichtes Unterfangen. Ingela Brimberg steht als Brünnhilde an allen drei aufeinanderfolgenden Abenden auf der Bühne und Daniel Brenna hat innerhalb von 24 Stunden sowohl Jung-Siegfried als auch den Götterdämmerungs-Siegfried zu singen. Trotz dieser Herausforderungen meistern beide ihre Partien tadellos. Ingela Brimberg kann mit ihrem kraftvollen, höhensicheren Sopran als Brünnhilde überzeugen.

Die Neufassung dieses Rings, die weitgehend auf Götter und Riesen verzichtet, macht Wotan leider nur zu einer Randfigur. Umso beeindruckender, was der griechische Bariton Aris Argiris aus dieser Rolle herausholt. Vor allem in seiner großen Abschiedsszene mit Brünnhilde  singt er mit großem, kräftigen Bariton einen intensiven und unglaublich berührenden, sehr eindrucksvollen Göttervater mit sehr schöner Diktion. Eine phänomenale Leistung auch der Alberich Martin Winklers. Er gibt alles und geht an  stimmliche Grenzen um den Alben glaubhaft zu verkörpern.

Samuel Youn ist ein durchaus beeindruckender Wagner-Bass und singt einen dämonischen Hagen, wie man ihn eher selten zu hören bekommt. Marcel Beekman singt Mime beinahe zu schön und Michael J. Scott als quirliger, hinterhältiger Loge ist eine Klasse für sich. Der junge isländische Bariton Kristján Jóhannesson verfügt über einen starken, durchsetzungsfähigen Bariton und ist ein beeindruckender Gunter. Daniel Johansson singt einen erstklassigen Siegmund ohne Mühe, Liene Kinca war sowohl als Gutrune als auch als Sieglinde zu erleben und meisterte die beiden Partien nahezu problemlos. Als Hunding war Stefan Kocan zu erleben. Krankheitsbedingt stellte der slowakische Bass die Partie auf der Bühne dar, den Gesang übernahm Samuel Youn bravourös, der diese Partie am selben Tag noch einstudiert hatte. Als Rheintöchter agierten Mirella Hagen, Raehann Bryce-Davis und Ann-Beth Solvang. Mirella Hagen war auch als Waldvogel und Ann-Beth Solvang als Waltraute zu erleben. Constantin Trinks trieb, als erfahrener Wagner-Dirigent, das ORF Radio-Symphonieorchester Wien zu  Höchstleistungen an.

Am Ende jedes Abends standen ungeteilter Jubel seitens des Publikums für das Ensemble. Die Umformung von Richard Wagners gewohnt bekanntem Ring des Nibelungen in die andersartige Wiener Ring-Trilogie „nach Richard Wagner“ ist ein in vielen Facetten unerwartetes wie forderndes Abenteuer, auf welche sich der Besucher einstellen muß.

Wien, Theater an der Wien, Raimund Theater, Ronacher, Stefan Herheim, IOCO Aktuell, 06.01.2018

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Theater an der Wien

Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO

Theater an der Wien / Linke Wienzeile © IOCO

Theater an der Wien – Raimund Theater – Ronacher

Weltruf Wiens als Musikstadt soll langfristig gesichert werden

Die Vereinigten Bühnen Wien (VBW), welche das Theater an der Wien, das Raimund Theater und das Ronacher lenkt, haben langfristig zentrale Personalentscheidungen getroffen. Ein innovatives Bespielungskonzept des Opernhauses und Kontinuität der national wie international erfolgreichen Musicalsparte soll den Ruf Wiens als Musikstadt langfristig sichern.

Drei geschichtsträchtige Häuser,  das Theater an der Wien, das Raimund Theater und das Ronacher, mit einem gemeinsamen Konzept: dass Musiktheater ein bereicherndes Erlebnis darstellen muss. Bereichernd für das Publikum, mit seinen ganz besonderen Erwartungen. Bereichernd für das regionale und überregionale Wirtschaftsleben. Und bereichernd für die kulturelle Identität Wiens und ihre Botschaft nach außen. Die gefeierten Produktionen haben speziell in den letzten Jahren eine Strahlkraft erreicht, die über die Grenzen Österreichs hinausgeht. Dazu braucht es neben großartigen Stoffen und genialen Künstlern vor allem Ideenreichtum und Mut zur Spezialisierung.

Das THEATER AN DER WIEN war noch bis 2005 ganz dem Musical gewidmet. Mit dem Mozartjahr 2006 wurde es wieder seiner ursprünglichen Bestimmung als Opernhaus rückgeführt. Als Stagione-Opernhaus des 21. Jahrhunderts gibt das THEATER AN DER WIEN die Richtung für ein außergewöhnliches Programm vor: Ein Konzept aus Opern vom Barock bis zur Moderne, das im europäischen Raum richtungsweisend ist. Parallel dazu bieten das ehrwürdige RAIMUND THEATER und das 2008 nach einer umfassenden Funktionssanierung wiedereröffnete RONACHER den glamourösen Rahmen für den Publikumsmagneten Musical.

  Stefan Herheim – Theater an der Wien / Christian Struppeck –  Musical

Theater an der Wien / Stefan Herheim © Karl Forster

Theater an der Wien / Stefan Herheim © Karl Forster

Der norwegische Opernregisseur Stefan Herheim wird ab der Saison 2022/23 die Intendanz des Theater an der Wien übernehmen. Intendant Roland Geyer wird das Stagione-Opernhaus bis zum Zeitpunkt der Übergabe weiterführen. VBW-Musicalintendant Christian Struppeck wird für weitere fünf Jahre ab der Saison 2020/21 verlängert.

Zukünftige künstlerische Leitung steht für Erneuerung und Kontinuität

„Die zukünftige künstlerische Leitung der VBW steht für Erneuerung und Kontinuität. Ich freue mich, dass mit Stefan Herheim einer der erfolgreichsten Opernregisseure der Welt für das Theater an der Wien gewonnen werden konnte. Er ist ein von der Oper Besessener, einer der das Gesamtkunstwerk Oper entfalten kann. Das erfahrene Wiener Opernpublikum hat niemand geringeren verdient, als einen Menschen, der sich Ort und Genre vollkommen verpflichtet. Wie kein anderer schafft Herheim die heikle Gratwanderung zwischen der Erfüllung musikalischer Ansprüche auf höchstem Niveau und der Öffnung der Gattung für neue Generationen“, freut sich Wiens Kulturstadtrat. „Besonders freut es mich auch, dass Roland Geyer, der für den heutigen Erfolg des Theater an der Wien verantwortlich ist, für zwei weitere Jahre als Intendant zur Verfügung steht, ehe Herheim übernimmt. Musiktheater in Wien genießt national wie auch international höchste Reputation. Mit Christian Struppeck schreiben wir die Erfolgsgeschichte Musicalstadt Wien weiter und freuen uns, einen empathischen Kenner der Branche für weitere fünf Jahre im Raimund Theater und dem Ronacher halten zu können. Ihm ist eines der erfolgreichsten Jahre in der Geschichte des Musicals zu verdanken“, sagt Andreas Mailath-Pokorny. Wiens Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner, die auch für die Wien Holding verantwortlich ist, freut sich ganz besonders, dass „mit der Bestellung von Stefan Herheim und der Verlängerung von Christian Struppeck zwei erstklassige Intendanten zur Verfügung stehen, die für unsere Häuser sowohl die herausragende künstlerische Qualität wie auch die wirtschaftliche Stabilität sichern. Ich bin überzeugt, dass beide Intendanten dazu beitragen werden, den Weltruf Wiens als Musikstadt zu untermauern“, so Brauner.

Theater an der Wien / Der spektakuläre Zuschauerraum © Peter M. Mayr

Theater an der Wien / Der spektakuläre Zuschauerraum © Peter M. Mayr

Stefan Herheim: Weltweit gefragter Opernregisseur übernimmt Opernintendanz

Mit Stefan Herheim übernimmt ab der Saison 2022/23 einer der weltweit gefragtesten Opernregisseure unserer Zeit das Theater an der Wien. Der aus Oslo stammende, ursprünglich ausgebildete Cellist, inszeniert regelmäßig an Europas größten Opernhäusern. Sein Repertoire spannt sich von der barocken Oper bis hin zum zeitgenössischen Musiktheater.   Stefan Herheim zu seiner Bestellung: „Oper ist mein Leben. Das Theater an der Wien bietet eine einmalige Werkstätte zur Entfaltung des Gesamtkunstwerkes Musiktheater. Mit großer Freude nehme ich mir die Verantwortung zu Herzen, um an diesem geschichtsträchtigen und zugleich jüngstem Wiener Opernhaus zu wirken. Es wird mein zukünftiger Lebensmittelpunkt. Es gilt, die Sinnsuche fortzusetzen, die Publikum und Künstlern jene Heimat bietet, aus der alte Welten neu betrachtet sowie neue Welten offen und mit allen Sinnen zu erkunden sind. In einer sich immer schneller und wilder drehenden Welt kommt der künstlerischen Heimat in lokaler, sozialer und kultureller Dimension eine besondere Bedeutung zu.“

Weltruf Wiens als Musikstadt soll langfristig gesichert werden

Herheim weiter: „Das unter Roland Geyer etablierte internationale Renommee des Hauses bietet wunderbare Voraussetzungen, um dieses Theater als Kulturbrücke zwischen Wien und der Welt, zwischen Kunstideal und Realitätswachen, zwischen unterschiedlichsten Menschen zu spannen. Die Bühnenbretter des Theater an der Wien gehören zu den fruchtbarsten kulturellen Äckern Europas, auf dem sich die prächtigsten Früchte ernten lassen. Der Samen dafür ist ein Grundvertrauen in die künstlerische Integrität. Oper ist mein Leben“, so der designierte Opernintendant Stefan Herheim.

Auch Roland Geyer, der amtierende Intendant der Opernsparte der VBW, gratuliert Stefan Herheim zur Bestellung: „Ich kenne und schätze Stefan Herheim schon seit Jahren und freue mich sehr, dass ich – bis Stefan Herheim die Geschicke des Hauses übernimmt – weiterhin das Profil des Theater an der Wien schärfen und das Opernhaus weiterführen kann. Mein Dank gilt der Stadt Wien und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny für ihr Vertrauen in das Theater an der Wien und ich gratuliere zu der Entscheidung, einen renommierten, leidenschaftlichen Theatermann wie Stefan Herheim die Erfolgsgeschichte des Theater an der Wien weiterschreiben zu lassen.“

Das Theater an der Wien hat sich unter der Ära von Roland Geyer mit dem Fokus auf die Barockoper sowie die Oper des 20./21. Jahrhunderts als international führendes Stagione-Haus etabliert, wurde mehrfach im Ranking der International Opera Awards gewürdigt sowie im Jahr 2016 mit einem Opera Award für die weltbeste Neuproduktion des Jahres (Peter Grimes) in London ausgezeichnet. Auch die Wiener Kammeroper, die seit der Spielzeit 2012/13 vom Theater an der Wien bespielt wird, ist unter  Geyers Intendanz mit der Gründung eines jungen Sängerensembles, das alle zwei Jahre neu ausgewählt wird, in der Wiener Opernlandschaft erfolgreich positioniert.

Theater an der Wien / Christian Struppeck © VBW Johannes Ifkovits

Theater an der Wien / Christian Struppeck © VBW Johannes Ifkovits

Christian Struppeck: Internationaler Musicalprofi als Musicalintendant verlängert

Die Intendanz der beiden Musicalhäuser der VBW – Raimund Theater und Ronacher – bleibt weiterhin unter der Führung von Christian Struppeck. Aktuell konnten die VBW durch die Programmierung von Struppeck bei ihrem Saisonstart mit der Weltpremiere von I Am From Austria und der Wiederaufnahme von Tanz der Vampire anlässlich des 20-jährigen Jubiläums einen noch nie da gewesenen Rekord-Ticketverkauf verzeichnen. I Am From Austria wird aufgrund dieses großen Erfolges um eine Saison verlängert. Struppeck führt die Musicalsparte der VBW seit 2012. Er setzte in seiner Programmierung auf einen erfolgreichen Mix aus internationalen Welthits wie Mary Poppins, Evita oder Mamma Mia! und selbst kreierten Eigenproduktionen. Musicals wie I Am From Austria, Der Besuch der alten Dame, Don Camillo und Peppone oder Schikaneder wurden von ihm eigens für die VBW entwickelt. Auch international hat Christian Struppeck viele Produktionen wie Der Besuch der alten Dame, Tanz der Vampire, Elisabeth oder Rebecca erfolgreich lizensiert und erstmals mit Elisabeth ein VBW-Musical nach China gebracht, gefolgt von der Neuinszenierung von Mozart! aus dem Raimund Theater, die auch gerade erfolgreich in Belgien Premiere feierte. Im Rahmen seiner Arbeit holte Struppeck internationale erstklassige Top-Kreative nach Wien. Unter seiner bisherigen Intendanz entstanden insgesamt mehr Eigenproduktionen als früher in einem vergleichbaren Zeitraum. „Dass ich weiterhin die Intendanz von Raimund Theater und Ronacher übernehmen darf, erfüllt mich mit großer Freude. Ich möchte für unser Publikum und unsere Stadt weiterhin international bekannte Musicalhits nach Wien holen sowie eigens für Wien entwickelte Originalproduktionen präsentieren. Ich danke der Stadt Wien für ihr Vertrauen und freue mich sehr, die VBW-Musicalsparte durch meine Arbeit und mein Wirken weiter erfolgreich in die Zukunft zu führen“, so Musicalintendant Christian Struppeck.

Schlagkräftiges Führungsteam für die Zukunft der Vereinigten Bühnen Wien

„Wir haben mit größter Sorgfalt und in ausführlichen Gesprächen mit den zahlreichen, sehr hochkarätigen Kandidatinnen und Kandidaten und gemeinsam mit unseren Eigentümervertretern und der Stadt Wien die beste Wahl für die Besetzung der Intendanzen der VBW Opern- und Musicalsparte getroffen. Im Musical setzen wir mit der Verlängerung von Intendant Christian Struppeck auf Kontinuität, um den Erfolgskurs mit einem Programmierungsmix aus internationalen Musicalhits und unseren erstklassigen Eigenproduktionen in Wien sowie in der weltweiten Vermarktung weiter zu verfolgen. In der Sparte Oper hat Roland Geyer ein beeindruckendes Fundament geschaffen und dem Theater an der Wien als Opernhaus zu Weltruhm verholfen. In Stefan Herheim haben wir einen innovativen Theatermacher gefunden, der der einzigartigen Positionierung des Hauses an der Wien gerecht wird“, so VBW-Geschäftsführer Franz Patay.

„Mit der Bestellung von Stefan Herheim, der Verlängerung von Christian Struppeck und mit Franz Patay als Geschäftsführer der VBW haben wir nun ein starkes und schlagkräftiges Team für die erfolgreiche Zukunft der VBW gebildet. Gemeinsam werden wir den national und international höchst erfolgreichen Weg der VBW fortsetzen, auch mit ganz besonderem Fokus auf die internationale Vermarktung in beiden Sparten“, so Wien Holding-Geschäftsführer Peter Hanke. PMVBW

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