Linz, Landestheater Linz, Musical Lazarus – David Bowie, Enda Walsh, IOCO Kritik, 09.11.2018

Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

 Lazarus – Musical von David Bowie und Enda Walsh

Von Marcus Haimerl

Mit Lazarus von David Bowie (Musik) und Enda Walsh (Buch) fand die erste Musicalpremiere im Musiktheater Linz statt. Lazarus ist vom Roman „The Man Who Fell To Earth“ von Walter Tevis inspiriert und stellt eine Fortsetzung dar. David Bowie spielte in der Verfilmung des Romans unter der Regie von Nicolas Roeg die Hauptrolle des humoid-reptiloiden Außerirdischen Thomas Jerome Newton, der auf die Erde kommt um Wasser für seinen vor dem ökologischen Ende stehenden Heimatplaneten zu suchen. In menschlicher Gestalt baut Newton ein Wirtschaftsimperium auf, um eine Rakete zu konstruieren, mit der er sein Volk nachholen kann.

Musical Lazarus – David Bowie, Enda Walsh 
Youtube Trailer des Landestheater Linz
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In einer Kleinstadt lernt er Mary-Lou kennen und lieben, zerbricht schlussendlich aber an der Oberflächlichkeit und Rücksichtslosigkeit der menschlichen Zivilisation und endet missbraucht und desillusioniert in einem New Yorker Apartment, gefangen in seinen Erinnerungen an Mary-Lou und seine Familie auf seinem Heimatplaneten. Die Handlung des Musicals setzt Jahre später ein: Newtown sitzt noch immer auf der Erde fest und betäubt seine Depression mit Gin. Erst eine junge Frau, die ebenso am Leben verzweifelt ist wie er, kann ihm neue Hoffnung bringen. Die Uraufführung am 7. Dezember 2015, beim New York Theatre Workshop am Off-Broadway, konnte David Bowie noch miterleben, ehe er am 10. Januar 2016 verstarb.

Landestheater Linz / Lazarus © Robert Josipovic

Landestheater Linz / Lazarus © Robert Josipovic

Bowie schuf neue Figuren um den gestrandeten Alien und 17 seiner Songs bilden die musikalische Grundlage des Musicals. Die österreichische Uraufführung fand im Volkstheater Wien statt, für die Produktion in Linz übernahm Johannes von Matuschka die Regie. Er lässt die Handlung in der Pathologie stattfinden. Thomas Jerome Newtown entsteigt nackt dem Leichensack, vielleicht auch als Hinweis auf den biblischen Lazarus. Der Rest der Handlung bleibt dann eher vage, verliert sich in Traum und Realität. Ihm erscheint ein Mädchen, es existiert offensichtlich nur in seiner Einbildung. Gemeinsam wollen sie eine Rakete bauen, mit der er wieder nach Hause fliegen kann. Der Massenmörder Valentine überredet Newtown schließlich, dem Mädchen dabei zu helfen, aus dem fiktiven Leben zu scheiden. Gemeinsam reisen Newton und das Mädchen zu den Sternen. Daneben tauchen auch andere Figuren auf: Elly, die von Newtown als Assistentin engagiert wird und ihr Ehemann Zach; Michael, Newtons ehemaliger Mitarbeiter und Ben, welche beide von Valentine ermordet werden.

Leider hilft die Regiearbeit von Johannes von Matuschka nicht, die ohnehin verwirrende Handlung dem Zuschauer verständlicher zu machen, dennoch finden sich immer wieder einzelne starke Bilder, die in Verbindung mit Bowies Musik den Abend zu einem Erlebnis machen.

Landestheater Linz / Musical Lazarus - hier : Ariana Schirasi-Fard als Elly und Riccardo Greco als Newton © Reinhard Winkler

Landestheater Linz / Musical Lazarus – hier : Ariana Schirasi-Fard als Elly und Riccardo Greco als Newton © Reinhard Winkler

Die Partie des Newton gestaltet Riccardo Greco, der sich zunehmend steigernd am Ende zum Höhepunkt aufläuft. Hoch anzurechnen ist ihm, dass er nie versucht David Bowie gesanglich zu imitieren. Ariana Schirarsi-Fard als seine im 70er Jahre Look gestylte Assistentin Elly, beeindruckte erneut mit ihrer erstklassigen Gesangskunst. Als das Mädchen kann Hanna Kastner nicht ganz so überzeugen, aber auch ihr gelang es, sich zunehmend gesanglich zu steigern. Carsten Lepper gestaltete den Mörder Valentin sehr intensiv. Aber auch das restliche Ensemble, darunter Christian Fröhlich als Michael, Christof Messner als Zach und Ben, oder aber die Mädchen Aoi Yoshida, Daniela Dett und Lynsey Thurgar lieferten hervorragende Leistungen ab.

Unter der musikalischen Leitung von Christopher Mundy interpretiert eine kleine Band aus Keyboards, Posaune, E-Bass, Saxophon, Schlagzeug und Gitarren neue Arrangements von Bowie-Hits wie „Lazarus“, „This is not America“, „Changes“, „Absolute Beginners“ oder „Heroes“. Grundsätzlich kann man Lazarus wahrscheinlich nicht direkt als Musical bezeichnen. Es ist eher ein musikalisches Vermächtnis des Künstlers David Bowie und davon zeigte sich das Publikum auch dementsprechend begeistert.

 

—| IOCO Kritik Landestheater Linz |—

Linz, Landestheater Linz, Premiere LA CLEMENZA DI TITO, 02.11.2018

Oktober 31, 2018  
Veröffentlicht unter Landestheater Linz, Oper, Premieren, Pressemeldung


Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

LA CLEMENZA DI TITO
(DIE GNADE DES TITUS)

DRAMMA SERIO PER MUSICA IN ZWEI AKTEN VON WOLFGANG AMADÉ MOZART UND MANFRED TROJAHN

Text von Caterino Mazzolà nach Pietro Metastasios gleichnamigem Libretto
Neu komponierte Rezitativtexte von Manfred Trojahn
In italienischer Sprache mit Übertiteln
Koproduktion mit dem Saarländischen Staatstheater Saarbrücken

Premiere Freitag, 2. November 2018, 19.30 Uhr
Großer Saal Musiktheater

Die nächsten Vorstellungstermine: 7., 9., 17., 23. November; 1., 15., 17. Dezember 2018

Musikalische Leitung Martin Braun
Inszenierung François De Carpentries
Bühne und Kostüme Karine Van Hercke
Video Aurélie Remy
Chorleitung Elena Pierini
Dramaturgie Christoph Blitt

Tito Vespasiano, Kaiser von Rom Hans Schöpflin
Vitellia, Tochter des Kaisers Vitellio Brigitte Geller
Servilia, Sestos Schwester und Annios Geliebte   Theresa Grabner
Sesto, Titos Freund, Vitellias Geliebter     Jessica Eccleston
Annio, Sestos Freund, Servilias Geliebter   Florence Losseau
Publio, Präfekt der Prätorianer Dominik Nekel
Chor des Landestheaters Linz
Statisterie des Landestheaters Linz
Bruckner Orchester Linz


ZUM STÜCK


Vitellia – die Tochter des ermordeten Kaisers Vitellio – will in Rom an die Macht. Da sich der regierende Kaiser Tito jedoch eine andere Braut ausgesucht hat, stachelt Vitellia ihren Liebhaber Sesto zum Mord an dem Kaiser an. Doch in dem Moment, in dem der mit Tito befreundete Sesto sich dazu durchgerungen hat, den Anschlag zu vollziehen, erfährt Vitellia, dass Tito sie doch ehelichen möchte. Kann sie das Mordkomplott im letzten Augenblick noch aufhalten?

Wolfgang Amadé Mozart nahm sich in seinem letzten Lebensjahr die­ser Parabel über Macht, Freundschaft, Liebe und über den Mut zur Gnade an. Allerdings überließ er bei dieser Auftragskomposition anläss­lich der Krönung von Kaiser Leopold II. zum König von Böhmen aus Zeitgründen die Vertonung der Rezitative einem Schüler. Dies inspirierte den renommierten zeitgenössischen Komponisten Manfred Trojahn dazu, die Rezitative neu zu vertonen. In dieser Fassung weitet sich Mozarts Oper La clemenza di Tito zu einem spannenden Dialog der Klassik mit der Moderne.

Es verwundert nicht, dass ein wacher Betrachter seiner Zeit und ein ebenso aufgeklärter wie aufmüpfiger Geist vom Schlage Mozarts 1791 jenes Relikt des Absolutismus in Gestalt von Pietro Metastasios aus dem Jahre 1734 stammende La clemenza di Tito-Libretto nur in bearbeiteter Form komponierte. Durch die Textredaktion, die der Wiener Hofpoet Carterino Mazzolà im Verein mit Mozart vorgenommen hatte, wurde das Bild des Herrschers jetzt in ein eher bürgerliches Licht gerückt. Bei Metastasio war die Clemenza des Tito vornehmlich von der Staatsklugheit vorgegeben. Bei Mazzolà und Mozart ist sie im Charakter des Menschen Tito angelegt. Dieser schert sich nun nicht mehr darum, dass sich mit Sesto ein Mitglied des Adels gegen ihn erhoben hat, sondern er ist deshalb zutiefst enttäuscht, weil ihn sein bester Freund verraten hat. Und eben diese Humanisierung des Herrschers ganz im Sinne des Geistes der Aufklärung und der Empfindsamkeit, musste somit dem Habsburger Hof bei der Uraufführung von Mozarts La clemenza di Tito 1791 im Prager Gräflich Nostitzschen Nationaltheater sauer aufstoßen.

Das Spannende an der Mozart-Trojahn-Fassung ist, dass durch Trojahns heutige Musiksprache das komplexe Zeitenspektrum dieses Werkes an zusätzlicher Tiefenschärfe gewinnt. Denn so wie Pietro Metastasio 1734 Motive der altrömischen Geschichte, die in Frankreich bereits seine Dichterkollegen Jean Racine und Pierre Corneille in ihren Tragödien über Titus und seine Favoritin Berenike thematisiert haben, aufgegriffen hat, so passten Mozart und Mazzolà Metastasios Libretto ihren Vorstellungen und dem Geist ihrer aufgeklärten Epoche an. Und Trojahn fügt diesen Zeitschichten der Antike, des Barocks und der Klassik noch die Ästhetik des 21. Jahrhunderts hinzu. Somit erzählt dieses Werk eine aktuelle Parabel über das Verhältnis von Macht und individuellem Glücksstreben. Und gerade Mozart und Trojahn zeigen dabei am Beispiel der Figur des Tito, dass der Versuch, beides in Einklang zu bringen, ein Ding der Unmöglichkeit scheint. So zeugen vor allem die Recitativi accompagnati bei Mozarts und Trojahns hoch emotionale Ausdrucksskala von der Zerrissenheit des Titelhelden, der am Ende erkennen muss, dass er mit seinem Projekt, die Menschlichkeit mit der Macht zu vereinen, gescheitert ist. So bleibt ihm am Ende nur der Rückzug in die Politik und der selbst gewählte Verzicht auf ein wie auch immer geartetes privates Glück.


BIOGRAFIEN


MANFRED TROJAHN NEUKOMPOSITION REZITATIVTEXTE

Manfred Trojahn wurde 1949 in Cremligen bei Braunschweig geboren. Er studierte Orchestermusik in seiner Heimatstadt, später bei Karlheinz und Gertrud Zöller in Hamburg, wo er auch in der Kompositionsklasse von Diether de la Motte arbeitete. Seine Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, darunter die Studienstiftung des Deutschen Volkes (1971) der Stuttgarter Förderpreis (1972), der 1. Preis im International Rostrum of Composers, Paris (1978), die Academia Tedesca Villa Massimo in Rom 1979/80, der Sprengel–Preis für Musik 1980 und der Deutschen Musikautorenpreis (2008).

Trojahn war bis 2017 Professor für Komposition an der Robert Schumann Hochschule, Düsseldorf und ist Mitglied der Kunstakademien in Düsseldorf, Hamburg, Berlin und München. Er lebt in Düsseldorf und Paris.

Manfred Trojahns Werkverzeichnis umfasst nahezu alle Gattungen. Seine Arbeiten werden von bedeutenden Solisten, Orchestern und Dirigenten international zu Aufführung gebracht. Seit der Aufführung der Oper Enrico in Schwetzingen und München 1991 nimmt das Musiktheater eine vorrangige Stellung in Trojahns Schaffen ein. Seine Opern Was ihr wollt (München 1998), La Grande Magia (Dresden 2008) und Orest (Amsterdam 2011) wurden an zahlreichen internationalen Bühnen produziert. Auch seine Fassung von Mozarts Oper La clemenza di Tito, deren Rezitativtexte er neu komponierte, erlebte Produktionen an zahlreichen Theatern. In den letzten Jahren beschäftigte Trojahn zunehmend der Umgang mit dem Ensemble, so entsteht seit 2012 der Zyklus Quitter auf Texte von René Char. 2013 schrieb Trojahn Le Ceneri di Gramsci auf einen Text von Pier Paolo Pasolini für die MusikFabrik und 2015/16 den ersten Teil von Nocturne – Minotauromachie für das Ensemble Intercontemporain. Weiterhin entstand im Jahr 2017 in das Melodram Verpasste Gelegenheiten für das Klavier Festival Ruhr und der Liedzyklus Die Sonne sinkt auf Texte von Friedrich Nietzsche für die Liederwerkstatt im Kissinger Sommer. Projekte in der Saison 2917/18 umfassen unter anderem eine Neuinszenierung von Enrico an der Oper Frankfurt und die Wiederaufnahme der Balletproduktion une campagne noire de soleil von Reinhild Hoffmann an der Folkwang Hochschule Essen.

Manfred Trojahn ist derzeit als Fowler Hamilton Research Fellow am Christ-Church- College in Oxford tätig.


MARTIN BRAUN MUSIKALISCHE LEITUNG

Martin Braun studierte in seiner Heimatstadt Berlin Violine, anschließend in Wien Dirigieren. Beide Studien schloss er mit Auszeichnung ab.

Von 1991 bis 1998 war Martin Braun Chefdirigent des Akademischen Symphonieorchesters Wien. Im Jahr 1997 begann er seine Laufbahn als Kapellmeister am Mährischen Theater Olmütz. Von 2001 bis 2004 setzte er sie als erster Kapellmeister der Wuppertaler Bühnen fort. Weitere Festengagements führten ihn außerdem nach Heidelberg und Würzburg.

Von 2008-2013 war er ständiger Gastdirigent des Berliner Sinfonie Orchesters.

Seit dem Jahr 2013 ist er künstlerischer Leiter des Jugendsinfonieorchesters Niederösterreich.

In der kommenden Spielzeit (2017/2018) wird er am Landestheater Linz mit Verdis Rigoletto, Berlioz’ La damnation de Faust und einem Ballettabend mit der Musik von Zemlinskys Seejungfrau zu erleben sein.

Gastdirigate führten ihn u. a. an die Komische Oper Berlin, die Volksoper Wien, die Oper Frankfurt, das Nationaltheater Mannheim sowie die Landestheater von Linz und Innsbruck, zum China National Symphony Orchestra, zu den Bremer Philharmonikern, den Bochumer Symphonikern, dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, dem Sinfonieorchester St. Gallen, der Oviedo Filarmonia, der Magdeburger, Norddeutschen und der Baden-Badener Philharmonie.

Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die historisch informierte Erarbeitung barocken und (früh) klassischen Repertoires mit modernen Instrumenten. In diesem Zusammenhang sind seine großen Erfolge mit Aufführungen von Rameaus Platée 2010 sowie Händels Il trionfo del tempo e del disinganno 2015 und Haydns Il mondo della luna 2017 am Landestheater Linz besonders hervorzuheben.

Neben seiner dirigentischen Tätigkeit ist Braun überzeugter Pädagoge: Eine langjährige Lehrtätigkeit an mehreren Musikhochschulen zeugt von seinem Engagement auf diesem Gebiet. So leitete er von 1997 bis 2001 eine Ensembleleitungsklasse am Konservatorium der Stadt Wien und von 2004 bis 2008 eine Hauptfachklasse „Orchesterdirigieren“ an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. Von 2010 bis 2013 gab er zudem regelmäßig Orchesterworkshops am Orchesterzentrum in Dortmund. Seit 2016 obliegt ihm die Leitung der Dirigentenklasse an der Bruckneruniversität in Linz.


FRANÇOIS DE CARPENTRIES INSZENIERUNG

Der französische Regisseur François De Carpentries eignete sich sein Wissen zu Musik und Theater anhand der Mitarbeit an theatralischen Experimenten an. Als Autor arbeitete er mehrere Jahre mit belgischen Theatergruppen zusammen, bevor er – zuerst als Techniker, dann Inspizient, bald als Oberspielleiter (1990) – ans Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel kam.

Er arbeitete u. a. mit Patrice Chéreau, Willy Decker, Luc Bondy, Robert Wilson, Peter Sellars und Stein Winge zusammen und leitete zahlreiche Produktionen in Covent Garden London,  im NNTT Tokyo, im Teatro Real Madrid, im Liceu Barcelona, im Teatro Regio Torino und in der BAM New York.

1994 inszenierte er die Welturaufführung der Oper To Be Sung von Pascal Dusapin für das Théâtre des Amandiers in Paris, den Marstall in München, das Hebbel-Theater in Berlin, das Theater am Turm in Frankfurt und die Wiener Festwochen.

Es folgten zahlreiche Musiktheaterinszenierungen: Don Pasquale, Così fan tutte, La Cenerentola für La Monnaie und die Opéra de Lyon, Idomeneo für die Opéra du Rhin in Strassburg und die Canadian Opera Company in Toronto, Il Barbiere di Siviglia für die Opern in Oslo und Nancy, Madama Butterfly, Die Zauberflöte, Carmen, Aida, Romeo und Julia für die belgischen Festspiele Opéra en Plein Air, Orphée aux enfers in Paris, Rouen und Limoges, Rigoletto in Tours, Reims und Limoges, La Grande Duchesse de Gérolstein in Straßburg und Montpellier, La Pietra del Paragone in Fribourg und Besançon, Lakmé und Lucia di Lammermoor in Metz, u.v.m.

In Deutschland arbeitete er für das Theater Koblenz (Die Fledermaus, Die Prinzessin auf der Erbse, La Bohème), das Staatstheater Nürnberg (Il Barbiere di Siviglia), das Landestheater Coburg (Eine Nacht in Venedig, Madame Pompadour, Die lustige Witwe, Lakmé), das Mainfranken Theater Würzburg (Don Giovanni, Alessandro Nell’Indie), die Wuppertaler Oper (Carmen), das Theater Krefeld und Mönchengladbach (Don Pasquale, La Bohème, Lucia di Lammermoor, Die verkaufte Braut, Pique Dame, Don Carlo, Manon und Cavalleria Rusticana / Gianni Schicchi), das Theater Hof (Le Nozze di Figaro, Das Land des Lächelns), das Theater Görlitz (Manon Lescaut); in Österreich für die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik (La Stellidaura vendicante und bald Die Römische Unruhe oder die edelmütige Octavia). Bis heute: 56 originale Inszenierungen und 40 Wiederaufführungen.

François De Carpentries schrieb und inszenierte in Belgien auch Multimediatheaterstücke: La Boîte de Jazz, 298 Vorstellungen, La Boîte à Images, 145 Vorstellungen und die einzige Oper zu dem weltberühmten Comic Tim und Struppi: Die Juwelen der Diva. Er arbeitet aktuell an einem Libretto basierend auf Boris Vians Les Bâtisseurs d’Empire und an einem Musiktheaterstück inspiriert vom Leben der Olympe de Gouges, der ersten französischen Frauenrechtlerin in der Zeit der Revolution.


KARINE VAN HERCKE AUSSTATTUNG

Die belgische Künstlerin Karine Van Hercke studierte Physik, Chemie, Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität Brüssel; sie spezialisierte sich auf Musikwissenschaften, Szenisches Spiel und Sprachwissenschaft. Außerdem studierte sie Tanz, Klavier, Harmonielehre und Malerei. Zudem leitete sie an der Universität eine Forschungsgruppe zum 18. Jahrhundert.

Karine Van Hercke ist Preisträgerin der Königlichen Akademie Belgiens für ihre Studie über den Orpheus-Mythos und hat an der Enzyklopädie MGG mitgearbeitet. 1992 gründete sie die theaterpädagogische Abteilung des Théâtre Royal de la Monnaie (Opéra National in Brüssel), von 1995 bis 2003 leitete sie das Opernstudio am La Monnaie. Danach war sie zwei Jahre Musikdramaturgin an der Opéra de Lyon; als Dramaturgin arbeitete sie zudem für den Regisseur Stein Winge.

Gemeinsam mit François de Carpentries entwickelte sie die Konzeptionen bzw. entwarf die Kostüme für: Die Herzogin von Gerolstein an der Rheinoper Straßburg, der Oper in Nizza und den Festspielen Montpellier, Il Barbiere di Siviglia an den Opern von Oslo und Nancy, Idomeneo an der Rheinoper Straßburg und der Canadian Opera Company in Toronto, Madama Butterfly, Die Zauberflöte und Aida beim belgischen Festival Opéra en Plein Air, Orphée aux enfers an der Cité de la Musique Paris, Madame Pompadour, Die Lustige Witwe und Lakmé am Landestheater Coburg sowie Die Fledermaus und La Bohème am Theater Koblenz. Am Theater Krefeld-Mönchengladbach war sie an zahlreichen Produktionen als Kostümbildnerin und im Rahmen einer Regie-Mitarbeit engagiert: u. a. La Bohème, Die verkaufte Braut, Pique Dame, Lucia di Lammermoor, Don Carlo, Manon, Cavalleria Rusticana und Gianni Schicchi. Sie entwarf die Ausstattung für Don Giovanni und Alessandro Nell’Indie am Mainfranken Theater Würzburg, für La Stellidaura vendicante bei den Festwochen der Alten Musik in Innsbruck, für Carmen, Il Barbiere di Siviglia, Romeo und Julia, Die Juwelen der Diva für die Festspiele Opéra en Plein Air, Il Barbiere di Siviglia für die Oper in Oslo, Le Nozze di Figaro und Das Land des Lächelns am Theater Hof, und für verschiedene Multimedia-Shows in Belgien: Hairspray, La Boîte de Jazz und La Boîte à Images. Zu ihren nächsten Projekten zählen: Manon Lescaut am Theater Görlitz, Die römische Unruhe oder die edelmütige Octavia für die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik sowie Les Paladins in Oldenburg.


ELENA PIERINI CHORLEITUNG

Die Italienerin Elena Pierini erwarb ihre Diplome in Klavier und Schlagzeug am Conservatorio Luigi Cherubini in Florenz und am Conservatorio di Perugia. 2002 schloss sie das Master-Studium in Dirigieren an der Florida International University in Miami (USA) ab.

In Italien arbeitete sie unter anderem am Maggio Musicale Fiorentino, beim Spoleto Festival und an der Scuola di Musica di Fiesole mit Dirigenten wie Zubin Mehta, Seji Osawa, Eliau Hinbal und G. Sinopoli zusammen.

In den USA war sie an der Sarasota Opera (Florida) Korrepetitorin und Assistentin des Dirigenten sowie Dirigentin der Sarasota Youth Opera, deren Aufführung von Brittens The Little Sweep sie dirigierte.

An der Florida International University leitete sie den Frauenchor und dirigierte Opern wie Il Matrimonio Segreto, Gypsy, Agrippina und Monkey See, Monkey Do. Frau Pierini arbeitete als Korrepetitorin an der Florida Grand Opera und der Kent State University (Ohio) und als Chorleiterin mit dem Harlem Boys Choir (New York), dem Park Slope Singers und der Longboat Island Chapel.

2006 und 2007 dirigierte sie Opernaufführungen wie La Boheme, Aida, Le nozze di Figaro und Un ballo in maschera an der Staatlichen Oper Burgas (Bulgarien).

In Deutschland arbeitete sie seit 2008 als Repetitorin an den Städtischen Bühnen Münster, dem Theater Dortmund und an den Wuppertaler Bühnen.

Für die Spielzeit 2009/2010 war Frau Pierini als Assistentin des Chordirektors am Aalto Theater Essen

engagiert. Hier leitete sie auch den Aalto Kinderchor, mit dem sie unter anderem bei der Eröffnungsveranstaltung von „Essen Kulturhauptstadt Europas 2010“ auftrat und die Hymne Komm zur Ruhr mit Herbert Grönemeyer aufnahm.

Für die Spielzeiten 2010/2011 bis 2014 war sie die Chordirektorin und Kapellmeisterin am Theater Nordhausen. Hier hatte Frau Pierini die Möglichkeit Produktionen wie Peter Grimes, Eugene Onegin, Traviata, Rigoletto, Tiefland, Pagliacci, Der fliegende Holländer, Die verkaufte Braut, Manon und Andrea Chenier einzustudieren und Produktionen wie Crazy for You, Gräfin Mariza, Entführung aus dem Serail, Der Vogelhändler, Singin’ in the rain und Aida (Elton John) auch zu dirigieren. Unter ihre Leitung hat der Nordhausen Opernchor 2012 den Theaterpreis bekommen.

Im April und August 2013 war sie als Gastkorrepetitorin (Soli und Chor) für die Einstudierung von Verdi’s Aida am Peking Conservatory of Music, China, engagiert.

Im Oktober 2014 war Frau Pierini als Dirigentin für die Kinderoper Brundibar (Hans Krasa) an der Opera di Firenze engagiert.

Ab Jänner 2015 war sie die Chordirektorin und Kapellmeisterin am Theater Aachen, wo sie u. a. auch den Sinfonischen Chor Aachen und die Kinder- und Extrachöre des Theaters leitete. Zu den größten Produktionen hier gehören Tannhäuser, Luisa Miller, Norma, Macbeth, La forza del Destino, Jenufa, Il Trittico, Orphée et Euridice, zusammen mit anspruchsvollen Konzerten wie Verdis Requiem, Ein Deutsches Requiem (Brahms), Mendelssohns Elias, Die Schöpfung (Haydn), die Neunte Sinfonie von Beethoven, die Zweite Sinfonie Mahlers und Schönbergs Friede auf Erde. Auf dem Podium hatte sie die Möglichkeit, Tosca und Macbeth zu dirigieren sowie mehrere Chorkonzerte. Ihre Chöre sangen 2016 ein Weihnachtskonzert im Konzertgebouw in Amsterdam.

In November 2017 hat sie am Teatro del Giglio in Lucca den Chor des Puccini Festival für La Fanciulla del West einstudiert und im Jänner 2018 La Wally (Catalani).

Seit der Spielzeit 2018/2019 ist Elena Pierini Chordirektorin am Landestheater Linz.

 

—| Pressemeldung Landestheater Linz |—

Linz, Landestheater Linz, Premiere The Transposed Heads, 24.11.2018

Oktober 24, 2018  
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Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

THE TRANSPOSED HEADS

EUROPÄISCHE ERSTAUFFÜHRUNG, EINE INDISCHE LEGENDE VON PEGGY GLANVILLE-HICKS

Text von der Komponistin nach Thomas Manns gleichnamiger Novelle, In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln, Produktion des Oberösterreichischen Opernstudios

Premiere Samstag, 24. November 2018, 20.00 Uhr   –  BlackBox Musiktheater

Zwei Freunde – der eine von wohlgeformtem, der andere von aske­tisch-ausgezehrtem Körperbau – lieben im fernen Indien dieselbe Frau. Der Asket heiratet sie, jedoch enthauptet er sich in einem Akt religiö­ser Ekstase selbst. Den Athletischen packt die Reue wegen seiner heim­lichen Liebe zu ihr, so dass auch er sich selbst köpft. Doch die Götter gestatten der Frau, die Köpfe wieder auf die beiden Leiber zu setzen. Allerdings vertauscht sie in ihrer Aufregung die Köpfe. Ist jetzt der mit dem Kopf des Asketen oder der mit dessen Körper ihr Mann?

Musikalische Leitung Leslie Suganandarajah, Inszenierung Gregor Horres, Bühne und Kostüme Jan Bammes, Dramaturgie Christoph Blitt

Schridaman, ein Brahmane Rafael Helbig-Kostka, Nanda, sein Freund, aus niedriger Kaste Timothy Connor, Sita, ein junges Mädchen Etelka Sellei, Kali, Göttin Svenja Isabella Kallweit, Kamadamana, ein Guru Philipp Kranjc, Statisterie des Landestheaters Linz, Bruckner Orchester Linz

—| Pressemeldung Landestheater Linz |—

Linz, Landestheater Linz, Premiere EIN AMERIKANER IN PARIS, 25.11.2018

Oktober 16, 2018  
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Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

EIN AMERIKANER IN PARIS

DEUTSCHSPRACHIGE ERSTAUFFÜHRUNG
MUSIK VON GEORGE GERSHWIN | GESANGSTEXTE VON IRA GERSHWIN
Buch von Craig Lucas nach dem gleichnamigen Film von 1951
Deutsche Dialoge von Roman Hinze
In deutscher Sprache mit englischen Gesangstexten

Premiere Sonntag, 25. November 2018, 19.30 Uhr
Großer Saal Musiktheater

Musikalische Leitung Tom Bitterlich
Inszenierung und Choreografie Nick Winston
Bühne Charles Quiggin
Kostüme Aleš Valášek
Videodesign Duncan McLean
Lichtdesign Michael Grundner
Nachdirigat Christopher Mundy
Dramaturgie Arne Beeker

Gernot Romic (Jerry Mulligan), Myrthes Monteiro (Lise Dassin), Christian Fröhlich (Henri Baurel), Daniela Dett (Milo Davenport), Christof Messner (Adam Hochberg),
Lynsey Thurgar (Madame Baurel), Ariana Schirasi-Fard (Olga, Ensemble), Hanna Kastner (Cabaret-Sängerin, Ensemble)
Julia Hübner, Charlotte Lovell, Vicky Riddoch, Raphaela Pekovsek, Yves Adang, Alastair Postlethwaite, Stephen Dole, Leon de Graaf, Wei-Ken Liao (Ensemble)
Anastasia Bertinshaw, Lara Bonnel Almonem, Siân Brown, Mireia González Fernández, Julie Endo, Kasija Vrbanac, Kayla May Corbin, Tura Gómez Coll, Damián Cortes Alberti, Velerio Iurato, Kai Chun Chuang, Hodei Iriarte Kaperotxipi, Andrea Schuler, Lorenzo Ruta, Urko Fernandez Marzana, Filip Löbl (TANZLIN.Z)

Christopher Mundy, Bela Fischer jr. (Solo-Piano)
Statisterie des Landestheaters Linz
Bruckner Orchester Linz

Der junge amerikanische Soldat Jerry Mulligan versucht sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als Kunstmaler in Paris – mit be­scheidenem Erfolg. In der wieder aufblühenden Stadt verliebt er sich in die Parfümverkäuferin Lise, die jedoch mit dem erfolgreichen Sänger Henri liiert ist. Um finanziell über die Runden zu kommen, lässt sich Jerry auf die reiche Amerikanerin Milo ein. Die Straßen von Paris bilden den Hintergrund einer modernen Fabel rund um Kunst, Freund­schaft und Liebe.

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