Linz, Landestheater Linz, Premiere WINTERREISE BlackBox Musiktheater, 20.01.2019

Januar 18, 2019  
Veröffentlicht unter Konzert, Landestheater Linz, Pressemeldung


Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

WINTERREISE
auf Gedichte von Wilhelm Müller
In deutscher Sprache

Premiere Sonntag, 20. Jänner 2019, 20.00 Uhr
BlackBox Musiktheater

Die weiteren Vorstellungstermine: 24., 27., 30. Jänner; 1., 6., 8., 12., 16., 22., 24. Februar 2019
Inszenierung Hermann Schneider
Bühne und Kostüme Falko Herold
Video Patrick Bannwart, Falko Herold
Dramaturgie Anna Maria Jurisch
Sänger Martin Achrainer
Klavier Tommaso Lepore

ZUM STÜCK
Als Franz Schubert 1827 zum ersten Mal den Liederzyklus Winterreise präsentierte, reagierten seine Freunde mit Ratlosigkeit. Zu roh, zu dunkel, zu schwer verdaulich! Nur der berühmte „Lindenbaum“ fand Gnade. Aber Schubert war sich vollkommen sicher, ein Werk von Bedeutung geschaffen zu haben, keine Komposition scheint ihm so wichtig gewesen zu sein, wie die musikalische Umsetzung dieser 24 Gedichte von Wilhelm Müller. Und tatsächlich – dieser Zyklus ist quasi gleichbedeutend mit der Gattung Lied, sein Einfluss auf andere Künstler kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Samuel Beckett liebte diese Musik, Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek verfasste eine sehr persönliche Auseinandersetzung unter gleichem Titel, für Sänger der Gegenwart gehört es zum guten Ton, Winterreise aufzuführen.
In einer Inszenierung von Intendant Hermann Schneider setzen sich Bariton Martin Achrainer und Pianist Tommaso Lepore mit diesem Kollos des Liedes auseinander. Erkundet werden in der Ausstattung von Falko Herold und Patrick Bannwart die emotionalen Echokammern des Individuums, die Begegnungen mit der eigenen Vergangenheit und Zukunft, sowie die transformierende Kraft des Gehens.

DIE CD ZUM STÜCK
Pünktlich zur Premiere von Hermann Schneiders Inszenierung in der BlackBox des Musiktheaters legt Bariton Martin Achrainer gemeinsam mit Pianist Tommaso Lepore eine Einspielung von Franz Schuberts Liedkollos Winterreise vor. Die bei Preiser Records erscheinende Aufnahme, die in enger Zusammenarbeit mit dem Landestheater Linz entstand, ist ein Herzensprojekt Martin Achrainers, der sich seit Beginn seiner Karriere intensiv mit dem Kunstlied und mit Vorliebe mit den Liedern Franz Schuberts beschäftigt. Die CD kann an der Kassa des Musiktheaters genauso erworben werden wie nach jeder Vorstellung von Winterreise in der BlackBox Lounge direkt aus den Händen der Künstler. Zudem steht die Einspielung ab dem 25. Jänner 2019 auf allen gängigen Streamingportalen zur Verfügung und kann auch online erworben werden.


BIOGRAFIEN


HERMANN SCHNEIDER
Hermann Schneider wurde 1962 in Köln geboren. Er studierte Germanistik, Philosophie, Musik- und Theaterwissenschaften in Tübingen und München und schloss diese Studien 1987 mit dem Magister Artium ab.
Bereits während seines Studiums assistierte Hermann Schneider sowohl im Schauspiel als auch im Musiktheater an verschiedenen deutschen Theatern. Von 1987 bis 1991 war er als Regieassistent und Spielleiter am Stadttheater Aachen engagiert und debütierte dort 1990 als Opernregisseur. Seither hat er über 60 Inszenierungen im Musiktheater und Schauspiel an zahlreichen deutschen Theatern sowie in Wien, Frankreich und London erarbeitet. Seine letzte Regie an der Opera Côte d’Azur in Nizza, Benjamin Brittens Death in Venice, war 2018 am Landestheater Linz als Koproduktion zu sehen.
Von 1993 bis 1995 war er Chefdramaturg, Regisseur und dann Intendant am Theater Eisenach, ab 1996 bis 2001 Leiter des Studios der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg. Von 2004 bis Dezember 2015 war Schneider Intendant des Mainfranken Theaters Würzburg.
Hermann Schneider fungiert in Gremien des Deutschen Bühnenvereins. Seit 2011 ist er Mitglied der Chambre professionelles des directions de l’opera (CPDO) in Paris, der französischen Intendantengruppe. Außerdem arbeitet er regelmäßig in Montréal in beratender Funktion mit internationalem Opernnachwuchs.
Von 1990 bis 2001 hatte Hermann Schneider Lehraufträge an den Musikhochschulen Köln/Aachen sowie Düsseldorf inne. 2001 wurde er als Professor und Leiter der Opernschule an die Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar berufen.
Neben der Theaterarbeit und dem Unterricht arbeitet Hermann Schneider als Autor, insbesondere von Libretti, und veröffentlicht mit namhaften Komponisten wie Jörg Herchet, Michael Obst, Anton Plate, Klaus Schulze und Gerhard Stäbler. Seit der Spielzeit 2016/2017 ist Hermann Schneider Intendant des Landestheaters Linz.

FALKO HEROLD
Falko Herold studierte Bühnenbild an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Von 2001 bis 2003 war er Lehrbeauftragter für Bühnengestaltung in der Meisterklasse für Szenografie an der Kunstakademie Wien. Eine regelmäßige Zusammenarbeit mit Johannes Schaaf und Hermann Schneider führte ihn u. a. an die War Memorial Opera San Francisco, das Theater in der Josefstadt Wien, das Deutsche Theater Berlin und das Mainfrankentheater in Würzburg. Zudem gestaltete er die Ausstattung für verschiedene Inszenierungen von David Bösch am Theater Basel, an der Opéra de Lyon und am Münchner Residenztheater. An der Bayerischen Staatsoper entwarf er die Kostüme für L’elisir d’amore, Mitridate, rè di Ponto, Das schlaue Füchslein und L’ Orfeo sowie die Videos für Die Meistersinger von Nürnberg. Am Landestheater Linz zeichnete Falko Herold bereits bei Hermann Schneiders Inszenierungen von Solaris (Spielzeit 2016/17), sowie für Die Frau ohne Schatten (Spielzeit 2017/18) für Ausstattung und Videos verantwortlich.

PATRICK BANNWART
Patrick Bannwart studierte nach seiner Ausbildung zum Theatermaler am Opernhaus Zürich Bühnenbild an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Ab 2000 arbeitete er als Ausstatter. Für David Bösch entwarf er bereits zahlreiche Bühnenbilder, u. a. am Thalia Theater Hamburg, Schauspielhaus Essen, Schauspielhaus Zürich, Deutschen Theater, Berliner Ensemble in Berlin sowie am Wiener Burgtheater. Seit 2010 übernimmt Patrick Bannwart auch bei Opernproduktionen von David Bösch die Gestaltung von Bühnenbild und Video: Auf den Erfolg von Donizettis L’elisir d’amore an der Bayerischen Staatsoper folgten unter anderem Einladungen an die Oper Frankfurt, die Oper am Theater Basel, die Opéra National de Lyon, die Vlaamse Opera in Antwerpen, an das Royal Opera House Covent Garden in London sowie an die Nationale Opera Amsterdam.

—| Pressemeldung Landestheater Linz |—

Linz, Landestheater Linz, Premiere ELEKTRA, 19.01.2019

Januar 11, 2019  
Veröffentlicht unter Landestheater Linz, Oper, Pressemeldung


Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

ELEKTRA  –  RICHARD STRAUSS

Text  Hugo von Hofmannsthal

Premiere Samstag, 19. Jänner 2019, 19.30 Uhr

Wenn antike Mythologie, die frühe Psychoanalyse und spätromanti­sche Oper aufeinandertreffen: Richard Strauss’ Elektra ist der Schrei eines unerlösten Ichs, wild und laut zum Ausdruck gebracht von einem gigantischen Orchesterapparat, gefasst in einer Partitur wirkungs­mächtiger und expressionistischer Klangsprache. Ein Kapitel aus dem großen Atriden-Epos ist Gegenstand dieser Antikenrezeption Hugo von Hofmannsthals, aus welcher vorerst, kurz nach der Wende zum 20. Jahrhundert, sein Drama Elektra und infolge, 1909 in Dresden urauf­geführt, die erste Zusammenarbeit mit Richard Strauss hervorging.

Der Einakter Elektra widmet sich der Durchleuchtung nervöser Psycho­gramme: Nach seiner Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg wurde Agamemnon von seiner Gattin Klytämnestra und ihrem Geliebten Ägisth im Bad erschlagen. Die Bluttat versetzt den Hof von Mykene in einen permanenten Ausnahmezustand und macht Agamemnons Toch­ter Elektra zur zwanghaften Mahnerin, ja zu einer von Rache Besesse­nen, die keine Erlösung findet, bis der Mord an ihrem Vater gesühnt sein wird.

Nach Salome und Die Frau ohne Schatten setzt das Landestheater Linz seinen Richard Strauss-Zyklus nun mit Elektra fort.

Musikalische Leitung Markus Poschner, Inszenierung Michael Schulz, Bühne Dirk Becker, Kostüme Renée Listerdal, Chorleitung Elena Pierini, Dramaturgie Ira Goldbecher

Klytämnestra  Katherine Lerner, Elektra  Miina-Liisa Värelä, Chrysothemis Brigitte Geller, Ägisth Matthäus Schmidlechner, Orest Michael Wagner, Der Pfleger des Orest Philipp Kranjc, Die Vertraute Etelka Sellei, Die Schleppträgerin Kateryna Lyashenko, Ein junger Diener Mathias Frey, Ein alter Diener Timothy Connor, Die Aufseherin Gotho Griesmeier, Erste Magd Isabell Czarnecki, Zweite Magd Jessica Eccleston, Dritte Magd Florence Losseau, Vierte Magd Svenja Isabella Kallweit, Fünfte Magd Theresa Grabner

Chor des Landestheaters Linz, Statisterie des Landestheaters Linz, Bruckner Orchester Linz

—| Pressemeldung Landestheater Linz |—

Linz, Musiktheater Linz, Ein Amerikaner in Paris – George Gershwin, IOCO Kritik, 15.12.2018

Dezember 16, 2018  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Landestheater Linz, Musical


Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

 Ein Amerikaner in Paris – George Gershwin

Der Charme von Gene Kelly und Leslie Caron scheint im Landestheater

Von Marcus Haimerl

Wieder einmal fand die deutschsprachige Erstaufführung eines Musicals in Linz statt. Diesmal handelte es sich um George Gershwins Ein Amerikaner in Paris nach dem gleichnamigen Film von Vincente Minelli, inspiriert durch die 1928 uraufgeführte, knapp 20-minütige Komposition für Orchester des erst 30-jährigen Komponisten. Neben seiner Rhapsody in Blue zählt Ein Amerikaner in Paris zu den bedeutendsten Werken Gershwins. Die Komposition beschreibt den Spaziergang eines Amerikaners über die Champs-Élysées und berichtet über die Eindrücke des Touristen und den von ihm wahrgenommen Geräuschen der Großstadt (vier Original-Pariser-Taxihupen sind Teil des Orchesters), es ist aber auch ein Stück über Heimweh.

Ein Amerikaner in Paris – George Gershwin
Youtube Trailer Musiktheater Linz
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Aus dieser Komposition entstand schließlich der Musical-Film Ein Amerikaner in Paris des amerikanischen Regisseurs Vincente Minelli, der sich vor allem durch die Choreografie Gene Kellys auszeichnete.

Anders als bei der Komposition findet die Handlung des Films und des Musicals im Paris zu Kriegsende, nach dem Ende der Nazi-Herrschaft, statt. Der ehemalige US-Soldat Jerry Mulligan begegnet einer jungen Frau, die er auch gleich wieder aus den Augen verliert, und lässt sich in Paris als Maler nieder. Auf seiner Herbergssuche begegnet er ihm Café Dutois dem amerikanischen Komponisten Adam Hochfeld, der gerade für den Unternehmersohn Henri Baurel an einer Gesangsnummer („I Got Rythm“) arbeitet, da dieser gegen den Willen seiner Mutter Sänger werden will.

They Can’t Take That Away From Me“

Adam spielt auch in einer Ballettkompanie Piano. Dort lernt Jerry die reiche Amerikanerin Milo Davenport kennen und trifft beim Vortanzen das Mädchen wieder, die Parfümverkäuferin Lise Dassin. Lise wird die neue Primaballerina. Auf einem Fest im Hause Baurel bei dem Lise als die neue Primaballerina vorgestellt wird, verkündet Madame Baurel auch gleich die Verlobung ihres Sohnes Henri mit der Tänzerin. Aus Rache empfiehlt Jerry Madame Baurel jenen Jazz-Club, in welchem ihr Sohn seinen ersten Auftritt haben wird.

Landestheater Linz / Ein Amerikaner in Paris - hier : Gernot Romic als Jerry Mulligan und Ensemble © Barbara Palffy

Landestheater Linz / Ein Amerikaner in Paris – hier : Gernot Romic als Jerry Mulligan und Ensemble © Barbara Palffy

Vor seinem Auftritt verrät Henri dem Komponisten Adam seine Bindung zu Lise: Während des Krieges versteckte die Familie Baurel die junge Jüdin in ihrem Haus. Nach Henris Auftritt ist die Überraschung perfekt, als Madame Baurel die künstlerischen Ambitionen ihres Sprosses unterstützt. Lise ist jedoch darüber empört, dass Jerry seinen Freund hinterging und lässt ihn stehen. Jerry erfährt von Adam, warum sich Lise den Baurels verpflichtet fühlt.Die drei Freunde rufen sich nochmal die speziellen Momente mit Lise ins Gedächtnis und sagen sich, dass ihnen diese nicht mehr genommen werden können („They Can’t Take That Away From Me“). Aber nur einer wird schließlich mit ihr glücklich sein: Jerry.

Nick Winston bemüht sich als Regisseur und Choreograf intensiv darum, den Charme der filmischen Vorlage mit Gene Kelly und Leslie Caron beizubehalten. Das Bühnenbild (Bühne: Charles Quiggin) besticht durch einzelne Elemente, die auf der Drehbühne schnell umgebaut werden können. Ob ein Ufer im Freien an der Seine, vom Café bis zum Salon schwebt über allem ein Hauch von Nostalgie, der nahe an die Verfilmung heranreicht. Die Handlungsorte werden durch den Bogen des Eifelturms als Rahmen für den Bühnenraum originell symbolisiert.

Landestheater Linz / Ein Amerikaner in Paris - hier : Gernot Romic als Jerry Mulligan und Ensemble © Barbara Palffy

Landestheater Linz / Ein Amerikaner in Paris – hier : Gernot Romic als Jerry Mulligan und Ensemble © Barbara Palffy

Auch in Linz wird die Bühne von großen Tanzensembles dominiert und lange Tanzsequenzen verlangen auch den Protagonisten viel ab. In der Rolle des Jerry Mulligan brilliert Gernot Romic, der nicht nur als Tänzer beeindruckt, sondern ebenso gesanglich zu begeistern weiß. Diese unglaubliche Gesamtleistung bleibt nachhaltig im Gedächtnis des Publikums. Die gebürtige Brasilianerin Myrthes Monteiro wusste bei ihrem Linz-Debüt als Lise Dassin das Publikum mit ihren Tanzeinlagen zu überzeugen. Christian Fröhlich steigert sich in der Rolle des Henri Baurel zunehmend und liefert bei seiner Jazz-Club-Nummer „Stairway To Paradise“ eine grandiose Leistung ab. Sehr verständlich, dass die gestrenge Madame Baurel (großartig Lynsey Thurgar) ihrem Sohn Unterstützung für seine künstlerische Karriere zusichert. Christof Messner als Adam Hochberg (dem Gershwin Alter Ego) und Daniela Dett als Milo Davenport komplettieren die hervorragenden Protagonisten auf ebenso hohem Niveau.

Auch das Linzer Bruckner Orchester sorgte unter der temperamentvollen Leitung des deutschen Musicalexperten Tom Bitterlich für heiter melancholische, manchmal fast schwerelose Klänge, zeigte sich aber auch sehr steppfreudig und manchmal sehr jazzig.
Nach der Uraufführung 2014 im Théâtre du Châtelet in Paris hieß das Publikum den „Amerikaner“ auch mit entsprechendem Jubel in Linz willkommen. Von den Publikumsreaktion ausgehend, wird sich das Musiktheater Linz bis Mai 2019 noch über viele ausverkaufte Vorstellungen freuen können.

Ein Amerikanischer in Paris am Landestheater Linz; die weiteren Termine:  18.12.; 19.12.; 26.12.; 28.12.; 30.12.2018;  1.1.; 9.1.; 10.1.; 17.1.; 20.1.; 15.2.2019 und mehr..

—| IOCO Kritik Landestheater Linz |—

Linz, Landestheater Linz, Premiere ELEKTRA – Richard Strauss, 19.01.2019

Dezember 11, 2018  
Veröffentlicht unter Landestheater Linz, Oper, Premieren, Pressemeldung


Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

ELEKTRA – RICHARD STRAUSS

Text von Hugo von Hofmannsthal
 Premiere Samstag, 19. Jänner 2019, 19.30 Uhr

Landestheater Linz / Elektra © Robert Josipovic.

Landestheater Linz / Elektra © Robert Josipovic.

Wenn antike Mythologie, die frühe Psychoanalyse und spätromanti­sche Oper aufeinandertreffen: Richard Strauss’ Elektra ist der Schrei eines unerlösten Ichs, wild und laut zum Ausdruck gebracht von einem gigantischen Orchesterapparat, gefasst in einer Partitur wirkungs­mächtiger und expressionistischer Klangsprache. Ein Kapitel aus dem großen Atriden-Epos ist Gegenstand dieser Antikenrezeption Hugo von Hofmannsthals, aus welcher vorerst, kurz nach der Wende zum 20. Jahrhundert, sein Drama Elektra und infolge, 1909 in Dresden urauf­geführt, die erste Zusammenarbeit mit Richard Strauss hervorging.

Der Einakter Elektra widmet sich der Durchleuchtung nervöser Psycho­gramme: Nach seiner Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg wurde Agamemnon von seiner Gattin Klytämnestra und ihrem Geliebten Ägisth im Bad erschlagen. Die Bluttat versetzt den Hof von Mykene in einen permanenten Ausnahmezustand und macht Agamemnons Toch­ter Elektra zur zwanghaften Mahnerin, ja zu einer von Rache Besesse­nen, die keine Erlösung findet, bis der Mord an ihrem Vater gesühnt sein wird.

Musikalische Leitung Markus Poschner, Inszenierung Michael Schulz, Bühne Dirk Becker, Kostüme Renée Listerdal, Chorleitung Elena Pierini, Dramaturgie Ira Goldbecher

Klytämnestra Katherine Lerner, Elektra Miina-Liisa Värelä, Chrysothemis Brigitte Geller, Ägisth Matthäus Schmidlechner, Orest Michael Wagner, Der Pfleger des Orest Philipp Kranjc, Die Vertraute Etelka Sellei, Die Schleppträgerin Kateryna Lyashenko, Ein junger Diener Mathias Frey, Ein alter Diener Timothy Connor, Die Aufseherin Gotho Griesmeier, Erste Magd Isabell Czarnecki, Zweite Magd Jessica Eccleston, Dritte Magd Florence Losseau, Vierte Magd Svenja Isabella Kallweit, Fünfte Magd Theresa Grabner

Chor des Landestheaters Linz, Statisterie des Landestheaters Linz, Bruckner Orchester Linz

—| Pressemeldung Landestheater Linz |—

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