Natalie Clein – Joseph Haydn – Cello-Konzerte, IOCO CD Besprechung, 16.01.2021

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Natalie Clein - Joseph Haydn - Cello Concerte - OEHMS classics © OEHMS classics

Natalie Clein – Joseph Haydn – Cello Concerte – OEHMS classics © OEHMS classics

Natalie Clein  – Joseph Haydn –  Cello-Concertos
Ungewöhnliche Instrumentation und Humor

OEHMS classics CD – BestellNr. OC 1895 – Barcode 4260330918956

von   Ljerka Oreskovic Herrmann 

Die Autorin beschrieb in einer vorangegangenen IOCO Publikation die ORFEO CD CARE PUPILLE – Samuel Mariño mit Georg Friedrich Händel – Christoph Willibald Gluck Kompositionen, in welcher Michael Hofstetter die musikalische Leitung hat.

Die nun besprochene Oehms Classics CD bzw. styriarte bei der Michael Hofstetter ebenfalls die musikalische Leitung innehat, ist ein Live-Mitschnitt von 2017 aus Graz von der styriarte – ein alljährliches steirisches Festival zur Pflege der klassischen und Alten Musik und mit dem recreation Großes Orchester Graz. Dieser rückt Joseph Haydn (1732-1809)  in den Mittelpunkt, so dass die musikalischen Formsprachen und Richtungen des 18. Jahrhunderts auf den beiden CD-Einspielungen von Hofstetter zum Leben erweckt werden: Angefangen mit Händels und Glucks Arien der Opera seria hin zum Konzert der Wiener Klassik eines Haydn. Dieser war übrigens auch ein London-Reisender: Mehrere Mal nach 1790 besuchte er die britische Metropole und wurde dort begeistert empfangen.

Haydn Gedenktafel in Wien "Nicht ganz werde ich sterben" © IOCO

Haydn Gedenktafel in Wien „Nicht ganz werde ich sterben“ © IOCO

Der Weg zum Ruhm war für Haydn allerdings beschwerlicher, der öffentliche Erfolg stellte sich erst spät in seinem Leben ein. Seine beiden für das Cello komponierten Konzerte stehen in diesem historischen Kontext und haben eine wechselvolle Beurteilung und späte Anerkennung erfahren. Das erste Cellokonzert in C-Dur komponierte Haydn wohl um 1765 in Eisenstadt, als er die Vizekapellmeisterstelle beim Fürsten Esterházy bekleidete; das zweite in D-Dur entstand 1783 in Esterháza in der Nähe des Neusiedler Sees, wohin der Fürst seine Residenz mitsamt der 30 Musiker umfassenden Kapelle, inzwischen unter Haydns alleiniger Leitung, verlegt hatte. Das letztgenannte ist, mit zwei Oboen, zwei Hörnern und Streichern von Haydn ungewöhnlich instrumentiert, das bekannteste und deshalb wohl auch als Eröffnungsstück gewählt worden. Es hat drei Sätze, erfordert vom Solisten bzw. Solistin – aufgrund der häufig hohen Lage – eine enorme spieltechnische Fertigkeit, doch auch die für Haydn so typisch humorvollen Töne finden sich im letzten Satz, dem Rondo, ein.

Auch für das erste Cellokonzert setzte Haydn neben den Streichern Hörner ein; es hat ebenso drei Sätze, weist jedoch mit seiner barocken Orchester-Ritornelle in der Einleitung des ersten Satzes einen stärkeren Bezug zum vergangenen musikalischen Erbe auf – und so stellt sich plötzlich eine ungeahnte Verbindung zwischen zwei zeitlich und räumlich unterschiedlichen CD-Einspielungen (jedoch unter derselben musikalischen Leitung) ein. Das Cello spielt im zweiten Satz durchweg in hoher Lage, um im finalen Satz mit dem Orchester eine homophone Gesamtstruktur erklingen zu lassen.

Die Kunst und das Erleben

Eingespielt hat sie Hofstetter mit dem recreation Großes Orchester Graz und einer Solistin, die dafür nicht nur über das richtige Instrument verfügt, sondern auch mit der Musik des 18. Jahrhundert bestens vertraut ist: Natalie Clein, einer aus England stammenden und seit Jahren erfolgreich auf internationalen Bühne konzertierenden Cellistin, deren musikalischer Fokus durchaus die Musik des 18. Jahrhunderts in den Blick nimmt. Sie hat eigens für dieses Konzert Darmsaiten, anstelle der üblichen Stahlsaiten, auf ihrem 1777er Guadagnini-Cello aufziehen lassen. Auch benutzt Clein einen leichteren Bogen, um, wie sie schreibt, „die zeitgenössische Artikulation leichter zu erreichen“. Und sie setzt die Tradition, „Kadenzen in der Aufführung zu improvisieren“ fort, eine Praxis die zur Zeit Haydns Usus war und die für diese Aufnahme von ihr stammen und eine sogar „tatsächlich als Improvisation“ entstanden ist.

Das mitreißende Hörerlebnis rechtfertigt ihre Wahl, denn nicht nur entstand ihr Cello in jener Zeit, die im Rückblick als die epochemachende Wiener Klassik verstanden wurde, Clein vermag es diese musikalische vergangene Welt aufleben zu lassen, ohne den leisesten Hauch von „Antiquiertheit“. Im Gegenteil, ihr Cello (wie auch das Orchester) klingt geradezu jung und frisch, Haydns Musik ist es sowieso, sie lässt den Ton aufblühen, wie es die menschliche Stimme vermag, der ja bekanntlich das Cello am nächsten kommt. Eine Binsenwahrheit, deshalb jedoch nicht weniger wahr. Die Freude an der musikalischen Kunst Haydns wie auch dem gemeinsamen Musizieren kann man selbst beim Zuhören der CD nachempfinden. Dabei erweist sich Michael Hofstetter als ein Dirigent, der seinen Solisten – ob es sich um einen Sänger oder eine Cellospielerin handelt – Freiraum, Luft zur Entfaltung gibt und den Gesamtklang mit dem Orchester zur vollen Geltung bringt.

Joseph Haydn Gemälde aus 1791 von Thomas Hardy © Wikimedia Commons

Joseph Haydn Gemälde aus 1791 von Thomas Hardy © Wikimedia Commons

Abgerundet wird der Mitschnitt des Konzertes mit dem zweiten Satz von Haydns Symphonie Nr. 13 in D-Dur: „Adagio cantabile“. In diesem 1763 komponierten viersätzigen Orchesterwerk – es knüpft hervorragend an die beiden Cellokonzerte an – lässt Haydn im zweiten Satz ein Solo-Cello auftreten; vermutlich hat er es für den Cellisten und seinen Patensohn Joseph Weigl geschrieben. Natalie Clein erliegt nicht der Versuchung, falsche Sentimentalität oder übergroße Emotion zu beschwören, sie spielt nicht effekthaschend, stattdessen entfaltet sie den Ton langsam, lässt ihn sachte aufblühen, das Orchester bleibt dabei ein ebenso sachter und behutsamer Begleiter. Es verströmt ein positives Gefühl, diese Live-Aufnahme, den Applaus des Publikums, zu hören, in einer Zeit, in der das Live-Erlebnis gänzlich abhanden gekommen ist. Auch wenn man nicht dabei war, stellt sich bei einem das – schöne und schmerzlich vermisste – Gefühl ein, etwas von der Atmosphäre zu erahnen, die einem gelungen Konzertabend innewohnt.

Darstellende Kunst lebt vom Kontakt, dem Austausch mit dem Publikum – es ist das eigentliche Fundament, nur so kann Neues entstehen und Altes weitergeführt werden; nur so kann der Künstler, die Künstlerin, Fähigkeiten und Talente darbieten, sie im Zusammenspiel mit anderen, aber auch mit dem Publikum überprüfen und neue Möglichkeiten der Darstellung ausloten.

Darstellende Kunst entsteht durch das „als ob“, einer Behauptung, die, wenn sie gelingt, wie hier die Zeit Haydns oder eines Glucks und Händel hör- und erlebbar zu machen, zur Wahrheit gereift, jene auf dem Podium und jene im Publikum zu einer Einheit verschmelzen kann und sich das Gefühl einstellt, etwas Außerordentlichem beigewohnt zu haben. Und sie ist diejenige Kunstform, die den unmittelbaren Kontakt zur kulturellen Vergangenheit und die Brücke zur Zukunft schlägt – nur wenn wir das „Alte“ sehen und hören, können wir den künstlerischen, technischen und handwerklichen (nicht nur beim Instrumentenbau) Weg ermessen, der dafür zurückgelegt werden musste, um sich stetig weiter zu entwickeln; sie prosperiert nicht einfach im luftleeren Raum oder in den Weiten des Universums, sondern braucht die Reibung mit den jeweils vorhanden Rahmenbedingungen und Gegebenheiten. Kunst entsteht mit jeder Aufführung aufs Neue im Hier und Jetzt. Deshalb brauchen wir sie.

—| IOCO CD-Rezension |—


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Graz, Musikverein für Steiermark, FESTKONZERT mit Elina Garanca, 08.11.2020

Oktober 14, 2020  
Veröffentlicht unter Konzert, Musikverein Graz, Pressemeldung

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Musikverein Graz

Musikverein Graz / Stephaniensaal © Robert Illemann

Musikverein Graz / Stephaniensaal © Robert Illemann

Ehrenmitglied Elina Garanca gastiert am 8.11.2020 wieder im Musikverein und aufgrund der großen Nachfrage wird sie zwei Konzerte geben: 17:00 Uhr UND 20:00 Uhr!

FESTKONZERT
So 08.11.2020

UHRZEIT: 17:00 Uhr | 20:00 Uhr
ORT: Stefaniensaal

ELiNA GARANCA Mezzosopran | Ehrenmitglied des Musikvereins
MALCOLM MARTINEAU Klavier

Lieder von Sergej Rachmaninow und Richard Strauss
Spanische Lieder und Zarzuelas (Auszüge)

Musikverein Steiermark / Elina Garanca © Gregor Hohenberg /DG

Musikverein Steiermark / Elina Garanca © Gregor Hohenberg /DG

„Manchmal bedarf es nicht mehr als einer Stimme und eines Klaviers. Der Liederabend führt Sie von Osten nach Westen, durch dunkle Töne Rachmaninows, luminöse Harmonien von Strauss und sonnengefüllte spanische Lieder. Zusammen mit Malcolm Martineau laden wir Sie herzlich ein, uns auf dieser spektakulären Reise zu begleiten.“ (Elina Garanca) [Von Elina Garanca wurden verschiedene Aufnahmen bei der deutschen Grammophon veröffentlicht.]

Sie ist zweifellos einer der strahlendsten Sterne am Musikfirmament: Elina Garanca kehrt auch heuer gemeinsam mit dem Pianisten Malcolm Martineau in den Grazer Musikverein zurück, zu dessen Ehrenmitgliedern sich die lettische Mezzosopranistin mittlerweile zählen darf. „Von Osten nach Westen“ führt uns dabei die musikalische Reise, zu welcher die Ausnahmesängerin das Grazer Publikum bei diesem Gastspiel einlädt. „Durch dunkle Töne Rachmaninows, luminöse Harmonien von Strauss und sonnengefüllte spanische Lieder“ leitet uns das Duo des Liederabends, der sicherlich zu den großen Höhepunkten der Spielzeit 2020/21 zählt. Wie die Sängerin es selbst formuliert: „Manchmal bedarf es nicht mehr als einer Stimme und eines Klaviers“ und so zeigen die beiden Interpreten an diesem Abend, dass sie es auch mit kleinem Instrumentarium schaffen, den Stefaniensaal zu erfüllen!

Trailer Musikverein Steiermark
youtube Trailer Musikverein Steiermark
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Kartenverkauf für das Festkonzert ELINA GARANCA ab sofort
Aufgrund der großen Nachfrage wird Elina Garanca ein zweites Konzert geben: 17:00 Uhr UND 20:00 Uhr.
Bereits gekaufte Karten bekommen Sie neu zu geschickt. Reservierungen bleiben aufrecht und können ebenfalls ab sofort abgeholt werden.

—| Pressemeldung Musikverein Graz |—


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Graz, Schlossbergbühne Kasematten, Fidelio – „Namenlose Freude“ in berstender Musikalität, IOCO Kritik, 29.08.2020

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Schloßbergbühne Kasematten

Schlossbrgbuehne Kasematten in Graz / Fidelio - hier : Dirigent Marcus Merkel, Grazer Philharmoniker und das Publikum © PhotoWerk

Schlossbrgbuehne Kasematten in Graz / Fidelio – hier : Dirigent Marcus Merkel, Grazer Philharmoniker und das Publikum © PhotoWerk

Fidelio –  Schlossbergbühne Kasematten – Graz

– „Namenlose Freude“  in berstender  Musikalität –

von Michael Stange

Mit Beethovens Fidelio fand in der Schlossbergbühne Kasematten von Graz eine der ersten österreichischen Opernproduktionen nach dem Corona-Lockdown statt. Die Grazer Kasematten sind neben Oper und Konzerthaus eine einzigartige Kulisse für Opernaufführungen. Ursprünglich Kellergewölbe des Schlosshauptmannshauses, Vorratslager und Gefängnis, dienen sie seit neunzig Jahren als Naturtheater.

 Österreichischer Corona-Musik-Lockdown endet in Graz mit FIDELIO

Die Widerbelebung der sommerlichen Opernaufführungen hat Kapellmeister Marcus Merkel und der von ihm gegründete Verein Junge Konzerte Graz initiiert. Insbesondere die Grazer Spielstätten und ihr Leiter Bernhard Rinner haben dies mit ihrem Engagement und ihrem Elan ermöglicht. Als Markus Merkel das Projekt Anfang des Jahres an Chor und Orchester herantrug verzichteten die beteiligten Musiker damals spontan sofort auf ihre Ferien und sagten ihre Mitwirkung zu. Zum Gelingen beigetragen haben ferner viele Sponsoren und unzählige Helfer, die sich mit großem Enthusiasmus in das Projekt warfen.

Schlossbergbühne Kasematten in Graz / Fidelio - hier : Dirigent Marcus Merkel, Ausstatterin Emma Hoffmann und Hausherr Bernhard Rinner © Martin Schönbauer

Schlossbergbühne Kasematten in Graz / Fidelio – hier : Dirigent Marcus Merkel, Ausstatterin Emma Hoffmann und Hausherr Bernhard Rinner © Martin Schönbauer

Den Beteiligten ist dafür zutiefst zu danken und der Erfolg war für alle Lohn und Glück zugleich. In den drei ausverkauften Aufführungen konnten Mitwirkende und über 2000 Menschen wieder eine der größten Opern der Musikgeschichte erleben. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie mit der aus infektiologischen Gründen erforderlichen Distanz, dem Abstandhalten und Vereinsamung, sind die Themen Liebe, Freiheit und Gemeinschaft des Fidelio ein brennendes Thema.

Das gewölbeartige Backsteintheater mit seiner Gefängnishistorie bot optisch und historisch eine ideale Kulisse für den halbkonzertanten Fidelio. Unter wetterfestem Dach führte Andrea Baquero (Ausstattung: Emma Hoffmann) Regie. Klug nutzte sie den knappen Bühnenraum aus. Die Beziehungen zwischen den Figuren wurden im 1 Akt durch geschickte Positionierung auf beiden Bühnenseiten dargestellt. Dies erläuterte Handlung und die Beziehungsgeflechte der Akteure. Leonore war ein kecker, aber zugleich zurückhaltender Junge mit weißem Hemd und Schiebermütze. Florestan liegt nach der Arie wie tot auf dem Boden. Leonore und Rocco finden ihn nach Durchschreiten des Zuschauerraumes. Die Auseinandersetzung zwischen Leonore und Pizarro wird mit brennender Wucht gespielt.

Beethoven lässt seine Oper Fidelio zunächst wie ein heiteres Singspiel über Liebe und Eifersucht zwischen jungen Leuten beginnen. Erst mit dem bedrohlichen Zwischenspiel und dem Auftritt Roccos wird klar, dass sich ein großes Drama mit ungewissem Ende ausrollt.

Diese Steigerung der Dramatik, die vielschichtigen Nuancen und Wendungen mit ihrer emotionalen Wucht und die Botschaften von Liebe, Freiheit und Gemeinschaft loteten alle Beteiligten mit großer Kunst aus. So entstanden musikalisch grandiose und herausragende Fidelio Vorstellungen, die zu den Besten gehörten, die seit langem geboten wurden. Alle Beteiligten waren mit immensem Feuer und einer Hingabe bei der Sache, dass man meinte, man höre das Werk zum ersten.

Graz Schlossbergbühne Kasematten/ Fidelio - hier : v.l. Barbara Krieger, Marcus Merkel, Bryn Terfel © PhotoWerk

Graz Schlossbergbühne Kasematten/ Fidelio – hier : v.l. Barbara Krieger, Marcus Merkel, Bryn Terfel © PhotoWerk

Barbara Krieger als Leonore nahm man schon optisch mit ihrer Schiebermütze und der sportlichen Gestalt ab, dass sie sich aus Liebe zu Florestan als Mann verkleidet, um als Diener des Kerkermeisters Rocco ihren Gatten zu suchen. Stimmlich entwickelte sie die Rolle im Sinne des Dramas. Leise und verhalten nahm sie das erste Duett mit Marzelline und das Quartett. Durch Pianotöne und sinnlich verhaltenes Singen gab sie bis zum Terzett einen Kundschafter, der neues Terrain erkunden und sich den ihr unbekannten übrigen Protagonisten mit Charme, Zurückhaltung aber auch Tatkraft bei der Arbeit annähert. In der Arie Abscheulicher, wo eilst Du hin“ entfaltete sie dann endgültig ihre gesamte vokale Pracht.

Den Beginn nahm Barbara Krieger mit ergreifenden dunklen Vokalen. „Komm Hoffnung..“ begann sie mit zartem Piano das ihren ganze Erwartung und Sehnsucht nach dem Wiedersehen mit Florestan stimmlich auszudrückte. Die anschließenden hohen Töne nahm sie völlig locker und flutete die Stimme mit so großen Elan, dass ihre Arie zu einer Glanzleistungen des 1.Aktes wurde. Im 2. Akt bot sie insbesondere bei „Halt, töt erst sein Weib…“ eine Wucht und Verve, die den stimmlich und körperlich hühnenhaften Pizarro und das Publikum erstarren ließen. In dieser Leonore hat Barbara Krieger ihre herausragenden stimmlichen Mittel und ihr beeindruckendes Gestaltungsvermögen erneut unter Beweis gestellt. Wie sie ihre Emotionen durch ihre Stimmfarben ausdrückte und ihre vokalen Reserven in den dramatischen Momenten machtvolle und locker zugleich entfaltete, war staunenswert. Ein Sopran der Extraklasse. Sie riss mit und ließ durch ihre Intensität häufig erschauern.

Bryn Terfel war ihr potenter Gegenspieler. Der walisische Bariton feierte in Graz sein Rollendebut. Die Bösartig und Grausamkeit Pizzaros füllte er mit Schauspielkunst und gesanglicher Verve aus. Stimmliche Intensität und machtvolle Tonfülle prädestinieren ihn neben seinen Wagnerrollen und dem Scarpia für den Pizarro. Sein Erschrecken über die Revision der Gefängnisse folgt bei Ha welch ein Augenblick…“ ein bebender vulkanischer Ausbruch. Eine Glanzleistung von intensiver Tiefe und Dramatik und ein eindrucksvolles Rollendebut.

Roberto Sacca war ein Florestan mit Tonfülle, Stimmkultur und Rollenidentifikation. Er bewies erneut, dass er einer der führenden europäischen Tenöre des lyrisch dramatischen Fachs ist. Die Arie „Gott welch Dunkel“ nahm er nach dramatischem Ausbruch mit dem Text folgender stimmlicher Modulation, und berückenden Pianotönen. Mit immenser Dramatik schwang er sich in ein brillant gesungenes himmlisches Reich auf. Ein Sänger von packender Wucht, der sich in seiner Karriere von Mozart bis in das dramatische Fach entwickelt und bis heute die Gesangskultur und das Timbre seiner Glanzzeit bewahrt hat.

Narine Yeghiyan war eine selbstbewusste ungemein farbenreiche, betörende Marzelline mit großen vokalen Reserven. Mit süßem, verführerischem Klang und großem Atem nahm sie ihre Arie und die Ensembles. In der Auseinandersetzung mit Jaquino durch mühellose dramatische Steigerungen wird deutlich, dass sie vom Leben einen Ehemann mit Saft und Kraft erwartet.

Graz Schlossbergbühne Kasematten/ Fidelio - hier: v.l. Bryn Terfel und Marcus Merkel © PhotoWerk

Graz Schlossbergbühne Kasematten/ Fidelio – hier: v.l. Bryn Terfel und Marcus Merkel © PhotoWerk

Peter Kellner hat mit dem Rocco eine seiner Glanzrollen gefunden. Sein tiefes Bassfundament, die strömende Mittellage und die federnde Höhe machen ihn zu einem der vielversprechendsten Bässe der nächsten Jahre und Jahrzehnte. Mit gesanglicher Brillanz, Spielfreude und immenser Musikalität lotete er die gemütlichen Seiten aber auch den Widerstand gegen Roccos Mordpläne vielschichtig aus. Seine Arie Hat man nicht auch Gold beineben….“ sprühte vor Charme und Witz. Man sah ihn vokal förmlich mit den Münzen jonglieren. Einst Ensemblemitglied der Grazer Oper ist der Dreißigjährige nun an der Wiener Staatsoper engagiert.

Neven Crnic als Minister war eine Luxusbesetzung. Der Sechsundzwanzigjährige verströmte seinen Heldenbariton mit einer Klangschönheit und Poesie, die heute selten zu hören ist. Die Stimme sitzt perfekt, er entfaltet eine unglaubliche Wärme in der Mittellage, die er mit strahlendem Gesang in der Höhe krönt.

Mario Lerchenberger war als Jaquino gleichfalls ein Ereignis. Mit warmem, lyrischem, edel klingendem Tenor – wie geschaffen für Mozart – gestaltet er als Jüngster im Ensemble seine Rolle mit großem Einsatz und Meisterschaft.

Neben den jungen Kräften sang Tenorlegende Reiner Goldberg, der in Graz 1980 in Kreneks Johnny spielt auf, debütierte einen beeindruckenden 1. Gefangenen. Stimmklang und Timbre erinnerten an seine großen Leistungen in Bayreuth und Salzburg. Er sang seine kurze Passage mit derart blühendem Tenor und strahlendem Ton, dass man nicht glaubte dass ein Achtzigjähriger auf der Bühne stand.

Die Mitglieder des Grazer Opernchores sangen klangschön mit Vielschichtigkeit und Leidenschaft. Mit Glut, sprühender Musikalität und überirdischem Spiel bestachen die Mitglieder der Grazer Philharmoniker.

Die treibende Kraft der Aufführung war Kapellmeister Marcus Merkel. Seine Klangvorstellungen, waren von übervoller Poesie und rhythmischer Präzision. Er vermittelte sie so überzeugend, dass trotz der Spielpause eine faszinierende Symbiose aller Musiker entstand. Sein Konzept war von einer fließenden, lyrischen Intensität und dramatischen Dichte geprägt. Innigen Momenten ließ er genug Raum, düstere Passagen präsentierte er in getragenem Tempo, um dann in dramatische Attacken ein atemberaubendes Tempo vorzulegen. Dies durchzog schon das Vorspiel, das so schon dort einen Ausblick auf die kommende Handlung und seine Lesart der Partitur gab. Mit diesem Ausloten und Auskosten der Partitur wurde Fidelio zu einem spannungsgeladenen Drama. Seine phänomenalen Musikalität und seine Fähigkeit sein Gespür für die dramatischen Entwicklungen auf alle Mitwirkenden zu übertragen, sucht seinesgleichen. Klangbild und Spannungsbögen rissen von ersten bis zur letzten Minute mit. Ein Ausnahmedirigent, der fesselte und begeisterte.

In Graz wurde in diesen drei Aufführungen gezeigt, dass und wie furioses Musiktheater geht und welche Begeisterungstürme es hervorruft. Hoffentlich war dies der Startschuss einer neuen Grazer Sommeroper mit vielen künftigen Auftritten aller Beteiligten.

Fidelio in der Grazer Kasematten; besuchte Vorstellung 23.8.2020

—| IOCO Kritik Schloßbergbühne Kasematten |—

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Graz, Schloßbergbühne Kasematten, Fidelio – Opernspektakel, 20., 22. 23.08. 2020

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Schloßbergbühne Kasematten

Schloßbergbühne Kasematten / Fidelio @ Schloßbergbühne Kasematten

Schloßbergbühne Kasematten / Fidelio @ Schloßbergbühne Kasematten

Fidelio – Schloßbergbühne Kasematten zum Leben erweckt

 Erstes Opernspektakel nach Lockdown – 20., 22. 23. August 2020

Nach einer langen Phase voller Ungewissheit und herausfordernden Planungen, heißt es in den Grazer Spielstätten in Kürze wieder: „Bühne frei!“ Am 20., 22. und 23. August 2020 laden „Junge Konzerte Graz“ und die Grazer Spielstätten auf der Schloßbergbühne Kasematten unter freiem Himmel zu Ludwig van Beethovens Fidelio und damit zum Kultur-Comeback über den Dächern von Graz!

IOCO, Michael Stange wird über dies Opernspektakel in Graz berichten

Die konzertante Aufführung besticht nicht nur durch internationale Weltstars wie z.B. Barbara Krieger, Ks. Peter Seiffert, Sir Bryn Terfel oder Peter Kellner, welche unter normalen Umständen auf Jahre hinaus ausgebucht wären – ihre Engagements in Edinborough, London, Tokyo und an der MET in New York mussten Corona-bedingt abgesagt werden -, sondern auch durch die Kooperation mit Mitgliedern der Grazer Philharmoniker. Unter der Leitung von Kapellmeister Marcus Merkel werden diese das weitere Solistenensemble, hochklassig mit Größen ihres Fachs besetzt, musikalisch komplettieren.

Grazer Spielstätten-Geschäftsführer Mag. Bernhard Rinner: „Fidelio und den Grazer Schloßberg verbindet eine lange Tradition: Ursprünglich ab 1782 als Gefängnis für Schwerverbrecher aus allen Teilen der Monarchie genutzt, wurde die Schloßbergbühne Kasematten im Jahr 1937 feierlich mit Fidelio eingeweiht. Das jetzige Revival von Beethovens ,Befreiungsoper‘ markiert somit nicht nur ein Ereignis mit doppelter historischer Relevanz, sondern setzt ein starkes Signal über die steirischen Landesgrenzen hinweg.“ Tausende Grazer erinnern sich außerdem gern an stimmungsvolle Aufführungen an Sommerabenden in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren. Im Jahre 1997 wurde die Kasemattenbühne zum bisher letzten Mal mit „Fidelio“ bespielt.

Durch die Corona-Krise hat die Kultur heuer international sehr zurückstecken müssen. Hunderte Festivals, die üblicherweise ab Juni mit spannenden Aufführungen aufwarten, mussten zumeist komplett abgesagt werden. Nun, da viele der Restriktionen Schritt für Schritt gelockert werden und insbesondere Freilicht-Veranstaltungen wieder möglich sind, ergibt sich auf der Schloßbergbühne Kasematten eine einmalige Gelegenheit: „Fidelio ist eine Hymne an die Freiheit. Der Kontrast zwischen der düsteren Kerkerhaft und dem Licht der Gerechtigkeit ist nicht nur in der Musik zu hören, sondern auch auf der Bühne eindrucksvoll sichtbar. Wir möchten unserem Publikum mit der Oper nun, nach dem Lockdown, ein Stück ,Freiheitsgefühl‘ in unserer Open Air-Location zurückgeben“, so Bernhard Rinner.

Marcus Merkel, Dirigent und Gründungsmitglied von „Junge Konzerte Graz“: „Nachdem die europäische Kulturlandschaft heuer durch Corona einen nie dagewesenen Einschnitt erlebt hat, freue ich mich unbändig, Beethovens „Fidelio“ in einer Weltklasse-Besetzung nach Graz und zurück in die Kasematten bringen zu können. Mit dem ersten Grazer Opernspektakel nach dem Lockdown möchten wir ein Zeichen setzen, und werden dabei von internationalen Größen wie Peter Seiffert als Florestan und Altmeister Reiner Goldberg als Erstem Gefangenen unterstützt.“

Schloßbergbühne Kasematten / Fidelio - Dirigent Marcus Merkel, Fidelio-Ausstatterin Emma Hoffmann und Hausherr Bernhard Rinner freuen sich auf das erste Opernspektakel nach dem Lockdown v.l.n.r.@ Martin Schönbauer

Schloßbergbühne Kasematten / Fidelio – Dirigent Marcus Merkel, Fidelio-Ausstatterin Emma Hoffmann und Hausherr Bernhard Rinner freuen sich auf das erste Opernspektakel nach dem Lockdown v.l.n.r.@ Martin Schönbauer

„Kunst und Kultur zeigen, wie man Grenzen überwinden kann und ermutigen, sich auf neues Terrain zu begeben. Wie ein Kraftwerk versorgen sie uns mit der nötigen Energie, um neue, bunte Facetten des Lebens zu erschließen. Daher freuen wir uns, Fidelio in diesem Sommer auf den Kasematten als Partner zu unterstützen“, so DI Christian Purrer, Vorstandssprecher der Energie Steiermark Michael Gradischnig, Leiter Werbung der Steiermärkischen Sparkasse: „Die Steiermärkische Sparkasse hat sich seit mittlerweile 195 Jahren der gesellschaftlichen Verantwortung für die Menschen und die Kultur des Landes verschrieben. Daher freut es uns besonders mit dieser musikalischen Produktion in einer der Zeit angepassten Form wieder Partner des Vereins ,Junge Konzerte Graz‘ sein zu dürfen.

Nach der langen (Corona-)Durststrecke sehnen sich die Menschen nach gemeinschaftlichen Live-Erlebnissen im Opern- und Konzertbereich. Wir sind uns sicher, dass unser Fidelio in dieser exzeptionellen Besetzung und der großartigen Spielstätte mit drei konzertanten Vorstellungen für 2.100 Zuschauer*innen eine große überregionale Aufmerksamkeit erregen wird und freuen uns über Ihre mediale Begleitung!

Konzertante Oper und Corona – Wie geht das?

Aufgrund der Corona-Situation ergeben sich hohe Hygiene- und Sicherheitsauflagen, die zum Schutz unseres Publikums streng eingehalten werden (Abstand zwischen den Sitzreihen, Mund- und Nasenschutz im Chor bzw. Zugangsbereich, Desinfektionsvorrichtungen, registrierter Ticketkauf etc.). In Abstimmung mit „Junge Konzerte Graz“ haben wir uns gegen ein Mund- und Nasenschutz tragendes Publikum entschieden. Gemäß der in der Lockerungsverordnung des Bundesministeriums vorgeschriebenen Abstände zwischen den Sitzplätzen können somit 700 Personen pro Vorstellung Platz nehmen. Daher haben wir beschlossen, „Fidelio“ gleich an drei Abenden am Schloßberg zu spielen, um so 2.100 Zuschauer*innen aus ganz Österreich und darüber hinaus ein unvergessliches Opernspektakel bieten zu können.

Bühne – Solisten, Chor & Orchester

Im Kontext von Corona ist das gesungene Wort die größte Herausforderung, was die Bühne betrifft. Unsere Solisten werden daher am vorderen Bühnenrand mit genügend Abstand zur ersten Publikumsreihe agieren. Unser Chor wird mit Mund- und Nasenschutz singen, auch wenn wir uns hier ebenfalls um genügend Abstände zwischen den Sängern bemühen, da wir keinerlei Risiko einer Infektion eingehen werden.

Gemäß Tests, die die Wiener Philharmoniker unter ärztlicher Leitung im Mai dieses Jahres durchgeführt haben, verbreitet sich die Atemluft eines jeden Musikers in maximal 75 cm Entfernung von Mund und Nase. Aus den Öffnungen der Blasinstrumente entwich „kein oder nur kaum sichtbares Aerosol“. Das Ergebnis der Untersuchungen: „Eine Ausdehnung der Ausatemluft eines Künstlers von mehr als ~80 cm ist nicht zu erwarten.“

Daher verteilen wir die Blasinstrumente mit Abständen auf dem Podium und behalten uns vor, die Streicher mit Mund- und Nasenschutz spielen zu lassen. Auch bei sämtlichen Proben bzw. hinter der Bühne herrschen höchste Sicherheitsauflagen: Corona-Tests, Abstandsregelung, regelmäßige Fiebermessungen, getrennte Proben etc.

Schloßbergbühne Kasematten / Klassische Musik auf der Schlossbergbuehne Kasematten @ Peter Palme

Schloßbergbühne Kasematten / Klassische Musik auf der Schlossbergbuehne Kasematten @ Peter Palme

Ensemble

Schloßbergbühne Kasematten / Fidelio - Barbara Krieger @ honorarfrei

Schloßbergbühne Kasematten / Fidelio – Barbara Krieger @ honorarfrei

Barbara Krieger – Leonore: Geboren in Wiesbaden, Studium der Germanistik, Anglistik & Musikwissenschaften in Mainz. Gesangsstudium Mozarteum in Salzburg. Preisträgerin beim berühmten AS.LI.CO. Gesangswettbewerb der Mailänder Scala. 1997 Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper. Engagements u.a. im Gran Teatru del Liceu Barcelona, Bregenz, Leipzig, Karlsruhe, Nationaltheater Weimar. Konzerttournee mit Bryn Terfel (2007), 2008 Gala- Konzerte mit Startenor Roberto Alagna. 2009 Classic Open Air in Berlin mit José Carreras.

Schloßbergbühne Kasematten /Fidelio - Peter Seiffert @ honorarfrei

Schloßbergbühne Kasematten /Fidelio – Peter Seiffert @ honorarfrei

Ks. Peter Seiffert – Florestan: Geboren in Düsseldorf, Studium ebendort. 1992 Ernennung zum Bayerischen Kammersänger, 1996 Debüt bei Bayreuther Festspielen. Gast mit den Partien seines Fachs in allen wichtigen Musikzentren, darunter Wien, München, New York, Budapest, Dresden, Berlin, Tokio, Salzburg und London. Zahlreiche Aufnahmen mit den wichtigsten Dirigenten unserer Zeit, Echo Klassik als „Sänger des Jahres 1999“. Peter Seiffert gehört heute zu den Star-Tenören und wird vom Publikum enthusiastisch gefeiert; von der internationalen Presse als Sänger und Darsteller gewürdigt. Juni 2013 Ernennung von der Wiener Staatsoper zum Österreichischen Kammersänger, 2014 Kammersänger der Deutschen Oper Berlin.

Schloßbergbühne Kasematten /Fidelio - Sir Bryn Terfel @ honorarfrei

Schloßbergbühne Kasematten /Fidelio – Sir Bryn Terfel @ honorarfrei

Sir Bryn Terfel – Pizarro: Geboren in Wales, Studium in London. 1989 Gewinner des „Cardiff Singer of the World“ Wettbewerbs, 1990 Operndebüt, 1992 Debüt bei den Salzburger Festspielen. Seither Engagements an allen wichtigen Opern- und Konzerthäusern der Welt, darunter Royal Opera House London, Wiener Staatsoper, Metropolitan Opera New York, Bayerische Staatsoper München, Teatro alla Scala Milano, Carnegie Hall New York City, Paris, Zürich und Sidney. Grammy, Classical Brit und Gramophone Award Gewinner; 2003 „Commander of the British Empire“, 2006 „Queen’s Medal for Music“, 2017 zum Ritter geschlagen. 2006 Shakespeare Preis, 2015 „The Freedom of the City of London“. „Pizarro“ ist für Sir Bryn Terfel ein Rollendebüt.

Ks. Reiner Goldberg1. Gefangener: Geboren in in Crostau/Oberlausitz, Studium in Dresden. 1973 Ensemble der Semperoper Dresden, 1981-2005 Ensemble der Staatsoper Unter den Linden Berlin. Gastverpflichtungen als Heldentenor bei Bayreuther Festspielen und an allen großen Häusern der Welt, darunter Paris, New York, London, Mailand, Wien, Zürich, Hamburg und Berlin. 1977 Ernernnung der Dresdner Semperoper zum Kammersänger, 2019 Ehrenmitglied der Staatsoper Unter den Linden Berlin.

Peter Kellner – Rocco: Geboren in der Slowakei, Studium in Košice, Mozarteum Salzburg und Graz. 2015-2018 Ensemblemitglied der Oper Graz, seit 2018 Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper. 2013 Engagement bei den Salzburger Festspielen, seither Debüts in Bratislava, in der Volksoper Wien, Royal Opera House London sowie beim Glyndebourne Festival. Preisträger des Int. Mozartwettbewerbs Salzburg 2018, Independent Opera Fellowship der Wigmore Hall Song Competition, 1. Preis des Int. Wettbewerbs Ferrucio Tagliavini Deutschlandsberg. Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Sir Antonio Pappano, Vasily Petrenko, Adam Fischer, Marco Armiliato, Ivor Bolton & Friedrich Haider.

Schloßbergbühne Kasematten / Fidelio - Peter Kellner @ honorarfrei

Schloßbergbühne Kasematten / Fidelio – Peter Kellner @ honorarfrei

Narine Yeghiyan – Marzelline: Geboren in Armenien, Studium in Jerewan. 2009 beim
Internationalen Gesangswettbewerb „Neue Stimmen“ Semifinale & Sonderpreis der Liz Mohn Stiftung ausgezeichnet. 2013 Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes und 2011-2013 Stipendiatin der Liz Mohn Stiftung sowie Mitglied des Internationalen Opernstudios der Staatsoper im Schiller Theater; seit der Spielzeit 2013/14 an Berliner Staatsoper Ensemblemitglied. 2016 bei den Opernfestspielen St. Margarethen sowie Debüt in der Philharmonie Berlin. Zahlreiche Konzerte in ganz Europa.

Mario Lerchenberger – Jacquino: Geboren in Österreich, Gesangsstudium in Graz. Ebenfalls Studium der Chorleitung, Dirigieren mit Schwerpunkt Chor sowie Gesangspädagogik. Meisterkurse bei u.a. Cheryl Studer, Brigitte Fassbaender und Marius Vlad. Sänger bei Opernproduktionen im In- und Ausland, darunter Linz, Jaroslaw, Köln, „styriarte“ und „La Strada“ Graz. Seit 2019 Mitglied des Opernstudios der Oper Graz. Grazer Debüt mit großem Erfolg als Alfred in der „Fledermaus“.

Neven Crnic – Don Fernando: Geboren in Bosnien und Herzegowina, Studium in Graz, seit 2017 Ensemblemitglied der Oper Graz. 2018 Teil des Young Singers Project der Salzburger Festspiele, 2019 erster Preis und Publikumspreis beim 2. Internationalen Haydn Wettbewerb. Heuer war Europatour mit Gustavo Dudamel & Mahler Chamber Orchestra sowie Engagement bei den Salzburger Festspielen geplant – coronabedingt leider verschoben.

Schloßbergbühne Kasematten / Fidelio - Marcus Merkel @ Werner Kmetitsch

Schloßbergbühne Kasematten / Fidelio – Marcus Merkel @ Werner Kmetitsch

Marcus Merkel – Dirigent: Geboren in Berlin, Studium in Berlin, seit 2015 Pianist und
Kapellmeister an der Oper Graz. Preise als Komponist, Pianist und Sänger. 2013 Gründer der Jungen Philharmonie Berlin, 2019 Gründer der Jungen Konzerte Graz. Gastdirigate in Kyoto, Amsterdam, Bozen, Rostock, zahlreiche kurzfristige Einspringer für Oksana Lyniv, Julien Salemkour sowie erkrankte Kollegen am eigenen Haus. Seit 2018 Einstudierung aller Beethoven Klavierkonzerte für Rudolf Buchbinder, 2019 Debüts in Koblenz und München.

Mitglieder der Grazer Philharmoniker – Orchester: Gegründet am 1. September 1950, geht das Grazer Philharmonische Orchester aus zwei bis dahin bestehenden Grazer Orchesterformationen, dem „Städtischen Orchester“ und dem „Funkorchester der Sendergruppe Alpenland“, hervor. Das Funkorchester wird damals im Zuge einer Strukturreform im Österreichischen Rundfunk aufgegeben, die der Stärkung des RSO Wien dient. Das Städtische Orchester kann auf eine traditionsreiche Rolle im steirischen Musikleben verweisen, denn es hatte beispielsweise Anton Bruckners Symphonie N° 5 zur Uraufführung gebracht. Auch wurde unter der Leitung des Komponisten im Jahre 1906 „Salome“ zur österreichischen Erstaufführung gebracht. Das Gründungskonzert des Grazer Philharmonischen Orchesters – auf dem Programm stehen Beethovens „Eroica“ und Strauss‘ „Ein Heldenleben „– findet am 4. September 1950 unter Herbert Albert im Grazer Stefaniensaal statt. Als integraler Bestandteil der Grazer Oper und des Grazer Kulturlebens spielt das Grazer Philharmonische Orchester vornehmlich Oper, Operette, Ballett und Musical. Darüber hinaus präsentiert sich das Grazer Philharmonische Orchester in der Grazer Oper mit einem eigenen Konzertzyklus und ist regelmäßig im Musikverein für Steiermark zu Gast.

—| Pressemeldung Schloßbergbühne Kasematten |—


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