Baden bei Wien, Stadttheater Baden, Der Bettelstudent – Carl Millöcker, IOCO Kritik, 17.06.2018

Juli 18, 2018  
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Bühne Baden

Baden bei Wien Stadttheater © IOCO

Baden bei Wien – Das Stadttheater am Abend © IOCO – Kultur im Netz

DER BETTELSTUDENT  –  Carl Millöcker

– In der Sommerarena von Baden –

von Elisabeth König

Carl Millöcker Denkmal © IOCO

Carl Millöcker Denkmal © IOCO

Von Carl Millöcker in Baden bei Wien komponiert, kehrte der Bettelstudent in einer spritzigen und verjüngten Inszenierung an seinen Ursprungsort zurück und feierte am Samstag im Rahmen der Badener Sommerarena seine fulminante Premiere. Mit der von den Librettisten F. Zell und Richard Genée umgesetzten Geschichte Victorien Sardous (Les Noces de Fernande, dt. Fernandos Hochzeit) gelang dem 40jährigen Millöcker sein Durchbruch.

Die Handlung spielt im Krakau des Jahres 1704: Inmitten des polnischen Befreiungskrieges schmiedet der Gouverneur von Krakau, Oberst Ollendorf, Rachepläne gegen die Gräfinnen Nowalska, deren Tochter Laura ihm ihren Fächer ins Gesicht schlug, nachdem er sie auf die Schulter küsste. Hierzu holt er zwei inhaftierte Polen aus dem Gefängnis: Symon Rymanowicz, den Bettelstudenten, und Jan Janicki. Simon soll Laura als vorgeblicher Fürst Wybicki ehelichen, um sie gesellschaftlich zu blamieren. Simon und Laura verlieben sich unerwartet tatsächlich ineinander und so auch Lauras jüngere Schwester Bronislava in Jan, welcher sich schließlich als der polnische Volksheld Herzog Adam entpuppt. Die Liebe durchkreuzt Ollendorfs Pläne und ermöglicht nicht nur die Befreiung Polens, sondern auch ein Happy End in bester Operettentradition.

Stadttheater Baden bei Wien / Der Bettelstudent - hier : Ensemble und Robert R. Herzl als Enterich © www.christian-husar.com

Stadttheater Baden bei Wien / Der Bettelstudent – hier : Ensemble und Robert R. Herzl als Enterich © www.christian-husar.com

Der Vorhang der Badener Sommerarena öffnet den Blick auf ein zeitloses Gefängnis, dessen Stacheldrahtzaun inmitten „traditioneller“ Kerkerfenster eine gewisse Tagesaktualität bot. Generell ist das Bühnenbild von Dietmar Solt ein gelungener Brückenschlag aus moderner und klassischer Ästhetik, dessen Zeitlosigkeit durch farbenprächtige Kostüme unterstrichen wird, und den Bogen spannt von der Zeit der Handlung bis in die Gegenwart.

Der moderne Blick auf diesen Operettenklassiker setzt sich auch konsequent in der Regie von Isabella Gregor fort, aus deren Feder auch die vorliegende Textfassung stammt. Frisch, humorvoll und mit einem klaren Bewusstsein für die ernsten Themen hinter dem Augenzwinkern nimmt die Regie Bezug auf die Tagespolitik – #metoo, bedingungslose Grundsicherung und Flüchtlingspolitik inbegriffen. Auch um Trump kam man im Couplet des Ollendorf nicht herum.

Stadttheater Baden bei Wien / Der Bettelstudent - hier : Johannes Terne als Onuphrie, Sylvia Rieser als Palmatica, Gräfin Nowalska, Regine Riel als Laura, Ilia Staple als Bronislawa © www.christian-husar.com

Stadttheater Baden bei Wien / Der Bettelstudent – hier : Johannes Terne als Onuphrie, Sylvia Rieser als Palmatica, Gräfin Nowalska, Regine Riel als Laura, Ilia Staple als Bronislawa © www.christian-husar.com

Die intensive Auseinandersetzung Isabella Gregors mit dem Werk führte zur Wiederentdeckung einer Arie der Laura aus Millöckers Urfassung des „Bettelstudenten“ in der Österreichischen Nationalbibliothek. Diese Arie erklang gestern erstmals wieder auf einer österreichischen Bühne in einem neuen Orchesterarrangement von Oliver Ostermann, der auch vom Dirigentenpult den Abend sehr harmonisch leitete. Mit frischen, knackigen Tempi und viel Feingefühl behielt er den Witz und Charme der Musik in jeder Minute aufrecht und sorgte gemeinsam mit dem Orchester der Bühne Baden für eine prickelnde Aufführung in dieser lauen Sommernacht.

Sängerisch bot der Abend viele schöne Momente. Regina Riel sang die Laura mit zarten Zwischentönen und einer wunderschönen Klarheit, die, wie vom künstlerischen Leiter Michael Lakner sehr treffend bezeichnet, an Gundula Janowitz erinnert und vermochte es, aus einem oftmals sperrigen Charakter eine charmesprühende Vollblutfrau zu machen. Als ihre Schwester Bronislawa bezauberte die Linzerin Ilia Staple mit glockenheller Stimme und unbändiger Lebhaftigkeit – und Hunger – das Publikum und ihren Jan Janicki. Sylvia Rieser spielte die herrische Mutter mit so viel Liebe für ihre Töchter, dass neben vielen Lachern auch das Mitgefühl des Publikums auf ihrer Seite blieben. Matjaž Stopinšek erlebte man im Hauptpart des Symon Rymanowicz mit großer Verve und schmelzigem Tenor. Sein Feuer wurde ausgeglichen durch Ricardo Frenzel Baudisch, der mit Eleganz und jugendlichem Charme den Jan Janicki gab. Jochen Schmeckenbecher verlieh dem Abend Staatsopernniveau. Sein Oberst Ollendorf erhob sich über dessen übliche Charakterisierung als komischer Aufschneider und verlieh ihm eine gefährliche Schärfe, deren genussvolle Bosheit in seinem Triumph des zweiten Aktes ihren Höhepunkt erreicht und ihn als Bösewicht des Stückes glaubhaft macht. Als kongeniales Offizierskleeblatt agierten Anton Graner (Major Wangenheim), Sebastian Huppmann (Rittmeister Henrici), Michael Fischer (Leutnant Schweinitz) und Thomas Malik (Kornett Richthofen). Aus der von der Regie perfekt durchgezogenen individualisierten Personenführung erwuchsen auch abseits der textuellen Witze viele humoristische Momente, die im Hintergrund der Handlung der Hauptfiguren den perfekten Rahmen gab.

Stadttheater Baden bei Wien / Der Bettelstudent - hier : Ensemble,  erhöht, Regina Riel als Laura, Jochen Schmeckenbecher als Ollendorf © www.christian-husar.com

Stadttheater Baden bei Wien / Der Bettelstudent – hier : Ensemble,  erhöht, Regina Riel als Laura, Jochen Schmeckenbecher als Ollendorf © www.christian-husar.com

Johannes Terne als Onuphrie zeigte in Baden, warum das Wiener Burgtheater zu den größten deutschsprachigen Theaterhäusern zählt und gab ein herzzerreißendes Faktotum – oder AIO (All-in-one), wie er es so schön formulierte. Robert R. Herzl als Enterich gab einen piratischen Gefängniswärter dessen Beweglichkeit und irrwitzigen Ticks das komische Charakterfach in seiner vollen Bandbreite ausschöpfte und damit für laute Lacher und frenetischen Beifall sorgte. Ihm zur Seite Justus Seeger (Puffke) und Mahdi Niakan (Piffke), als quicklebendiges Duo. Abwechselnd komisch-dümmlich und bauernschlau sorgten auch sie für viele Lacher.

Generell ist die Führung des Chors und des Ensembles durch die Regie lobend hervorzuheben. Auch die Choreografie von Michael Kropf trug ein wesentliches Teil zum Gelingen des Gesamtkonzepts bei. So tanzten nicht nur im Hintergrund Ballett und Chor, auch die Solisten schwangen fröhlich das Tanzbein.

Alles in allem bot die Sommerarena Baden einen vergnüglichen Operettenabend auf höchstem Niveau, und beweist, dass Operette immer noch sehr lebendig ist. Das Publikum zeigte sich gut unterhalten und dankte für den fantastischen Abend mit tosendem Applaus. Und sollten auch Kleinigkeiten dem Premierenfieber zum Opfer gefallen sein: Schwamm drüber, Schwamm drüber.

Der Bettelstududent in der Sommerarena von Baden bei Wien; weitere Vorstellungen 21.7.; 22.7.; 27.7; 2.8.; 3.8.; 9.8.; 10.8.2018 un mehr

—| IOCO Kritik Bühne Baden |—

Baden bei Wien, Stadttheater, Die Lustige Witwe – Franz Lehár, 23.06.2018

Juni 11, 2018  
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Bühne Baden

Baden bei Wien Stadttheater © IOCO

Baden bei Wien Stadttheater am Abend © IOCO – Kultur im Netz

DIE LUSTIGE WITWE  –  Franz Lehár

Eine starke Frau lässt sich von Geld nicht den Charakter verderben

Premiere: 23. Juni 2018, 19.00 Uhr, Sommerarena, weitere Vorstellungen 24.6.; 30.6.; 1.7.; 7.7.; 8.7.2018 und mehr

Zum 70. Todestag Franz Lehárs spielt die Bühne Baden sin der Sommerarena ihr Opus Magnum. Die Wirrnisse rund um eine selbstbewusste, starke Frau und die erotischen und politischen Anspielungen der Zeit machten die Operette zu einer der populärsten Stücke dieses Genres.  „Auch heute noch gibt es Situationen, in denen sich private und politische Ebenen  überschneiden. Die sich daraus ergebenden Spannungsfelder sind Stoff für großartige Geschichten“, ist Michael Schilhan, Regisseur und Intendant des Grazer Kinder-und Jugendtheaters Next Liberty, sicher.

In der Badener Aufführung wird Michael Schilhan Regie führen. Die musikalische  Leitung hat Franz Josef Breznik inne. Die Hauptrollen sind mit Maya Boog und  Reinhard Alessandri besetzt.

Handlung:  Der pontevedrinische Gesandte in Paris, Baron Mirko Zeta, erwartet die millionenschwere Witwe Hanna Glawari: Die Witwe soll einen pontevedrinischen Landsmann ehelichen, um den Bankrott ihres Landes abzuwenden. Die Wahl Baron Zetas fällt auf Graf Danilo.

Als Danilo in der Witwe seine Jugendliebe wiedererkennt, die er einst aus Standesgründen nicht heiraten durfte, nimmt er Abstand von seinem Auftrag. In Hanna flammt die alte Liebe zu Danilo wieder auf. Sie will seine Zurückhaltung brechen, indem sie ihre Verlobung mit Camille de Rossillon verkündet. Danilo reagiert mit Eifersucht.

Stadttheater Baden / Die Lustige Witwe hier Maya Boog als Hanna Glawari © Lukas Beck

Stadttheater Baden / Die Lustige Witwe hier Maya Boog ist Hanna Glawari © Lukas Beck

Unterdessen hat Baron Zeta beschlossen, sich scheiden zu lassen und aus patriotischer Pflicht Hanna zu heiraten. Doch als er erfährt, dass diese im Falle einer Wiederverheiratung ihr Vermögen verliert, zieht er seinen Antrag zurück. Danilo wittert sein Chance: Um eine arme Hanna darf er werben. Danilo gesteht Hanna nun endlich seine Liebe, worauf Hanna erklärt, dass ihre Millionen bei einer Heirat in den Besitz ihres Mannes übergehen.     „Lippen schweigen, ’s flüstern Geigen.“

Franz Josef Breznik – Musikalische Leitung, Michael Schilhan – Inszenierung, Alexia Redl, Ausstattung, Natalie Holtom, Choreographie,

Besetzung: Maya BoogHanna Glawari, Reinhard Alessandri – Graf Danilo Danilowitsch, Wolfgang Gerold, Baron Mirko Zeta, Martha Hirschmann, Valencienne, seine Frau, Gustavo Quaresma, Camille de Rossillon, Sven Hjörleifsson, Camille de Rossillon, 29. 7., 5. + 11. 8., János Mischuretz, Njegus, Paul Schmitzberger, Kromov, Michaela Mock, Olga, seine Frau, Thomas Zisterer, Vicomte Cascada, Beppo Binder,

—| Pressemeldung Bühne Baden |—

Baden / Wien, Bühne Baden, Jubiläumskonzert und Sommernachtsfest, 18.u.23.08.2016

August 11, 2016  
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Bühne Baden

Baden bei Wien Stadttheater © IOCO

Baden bei Wien Stadttheater © IOCO – Kultur im Netz

SOMMERARENA – JUBILÄUMSKONZERT

18 August 2016 19 30 Sommerarena
23 August 2016 19 30 Sommerarena

Die international renommierte Sängerin Daniela Fally und Kammersänger Sebastian Reinthaller laden zum großen Jubiläumskonzert.

Das Konzert am 18. August ist in ein großes Sommernachtsfest mit Klangwolke und Kostümfest eingebettet!
Am 23. August 2016 gibt es ein Zusatzkonzert in der Sommerarena.

110 JAHRE BÜHNE BADEN – DAS JUBILÄUMSKONZERT
Zur Feier des 110. Geburtstages der Sommerarena, hat das Orchester der Bühne Baden Großes vor. Großartige Komponisten wie Jacques Offenbach, Carl Millöcker, Vincenzo Bellini, Giuseppe Verdi oder Johann Strauß, Franz Lehár und Emmerich Kálmán stehen auf dem Programm.

Die international renommierte Sängerin Daniela Fally und Kammersänger Sebastian Reinthaller lassen die klangvolle Geschichte der Sommerarena an diesem Abend Revue passieren. Das Jubiläumskonzert am 18. August ist in ein großes Sommernachtsfest eingebettet.


SOMMERNACHTSFEST – 110 JAHRE SOMMERARENA

Ein zauberhaftes Sommernachtsfest für eine reife Dame
18. August 2016, ab 18 Uhr, Kurpark
(Bei Schlechtwetter findet das Kostümfest mit Rahmenprogramm im Stadttheater statt!)

2016 ist ein großes Jubiläumsjahr für die Sommerarena im Kurpark: Vor 110 Jahren wurde das Juwel mit dem verschiebbaren Glasdach eröffnet.

Das Jubiläumskonzert am 18. August um 19.30 Uhr in der Sommerarena führt durch einen musikalischen Streifzug dieser 110 Jahre. Das Orchester der Bühne Baden unter der Leitung von Franz Josef Breznik präsentiert Komponisten wie Gaetano Donizetti, Vincenzo Bellini, Giuseppe Verdi, Georges Bizet, Johann Strauß, Franz Lehár, Emmerich Kálmán und Robert Stolz.

Die international renommierte Sängerin Daniela Fally und Kammersänger Sebastian Reinthaller lassen die klangvolle Geschichte der Sommerarena an diesem Abend Revue passieren.

Die Bühne Baden nimmt diesen Jahrestag zum Anlass, das Jubiläumskonzert mit einem großen Sommernachtsfest zu verbinden.

Mit der Direktübertragung des Jubiläumskonzerts aus der Sommerarena als KLANGWOLKE und einem rauschenden KOSTÜMFEST

verwandelt sich der Kurpark für einen lauen Sommerabend lang zum stimmungsvollsten Operettenschauplatz.
Machen Sie mit uns und einem anspruchsvollen Rahmenprogramm eine Zeitreise durch 110 Jahre Sommerarena Geschichte und schlüpfen Sie in die kleinen und großen Rollen des so bunten und abwechslungsreichen Operetten-Repertoires.
Den krönenden Abschluss des Abends bildet ein fulminantes Feuerwerk.

Pressemeldung Bühne Baden

Baden / Wien, Bühne Baden, Premiere ONLY MUSICAL, 11.08.2016

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Bühne Baden

Baden bei Wien Stadttheater © IOCO

Baden bei Wien Stadttheater © IOCO – Kultur im Netz

ONLY MUSICAL – Konzert

11 August,  03 September 2016

Ein Musical-Konzert mit den SolistInnen der Produktion Jekyll & Hyde und Oliver Ostermann am Pult des Orchesters!

Ein Querschnitt aus den populärsten Musicals – ein absolutes Highlight für Fans des Genres: „Bring Him Home“, „Who Wants To Live Forever“, „Eye Of The Tiger“, Hits aus „Cabaret“, „Kiss Me, Kate“ u.v.a.

Von Cole Porter, Jerome Kern über Frederick Loewe bis hin zu Leonard Bernstein, Stephen Sondheim, C. M. Schönberg, A. L. Webber und Frank Wildhorn reicht das Repertoire der beiden Musicalabende im Stadttheater der Bühne Baden.

Die SolistInnen der Produktion Jekyll & Hyde  Bühne Baden  präsentieren im Stadttheater einen Querschnitt aus den populärsten Musicals und garantieren schon jetzt Standing Ovations.    PMBB

 

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