Lyon, Opéra de Lyon, Premiere Aus einem Totenhaus – Leos Janacek, 21.01.2019

Dezember 21, 2018  
Veröffentlicht unter Oper, Opera Lyon, Pressemeldung

Opéra de Lyon in Lyon © Stofleth

Opéra de Lyon in Lyon © Stofleth

Opéra de Lyon

  Aus einem Totenhaus –  Leos Janácek

Ohne Helden

Premiere 21.01.2019 weitere Termine: 23., 25., 27., 29., 31.01., 02.02.2019

Als Bearbeitung von Dostojewskis Aufzeichnungen Aus einem Totenhaus (1862) stellt Leos Janaceks letzte Oper auch den Höhepunkt seiner Opernkunst dar. Der russophile, patriotische tschechische Komponisthat Dostojewskis Werk selbst übersetzt und dessen halbdokumentarischen Charakter auf der Bühne beibehalten. Sein Libretto kommt ohne Hauptfiguren undohne durchgehende Handlung aus. Die Protagonisten sind die Gefangenen eines sibirischen Straflagers und jeder Akt enthält Schilderungen des Gefängnisalltags sowie Geschichten, die mit einem der Häftlinge im Zusammenhang stehen: Skuratov hat einen Deutschen umgebracht, mit dem seine Liebste zwangsverlobt wurde; Siskov hat seine Frau ermordet, die sichin einen anderen Mann verliebt hat …

Spannungsgeladene Harmonien

Die Abfolge der verschiedenen Episoden, die die schrecklichen Schicksale im grauen Lageralltag erzählen, entspricht den Kompositionsprinzipien Janaceks. Er versuchte in seiner Musik, eine objektive Tonwahrheit umzusetzen, bevorzugte die freie Aneinanderreihung von Akkorden. Die Motive folgen aufeinander und werden ständig variiert. Sie sind stark von der gesprochenen Sprache beeinflusst, für deren Formen und Strukturen, Betonungen undIntonationen sich der mährische Komponistsein ganzes Leben lang interessierte.Seine knappe und für ihn typisch sparsame Orchestrierung wird hier mit erstaunlichenFarbwerten verstärkt, wobei er beiden einzelnen Instrumentengruppen zu extremen Klangkombinationen neigt. In der Opéra de Lyon wird der argentinische Dirigent Alejo Perez diese ungewöhnlich dichte Partitur zum Klingen bringen. Der ehemalige Assistent von Péter Eötvös, der das Ensemble intercontemporain geleitet und sein Debut in Frankreich 2005 in Lyon mit Pollicino von Hans Werner Henze gegeben hat, ist ein profunder Kenner des Repertoires des 20. Jahrhunderts.

Eine große Herausforderung für Warlikowski

Dieses markante Werk aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist heute von Patrice Chéreaus Regiearbeit geprägt. Bei den Wiener Festwochen 2007 brachte dieser unter der musikalischen Leitung von Pierre Boulez eine Inszenierung heraus,bei der ein ausgeprägter theatralischer Realismus mit dem großartigen Bühnenbild zusammen traf. Dieses wies über die unterschiedlichen Formen von Konzentrationslagern hinaus – von den zaristischen Kerkern Dostojewskis bis zu den sowjetischen Arbeitslagern der 1920er Jahre, die schließlich im Gulag enden sollten. Das Gefängnis selbst nahm vom Werk Besitz und wird neben den Sträflingen zur Protagonistin. Die Arbeit von Krzyzstof Warlikowski beruht auf denselben Grundlagen. Seine Nähe zum Theater ist offensichtlich. Die Sänger sind auch bei ihm Schauspieler, deren Darstellung ständig hinterfragt und perfektioniert wird. Seine Arbeit mit der Sopranistin Barbara Hannigan bei Lulu oder La Voix humaine liegt weit jenseits von dem, was Opernproduktionen gemeinhin an Dramatik an sich haben. Und schließlich verleiht seine Fähigkeit, widersprüchliche Raum-Zeit Begegnungen auf der Bühne herbeizuführen, seiner Arbeit eine Tiefe, die im schlechtesten Fall fasziniert, im besten Fall Tore zu einem neuen Verständnis aufstößt. Wie wird sich der Regisseur aus dem erdrückenden Erbe Chéreaus lösen, dem so viele anderegefolgt sind, und seinen persönlichen Zugang unter Beweis stellen?

Die Hölle und das Licht
Über die Produktion von Krzysztof Warlikowski

Ganz bewusst wollte Krzysztof Warlikowski während der Vorbereitungsphase dieser Inszenierung die Erzählung vonDostojewski nicht noch einmal lesen. In seinen Zwanzigern war das Werk des russischen Dichters, genau wie die Werke anderer großer europäischer Autoren, für ihn von essenzieller Bedeutung gewesen. Einige der Figuren aus Die Brüder Karamasow, Der Idiot und Schuld und Sühne sind tief in sein Gedächtnis eingeschrieben und bilden eine Gesamtheit faszinierenderCharaktere, anhand derer er die Welt zu begreifen lernte.Doch gerade diese Faszination für Dostojewski wollte er beidieser Arbeit außen vor lassen, um sich ganz auf die Adaption von Janácek konzentrieren und anhand des Librettos und der Partitur eine Welt erschaffen zu können, die nicht eigentlich „russisch“, sondern vielmehr universal ist. Seine Gefängniswelt ist so, wie wir sie in der Türkei, in Brasilien, in Mexiko oder China genau wie in unseren westlichen Demokratien vorfinden.Sie zeichnet sich durch eine Universalität des Leidens undeinen Willen aus, denjenigen, der sich schuldig gemacht hat, auf schlimmste Weise sühnen zu lassen, der auf allen Kontinenten dieser Welt gleichermaßen zu finden ist. Erniedrigung, Gewalt, Einsamkeit und Angst sind ständige Mitbewohner in jedem Gefängnis, von welchem politischen Regime es auch betrieben wird. Zweifellos mit gewissen, manchmal gewichtigen Nuancen. Doch immer haben wir es mit Männern und Frauen zu tun, denen man die Freiheit genommen hat. Im Französischen hat das Wort „peine“ nicht zufällig eine zweifache Bedeutung: Es steht für die Schmerzen einer Person, die leidet,und gleichzeitig für die Strafe, die ein Gefangener zu verbüßen hat. Eine Gefängnisstrafe ist also Leiden und Verurteilung gleichermaßen. Die Verurteilung zum Leiden.

Wer kann schon von sich behaupten, dass er niemals eine Nacht im Gefängnis verbringen wird? Wer kann von sich behaupten, dass er niemals eine Straftat begehen wird? Selbst die Formulierung eines Gedankens oder die Verteidigung einerArgumentation können unter bestimmten Umständen als Verstoß gegen Moral, Religion oder die sogenannte Sicherheit eines Staates angesehen werden. Demokratie, die Gleichbehandlungaller, die in ein und demselben Land leben, die sexuelle Freiheit, das Recht der Frau, allein und frei über ihren Körper zu bestimmen, die Unabhängigkeit und Freiheit der Kunst einzufordern, kann zu Verurteilung und Inhaftierung führen. Die Kontrolle über das menschliche Denken in verschiedenen mitteleuropäischen Staaten, um nur über Länder in der unmittelbaren Nachbarschaft zu sprechen, die Teil der Europäischen Union sind, nimmt teils schwer vorstellbare Formen an. Dasideologische Gefängnis geht dem tatsächlichen voraus. Ineinigen unserer so „bewundernswerten“ Demokratien kannschnell vor Gericht und im Wiederholungsfall auch im Gefängnis landen, wer es wagt, einem Geflüchteten Hilfe zuleisten, der alles zurückgelassen hat, der unter unvorstellbaren Umständen das Mittelmeer überquert hat und versucht, in ein Land zu gelangen, das die „Menschenrechte“ hochhält, um endlich auf ein Leben in Würde hoffen zu können. Nicht nur in Istanbul, Moskau oder Peking hat mancher schon teuer für die Meinungsfreiheit bezahlt. Der Aufstieg des Populismus undder identitären Bewegungen mehrt die Gefahren innerhalb unserer eigenen Grenzen. Die unglaubliche Serie The Handmaid’s Tale macht deutlich, dass das Schlimmste nicht weit entfernt ist, dass es nur wenig braucht, um eine Demokratie wie die Vereinigten Staaten in den Totalitarismus kippen zu lassen, dass es nur wenig braucht, damit das, was wir heute am meistenschätzen, uns morgen in den Kerker bringen kann.

In der denkwürdigen Oper von Janácek gibt es nicht wirklicheine Hauptfigur oder eine lineare Erzählung. Man lerntMenschen kennen, die alle eine schreckliche, gewalttätige Vergangenheit mit sich tragen. Nur Zeit und Ort bringen die Erzählungen und Erinnerungen zusammen. Die Ankunft von Gorjancikov führt uns in ein hochgesichertes Straflager. Erstellt sich als politischer Gefangener vor. Er hat sich keines anderen Verbrechens schuldig gemacht, so scheint es, als anders zu denken, frei zu denken. Anders als die von Dostojewski geschaffene Figur, an die er entfernt erinnert, hat er kein Blut anden Händen. Sein Aufenthalt in diesem Gefängnis verdankt erscheinbar nur seiner Neigung, die Dinge auf eine andere Weisezu sehen. Und so findet er sich in einer Welt wieder, auf die ihn nichts vorbereitet hat, in der sein Leben permanent bedroht ist, in der alles den jeweiligen Machtverhältnissen unterliegt. Doch genau dort erlebt er auch die Vielfältigkeit des menschlichen Seins, trifft er zweifellos zum ersten Mal in seinem Leben auf Männer, deren Biografien in nichts der seinen ähneln. Brutale und unbarmherzige Männer, verzweifelte und verlorene Männer, eine Gemeinschaft mit ihren eigenen Gesetzen, Gruppen und Hierarchien, die niemand in Frage stellt, dem sein Lebenlieb ist. An diesem abgeschlossenen Ort erlebt er aber auch einige seiner schönsten Begegnungen, der Art, die unseren Blick auf die, die wir gestern noch für die schlimmsten Mistkerle hielten, für immer verändert. Schmerz durchdringt diese Welt. Hinter all diesen Erlebnissen, all diesen Geschichten, all diesen Erinnerungen ist ein Schmerz, der nie überwunden werdenkann. Nicht nur der Schmerz des Eingesperrtseins, sondern ein ganz existenzieller, tieferer Schmerz, der ein Schicksal, häufig schon in der Jugend, prägt. Es gibt aber auch die Geister der Frauen in dieser männlichen Welt. Angebetete, Betrogene, Betrügerinnen, Mütter. Der Intellektuelle Gorjancikov entdeckt,welches Gold im Schlamm zu finden ist, um das Bild von Jean Genet aufzunehmen. Das glänzendste Gold, das aber immer bedroht ist vom nächsten Stiefel, von der nächsten Faust oder dem nächsten Messer. In jeder der Figuren ist dieses Gold zu finden. Ob Mörder oder Dieb. Selbst der, den wir für den miesesten Schuft halten, trägt dieses Licht in sich.

Christian Longchamp Dramaturg


Biographien


Alejo Pérez  –  Musikalische Leitung

Der gebürtige Argentinier Alejo Pérez studierte Klavier, Komposition und Orchesterleitung in Buenos Aires. Als Assistentvon Peter Eötvös gab er sein Debüt mit der Uraufführung dessen Opern Angels in America und Lady Sarashina. Er assistierte Christoph von Dohnányi beim NDR-Rundfunkorchester. Er arbeitete mit dem London Philharmonic Orchestra, dem Orchestrede la Suisse Romande, dem SWR Symphonieorchester,dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem EnsembleModern, dem Ensemble InterContemporain, dem KlangforumWien und anderen.Von 2009 bis 2012 war er musikalischer Leiter des Teatro Argentino de La Plata (Nabucco, Verdi; Tristan und Isolde und Rheingold, Wagner). Ab 2010 dirigierte er am Teatro Real de Madrid und arbeitete dort mit dem Symphonieorchester zusammen (Konzerte mit Plácido Domingo, Teresa Berganza und Ian Bostridge; Der Tod in Venedig, Britten; Die Eroberung vonMexico, Rihm). An der Opéra de Lyon dirigierte er Pelleas undMelisande (Debussy), Die Gezeichneten (Schreker) und Ger-MANIA (Raskatow).Er trat bei den Salzburger Festspielen auf, (Faust, Gounod), am Teatro Colón de Buenos Aires (Parsifal, Wagner und Der Rosenkavalier, R. Strauss), in der Semperoper in Dresden(Carmen, Bizet), der Lyrischen Oper in Chicago (Eugen Onegin,Tschaikowski) und arbeitete mit dem Teatro dell’Opera diRoma. 2017/2018 trat er an der Vlaamse Oper auf (Pelleas und Melisande,Debussy), an der Oper Stuttgart (Medea, Cherubini), mit der Tokyo Nikikai Opera Foundation (Der Freischütz, Weber)usw. In dieser Spielzeit dirigiert er Lohengrin (Wagner) an der Vlaamse Oper, er tritt erneut an den Opern in Stuttgart (DieLiebe zu den drei Orangen, Prokofjew), Rom (Der feurige Engel,Prokofjew) und Buenos Aires auf (Ariadne auf Naxos, R.Strauss) und dirigiert das Orchestre Philharmonique de Radio France sowie das Symphonieorchester der Präfektur Tokio.

Krzysztof Warlikowski  –  Regie

Krzysztof Warlikowski gehört zu den Erneuerern der europäischenTheatersprache. Mit seinen Shakespeare-Inszenierungen,basierend auf der Lesart von Jan Kott, hat er deren Interpretation auf spektakuläre Weise verändert. Zu seinen bemerkenswertesten Umsetzungen gehören Aniocy / Angels in America (Kushner), Madame de Sade (Mishima), Krum (Levin)und Koniec / Das Ende (nach Kafka, Koltès und Coetzee),Un Tramway (mit Isabelle Huppert) und Afrikanische Erzählungennach Shakespeare. Warlikowski schmiedet ein neuesBündnis mit dem Zuschauer, indem er das Publikum in einenoriginellen Prozess der Sinn- und Sinnessuche einbindet, vorallem mit Verweisen auf die Welt des Kinos oder einer sehr originellenVerwendung der Videotechnik wie beispielsweise beider Inszenierung (A)pollonia, die 2009 in Brüssel präsentiertwurde und bei der die Oper La Monnaie als einer der Koproduzentenfungierte.Warlikowski beschäftigt sich seit seinem Debüt im Jahr 2006an der Opéra de Paris mit Iphigenie auf Tauris (Gluck) intensivmit dem Genre Oper und hat es geschafft, seine theatralen Erkenntnisseauf diesen Bereich zu übertragen. An der Oper LaMonnaie inszenierte er Medea (Cherubini), Macbeth (Verdi),eine Inszenierung, die von der Fachzeitschrift Opernwelt zur„Besten Produktion des Jahres 2009/10“ gekürt wurde, Lulu(Berg) und Don Giovanni (Mozart). In Paris präsentierte erinsbesondere Die Sache Makropulos (Janá?ek), Parsifal (Wagner),Król Roger (Szymanowski), Die menschliche Stimme /Herzog Blaubarts Burg (Bartók, Poulenc) sowie Don Carlos(Verdi). Er inszenierte außerdem mehrere Produktionen derBayerischen Staatsoper München: Eugen Onegin (Tschaikowski),Die Gezeichneten (Schreker) und, anlässlich des 50. Jahrestagesder Wiedereröffnung des Hauses, Die Frau ohne Schatten(Strauss). Er präsentierte The Rake’s Progress (Strawinsky) ander Staatsoper Berlin, Poppea e Nerone (Monteverdi / Boesmans)und Alceste (Gluck) am Teatro Real de Madrid, Pelleasund Melisande (Debussy) bei der Ruhrtriennale und im letzten Sommer The Bassarids (Henze) bei den Salzburger Festspielen.Im späteren Verlauf der Spielzeit wird er in Paris eine Produktion von Lady Macbeth von Mzensk (Schostakowitsch) inszenieren, dann in Stuttgart Iphigenie auf Tauris und schließlich in München Salome (Strauss). Krzysztof Warlikowski leitet das Nowy Teatr in Warschau, ein interdisziplinäres Kulturzentrum, dessen Gründer er ist.

Die Hölle und das Licht oder die Universalität des Leidens nach Krzysztof Warlikowski

Neuinszenierung in der Opéra de Lyon: Leos Janácek/ Aus einem Totenhaus  21.01.2019 weitere Termine: 23., 25., 27., 29., 31.01., 02.02.19)
(Koproduktion mit dem Royal Opera House Covent Garden und dem De Munt/ La Monnaie)

Musikalische Leitung: Alejo Pérez, Regie: Krzysztof Warlikowski, Bühnenbild und Kostüme: Malgorzata Szczesniak, Licht: Felice Ross, Choreographie: Claude Bardouil
Video: Denis Guéguin, Dramaturgie: Christian Longchamp

Mit:  Alexandre Petrovitch Gorjantchikov: Sir Willard White, Aljeja, ein junger Tatar: Pascal Charbonneau, Filka Morozov, Gefangener, unter dem Namen Luka Kuzmic: Stefan Margita, Der große Sträfling: Nicky Spence, Der Kommandant: Alexander Vassiliev, Der ganz alte Sträfling: Graham Clark, Skouratov: Ladislav Elgr Cekunov: Ivan Ludlow, Der betrunkene Sträfling: Jeffrey Lloyd-Roberts, Ein Sträfling (in der Rolle des Don Juan und des Priesters): Ales Jenis, Der junge Sträfling : Grégoire Mour, Eine Dirne: Natascha Petrinsky, Kedril : John Graham-Hall, Sapkin: Dmitry Golovnin, Siskov und der Pope: Karoly Szemeredy, Cerevine : Alexandr Gelah

Orchester und Chöre der Opéra de Lyon

Aus einem Totenhaus  –  Leoš Janácek

—| Pressemeldung Opéra de Lyon |—

Lyon, Opéra de Lyon – Ein hinreißendes Opernhaus, IOCO Aktuell, 27.11.2018

November 27, 2018  
Veröffentlicht unter Hervorheben, IOCO Aktuell, Oper, Opera Lyon

Opéra de Lyon in Lyon © Stofleth

Opéra de Lyon in Lyon © Stofleth

Opéra de Lyon

 Opéra de Lyon  –  Intendant Serge Dorny

– IOCO stellt hinreißende Operhäuser vor –

Von Patrik Klein

Wer im Sommer 2018 auf seiner Reise durch Frankreich in Lyon verblieb und vor der wegen Theaterferien geschlossenen Opéra de Lyon stand, bekam schon einen ersten Eindruck von der besonderen Atmosphäre rund um dieses Operhaus. Direkt gegenüber dem Rathaus liegt das auffällige Gebäude aus verschiedenen Baustilen und Epochen. Unweit davon die Börse, viele kleine schmale Gassen mit Restaurants, die zum Einkehren geradezu übermächtig auffordern; junge Menschen tummeln sich auf den Betonflächen und viel Betrieb herrscht in dem Cafe direkt im Eingangsbereich der Oper. Da ich schon viel von der Oper gehört habe, formt sich die Idee, bald – im Theaterbetrieb – die Opéra de Lyon erneut zu besuchen, mindestens aber für ein ganzes Wochenende.

Wenn einige Wochen später IOCO von der Opéra de Lyon die offizielle Einladung erhält, Haus und Produktionen zu besuchen und Interviews zu führen, dann können frühere Gedankenspiele kein Zufall, dann muß Fügung „im Spiel gewesen sein“.

Opéra de Lyon hier der spektakuläre Zuschauerraum © Stofleth

Opéra de Lyon hier der spektakuläre Zuschauerraum © Stofleth

Diesen als Glücksfall zu bezeichnenden Umstand wird IOCO im März des kommenden Jahres tatsächlich nutzen, um über zwei Produktionen zu berichten, die im Rahmen des dort jährlich stattfindenden Festivals, 2019 unter dem Motto Leben und Schicksale, zur Aufführung gelangen. IOCO wird dabei sein, wenn Tschaikowskys Werk Die Zauberin und Purcells kurze Oper Dido und Aeneas angereichert mit dem Finale Remember me des finnischen Jazzgitarristen Kalle Kalima als Premieren aufgeführt werden.

Ferner gibt der Besuch IOCO die Gelegenheit, das spektakuläre Gebäude im Detail kennen zu lernen und im Interview mit dem seit 2003 agierenden Intendanten Serge Dorny zu erfahren, wie er es schaffte, die Opéra de Lyon in die „erste Reihe“ der Opernhäuser der Welt zu katapultieren.

Opéra de Lyon – Lage, Geschichte, Status

Die Opéra National de Lyon ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, die Musik und den Tanz in Lyon sowie der Region Rhône-Alpes zu fördern. Das Opernhaus befindet sich am Place de la Comédie im 1. Arrondissement der Stadt, direkt gegenüber dem Rathaus.

Die Opéra National de Lyon wurde 1983 gegründet und genießt seit 1996 den Status einer Opéra national.Intendant ist seit 2003 Serge Dorny, *1962 in Wevelgem, Belgien. Das universelle der Opéra de Lyon besteht auch darin, dass es, dem Stagione-Betrieb ähnlich, ohne eigenes Ensemble aber mit eigenem Chor, Orchester und Ballett ein sehr breites Programm von Ballett über Untergrund-Musik, Familiengrogramme (siehe den folgenden herrlichen youtube Video der Opéra de Lyon) bis hin zu klassischen wie modernen Opernproduktionen bietet.

 Opéra de Lyon –  Inmitten der Familie
Youtube Trailer der Opéra de Lyon
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Das erste Opernhaus in Lyon wurde von dem Architekten Jacques-Germain Soufflot erbaut und 1756 eingeweiht. Aufgrund seines schlechten Zustandes wurde es jedoch bereits 1826 abgerissen, um dem Théâtre Chenavard, einem neoklassizistischen Neubau der Architekten Antoine-Marie Chenavard und Jean-Marie Pollet, Platz zu machen. 1989 wurde ein kompletter Umbau der Oper unter Leitung von Jean Nouvel durchgeführt. Vom ursprünglichen Gebäude ist die Ursprungsfassade verblieben; der Innenraum sowie eine sehr markante, in Stahl und Glas ausgeführte Dachkonstruktion wurden völlig neu gestaltet. Das Opernhaus wird seit dieser Neugestaltung in Anlehnung an den Namen des Architekten auch als Opéra Nouvel bezeichnet.

Opéra de Lyon / Grand Studio du Ballet © Stofleth

Opéra de Lyon / Grand Studio du Ballet © Stofleth

In der Oper befindet sich der 1100 Plätze fassende Große Saal sowie räumlich darunter ein kleines Amphitheater mit Platz für 200 Zuschauer. Um störende Vibrationen und andere Umwelteinflüsse bestmöglich vom Zuschauerraum zu isolieren, wurde der Große Saal im inneren des Opernhauses mit Hilfe von sechs gewaltigen Stahlträgern von jeweils 23 Tonnen Eigengewicht an 46 Meter hohen Pfeilern aus Beton aufgehängt.

 Opéra de Lyon – Der Spielpan 2018/19 wird vorgestellt
Youtube Trailer der Opéra de Lyon
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Bemerkenswert ist der Wandel der Opéra de Lyon, die durch den seit 2003 antierenden Intendanten Serge Dorny, durch mutiges Management und dem Motto „Qualität mit und ohne Stars“ von einem provinziellen Theater zu einem der angesagtesten Häuser Europas mutierte. Klar, dass die Opernwelt einen solchen Erfolgsmenschen schnell für sich einnehmen wollte. So wurde Serge Dorny 2013 für fünf Jahre zum neuen Intendanten der Semperoper in Dresden gekürt. Doch aus dem für den 1.9.2014 geplanten Amtsantritt wurde nichts: Die damalige Kunstministerin Sachsens, Sabine von Schorlemer, sprach im April 2014, mit höchst fragwürdiger Begründung, eine seinerzeit auch von Christian Thielemann aktiv unterstützte fristlose Kündigung des Vertrages mit Serge Dorny aus. Diese fristlose Kündigung kassierten jedoch die zuständigen Gerichte in Dresden. Der Vertrag wurde trotzdem im August 2014 gegen Zahlung einer bedeutenden Abfindung aufgehoben. Serge Dorny kehrte – vermutlich nicht unfroh – zurück an seine Wirkungsstätte an der Opéra National de Lyon.

Der gebürtige Belgier Serge Dorny studierte in Gent Architektur, Kunstgeschichte, Archäologie, Komposition und Musikanalyse. Seine Theatertätigkeit begann er 1983 als Dramaturg an der Brüsseler Oper La Monnaie im Team von Gerard Mortier. 1987 wurde er künstlerischer Leiter des Flandern-Festivals. 1996 wechselte er als Generaldirektor und künstlerischer Leiter zum London Philharmonic Orchestra.

Am 12. März 2018 gab der damalige Bayerische Bildungs- und Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle bekannt, dass ab 2021 Serge Dorny neuer Intendant und Vladimir Jurowski  künftiger Generalmusikdirektor am größten deutschen Opernhaus, der Bayerischen Staatsoper werden. In der entsprechenden Pressemitteilung heißt es:

Serge Dorny _ Intendant der Opéra de Lyon © Blandine Soulage

Serge Dorny _ Intendant der Opéra de Lyon © Blandine Soulage

„Gerade haben wir im Bayerischen Kabinett wichtige Weichen für die Zukunft der Bayerischen Staatsoper, für eines der renommiertesten Opernhäuser der Welt, gestellt: Serge Dorny und Vladimir Jurowski werden ab der Spielzeit 2021/22 als neuer Intendant und neuer Generalmusikdirektor den Erfolgskurs der Bayerischen Staatsoper fortsetzen“, so der damalige Kunstminister Bayerns Dr. Ludwig Spaenle am 6. März 2018 nach einer Sitzung des Ministerrats. „Ich freue mich sehr, dass wir diese beiden vielbeachteten Künstler für München gewinnen konnten und dass das Bayerische Kabinett in beiden Personalien meinem Vorschlag zugestimmt hat. Für ihr künftiges Wirken als Intendant und Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper wünsche ich Herrn Dorny und Herrn Jurowski schon jetzt alles Gute“, so Minister Spaenle.

Es darf mit Spannung erwartet werden, was in der verbleibenden Zeit bis zum Amtsantritt in München in Lyon geschehen wird, und wie ein Meister der Organisation eines „Stagione-Spielbetriebs“ ein riesiges Haus in der deutschen Theaterlandschaft als „Repertoirestätte“ um- bzw. neugestalten wird. IOCO ist dabei und wird zeitnah berichten.

—| IOCO Kritik Opéra de Lyon |—

Paris, Friedhof Montmartre: Heine – Offenbach – Berlioz, IOCO Aktuell

Juli 20, 2013  
Veröffentlicht unter IOCO Aktuell, Paris


Aktuell

 Paris / Blick auf Paris von Sacre Coeur © IOCO

Paris / Blick auf Paris von Sacre Coeur © IOCO

Paris – Cimetière de Montmartre

Letzte Ruhestätte von Heinrich Heine

Die vier großen Friedhöfe von Paris entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Der Cimetière de Montmartre im Norden von Paris, Père Lachaise im Osten, Montparnasse im Süden, Passy Rive droite im Zentrum. Die Friedhöfe von Paris sind keine touristische Attraktion aber sichtbares Zeichen der großen Anziehungskraft, welches die Stadt seit jeher auf Künstler aus allen Ländern Europa ausübt.

 Paris / Place de Tertre Montmartre © IOCO

Paris / Place de Tertre Montmartre © IOCO

Bis zum Beginn des 19. Jh. waren   Bestattungen auf „Kirchhöfen“ innerhalb der Stadtgrenzen üblich. Napoleon hatte die Zuständigkeit für Beerdigungen dann von der Kirche auf den Staat übertragen. Der Cimetière de Passy „überlebte“ als als einziger innerstädtischer Friedhof, nahe der Champs-Élysées, nahe vornehmer Wohnviertel des Rive droite.  Père Lachaise, benannt nach dem Beichtvater von Ludwig XIV., ist mit 450.000 m², 70.000 Grabstätten und parkähnlicher Anlage der mit Abstand der größte wie beeindruckendste Friedhof von Paris.

 Paris / Kathedrale von Sacre Coeur © IOCO

Paris / Kathedrale von Sacre Coeur © IOCO

Der Cimetière de Montmartre ist mit 110.000 m² und 20.000 Grabstätten deutlich kleiner als der spektakuläre Parkfriedhof Père Lachaise. 1825 in einem Gipssteinbruch des ehemaligen Quartier Montmartre reizvoll verwinkelt angelegt, mit architektonisch hinreißenden Grabmälern wie altem Baumbestand, liegt der Friedhof heute im Herz von Montmartre; unweit des Place du Tertre, Zentrum des Künstlerviertels,und der spektakulären Basilika Sacre Coeur. Auch zum weltberühmten, aber etwas in die Jahre gekommenen Varieté Moulin Rouge sind es gerade mal 500 Meter. Wegen des besonderen Flairs nennen viele Pariser den Cimetière de Montmartre auch liebevoll Kleines Père-Lachaise. Nur findet man den Eingang des Friedhofs nicht so leicht: Er liegt etwas versteckt am Ende einer stillen Seitengasse, der Avenue Rachel Nr. 20. Die belebte Rue Caulaincourt verläuft direkt über dem Friedhofseingang und bietet einen weitgehend ungestörten Blick auf die Friedhofsanlage.

 Paris / Grab von Heinrich Heine Montmartre © IOCO

Paris / Grab von Heinrich Heine Montmartre © IOCO

 Viele berühmte Persönlichkeiten fanden auf dem Cimetière de Montmartre mit auffälligen Grabmälern ihre letzte Ruhestätte. Doch selbst große Popularität hält den Verfall vieler Gräber nicht auf. Sehr gut erhalten dagegen ist das erst 1901 errichtete Grabmal von Heinrich Heine, des Lyrikers, Essayisten, Erzählers und, für viele, des letzten Dichters der Romantik. Heines Ehefrau, die Schuhverkäuferin Augustine Crescence Mirat, Heine nannte sie Mathilde, teilt mit ihm das Grab. Mathilde fand nach ihrem Tod in 1883 auf auf ausdrücklichen Wunsch Heines ihre letzte Ruhe in derselben Grabstätte. Das Grabmal ziert eine gut erhaltene Marmorbüste mit dem Kopf Heines; in den Sockel ist das Gedicht Wo?eingemeißelt. IOCO   wie  viele andere Grabbesucher, grüßen den großen deutschen Dichter mit einem kleinen, auf dem Sockel abgelegten Stein.


 Paris / Grabmal Heinrich Heine © IOCO

Paris / Grabmal Heinrich Heine © IOCO

 Paris / Gedicht auf Grabstätte von Heinrich Heine © IOCO

Paris / Gedicht auf Grabstätte von Heinrich Heine © IOCO

 Paris / Blick auf den Cimetière Montmartre © IOCO

Paris / Blick auf den Cimetière Montmartre © IOCO

 Paris / Montmartre_Die Kameliendame © IOCO

Paris / Montmartre_Die Kameliendame © IOCO

Berühmtheiten auf dem Cimetière Montmartre:   Adolphe Adam, André Ampère, Hector Berlioz, Jean-Claude Brialy, Henri Georges Clouzot, Dalida, Alphonsine Plessis, Die Kameliendame, Edgar Degas, Léo Delibes, Alexandre Dumas, Théophile Gaultier, Jacques und Ludovic Halevy , Henry Meilhac, Henri Murger, Jacques Offenbach, Adolphe Sax, Francois Truffaut, Emile Zola …….
 Paris / Grabmal Jacques Offenbach © IOCO

Paris / Grabmal Jacques Offenbach © IOCO

 Paris / Grabmal _Hector Berlioz © IOCO

Paris / Grabmal _Hector Berlioz © IOCO

 Paris / Grabmal Jacques und Ludovic Halévy © IOCO

Paris / Grabmal Jacques und Ludovic Halévy © IOCO

 Paris / Grabmal Leo Delibes Grabmal © IOCO

Paris / Grabmal Leo Delibes Grabmal © IOCO

 Paris / Grabmal Henri Meilhac © IOCO

Paris / Grabmal Henri Meilhac © IOCO

 Paris / Grabmal Émile Zola © IOCO

Paris / Grabmal Émile Zola © IOCO

 Paris / Grabmal Henry Murger © IOCO

Paris / Grab Henry Murger © IOCO

 

 

Der Cimetière de Montmartre, ein Friedhof, der sanfte Besinnlichkeit vermittelt:

„Und als wir kamen zu deinem Grab,
Da stieg der Mond
vom Himmel herab.
Er hielt eine Rede. Ein Schluchzen und  Stöhnen,
Und in der Ferne die Glocken  tönen.“  Heinrich  Heine

IOCO / Viktor Jarosch /  03.2016

Paris, Père Lachaise, Pariser Kultfriedhof mit morbidem Charme, IOCO Aktuell,

November 27, 2011  
Veröffentlicht unter IOCO Aktuell, Paris

Theater de la Ville, Paris © Pline

Theater de la Ville, Paris © Pline


Aktuell

  Pére Lachaise in Paris

Der schönste Parkfriedhof der Welt

Frederic Chopin, Oscar Wilde, Ludwig Börne, Georges Bizet, Vincenzo Bellini, Maria Callas, Molière …. Heinrich Heine liegt auf dem Friedhof Montmartre

Paris hat vier große Friedhöfe: Montmartre im Norden, Père Lachaise im Osten, Montparnasse im Süden sowie Passy, Rive droite, im Zentrum der Stadt. Diese vier Friedhöfe, errichtet zu Beginn des 19. Jahrhunderts,  ersetzten die bis dahin übliche Bestattungen auf „Kirchhöfen“ innerhalb der Stadtgrenzen. Napoleon hatte die Zuständigkeit für Beerdigungen von der Kirche auf den Staat übertragen. Der Cimetière de Passy „überlebte“ als damals als einziger innerstädtischer Friedhof. Nahe der Champs-Élysées, nahe vornehmer Wohnviertel des Rive droite.

Paris, Pere Lachaise, Colette, Kultschriftstellerin der frühen femininen Befreiung © IOCO

Paris, Pere Lachaise, Colette, Kultschriftstellerin der frühen femininen Befreiung © IOCO

Eugene Delacroix, Pere Lachaise © IOCO

Eugene Delacroix, Pere Lachaise © IOCO

Paris, Père Lachaise und seine verfallenden Gräber, ein Stimmungsbild © IOCO

Paris, Père Lachaise und seine verfallenden Gräber, ein Stimmungsbild © IOCO

  

Von Kaiser Napoleon Bonaparte bestellt entwarf Architekt Alexandre-Théodore Brongniart den Friedhof Père Lachaise. Mit 450.000m²  und 70.000 Grabstätten größter Friedhof von Paris wurde Père Lachaise englischen Parklandschaften nachempfunden: Skulpturen, parkähnlich geschwungene Wegeführung, Bepflanzung mit Bäumen und Büschen, Denkmäler. Benannt wurde der Friedhof nach dem Jesuitenpriester Francois de la Chaise, ehemals auch Beichtvater von Ludwig XIV.  Auf  hügeligem Gelände und kurvig verwinkelten Wegen verteilen sich die Gräber unübersichtlich, ungeordnet wirkend in der Landschaft. Wenige Grabstätten sind liebevoll gepflegt. Die meisten prägen den Eindruck einer morbiden, verfallenden Künstlerwelt, wie auch das Doppelgrab der großen französischen Dichter Molière und La Fontaine (Bild unten). Eröffnet wurde der Friedhof Père Lachaise am 21. Mai 1804.

Welch ein Gegensatz zu dem größeren und im Vergleich zu Père Lachaise geordnet, fast herrschaftlich wirkendem Wiener Zentralfriedhof mit 3 Millionen Bestatteten und  zahllosen Künstlergrößen, von Qualtinger bis Strauss.

Georges Bezet, Pere Lachaise © IOCO

Georges Bizet, Pere Lachaise © IOCO

Ludwig Börne, Pere Lachaise Paris © IOCO

Ludwig Börne, Pere Lachaise Paris © IOCO

Frederic Chopin, Pere Lachaise Paris © IOCO

Frederic Chopin, Pere Lachaise Paris © IOCO

   

Große Namen aus Kunst, Wirtschaft und Politik findet man auch auf anderen Pariser Friedhöfen:

Cimetière Montparnasse:  César Franck, Charles Baudelaire, Jean Paul Sartre…..          
Cimetière Montmartre:       Heinrich Heine, Jacques Offenbach, Hector Berlioz, Léo Delibes………..
–  Cimetière Passy:                 Claude Debussy, Édouard Manet, Fernandel

Und doch hat sich Père Lachaise zum Kultfriedhof der Pariser Friedhöfe entwickelt, zu dem viele Touristen aus aller Welt pilgern. Hügelig, unübersichtlich, versteckte Wege. Einen „Ehrenbereich für Künstler“ wie auf dem Wiener Zentralfriedhof  bietet Père Lachaise nicht. Man genießt einen schönen, aus der Ruhe gekorenen Blick über das hektische Paris, verweilt an alten Bäumen, bewundert zahllose individuelle Mausoleen. Gioacchino Rossini und seine Grabstätte „begrüßen uns“ in der Nähe des Friedhofseinganges. Die Gräber von Honoré de Balsac, Pierre Beaumarchais, Vincenzo Bellini, Marcel Proust, Maria Callas, Jean-Baptiste Molière…. muß man suchen.  Colette, mit vollem Namen Sidonie-Gabrielle Colette war unser Überrschungsfund  auf Père Lachaise. Mit unterhaltsamen  Claudine – Romanen schaffte sie sich eine große, weibliche Fangemeinde. Ihr Buch Gigi schaffte es mit Leslie Caron und Maurice Chevalier auch auf die Leinwand. IOCO / Viktor Jarosch / 2013

 

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