London, Royal Opera House, Lohengrin – Richard Wagner, IOCO Kritik, 11.07.2018

 Royal Opera House London und, links hinten die Paul Hamlyn Hall © Royal Opera House

Royal Opera House London und, links hinten die Paul Hamlyn Hall © Royal Opera House

Royal Opera House

Royal Opera House – Covent Garden

Mit Betreten des geschichtsträchtigen  Royal Opera House (ROH) im Zentrum Londons, im Stadtteil Covent Garden ergreift dessen klassisch-barocke Ambiente wie die locker entspannte „englische“ Atmosphäre seiner Besucher. 1732 als Theatre Royal eröffnet wurde das Gebäude 1808 und 1856 durch Brände zerstört und wiederaufgebaut. Der heutige, dritte  Bau des ROH wurde 1858 errichtet. Seit 1735 werden hier auch Opern und Oratorien von Georg Friedrich Händel – englisch George Frederick Handel – aufgeführt. Der prunkvolle Innenraum des ROH fasst 2.256 Plätze und beeindruckt durch hervorragende Akustik,  wunderbare Logen sowie einem spektakulären Amphitheater, welches im 3. Rang des Zuschauerraumes bis unter das Dach steil ansteigt.

Das klassische ROH wurde 1990 um ein modernen Glaspavillon, die Paul Hamlyn Hall, ergänzt; das architektonische Aufeinandertreffen von Historie und lebhafter Moderne wurden prägend für den besonderen Charme des Theatergebäudes. Die mit dem ROH verbundene hochmoderne Stahl-Glas-Konstruktion bietet Besuchern wunderbare Aufenthaltsräume und eine der schönsten Dachterrassen Londons: Ein Besuch wird dringend empfohlen!

Royal Opera House London/ Besucherraum - Auditorium © Rob Moore / ROH

Royal Opera House London/ Besucherraum – Auditorium © Rob Moore / ROH

LOHENGRIN  von  Richard Wagner

– In den Trümmern der Welt –

Von Uschi Reifenberg

Die Welt ist aus den Fugen:  Die Gesellschaft nach einem Krieg schwer traumatisiert, die Menschen sehnen sich nach Orientierung und Stabilität. Das ist die Ausgangslage in der Lohengrin – Neuinszenierung des US-amerikanischen Regisseurs David Alden. Der Bühnenbildner Paul Steinberg hat für diese trostlose Situation im 1. Akt zwei heruntergekommene, doppelstöckige, schräg abfallende Häuserreihen auf die Bühne des Königlichen Opernhauses gestellt, die ihre Position je nach Bedarf verändern und auch dem Chor als Aktionsraum dienen.

Richard Wagner konzipierte den Lohengrin um 1845, in einer Zeit des tiefgreifenden politischen Auf- und Umbruchs. Sein Denken war zum damaligen Zeitpunkt auf einen radikalen Strukturwandel der Gesellschaft ausgerichtet und gipfelte in seiner aktiven Teilnahme als Barrikadenkämpfer bei den Dresdner Maiaufständen 1849. In der romantischen Oper Lohengrin kommt Wagners Utopie einer durch Revolution und Kunst erneuerten demokratischen Welt zum Ausdruck, die auf Erlösung hofft…

Royal Opera House London / Lohengrin - hier: Klaus Florian Vogt als Lohengrin © Clive Barda

Royal Opera House London / Lohengrin – hier: Klaus Florian Vogt als Lohengrin © Clive Barda

Der Heerrufer des Königs ist ein Kriegsversehrter mit Beinschiene und Kopfverletzung, König Heinrich ein zutiefst verunsicherter Herrscher, der sich an seinen Königsmantel klammert und mit Elsa zusammen zu ihrem vermeintlichen Retter betet. Elsa, gedemütigt und entrechtet, wird in einem Gefängnis unter der Erde gefangen gehalten, mühsam kriecht sie aus ihrem Verließ und singt ihren Traum unter strenger Bewachung von bewaffneten Militärs, die ihr die Augen verbinden und ein Erschießungskommando vorbereiten.

Elsas traumwandlerische Sicherheit im Glauben an ihre Errettung evoziert Lohengrins Ankunft, indem schwarze Flügelschläge von Schwänen auf die Hauswände projiziert werden (Video: Tal Rosner). Diese gleiten auseinander und geben den Blick frei auf Lohengrin, der in gleißend weissem Licht (Licht: Adam Silverman), rückwärts gewandt, den Schwan verabschiedet. Lohengrin erscheint barfuß, engelsgleich, in einem strahlend weißen Anzug (Kostüme: Gideon Davey), verletzlich, ein Schützer, der selbst Schutz sucht, wenn er seinen Kopf in Elsas Schoss birgt.

Lohengrins Anspruch an Elsa, Liebe und Verständnis durch “höchstes Vertrauen“ zu finden, fraglose Akzeptanz seiner „Eigenart“ zu gewinnen sowie Aufnahme in eine Gesellschaft zu finden, in die er als Retter gesandt wurde, manifestiert auch gleichzeitig die Lohengrin Tragödie. Das Frageverbot, der folgende Dialog zwischen Elsa und Lohengrin, ist bei David Alden eine ganz persönliche Angelegenheit zwischen den Liebenden. Sie sind plötzlich allein mit sich, das restliche Ensemble ist für diesen Moment nicht mehr auf der Bühne. Telramund wird nach seiner Niederlage im Kampf mit Lohengrin an einen Stuhl gefesselt, fortan ist er stigmatisiert durch ein rotes Farbmal auf seiner Stirn. Ein Geächteter, der sich nach und nach immer mehr seiner eigenen schrecklichen Schuld bewusst wird.

Im 2. Akt ist nun die Innenseite der Häuserreihe zu sehen, die durch Balken abgestützt wird.  Ortrud sitzt an einem Schreibtisch und ordnet Aktenunterlagen, eine eiskalte Politikerin, der zur Erreichung ihrer Ziele jedes Mittel recht ist. Telramund, den heftigste Verzweiflung und Gewissensbisse quälen, ist am Ende. Ein labiler Charakter, der von seiner machtgierigen Frau Ortrud hemmungslos manipuliert wird. Hier wird eine Beziehungstragödie von Shakespeareschem Ausmaß gezeigt, wenn Lady Macbeth- Ortrud Telramund verführt und dieser- nicht nur sexuell von ihr abhängig-, sich nur allzu bereitwillig zum Werkzeug ihrer kriminellen Absichten instrumentalisieren lässt. „Der Rache Werk“ singt das Paar in eng umschlungener Umarmung.

Royal Opera House London / Lohengrin - hier : Jennifer Davis als Elsa © Clive Barda

Royal Opera House London / Lohengrin – hier : Jennifer Davis als Elsa © Clive Barda

Bei Elsas Zug zum Münster gleitet die schiefe Häuserreihe auseinander und es erscheint eine riesige, leuchtend weiße „Reichs-Schwan“ Statue (!), die auf dem Sockel des Leipziger Völkerschlachtdenkmals thront. Elsas Brautkleid senkt sich vom Schnürboden herab und sie ähnelt nun in ihrer weißen Pracht deutlich dem Schwan.

Ein Verweis auf die Schwan Symbolik von Reinheit, Unschuld und Licht, und ebenso ein Hinweis des Regisseurs, wie unreflektiert notleidende Gesellschaften fremde Kultursymbole und -techniken zu übernehmen bereit sind und wie schnell sogenannte Heilsbringer etabliert werden. Das arg strapazierte Nazi-Klischee lässt grüßen.  Elsa wird- gegenüber der Schwan-Statue auf einen kleineren blumenbekränzten Sockel gehoben, der später Telramund und Lohengrin vor den Volksmassen als Rednerpult dient.

Während des Vorspiels zum 3. Akt verirren sich das Brautpaar Elsa und Lohengrin in die vorderen Parkettreihen des Zuschauerraumes und beeilen sich – in freudiger Erwartung der Hochzeitsnacht- wieder auf die Bühne zu kommen. Denn dort wartet ein großes Bett- ebenfalls in klinischem weiß vor ebensolcher Wand. Darüber hängt ein überdimensionales Bild von August von Heckels „Die Ankunft Lohengrins“ aus dem Wohnzimmer von Neuschwanstein.

Man wünschte sich, Elsa und Lohengrin wüssten dies als Fingerzeig zu nutzen, aber vielleicht gerade deshalb steuern sie sehenden Auges in ihr Schicksal. Die sensible und differenziere Personenführung von David Alden ließ in der Brautgemachszene den Dialog zwischen dem Liebespaar zu einem Höhepunkt werden. Telramund bricht bei seinem Anschlag auf Lohengrin durch die geschlossene Wand; ein wunderbares Detail ist, wenn Lohengrin dem toten Telramund die Augen schließt und er plötzlich erkennt, dass nun auch an seinen Händen Blut klebt.

Das letzte Bild des 3. Aktes wird von zahlreichen Flaggen mit  rot-weiß-schwarzen Schwänen eingerahmt, die Militärmaschine kommt in Gang, Soldaten mit Stahlhelmen und mittelalterlichen Speeren versammeln sich in „ Kampfeslust“. Lohengrin geht wie er kam: weiß, barfüßig, einsam. Das Prinzip Hoffnung ist gescheitert, so wie Land, Leute und Liebe. Er beginnt die Gralserzählung zusammengekauert am Boden, in sich gekehrt und vernichtet in der Erkenntnis seines Scheiterns an den unlösbaren Aufgaben. Ein starkes Bild!

Bei Ortruds Triumphgeheul fallen plötzlich alle Flaggen in sich zusammen, aus diesen schält sich der vermisste Gottfried heraus. Er reckt das übergroße Schwert, das er kaum tragen kann in Siegerpose in die Höhe und man ahnt, dass aus diesen Trümmern wohl keine bessere Zukunft erwachsen kann.

Royal Opera House London / Lohengrin - hier : Georg Zeppenfeld als König Heinrich © Clive Barda

Royal Opera House London / Lohengrin – hier : Georg Zeppenfeld als König Heinrich © Clive Barda

Andris Nelsons hinreißendes Dirigat führt Orchester, Chor und Solisten zu Höchstleistungen. Die ätherische A-Dur Sphäre des Vorspiels lässt er in blau- silberner Schönheit leuchten, in fein  abgestuften Schattierungen von zarten piani bis zum überschwänglichen Höhepunkt des Gralsthemas. Mit klar strukturierten Klangschichtungen, idealen Spannungsbögen und austarierter Agogik zelebriert Nelsons das Vorspiel als Tondichtung im Sinne Wagners:  „..in unendlich zarten Linien zeichnet sich mit allmählich wachsender Bestimmtheit die wunderspendende Engelschar ab, die, in ihrer Mitte das heilige Gefäß geleitend, aus lichten Höhen unmerklich sich herabsenkt...“ ( Richard Wagner: Vorspiel zu Lohengrin, 1853)

Mit packendem Zugriff geriet das Vorspiel zum 3. Akt, schwungvoll-ausladend, mit präzisen Posauneneinsätzen und perfekt balancieren Tutti Stellen. Klaus Florian Vogt ist ohne Zweifel die Personifizierung des Lohengrin schlechthin. Seine Stimme und seine Ausstrahlung vereinigen alle Parameter zur idealen Gestaltung des Gralsritters. Sein tragfähiger, klarer Tenor, eine perfekte Diktion, das hell-silberne Timbre sowie seine unforcierte und zu schönster Legatokultur fähigen Phrasierungskunst wie auch die Fähigkeit zu heldisch- dramatischen Ausbrüchen. In seiner Darstellung des Schwanenritters spannt er den Bogen vom unnahbaren Gottwesen bis zum einsamen, Liebe und Anerkennung suchenden Mannes, der an den unabänderlichen Verhältnissen scheitert.

Die junge Jennifer Davis bewährte sich als Einspringerin für Kristine Opolais in ihrer ersten großen Rolle als Elsa in bewundernswerter Weise. Sie besitzt einen sicher geführten, in allen Lagen ausgeglichenen, substanzreichen lyrischen Sopran, der sich im Laufe des Abends mühelos in dramatische Bereiche entwickelt und Zartheit in Dynamik und Darstellung glaubhaft vermittelte.

Die Figur des Telramund ist Thomas Johannes Mayer auf den Leib geschrieben. Der vielseitige Bariton aus Südhessen durchleuchtet die psychologischen Abgründe des Denunzianten bis an die Grenzen und sorgt für Gänsehaut. Mit kernigem, teils stählernem Bariton versucht er seinem Widersacher die Stirn zu bieten und offenbart einen im Kern tief verzweifelten Menschen.

Christine Goerke zeigte nicht nur in ihrer Rollengestaltung als Ortrud eine dämonische Frau mit vielen Gesichtern, auch stimmlich wies ihr Mezzo in den verschiedenen Lagen eine eher inhomogene Klangkultur auf. Ihre tragfähige Tiefe überzeugte mehr als die höheren Lagen, die beiden Spitzentöne im 2. Akt und am Schluss gerieten- trotz oder wegen der Fermaten- leider enttäuschend.

Kostas Smoriginas als Heerrufer liess einen vollen und ausdrucksstarken Bariton hören, allerdings mit einigen mulmigen Vokalen und stellenweiser Textunverständlichkeit. Georg Zeppenfeld, derzeit nicht nur als exemplarischer König Heinrich in der vordersten Liga- veredelte mit balsamischem Wohllaut seines Luxus-Basses die Königsfigur und beglückte mit exzellenter Klarheit und perfekter Rollenidentifikation.

Der Chor des ROH (Leitung: William Spaulding), war überwältigend in Klangentfaltung, Präzision und Textverständlichkeit. Das begeisterte Publikum im ausverkauften Royal Opera House spendete für alle Mitwirkenden nach jedem Akt lautstark Jubelrufe und Bravos. Die Musik und die Bilder blieben noch lange präsent auf dem Weg durch die sommerlich-heißen Londoner Straßen.

—| IOCO Kritik Royal Opera House |—

Cambridge, Cambridge Handel Opera Company – Julian Perkins, IOCO Interview, 23.05.2018

Great Hall, The Leys School, Cambridge © The Leys School

Great Hall, The Leys School, Cambridge © The Leys School

Cambridge Handel Opera Company

 Julian Perkins – Director  Cambridge Handel Opera Company

The Cambridge Handel Opera Company (CHOC) in Cambridge, England, is a new professional organization that celebrates the fusion of music and the stage with performances that are not just ‘historically informed’, but ‘historically inspired’. There is meaningful integrity between what happens in the music and what happens on stage. Baroque stagecraft is incorporated into their productions in a manner that speaks directly to audiences. In April  2018 Cambridge Handel Opera Company staged a highly acclaimed production of Handel’s Rodelinda, HWV 19 in Cambridge at the new theatre at The Leys. In May 2018 Victor Jarosch, IOCO, spoke to Julian Perkins about his objectives and future plans for the CHOC.

Victor Jarosch (VJ): Julian, who or what inspired you to take up the harpsichord, and pursue a career in music?

Julian Perkins - Artistic Director Cambridge Handel Opera Company © Julian Perkins

Julian Perkins – Artistic Director Cambridge Handel Opera Company © Julian Perkins

Julian Perkins (JP):: As the youngest of four, I was born into a family of musical noise. Sitting on my mother’s lap at the piano, making music started out as little more than sibling rivalry. Apart from anything with a keyboard, I enjoyed singing, playing the violin and recorder (infuriated at having to wait until I had legs long enough for the organ!). My patient parents packed me off to music courses including Pro Corda in Suffolk, which nurtured my deep love of chamber music. I first met the harpsichord in my teens experimenting with Baroque music in chamber groups. How could one not love instantly the joy of the dance, the chatter of counterpoint and the freedom to improvise? And what better way to earn a living than sharing with others this life-affirming music?

VJ: Who or what have been the most important influences on your musical life and career?

JP: At school, David Langdon and Ralph Allwood both went way beyond their job descriptions in supporting my various musical interests. As a choral scholar and organist at King’s College, Cambridge, it was enriching to experience music as part of a daily form of worship. In my studies, I was a shameless magpie in hassling as many musicians as would tolerate me. Amongst others, Trevor Pinnock taught me the importance of connecting with the sound, David Parry the physicality of conducting and Noelle Barker an understanding of the voice.

 George Frederick Handel tomb at Westminster Abbey, London © IOCO

George Frederick Handel tomb at Westminster Abbey, London © IOCO

As a child, there is one stand-out experience that continues to inspire me: singing as a treble in Mahler’s Symphony of a Thousand’ under Klaus Tennstedt. I was a dreamy child, but Tennstedt captivated me for reasons I have never fully understood. A grumpy old man, in poor health, flailing about in a seemingly haphazard manner on the podium – but I have never, ever heard an orchestra or choir sound like they did with him – and this had nothing to do with his relative fame. I can only put it down to his complete identification with the music and his utter determination to transmit it to his fellow musicians. Humbling.

VJ: What have been the greatest challenges of your career so far?

JP: In addition to keeping up and improving one’s musicianship and technique, my greatest challenge is ring-fencing the administration. Like the hydra’s heads – where two more appear if one is amputated – I find that email requests have an alarming tendency to increase the more one writes! Just the other day I sent off programme details for a forthcoming festival only to find two more similar requests in my inbox for other bespoke events. Whilst it is important to keep abreast of the administration, it is vital to maintain the discipline and enjoyment of studying and practising one’s art. I just turn off the computer at a certain point and know that the world will probably not collapse if one email gets slightly delayed.

Cambridge Handel Opera Company / Rodelinda © Jean-Luc Benazet

Cambridge Handel Opera Company / Rodelinda © Jean-Luc Benazet

VJ: As a conductor, how do you communicate your ideas about a work to the orchestra?

JP: Words can be a dangerous medium in rehearsals. Isn’t it truly said that a large part of a conversation happens through one’s body language? While images, colours and metaphors can be useful, I like to communicate my ideas primarily through my gestures and, when I’m directing from the keyboard, my playing.

VJ: How exactly do you see your role as a conductor? Inspiring the players/singers? Conveying the vision of the composer?

JP: I like to enable the musicians to give of their best by providing a framework within which they can work. One needs to balance the dangers of being over-prescriptive on the one hand with being wishy-washy on the other. Every group is different, of course, but if I can earn a group’s trust, stimulate their imagination and have a clear idea of the sound I want, then things are looking good. Inspiration comes out of this – but one can’t plan to be inspiring. As for the composer’s vision, one can only hope to convey this by having a cultural appreciation of their life and works, and by scrutinizing the score again, again and again.

VJ: Which recordings are you most proud of?

JP: They each have treasured memories, but I’m probably most proud of how my first solo recording came together. This was the world-première of eight harpsichord suites by Handel’s younger English contemporary, James Nares. Historic Royal Palaces granted me the honour of recording on the Royal Harpsichord at Kew Palace. The project attracted dozens of subscribers – and even some artwork from one of Nares’ living descendants.

VJ: Which particular works do you think you play best?

JP: Those that are imbued with lyricism and harmonic interest within a cohesive musical structure. A good dollop of counterpoint never goes amiss either!

VJ: How do you make your repertoire choices from season to season?

JP: I like mixing treasured favourites with pieces that are new to me. It’s fascinating how The Frick Collection in New York juxtaposes art and media from different periods. Similarly, I enjoy devising programmes that have meaningful resonances, such as arias by Handel or Hasse alongside recent responses to earlier works by composers like Stephen Dodgson or György Ligeti. And fresh challenges are irresistible! For instance, I recently created an opera pasticcio about Casanova with the writer Stephen Pettitt. We joyfully plundered operas and oratorios from Vivaldi to Bellini, committing some glorious heresies along the way. Watch this space for our next run…

Westminster Abbey London © IOCO

Westminster Abbey, London © IOCO

VJ: Do you have a favourite concert venue to perform in and why?

JP: I find that the quality of a venue is determined as much by the unique chemistry of the audience as by the room itself. I have given recitals in some unusual locations – including a water mill – in which the sense of occasion gave a special quality to the venue. Acoustically, it’s often rewarding to perform in a space where there is some wood panelling as this helps to give a glow to the sound. Among venues that are perhaps lesser-known, Wilton’s Music Hall in East London has a particular charm. Originally a Victorian music hall, its acoustic is akin to the Wigmore Hall in its clarity and warmth. There is also an alluring patina to the building’s fabric that makes it feel like the equivalent of a well-loved pair of slippers.

VJ: Who are your favourite musicians?

JP: Those who are brilliant, humble, open-minded – and fun!

VJ: What is your most memorable concert experience?

JP: Arriving to rehearse Handel’s Messiah only to find that the organ was at the wrong pitch. Transposing the piece up a semitone in the concert proved to be good brain-gym!

VJ: As a musician, what is your definition of success?

JP: Knowing that I have touched a listener’s emotions.

VJ: What do you consider to be the most important ideas and concepts to impart to aspiring musicians?

JP: In addition to the normal nostrums such as preparation, punctuality and professionalism, another ‘P’ has come to have increasing importance for me: Process. When I was starting out as a musician I sometimes worried too much about what people might think of me. Now, I try and focus more on the ever-changing process of making music and let the listeners decide for themselves what they like. When Roger Federer turned the tables and beat Rafael Nadal to win the 2017 Australian Open, he spoke afterwards of having played the ball and not the opponent. Similarly, I think performers should give due importance to playing the notes (grouped together musically!) and not the audience. It’s impossible to make people like you, but if you’re absorbed in what you’re doing, that in turn should draw in the listener.

VJ: Where would you like to be in 10 years’ time?

JP: Playing a positive role with my wife in the lives of our two sons, giving lots of fulfilling performances, teaching proactive students – and enjoying good food.

VJ: What is your most treasured possession?

JP: My appetite for learning. As the Artistic Director of Cambridge Handel Opera, I recently conducted a staged production of Handel’s Rodelinda in Cambridge. Praised for its  ‘flawless ensemble’ in IOCO, Cambridge Independent headlined its review by stating that ‘Productions of Handel’s operas don’t get much better than this one’.

This season also sees Julian’s concerto debut at the Sage Gateshead with the Royal Northern Sinfonia, his directorial debuts with the Croatian Baroque Ensemble and Wroclaw Baroque Orchestra, a solo appearance on BBC Radio 3’s ‘Early Music Show’, a world première of a choral work by Stephen Dodgson and the debut of his group, Sounds Baroque, at St John’s Smith Square. Solo recitals include appearances in Boston (USA) and at the Petworth Festival, Lammermuir Festival, Northern Aldborough Festival, London Handel Festival, St George’s Bristol and the Holywell Music Room, Oxford, and duo recitals for the Budapest Bach Festival and Mozart Society of America. He returns to the Anghiari Festival in Italy this summer to conduct the Southbank Sinfonia, performs with Florilegium and continues his collaboration with Coram in directing the annual Handel Birthday Concert with Sounds Baroque and international soprano Rebecca Evans. Forthcoming recordings include a programme of Purcell’s songs with soprano Anna Dennis and Sounds Baroque, the second volume of Mozart’s keyboard duets on original instruments with Emma Abbate, Schubert’s sonatas for violin and piano with Peter Sheppard Skærved and the world première of Stephen Dodgson’s opera, Margaret Catchpole. His recent recording of Howells’ clavichord music was described by The Guardian as ‘a virtuoso showcase’ and praised by MusicWeb International as ‘exemplary’.

VJ: Thank you, Julian, for the interview.

—| IOCO Interview Cambridge Handel Opera Company |—

Cambridge Handel Opera Company, Rodelinda by George Frederick Handel, IOCO Kritik, 12.04.2018

April 13, 2018  
Veröffentlicht unter Handel Opera Company, Hervorheben, Kritiken, Oper

Great Hall, The Leys School, Cambridge © The Leys School

Great Hall, The Leys School, Cambridge © The Leys School

Cambridge Handel Opera Company

Rodelinda  by George Frederick Handel

Cambridge, Great Hall, The Leys

 George Frederick Handel tomb at Westminster Abbey © IOCO

George Frederick Handel tomb at Westminster Abbey © IOCO

Cambridge Handel Opera Company puts on Baroque operas that celebrate the fusion of music and the stage with performances that are not just ‘historically informed’, but ‘historically inspired’. There is meaningful integrity between what happens in the music and what happens on stage. Baroque stagecraft is incorporated into our productions in a manner that speaks directly to audiences. Cambridge Handel Opera Company staged Handel’s Rodelinda, HWV 19 in Cambridge at a new theatre, the ‘Great Hall’, at The Leys. The dress rehearsal and performances took place in the week of 3 – 7 April 2018.

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Rodelinda – Review by Janet Banks

Hats off to talented artistic director Julian Perkins for resurrecting the Cambridge Handel Opera Company, which had staged annual Handel productions from 1985 to 2013 in the historic university city. He plans to alternate operas by Handel with those of his contemporaries, and if this production of Rodelinda is anything to go by, audiences can look forward to historically informed and artistically rewarding productions in the coming years.

Cambridge Handel Opera Company / Rodelinda © Jean-Luc Benazet

Cambridge Handel Opera Company / Rodelinda © Jean-Luc Benazet

Simon Bejer has designed the production simply but effectively, entirely in blood red, black and white. Costumes are loosely early 17th-century – ruffs, doublet and hose, the staging minimal, but hung with red draperies. Sung in English, it is expertly accompanied from the pit by period instruments laid out as an 18th-century opera orchestra, with a harpsichord and bass instrument on each side of the pit, and conducted by Julian Perkins.

Alice Privett never disappoints as the faithful wife Rodelinda. Her opening lament for her, supposedly, dead husband Bertarido, is impressive in its rich, deep colours, and she excels both in the passionate anger required when resisting the advances of the usurper Grimoaldo  and in the more calm set-piece arias.

Her unwelcome suitor, Grimoaldo (tenor William Wallace), white-faced and weak minded, comes into his own in Act 2 when his anger at finding Rodelinda and Bertarido together brings forth vehement coloratura – the only time spontaneous applause was drawn from an otherwise rather reserved audience. His adviser Garibaldo is sung by baritone Nicholas Morris, who from the first has the ability to hold the stage with both his effective acting and his characterful voice. Ida Ränzlöv who sings ‘bad girl’ Eduige, dressed for the part in black vinyl skin-tight trousers and a slashed farthingale, enters into the role with almost comic effect, rolling the „R“ of Rodelinda scornfully and cheekily unlacing Unolfo’s doublet.

Cambridge Handel Opera Company / Rodelinda © Jean-Luc Benazet

Cambridge Handel Opera Company / Rodelinda © Jean-Luc Benazet

It is left till Act 1 Scene 2 before we hear a counter-tenor voice – that of Bertarido, in hiding, walking among the tombs. Although initially his voice is not striking, William Towers soon captivates the audience with his beautifully controlled long notes, and his Act 2 aria ‘Nature’s voice replying’, each line echoed from the circle by recorders and flute, is beautifully accomplished. Tom Scott-Cowell, as Unolfo, has the other countertenor role and delights the audience with Act 2 aria ‘Daylight is dawning’ just before the interval.

For me, however, the musical high point of the opera was Rodelinda and Bertarido’s duet at the end of Act 2 ‘I embrace you’, movingly sung in their separate dungeons, with flawless ensemble and both voices blending seamlessly.

Aldeburgh, Snape Maltings, Dardanus by Jean-Philippe Rameau, IOCO Review, 18.11.2017

November 18, 2017  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Konzert, Kritiken, London, Oper

Aldeburgh Festival / Snape Maltings Concert Hall © Philip Vile

Aldeburgh Festival / Snape Maltings Concert Hall © Philip Vile

Snape Maltings Aldeburgh Festival

Aldeburgh / Snape Maltings – A Place of Energy and Inspiration

Aldeburgh in Suffolk, UK, is known worldwide for its arts festival devoted mainly to classical music. The festival was founded in 1948 by Benjamin Britten, Peter Pears and Eric Crozier. To allow a large venue for the festival, Benjamin Britten, 1913 – 1976, who had lived in Snape, a village, just outside of Aldeburgh, converted a large former malthouse (see foto above) into a concert hall. Most of the malting’s original character, such as the square malthouse roof-vents, was retained. This very special ex-malting Concert Hall was opened by  Queen Elizabeth in 1967.

Snape Maltings Concert Hall © Matt Jolly

Snape Maltings Concert Hall © Matt Jolly

Aldeburgh and Snape Maltings have since become a place of energy and inspiration – one of the world’s leading centres of music and a visitor destination of outstanding natural beauty: Located by the sea, 106 miles northeast of London. IOCO visited Aldeburgh and Snape, also for an opera performance there.

 Dardanus by Jean-Philippe Rameau

BY Janet  Banks

 Benjamin Britten's grave in St. Peter and St Paul's Church, Aldeburgh © IOCO

Benjamin Britten’s grave in St. Peter and St Paul’s Church, Aldeburgh © IOCO

When Jean-Philippe Rameau reworked his tragedie lyrique Dardanus he dispensed with the gods altogether and did away with spectacle. The resulting 1744 version, though a lot less exciting visually than its original, admirably suits the needs of a travelling company such as English Touring Opera, who appeared at the concert hall founded by Benjamin Britten from a 19th-century maltings to be the home of his Aldeburgh Festival.

Director Douglas Rintoul sets the opera in a modern-day war zone, with soldiers, including Dardanus and his rival Antenor, in camouflage and the chorus dressed as if they are living on the streets. When the chorus is pressing the king to kill the captive Dardanus, one of them pulls out a can and sprays ‘MORT’ on the back wall. There has obviously been a conscious decision not to include dance in the production, in spite of interludes which would seem to call for it, and the only colour comes from multi-coloured marbled lighting effects representing the magic of the sorcerer Ismenor, and the red flares of off-stage fighting.

Snape Maltings UK / Dardanus by Rameau - Ensemble © Jane Hobson

Snape Maltings UK / Dardanus by Rameau – Ensemble © Jane Hobson

The positive effect of the sparse staging and muted lighting is to throw into greater relief the beauty of Rameau’s music. Anthony Gregory sings the title role of Jupiter’s son Dardanus with a voice capable of moving the listener with very credible emotion, from his ecstasy in love in Act 2, to his despair imprisoned in a cell at the opening of Act 4.The object of his desire, Iphise, the daughter of his enemy, is sung by Galina Averina with a light and flexible soprano, suited to music of the period but nonetheless capable of real richness on the high notes. Frederick Long is authoritative as the sorcerer Ismenor, whose spells bring about a happy outcome, while Timothy Nelson as Iphise’s rejected fiancé, excels in his expressive middle range. Eleanor Penfold steps from the chorus to sing an exquisite aria calling for peace at the end of Act 3, a still point in the action and one of the evening’s most beautiful moments.

The period instrument players of the Old Street Band under the direction of Jonathan Williams play Rameau’s score with crispness and precision.

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