Pforzheim, Theater Pforzheim, Premiere Everyman – Rockoper, 06.04.2019

März 19, 2019  
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Theater Pforzheim

Theater Pforzheim © Sabine Haymann

Theater Pforzheim © Sabine Haymann

Everyman (Jedermann) –  Rock-Oper

 Günter Werno, Andy Kuntz, Stefan Lill und Johannes Reitmeier

Premiere am Samstag, 6. April 2019, 19.30 Uhr

Jedermanns Leben rockt – vom Leben und Sterben des reichen Mannes

Der Jedermann (Everyman) genießt das Leben in vollen Zügen: Geld, Güter, Geliebte so viel er will. Er kennt weder Moral noch Maß. Niemals ist er einem Schuldner gnädig, nie hilft er den Bedürftigen. Gott will Jedermann zur Rechenschaft ziehen und schickt ihm den Tod. Weder dessen Geliebte (Buhlschaft) noch sein bester Freund wollen ihn auf der letzten Reise begleiten. Nicht einmal seine Güter in Person des Mammons gehorchen ihm mehr. Erst als sich ihm seine Werke (gute Taten) . in Gestalt einer gebrechlichen Frau – zu erkennen geben, keimt Hoffnung. Bisher immer vernachlässigt, ist sie schwach und Jedermann erkennt endlich, dass er sein Leben ändern muss …

Theater Pforzheim / Everyman - Philipp Werner, Ingo Wagner, Helena Steiner, Natasha Sallès, Ballett © Theater Pforzheim

Theater Pforzheim / Everyman – Philipp Werner, Ingo Wagner, Helena Steiner, Natasha Sallès, Ballett © Theater Pforzheim

Der Jedermann-Stoff ist vor allem durch das gleichnamige Schauspiel von Hugo von Hofmannsthal und die jährlichen Aufführungen der Salzburger Festspiele berühmt. Es beruht auf dem mittelenglischen Moralitätenstück Everyman. Dieses ist auch für Andy Kuntz und seine Progressiv-.Rock-Band Vanden Plas die Vorlage für ihre opulente Rock.-Oper. Virtuose E-Gitarren und rasantes Schlagzeug bilden das energiegeladene Fundament, welches vom Orchester unterstützt alle mitreißt und auch genügend Platz für berührende Balladen lässt. Die erfolgreiche Bühnenshow kommt in einer neuen Inszenierung erstmals nach Pforzheim.

Theater Pforzheim / Everyman - Andy Kuntz © Theater Pforzheim

Theater Pforzheim / Everyman – Andy Kuntz © Theater Pforzheim

Mit Chris Murray, Andy Kuntz; Philipp Werner, Lilian Huynen, Lisa Wedekind, Dennis Marr, Ingo Wagner, Steffen Fichtner, Anna Gütter/Natasha Sallès, Brian Garner, Manuela Wagner und Helena Steiner

Chor des Theaters Pforzheim
Extrachor des Theaters Pforzheim
Ballett Theater Pforzheim
Badische Philharmonie Pforzheim
Rockband „Vanden Plas“ (Günter Werno, Stephan Lill, Torsten Reichert und Andreas Lill)
Inszenierung                            Philipp Moschitz
Musikalische Leitung                 Philipp Haag
Bühnenbild & Kostüme              Matthias Engelmann
Choreografie                           Sven Niemeyer
(R)Einblicke – Die öffentliche Probe am Samstag, 23. März um 11.30 Uhr im Großen Haus

Premiere Samstag, 6. April 2019, 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen Mi, 10., Sa, 13. und Mi, 17. April 2019 sowie an weiteren Terminen im Laufe der Spielzeit

—| Pressemeldung Theater Pforzheim |—

Pforzheim, Theater Pforzheim, Premiere Die Perlenfischer – Georges Bizet, 16.02.2019

Februar 8, 2019  
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Theater Pforzheim

Theater Pforzheim © Sabine Haymann

Theater Pforzheim © Sabine Haymann

 Die Perlenfischer – Georges Bizet

Träume und Tabubrüche in der Südsee

Premiere am 16.2.2019

Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Frankreich entsteht die diesjährige Februar-Premiere des Musiktheaters am Theater Pforzheim. Der französische Regisseur und Produzent Olivier Desbordes ist Gründer und Leiter des Festival de St. Céré. Für sein langjähriges Engagement in den Bereichen Musik und Theater ehrte ihn jüngst die französische Regierung mit dem Ritterorden für Kunst und Literatur (Chevalier des Arts et des Lettres). Gemeinsam mit Regisseur und Sänger Eric Perez inszeniert er Georges Bizets Oper Die Perlenfischer. Im kommenden Sommer wird die Produktion auf der Freilichtbühne des Festivals in St. Céré zu sehen sein. In Pforzheim feiert die Oper ihre Premiere am Samstag, 16. Februar um 19.30 Uhr im Großen Haus.

Theater Pforzheim / Die Perlenfischer - Olivier Desbordes © Nelly Blaya

Theater Pforzheim / Die Perlenfischer – Olivier Desbordes © Nelly Blaya

Die Handlung der Oper gewinnt ihre Spannung aus einer Dreiecksgeschichte: Zurga und Nadir lieben beide das Mädchen Leïla – und schon werden aus Freunden Feinde. Doch mit einem Treueschwur und dem Versprechen, der Schönen zu entsagen, können die beiden ihre Rivalität überwinden und ihre Freundschaft erhalten. Schließlich trennen sich ihre Wege und es vergeht einige Zeit. Als Zurga zum Anführer der Perlenfischer gewählt wird, taucht Nadir wieder auf…

Theater Pforzheim / Die Perlenfischer - Eric Perez © Clément Chébli

Theater Pforzheim / Die Perlenfischer – Eric Perez © Clément Chébli

Georges Bizet komponierte seine Oper Die Perlenfischer mit 25 Jahren. Sie ist das erste große Bühnenwerk des Komponisten, der posthum mit seiner Oper Carmen berühmt wurde. Drei Jahre lang hatte der junge Mann mit dem renommierten „Prix de Rome“-Stipendium in Italien gelebt und gearbeitet. Dort wurden hauptsächlich geistliche Werke gefordert, die große Opernbühne war aber von Anfang an das Ziel Bizets. Zurück in Frankreich bekommt er das Angebot, für das Théâtre Lyrique zu schreiben. Die Geschichte von Die Perlenfischer trug zu Beginn den Titel Leïla und spielte noch in Mexiko. Doch bald wird der Schauplatz auf die Insel Ceylon, das heutigen Sri Lanka, verlegt. Die dort lebenden Perlenfischer geben dem Werk nun seinen Namen und heben den beteiligten Chor als Kollektiv hervor.

Exotisches Flair zaubert der Komponist durch beschwingte Rhythmen und farbenreiche Stimmungen auf die Bühne. Die Solisten durchleben ein emotionales Kammerspiel, das zwischen Leidenschaft und Bedrohung changiert. Mit großen Auftritten des Chores wechseln geradezu sakral klingende Momente der Anbetung hinduistischer Götter zu hochdramatischen Situationen. Eines der schönsten Duette für Bariton und Tenor ist die gemeinsame Erinnerung der beiden Männer an die Situation, in der sie sich das Treueversprechen gaben: „Au fond du temple saint“ („Und in der Tiefe des Tempels“). Bühnenbild und Kostüme der Inszenierung übernimmt Ruth Groß; sie war bereits mehrfach am Theater Pforzheim tätig und begeisterte zuletzt mit der Ausstattung des aktuellen Musicalerfolgs Doktor Schiwago. Erweitert wird der Assoziationsraum durch farbige Videoprojektionen von Clément Chébli.

Die Perlenfischer

Oper in drei Akten von Georges Bizet,  Libretto von Michel Florentin Carré und Pierre-Etienne Piestre alias Eugène Cormon, In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln, In Kooperation mit dem Festival de St. Céré, Frankreich

Mit Miloš Bulajic, Stamatia Gerothanasi, Paul Jadach, Dennis Marr, Elisandra, Melián, Lukas Schmid-Wedekind und Aleksandar Stefanoski, Chor des Theaters Pforzheim, Extrachor des Theaters Pforzheim, Badische Philharmonie Pforzheim
Musikalische Leitung GMD Markus Huber, Inszenierung Olivier Desbordes und Eric Perez, Bühne und Kostüme Ruth Groß, Video Clément Chébli, Chorleitung Alexandros Diamantis

Hubers Opernführer  – Sonntag, 10. Februar um 11 Uhr – Foyer

Premiere am Samstag, 16. Februar um 19.30 Uhr im Großen Haus mit Einführung um 19.10 Uhr im Foyer, Weitere Vorstellungen am Do, 28. Februar, Mi, 6., Di, 12. und Do, 21. März 2019 sowie an weiteren Terminen im Laufe der Spielzeit, jeweils mit Einführung 20 Min. vor Beginn im Foyer

Regisseur Eric Perez über Die Perlenfischer

„Also lassen Sie uns von diesem Ceylon träumen… in Gedanken, wie Victor Hugo sich die Welt vorstellte, ohne jemals gereist zu sein, wie Bizet, der später ein mythisches Spanien darstellen würde, ohne je dort gewesen zu sein. (…) Unter dem Schleier der Phantasie schlafen unsere Jugendlichen, glauben an die Liebe, an Freundschaft, an Treue. Sie werden Prüfungen durchlaufen, die aus ihren Träumen geboren wurden… eine Welt der Fischer, ein unbekanntes Land; fremde, exotische Bräuche, gefährlich… der Traum wird nach und nach zu einem Alptraum. (…) Doch die Ängste werden sich in ein glückliches Ende verwandeln.“

—| Pressemeldung Theater Pforzheim |—

Pforzheim, Theater Pforzheim, Ballett: Verwandlungen – Der Feuervogel / Metamorphosen, 26.01.2019

Theater Pforzheim

Theater Pforzheim © Sabine Haymann

Theater Pforzheim © Sabine Haymann

 

 Verwandlungen  –  Der Feuervogel / Metamorphosen  : Ballett

Von Göttern, Menschen und Emotionen

Uraufführung / Premiere Samstag, 26. Januar 19.30

Von Göttern, Menschen und starken Emotionen erzählt das Ballett Theater Pforzheim in seiner nächsten Premiere Verwandlungen – Der Feuervogel / Metamorphosen“ am Samstag, 26. Januar. Ausgehend von einer Neukreation des modernen Ballettklassikers Der Feuervogel nach der gleichnamigen Komposition von Igor Strawinsky, entwirft Ballettdirektor Guido Markowitz eine dreiteilige, vielschichtige neue Aufführung, die auch die Frage stellt, in welchen emotionalen Zuständen und Verstrickungen wir heute leben.

Theater Pforzheim / Verwandlungen- Pennacchini © Andrea D'Aquino

Theater Pforzheim / Verwandlungen- Pennacchini © Andrea D’Aquino

Inhaltlich findet Markowitz seinen Leitfaden in einem vor über 2.000 Jahren verfassten Werk: den Metamorphosen Libri des antiken römischen Dichters Ovid. Dessen in 12.000 Versen erzählten Geschichten von Göttern und Menschen, die begehren, lieben und leiden und deren Gestalt und Wesen sich immer wieder verwandeln und mit Natur und Kosmos verschmelzen, formen ein sagenhaftes Kaleidoskop emotionaler und seelischer Erfahrungswelten, die Markowitz mit zeitgemäßen performativen Mitteln in die Gegenwart übersetzt. Der neue Verwandlungen -Abend des Ballett Theater Pforzheim reflektiert so auch den Wandel im Tanz vom klassischen Ballett zum zeitgenössischen Tanz, vom modernen Tanz zum Tanztheater, von märchenhaften Tanzerzählungen zu neuen Narrativen.

Theater Pforzheim / Verwandlungen- Valenciano Lopez Bäckebjörg © Andrea D'Aquino

Theater Pforzheim / Verwandlungen- Valenciano Lopez Bäckebjörg © Andrea D’Aquino

In seiner Neuinterpretation des geheimnisvollen, am 25. Juni 1910 von den legendären Ballets Russes in Paris uraufgeführten Klassikers Der Feuervogel folgt Markowitz der linearen Handlung und den Intentionen des ursprünglich von Michail Fokine choreographierten Werkes. Sowohl der Tanz im Spitzenschuh als auch das Figurentableau von Feuervogel, Magier, verliebtem Jüngling und geraubter Frau und die prägende Örtlichkeit eines Zaubergarten mit Wunschbaum bleiben erhalten und werden mit Markowitz´ typischem zeitgenössischem, raumgreifendem Bewegungsvokabular kurzgeschlossen. Ein zeitgemäßes, mediales Bühnenbild kreiert der Stuttgarter Medienkünstler Philipp Contag-Lada, mit dem Markowitz bereits zum dritten Mal zusammenarbeitet. Es spielt die Badische Philharmonie Pforzheim; sie wird anstelle der Uraufführungskomposition die von Strawinsky 1945 erstellte Fassung einer Ballettsuite für Orchester intonieren.

Theater Pforzheim / Verwandlungen- Valenciano Lopez Bäckebjörg © Andrea D'Aquino

Theater Pforzheim / Verwandlungen- Valenciano Lopez Bäckebjörg © Andrea D’Aquino

Den zweiten Teil des Abends bildet eine neue Choreographie auf Igor Strawinskys Komposition Dumbarton Oacks aus dem Jahr 1937/38. Episoden aus Ovids Metamorphosen, Götterpaare, ihre Geschichten miteinander und auch ihre Tode, bilden hier spannende Knotenpunkte einer auf Gleichzeitigkeit setzenden Erzählweise. Zum Schluss perlen die Pianoklänge aus Philip Glass´ Komposition Metamorphosis aus dem Jahr 1989 mitten ins Herz. Die Götter von damals werden als Götter von heute abstrahiert; der Zaubergarten des Märchens weicht einer Arena des Leidens, der psychisch-emotionalen Verausgabung.

Theater Pforzheim / Verwandlungen- Pennacchini © Andrea D'Aquino

Theater Pforzheim / Verwandlungen- Pennacchini © Andrea D’Aquino

Das Kostümbild für den gesamten Abend entwirft Marco Falcioni, Chefdesigner bei HUGO BOSS in Metzingen. Das fotografische Erscheinungsbild entwarf der mehrfach ausgezeichnete, international gefragte Modefotograf Andrea D´Aquino.

Verwandlungen – Der Feuervogel / Metamorphosen  –  Ballettabend von Guido Markowitz  –  Musik von Igor Strawinsky und Philip Glass

Mit Elias Bäckebjörk, Johannes Blattner, Stella Covi, Leon Damm, Ria Girard, Abraham Iglesias, Selene Martello, Isaac Di Natale, Eleonora Pennacchini, Alba Valenciano Lopez, Evi van Wieren, Dario Wilmington

Badische Philharmonie Pforzheim, Pianist – Yonatan Cohen, Inszenierung und Choreografie – Guido Markowitz, Musikalische Leitung – Florian Erdl, Bühne und Videodesign – Philipp Contag-Lada, Kostüme – Marco Falcioni, Choreographische Assistenz – Damian Gmür, Dramaturgie – Peter Oppermann, Alexandra Karabelas

Uraufführung / Premiere am Samstag, 26. Januar um 19.30 Uhr im Großen Haus des Theaters Pforzheim mit Einführung um 19.10 Uhr, weitere Vorstellungen am Di, 29. Januar, Sa, 9. Februar, Mi, 13. Februar, Fr, 15. Februar, So, 10. März sowie an weiteren Terminen im Mai und Juni, jeweils mit Einführung 20 Min. vor Beginn

Vorstellung für Kinder unter dem Titel „Der Feuervogel für Kinder“ am So, 24. Februar um 15 Uhr. Eine kindgerechte Moderation führt begleitend durch den Nachmittag.


Karten gibt es ab 17,20 Euro (ermäßigt 8,60 Euro) an der Theaterkasse am Waisenhausplatz unter Tel. 0 72 31/39-24 40, im Kartenbüro in den Schmuckwelten und auf www.theater-pforzheim.de

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Pforzheim, Theater Pforzheim, Premiere Der Zigeunerbaron – Johann Strauss, 22.12.2018

Dezember 17, 2018  
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Theater Pforzheim

Theater Pforzheim © Sabine Haymann

Theater Pforzheim © Sabine Haymann

Der Zigeunerbaron – Johann Strauß

– Schatzwalzer und Liebesreigen –

Premiere am 22. Dezember 2018

Die Uraufführung der Operette Der Zigeunerbaron war der größte Bühnenerfolg des Komponisten Johann Strauß, der bis heute ungebrochen andauert. Musikalische Einflüsse seines Ungarn-Aufenthaltes sind in der Komposition ebenso zu hören wie die seiner Heimat Wien: rasante Csárdásläufe wechseln mit melancholischem Moll und schwungvollen Walzern, darunter „Ja, das alles auf Ehr“ oder der „Schatzwalzer“. Die Operette betört durch sanfte Duette, begeistert mit großen Chornummern sowie spritzigen Dialogen und strotzt voller Energie und Rhythmus. Die Kostüme von Anke Drewes und das Bühnenbild von Manfred Kaderk siedeln die Handlung malerisch um die Jahrhundertwende an.

Ein heimlich vergrabener Schatz, zwei Liebesgeschichten und realistisch gezeichnete Figuren durchziehen die bewegte Geschichte; Vorlage dazu ist die Novelle Saffie des ungarischen Autors Morus Jokai. Die Handlung birgt einige Konflikte, die sich am Ende in Wohlgefallen lösen: Der mittellose Barinkay kehrt aus der Vertreibung in seine Heimat zurück. Sein ungarisches Erbe ist heruntergekommen und der reiche Schweinezüchter Zsupán hat sich auf seinem Land breit gemacht. Der Clan, der den anderen Teil des Geländes besiedelt hat, erkennt nun Barinkay als seinen Herren an. Um den Frieden zu wahren, will Barinkay die Tochter Zsupáns, Arsena, heiraten. Doch diese ist bereits in Ottokar verliebt und gibt vor, sowieso nur einen Baron heiraten zu wollen. Als schließlich Barinkays Hochzeitspläne mit dem Zigeunermädchen Saffi an der kaiserlichen Sittenkommission scheitern, schließt er sich den Truppenwerbern an und zieht für Österreich mit den Zigeunern in den Krieg. Erst zwei Jahre später wird er nach seiner Rückkehr Braut und Reichtum, die ihm von der alten Czipra geweissagt worden waren, finden.

Johann Strauss im Winer Stadtpark © IOCO

Johann Strauss im Winer Stadtpark © IOCO

Die Gesellschaft der k. und k. Monarchie nahm das Werk in Wien enthusiastisch als großen patriotischen Wurf auf. Autor und Komponist war es wichtig, eine Handlung zu zeigen, die nicht den gängigen Klischees entsprach: die Zigeuner sind rechtschaffend, friedliebend, zuverlässig und treu. Nach den Verfolgungen des zweiten Weltkriegs ist die Bezeichnung dieser gebrandmarkten und ermordeten Volksgruppe mit „Sinti und Roma“ gefasst worden. Eine Änderung der Begrifflichkeit hat aber keine zwingende Änderung des Umgangs mit ihnen zur Folge. So brachte es Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Herta Müller auf den Punkt und so halten es viele Zigeuner mit ihr: „Wir sind Zigeuner. Und das Wort ist gut, wenn man uns gut behandelt.“

Diesen Satz stellt Wolfgang Quetes, der renommierte österreichische Regisseur, seiner Inszenierung voran. Er überarbeitet die Stückfassung, sodass zum Beispiel der Jubelchor „Hurra, die Schlacht mitgemacht“ nicht erklingen wird. Mit Blick auf das vergangene Jahrhundert ist dieser für Wolfgang Quetes unhaltbar geworden. Zudem spielt der dritte Akt in Ungarn und nicht in Wien. Denn der Einzug in die Hauptstadt war eine Forderung der Zensur. Die Pracht der Monarchie und das einfache Leben der Zigeuner klingen bereits in der bekannten Ouvertüre des Stückes an: Die tiefen Streicher spielen pompös auf, mit einer sanften Flötenmelodie wird zu melancholischen Geigen übergeleitet. Heiter hüpft der zweite Teil der Ouvertüre im Dreivierteltakt herein und schwingt weit aus in einem Walzer, der immer rasanter wird, sobald die mitreißenden Rhythmen des ungarischen Volkstanzes Csárdás Einfluss nehmen.

Mit Dorothee Böhnisch, Arthur Canguçu, Steffen Fichtner, Brian Garner, Klaus Geber, Stamatia Gerothanasi, Anna Gütter, Paul Jadach, Dennis Marr, Elisandra Melián, Natasha Sallès, Lukas Schmid-Wedekind, Aleksandar Stefanoski, Holger Wecht, Lisa Wedekind und Philipp Werner

Chor des Theaters Pforzheim, Extrachor des Theaters Pforzheim, Badische Philharmonie Pforzheim, Musikalische Leitung Yonatan Cohen, Inszenierung Wolfgang Quetes, Bühne Manfred Kaderk, Kostüme Anke Drewes

Premiere Samstag, 22. Dezember um 19.30 Uhr,  Weitere Vorstellungen am Fr, 28. und an Silvester, Mo, 31. Dezember 15 Uhr (Vorstellung um 19.30 Uhr ausverkauft),   So, 6.;  Mi, 16. Januar 2019 sowie vielen weiteren Terminen

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