Münster, Theater Münster, LE NOZZE DI FIGARO – Premiere, 25. & 27.09.2020

Juli 29, 2020  
Veröffentlicht unter Oper, Pressemeldung, Theater Münster

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

 LE NOZZE DI FIGARO – Wolfgang A. Mozart

Premiere – Freitag, 25. September 2020 (1./2. Akt), 19.30 Uhr

 Konzertante Aufführung (Auszüge) in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Graf Almaviva hat das »ius prima noctis« (Das Recht der ersten Nacht) abgeschafft. Jedoch bereut er seine Entscheidung, denn er begehrt Susanna, die Zofe seiner Ehefrau und Figaros zukünftige Braut. Graf Almaviva setzt alles daran, die Hochzeit platzen zu lassen, um Susanna zu verführen. Er zwingt Figaro per Dekret, die ältere Haushälterin von Doktor Bartolo, Marcellina, zu heiraten. Mit Unterstützung der Gräfin Rosina gelingt es dem Hochzeitspaar, dem Grafen eine mitternächtliche Falle zu stellen. Zwar weiß im Dunkeln des Schlossparks zuletzt kaum noch einer, wer eigentlich wer ist, trotzdem wird die Hochzeit mit Hindernissen »ein toller Tag«, an dessen Ende Figaro überraschend seine Eltern wiederfindet und seine Susanna endlich heiraten kann.

Die Uraufführung von LE NOZZE DI FIGARO 1786 am Wiener Burgtheater war Mozarts erste Zusammenarbeit mit Lorenzo da Ponte, der auch die Libretti für DON GIOVANNI und COSÌ FAN TUTTE schrieb. Da Beaumarchais‘ Komödie LE MARIAGE DE FIGARO in Wien verboten war, strich Da Ponte zwar einen Großteil des politischen Inhalts, doch gelang ihm ein komödiantisches Meisterwerk voller Intrigen, Verkleidungen und doppelter Absichten. Der Erfolg beim Publikum war so überwältigend, dass ein kaiserliches Verbot verhängt wurde, dass fortan das Wiederholen von Arien und Duetten verbot. Mit seiner bemerkenswerten Partitur durchdringt Mozart sämtliche Emotionen und balanciert meisterhaft zwischen Menschlichkeit und Witz.

Aufgrund der Hygiene- und Schutzkonzepte zum Coronavirus ist diese Inszenierung geteilt und für zwei Abende konzipiert. Sobald die Möglichkeit besteht, die Inszenierung an einem Abend präsentieren zu können, werden wir dies selbstverständlich umsetzen. Bitte achten Sie auf die aktuellen Informationen in den Monatsleporellos!

Musikalische Leitung: Golo Berg
Dramaturgie und Moderation: Ronny Scholz

Mitwirkende:
Conte Almaviva (Filippo Bettoschi), Contessa di Almaviva (Kristi Anna Isene), Susanna (Marielle Murphy), Figaro (Gregor Dalal), Cherubino (Chrysanthi Spitadi), Marcellina (Suzanne McLeod), Bartolo (Christoph Stegemann), Basilio (Mark Watson Williams), Barbarina (Kathrin Filip), Sinfonieorchester Münster

Weitere Vorstellungen im Oktober :
Freitag, 2. Oktober (1./2. Akt), 19.30 Uhr und
Sonntag, 4. Oktober  (3./4. Akt), 18.00 Uhr, jeweils Großes Haus
Freitag, 23. Oktober (1./2. Akt) und
Sonntag, 25. Oktober (3./4. Akt), 18.00 Uhr, jeweils Großes Haus

Münster, Theater Münster, GMD Golo Berg – bleibt in Münster, Spielzeit 2026/27

Juli 15, 2020  
Veröffentlicht unter Personalie, Pressemeldung, Theater Münster

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Theater Münster

 

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Dr. Katharina Kost-Tolmein  –  ab 2022

Generalmusikdirektor Golo Berg  –  bis 2027

Die Leitung des Theater Münster ist auf Jahre geordnet:  Der heutige Generalintendant Dr. Ulrich Peters, seit 2012 in Münster tätig,  übergibt die Generalintendanz des  Theater 2022 an Dr. Katharina Kost-Tolmein; IOCO berichtete, link HIER.  

Dr. Katharina Kost-Tolmein - kommende Intendantin des Theater Münster © Tolmein

Nun hat der Rat der Stadt Münster hat die Verlängerung des Vertrags mit GMD Golo Berg bis zum Ende der Spielzeit 2026/27 beschlossen. Vorausgegangen war eine Abstimmung der rund 70 Musiker*innen des Sinfonieorchesters Münster, die mit sehr großer Mehrheit für den Verbleib von Berg votierten.

Theater Münster / Golo Berg: © Oliver Berg

Theater Münster / Golo Berg: © Oliver Berg

Golo Berg verlieh in den ersten drei Jahren seines bisherigen Wirkens dem Musikleben der Stadt Münster wichtige Impulse: »Musica Sacra« erfuhr durch ihn eine Neuausrichtung als interreligiöses Festival für sakrale Musik. Die Tage der Barockmusik wurden in ihrer Bedeutung aufgewertet und internationalisiert. Neue Formate der Jugendarbeit des Sinfonieorchesters (»Musik+« bzw. »Symphonic+«) intensivierten erheblich dessen Engagement für diese Altersgruppe.

Das Festjahr zum 100jährigen Bestehen des Symphonieorchesters wurde durch sein qualitativ hochwertiges und sehr umfangreiches Programm zu einem durchschlagenden Erfolg. Ein dreitägiges Open-Air-Festival im Herzen der Stadt, und hierbei insbesondere eine Aufführung der Carmina Burana mit 700 Mitwirkenden und vor über 5000 Zuhörer*innen, gehören zu den prägendsten Eindrücken von Bergs erster Amtszeit in Münster.

—| IPressemeldung Theater Münster |—

Münster, Theater Münster, Katharina Kost-Tolmein – Ulrich Peters – 2021, IOCO Aktuell, 25.06.2020

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Dr. Katharina Kost-Tolmein  folgt  Dr Ulrich Peters – 2021

Stadtrat Münster entscheidet für Opernspezialistin aus Lübeck

Dr. Ulrich Peters, Intendant des Theater Münster © Oliver Berg

Dr. Ulrich Peters, Intendant des Theater Münster © Oliver Berg

Das Theater Münster ist alles in einem! Als größte und traditionsreichste Kultureinrichtung Münsters sieht das Theater Münster mit fünf Sparten – Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Konzert und Jungem Theater – die Vermittlung dieser Vielfalt an ein breites Publikum als seine zentrale Aufgabe.Im Sommer 1941 total zerstört wurde das Haus am 4. Februar 1956 mit der Zauberflöte von W. A. Mozart neu eröffent. Pro Spielzeit stehen im Großen Haus, im variablen Kleinen Haus und in der neuen Spielstätte U2 rund 30 Premieren und 600 Vorstellungen auf dem Spielplan.  Dr. Ulrich Peters leitet das Theater Münster als Generalintenant seit August 2012. Zuvor hatte Peters (* 1955) als Intendant das Theater Augsburg (1999 – 2007) und das Münchener Gärtnerplatztheater (2007 – 2012) geleitet.

Dr. Katharina Kost-Tolmein  –  2021

Neue Generalintendantin des Theater Münster wird von der Spielzeit 2022/23 an Dr. Katharina Kost-Tolmein. Auf Vorschlag des Kultur- und Personalausschusses hat der Rat der Stadt Münster am Mittwochabend, 24. Juni 2020, erstmals eine Frau zur neuen Chefin des Theaters gewählt. Katharina Kost-Tolmein folgt 2021/22 dem Generalintendant  Dr. Ulrich Peters.

Dr. Katharina Kost-Tolmein - kommende Intendantin des Theater Münster © Tolmein

Dr. Katharina Kost-Tolmein – kommende Intendantin des Theater Münster © Tolmein

Dr. Katharina Kost-Tolmein, 1973 in Ludwigshafen am Rhein geboren, studierte Klavier in Karlsruhe und Brüssel sowie Musikwissenschaften und Philosophie in Heidelberg. Engagements führten sie nach Mannheim und als Musikdramaturgin ans Theater Heidelberg. Seit 2005 war sie am Theater Lübeck tätig, davon sieben Jahre als Operndirektorin. Sie setzte sich in Münster unter mehr als 50 Mitbewerbern für die Generalintendanz durch.

Generalmusikdirektor Golo Berg bleibt dem Theater Münster erhalten – auch das hat der Rat der Stadt Münster am Mittwoch entschieden. Sein derzeitiger Vertrag endet ebenfalls mit Ablauf der Spielzeit 2021/22, wird aber nun um weitere fünf Jahre bis zum Ende der Spielzeit 2026/27 verlängert.

Golo Berg, 1968 in Weimar geboren, absolvierte sein Studium an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar. Nach Stationen als Chefdirigent am Landestheater Mecklenburg und den Hofer Symphonikern wurde er Generalmusikdirektor am Städtebundtheater Hof, gefolgt vom Anhaltischen Theater Dessau sowie dem Theater Vorpommern. Seit der Spielzeit 2017/18 ist er Generalmusikdirektor der Stadt Münster.

Seit mehr als 20 Jahren ist Golo Berg als Dirigent tätig und dirigierte zahlreiche renommierte Sinfonieorchester, darunter die NDR-Radiophilharmonie Hannover, das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks und die Hamburger Sinfoniker. In Münster realisierte er auch mehrere große Projekte mit Sinfonieorchester und musikalischen Laien – zum Beispiel das Festival MünsterMusik im Frühjahr 2019.

—| IOCO Aktuell Theater Münster |—

Münster, Theater Münster, Bin nebenan – über Macken der Mittelschicht, IOCO Kritik, 17.06.2020

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

 Bin nebenan  –  groteske Szenen von Ingrid Lausund

Literarische Geläufigkeitsübungen im Theater auf Abstand

von Hanns Butterhof

Als Geläufigkeits-Übung, um nicht ganz das Gefühl für das Musizieren und Theaterspielen zu verlieren, hat das Theater Münster für zwei Wochen und unter strengen Sicherheits- und Hygienevorschriften wieder Aufführungen im Großen Haus angeboten. Für die jeweils 60-minütigen, ohne Pause gespielten Veranstaltungen standen im Großen Haus  an jedem Abend maximal 84 Plätze im Parkett zur Verfügung.

Unterhaltsame  Mittelschichtsmacken

Auch für das Publikum ist es eine Geläufigkeits-Übung, nach der totalen Coronapause wieder leibhaftig ins Theater zu gehen. Das gestaltet sich entsprechend ungewohnt: Schon am Eingang wird die Zugangsberechtigung geprüft, nur in kleinen Grüppchen wird man hineingelassen und durch ein, wenn auch lockeres, Spalier mit markiertem Laufweg bis zum Parkett geleitet. Dort sind neben jedem freien Platz links und rechts drei Plätze mit schwarzem Tuch verhängt, im großen Zuschauerraum verlieren sich um die achtzig Unentwegte. Eindringlich wird die Stille hörbar, wenn das Geflüster aus den hinteren Rängen zu verstehen ist; ein Hauch von Hallenbad liegt über der Szene, die Betonung liegt auf  Hall.

Das Schauspiel kündigt die Komödie Bin nebenan. Monologe für zuhause von Ingrid Lausund an. Bin nebenan ist eine 2008 erschienene Sammlung von elf literarischen Geläufigkeits-Übungen der Autorin in Prosa. Sie  folgen keinem gemeinsamen Handlungsfaden, haben aber ein gemeinsames Thema: Menschen, die vergeblich versuchen, mit einer widerspenstigen Welt zurechtzukommen. Für ein Theater, das Abstand halten muss, sind die fünf für den Abend ausgewählten Soloszenen die ideale Form.

Theater Münster / hier der leere Zuschauerraum @ Theater Münster

Theater Münster / hier der leere Zuschauerraum @ Theater Münster

Für alle Szenen ist die Bühne leergeräumt, den Hintergrund füllt jeweils ein passendes Video (Tobias Hoeft). So haben die drei Schauspielerinnen und ihre beiden Kollegen allen Raum für ihr intensives Spiel. Wer allerdings eine Komödie erwartet hat, wird enttäuscht. Es sind lieblose Legenden, in denen jeweils eine mehr oder weniger große Mittelschichts-Neurose grotesk ausbuchstabiert wird.

Wenn in der ersten Szene „Globus“ Regine Andratschke in ihrem weißen Wollstrickkleid (Kostüme: Ilka Meier) fast ertrinkt, im Hintergrund leise der Schnee rieselt, bis eine völlig zugeschneite Mittelgebirgswelt sichtbar wird, scheint Bin nebenan auch ein Corona-Stück zu sein. Die weißhaarige Dame  ist in ihrer Wohnung wie gefangen, und das Übermaß ihres Strickwerks ist ein trefflicher Ausdruck ihres Sinn ins Sinnfreie transzendierenden Tatendrangs. In ihrem Monolog macht sie mal säuselnd, mal aggressiv deutlich, dass nicht ein coronabedingtes Ausgehverbot sie in ihre Wohnung fesselt. Die Zufriedenheit mit sich und ihrer Lage, die sie sich einredet und permanent etwa als „entspannte Lässigkeit“ protokolliert, wird durch ihre jähen Aggressionen dementiert. Eigentlich will sie weg, doch als sie entschlossen dem Zufall die Wahl ihres Fluchtziels durch Antippen des sich drehenden Globus‘ überlässt, bleibt sie doch. Diese Mittelschichts-Dame ist für ihr sehr relatives Unglück selbst verantwortlich; das Mitgefühl mit ihr hält sich in Grenzen.

Ähnlich verhält es sich mit den anderen Szenen. In „Teekanne“ windet sich eine von Sandra Schreiber schön exaltiert gespielten Dame im kleinen Schwarzen und mit dem Sektglas in der Hand vor der Video-Kulisse der Hagia Sophia. Ihr Versuch, sich und das Publikum davon zu überzeugen, dass sie gegenüber ihrer türkisch-muslimischen Putzfrau keine Vorurteile hat, offenbart nichts deutlicher als diese. Ihre Offenheit gegenüber der Türkin ist nur der political correctness geschuldete reine Lüge.

Etwas Mitleid kann man da schon für die von Lea Ostrovskiy einnehmend gespielte Studentin aufbringen.  Sie will sich in „Bild“ vor einem Raum voller Käfige vom Leistungsdruck befreien. Der spukt als Erfolgserwartung der Mutter so unüberhörbar und von Lea Ostrovskiy schön märchenhexenhaft kreischend zum Ausdruck gebracht in ihrem Kopf. Die Chancen der Studentin,  sich mit ihrem Mittelmaß versöhnend abzufinden, scheinen gering.

Theater Münster / Bin zuhause - hier : Regine Andratschke in dem Bild Globus @ Oliver Berg

Theater Münster / Bin zuhause – hier : Regine Andratschke in dem Bild Globus @ Oliver Berg

Mit weißen Flügelchen, Anzug und barfuß bewegt sich Paul Maximilian Schulze vor einer Wüstenlandschaft über die Bühne. Er ist selbst als Leiche noch so unfähig wie im Leben, einen Ort zu finden, an dem er bleiben kann. Das ist zwar ein trauriger Fall, der aber so wenig Spuren im Publikum wie der barfüßige Tote auf der Bühne hinterlässt.

Hat es damit zu tun, dass nach diesen vier doch eher belanglosen Szenen, bei denen Michael Letmathe Regie geführt hat, die einzig unter die Haut gehende Szene von einer Frau inszeniert wurde? Sandra Bezler zeigt  in „Bett“ mit  Louis Nitsche einen Mann, der sich eisern seine Zufriedenheit einredet. Wie er da steht, steif, die Hände an der Hosennaht, und mechanisch seine unglückliche Kindheit rapportiert, ergreift er. Als Kind einer alkoholsüchtigen Prostituierten, von den Pflegeeltern nach wenigen Wochen wieder abgegeben und als Versager abgestempelt, rechnet er sich als Erfolg an, dass er als Schlachthofarbeiter auf eigenen Beinen stehen kann. Und dass er eine Beziehung zu einer Gummipuppe hat. Welche andere Chance fürs Überleben hätte er? Er hat als einzige Figur eine Geschichte, nicht nur eine Macke.

Die Zwischenöffnung des Theaters hat dankenswert die Geläufigkeit aller Beteiligten geübt. Dabei ist jedoch überdeutlich geworden, dass dieser Hallenbad-Zustand keine Zukunft haben sollte. Es ist dem Theater zu wünschen, dass bald die Sicherheits- und Hygienevorschriften wie ja auch bei Flugzeugen sinnvoll derart gelockert werden, dass man wieder neben einander in vollen Häuser sitzen kann, in denen richtige runde Stücke gespielt werden.

—| IOCO Kritik Theater Münster |—

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