Mainz, Staatstheater Mainz, Premiere HÖRTHEATER: SONNENKÖNIGE, 07.04.2018

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Staatstheater Mainz

Staatstheater Mainz © Andreas Etter

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HÖRTHEATER

SONNENKÖNIGE von Anselm Dalferths

Premiere 7. April um 19.30 Uhr auf U17

Die Beschäftigung mit der eigenen Endlichkeit treibt den Menschen um, seit er das Verstreichen von Zeit mit sich selbst in Verbindung bringen kann. Vanitas das Licht der eitlen Selbstbespiegelung und der Schatten des Todes — ist das Thema von Sonnenkönige in Anselm Dalferths Hörtheater-Reihe.

Der italienische Komponist Salvatore Sciarrino (*1947) hat sie zum Anlass seiner Komposition aus dem Jahr 1981 genommen: Vanitas – Natura morta in un atto – Stillleben in einem Akt. Sciarrino hat ein Werk für Stimme, Klavier und Violoncello geschaffen, das sich tastend Klängen nähert und so einen akustischen Sog entwickelt, der die Zuhörer*innen in die Komposition wie in ein Gemälde hineinzuziehen vermag. Die Keimzelle des Werks liegt in einem Jazzstandard, der wie eine ferne Erinnerung hineingewoben ist: Stardust von Hoagy Carmichael. Ludwig XIV., der Pate für den Titel stand, verstand es, sich selbst glanzvoll als Mittelpunkt der Welt zu inszenieren. Und auch heute scheint unsere Welt voller Sonnenkönige zu sein, manche fallen uns ein, die den Glanz der Sonne exklusiv für sich beanspruchen und an nichts interessiert sind als am eigenen Strahlen. Sonnenkönige spürt in Kompositionen von Sciarrino, Carmichael und anderen diesem Phänomen nach und macht die Risse kenntlich, die eine scheinbar perfekte Fassade durchziehen – die Verbindung zwischen Eitelkeit und Vergänglichkeit. Der Selbstdarstellung des Individuums wird der Boden entzogen, wenn es mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert wird. So entsteht ein Portrait von Suchenden zwischen schillernder Oberfläche und berührender Innerlichkeit.

Musikalische Leitung: Samuel Hogarth, Inszenierung: Anselm Dalferth, Ausstattung: Birgit Kellner, Dramaturgie: Christin Hagemann, Gesang: Geneviève King, Violoncello: Judith Falzerano,  Posaune: Felix Degenhardt, Klavier: Samuel Hogarth

Premiere SONNENKÖNIGE 7. April um 19.30 Uhr auf U17, weitere Spieltermine 22. und 28.4, sowie 17. und 20.5. (Zum letzten Mal); PMStMz

 

Mainz, Staatstheater Mainz, Premiere DON CARLO, 17.03.2018

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Staatstheater Mainz

Staatstheater Mainz © Andreas Etter

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DON CARLO
von Giuseppe Verdi
Premiere am 17. März um 19.30 Uhr
im Großen Haus

Aus politischem Kalkül hat der spanische König Filippo
II. die französische Königstochter Elisabetta di Valois geheiratet – die große Liebe seines Sohnes Carlo. Es bricht dem jungen Mann das Herz, dass ihm seine ehemalige Verlobte nun als Stiefmutter begegnen muss. Doch die vergiftete Atmosphäre am Hof scheint sich zu entspannen, als der Marchese di Posa, Carlos Jugendfreund, auftaucht – und mit ihm neue, revolutionäre Ideen. Bald schon spielt der Marchese ein dreifaches Spiel: als Liebesbote für Carlo, als Vertrauensmann des verschlossenen Königs und als Unterstützer der freiheitshungrigen Flamen in ihrem Aufstand gegen die spanische Krone. Sein Mut scheint sich auszuzahlen, doch der aus Liebe verwirrte Carlo ist ihm keine Hilfe und die Heilige Inquisition schläft nicht: Ihre Vertreter setzen alles in Bewegung, um Spanien wieder in Friedhofsruhe zu hüllen.

Beeindruckende Charakterisierungskunst und bewegende seelische Konflikte machen Don Carlo zu einer der faszinierendsten Partituren Giuseppe Verdis. Die Selbstständigkeit des Orchesters verstärkt die Dramatik des Werkes, das mit seiner düsteren Atmosphäre beeindruckt.

Musikalische Leitung: Hermann Bäumer,
Inszenierung: Elisabeth Stöppler,
Bühne: Hermann Feuchter,
Kostüme: Su Sigmund,
Chor: Sebastian Hernandez-Laverny,
Dramaturgie: Elena Garcia-Fernandez

Besetzung:
Philipp II., König von Spanien: Derrick Ballard
Don Carlos, Infant von Spanien: Philippe Do
Rodrigo, Marquis von Posa: Brett Carter
Ein Mönch (Kaiser Karl V.) / Der Großinquisitor:
Stephan Bootz
Elisabeth von Valois: Vida Mikneviciute
Die Prinzessin Eboli: Linda Sommerhage
Tebaldo, Page Elisabeths / Stimme vom Himmel: Alexandra Samouilidou
Der Graf von Lerma / Ein Herold: Johannes Mayer

Chor und Extrachor des Staatstheater Mainz
Philharmonisches Staatsorchester Mainz
Weitere Spieltermine: 21.3., 1., 5. und 20.04. sowie 9. und 27.5.

Pressemeldung Staatstheater Mainz

Mainz, Staatstheater Mainz, Premiere LA CLEMENZA DI TITO – 27.01.2018, IOCO Aktuell

Januar 11, 2018  
Veröffentlicht unter Oper, Premieren, Pressemeldung, Staatstheater Mainz

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Staatstheater Mainz © Andreas Etter

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LA CLEMENZA DI TITO von Wolfgang Amadeus Mozart

Premiere am 27. Januar um 19.30 Uhr, weitere Spieltermine: 18., 20., 25.2. sowie 25.3., 4., 16. und 21.4.2018

Wie handelt ein idealer Herrscher unter extremen Bedingungen? Wie verhält er sich, wenn seine engsten Vertrauten ihn verraten? Der römische Kaiser Tito ist solch ein idealer Herrscher. Zugunsten des Staates entsagt er seiner Liebe zu der Ausländerin Berenice, zugunsten eines Freundes verzichtet er auf die Verbindung zu Servilia. Seine dritte Wahl Vitellia stellt sich schließlich als eifersüchtige Verräterin heraus, die seinen engsten Freund Sesto dazu anstiftet, ihn zu ermorden. Dem Brandanschlag auf den Palast lebend entkommen, begnadigt Tito die beiden Reumütigen.

Mit seiner letzten, kurz vor seinem Tod 1791 uraufgeführten Oper La clemenza di Tito hat Mozart ein Lehrstück über Milde und Verzeihen geschrieben. Während das Ancien Régime noch Vergeltung gefordert hätte, unterbricht Mozarts Tito den Teufelskreis aus Gewalt und Gegengewalt durch seine Gnade. Inhaltlich wie musikalisch nutzt Mozart die vorgegebene Seria-Form für musikdramatische Neuerungen im Sinne seiner aufklärerisch-humanistischen Ideale.

Musikalische Leitung: Samuel Hogarth, Inszenierung: Katrin Sedlbauer, Bühne: Stefan Heyne, Kostüme: Kirsten Dephoff, Chor: Sebastian Hernandez-Laverny, Dramaturgie: Ina Karr

Mit: Tito Vespasiano: Steven Ebel, Vitellia: Nadja Stefanoff, Servilia: Alexandra Samouilidou, Sesto: Geneviève King, Annio: Vero Miller / Maren Schwier (Junges Ensemble), Publio: Stephan Bootz, Chor des Staatstheater Mainz, Philharmonisches Staatsorchester Mainz

Premiere am 27. Januar um 19.30 Uhr, weitere Spieltermine: 18., 20., 25.2. sowie 25.3., 4., 16. und 21.4.2018

Pressemeldung Staatstheater Mainz

 

Mainz, Staatstheater Mainz, Norma von Vincenco Bellini, 05.01.2018

Januar 4, 2018  
Veröffentlicht unter Oper, Pressemeldung, Staatstheater Mainz

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Staatstheater Mainz © Andreas Etter

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 Norma von Vincenco Bellini

Wiederaufnahme am 5. Januar, Weitere Vorstellungen am 16.1.;  4.3.; 31.3.2018

Nach der Premiere 1831 an der Mailänder Scala trat Vincenzo Bellinis Norma einen wahren Siegeszug durch die italienischen und auch anderen europäischen Opernhäuser an. Große Sängerinnen des 19. Jahrhunderts, darunter Maria Malibran und Jenny Lind, nahmen sich der Titelpartie an. Die Priesterin der Gallier, Orakel und Seherin, wurde zur Paraderolle für Belcanto- Sängerinnen: Äußere Konflikte werden sensibel-fein musikalisch nachvollzogen – mit Koloraturen und der sowohl von Wagner wie auch von Verdi gepriesenen „melodie lunghe, lunghe, lunghe“, dem nicht enden-wollenden melodischen Einfallsreichtum des Komponisten.

Grabstätte von Vincenco Bellini in Paris © IOCO

Grabstätte von Vincenco Bellini in Paris © IOCO

So wird Norma auch heute noch als leuchtendes Beispiel der Belcanto-Opern angesehen: Die Titelfigur zerbricht an dem Konflikt von privater Passion und öffentlicher Pflicht. Die gallische Priesterin ruft nämlich nicht zum Krieg gegen die römischen Besatzer, weil sie den Feind liebt – zwei Kinder hat sie mit dem römischen Prokonsul Pollione. Als dieser sich aber in die Novizin Adalgisa verliebt, muss Norma sich entscheiden – soll sie für ihre Liebe kämpfen oder den Wünschen ihres Volkes folgen?

Regisseurin Elisabeth Stöppler zeichnet in starken Bildern den Leidensweg Normas nach. Nadja Stefanoff als Norma und Marie-Christine Haase als Adalgisa beglaubigen dabei die berührenden Schicksale der Figuren – eine „glanzvolle Besetzung“, befand die Frankfurter Rundschau nach der Premiere.

Ästhetisch spielt die Inszenierung unter anderem mit der Bildwelt der Performancekünstlerin Marina Abramovic, die in ihren frühen, den Körper radikal ausstellenden, und ihren späten von extremer Konzentriertheit geprägten Arbeiten eine Art proto-religiöses Vorbild bildet. Norma, die Heilige, die Leidende, die Sich-Opfernde, steht im Zentrum des Abends.

NORMA von Vincenzo Bellini,  Wiederaufnahme am 5. Januar im Großen Haus Weitere Vorstellungen am 16.1. sowie am 4. und 31.3.2018. PMStthMz

 

 

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