Köln, Philharmonie Köln, Highlights der Spielzeit 2020/2021

Mai 18, 2020  
Veröffentlicht unter Konzert, Philharmonie Köln, Pressemeldung


Kölner Philharmonie

Philharmonie Köln © IOCO

Philharmonie Köln © IOCO

Freuen Sie sich auf das, was kommt!

Nach gefühlt endlosen Wochen des Stillstandes kommt wieder Bewegung in dieses Land: Die ersten Lockerungen erleichtern uns das Leben, und die Aussicht auf mehr – bei aller gebotenen Vorsicht – stimmt zuversichtlich. Auch wir bemühen uns seit vielen Tagen intensiv darum, den Weg zurück zu finden. Das bedarf enormen Aufwands und steht stets unter dem Vorbehalt neuer notwendiger Regulierungen. Und auch die Bewältigung der zahlreichen ausgefallenen Veranstaltungen und die Befriedigung Ihrer berechtigten Ansprüche auf Rückerstattung binden viel Energie.

Daher gilt es abzuwarten, bis wir mit konkreten Plänen an die Öffentlichkeit gehen können. Aber die Vision einer musikerfüllten Zukunft ist nicht nur mehr Utopie: In seiner Botschaft an sein Publikum stellt Philharmonie-Intendant Louwrens Langevoort Konzerthighlights der ersten Wochen der kommenden Saison vor, gespickt mit Konzertausschnitten, die die Sehnsucht nach Musik in der Kölner Philharmonie aufleben lassen.

Highlights der Spielzeit 2020/2021 in der Kölner Philharmonie
youtube Trailer Philharmonie Köln
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Sehen, wie das Orchester von innen heraus funktioniert

Als Intendant der Kölner Philharmonie hat man das Privileg, immer einen festen Sitzplatz im Saal zu haben. Aber ein Perspektivwechsel lohnt sich, denn bekanntlich hört ja das Auge mit, und manche Programme lassen sich von bestimmten Sitzplätzen aus besonders eindrucksvoll erleben. Dabei bleibt das Hörerlebnis stets einzigartig. Louwrens Langevoort stellt bei einem Gang durch die Kölner Philharmonie einige Highlights der ersten Wochen der kommenden Saison vor und erläutert, warum zum Beispiel ein Konzert mit den Münchner Philharmonikern unter der Leitung von Valery Gergiev auch einmal von den Sitzplätzen im Rücken des Orchesters lohnenswert is

—| Pressemeldung Kölner Philharmonie |—

Köln, Philharmonie Köln, ACHT BRÜCKEN-Festival Livestream 01.05.2020

April 27, 2020  
Veröffentlicht unter Konzert, Livestream, Philharmonie Köln


Kölner Philharmonie

Philharmonie Köln © IOCO

Philharmonie Köln © IOCO

ACHT BRÜCKEN 2020 ©ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln

ACHT BRÜCKEN 2020
©ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln

Der ACHT BRÜCKEN Freihafen geht am 1. Mai online!

Der beliebte ACHT BRÜCKEN Freihafen ist das Highlight eines jeden ACHT BRÜCKEN-Festivals. Jeweils am 1. Mai öffnen die Kölner Philharmonie, das WDR Funkhaus am Wallrafplatz, das Museum Ludwig und viele weitere Kölner Spielstätten ihre Türen und schenken den neugierigen, musikbegeisterten Kölnerinnen und Kölnern einen ganzen Tag Musik bei freiem Eintritt. Rund 4000 Menschen lauschen in der Regel der Musik von heute und sind Zeugen bei Uraufführungen neuer Werke – ein immer wieder spannender Moment für Komponisten, Künstler und Publikum, wenn endlich der erste Ton erklingt.

Das Festival ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln und der WDR freuen sich zu verkünden, dass es ihnen gelungen ist, das Konzept des Freihafens zu retten und in intensiver und produktiver Zusammenarbeit einen ganzen Tag Musik bei freiem Eintritt im Livestream der WDR Kulturambulanz anbieten zu können.

Louwrens Langevoort, Gesamtleiter des Festivals und Intendant der Kölner Philharmonie, berichtet begeistert:
»Unser Tag der Begegnung und des gemeinsamen Musikgenusses findet dieses Jahr online statt. Ich freue mich sehr, dass wir mit unserem Partner, dem WDR, einem gut eingespielten Festivalteam und dem Engagement unserer Künstler unter Zeitdruck und extrem schwierigen Produktionsbedingungen ein tolles Programm zusammengestellt haben. So kann wenigstens ein kleiner Teil unseres eigentlich elftägigen Festivals realisiert werden und wir können alle zusammenkommen: am 1. Mai im Stream.«

Das Programm des ACHT BRÜCKEN Freihafen »STREAM« setzt sich aus verschiedenen Künstler-Beiträgen des gesamten Festivals zusammen und weicht somit vom ursprünglichen Konzertangebot des geplanten Freihafens ab. Mit dabei sind am 1. Mai in der Premiere: Die Pianistin Rei Nakamura mit Auszügen aus John Cages »Etudes Australes«, das Ensemble asamisimasa und die Visual Artists Warped Type mit Klaus Langs »bright darkness«, das Zöllner-Roche-Duo mit der deutschen Erstaufführung von Christopher Fox‘ »On Tranquility« und der Uraufführung von Johann Svenssons »double dubbing (firefly song), die Jazzfomationen Totenhagen mit »Yonic – Von kleinen Welten und großen Herzen« und Schmid’s Huhn mit »Golden Spheres« sowie das Schultanzprojekt »Bewegter Kosmos« der Hochschule für Musik und Tanz Köln mit Schülern des Montessori-Gymnasiums Köln.

Der Stream startet am 1. Mai um 11:00 in der WDR Kulturambulanz unter wdr.de/k/kulturambulanz und wdr3.de und ist anschließend 30 Tage online.

—| Pressemeldung Kölner Philharmonie |—

Köln, Philharmonie Köln, Johann Sebastian Bach – Johannespassion – Livestream , 15.03.2020

März 13, 2020  
Veröffentlicht unter Livestream, Philharmonie Köln, Pressemeldung

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Kölner Philharmonie

Philharmonie Köln © IOCO

Philharmonie Köln © IOCO

Johann Sebastian Bach – Johannespassion

Livestream  –  15.03.2020

Gemäß einer aktuellen Entscheidung des Krisenstabes der Stadt Köln dürfen in der Kölner Philharmonie bis zum 10. April keine Veranstaltungen mit Publikum durchgeführt werden. Davon betroffen sind derzeit insgesamt 28 Konzerte der KölnMusik und anderer Veranstalter.

Um die Nachfrage nach Musik und kulturellem Leben dennoch im Mindestmaß aufrecht zu erhalten, wird das Konzert des Bach Collegium Japan unter der Leitung von Masaaki Suzuki mit Johann Sebastian Bachs »Johannespassion« am 15. März um 18 Uhr ohne Publikum stattfinden und live auf philharmonie.tv übertragen.

Philharmonie-Intendant Louwrens Langevoort möchte damit ein Zeichen setzen: »Die aktuelle Krise ist eine weltumspannende. Alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens stehen unter großer Belastung. Die Menschen haben in Krisen aber stets insbesondere in der Musik Kraft gefunden. Umso wichtiger ist es, dass wir in Zeiten, in denen wir nicht einmal mehr Konzerte veranstalten dürfen, alle Anstrengungen unternehmen, Musik in die Welt zu tragen.«

Die Übertragung des Konzerts ist für alle Nutzer kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Wenige Tage nach dem Konzert steht der Live-Mitschnitt für einen begrenzten Zeitraum zum Abruf bereit.

Informationen zu den Modalitäten der Kartenrückgabe für das Konzert: Karten können bis zum 15. April 2020 dort zurückgegeben werden, wo sie erworben wurden. Abonnentinnen und Abonnenten wird der Abo-Preis anteilig erstattet. Sie erhalten per Post oder E-Mail weitere Informationen zur Erstattung. Diese Regelung gilt für alle Konzerte der KölnMusik.

Für gegebenenfalls abweichende Regelungen anderer Veranstalter konsultieren Sie bitte die Webseite der Kölner Philharmonie.

 

—| Pressemeldung Kölner Philharmonie |—

Köln, Friedenskirche – Köln Ehrenfeld, ZAMUS – Fest für Alte Musik, IOCO Kritik, 03.04.2018

 

ZAMUS Köln / Exequien - Motetten von Heinrich Schuetz © Karin Hasenstein

ZAMUS Köln / Exequien – Motetten von Heinrich Schuetz © Karin Hasenstein

Heinrich Schütz – Musikalische Exequien und Motetten

  “Eile mich, Gott, zu erretten”

Von Karin Hasenstein

Inmitten der an Konzerten so reichen vorösterlichen Passionszeit faszinierte besonders die Konzertreihe des ZAMUS – Zentrum für ALTE MUSIK Köln, mit den Musikalischen Exequien von Heinrich Schütz in ihrer Mitte. Das in der Friedenskirche in Köln-Elberfeld  auftretende ZAMUS-Vocal-Consort, mit einem überregional anerkannten Gesangs-Ensemble, die mit gesungenem Wort so sensibel umgehende Starsopranistin Emma Kirkby, seit vielen Jahre international anerkannte große Dame der Alten Musik, an der Spitze, machte den Besuch der Exequien mit Heinrich Schütz für die Rezensentin zu einem unbedingten Muß.

Motetten und die Musikalischen Exequien von Heinrich Schütz standen auf im Mittelpunkt, nicht die zu dieser Zeit gewohnten großen Passionen von J.S. Bach oder G.F. Händel, nein.

ZAMUS Köln / Exequien von Heinrich Schuetz © Karin Hasenstein

ZAMUS Köln / Exequien von Heinrich Schuetz © Karin Hasenstein

Die Musikalischen Exequien SWV 279-281 (op. 7) sind ein geistliches musikalisches Werk für Singstimmen und Basso continuo von Heinrich Schütz. Das Werk entstand als eine erweiterte Evangelienmotette im Rahmen der lutherischen Trauermesse (Teile I und II) und als Musik zur Beisetzung (Teil III) von Heinrich Posthumus Reuß im Februar 1636. Das damals geläufige lateinische Wort ex(s)equiae bedeutet “Leichenbegängnis”. Es stellt jedoch keinen Traditionszusammenhang mit der ebenfalls oft Exequien genannten katholischen Begräbnisliturgie her.

Schütz komponierte seine Exequien 1635/36 anlässlich des Todes seines Landesherrn Heinrich Posthumus Reuß. Sie erklangen erstmalig bei Reuß’ Trauergottesdienst und Beisetzung in Gera. Der Fürst selbst hatte noch zu Lebzeiten eine Sammlung von Bibelversen und Liedtexten zusammengestellt, mit welchen sein Sarg beschriftet werden sollte. Diese Texte übergab Heinrichs Witwe nach dessen Tod an Schütz, der sie zur Grundlage des ersten Teils der Exequien machte. Mit dem zweiten Text “Herr, wenn ich nur dich habe” (Psalm 73, 25-26) schloss Schütz als zweiten Teil der Exequien die Vertonung dieses Textes als Motette an. Als abschließende fünfstimmige Motette erklang der Lobgesang des Simeon “Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren”.

Den ersten Teil der Exequien bestreiten sechs Soli (2 Soprane, Alt, 2 Tenöre, Bass) und Orgel. In den als Capella bezeichneten Sätzen können weitere Ripieno-Sänger je Stimme hinzukommen. Der zweite Teil besteht aus zwei jeweils mit Sopran, Alt, Tenor und Bass besetzten Teilensembles. In der letzten Motette kontrastiert der als Capella bezeichnete fünfstimmige Hauptchor mit drei Solostimmen (2 Soprane und Bariton als Seraphim mit der Beata Anima, als Fernchor zu positionieren).

Den Exequien vorangestellt hat der musikalische Leiter Joachim Diessner zwölf Motetten von Heinrich Schütz, Samuel Scheidt, Johann Rudolph Ahle und Johann Eccard. Sie alle einzeln zu beschreiben würde den Rahmen dieser Rezension sprengen. Allen gemein ist jedoch, dass sie vom ZAMUS Vocal-Consort mit differenzierter Dynamik und sauberer Intonation sensibel gestaltet wurden. Das Ensemble zeichnete sich durch hohe Textverständlichkeit und präzise Wegnahmen aus. Bei den Doppelchören waren die Frage- und Antwortpartien durch Soli und Chor eindringlich gestaltet. Auch hier fielen die gute Textverständlichkeit und präzise Befolgung der dynamischen und agogischen Vorgaben des Dirigenten auf. An den Tutti-Stellen fügten sich die Solisten harmonisch in das Vokal-Ensemble ein, stets sensibel begleitet von den hervorragenden Instrumentalisten auf historischen Instrumenten. Besonders erwähnt werden sollen hier stellvertretend Sophie Vanden Ende (Laute) und Felix Görg (Bassgambe), die zusammen mit Tatjana Vorobjova an der Orgel einen zuverlässigen Basso continuo-Teppich unter die filigranen Kompositionen legten.

Diese Art der Alten Musik zeichnet sich nicht durch große musikalische Höhepunkte aus, sie besticht vielmehr durch den stetigen Fluss, der eine große Ruhe ausstrahlt und den Zuhörer im Idealfall selbst ganz ruhig werden lässt.

ZAMUS Köln / Exequien von Heinrich Schuetz © Karin Hasenstein

ZAMUS Köln / Exequien von Heinrich Schuetz © Karin Hasenstein

Die Chorstimmen der Exequien waren stets ausgewogen, die Texte gut verständlich. Diessner leitete Chor und Solisten souverän und formte die einzelnen Teile dynamisch gut differenziert. Mit großem Engagement und bisweilen großen Gesten führte Diessner Sänger und Instrumentalisten immer wieder konzentriert auf das Wesentliche dieser Musik. So strahlt gerade der II. Teil große Zuversicht aus (“Wenn mir gleich Leib und Seele verschmacht, so bist du doch, Gott, allzeit meines Herzens Trost und mein Teil.”)

Viele Besucher waren auch wegen Emma Kirkby zu diesen Exequien gekommen, der Ikone der Alten Musik und großer Interpretin dieses Genres. Kirkby schaffte es, die Zuhörer mit großer Zartheit und Expression in ihren Bann zu ziehen, vor allem als Solistin in der Schütz-Motette Eile mich, Gott, zu erretten” für Sopran und b.c. aus den Kleinen geistlichen Konzerten. Emma Kirkby gestaltete den Text eindringlich, beinahe flehentlich und zutiefst ergreifend.

Die Zuhörer in der ausverkauften Friedenskirche in Köln Ehrenfeld honorierten das Konzert mit lang anhaltendem begeisterten Beifall und wurden dafür mit der Wiederholung der Schütz Motette “Verleih uns Frieden gnädiglich” als Zugabe belohnt.

Die Ausführenden  –  Musikalische Exequien und Motetten

– Musikalische Leitung: Joachim Diessner

– ZAMUS-Vocal-Consort mit:

– Gesang:  Sopran:  Emma Kirkby, Bethany Seymour, Santa Bulatova;  Alt:  Elisabeth Popien, Melissa HegneyTenor:  Fabian Strotmann, Scott Wellstead;  Bass Alexander Schmidt, Martin Wistinghausen.

– Instrumentalisten: Sophie Vanden Eynde – Laute; Tatjana Vorobjova – Orgel, Felix Görg – Bassgambe, Jenny Heilig, Paul Rhee, Zink; Christoph Hamborg, Regina Oelfe, Raphael Vang, Johannes Weber – Posaune

—| IOCO Kritik Friedenskirche Köln |—

 

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