Koblenz, Theater Koblenz, Musical CHESS – Festung Ehrenbreitstein, IOCO Kritik, 23.08.2018

August 22, 2018  
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Theater Koblenz

Festung Ehrenbreitstein / Mit einem Open-Air Konzert des Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Festung Ehrenbreitstein / Mit einem Open-Air Konzert des Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Musical CHESS –  Benny Andresson / Björn Ulvaeus
Auf der Freilichtbühne Festung Ehrenbreitstein

Von Ingo Hamacher

Großartiger Start in die neue Saison; tosender Applaus und Ovationen vor ausverkauften Reihen. Mit dem Musical CHESS auf der Freilichtbühne Ehrenbreitstein gelingt dem Theater KOBLENZ bei großartigem Wetter ein unterhaltsamer Abend ohne Längen, so daß die Besucher eine wunderschöne und musikalisch reizvolle Aufführung in sommerlicher Abendatmosphäre genießen konnten.

Am 18. August 2018 feierte das Theater KOBLENZ die Eröffnung der kommenden Spielzeit mit einer Neuinterpretation des Musicals CHESS auf der Freilichtbühne der Festung Ehrenbreitstein.

Die Festung Ehrenbreitstein ist eine seit dem 16. Jahrhundert bestehende Befestigungsanlage gegenüber der Moselmündung in Koblenz. Das Festungsgelände, das für die Bundesgartenschau 2011 neu gestaltet und erschlossen wurde, kann rechtsrheinisch über einen Schrägaufzug, linksrheinisch durch die Seilbahn Koblenz erreicht werden (Der Preis für die Seilbahnfahrt ist im Eintrittspreis für das Musical bereits enthalten), so dass der Zugang leicht möglich und für sich genommen schon Teil des erlebnisreichen Abends ist.

Dabei lassen die kolossalen Gefängnismauern der Garnisonsanlage die Freilichtbühne erst einmal winzig erscheinen. Zu groß und zu mächtig die Bauten, als dass man auf den ersten Blick einen realistischen Größeneindruck der Freilichtbühne erhält, die mit über 800 Sitzplätzen erheblich größer als das Theater Koblenz ist, das nur 500 Plätze aufweist.

Theater Koblenz / Musical CHESS auf der Festung Ehrenbreitstein - hier : Solisten und Ensemble © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Musical CHESS auf der Festung Ehrenbreitstein – hier : Solisten und Ensemble © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Die Bühne, mit pinken Linien an Boden und Rückwand ein Schachfeld andeutend, ohne sich jedoch einem stereotypen Schwarz/Weiß zu unterwerfen, bleibt den ganzen Abend über – von ein paar Requisiten abgesehen – als Spielfläche frei, wodurch die Inszenierung eine angenehme Ruhe und wohltuende Gleichmäßigkeit gewinnt. Abwechslung und Spannung entsteht durch eine fast die ganze Bühne überspannende Projektionsfläche, auf der durchgehend Bilder, Filme, Einspielungen, Animationen oder die Livebilder eines immer wieder auf der Bühne präsenten Kameramanns übertragen werden, so daß auch intime Bühnenaugenblicke in den Duetten noch in den letzten Sitzreihe gut mitverfolgt werden können. (Video: Georg Lendorff)

Musical CHESS: Hommage an die legendäre Schachweltmeisterschaft 1972
Boris Spassky – Bobby Fischer

In den 80er Jahren waren der Hit »One Night In Bangkok«, »Nobody’s Side« und das oft gecoverte Duett »I Know Him So Well« große Charterfolge, noch bevor das Musical CHESS auf die Bühne kam. Die Musik wurde von den männlichen Mitgliedern des ABBA-Teams Benny Andresson und Björn Ulvaeus geschrieben, die damit 1984 ihr erstes Musical am Londoner West End auf die Bühne brachten, wo es für mehrere Jahre gespielt wurde. Die Texte schrieb Björn Ulvaeus zusammen mit dem Briten Tim Rice (Der König der Löwen, Evita).

Zweieinhalb Monate nach der Uraufführung in London fand dort eine Hälfte der Schachweltmeisterschaft 1986 statt, wodurch auch das Musical erhöhte mediale Aufmerksamkeit erhielt.So erfolgreich die Songs von CHESS auch waren und es immer noch sind, so undurchsichtig und kompliziert ist die Handlung des Musicals. Das Ränkeschmieden zwischen Russen und Amerikanern im „Kalten Krieg“, das im Musical CHESS am Beispiel zweier um dieselbe Frau rivalisierender Schach-Weltmeister ausgetragen wird, ließ zwischen politischen Intrigen und psychologischen Verwirrspielen zu viele Fragen offen. Die Story des Musicals CHESS wurde daher mehrfach überarbeitet und in jeder Neuinszenierung fand sich ein anderes Finale. So erzählt die ursprüngliche Londoner Fassung von zwei Schachturnieren, während die Broadway-Fassung nur von einem Turnier handelt.

Die Inszenierung von Markus Dietze (es ist seine 9. Musicalproduktion für das Theater Koblenz), Dramaturgie Nathalie Thomann, greift auf die Londoner Fassung mit den zwei Schachturnieren in Meran und Bangkok zurück. Die erheblichen Kürzungen des Ursprungslibrettos führen zu einer deutlichen Verschlankung der Handlung und Entwirrung mancher kaum zu überschauenden Intrigen, so dass das stimmige Ergebnis die Geschichte nachvollziehbar erlebbar macht.

Das Theater Koblenz spielt das Musical in der 2014 aktualisierten deutschen Übersetzung von Kevin Schröder. Fraglos eine richtige Entscheidung, da diese neue Übersetzung außergewöhnlich gut gelungen ist. Und durch die deutschsprachigen Texte kann auf eine Übertitelung verzichtet werden, so dass die Konzentration stärker auf das musikalische Geschehen gerichtet werden kann. Kleine Qualitätsabstriche sind dabei natürlich nicht zu vermeiden, wenn an wenigen Stellen der deutsche Text etwas holprig auf der englischsprachig gedachten Melodie-Linie liegt. Da die Hits des Musicals vielen Besuchern noch im englischsprachigen Original oder entsprechenden Coverversionen im Ohr sind, irritieren die deutschen Texte an diesen Stellen vereinzelt, ohne jedoch den großartigen Erlebnisfluss zu stören.

Theater Koblenz / Musical CHESS - auf der Festung Ehrenbreitstein, hier Mario Mariano, Markus Schneide, Charlotte Irene Thompson © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Musical CHESS – auf der Festung Ehrenbreitstein, hier Mario Mariano, Markus Schneide, Charlotte Irene Thompson © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Die Inszenierung, Bühne & Kostüme (Christian Binz; Mitarbeit Kostüme Judith Leonard) und die Choreografie von Katrin Wolfram verzichtet auf jede Aktualisierung des Stoffes, und zeigt uns die Welt der Entstehungszeit des Musicals: die 80er Jahre. Schulterpolster und Dauerwellenfrisuren bevölkern die Bühne; Farbkombinationen und Textilmuster sind erlebbar, die man heute kaum für möglich halten würde. Aber das durchweg reifere Publikum schwelgte sichtbar vergnügt in Erinnerungen. Das hatte man mitgemacht, so hatte man auch mal ausgesehen…

Die Handlung: Schachweltmeisterschaft in Meran: Der arrogante amerikanische Titelverteidiger Frederick Trumper (Marcel Hoffmann) wird vom russischen Schachgenie Anatoly Sergievsky (Markus Schneider) herausgefordert – zu Zeiten des „Kalten Krieges“ eine hochpolitische Angelegenheit.

So wird von beiden Seiten aus dem Hintergrund versucht, mit unlauteren Mitteln Einfluss auf dieses bedeutende Duell zu nehmen: Pressekonferenzen, geheime Treffen, illegale Absprachen finden statt. Eine besondere Rolle spielt hierbei die schöne Ungarin Florence Vassy (Monika Maria Staszak), Fredericks Assistentin und Geliebte, die sich allerdings in dessen Kontrahenten verliebt. Anatoly gewinnt das Turnier und beschließt, nicht mehr nach Russland zurückzukehren.

Ein Jahr später muss er sich als Champion im thailändischen Bangkok einem jungen russischen Herausforderer stellen. Doch das eigentliche Spiel findet abermals jenseits des Schachbretts statt.

Die russische Seite bietet Anatoly einen Deal an: Wenn er freiwillig die Meisterschaft verliert, wird der Vater seiner Geliebten und zahlreiche weitere Gefangene aus russischer Haft entlassen. Um den Druck zu erhöhen, wird zusätzlich seine russische Ehefrau und Mutter zweier gemeinsamer Kinder eingeflogen und ein Treffen zwischen beiden arrangiert. Und dann ist es ausgerechnet sein ehemaliger Konkurrent Frederick Trumper, der das Schachspiel aufgegeben hat, und inzwischen als Journalist über die Weltmeisterschaft in Bangkok berichtet, der ihm den wichtigen Rat erteilt: „Beuge dich niemals dem Mittelmaß! Kämpfe!“

Anatoly gewinnt das Match; entschließt sich jedoch anschließend, wieder nach Russland und zu seiner Familie zurück zu gehen. Dies auch in der Hoffnung, auf diesem Wege die in Aussicht gestellten Haftentlassungen durchsetzen zu können…

Theater Koblenz / Musical CHESS - auf der Festung Ehrenbreitstein - hier : Adrian Becker © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Musical CHESS – auf der Festung Ehrenbreitstein – hier : Adrian Becker © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Marcel Hoffmann in der Rolle des draufgängerischen Frederick Trumper, der auch im Theater in der Altmark (Stendal) zu erleben ist, tritt bereits in seiner 11. Musical-Produktion für das Theater Koblenz auf: 2016 JESUS CHRIST SUPERSTAR (Jesus), 2015/15 MY FAIR LADY (Freddy Einsford-Hill), 2015 CATS (Skimbleshanks), 2014/15 MOULIN ROUGE STORY (Henri de Fontillac), 2014 DIE COMEDIAN HARMONISTS (Ari), 2014 HAIR (Claude Bukowsky), 2013 DIE DREIGROSCHENOPER (Macheath), 2012/13 EVITA (Che), 2011/12 Claude Bukowsky CABARET (Clifford Bradshaw), 2009/11 SWEENEY TODD (Tobias Ragg). Hoffmanns Nachteil in diesem Stück besteht darin, dass die Rolle des amerikanischen Ekelpakets Trumper bis auf die im zweiten Akt vorkommende Kindheitserzählung keinen Raum für lyrischen Gesang bietet. In seinen geschmetterten Gesangspassagen entscheidet er sich oft für Kraft und Dramatik, anstatt durchgängig auf eine saubere Melodie-Linie zu achten.

Die beiden Hauptfiguren des Stücks: Markus Schneider, in der Rolle des introvertierten Russen; ein äußerst erfahrener Musicalsänger: Für ihn ist es seine 35. Musicalproduktion auf zahlreichen Bühnen im deutschsprachigen Raum. Schneider war bereits mehrfach in Koblenz zu Gast: 2014 in DIE COMEDIAN HARMONISTS als Erich, 2008 in JESUS CHRIST SUPERSTAR als Petrus. In MY FAIR LADY, dass von 2015 bis 2017 in Koblenz gespielt wurde, gab er die Rolle des Henry Higgins.

Theater Koblenz / Musical CHESS -auf der Festung Ehrenbreitstein © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Musical CHESS -auf der Festung Ehrenbreitstein © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Monika Maria Staszak, die die Rolle der schöne Ungarin Florence Vassy übernommen hat, steht aktuell noch als Sybille Meilhaus im Musical LUDWIG2 im Ludwigs Festspielhaus (Füssen) auf der Bühne. Für sie ist es bereits ihre 17. Musical-Produktion, wobei sie in Koblenz 2015 in CATS die Rolle der Grizabella, 2013 in der DREIGROSCHENOPER die Partie der Spelunkenjenny gesungen hat. Im von 2009 bis 2011 gespielten SWEENEY TODD war sie ebenfalls dabei.

Beide überzeugen sowohl beim musicaltypischen „Belting“, wie auch in den lyrischen Passagen der Duette, in denen sie die Bandbreite ihres großen musikalischen Könnens zeigen.

In den weiteren Rollen Wolfram Boelzle (Koblenz, Berlin, Bad Vilbel) als Walter de Courcey, Adrian Becker (30 Produktionen bundesweit) als Alexander Molokov, Michèle Silvestrini in ihrer 2. Produktion als Svetlana Sergievskaya und Christof Maria Kaiser (7 Partien in Koblenz von insgesamt 14) als SchiedsrichterBoelzle gewinnt die Herzen der Zuschauer vor allem durch sein strahlendes Lächeln und seine geradezu ansteckende Spielfreude. Becker, Silvestrini und Kaiser zeigen sich den Anforderungen ihrer Gesangspartien mehr als gewachsen.

Reporter/Pop-Chor:   Raphaela Crossey, Hyunhwa Lee, Dorothee Lochner, Mario Mariano, Ian McMillan, Klaus Phillip, Michael Seifferth, Charlotte Irene Thompson

Gesanglicher Höhepunkt des Abends war jedoch die kleine aber feine Partie der russischen Ehefrau Anatolys. Leider weist das Programmheft nicht aus, welche Dame des Chors die Partie gesungen hat, so dass ich an dieser Stelle nur unbekannterweise meine tiefe Hochachtung aussprechen kann. Aber auch die vier englischen Herren verdienen aufgrund ihrer großartigen musikalischen Leistung eine lobende Erwähnung.

Musikalische Leitung und Choreinstudierung: Karsten Huschke, seit 2013 Studienleiter und Kapellmeister am Koblenzer Theater. Es ist eine große Herausforderung, unter solch ungewöhnlichen Aufführungsbedingungen eine so großartige und gelungene Arbeit auf die Bühne zu bringen, zumal die Akustik zwischen den Gefängnismauern ihre Tücken hat. Und so kämpft Huschke dann auch immer wieder darum, das auseinander laufende Orchester zusammen zu halten.

Auch der Umstand, dass Dirigent und Musiker hinter dem Bühnengeschehen, getrennt von einer transparenten Trennwand, platziert sind, bringt Schwierigkeiten mit sich.

Da die Sänger keinen Blick auf den Dirigenten haben und Bildschirme zur Übertragung des Dirigats fehlen, tasten sie sich nach Gehör bei Beginn jeder neuen Nummer in die Musik ein. Wenn sie dann sicher sind, ihren Einsatz getroffen zu haben, schmettern sie ab dem 3. Takt ihren Text. Die Aufführung leidet etwas an diesen fragend verwaschenen Einsätzen, ohne jedoch den äußerst positiven Gesamteindruck der musikalischen Leistung zu trüben.

Die Choreografie, die die musikalisch besonders interessanten Musiknummern der Schachspiele in Ballettszenen umsetzt, stammt von der dresdener Tänzerin und Choreografin Katrin Wolfram. Ihre umfangreichen praktischen und theoretischen Erfahrung konnte sie bereits in einigen Choreografien in den Bereichen Schauspiel-, Opern- und Musicalinszenierungen einbringen. Ihre Koblenzer Arbeit verbindet sich mit Musik und Inszenierung zu einem stimmigem Ganzen.

Opernchor, Extrachor, Ballett – Es spielt das Staatsorchester Rheinische Philharmonie

Ob mir aber das Musical CHESS, die humorvoll lebendige Einführungsrede des Indendanten Markus Dietze oder die Abfahrt von der Festung Ehrenbreitstein mit der Seilbahn Koblenz ins nächtlich beleuchtete Koblenz, überstrahlt von einem leuchtenden Mond, am Besten gefallen hat, kann ich gar nicht sagen.

– Es war ein rundherum wunderschöner Abend! –

Musical CHESS,  weitere Termine: So 19.08.2018, Do 23.08.2018, Fr 24.08.2018, Sa 25.08.2018, So 26.08.2018;  Dauer der Inszenierung beträgt ca. 2 1/2 Stunden. 1 Pause

Weitere Spielzeit 2018/19: Das Programm des Theater Koblenz im Bereich des Musiktheaters der Spielzeit 2018/19 ist beachtlich: Neben dem Musical CHESS stehen stehen noch die Operetten DIE CHARDASFÜRSTIN von Kalman und der BALL IM SAVOY von Abraham, sowie die Opern LA CHENERENTOLA von Rossini, LA BOHEME von Puccini, FAUST von Spoh, DOCTOR ATOMIC von Adams, ALBERT HERRING von Britten und DER TROUBADOUR von Verdi auf dem Spielplan.

—| IOCO Kritik Theater Koblenz |—

Koblenz, Theater Koblenz, IOCO stellt vor: Theater Koblenz – Die Perle vom Mittelrhein, IOCO Aktuell, 04.11.2014

November 4, 2014  
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Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz:  Tradition und Ausstrahlung

Das Theater Koblenz überrascht mit praller, greifbarer Tradition: 1787, vor über 225 Jahren am Deinhardplatz errichtet, ist es heute der einzige klassizistische Theaterbau am Mittelrhein. Das früheste erhaltene Beispiel eines Rangtheaters und seit 2002 nach der Haager Konvention geschütztes UNESCO-Weltkulturerbe.
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Auch die Stadt Koblenz ist alt: An der Mündungsspitze von Mosel und Rhein gelegen, ursprünglicher Name Confluentes, zu Deutsch Die Zusammenfließenden, feierte Koblenz, eine der ältesten Städte Deutschlands, 1992 ihr bereits 2000-jähriges Bestehen.
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Ihr Theater verdanken die Koblenzer einem bürgernahen Trierer Kurfürst und Erzbischof: Clemens Wenzeslaus von Sachsen. Wenzeslaus betrieb 1787 das Vorhaben, die damalige Stadt Coblenz um ein Concerthaus mit Billard und Caffee-Schenk zu erweitern. Sein Drängen um kulturelle Bildung und freie Meinungsäußerung der breiten Bevölkerung findet man in Theater-Inschriften: Musis Moribus Et Publicae Laetitiae Erectum (Den Musen, der Sittlichkeit und zur Freude der Öffentlichkeit errichte) oder Ridendo corrigo mores (Durch Lachen verbessere ich die Sitten).
Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Erbaut wurde das ehemalige Comoedien- und Assemblée-Haus durch den Düsseldorfer Architekten Peter Joseph Krahé. Die klassizistische Außenfassade wird von Pilastern und Rundbögen geprägt.
Der in Blau, Grau und Weiß gehaltene, hufeisenförmige Zuschauerraum bietet nur 470 Plätze; diese über drei Ränge verteilt. Perspektivisch verzerrende Malereien und Kassetten vermitteln dem Zuschauer, trotz relativ flacher Decke, den Eindruck von Weiträumigkeit. Eröffnet wurde das Theater am 23. November 1787 mit einem Singspiel eines gerade einmal 31 Jahre alten Komponisten. Sein Name:  Wolfgang Amadeus Mozart. Sein Stück:  Die Entführung aus dem Serail.
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Das Theater Koblenz ist Magnet einer kulturell wenig verwöhnten Region, im Umkreis von 80 Kilometern findet sich kein größeres Theater. So schaffen es Markus Dietze, 39, seit 2009 Intendant des Hauses, und seine 200 Mitarbeitern im Theater am Deinhardplatz, vor dem Kurfürstlichen Schloss und der Festung Ehrenbreitstein jährlich weit über 100.000 Besucher im Jahr mit Oper, Schauspiel und Ballett zu begeistern.
Theater Koblenz / Intendant Markus Dietze © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Intendant Markus Dietze © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Ballettchef Steffen Fuchs © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Ballettchef Steffen Fuchs © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Markus Dietze ist ein gut vernetzter Mann: Nicht nur nutzt das Theater Koblenzseit Dietze“ offensiv die neuen Social Media wie Facebook und Twitter. Dietze setzt auch den öffentlichen Auftrag an städtische Theater kre-activ um: 100 Aufführungen von Klassenzimmer-stücken, kleine theaterpädagogisch anregende Vorstellungen in Schulklassen, spielten seine Mitarbeiter allein in 2012. Stücke auf der Probebühne, in Kindergärten gehören geradezu zum Alltag in Koblenz: Öffentliche Mittel blendend eingesetzt! Das Musical Evita von Andrew Lloyd Webber mit einer lebendigen Choreografie von Ballettchef Steffen Fuchs stellt denPublikumsrenner der letzten Monate aber war – völlig überraschend – das Auftragswerk des Theater Koblenz „Alle 16 Jahre im Sommer“, ein lebens-umspannende Trilogie von John von Düffel. Weit über 600 Aufführungen, große wie kleine, bringt das Theater Koblenz jedes Jahr. Großes Musiktheater wie Klassen-zimmerstücke, klassisches wie linksalternatives Schauspiel, Ballett und zahlreiche Kinder-/Jugendstücke: Der Spielplan des Theater Koblenz ist eine reiche Fundgrube für Junge wie Alte, für Kleinbühnenliebhaber wie Freunde des großen Musiktheaters.

Auch 2014/15 ist Spielplan des Theater Koblenz reich: SAMSON ET DALILA, EMILIA GALOTTI, das Musical OLIVER nach Charles Dickens, die ZAUBERFLÖTE von Wolfgang Amadeus Mozart, TOSCA von Giacomo Puccini, EUGEN ONEGIN von Peter Tschaikowsky, die MONOOPER DIE MENSCHLICHE STIMME von Francis Poulenc, das Musicals CATS von Andrew Lloyd Webber oder das Ballett DER BESUCH DER ALTEN DAME nach Friedrich Dürrenmatt, TAUSEND GRÜSSE oder die Schauspiele FAUST von Johann Wolfgang von Goethe oder DON KARLOS von Friedrich Schiller……

Tweets auf der Website des Theater Koblenz meldeten im April 2013:
• Alexander Hoffmann @Aleximander : Die #Dreigroschenoper am @theaterkoblenz steht als nächstes auf meinem Theaterplan! Retweeted by Theater Koblenz : Heute um 20:00 Uhr SPÄTLESE. Zwei Tage vor der Premiere Einblick in die Probenarbeit der DREIGROSCHENOPER. Bereits ausverkauft.

Das Theater Koblenz ist mehr als anregender Lichtblick, Magnet, Unterhalter für 105.000 Besucher. Mit seinen theaterpädagogischen Aktivitäten vermittelt es über 20.000 Jugendlichen, Mädchen wie Jungen, modern und fortschrittlich, wertvolles Verständnis zum sozialen Grundgefüge unserer Gesellschaft. Und man lernt: Besucher der Stadt sollten immer auch dem Theater Koblenz wie einer seiner Aufführungen, sei es am Deinhardplatz, auf der Festung Ehrenbreitstein die „Ehre geben“.
Theater Koblenz / Musikdirektor Enrico Delamboye © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Musikdirektor Enrico Delamboye © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Das Paradigma von Intendant Markus Dietze, Musikdirektor Enrico Delamboye und Ballettdirektor Steffen Fuchs lautet denn auch: Das Theater Koblenz soll: „Dem Publikum in der Stadt Koblenz und der Region unverwechselbare, mitreißende Theatererlebnisse im Schauspiel, im Musiktheater und im Ballett zu bieten und das auf einem Niveau, das auch überregional keinen Vergleich scheuen muss.“

IOCO – Serie/  Viktor Jarosch / 04.11.2014

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Koblenz, Theater Koblenz, Premiere Salome von Richard Strauss, 22.03.2014

März 21, 2014  
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Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

SALOME  von Richard Strauss

Premiere Samstag, den 22. März 2014 um 19:30 Uhr, Weitere Vorstellungen: 28. März; 08./ 14./ 17./ 28. April; 03./ 18. Mai; 04./ 07./ 29. Juni 2014

Theater Koblenz / Salome © Matthias Baus

Theater Koblenz / Salome © Matthias Baus

Ein Fest bei Herodes. Narraboth ist verliebt in Salome. Er steht mit dem Pagen der Herodias draußen und schwärmt. Der Page warnt ihn vor dieser Verliebtheit und vor Salome; er ahnt Unheil. Salome verlässt das Fest. Die Blicke des Herodes und das Verhalten der restlichen Gesellschaft haben sie nach draußen getrieben. Aus einem unterirdischen Gefängnis tönt die Stimme des Propheten Jochanaan. Salome will den Gefangenen sehen. Dem Verbot des Herodes zum Trotz gibt Narraboth ihrem Drängen und Schmeicheln nach, er lässt Jochanaan hinaufholen. Salome ist fasziniert von dem Gefangenen, beobachtet ihn und beginnt, ihn zu begehren. Jochanaan weist sie zurück und wird heftiger gegen sie, als er erfährt, dass sie die Tochter der Herodias, der Frau des Herodes ist. Er beschuldigt Herodias der Unzucht – sie war vormals mit dem Bruder des Herodes verheiratet. Salomes Begehren wird stärker, sie bedrängt Jochanaan. Gekränkt durch Salomes Leidenschaft für den Gefangenen stürzt Narraboth sich in seine Klinge. Jochanaan verflucht Salome und lässt sich wieder in sein Gefängnis hinabführen. Herodes versucht, sich Salome zu nähern. Zunächst entzieht sie sich. Dann aber schwört Herodes vor allen Anwesenden, Salome jede Bitte zu erfüllen, wenn sie für ihn tanze…

36 Vorhänge erhielt die Premierenaufführung der Salome am 9. Dezember 1905 an der Dresdner Hofoper. Das Publikum tobte, die Kritiker waren entsetzt, denn der Stoff traf genau in das Zentrum des Avantgardegeschmacks. Gustav Mahler schwärmte: „Ein ganz geniales, sehr starkes Werk, das entschieden zu dem Bedeutendsten gehört, was unsere Zeit hervorgebracht hat.“

Am Theater Koblenz setzt das Team der allseits gefeierten „Lohengrin“-Produktion von 2012 Richard Strauss’ berühmten Operneinakter in Szene. Auch bei dieser Produktion wird das über 80köpfige Orchester hinter den Sängern im Bühnenraum positioniert sein und so die Produktion zu einem ganz besonderen akustischen und visuellen Erlebnis werden lassen.

Musikalische Leitung: Enrico Delamboye
Inszenierung: Markus Dietze
Bühne: Bodo Demelius
Kostüme: Claudia Caséra
Video: Georg Lendorff
Dramaturgie: Christiane Schiemann

Mit: Monica Mascus, Susanna Pütters, Haruna Yamazaki, Hubert Delamboye, Dirk Eicher, Sebastian Haake, Michael Hamlett, Juraj Holly, Marco Kilian, Ji-Soo Kim, Junho Lee, Jongmin Lim, Michael Mrosek, Christoph Plessers, Tobias Rathgeber, Evgeny Sevastyanov, Christiaan Snyman

Premiere am Samstag, den 22. März 2014 um 19:30 Uhr, Weitere Vorstellungen: 28. März; 08./ 14./ 17./ 28. April; 03./ 18. Mai; 04./ 07./ 29. Juni 2014

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Koblenz, Theater Koblenz, Noch beste Plätze für DIE FLEDERMAUS, 09.01.2014

Januar 6, 2014  
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Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Die weltbekannte Operette DIE FLEDERMAUS

Am Donnerstag, den 09. Januar 2014 im Theater Koblenz

DIE FLEDERMAUS  von Johann Strauss
 
Musikalische Leitung: Enrico Delamboye
Inszenierung: Cordula Däuper
Choreografie: Steffen Fuchs
Bühnenbild: Ralph Zeger
Kostüme: Sophie du Vinage
Dramaturgie: Mark Schachtsiek
 
Mit: Christine Buhne, Sieglinde Coudert, Hana Lee/Alexandra Scherrmann, Irina Marinas, Monica Mascus/Haruna Yamazaki, Takako Masuda, Michèle Silvestrini, Michael Hamlett, Michael Heim/Michael Mrosek, Juraj Holly, Marco Kilian, Junho Lee, Jona Mues, Christoph Plessers, Reinhard Riecke, Johannes Wollrab
 
Opernchor, Ballettensemble, Statisterie
Staatsorchester Rheinische Philharmonie
 
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