Koblenz, Theater Koblenz, Doctor Atomic – John Adams, IOCO Kritik, 13.03.2019

März 13, 2019  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Oper, Theater Koblenz

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Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Doctor Atomic – Oper von John Adams

– Robert Oppenheimer – Edward Teller – Die Entstehung der Atombombe –

von Ingo Hamacher

„Wir wussten, dass die Welt nicht mehr dieselbe sein würde.“  Mit diesen Worten beginnt ein Bericht Robert Oppenheimers der als Videosequenz zu Beginn der Oper auf die Bühne projiziert wird.

Das Theater Koblenz ist klein. Der für maximal 40 Personen geeignete Graben bietet nicht ausreichend Platz für die benötigten 70 Musiker, um dieses Stück aufzuführen. Daher wurde das Orchester auf der Hinterbühne platziert und die Bühne bis zur ersten Stuhlreihe nach vorne verlängert.

Eine bühnenbreite, quadratische Spielfläche, mit meterhohen Begrenzungspfählen, vorne und an den Seiten mit schwarzer Gaze bespannt, definiert einen würfelförmigen Bereich. Das Innere eines Labors? Das abgeschirmte Testgelände von Los Alamos? Eine Art Raubtierkäfig, um die überschießenden emotionalen Reaktionen der Beteiligten zu bändigen?

Theater Koblenz / Doctor Atomic - hier :_Ilkka Vihavainen, Andrew Finden, Nico Wouterse, Jongmin Lim, Anne Catherine Wagner © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Doctor Atomic – hier :_Ilkka Vihavainen, Andrew Finden, Nico Wouterse, Jongmin Lim, Anne Catherine Wagner © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Die Oper Doctor Atomic erzählt von den Ereignissen im Juni 1945 auf dem Testgelände von Los Alamos, New Mexico. Die Physiker Julius Robert Oppenheimer und Edward Teller führen dort im Auftrag der US-Regierung letzte Atomtests durch. Wenige Wochen später fallen dann am 6. und am 9. August 1945 die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki und beenden damit den 2. Weltkrieg.

Das Einheitsbühnenbild zeigt eine stählerne Rampe, die hufeisenförmig in die Höhe führt. Über einen Treppenabgang in der Bühnenmitte betreten und verlassen die Personen den Handlungsraum. Auf der dem Zuschauerraum zugewandte Gazefläche werden ebenfalls immer wieder Projektionen dargestellt, die von mathematischen Formeln, physikalischen Ablaufplänen, Fotografien bis hin zu Filmsequenzen unterschiedlichster Inhalte reichen.

Das Bühnenwerk befasst sich mit den emotionalen Spannungen und Ängsten der am sog. „Manhattan-Projekt“ beteiligten Wissenschaftler, Regierungsbeamten und Militärangehörigen während der Vorbereitungen zum Test der ersten Atombombe („Trinity-Test“). In einigen Szenen stellt Adams ein stark verlangsamtes Zeitempfinden der Protagonisten dar, das in scharfem Kontrast zur hektischen Betriebsamkeit auf dem Testgelände steht. Die Oper endet im letzten, stark in die Länge gezogenen, Moment vor der Explosion der Bombe.

Wie in seinen früheren Opern erforscht der Komponist John Adams die Charaktereigenschaften und Persönlichkeiten der Schlüsselfiguren eines historischen Ereignisses. Die historischen Geschehnisse selbst rücken dabei in den Hintergrund. Große Teile des Librettos von Peter Sellars wurden aus freigegebenen US-amerikanischen Regierungsdokumenten und der Korrespondenz der am Projekt beteiligten Wissenschaftler, Regierungsbeamte und Militärvertreter adaptiert.

Theater Koblenz / Doctor Atomic - hier : Robert Oppenheimer und Edward Teller  © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Doctor Atomic – hier : Robert Oppenheimer und Edward Teller  © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Weitere Textteile stammen aus Gedichten von Charles Baudelaire, John Donne und Muriel Rukeyser, der Bhagavad Gita und einem traditionellen Tewa-Lied. Die Quellen wurden von Sellars mit Bedacht ausgewählt.

Der französische Schriftsteller Charles Baudelaire (1821 – 1867) gilt mit seiner Gedichtsammlung Die Blumen des Bösen als wichtiger Wegbereiter der literarischen Moderne in Europa. Der Titel dieser Sammlung kann als äußerst anschauliche Bebilderung dessen betrachtet werden, was wir ansonsten euphemistischen als „Atompilz“ zu beschreiben gewöhnt sind.

John Donne (1572 – 1631) war ein englischer Schriftsteller und der bedeutendste der metaphysischen Dichter. In den Göttlichen Sonetten, aus denen Sellars zitiert, befasst sich Donne mit den religiösen Themen der Sterblichkeit, des göttlichen Gerichts, der göttlichen Liebe und der demütigen Buße, während er über persönliche Ängste nachdenkt.

Muriel Rukeyser (1913 – 1980) war eine US-amerikanische Schriftstellerin und politische Aktivistin. Ihr Leben und Werk wurde von den Themen Gleichberechtigung, Feminismus, soziale Gerechtigkeit und Judentum bestimmt. Ihre Texte geben in diesem Stück Kitty Oppenheimer, der Ehefrau von Robert, eine Sprache, um Kittys Erleben, Ängste, Bedürfnisse und Hoffnungen zu verdeutlichen.

Die Bhagavad Gita („der Geang des Erhabenen“) ist eine der zentralen Schriften des Hinduismus. Sie hat die Form eines spirituellen Gedichts. Der Text ist eine Zusammenführung mehrerer verschiedener Denkschulen des damaligen Indien, die bis in die Zeit von 1200 v. Chr. zurückreichen und gilt Vielen als Urquelle menschlicher Weisheit. Oppenheimer zitiert in seinem Eingangsvortrag daraus.

Doctor Atomic – Oper von John Adams
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Als letztes Zitat wird ein anrührendes Kinderlied der Tewa von der indianischen Hausangestellten gesungen. Die Tewa sind eine Pueblo-Kultur aus New Mexico, der Stätte der Atomversuche, deren kulturelle Wurzeln ab 400 v. Chr. in der Region nachweisbar sind. Das Wiegenlied von der Wolkenblume, das Anna Catherine Wagner in der Rolle der Pasqualita vorträgt, wirkt im Zusammenhang der Thematik des Stückes als eine apokalyptische Vorhersage des nuklearbedingten Untergangs dieser archaischen Kultur:

„Im Norden blüht die Wolkenblume,
und jetzt leuchtet der Blitz auf,
und jetzt rollt der Donner,
und jetzt fällt der Regen!
Aaaah, mein Kleines.“

Adams begann als Minimalist im Sinne von Philip Glass und Steve Reich, verbindet  jedoch in seinen späteren in den Post-Minimalismus führenden Werken die rhythmische Energie des Minimalismus mit einer reichen harmonischen Palette und großer orchestraler Imagination, die Einflüsse der Spätromantik verrät. Er verlässt nie die tonale Basis und schafft Musik von überirdischem Glanz und herrlicher Klangpracht. Damit die Sänger vom Orchester nicht überdeckt werden, werden die Solisten leicht elektronisch verstärkt.

Zu Musik und Gesang kommt eine weiter klangliche Ebene, die als polyphones Erlebnis über zahlreiche im Zuschauerraum und auf allen Rängen angebrachte Lautsprecher eine weitere akustische Dimension schaffen. Raketenklänge, Regen, Lkw-Geräusche, Wochenschau-Einspielungen, das Weinen eines Babys seien als Beispiele für die zahlreichen Einspielungen genannt.

Einen musikalisch-dramatischen Höhepunkt gibt es gleich zu Beginn: Albert Einsteins berühmte Formel E=mc² wird als Chor der Physiker vorgetragen: „Materie kann weder erzeugt noch vernichtet, sondern nur umgewandelt werden.“ – das physikalische Grundprinzip der Masse-Energie-Äquivalenz als apokalyptischer Choral des Schreckens.

1. Akt 1. Szene

Die Wissenschaftler in Los Alamos stehen vor einem ethischen Konflikt. Edward Teller (Bariton) glaubt seine Seele verloren, im Angesicht der Forschung für eine Kernwaffe von ungeahnter Zerstörungskraft. Robert Oppenheimer (Bariton) sieht dieses Problem nicht.

„Die Seele ist ein so ungreifbares,
und oft auch nutzloses Ding,
zudem bisweilen so lästig,
dass ich bei seinem Verlust
nicht mehr empfand,
als hätte ich bei einem Spaziergang meine Visitenkarte verloren.“

Er teilt Edward Teller mit, dass die Entscheidung nun zu­gunsten der Kernspaltungs-­Bombe gefallen sei und nicht zugunsten des von Teller erforschten Prinzips der Kernschmelzung. Teller legt Oppenheimer einen Brief des Kollegen Leo Szilard vor, in welchem von den Wissenschaftlern gefordert wird, politisch­-moralische Verantwor­tung für die Kernwaffe zu übernehmen. Oppenheimer lehnt ab. Die  Politiker in Washington sollen für das Land entscheiden. Er untersagt dem  jungen Wissenschaftler Robert Wilson (Tenor), ein geplantes Treffen unter Kollegen, «Der Einfluss der Bombe auf die Zivilisation», abzuhalten.

Wilson beharrt darauf, dass Japan nicht ohne Vorwarnung atomar beschossen werden dürfe. „Es sind keine technischen, sondern politische und gesellschaftliche Fragen, und die Antworten darauf könnten sich auswirken auf die gesamte Menschheit, auf viele kommende Generationen. Die Männer in unserem Projekt, die darüber nachdenken, denken als Bürger der Vereinigten Staaten, denen nichts mehr am Herzen liegt als das Wohl der Menschheit.“

Theater Koblenz / Doctor Atomic - hier Robert Oppenheimer und Kitty Oppenheimer © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Doctor Atomic – hier Robert Oppenheimer und Kitty Oppenheimer © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Oppenheimer vertritt die Ansicht, nur ein überraschender Angriff würde den gewünschten abschreckenden Effekt erzielen; das Pentagon hätte bereits so entschieden. Der Test muss wie geplant stattfinden. Teller:Hätten wir das Atomzeitalter je mit sauberen Händen beginnen können?“

1. Akt 2. Szene

Auf der Unterbühne, für den Zuschauer unsichtbar, befindet sich das Wohnzimmer der Familie Oppenheimer, wobei die dort spielenden Szenen von einem Kameramann gefilmt und live auf eine vom Schnürboden herabgelassene Projektionsfläche übertragen werden. Oppenheimer und seine Frau Kitty (Sopran) finden keine gemeinsame Ebene mehr.  Kitty: „Jene, die am sehnlichsten den Frieden wünschen, setzen ihr Leben für den Krieg ein.

1. Akt. 3. Scene

Ein überraschendes Unwetter auf dem Testgelände in der Nacht vom 15. zum 16. Juli verhindert vorläufig den Test. General Groves (Bass) und Meteorologe Jack Hubbard (Bariton) streiten über den richtigen Zeitpunkt. Groves verlangt eine präzise Vorhersage. Der Test wird auf 5.30 Uhr verschoben. Der Armeearzt James Nolan (Tenor) warnt vor dem atomaren Fallout bei der Explosion und dessen gesund­heitlichen Auswirkungen. Die nervliche Anspannung der Wissenschaftler wird kritisch. Groves bleibt dabei: das Hauptproblem sei das Wetter. Oppen­heimer ficht seinen Konflikt alleine aus: „Zerschlage mein Herz, dreifaltiger Gott.“

Pause

Während die Solisten die typische Kleidung des Amerikas der 40er Jahre tragen, in denen vereinzelt auch der Chor auftritt, stellen uns die Choristen darüber hinaus wechselnde Einheitskostüme vor. Schwarze Gewänder mit individualitätsraubenden weißen Hörnermasken. Ist das der gesichtslose Feind, den es zu bekämpfen gilt? Sind das die Teufel, die in der Seele von jedem einzelnen von uns leben, und uns ebenfalls zu Tätern/Mördern machen könnten?

Im zweiten Akt werden Teile der Chorszenen in weißen, an Kimonos erinnernden Gewänder vorgetragen. Zusammen mit den gegen Ende häufiger werdenden Filmeinspielungen vom Straßenleben Japans wird uns deutlich vor Augen geführt, dass es sich bei dem Test in Los Alamos nicht um ein Experiment einer Physikstunde, sondern um die Vorbereitung einer Massentötung handelt.

Im weiteren Verlauf wird das Bühnengeschehen bei Textauszügen aus der Bhagavad Gita noch durch eine große Gruppe von Kindern verstärkt, die in fantasie- und prachtvollen Kostümen Figuren der indischen Götterwelt darstellen. Ein blauer Krischna tanzt den Tanz der Vergänglichkeit.

Nacht über Los Alamos. Der Mond ist aufgegangen. Der Mond weist seltsame Verkabelungen auf. Es ist nicht der Mond. Von nun an wird die Bombe das Zentrum der Bühne beherrschen.

2. Akt – 1. Szene

Allein in der Nacht des Tests hat Kitty Oppenheimer eine Vision von Tod und Auferstehung, von Krieg und Leben: „Ich sage nun, dass der Geist jenen Frieden braucht, der Frieden ist, nicht das Ausbleiben des Krieges, sondern die wilde, stetige Flamme.“.       Orchesterzwischenspiel.    Regen über den Sangre de Cristo­-Bergen.

2. Akt – 2. Szene

Juli 1945, 0.00 Uhr. Mitten im Unwetter treffen Hubbard und Wilson letzte Vorbereitungen an der Bombe. Beide haben Angst vor der Explosion und den Folgen. Groves sorgt sich um die politischen Folgen einer weiteren Verschiebung des Tests. Teller versucht Oppenheimer seine Bedenken nahe­zubringen, dass die Bombe eine viel größere Kraft entfalten könnte als bisher angenommen. Er wird von Oppenheimer deutlich in die Schranken ge­wiesen. Hubbard gibt Aussicht auf Wetterbesserung am frühen Morgen. Der Test wird auf 5.30 Uhr festgelegt.

2. Akt –  3. und 4. Szene

Der Countdown

Im Angesicht der unwiderruflich verrinnenden Zeit bis zur Explosion er­leben alle Beteiligten ihre persönlichen Visionen, Ängste und Hoffnungen. Fünf Minuten vor dem Start hört der Regen auf, der Himmel klärt sich. Alles ist bereit. Oppenheimer: „Herr, diese Dinge liegen schwer auf dem Herzen“.

Die Bombe explodiert

Adams verzichtet auf ein tösendes „Zerstörungs-Finale“. Stattdessen hört man die leise Stimme einer japanischen Frau und ihre wiederholte Bitte nach Wasser – still und in Trauer klingt die Oper aus.

John Adams Opern zählen zu Recht zu den am häufigsten aufgeführten Bühnenwerken der Gegenwartsmusik. Doctor Atomic im Theater Koblenz, diese herausragende Inszenierung sollte man sich nicht entgehen lassen.

Langanhaltender Applaus und Ovationen für eine spektakuläre Leistung der Solisten und des Chores. Aufbrausender Jubel für den Dirigenten und das Orchester. Begeistertes Klatschen für das Produktionsteam. Alle Beteiligten werden mehrfach nach vorne gerufen. 


Die Besetzung:  Dr. J. Robert Oppenheimer:  Andrew Finden, australischer Bariton, Edward Teller: Jongmin Lim. Seit der Spielzeit 2009/2010 ist der Bass festes Ensemblemitglied, Robert Wilson: Steven Ebel. Der Tenor kommt als Gast aus dem Ensemble des Staatstheaters Mainz, Kitty Oppenheimer: Danielle Rohr. Die Amerikanerin (Mezzo) gibt in dieser Spielzeit ihr Debüt am Theater Koblenz, Pasqualita: Anna Catherine Wagner. Die Altistin gehört seit 2014 fest zum Ensemble des Theater Koblenz, General Leslie Groves: Ilkka Vihavainen. Der finnische Bariton, international tätig, ist für diese Produktion Gast im Haus, Frank Hubbard: Nico Wouterse. Der Bariton ist seit 2016 fest am Theater Koblenz, Captain James Nolan: Tobias Haaks. Der Tenor ist neues Ensemblemitglied, Krishna: Rory Stead

Musikalische Leitung: Enrico Delamboye, Inszenierung: Markus Dietze, Bühne: Bodo Demelius, Kostüme: Bernhard Hülfenhaus, Video: Georg Lendorff, Choreografie: Catharina Lühr, Dramaturgie: Margot Weber, Choreinstudierung: Aki Schmitt

Doctor Atomic am Theater Koblenz: die weiteren Termine:  17.03., 28.03., 30.03., 07.04., 05.05., 24.05., 05.06., 18.06., 20.06.2019

—| IOCO Kritik Theater Koblenz |—

Koblenz, Theater Koblenz, Faust – Oper von Louis Spohr, IOCO Kritik, 29.01.2019

Januar 29, 2019  
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Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

FAUST  –  Romantische Oper von Louis Spohr

– Röschen gibt sich Faust hin – Kunigunde wartet auf ihre Rettung –

von Ingo Hamacher

Mit großer Liebe und Aufmerksamkeit für das kleinste Detail hat das Theater Koblenz einen wunderschönen FAUST des eher unbekannten Komponisten Louis Spohr auf die Bühne gebracht und damit ein äußerst lobenswertes Ergebnis erzielt.

Der 1784 geborene Louis Spohr zählte zu den bedeutendsten deutschen Komponisten und gefragtesten Geigenvirtuosen seiner Zeit. Nach seinem Tod 1859 geriet er rasch in Vergessenheit. Bekannt ist Spohr nur noch für sein Nonett für Streicher und Bläser op. 31 – das zum Standartrepertoire gehört. Seine zahlreichen weiteren Kompositionen hingegen, darunter 18 Violinkonzerte, zehn Sinfonien und zehn Opern, werden nur noch selten aufgeführt.

Als Spohr seinen Faust komponierte, war Goethes Faust I zwar schon erschienen, jedoch orientierte sich sein Librettist nicht an diesem Text, sondern an den sehr viel älteren Volkserzählungen zu diesem Stoff, so dass wir einen so ganz anderen Faust erleben, als wir ihn durch Goethe vor Augen haben. Kein alter Mann; kein ungelebtes Leben; kein Weisheitsstreben. Faust hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, und scheint selbst nicht zu wissen wozu. Sinnenlust und Völlerei, die Mephistopheles ihm anbietet, befriedigt ihn jedenfalls nicht.

Es scheint eher die von Mephisto ausgesprochene Kränkung als „Erdenwurm“ zu sein, die ihm die Richtung seines zukünftigen Handelns vorgibt: „Es soll mir Wonne schaffen, Euch zu schlagen mit den Waffen, die mir bietet Eure Macht!

Mit diesen Worten zieht er in einen Kampf gegen den Teufel, den er natürlich am Ende nur verlieren kann. Faust will der Hölle ein Schnippchen schlagen, in dem er die diabolische Macht seines federhütigen Dieners dazu einsetzt, möglichst viel Gutes in der Welt zu bewirken und Mephisto damit eine lange Nase zu drehen. Und zu erledigen hat er eine Menge: Da müssen die Armen beschenkt werden. Da ist noch Röschen zu trösten, die sich nach dem Tod ihrer Mutter ganz Faust hingegeben hat. (Später erfahren wir, dass Faust am Tod der Mutter nicht ganz unschuldig ist.) Und schließlich harrt da auch noch die von einem Ritter namens Gulf geraubte Kunigunde der Rettung, die befreit und ihrem versprochenen Hugo zugeführt werden muss.

Theater Koblenz / Faust von Louis Spohr - Hier : Hana Lee als Kunigunde, Nico Wouterse als Mephisto, Christoph Plessers als Faus © Matthias Baus / Theater Koblenz

Theater Koblenz / Faust von Louis Spohr – Hier : Hana Lee als Kunigunde, Nico Wouterse als Mephisto, Christoph Plessers als Faus © Matthias Baus / Theater Koblenz

Wie in romantischen Singspielen üblich, wird aber erst einmal gesellig Platz genommen und ein herziges Trinklied gesungen: „Der Wein erfreut des Menschen Herz“. Das kennt man aus dem Wunschkonzert… Als weitere Komplikation kommt der Goldschmied Franz dazu, der ebenfalls ein Auge auf Röschen geworfen und Fausts durchtriebenes Spiel durchschaut hat: Mit seinen Getreuen stürzt er heran, um Röschen zu befreien.

Faust hat inzwischen seinen eigentlichen Lebenszweck gefunden: Die Liebe und die Ehe mit Röschen! Dumm nur, dass ihm sein Teufelspakt jede Ehe verbietet. „Zerissen sei der schnöde Bund!“, mit diesen Worten löst er die mit Mephisto getroffene Vereinbarung auf, was dieser überraschenderweise auch sofort anzunehmen bereit ist.

Nur hat Faust eben jetzt auch keinerlei übernatürliche Macht mehr, und draußen tobt das Volk heran, den Muttermörder zur Verantwortung zu ziehen. Der Pakt wird also schnell erneuert: „Ich schwör‘ es bei der Hölle ew‘gen Qualen“, und so gelingt die Flucht durch den Schornstein. („Lichter, verlöscht! Mantel, breite dich aus! Haltet euch fest! Oben fahren wir ’naus!“) Die in Gulfs Burg gefangene Kunigunde beweint ihr Schicksal, kann jedoch aus der Gewissheit ihrer treuen Liebe zu Hugo neue Kraft schöpfen.

Den nahenden Gulf, der ihr Freiheit gegen Liebe bietet, weist sie standhaft zurück. Doch Hugo ist nicht fern! Mit seinen Mannen liedertafelt er sich mit „Die Rettung naht, die Rache wacht!“ schon mal in Stimmung. In Begleitung von Faust, der sich seiner Zauberkräfte bedient, gelingt es ihm, Gulf zu überwinden und ihn den Teufeln der Hölle auszuliefern. Kunigunde ist gerettet und erlebt „namenloses Glück“. Fidelio hatte 8 Jahre vorher bei seiner Befreiung noch „namenlose Freude“ empfunden.

Zweiter Akt

Auf dem Blocksberg tanzen die Hexen. Mephisto führt Faust zur Hexe Sycorax, die ihn mit einem Zaubertrank versorgt, der ihn bei den Frauen unwiderstehlich macht. Faust hat einen erneuten Sinneswandel durchlaufen und schreckt vor nichts zurück, um Kunigunde für sich zu gewinnen. Auf Kunigundes Hochzeit mit Hugo treffen alle wieder aufeinander. Röschen, von Franz begleitet, begegnet auf der Suche nach Faust ihre alten Nachbarn.

Gemeinsam sehen sie den Trauungszug von Hugo und Kunigunde, der auch von Faust beobachtet wird. Beim Zusammentreffen schwankt Faust kurz zwischen beiden Geliebten; entscheidet sich dann jedoch für die gerade erst vermählte Kunigunde, die sich dann aufgrund Fausts Zaubertrank auch sofort willenlos in ihn verliebt. Röschen ist schockiert. Hugo fordert zum Duell, dass er natürlich gegen den mit teuflischer Macht ausgestatteten Faust tödlich verliert.

Theater Koblenz / Faust von Louis Spohr - Hier : Christoph Plessers, Sieglinde Karges_Eva Krumme, Nico Wouterse, Ulrike Scholz, Christiane Thomas © Matthias Baus / Theater Koblenz

Theater Koblenz / Faust von Louis Spohr – Hier : Christoph Plessers, Sieglinde Karges_Eva Krumme, Nico Wouterse, Ulrike Scholz, Christiane Thomas © Matthias Baus / Theater Koblenz

Dritter Akt

Mephistopheles, dem Erdenleben überdrüssig, sehnt sich in die Hölle zurück, in die er Faust als Beute mitnehmen will. Dank der Kraft der Hexen ist es Faust gelungen, die Braut des erschlagenen Hugos in der Hochzeitsnacht in sein Bett zu bekommen. Statt Liebesglück musste er jedoch Albtraum-artige Höllenqualen erleiden. Erneut will er den Teufelspakt durchbrechen; Röschen als reines Opfer scheint ihm da als Mittel gerade Recht, für seine Taten einzustehen.

Die vom Liebesbann befreite Kunigunde schwört Rache! Verzweifelt geht Röschen ins Wasser. Sich vor den Konsequenzen seines Handelns fürchtend verweist Faust auf seine guten Taten; wird jedoch vom Teufel an seine „Morde, Gräu‘l und Freveltaten“ erinnert.

Dem Chor der Geister gehören die letzten Worte:

„Die Zeit ist verronnen, dein Maß ist voll!
Der Hölle bezahlst du den Sündenzoll!
Im sausenden Reigen, wirbelnd voran,
Schaffen wir Bahn.
Hölle, frohlocke, wir nahen, wir nah‘n!“

Musikalisch ist die Oper oft triviales Singspiel, klingt jedoch über weite Strecken auch nach Mozart. So hören wir einerseits starke Anklänge an den Steinernen Gast des Don Giovanni, als auch sehr viel Zauberflöte. Nicht nur im Libretto, sondern auch in der Musik begegnet uns manches wieder, was uns an den 14 Jahre älteren Beethoven erinnert. Trotzdem ist die Oper musikalisch interessant, weil Spohr hier bereits ausgeklügelte Leitmotivtechniken, die von Richard Wagner dann weiter verfeinert wurden, verwendet.

Eine rasche Sechzehntelfigur z.B. charakterisiert Faust, sein unstetes, vorwärts strebendes Wesen. Das „Höllenmotiv“ wird gekennzeichnet durch die chromatische Umspielung des Molldreiklanges.

Spohr geht im Faust über die schlichte Verwendung und Wiederkehr von thematischem Material hinaus und leuchtet Motive in unterschiedlichen harmonischen Zusammenhängen aus. Die Uraufführung wurde denn auch von niemand geringerem als Carl Maria von Weber geleitet, der sich später in seinem Freischütz ausdrücklich auf die dramatischen Passagen der Oper Faust von Spohr beruft. Lobend schreibt er zur Prager Uraufführung 1816: „Glücklich und richtig berechnet gehen einige Melodien wie leise Fäden durch das Ganze und halten es geistig zusammen.“

Über ein halbes Jahrhundert konnte sich Faust auf der Bühne behaupten, verschwand jedoch danach rasch aus dem Repertoire. Dennoch bleibt das Werk ein Meilenstein in der Geschichte des Musiktheaters und gilt, neben E.T.A. Hoffmanns Undine und Carl Maria von Webers Freischütz, als erste deutsche romantische Oper.

Die Koblenzer Inszenierung nimmt  mit

Inszenierung und Bühne: Michiel Dijkema, Kostüme: Alexandra Pitz, Dramaturgie: Rüdiger Schillig

Sie beschränkt sich darauf, eine schöne Inszenierung zu zeigen, wie sie auch vor fast 200 Jahren hätte aussehen können. Vor nachtschwarzem Rundhorizont mit angedeuteten Wolken wird auf leerer Einheitsbühne mit nur wenigen Möbeln und Gegenständen der jeweilige Handlungsort der häufig wechselnden Szenen angedeutet. In erfrischender Schlichtheit wird das Stück zur Diskussion gestellt; die wunderschönen Kostüme bilden das mittelalterliche Handlungsgeschehen entsprechend ab.

Die bonbonfarbenen Gewänder unterstreichen das Märchenhafte der Handlung: Faust ist von Kopf bis Fuß rot, Mephisto grün. Röschen hell- und Franz dunkelblau. Kunigunde gelb (zur Hochzeit weis wie Hugo), Gulf schwarz und die Hexen lila (mit jeweils 12 Brüsten). Und ein über 40 Köpfe zählender Chor trägt dunkle Gewänder und schreckerregende Teufelsmasken.

Da es sich um eine deutschsprachige Oper handelt, wurde auf eine Übertitelung des Textes verzichtet. Die Sänger orientierten sich jedoch leider eher an der Melodielinie als an der Artikulation, so dass der Text über weite Passagen nicht zu verstehen war. Glücklicherweise wurde im Programmheft das vollständige Libretto abgedruckt, so dass man sich wenigstens im Nachgang einzelne Handlungszusammenhänge erschließen kann.

Theater Koblenz / Faust von Louis Spohr - Hier : Sebastian Haake, Peter Rembold, Christoph Plessers, Marco Kilian, Junho Lee © Matthias Baus / Theater Koblenz

Theater Koblenz / Faust von Louis Spohr – Hier : Sebastian Haake, Peter Rembold, Christoph Plessers, Marco Kilian, Junho Lee © Matthias Baus / Theater Koblenz

Von Daniel Spogis, der die musikalische Leitung des Abends hatte, hätte man sich etwas mehr Mut zur Interpretation des Stückes gewünscht. Ohne erkennbare Leidenschaft arbeitet er sich taktschlagend durch die Partitur. Eher nicht geglückt waren die Umbaupausen zu den häufigen Szenenwechseln innerhalb der einzelnen Akten.

Da die verschiedenen Handlungsorte der dreizehn verschiedenen Bilder nur durch zwei bis drei Gegenstände angedeutet wurden, hätte man besser fliegende Umbauten bei offenem Vorhang vorgenommen, als jedes Mal den Vorhang zu senken, das Saallicht einzuschalten, nach 30 sekündigen Umbauten das Saallicht wieder zu löschen, die Musik nach Freigabe durch den Inspizienten erneut zu beginnen und den Vorhang wieder aufzuziehen. In dem doch etwas handlungsarmen und manchmal auch etwas blutleeren Stück entstanden dadurch weitere Längen, die vermeidbar gewesen wären.

Gesanglich überzeugten alle Sänger, wobei die beiden Soprane Hana Lee und Anna Karmasin die stärksten Stimmen des Abends waren. Die männlichen Hauptrollen, Mephistopheles und Faust, waren etwas ungleich besetzt, da Christoph Plessers als Faust nicht ganz an Kraft und Stimmstärke seines niederländischen Kollegen Nico Wouterse als Mephitopheles heran reichte.

Insgesamt ist dem Theater Koblenz mit FAUST vom Louis Spohr ein sehr interessanter und gelungener Abend geglückt, der mit entsprechend großem Beifall gewürdigt wurde. Ovationen für die Hauptpartien und das Produktionsteam.

Vollständige Besetzung: Mephistopheles: Nico Wouterse, niederländischer Bassbariton, sei 2016 festes Ensemblemitglied, Faust: Christoph Plessers, belgischer Bariton, Graf Hugo: Tobias Haaks, Tenor und neues Ensemblemitglied, Kunigunde: Hana Lee, koreanischer Sopran, seit 2009 in Kolenz, Röschen: Anna Karmasin, Sopran aus München und Gast für diese Produktion, Gulf: Jongmin Lim, koreanischer Bass, ebenfalls seit 2009 im Haus, Franz: Junho Lee, koreanischer Tenor, seit 2012 Ensemblemitglied, Wohlhaldt: Sebastian Haake, der aus Karlsruhe stammende Tenor ist häufiger Gast in Koblenz Wagner: Dirk Eicher ist seit 2002 am Theater Koblenz als erster Chortenor engagiert Moor: Marco Kilian, seit 1992 erster Chorbass mit Soloverpflichtung, Kaylinger: Peter Rembold, Bariton im Opernchor des Theaters Koblenz, Sycorax: Christiane Thomas, seit 2002 Sopran im Opernchor, Drei Hexen: Eva Krumme, Sieglinde Karges, Ulrike Scholz, Ein Knappe Hugos: Samuel Kremer

Faust von Louis Spohr am Theater Koblenz; die weiteren Vorstellungen 26.1.; 31.1.; 4.2.; 6.2.; 13.2.; 17.2.; 19.3.2019

—| IOCO Kritik Theater Koblenz |—

Koblenz, Theater Koblenz, Musical CHESS – Festung Ehrenbreitstein, IOCO Kritik, 23.08.2018

August 22, 2018  
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Theater Koblenz

Festung Ehrenbreitstein / Mit einem Open-Air Konzert des Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Festung Ehrenbreitstein / Mit einem Open-Air Konzert des Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Musical CHESS –  Benny Andresson / Björn Ulvaeus
Auf der Freilichtbühne Festung Ehrenbreitstein

Von Ingo Hamacher

Großartiger Start in die neue Saison; tosender Applaus und Ovationen vor ausverkauften Reihen. Mit dem Musical CHESS auf der Freilichtbühne Ehrenbreitstein gelingt dem Theater KOBLENZ bei großartigem Wetter ein unterhaltsamer Abend ohne Längen, so daß die Besucher eine wunderschöne und musikalisch reizvolle Aufführung in sommerlicher Abendatmosphäre genießen konnten.

Am 18. August 2018 feierte das Theater KOBLENZ die Eröffnung der kommenden Spielzeit mit einer Neuinterpretation des Musicals CHESS auf der Freilichtbühne der Festung Ehrenbreitstein.

Die Festung Ehrenbreitstein ist eine seit dem 16. Jahrhundert bestehende Befestigungsanlage gegenüber der Moselmündung in Koblenz. Das Festungsgelände, das für die Bundesgartenschau 2011 neu gestaltet und erschlossen wurde, kann rechtsrheinisch über einen Schrägaufzug, linksrheinisch durch die Seilbahn Koblenz erreicht werden (Der Preis für die Seilbahnfahrt ist im Eintrittspreis für das Musical bereits enthalten), so dass der Zugang leicht möglich und für sich genommen schon Teil des erlebnisreichen Abends ist.

Dabei lassen die kolossalen Gefängnismauern der Garnisonsanlage die Freilichtbühne erst einmal winzig erscheinen. Zu groß und zu mächtig die Bauten, als dass man auf den ersten Blick einen realistischen Größeneindruck der Freilichtbühne erhält, die mit über 800 Sitzplätzen erheblich größer als das Theater Koblenz ist, das nur 500 Plätze aufweist.

Theater Koblenz / Musical CHESS auf der Festung Ehrenbreitstein - hier : Solisten und Ensemble © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Musical CHESS auf der Festung Ehrenbreitstein – hier : Solisten und Ensemble © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Die Bühne, mit pinken Linien an Boden und Rückwand ein Schachfeld andeutend, ohne sich jedoch einem stereotypen Schwarz/Weiß zu unterwerfen, bleibt den ganzen Abend über – von ein paar Requisiten abgesehen – als Spielfläche frei, wodurch die Inszenierung eine angenehme Ruhe und wohltuende Gleichmäßigkeit gewinnt. Abwechslung und Spannung entsteht durch eine fast die ganze Bühne überspannende Projektionsfläche, auf der durchgehend Bilder, Filme, Einspielungen, Animationen oder die Livebilder eines immer wieder auf der Bühne präsenten Kameramanns übertragen werden, so daß auch intime Bühnenaugenblicke in den Duetten noch in den letzten Sitzreihe gut mitverfolgt werden können. (Video: Georg Lendorff)

Musical CHESS: Hommage an die legendäre Schachweltmeisterschaft 1972
Boris Spassky – Bobby Fischer

In den 80er Jahren waren der Hit »One Night In Bangkok«, »Nobody’s Side« und das oft gecoverte Duett »I Know Him So Well« große Charterfolge, noch bevor das Musical CHESS auf die Bühne kam. Die Musik wurde von den männlichen Mitgliedern des ABBA-Teams Benny Andresson und Björn Ulvaeus geschrieben, die damit 1984 ihr erstes Musical am Londoner West End auf die Bühne brachten, wo es für mehrere Jahre gespielt wurde. Die Texte schrieb Björn Ulvaeus zusammen mit dem Briten Tim Rice (Der König der Löwen, Evita).

Zweieinhalb Monate nach der Uraufführung in London fand dort eine Hälfte der Schachweltmeisterschaft 1986 statt, wodurch auch das Musical erhöhte mediale Aufmerksamkeit erhielt.So erfolgreich die Songs von CHESS auch waren und es immer noch sind, so undurchsichtig und kompliziert ist die Handlung des Musicals. Das Ränkeschmieden zwischen Russen und Amerikanern im „Kalten Krieg“, das im Musical CHESS am Beispiel zweier um dieselbe Frau rivalisierender Schach-Weltmeister ausgetragen wird, ließ zwischen politischen Intrigen und psychologischen Verwirrspielen zu viele Fragen offen. Die Story des Musicals CHESS wurde daher mehrfach überarbeitet und in jeder Neuinszenierung fand sich ein anderes Finale. So erzählt die ursprüngliche Londoner Fassung von zwei Schachturnieren, während die Broadway-Fassung nur von einem Turnier handelt.

Die Inszenierung von Markus Dietze (es ist seine 9. Musicalproduktion für das Theater Koblenz), Dramaturgie Nathalie Thomann, greift auf die Londoner Fassung mit den zwei Schachturnieren in Meran und Bangkok zurück. Die erheblichen Kürzungen des Ursprungslibrettos führen zu einer deutlichen Verschlankung der Handlung und Entwirrung mancher kaum zu überschauenden Intrigen, so dass das stimmige Ergebnis die Geschichte nachvollziehbar erlebbar macht.

Das Theater Koblenz spielt das Musical in der 2014 aktualisierten deutschen Übersetzung von Kevin Schröder. Fraglos eine richtige Entscheidung, da diese neue Übersetzung außergewöhnlich gut gelungen ist. Und durch die deutschsprachigen Texte kann auf eine Übertitelung verzichtet werden, so dass die Konzentration stärker auf das musikalische Geschehen gerichtet werden kann. Kleine Qualitätsabstriche sind dabei natürlich nicht zu vermeiden, wenn an wenigen Stellen der deutsche Text etwas holprig auf der englischsprachig gedachten Melodie-Linie liegt. Da die Hits des Musicals vielen Besuchern noch im englischsprachigen Original oder entsprechenden Coverversionen im Ohr sind, irritieren die deutschen Texte an diesen Stellen vereinzelt, ohne jedoch den großartigen Erlebnisfluss zu stören.

Theater Koblenz / Musical CHESS - auf der Festung Ehrenbreitstein, hier Mario Mariano, Markus Schneide, Charlotte Irene Thompson © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Musical CHESS – auf der Festung Ehrenbreitstein, hier Mario Mariano, Markus Schneide, Charlotte Irene Thompson © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Die Inszenierung, Bühne & Kostüme (Christian Binz; Mitarbeit Kostüme Judith Leonard) und die Choreografie von Katrin Wolfram verzichtet auf jede Aktualisierung des Stoffes, und zeigt uns die Welt der Entstehungszeit des Musicals: die 80er Jahre. Schulterpolster und Dauerwellenfrisuren bevölkern die Bühne; Farbkombinationen und Textilmuster sind erlebbar, die man heute kaum für möglich halten würde. Aber das durchweg reifere Publikum schwelgte sichtbar vergnügt in Erinnerungen. Das hatte man mitgemacht, so hatte man auch mal ausgesehen…

Die Handlung: Schachweltmeisterschaft in Meran: Der arrogante amerikanische Titelverteidiger Frederick Trumper (Marcel Hoffmann) wird vom russischen Schachgenie Anatoly Sergievsky (Markus Schneider) herausgefordert – zu Zeiten des „Kalten Krieges“ eine hochpolitische Angelegenheit.

So wird von beiden Seiten aus dem Hintergrund versucht, mit unlauteren Mitteln Einfluss auf dieses bedeutende Duell zu nehmen: Pressekonferenzen, geheime Treffen, illegale Absprachen finden statt. Eine besondere Rolle spielt hierbei die schöne Ungarin Florence Vassy (Monika Maria Staszak), Fredericks Assistentin und Geliebte, die sich allerdings in dessen Kontrahenten verliebt. Anatoly gewinnt das Turnier und beschließt, nicht mehr nach Russland zurückzukehren.

Ein Jahr später muss er sich als Champion im thailändischen Bangkok einem jungen russischen Herausforderer stellen. Doch das eigentliche Spiel findet abermals jenseits des Schachbretts statt.

Die russische Seite bietet Anatoly einen Deal an: Wenn er freiwillig die Meisterschaft verliert, wird der Vater seiner Geliebten und zahlreiche weitere Gefangene aus russischer Haft entlassen. Um den Druck zu erhöhen, wird zusätzlich seine russische Ehefrau und Mutter zweier gemeinsamer Kinder eingeflogen und ein Treffen zwischen beiden arrangiert. Und dann ist es ausgerechnet sein ehemaliger Konkurrent Frederick Trumper, der das Schachspiel aufgegeben hat, und inzwischen als Journalist über die Weltmeisterschaft in Bangkok berichtet, der ihm den wichtigen Rat erteilt: „Beuge dich niemals dem Mittelmaß! Kämpfe!“

Anatoly gewinnt das Match; entschließt sich jedoch anschließend, wieder nach Russland und zu seiner Familie zurück zu gehen. Dies auch in der Hoffnung, auf diesem Wege die in Aussicht gestellten Haftentlassungen durchsetzen zu können…

Theater Koblenz / Musical CHESS - auf der Festung Ehrenbreitstein - hier : Adrian Becker © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Musical CHESS – auf der Festung Ehrenbreitstein – hier : Adrian Becker © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Marcel Hoffmann in der Rolle des draufgängerischen Frederick Trumper, der auch im Theater in der Altmark (Stendal) zu erleben ist, tritt bereits in seiner 11. Musical-Produktion für das Theater Koblenz auf: 2016 JESUS CHRIST SUPERSTAR (Jesus), 2015/15 MY FAIR LADY (Freddy Einsford-Hill), 2015 CATS (Skimbleshanks), 2014/15 MOULIN ROUGE STORY (Henri de Fontillac), 2014 DIE COMEDIAN HARMONISTS (Ari), 2014 HAIR (Claude Bukowsky), 2013 DIE DREIGROSCHENOPER (Macheath), 2012/13 EVITA (Che), 2011/12 Claude Bukowsky CABARET (Clifford Bradshaw), 2009/11 SWEENEY TODD (Tobias Ragg). Hoffmanns Nachteil in diesem Stück besteht darin, dass die Rolle des amerikanischen Ekelpakets Trumper bis auf die im zweiten Akt vorkommende Kindheitserzählung keinen Raum für lyrischen Gesang bietet. In seinen geschmetterten Gesangspassagen entscheidet er sich oft für Kraft und Dramatik, anstatt durchgängig auf eine saubere Melodie-Linie zu achten.

Die beiden Hauptfiguren des Stücks: Markus Schneider, in der Rolle des introvertierten Russen; ein äußerst erfahrener Musicalsänger: Für ihn ist es seine 35. Musicalproduktion auf zahlreichen Bühnen im deutschsprachigen Raum. Schneider war bereits mehrfach in Koblenz zu Gast: 2014 in DIE COMEDIAN HARMONISTS als Erich, 2008 in JESUS CHRIST SUPERSTAR als Petrus. In MY FAIR LADY, dass von 2015 bis 2017 in Koblenz gespielt wurde, gab er die Rolle des Henry Higgins.

Theater Koblenz / Musical CHESS -auf der Festung Ehrenbreitstein © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Musical CHESS -auf der Festung Ehrenbreitstein © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Monika Maria Staszak, die die Rolle der schöne Ungarin Florence Vassy übernommen hat, steht aktuell noch als Sybille Meilhaus im Musical LUDWIG2 im Ludwigs Festspielhaus (Füssen) auf der Bühne. Für sie ist es bereits ihre 17. Musical-Produktion, wobei sie in Koblenz 2015 in CATS die Rolle der Grizabella, 2013 in der DREIGROSCHENOPER die Partie der Spelunkenjenny gesungen hat. Im von 2009 bis 2011 gespielten SWEENEY TODD war sie ebenfalls dabei.

Beide überzeugen sowohl beim musicaltypischen „Belting“, wie auch in den lyrischen Passagen der Duette, in denen sie die Bandbreite ihres großen musikalischen Könnens zeigen.

In den weiteren Rollen Wolfram Boelzle (Koblenz, Berlin, Bad Vilbel) als Walter de Courcey, Adrian Becker (30 Produktionen bundesweit) als Alexander Molokov, Michèle Silvestrini in ihrer 2. Produktion als Svetlana Sergievskaya und Christof Maria Kaiser (7 Partien in Koblenz von insgesamt 14) als SchiedsrichterBoelzle gewinnt die Herzen der Zuschauer vor allem durch sein strahlendes Lächeln und seine geradezu ansteckende Spielfreude. Becker, Silvestrini und Kaiser zeigen sich den Anforderungen ihrer Gesangspartien mehr als gewachsen.

Reporter/Pop-Chor:   Raphaela Crossey, Hyunhwa Lee, Dorothee Lochner, Mario Mariano, Ian McMillan, Klaus Phillip, Michael Seifferth, Charlotte Irene Thompson

Gesanglicher Höhepunkt des Abends war jedoch die kleine aber feine Partie der russischen Ehefrau Anatolys. Leider weist das Programmheft nicht aus, welche Dame des Chors die Partie gesungen hat, so dass ich an dieser Stelle nur unbekannterweise meine tiefe Hochachtung aussprechen kann. Aber auch die vier englischen Herren verdienen aufgrund ihrer großartigen musikalischen Leistung eine lobende Erwähnung.

Musikalische Leitung und Choreinstudierung: Karsten Huschke, seit 2013 Studienleiter und Kapellmeister am Koblenzer Theater. Es ist eine große Herausforderung, unter solch ungewöhnlichen Aufführungsbedingungen eine so großartige und gelungene Arbeit auf die Bühne zu bringen, zumal die Akustik zwischen den Gefängnismauern ihre Tücken hat. Und so kämpft Huschke dann auch immer wieder darum, das auseinander laufende Orchester zusammen zu halten.

Auch der Umstand, dass Dirigent und Musiker hinter dem Bühnengeschehen, getrennt von einer transparenten Trennwand, platziert sind, bringt Schwierigkeiten mit sich.

Da die Sänger keinen Blick auf den Dirigenten haben und Bildschirme zur Übertragung des Dirigats fehlen, tasten sie sich nach Gehör bei Beginn jeder neuen Nummer in die Musik ein. Wenn sie dann sicher sind, ihren Einsatz getroffen zu haben, schmettern sie ab dem 3. Takt ihren Text. Die Aufführung leidet etwas an diesen fragend verwaschenen Einsätzen, ohne jedoch den äußerst positiven Gesamteindruck der musikalischen Leistung zu trüben.

Die Choreografie, die die musikalisch besonders interessanten Musiknummern der Schachspiele in Ballettszenen umsetzt, stammt von der dresdener Tänzerin und Choreografin Katrin Wolfram. Ihre umfangreichen praktischen und theoretischen Erfahrung konnte sie bereits in einigen Choreografien in den Bereichen Schauspiel-, Opern- und Musicalinszenierungen einbringen. Ihre Koblenzer Arbeit verbindet sich mit Musik und Inszenierung zu einem stimmigem Ganzen.

Opernchor, Extrachor, Ballett – Es spielt das Staatsorchester Rheinische Philharmonie

Ob mir aber das Musical CHESS, die humorvoll lebendige Einführungsrede des Indendanten Markus Dietze oder die Abfahrt von der Festung Ehrenbreitstein mit der Seilbahn Koblenz ins nächtlich beleuchtete Koblenz, überstrahlt von einem leuchtenden Mond, am Besten gefallen hat, kann ich gar nicht sagen.

– Es war ein rundherum wunderschöner Abend! –

Musical CHESS,  weitere Termine: So 19.08.2018, Do 23.08.2018, Fr 24.08.2018, Sa 25.08.2018, So 26.08.2018;  Dauer der Inszenierung beträgt ca. 2 1/2 Stunden. 1 Pause

Weitere Spielzeit 2018/19: Das Programm des Theater Koblenz im Bereich des Musiktheaters der Spielzeit 2018/19 ist beachtlich: Neben dem Musical CHESS stehen stehen noch die Operetten DIE CHARDASFÜRSTIN von Kalman und der BALL IM SAVOY von Abraham, sowie die Opern LA CHENERENTOLA von Rossini, LA BOHEME von Puccini, FAUST von Spoh, DOCTOR ATOMIC von Adams, ALBERT HERRING von Britten und DER TROUBADOUR von Verdi auf dem Spielplan.

—| IOCO Kritik Theater Koblenz |—

Koblenz, Theater Koblenz, IOCO stellt vor: Theater Koblenz – Die Perle des Mittelrhein, IOCO Aktuell, 04.11.2014

November 4, 2014  
Veröffentlicht unter IOCO Aktuell, Theater Koblenz

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Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz:  Tradition und Ausstrahlung

Das Theater Koblenz überrascht mit praller, greifbarer Tradition: 1787, vor über 225 Jahren am Deinhardplatz errichtet, ist es heute der einzige klassizistische Theaterbau am Mittelrhein. Das früheste erhaltene Beispiel eines Rangtheaters und seit 2002 nach der Haager Konvention geschütztes UNESCO-Weltkulturerbe.
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Auch die Stadt Koblenz ist alt: An der Mündungsspitze von Mosel und Rhein gelegen, ursprünglicher Name Confluentes, zu Deutsch Die Zusammenfließenden, feierte Koblenz, eine der ältesten Städte Deutschlands, 1992 ihr bereits 2000-jähriges Bestehen.
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Ihr Theater verdanken die Koblenzer einem bürgernahen Trierer Kurfürst und Erzbischof: Clemens Wenzeslaus von Sachsen. Wenzeslaus betrieb 1787 das Vorhaben, die damalige Stadt Coblenz um ein Concerthaus mit Billard und Caffee-Schenk zu erweitern. Sein Drängen um kulturelle Bildung und freie Meinungsäußerung der breiten Bevölkerung findet man in Theater-Inschriften: Musis Moribus Et Publicae Laetitiae Erectum (Den Musen, der Sittlichkeit und zur Freude der Öffentlichkeit errichte) oder Ridendo corrigo mores (Durch Lachen verbessere ich die Sitten).
Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Erbaut wurde das ehemalige Comoedien- und Assemblée-Haus durch den Düsseldorfer Architekten Peter Joseph Krahé. Die klassizistische Außenfassade wird von Pilastern und Rundbögen geprägt.
Der in Blau, Grau und Weiß gehaltene, hufeisenförmige Zuschauerraum bietet nur 470 Plätze; diese über drei Ränge verteilt. Perspektivisch verzerrende Malereien und Kassetten vermitteln dem Zuschauer, trotz relativ flacher Decke, den Eindruck von Weiträumigkeit. Eröffnet wurde das Theater am 23. November 1787 mit einem Singspiel eines gerade einmal 31 Jahre alten Komponisten. Sein Name:  Wolfgang Amadeus Mozart. Sein Stück:  Die Entführung aus dem Serail.
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Das Theater Koblenz ist Magnet einer kulturell wenig verwöhnten Region, im Umkreis von 80 Kilometern findet sich kein größeres Theater. So schaffen es Markus Dietze, 39, seit 2009 Intendant des Hauses, und seine 200 Mitarbeitern im Theater am Deinhardplatz, vor dem Kurfürstlichen Schloss und der Festung Ehrenbreitstein jährlich weit über 100.000 Besucher im Jahr mit Oper, Schauspiel und Ballett zu begeistern.
Theater Koblenz / Intendant Markus Dietze © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Intendant Markus Dietze © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Ballettchef Steffen Fuchs © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Ballettchef Steffen Fuchs © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Markus Dietze ist ein gut vernetzter Mann: Nicht nur nutzt das Theater Koblenzseit Dietze“ offensiv die neuen Social Media wie Facebook und Twitter. Dietze setzt auch den öffentlichen Auftrag an städtische Theater kre-activ um: 100 Aufführungen von Klassenzimmer-stücken, kleine theaterpädagogisch anregende Vorstellungen in Schulklassen, spielten seine Mitarbeiter allein in 2012. Stücke auf der Probebühne, in Kindergärten gehören geradezu zum Alltag in Koblenz: Öffentliche Mittel blendend eingesetzt! Das Musical Evita von Andrew Lloyd Webber mit einer lebendigen Choreografie von Ballettchef Steffen Fuchs stellt denPublikumsrenner der letzten Monate aber war – völlig überraschend – das Auftragswerk des Theater Koblenz „Alle 16 Jahre im Sommer“, ein lebens-umspannende Trilogie von John von Düffel. Weit über 600 Aufführungen, große wie kleine, bringt das Theater Koblenz jedes Jahr. Großes Musiktheater wie Klassen-zimmerstücke, klassisches wie linksalternatives Schauspiel, Ballett und zahlreiche Kinder-/Jugendstücke: Der Spielplan des Theater Koblenz ist eine reiche Fundgrube für Junge wie Alte, für Kleinbühnenliebhaber wie Freunde des großen Musiktheaters.

Auch 2014/15 ist Spielplan des Theater Koblenz reich: SAMSON ET DALILA, EMILIA GALOTTI, das Musical OLIVER nach Charles Dickens, die ZAUBERFLÖTE von Wolfgang Amadeus Mozart, TOSCA von Giacomo Puccini, EUGEN ONEGIN von Peter Tschaikowsky, die MONOOPER DIE MENSCHLICHE STIMME von Francis Poulenc, das Musicals CATS von Andrew Lloyd Webber oder das Ballett DER BESUCH DER ALTEN DAME nach Friedrich Dürrenmatt, TAUSEND GRÜSSE oder die Schauspiele FAUST von Johann Wolfgang von Goethe oder DON KARLOS von Friedrich Schiller……

Tweets auf der Website des Theater Koblenz meldeten im April 2013:
• Alexander Hoffmann @Aleximander : Die #Dreigroschenoper am @theaterkoblenz steht als nächstes auf meinem Theaterplan! Retweeted by Theater Koblenz : Heute um 20:00 Uhr SPÄTLESE. Zwei Tage vor der Premiere Einblick in die Probenarbeit der DREIGROSCHENOPER. Bereits ausverkauft.

Das Theater Koblenz ist mehr als anregender Lichtblick, Magnet, Unterhalter für 105.000 Besucher. Mit seinen theaterpädagogischen Aktivitäten vermittelt es über 20.000 Jugendlichen, Mädchen wie Jungen, modern und fortschrittlich, wertvolles Verständnis zum sozialen Grundgefüge unserer Gesellschaft. Und man lernt: Besucher der Stadt sollten immer auch dem Theater Koblenz wie einer seiner Aufführungen, sei es am Deinhardplatz, auf der Festung Ehrenbreitstein die „Ehre geben“.
Theater Koblenz / Musikdirektor Enrico Delamboye © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Theater Koblenz / Musikdirektor Enrico Delamboye © Matthias Baus für das Theater Koblenz

Das Paradigma von Intendant Markus Dietze, Musikdirektor Enrico Delamboye und Ballettdirektor Steffen Fuchs lautet denn auch: Das Theater Koblenz soll: „Dem Publikum in der Stadt Koblenz und der Region unverwechselbare, mitreißende Theatererlebnisse im Schauspiel, im Musiktheater und im Ballett zu bieten und das auf einem Niveau, das auch überregional keinen Vergleich scheuen muss.“

IOCO – Serie/  Viktor Jarosch / 04.11.2014

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