Heidenheim, Opernfestspiele Heidenheim, Pique Dame – Peter Tschaikowski, 05.07.2019

Opernfestspiele Heidenheim

Opernfestspiele Heidenheim / Eröffnungskonzert mit Sharon Kam und den Stuttgarter Philharmonikern unter<br /> Marcus Bosch im Rittersaaal © Oliver Vogel

Opernfestspiele Heidenheim / Eröffnungskonzert mit Sharon Kam und den Stuttgarter Philharmonikern unter  Marcus Bosch im Rittersaaal © Oliver Vogel

 Pique Dame – Premiere bei den Opernfestspielen Heidenheim

– Glücksspiel in der Oper –

Drei, sieben, Ass: Mit diesen Glückskarten kann jedes Spiel gewonnen werden. Doch entwickelt sich diese Zauberformel bei Peter Tschaikowskis vorletztem Bühnenwerk, Pique Dame, zur Glücksspieltragödie. Als zentrale Festivaloper 2019 steht sie auf dem Programm der diesjährigen Opernfestspiele Heidenheim und feiert ihre Premiere in der Inszenierung von Tobias Heyder am 5. Juli 2019. Weitere sieben Aufführungen finden bis zum 27. Juli statt.

Tschaikowskis Oper entstand in einer Zeit, in der der Komponist von Depressionen heimgesucht wurde. Anfangs fiel es ihm schwer, sich auf das Komponieren zu konzentrieren. Das Libretto seines jüngeren Bruders – Modest Tschaikowski – jedoch ermöglichte ihm einen Zugang zu dem Stoff um tragische Liebe und krankhafte Spielleidenschaft. Schonungslose Charakterstudien treffen mit Gesellschaftskritik vor dem Hintergrund einer Welt aufeinander, in der sich Traum, Mystik und Realität miteinander vermischen. Die Bühnenhandlung nach der gleichnamigen Puschkin-Novelle entpuppt sich als zeitlose Parabel über die Frage, ob und wie Glück zu bannen, zu berechnen bzw. zu erzwingen sei. „Die ‚russische Carmen‘ – Weltrepertoire und dabei kein Mainstream – ist eine stimmige wie herausfordernde Programmwahl, weil in diesem Werk Tschaikowskis rauschhaft-labiler und letztlich immer selbstgefährdender Lebenszustand erzählt wird“, erläutert Matthias Jochner, städtischer Kulturchef und organisatorisch Verantwortlicher für die Festspiele.

Bereits die Uraufführung der Oper am 19. Dezember 1890 in Sankt Petersburg wurde mit Begeisterung aufgenommen und setzte die Erfolgsserie des Komponisten fort, der bereits mit seinen Werken wie der Oper Eugen Onegin sowie den Balletten Schwanensee und Dornröschen große Popularität errungen hatte.

Opernfestspiele Heidenheim / Der Fliegende Holländer 2017 © Oliver Vogel

Opernfestspiele Heidenheim / Der Fliegende Holländer 2017 © Oliver Vogel

„Die Geschichte atmet große Intensität. Musikalisch ist das Werk ohnehin über jeden Zweifel erhaben“, begeistert sich Marcus Bosch für diese Partitur, die im Heidenheimer Rittersaal erstmals zur Aufführung kommt. Es gibt also gleich mehrere gute Gründe, dieses romantische, russische Meisterwerk auf die Bühne zu bringen.

Herausragende Solisten werden das Ihre zum Gelingen beitragen: Die männliche Hauptpartie des spielsüchtigen Offiziers Hermann gestaltet George Oniani, dessen „fokussierte Tenorstimme“ (Frankfurter Rundschau) den Heidenheimern noch von dem Mascagni-Leoncavalli-Doppelabend 2014 in allerbester Erinnerung sein dürfte. Für Gabriele Scherer, in der Rolle der unglücklich verliebten Lisa, springt die armenische Sopranistin Karina Flores ein. Marcus Bosch dirigiert das Festspielorchester Stuttgarter Philharmoniker sowie den Festspielchor Tschechischer Philharmonischer Chor Brünn, eines der vokalen Spitzenensembles in Europa.

Pique Dame  –  Einführungsveranstaltung

Am Sonntag, dem 30. Juni (11 Uhr, Schlosskirche Schloss Hellenstein, Eintritt frei) laden die Opernfestspiele Heidenheim zur Matinée zu Pique Dame ein und geben einen Vorgeschmack auf die bevorstehende Premiere. Das Kreativteam um Marcus Bosch gibt Einblicke in den Probenprozess und das Konzept der Inszenierung. Das Publikum erhält hier Informationen aus erster Hand – von der Umsetzung der Oper über die Schicksale der Protagonistinnen und Protagonisten bis hin zu den Verknüpfungen des diesjährigen Festivalmottos „Glück“. Die Veranstaltung wird mit musikalischen Kostproben der Solistinnen und Solisten der OH! abgerundet.

Weitere Programmhöhepunkte

Junge Oper Gold!
Bereits traditionell und doch immer wieder neu nimmt Heidenheim 2019 das jugendliche Publikum in den Blick, diesmal mit der Kinderoper Gold! (Premiere 26.6.), in der Flora Verbrugge (Libretto) und Leonard Evers (Musik) frei nach dem Grimm-Märchen Vom Fischer und seiner Frau eine Fantasiegeschichte über das auf die Bühne bringen, was im Leben wirklich glücklich macht. Und dies ist (Achtung Spoiler!) eben doch nicht die sofortige Erfüllung jedweden Wunsches. Von einem Schlagzeuger und einem Sänger gesungen, gespielt und erzählt, ist Gold! ein musikalisches Spiel für die ganze Familie, das europaweit aufgeführt und mit großem Erfolg gefeiert wird.

Zeitgenossen – Die Neue Musik für die Opernfestspiele Heidenheim
In der fünften Ausgabe der Zeitgenossen-Biennale der Opernfestspiele Heidenheim ist der Komponist und Flötist Albrecht Imbescheid artist in residence. An drei Veranstaltungen wird der Künstler Neue Musik auf besondere Weise erfahrbar und erlebbar machen. Imbescheid, Jahrgang 1950, ist einer der wichtigsten Protagonisten der zeitgenössischen Musik in Stuttgart. Am drei Veranstaltungen (12.-14.7.) wird der Künstler seine Musik in verschiedene Kontexte, auch den der Bildenden Kunst, stellen.

—| Pressemeldung Schimmer PR / Opernfestspiele Heidenheim |—

Heidenheim, Opernfestspiele Heidenheim, Ausklang mit Knalleffekt – Daniel Hope, 07.08.2016

August 5, 2016  
Veröffentlicht unter Heidenheim Festspiele, Pressemeldung

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Opernfestspiele Heidenheim

Opernffestspiele Heidenheim / Daniel Hope © Harald Hoffmann / DG

Opernffestspiele Heidenheim / Daniel Hope © Harald Hoffmann / DG

Ausklang mit Knalleffekt

Die Saison der Opernfestspiele Heidenheim geht zu Ende: Händels große Feuerwerks-Ouvertüre setzt in der „Last Night“ am Sonntag, 7. August, um 20 Uhr den Punkt unter die Festspiele 2016. Mit Feuerwerk. Und mit Weltstar: Daniel Hope bringt zusammen mit der Cappella Aquileia neben Händel auch Vivaldis Vier Jahreszeiten und die „Vier Jahreszeiten recomposed“ von Max Richter auf die Bühne des Rittersaals oder des Festspielhauses. [Von Daniel Hope wurden verschiedene Aufnahmen bei der Deutschen Grammophon veröffentlicht.]

Der gefeierte und mehrfach mit dem Echo Klassik ausgezeichnete Geiger, 1973 in Durban, Südafrika, geboren, spielte bereits als Kind mit Yehudi Menuhins Enkelkindern. Kein Wunder also, dass er die Geige zu seinem Lebensinhalt machte. Ab 1978 nahm er Geigenstunden und bereits sechs Jahre später trat Daniel in London in das Royal College of Music ein, wo er bei den russischen Meistern Itzhak Rashkovsky, Felix Andrievsky und Grigory Zhislin studierte. Letzte Station seines Studiums war die Royal Academy of Music, wo er mit Zakhar Bron arbeitete (1992–1998).

Auf diesem soliden Fundament baute Daniel Hope eine eindrucksvolle Karriere auf, und er arbeitet jetzt weltweit mit den renommiertesten internationalen Orchestern und Dirigenten. Seine Aufnahmen erhielten zahlreiche Auszeichnungen, darunter sechs ECHO-Preise, einen „Classical Brit Award“, den Deutschen Schallplattenpreis und mehrere „Grammy“-Nominierungen. Während seiner gesamten Laufbahn hat Daniel Hope furchtlos Schranken durchbrochen und sich auf innovative, unkonventionelle musikalische Erfahrungen eingelassen. Zu den lohnenden Ergebnissen gehören Alben wie das modernistische „Spheres“, Max Richters „Berlin by Overnight“ sowie seine jüngste Veröffentlichung „Escape to Paradise – The Hollywood Album“ mit Gastauftritten von Sting und Max Raabe. Daniel Hope spielt die »Ex-Lipiñski« von Guarneri del Gesù aus dem Jahr 1742, die ihm von einer ungenannten Familie aus Deutschland zur Verfügung gestellt wurde.

Über Vivaldis Vier Jahreszeiten sagt der britische Komponist Max Richter,das Werk ist ein omnipräsentes Klangobjekt und wie kein anderer Teil unserer musikalischen Landschaft und meines täglichen Lebens“. Und tatsächlich: Wollte man eine Hitliste der Musik aus den vergangenen 300 Jahren zusammenstellen, die „vier Jahreszeiten“ wären sicherlich ganz vorne mit dabei. Richter arbeitet in der Tradition von großen Neuschöpfern alter Werke wie Igor Strawinsky oder Hans Zender. Er bearbeitet, transformiert, sucht neuen Zugang, lotet Grenzen aus – und lässt doch in jedem Takt seine Liebe zum Original durchscheinen. Vivaldi bleibt Vivaldi – und wird zugleich wieder zu dem Grenzgänger, als der er in seiner Zeit berühmt war. Die Gegenüberstellung von Original und Neuschöpfung schafft einen erfrischten Zugang zu einem Werk „klassischer Popmusik“.

Info kompakt   Last night     Sonntag, 7. August 2016, 20 Uhr
Rittersaal Schloss Hellenstein / Festspielhaus Congress Centrum Heidenheim*
Das Konzert ist ausverkauft.

*Abhängig von der Witterung findet die Veranstaltung im Rittersaal Schloss Hellenstein Open Air oder im Festspielhaus Congress Centrum Heidenheim statt.

 

—| Pressemeldung Opernfestspiele Heidenheim |—

Heidenheim, Opernfestspiele Heidenheim, Premiere Oberto. Conte di San Bonifacio von Verdi, 04.08.2016

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Opernfestspiele Heidenheim

Opernfestspiele Heidenheim / Anna Princeva © Opernfestspiele Heidenheim

Opernfestspiele Heidenheim / Anna Princeva © Opernfestspiele Heidenheim

Oberto. Conte di San Bonifacio von Giuseppe Verdi
Verdi-Rarität eröffnet neue OH!-Reihe im Festspielhaus

Mit Giuseppe Verdis erster Oper Oberto. Conte di San Bonifacio erleben die Opernfestspiele Heidenheim am Donnerstag, 4. August, den Auftakt zu ihrer neuen Verdi-Reihe im Festspielhaus. Das Ritterdrama um den Grafen Oberto stand am Beginn einer unglaublichen Karriere des damals 23- jährigen Verdi. Festspieldirektor Marcus Bosch erfüllt sich damit einen lang gereiften Traum: sich an einem besonderen Ort unter besten Bedingungen chronologisch dem OEuvre des bedeutendsten italienischen
Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts widmen zu können.

Die Vorbilder Bellini und Donizetti merke man dem Oberto zwar an, doch sei die Musik und die dramatische Zuspitzung bereits unverkennbar „blutechter Verdi, so Bosch. Das Eruptive, die Kraft und das Fordernde seien nicht mehr zu vergleichen mit der Musiksprache Donizettis, zeigt Bosch auf. Regisseur Tobias Heyder pflichtet dem bei. Bereits der „Oberto“ baue auf die dramatische Konstellation späterer Verdi-Opern: Unreife Männer als verführerische Bösewichte, die engelsgleiche Frauen ins Unglück stürzen, und dominante Väter. Oberto selbst sei eine Mischung aus Rigoletto und Amonasro.

Die Idee einer neuen Opernreihe Länger schon haben die Verantwortlichen der Opernfestspiele über eine sinnvolle Erweiterung des Festspielangebots nachgedacht. Die neue Reihe mit dem Frühwerk Verdis vereint die verschiedenen Aspekte: Zum einen werden Verdis Opernraritäten die Aufmerksamkeit des enzyklopädisch interessierten Opernfreunds auf sich ziehen, zumal in Heidenheim die Verdi-Opern immer auch szenisch realisiert werden. (Nota bene: Außer zwei konzertanten Aufführungen in Gießen und Frankfurt gab es den Oberto szenisch zuletzt im Verdi-Jahr 2013 – an der Mailänder Scala). Das wird noch stärker als bisher auch internationales Publikum an die Brenz locken.

Das Festspielhaus, das bisher als Schlechtwettervariante für die Open-air-Aufführung im Schloss Hellenstein diente, bekommt eine stärkere Position. Ohne Bühnenbild und bewusst im Gegensatz zur Opulenz der Hauptoper wird der junge Hamburger Regisseur Tobias Heyder den Fokus ganz auf die handelnden Personen legen. Wie sehr die frühen Opern Verdis auch bühnentauglich sind – Verdi bezeichnete sich selbst schließlich als „Theatermann“ und nicht als Opernkomponist -, werden die speziellen Inszenierungen in der als Black-Box begriffenen Bühnensituation des Festspielhauses zeigen: Wenige Requisiten und das Lichtdesign von Hartmut Litzinger werden die nötigen szenischen Impulse setzen, um die dramatischen Situationen dieses Verdi-Erstlings direkt erlebbar zu machen. Kostümbildnerin Janine Werthmann bildet einen Brückenschlag zwischen zeitlosen Kostümen und historischen Zitaten.

Cappella Aquileia sorgt für authentisches Verdi-Erlebnis Doch auch musikalisch wird es spannend: Die Cappella Aquileia ist der musikalischer Partner für eine spezielle Aufführung, die ein gutes Stück weit versucht, Verdi im Original erklingen zu lassen. Das Orchester der Opernfestspiele, dessen Konzerte zeigen, dass es „historisch informiertes“ Musizieren verinnerlicht hat, wird mit der Orchesteraufstellung, seinem kammermusikalischen Musizierstil und den ungewöhnlichen Besetzungen der Uraufführungen experimentieren. Zur Verdi-Zeit spielte man mit weniger Streichern als heute üblich, so dass eine plastischere (und sängerfreundlichere) Bläser- Streicher-Balance zu erwarten ist. Teilweise werden auch Nachbauten historischer Instrumente zum Einsatz kommen.

Mit dem Tschechischen Philharmonischen Chor Brünn in der Einstudierung von Jan Ocetek steht ein hochkarätiger und – wie bereits in der Hauptproduktion von „La Bohème“ zu erleben – auf höchstem Niveau agierender Opernchor zur Verfügung. Internationale Sängerbesetzung Woong-jo Choi singt den im Krieg unterlegenen und jetzt um seine Tochter kämpfenden Grafen Oberto. Der in Korea geborene Sänger studierte an der Nationalen Universität Seoul und am Konservatorium der Stadt Wien. Der Bassist war am Luzerner und Aachener Theater engagiert und in Heidenheim bereits als Timur und als Banquo in Macbeth zu erleben.

Als Obertos Tochter Leonora debütiert in Heidenheim Anna Princeva. Nach Studien am Konservatorium ihrer Heimatstadt St. Petersburg studierte sie am Konservatorium Pergolesi Gesang und absolvierte verschiedene Meisterkurse, u. a. bei Francisco Araiza und Grace Bumbry. Sie trat auf als Violetta (La Traviata), Gilda (Rigoletto) und als Pia (Pia de‘ Tolomei) an den Theatern von Rovigo und Vincenza. Unter der Leitung von Gustav Kuhn wurde sie bei den Tiroler Festspielen als Abigaile in Verdis Nabucco von Publikum und Presse gleichermaßen gefeiert, wo sie auch als Leonora in Verdis Trovatore und als Donna Anna in Mozarts Don Giovanni auftrat.

Als Draufgänger Riccardo wird der rumänische Tenor Adrian Dumitru zu erleben sein. Während seines Masterstudiums der Physiotherapie absolvierte er ein privates Musik- und Stimmstudium bei der Sopranistin Mariana Stoica, dem Bariton Emil Matei, dem Tenor Corneliu Fanateanu sowie dem Vocal Coach Alexandru Petrovici.

Opernfestspiele Heidenheim / Katerina Hebelkova © Opernfestspiele Heidenheim

Opernfestspiele Heidenheim / Katerina Hebelkova © Opernfestspiele Heidenheim

Als Cuniza ist die tschechische Mezzosopranistin Katerina Hebelkova verpflichtet. Sie studierte an der Hochschule für Musik und Theater München bei Professor Daphne Evangelatos und war Mitglied der dort ansässigen Opernschule. Bereits während ihres Studiums sang sie in zahlreichen Konzerten in Deutschland, Tschechien, Italien sowie der Schweiz und wirkte an der Theaterakademie August Everding in vielen Opernproduktionen am Münchener Prinzregententheater mit.

Als Preisträgerin gewann sie zahlreiche Wettbewerbe wie 1999 den Jamila Novotna als
jüngste Sängerin und 2005 den Kulturpreis Bayern. Die in der Slowakei geborene Mezzosopranistin Daniela Ba?asova singt die Rolle der Imelda, der Vertrauten Cunizas. Sie absolvierte ihr Gesangsstudium zunächst an der Hochschule für Musik in Bratislava, dann bei Marjana Lipovšek an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.

Ein weiterer Aufführungstermin ist am Samstag, 6. August. Beginn jeweils 20 Uhr, Festspielhaus Congress Centrum Heidenheim.  Vor den beiden Vorstellungen werden Einführungsvorträge um 19.10 Uhr und um 19.30 Uhr im Festspielhaus Congress Centrum Heidenheim angeboten.

Info kompakt:
Oberto. Conte di San Bonifacio
Premiere: Donnerstag, 4. August 2016, 20 Uhr
Ein weiterer Aufführungstermin ist am 6. August 2016, 20 Uhr.
Festspielhaus Congress Centrum

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Heidenheim, Opernfestspiele Heidenheim, Barockspezialist trifft auf Barockkirche, 17.07.2016

Juli 13, 2016  
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Opernfestspiele Heidenheim

„OH! im Kloster“: Barockspezialist trifft auf Barockkirche

 

Ein besonderes Erlebnis für Freunde des Barocks halten die Opernfestspiele Heidenheim bereit: Spezialist für Barockmusik trifft auf Barockkirche – und auf eine der schönsten Barockorgeln Süddeutschlands. Am Sonntag, 17. Juli leitet Eduardo López Banzo im Rahmen der Opernfestspiele Heidenheim ein Konzert mit der Sopranistin Dénise Beck und Musikern der Cappella Aquileia in der Balthasar-Neumann-Kirche des Klosters Neresheim.

Opernfestspiele Heidenheim / Eduardo López Banzo © Marco Borggreve

Opernfestspiele Heidenheim / Eduardo López Banzo © Marco Borggreve

Der 1961 in Saragossa geborene Eduardo López Banzo ist Cembalist, Organist und Dirigent – und er ist einer der großen Spezialisten Spaniens für die spanische und die europäische Barockmusik. Tiefgehende Auseinandersetzung mit Stilistik, Instrumentenbau und vor allem den historischen Quellen sind die Inhalte seiner Arbeit und die Inspirationsquellen wiederum für ihn und die Musiker, mit denen Banzo arbeitet. Das Ergebnis ist Musik, die nach allen Jahrhunderten für ein heutiges Publikum frisch und innovativ klingt, als würde man eine Uraufführung erleben. Banzo erhielt seine entscheidenden Impulse in Amsterdam bei Gustav Leonhardt, der ihn auch ermutigte, sich für die spanische Barockmusik einzusetzen. Seinen größten Erfolg erzielte Banzo im Jahr 2004, als ihm zusammen mit dem von ihm 1988 gegründeten Ensemble „Al Ayre Español“ vom spanischen Kulturministerium der Premio Nacional de Música verliehen wurde. Banzo dirigierte unter anderem beim Bachfest Leipzig, im Baden-Badener Festspielhaus, im Wiener Musikverein und Konzerthaus, im Amsterdamer Concertgebouw, im Berliner Konzerthaus, in der Tonhalle Düsseldorf, in der Pariser Opéra Comique, im Theatre des Champs Elysées und im Teatro Olimpico in Rom. 2012 gab er sein Debüt mit den Berliner Philharmonikern und bei den Schwetzinger Festspielen.

Ausgewählte Meisterwerke von Mozart und Händel – in der Abteikirche des Klosters Neresheim und damit in einem Gebäude von Weltgeltung. Sie ist ein hohes Beispiel europäischer Barockbaukunst, und bereits bei den Festspielen 2015 konnten die Gäste der Opernfestspiele beim Bruckner-Konzert des Tschechischen Philharmonischen Chores Brünn den unvergleichlichen Raum als Spielort erleben. In diesem Jahr stehen die Deutschen Arien und das „Salve Regina“ von Georg Friedrich Händel sowie Kirchensonaten von Wolfgang Amadeus Mozart auf dem Programm. Dazu spielt Eduardo López Banzo zwei Orgelsonaten von Carl Philipp Emanuel Bach auf der berühmten Holzhey-Orgel.

Solistin ist die junge dänische Sopranistin Dénise Beck, die in „La Bohème“ die Rolle der Musetta singt. Beck wurde 2004 mit dem Ersten Preis des Dänischen “Young Singers” Wettbewerbs ausgezeichnet und gleichzeitig an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien aufgenommen. Als Konzertsängerin hat sie sich einen ausgezeichneten Namen gemacht und unter anderem die c-moll-Messe von Mozart, Carl Orffs „Carmina Burana“, Beethovens 9. Symphonie, das Gloria von Poulenc, die h-moll-Messe von Bach ebenso wie zahlreiche andere Messen und Kantaten von Haydn, Mozart und Händel gesungen. Sie war mehrmals als Solistin mit dem Johann-Strauss-Ensemble der Wiener Symphoniker auf Tournee, mit dem sie 2012 auch eine CD aufgenommen hat. Das weitere Ensemble setzt sich aus Musikern der Cappella Aquileia zusammen, die im Jahr 2011 gegründet wurde und sich unter der Leitung von Marcus Bosch einen ausgezeichneten Ruf erspielt hat. Für die Cappella-Musiker ist Banzo kein unbekannter: Im Jahr 2013 dirigierte Banzo erstmals das Orchester der Opernfestspiele.

Das Konzert beginnt um 16 Uhr und ist eine Kooperationsveranstaltung mit den „Konzerten in der Abteikirche Neresheim“. Ein Einführungsvortrag wird vor dem Konzert um 15:30 Uhr angeboten.

Info kompakt
„OH! im Kloster“
Eduardo López Banzo (Orgel und Leitung), Dénise Beck (Sopran) und Musiker der „Cappella Aquileia“
Sonntag, 17. Juli 2016, 16 Uhr
Abteikirche Kloster Neresheim

 

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