Hannover, Staatsoper Hannover, OKTOBER 2018

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski


>>PREMIERE BALLETT


SCHNEEWITTCHEN

BALLETT VON JÖRG MANNES

MUSIK VON DMITRI SCHOSTAKOWITSCH, IGOR STRAWINSKY, EDVARD GRIEG, RICHARD WAGNER, PIETRO MASCAGNI, TOMER YARIV, MATHIAS REUMERT, OWEN CLAYTON CONDON UND PHILIP GLASS

URAUFFÜHRUNG SA 06.10.18, 19:30 UHR

Jörg Mannes’ Schneewittchen ist ein Freigeist – und durchaus nicht von gestern. Auch die übrigen Akteure sind ganz ausgeschlafen und auf der Höhe der Zeit: Die böse Königin kämpft mit allen Mitteln um ihren Rang als First Beauty. Die sieben Zwerge strotzen vor Kraft und wirken kein bisschen niedlich. Und der verliebte Prinz – einfach überirdisch.

Im Tanz erweckt der Choreograph das schöne Königskind zu neuem Leben. Wie viele Künstler vor ihm reizt ihn die Überzeitlichkeit des Märchens ebenso wie der Reichtum an Bildern und Aspekten. Mannes spielt mit den Inhaltsstoffen der Fassung der Brüder Grimm aus Symbolen, Motiven und Archetypen. Seine Sichtweise ist augenzwinkernd und anregend für Kinder und Erwachsene.

Neben dem Ballettensemble der Staatsoper bringt Mannes die Schlagzeugformation „Rummsfeld“ auf die Bühne. Die Handlung wird mit einem weit gefächerten Musikrepertoire untermalt – interpretiert vom Niedersächsischen Staatsorchester Hannover.

CHOREOGRAPHIE Jörg Mannes MUSIKALISCHE LEITUNG Mark Rohde BILD UND RAUM Florian Parbs KOSTÜME Alexandra Pitz PROJEKTIONEN Philipp Contag-Lada LICHT Elana Siberski DRAMATURGIE Brigitte Knöß

Ballett der Staatsoper Hannover, Rummsfeld

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover


>> PREMIERE JUNGE OPER


DES KAISERS NEUE KLEIDER

KOMISCHE OPER IN SECHS BILDERN VON HANS LOFER / MARC-AUREL FLOROS NACH HANS CHRISTIAN ANDERSEN (1953/2015) BEARBEITET VON ELKE HEIDENREICH (2005)

PREMIERE FR, 26.10.18, 11:00 UHR

Die Vagabunden Zwick und Zwack behaupten, den seltensten Kleiderstoff der Welt zu weben. „Pippimippi“ heiße er und habe die Besonderheit, für dumme Menschen unsichtbar zu sein. Kaiser Bunsolin ist begeistert und muss diesen Stoff haben. Doch es kommt, wie es kommen muss: Minister Adalin kann das kostbare Gewebe ebenso wenig sehen wie der Rest der Welt, den Kaiser eingeschlossen.

Des Kaisers neue Kleider ist eines der berühmtesten Märchen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen. Mit präzisem Timing bringt es die Eitelkeit der Macht und die Verführbarkeit der Mächtigen auf den erzählerischen Punkt. Der Nadelstich eines einzigen Satzes aus Kindermund lässt die Seifenblase kaiserlicher (Selbst-)Täuschung platzen. So einfach und so wirkungsvoll kann eine Pointe sein!

Hans Lofers komische Oper mit Anklängen an Jazz und Tanzmusik und die Librettobearbeitung von Elke Heidenreich spitzen das Märchen klanglich und sprachlich zu und machen Des Kaisers neue Kleider zu einem witzigen, listigen, kritischen Musiktheater nicht nur für Kinder.

MUSIKALISCHE LEITUNG Cameron Burns INSZENIERUNG Karsten Barthold BÜHNE Anne Laubner KOSTÜME Kerstin Krüger LICHT Uwe Wegner DRAMATURGIE Christopher Baumann MUSIKTHEATERPÄDAGOGIK Kisten Corbett

KAISER BUNSOLIN Yannick Spanier ADALIN, PREMIERMINISTER Gihoon Kim ANGINA, DESSEN FRAU Eunhye Choi LAMETTA, IHRE ZOFE Marlene Gaßner ZWICK Martin Rainer Leipoldt ZWACK Daniel Preis KULTUSMINISTER U.A. Ula Drescher

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover


>> REPERTOIRE OPER UND BALLETT


MADAME BUTTERFLY

Gemessen an ihrer heutigen Popularität ist es fast unvorstellbar – doch die Uraufführung von Puccinis japanischer Tragödie Madame Butterfly 1904 an der Mailänder Scala war ein Desaster. Die vehemente Ablehnung durch das Publikum und die Presse traf den erfolgsverwöhnten Puccini völlig unvorbereitet. Dennoch glaubte er an seine neue Oper über die Geisha Cio-Cio-San, die den in Japan stationierten amerikanischen Marineleutnant Pinkerton heiratet, der sie schon kurze Zeit später verlässt. Und er sollte recht behalten, denn bis heute ist Puccinis „seelenvollste, ausdrucksreichste Oper“ ein packendes Werk über das Aufeinanderprallen zweier Kulturen, ein eindringliches Psychogramm einer hartnäckig liebenden Frau.

WIEDERAUFNAHME SA, 20.10.18


MARILYN

Mit „Marilyn“ schuf Choereograph und Ballettdirektor Jörg Mannes einen Tanzabend, der sich kaleidoskopisch durch das Leben von Marilyn Monroe bewegt. Sie war Sexsymbol, Medienstar und Filmikone des 20. Jahrhunderts. Doch der Starrummel forderte seinen Preis: Drogen, Alkohol, Depressionen und Selbstzweifel waren die Kehrseite des Glamours. Die Suche nach Perfektion endete schließlich in Selbstzerstörung und einem tragisch frühen Tod. „Mannes hat […] ausdrucksvoll artistische Pas de Deux entworfen,

wie er auch die formidable Gruppe akrobatisch fordert.“ Dance for you Magazine

VORSTELLUNGEN MI, 10.10. UND MI, 31.10.18


MY FAIR LADY

„ ,My Fair Lady‘ an der Staatsoper Hannover: ganz heutig, taufrisch, hoch amüsant und vor allem sensationell gut. Bernd Mottls Lesart funktioniert, weil der Regisseur jeder Figur pralles Leben einflößt, genüsslich Details auskostet und immer wieder Spaß mit leicht parodistischem Zungenschlag herauskitzelt“, befand die Hannoversche Allgemeine Zeitung über die Premiere 2009. „My Fair Lady“ gehört seit der Uraufführung 1956 zu den erfolgreichsten Musicals aller Zeiten. Doch das Märchen, das den Aufstieg vom schmutzigen Blumenmädchen in die High Society dekliniert, greift tiefer und fragt: Bleibt ein Mensch er selbst, auch wenn er sich freiwillig umformen lässt?

VORSTELLUNGEN MI 03.10., DO, 11.10. UND FR, 26.10.18


TRISTAN UND ISOLDE

Die Liebe zwischen dem kornischen Ritter Tristan und der irischen Prinzessin Isolde: Nie darf diese Liebe leben. Schließlich ist Isolde dem König Cornwalls versprochen, und Tristan würde seinen Herrn niemals hintergehen. Ihre Liebe ist ebenso unmöglich wie die Überwindung der Trennung von Tag und Nacht, von Hell und Dunkel. Richard Wagners bahnbrechende Musik reißt den Zuhörer mit in die geheimsten Gedanken des Liebespaars, in die Welt unaussprechlicher Sehnsüchte, in den Widerstreit von Liebessehnsucht und Liebesqual, für die es nur einen Ausweg gibt: die Flucht vor dem Licht des Lebens in das erlösende Dunkel des Todes.

VORSTELLUNGEN SO, 07.10., SO, 21.10. UND SO, 28.10.18


DIE ZAUBERFLÖTE

„Die Zauberflöte“ sei neben Shakespeares „Hamlet“ und Leonardos „Mona Lisa“ das dritte große Rätselwerk unserer Kultur, beschreibt der Schweizer Germanist Peter von Matt die große Faszination dieses Werkes, zu der die Musik maßgeblich beiträgt – schließlich bestimmt sie in Form der titelgebenden Zauberflöte und eines Glockenspiels die Handlung mit. Frank Hilbrich schafft mit seiner Zauberflöten-Inszenierung „eine Aufführung, die eine Menge Fragen hinterlässt und genau deswegen sehenswert ist.“ „nmz“

VORSTELLUNGEN DI, 09.10.,FR, 12.10., MI, 17.10. UND FR, 19.10.18


>> KONZERTE


2. SINFONIEKONZERT
PETER I. TSCHAIKOWSKY Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35 (1878)
LUDWIG VAN BEETHOVEN Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 (1812)

Mit seiner 7. Sinfonie und dem Sog ihrer rhythmischen Kraft hat Beethoven die Hörer seiner Zeit ebenso begeistert wie verblüfft. Ihr großer Erfolg ist dabei auch dem Umstand geschuldet, dass sie kurz nach der Völkerschlacht bei Leipzig zusammen mit der programmatischen Schlachten-Ouvertüre „Wellingtons Sieg“ gespielt und so ebenfalls als anti-napoleonisches Manifest gefeiert wurde. Auch heute noch lässt sich trotz anderer Hörgewohnheiten die Schockwirkung erahnen, die speziell der wilde letzte Satz bei den Zeitgenossen ausgelöst haben mag.

Tschaikowskys Violinkonzert gehört zu den bedeutendsten Beiträgen zur Gattung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Extreme emotionale Kontraste und unerhörte Virtuosität kennzeichnen das Werk, was aber nach der Uraufführung nicht nur auf Anerkennung stieß. Ablehnende Kritiken über seine Kompositionen, unter denen Eduard

Hanslicks Schmähkritik über „stinkende Musik“ traurige Berühmtheit erlangte, waren für

Tschaikowsky freilich nichts Neues. Dem Konzert merkt man die zeitliche Nähe zur Oper „Eugen Onegin“ an, deren melancholische Grundstimmung es anklingen lässt, aus der sich schließlich der folkloristisch gefärbte Finalsatz losreißt.

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

DIRIGENT UND SOLIST Julian Rachlin (Violine)
SO, 14.10.18, 17:00 Uhr
MO, 15.10.18, 19:30 Uhr
Kurzeinführung jeweils 45 Minuten vor Konzertbeginn


1.KAMMERKONZERT: KLAVIERTRIO „À LA RUSSE“

PETER I. TSCHAIKOWSKY Die Jahreszeiten op. 37a (1876), arrangiert für Klaviertrio von Alexander F. Goedicke (Auswahl)

GEORGI CATOIRE Klaviertrio f-Moll op. 14 (1900)

SERGEI RACHMANINOW Trio élégiaque Nr. 2 d-Moll op. 9 (1893)

Zum Auftakt der Kammermusik-Saison im Landesmuseum spielt das Klaviertrio Hannover um Konzertmeisterin Lucja Madziar russische Werke. Nach einer Auswahl der zwölf Sätze aus Tschaikowskys Klavierzyklus „Die Jahreszeiten“ (arrangiert für Klaviertrio) stehen zwei große Werke der Trio-Literatur auf dem Programm. Georgi Catoire, Sohn einer aus Frankreich eingewanderten Familie, ist in Westeuropa weitgehend unbekannt, war aber als Kompositionsprofessor am Moskauer Konservatorium von 1917 bis zu seinem Tod 1926 höchst einflussreich und anerkannt.

Sein Klaviertrio op. 14 ist das erste einer Reihe gewichtiger Kammermusikwerke. Das „elegische“ Trio Nr. 2 des jungen Sergei Rachmaninow entstand unter dem schockierten Eindruck des völlig unerwarteten Todes von Peter I. Tschaikowsky. Mit drei Sätzen und etwa 45 Minuten Spieldauer gehört es zu den Schwergewichten der Gattung.

MIT dem Klaviertrio Hannover: Lucja Madziar (Violine), Johannes Krebs (Violoncello) und Katharina Sellheim (Klavier)

 SO, 21.10.2018, 11:00 UHR, NIEDERSÄCHSISCHES LANDESMUSEUM HANNOVER

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

Hannover, Staatsoper Hannover, Festkonzert mit CATHERINE FOSTER, 01.09.2018

August 23, 2018  
Veröffentlicht unter Pressemeldung, StaatsOper Hannover

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Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

CATHERINE FOSTER ZU GAST AN DER STAATSOPER

Für das Festkonzert zugunsten der Stiftung Staatsoper Hannover am 1. September 2018 konnte Sopranistin Catherine Foster als Stargast gewonnen werden. Das Konzert bewegt sich in einem Streifzug durch die neue Opern-Spielzeit 2018/19.

Auch in diesem Jahr eröffnet wieder das Festkonzert zugunsten der Stiftung Staatsoper Hannover die Opernsaison. Für die 14. Ausgabe am 1. September 2018 um 19.30 Uhr konnte Catherine Foster als Stargast verpflichtet werden. Foster ist eine der gefragtesten Sopranistinnen im dramatischen Fach und feierte in Partien von Richard Wagner, Richard Strauss und Giacomo Puccini weltweit große Erfolge. Unter der Musikalischen Leitung von Will Humburg ist sie an diesem Abend mit der Turandot-Arie „In questa reggia“ und Ausschnitten aus Tristan und Isolde zu erleben.

Das Publikum kann sich zudem auf Mitglieder des Staatsopern-Ensembles, das Niedersächsische Staatsorchester Hannover und die Kapellmeister Valtteri Rauhalammi, Mark Rohde und Cameron Burns freuen. Gemeinsam bieten sie einen Vorgeschmack auf die neue Spielzeit und lassen Kostproben aus Franz Schrekers „Die Gezeichneten“, Benjamin Brittens „Ein Sommernachtstraum“, Jacques Offenbachs „König Karotte“ sowie Hector Berlioz‘ „Fausts Verdammnis“ erklingen. Durch den Abend führt Chefdramaturg Klaus Angermann.

Mit dem Erwerb der Opernkarte unterstützen die Konzertbesucherinnen und -besucher die Arbeit der Stiftung Staatsoper Hannover. Diese ermöglicht besondere Opernereignisse in Hannover und stärkt den hoffnungsfrohen Blick in die Zukunft der Oper durch die Förderung eines engagierten Jugendprogramms.

Am darauffolgenden Tag, 2. September 2018 um 18.30 Uhr, ist ein beinah identisches Programm beim Eröffnungskonzert im Opernhaus zu erleben. Die Partien der Isolde übernimmt dann allerdings Kelly God, die auch in der Hannoveraner Neuinszenierung von Tristan und Isolde in der Titelpartie debütieren wird. Für das Eröffnungskonzert gibt es nur noch wenige Restkarten.

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

Hannover, Staatsoper Hannover, Dialoge der Karmelitinnen – Francis Poulenc, IOCO Kritik, 02.07.2018

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Staatsoper Hannover

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

 DIALOGE DER KARMELITINNEN –  Francis Poulenc

Libretto Georges Bernanos, nach Die Letzte am Schafott von Gertrud von le Fort

von Karin Hasenstein

– Singend in den Tod –

Ein Ausflug in die niedersächsische Landeshauptstadt zur dortigen Staatsoper lohnt sich immer, so die Erfahrung der Rezensentin. Ein überaus engagiertes Ensemble, ein großartiger Chor und Extrachor sowie das Niedersächsische Staatsorchester Hannover machen den Opernbesuch dort zum Erlebnis. So fiel auch die Entscheidung zum Besuch einer Vorstellung der Dialoge der Karmelitinnen rasch und erwies sich einmal mehr als lohnend.

Die  Dialoge der Karmelitinnen wurden am 26. Januar 1957  im Teatro alla Scala, Milano uraufgeführt; an der Staatsoper Hannover ist diese Produktion von 2018 eine Erstaufführung. Die Vermutung der leitenden Dramaturgin, das Stück sei vielleicht „zu katholisch” gewesen, lässt die Besucher im protestantischen Hannover schmunzeln. In der Tat wirkten drei Katholiken an der Entstehung der Karmelitinnen mit. Der Komponist Francis Poulenc, der Autor des Dramas Georges Bernanos sowie die Dichterin der Novelle, Gertrud von le Fort waren alle gläubige Katholiken.

Staatsoper Hannover / Dialoge der Karmelitinnen - hier : Dorothea Maria Marx als Blanche und Ensemble © Thomas M. Jauk

Staatsoper Hannover / Dialoge der Karmelitinnen – hier : Dorothea Maria Marx als Blanche und Ensemble © Thomas M. Jauk

Die der Handlung zugrunde liegende Geschichte der 16 Nonnen von Compiègne, die ohne ordentliche Gerichtsverhandlung zum Tode durch die Guillotine verurteilt wurden, ist in der Tat historisch verbürgt – die Hauptfigur der Blanche de la Force aus der Novelle Die Letzte am Schafott jedoch entspringt der Phantasie der Dichterin.

Der große Topos der Oper ist Angst.

Die Angst Blanches vor ihrem Vater, der sie daran erinnert, dass ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben ist, Angst vor ihrem Bruder, der sich um seine Schwester sorgt, sich ihr aber wohl mehr als nur brüderlich nähert, Angst vor dem Leben an sich. Ihr Wunsch ist es, ins Kloster eintreten zu dürfen, weil sie sich dort sicher fühlt. Der Vater gewährt ihr diesen Wunsch.

Im Kloster Karmel von Compiègne bei Paris bittet Blanche um Aufnahme in die klösterliche Gemeinschaft. Auch die Warnung der gestrengen Priorin, das Leben als Nonne werde schwere Prüfungen für sie bereithalten, hält sie nicht von ihrem Vorhaben ab. In einer kleinen, aber berührenden Szene nimmt die Priorin Blanche ihr Stoff-Häschen ab, einzig ein Löffel bleibt ihr als persönlicher Gegenstand. Aus Blanche de la Force wird „Blanche von der Todesangst Christi”, und mit der Wahl ihres Ordensnamens manifestiert sie ihre Ängste, die sie doch im Kloster bezwingen wollte.

Der Zuschauer ahnt bereits angesichts der wuchtigen Häuserzeile, die sich hinter ihr schließt, dass dieser Weg nicht zu Seelenfrieden und Befreiung von der Angst führt. Aber nicht allein Blanche hat Angst. Die alte Priorin fürchtet ihren nahenden schweren Tod.

Einen Gegenpol zu all der Angst stellt die junge Novizin Constance dar, die ohne zu zögern ihr Leben für das der Priorin geben würde. Ihre Überzeugung ist, wenn das Leben fröhlich ist, muss doch auch der Tod ein fröhlicher sein. Erschreckender noch für Blanche: Constance glaubt fest daran, dass sie und Blanche jung und am selben Tag sterben werden. Sie wird Recht behalten.

In der Inszenierung von Dietrich W. Hilsdorf findet die Französische Revolution auf der Seitenbühne statt. Keine Jakobiner, keine Sansculotten, keine Barrikaden. Nur 16 Nonnen. Diese tragen auch keinen Habit, sondern Alltagskleidung, um ihre Individualität und Identität zu unterstreichen und die Personenregie sichtbar zu machen (Bühne: Dieter Richter, Kostüme: Renate Schmitzer). Die Kostüme passen mit ihrer 50er-Jahre-Mode (des 20. Jahrhunderts) in die Zeit, in der die Musik entstanden ist.

Ein Einheitsraum stellt sowohl das Haus der Familie de la Force dar als auch das Kloster und schließlich das Gefängnis, in dem die Nonnen auf ihre Hinrichtung warten. Zunächst hängt über der Tür das Porträt Voltaires, im Kloster ersetzt durch ein Kruzifix. Der Sessel von Blanches Vater wird zum Sessel der Priorin; alles Edle jedoch, die kunstvoll geprägte Tapete, die dunkle Holzvertäfelung, wird grün-grau übermalt.

Als Poulenc von Ricordi den Kompositionsauftrag erhielt, soll er gezögert haben, diesen anzunehmen. Eine Oper ohne Liebeshandlung, viele und lange Dialoge, keine Ensembles, zahlreiche Rezitative – konnte das funktionieren? Anderseits verstanden sie in Italien doch so viel von der Oper, dass er im Vertrauen darauf, es werde schon funktionieren, den Auftrag annahm.

Staatsoper Hannover / Dialoge der Karmelitinnen - hier : Kelly God als Madame Lidoine und Ensemble © Thomas M. Jauk

Staatsoper Hannover / Dialoge der Karmelitinnen – hier : Kelly God als Madame Lidoine und Ensemble © Thomas M. Jauk

In der Tat sind die Karmelitinnen ausgesprochen textlastig, was es stellenweise etwas anstrengend macht, dem Verlauf zu folgen, insbesondere, wenn man des Französischen nicht auf muttersprachlichem Niveau mächtig ist. Das Mitlesen der sehr gut gelungenen und passgenau eingespielten Übertitel lenkt dann leider doch etwas vom Bühnengeschehen ab, andererseits ist es wichtig, will man dem Inhalt der Dialoge folgen.  An eigentlicher Handlung passiert nicht viel, jedoch sind es die kleinen aber mitunter sehr feinen Gesten der Nonnen, die jeder einzelnen ihre persönlichen Charakterzüge verleihen und die Beziehungen der Schwestern untereinander verdeutlichen.

Das Instrumentarium weist mit 10-8-6-6-4 einen mittelgroßen Streicherapparat auf. Zwei Harfen, in der Mitte des Orchestergrabens platziert, drei Flöten, drei Oboen, drei Klarinetten, drei Fagotte, vier Hörner, drei Trompeten, drei Posaunen, Tuba und Schlagwerk sorgen für einen satten symphonischen Klang, ergänzt von Klavier bzw. Celesta. Die Musik ist sehr französisch, stark impressionistisch, bleibt aber immer noch tonal.

Im Finale hat Poulenc das Fallen des Beils als naturalistisches Geräusch in die Partitur hineingeschrieben. Die Zeitpunkte der 16 Hinrichtungen sind exakt – dennoch auf unterschiedlich betonten Zählzeiten – vermerkt. Der Komponist hatte sich dafür eine „ghigliottina“ gewünscht, und mancher Zuschauer fragte sich gespannt, wie die Staatsoper diese Vorgabe wohl umsetzen mochte.

Auch die Enthauptungen werden auf der Bühne nicht inszeniert. Hilsdorf benötigt keine rollenden Köpfe oder andere Ekel-Effekte, um zu beeindrucken oder Spannung zu erzeugen. Nachdem die neue Priorin das Angebot der Polizei, auf die Verfassung zu schwören und damit dem Tode zu entgehen, ablehnt, werden die Nonnen gefangen genommen und warten auf ihr Ende.

Der Legende nach sollen die Nonnen singend zum Schafott gegangen sein. Als die Zeit gekommen ist, stimmen sie ein Salve Regina an, welches immer gesungen wird, wenn eine Schwester zu Grabe getragen wird. Der 16-stimmige Gesang wird mit jedem Fallen des Beils immer weiter ausgedünnt, wodurch sich eine beklemmende Stimmung vermittelt.

Staatsoper Hannover / Dialoge der Karmelitinnen - hier : Ensemble © Thomas M. Jauk

Staatsoper Hannover / Dialoge der Karmelitinnen – hier : Ensemble © Thomas M. Jauk

Der Chor ist nicht auf der Bühne, aus dem ersten Rang klingt eine Revolutionshymne herüber, während die Nonnen, eine nach der anderen, zu der am hinteren Ende der Bühne gelegenen Ausgangstür je nach Persönlichkeit erhaben schreiten oder rennen. Die Tür öffnet sich, die Delinquentin tritt über die Schwelle in gleißendes Licht und mit einem markerschütternden Knall fliegt die Tür des Lebens zu. Es braucht keine Guillotine, auch so verursacht diese Lautmalerei beim Publikum gesträubte Nackenhaare und bei Einzelnen ist das Entsetzen offenbar so groß, dass sie an dieser Stelle höchster Spannung und Dramatik tatsächlich den Zuschauerraum verlassen.

Die Dramaturgin hatte in der Einführung angekündigt, gleich wie viele Fassungen dieser Oper der Zuschauer gesehen hätte – an das Ende würde man sich stets erinnern; sie sollte Recht behalten. Das Schicksal der Nonnen, die lieber ihr Leben lassen, als ihr Gelübde zu brechen, mag uns in der heutigen Zeit vielleicht etwas fremd anmuten. Obwohl sich Märtyer-Tode ja in Zeiten des religiösen Fundamentalismus  durchaus einer gewissen Beliebtheit erfreuen. An dieser Stelle gilt der besondere Dank der Rezensentin Regisseur Hilsdorf dafür, dass die Handlung nicht in ein Ausbildungslager des IS verlegt wurde und statt Nonnen schwarzgekleidete Selbstmordattentäter in den Tod geschickt hat.

Der Stolz, mit dem die Frauen nacheinander singend zum Schafott gehen, muss hingegen berühren, erst recht wenn diese Szene so eindringlich dargestellt wird, wie bei Hilsdorf. Diese Bilder werden Maßstab jeder weiteren Inszenierung sein, die die Rezensentin besuchen wird.

Eindruck hat jedoch nicht nur die Inszenierung der Schlussszene hinterlassen. Die Karmelitinnen sind eine „Frauenoper“. Die fünf großen Frauenpartien sind allesamt beeindruckend und rollengerecht besetzt. In der Rolle der Blanche konnte Dorothea Maria Marx mit großer Gestaltungskraft und beeindruckender darstellerischer Leistung überzeugen. Die in Trier geborene Sopranistin gehört seit der Spielzeit 2006/07 zum Ensemble der Staatsoper Hannover und war dort bereits u.a. als Lucia di Lammermoor, Gilda, Gretel, Mimì, Sophie, Agathe und in vielen großen Mozart-Partien wie Blondchen, Konstanze, Pamina, Königin der Nacht, Fiordiligi, Donna Anna und Vitellia zu erleben. Darüber hinaus wirkte sie als 1. Tochter in der Uraufführung Lot mit.

Der Blanche verleiht sie mit ihrem warmen farbenreichen Timbre immer neue Facetten zwischen Todesangst und unerschütterlichem Glauben an das abgelegte Gelübde. Sie überzeugt nicht nur stimmlich sondern auch darstellerisch absolut in der Rolle der Gequälten, von ihren Angststörungen Getriebenen. Ihre Stimme weist in der tiefen Lage eine große mezzohafte Wärme auf und ist in der Höhe stets sicher geführt und von großer Strahlkraft.

Staatsoper Hannover / Dialoge der Karmelitinnen - hier : Dorothea Maria Marx als Blanch Simon Bode, Stefan Adam © Thomas M. Jauk

Staatsoper Hannover / Dialoge der Karmelitinnen – hier : Dorothea Maria Marx als Blanch Simon Bode, Stefan Adam © Thomas M. Jauk

Mère Marie wurde von Almuth Herbst gesungen, die sehr kurzfristig für die erkrankte Monika Walerowicz eingesprungen war. Eine große Leistung, sich so kurzfristig nicht nur in die Rolle, sondern auch die Inszenierung hineinzuversetzen. Die Mezzosopranistin kommt vom Musiktheater im Revier Gelsenkirchen und wäre keine Ansage gekommen, niemand hätte gemerkt, dass sie kein ständiges Mitglied der Besetzung ist.

Die Sopranistin Kelly God ist seit der Spielzeit 2006/07 Ensemblemitglied der Staatsoper Hannover. Sie war dort bereits als Feldmarschallin in Der Rosenkavalier, Elisabeth in „Tannhäuser“, Freia im „Rheingold“ oder Sieglinde in der „Walküre“ zu erleben. Ihr jugendlich-dramatischer Sopran passte hervorragend zur Rolle der Madame Lidoine, die nach dem Tode von Madame de Croissy die neue Priorin wird. Sie verlieh dieser Rolle den nötigen Respekt, aber auch viel Wärme und liebevolle Fürsorge. Sehr berührend, als sie den Schwestern nach der ersten überstandenen Nacht im Gefängnis erneut das Opfergelübde abnimmt und bedauert, dass sie die Schwestern nicht retten konnte. So ermahnt sie sie zur Pflicht zum Gehorsam. Sie sorgt sich um Blanche, die in den Wirren der Revolution das Kloster verlassen und Zuflucht im Hause des mittlerweile hingerichteten Vaters gesucht hat, sich dann jedoch weigert, in Sicherheit gebracht zu werden. Constance glaubt fest daran, dass Blanche noch zurückkommen wird.

Ania Vegry, ebenfalls Ensemblemitglied der Staatsoper Hannover, verleiht der Constance mit ihrem lyrischen Sopran jugendliche Frische und vermittelt glaubhaft die Zuversicht bis zuletzt. Sie hat im Traum gesehen, dass Blanche in die Gemeinschaft zurückkehren wird. Als sie als letzte der Schwestern übrig geblieben ist, entdeckt sie Blanche, welche ihren Gesang fortsetzt.

Sie geht zum Tisch und betrachtet ihren Löffel, den sie einst bei ihrem Eintritt ins Kloster mitgebracht hat. Dieser Löffel steht zum einen für das Band zu ihrem früheren Leben, ist aber auch der einzige weltliche Besitz. Er zeigt, dass sie Teil der Klostergemeinschaft ist und von dieser ernährt wird. Der Löffel steht aber ganz generell für die lebensnotwendige Tätigkeit des Essens und war der individuelle und kostbare Besitz eines Menschen. Derjenige, der den Löffel abgibt oder weglegt, schließt sich aus der Tischgemeinschaft aus. Das Ende des Lebens wird somit als das Ende der Nahrungsaufnahme beschrieben. Blanche ist in die klösterliche Gemeinschaft zurückgekehrt, ihre Lebens- und Tischgemeinschaft besteht jedoch nicht mehr. Mithin benötig sie auch ihren Löffel nicht mehr.

Sie legt den Löffel nieder, dreht sich um, löst im Gehen ihr Haar und folgt Constance durch die Tür in den Tod. Ein 16. Mal schlägt die Tür des Lebens zu. Dem Knall folgen noch einige kleine Terzen in den Streichern, ein letztes Pizzicato im Pianissimo – dann herrscht Stille.  Stille im Orchestergraben und im Zuschauerraum, bis sich die Spannung löst und die Zuschauer sich wieder zu atmen trauen.

Staatsoper Hannover / Dialoge der Karmelitinnen - hier : Kelly God als Madame Lidoine und Ensemble © Thomas M. Jauk

Staatsoper Hannover / Dialoge der Karmelitinnen – hier : Kelly God als Madame Lidoine und Ensemble © Thomas M. Jauk

Fast möchte man wie nach einem Requiem nur still aufstehen, um die Leistung von Ensemble und Orchester anzuerkennen, jedoch muss sich die angestaute auch körperliche Anspannung irgendwie entladen und das geschieht in lang anhaltendem Applaus und vereinzelten Bravi für die Hauptrollen.

Besondere Erwähnung verdient an dieser Stelle Renate Behle als alte Priorin, Madame de Croissy. Die Kammersängerin kann auf eine vier Jahrzehnte währende Karriere zurückblicken, die sie 1982 an die Staatsoper Hannover führte, welcher sie trotz zunehmender internationaler Bekanntheit 15 Jahre als Ensemblemitglied treu blieb. Behle sang als dramatischer bis hochdramatischer Sopran alle bedeutenden Rollen ihres Fachs an zahlreichen großen Opernhäusern in Europa und den USA, unter anderem an der Metropolitan Opera New York. 2007 zog sie sich von diesem Repertoire zurück und singt mittlerweile vorwiegend Partien für dramatischen Mezzosopran.  Mit großer Souveränität verlieh sie der Priorin strenge aber stets mütterliche Züge, ihre warme farbenreiche Stimme und ihr zutiefst berührendes intensives Spiel machten diese Aufführung der „Karmelitinnen“ zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Das Niedersächsische Staatsorchester unter der Leitung von Cameron Burns ist den Solisten stets eine sichere Basis. Es ist sowohl behutsame Untermalung der zahlreichen langen Dialoge als auch lautmalerische Gestaltung der Hinrichtungsszenen. Doch auch in den kurzen Intermezzi vermittelt sich die Dramatik von Poulencs Musik. Von den zarten Flötensoli bis zu den großen Ausbrüchen im Blech zeigt sich die ganze Bandbreite an Dynamik und Klangfarbe, die manches Mal an Filmmusik erinnert, ohne jedoch jemals banal zu werden.

Ein Abend, der lange nachwirken wird

—| IOCO Kritik Staatsoper Hannover |—

Hannover, Staatsoper Hannover, Spielplan SEPTEMBER 2018

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover –  SEPTEMBER 2018

Die weltweit gefeierte Sopranistin Catherine Foster ist Stargast beim Konzert zugunsten der Stiftung Staatsoper Hannover, das die neue Spielzeit am 1. September eröffnet. Einen Tag später gibt das Sängerensemble beim Eröffnungskonzert einen Ausblick auf das Programm der neuen Saison.

Erste Premiere der Spielzeit ist Richard Wagners Tristan und Isolde, eines der Gipfelwerke der Opernliteratur (16.9.). Es inszeniert der international gefragte Regisseur Philip Langridge, Generalmusikdirektor Ivan Repuši? steht am Pult.

Drei Wiederaufnahmen ermöglichen eine neuerliche Begegnung mit beliebten Inszenierungen. Das Ballett Marilyn macht am 15.9. den Anfang, am 20.9. folgt Mozarts Zauberflöte, und mit My Fair Lady kehrt das neben der West Side Story berühmteste Musical zurück auf den Spielplan (28.9.).

Werke von Ravel, Saint-Saëns, Respighi und Richard Strauss stehen auf dem Programm des 1. Sinfoniekonzerts des Niedersächsischen Staatsorchesters Hannover am 23. und 24.9. Generalmusikdirektor Ivan Repušic dirigiert, Solist im berühmten 2. Klavierkonzert von Saint-Saëns ist der junge Pianist Dejan Lazic.

Viel Spaß für die ganze Familie gibt es beim Ballhoffest der Jungen Oper am 8.9.


PREMIERE OPER

TRISTAN UND ISOLDE  –  RICHARD WAGNER (1856 / 57 – 59)
TEXT VOM KOMPONISTEN – NACH DEM VERSROMAN TRISTAN  DES GOTTFRIED VON STRASSBURG

EINFÜHRUNGSSOIREE: FR, 07.09.18, 18:30 UHR, LAVES-FOYER
PREMIERE SO, 16.09.18, 17:00 UHR

»Tristan du, / ich Isolde, / nicht mehr Tristan! / Du Isolde, Tristan ich, nicht mehr Isolde!« Der Utopie des absoluten Verschmelzens geben sich der kornische Ritter Tristan und die irische Prinzessin Isolde hin. Doch nie wird ihre Liebe sich erfüllen – schon allein aus dem profanen Grunde, dass Isolde dem König Cornwalls versprochen ist und Tristan seinen Herrn nie hintergehen würde. So bleiben Tristan und Isolde Getriebene des Traumes von einer Existenz jenseits der unüberwindbaren Trennungen unserer Welt wie Mann und Frau, Feuer und Wasser, Tag und Nacht.

Richard Wagners Musik folgt mit ihrer bahnbrechenden Harmonik den Gedanken dieses tragischen Liebespaars in die geheimsten Winkel. So reißt sie den Zuschauer in nie zuvor dagewesener Weise in den Strom unaussprechlicher Sehnsüchte der Liebenden: in den Widerstreit von Liebesverlangen und Pflichterfüllung, von Liebessehnsucht und Liebesqual, und in die Flucht vor dem Licht des Lebens in das erlösende Dunkel des Todes.

MUSIKALISCHE LEITUNG Ivan Repuši? INSZENIERUNG Stephen Langridge BÜHNE UND KOSTÜME Conor Murphy LICHT Susanne Reinhardt CHOREINSTUDIERUNG Lorenzo Da Rio DRAMATURGIE Christopher Baumann

TRISTAN Robert Künzli KÖNIG MARKE Shavleg Armasi / Tobias Schabel ISOLDE Kelly God KURWENAL Stefan Adam MELOT / STEUERMANN Byung Kweon Jun / Gihoon Kim BRANGÄNE Khatuna Mikaberidze EIN HIRT Uwe Gottswinter / Edward Mout EIN JUNGER SEEMANN Simon Bode / Pawel Brozek BUTOH-TÄNZER Nora Otte, Tadashi Endo

Herrenchor der Staatsoper Hannover, Niedersächsisches Staatsorchester Hannover


KONZERT ZUGUNSTEN DER STIFTUNG STAATSOPER HANNOVER
SA, 01.09.18, 19:30 UHR

Stargast beim Konzert zugunsten der Stiftung Staatsoper Hannover zu Beginn der Spielzeit 2018 /19 ist Catherine Foster, die zu den gefragtesten Interpretinnen im dramatischen Fach gehört und weltweit in den Opern von Wagner und Strauss, aber auch in der Titelrolle von Puccinis Turandot große Erfolge feiert. Gemeinsam mit Mitgliedern des Opernensembles präsentiert Catherine Foster ein Gala-Programm zur neuen Spielzeit. Sie selbst wird mit Ausschnitten aus Tristan und Isolde und Turandot zu erleben sein. Auf dem Programm stehen außerdem Szenen und Arien aus Benjamin Brittens Ein Sommernachtstraum, Hector Berlioz‘ Fausts Verdammnis und Jacques Offenbachs König Karotte. Das Niedersächsische Staatsorchester Hannover spielt unter der Leitung von GMD Ivan Repuši?, Mark Rohde, Valtteri Rauhalammi und Cameron Burns. Es moderiert Chefdramaturg Klaus Angermann.


ERÖFFNUNGSKONZERT DER SPIELZEIT 2018 / 19
SO, 02.09.18, 18:30 UHR

Ein musikalischer Ausblick, der Lust machen möchte auf die neue Opernsaison – mit Ausschnitten aus Wagners Tristan und Isolde, Berlioz‘ Fausts Verdammnis, Brittens Ein Sommernachtstraum, Schrekers Die Gezeichneten und Offenbachs König Karotte.

MIT Carmen Fuggiss, Kelly God, Khatuna Mikaberidze, Mareike Morr, Stella Motina, Ylva Stenberg, Monika Walerowicz, Pawel Brozek, Daniel Eggert, Uwe Gottswinter, Byung Kweon Jun, Eric Laporte, Sung-Keun Park, Tobias Schabel, Frank Schneiders

DIRIGENTEN Ivan Repušic´, Mark Rohde, Valtteri Rauhalammi, Cameron Burns

MODERATION Klaus Angermann


REPERTOIRE OPER UND BALLETT


MARILYN

Sexsymbol par excellence und Ikone des 20. Jahrhunderts: Marilyn Monroe genießt ihre minutiös kreierte Rolle als Medienstar – und zerbricht daran. Ein Phänomen, das Jörg Mannes fasziniert. Er betrachtet es aus unserer Zeit heraus, wo in einem Universum voller Selfies ein erbitterter Kampf um das Wahrgenommen-Werden geführt wird. Schlaglichtartig fällt Mannes’ Blick auf Marilyn, deren perfektes Image ihr eigentliches Selbst zum Verschwinden brachte. Das Ballett entführt in die Welt des schönen Scheins und entfaltet ein Wechselspiel von heute mit dem Flair der 1950er Jahre. »Die Personenregie fällt durchweg einleuchtend aus, clever die Dramaturgie und eindrucksvoll die Leistung des Ensembles, das bis in die winzigsten Handlungsfältchen hinein mitreißend aufspielt und -tanzt.« tanz

WIEDERAUFNAHME SA, 15.09.18, WEITERE VORSTELLUNG AM FR, 21.09.18


MY FAIR LADY

Der antike Mythos des Künstlers Pygmalion, der sich die ideale Frau aus Stein formt und zum Leben erweckt, stand Pate für George Bernard Shaws Stück Pygmalion, das wiederum als Vorlage für das 1956 entstandene Musical My Fair Lady von Frederick Loewe diente. Sprachforscher Professor Higgins bildet das Blumenmädchen Eliza Doolittle zur High-Society-Lady aus und will nicht wahrhaben, dass auch Eliza ein Mensch mit Gefühlen ist … In dieser Spielzeit laufen die letzten Vorstellungen der Erfolgsinszenierung von Bernd Mottl, die seit 2009 auf dem Spielplan steht. »Die Inszenierung strotzt geradezu vor guter Laune und blitzenden Einfällen.« Cellesche Zeitung »Diese Produktion ist hoch professionell – und vor allem: höchst amüsant.« HAZ

WIEDERAUFNAHME FR, 28.09.18


DIE ZAUBERFLÖTE

Was könnte die Bedeutung der »Oper aller Opern« besser veranschaulichen als die Tatsache, dass die NASA 1977 eine Sonde mit der Arie der Königin der Nacht in die Weiten des Alls schickte, als Symbol für die hochentwickelte Kultur unseres Planeten? Auch die Erdbewohner in und um Hannover kommen nun wieder in den Genuss von Mozarts ebenso beliebtem wie rätselhaftem Meisterwerk, das zwischen ganz unterschiedlichen musikalischen Stilen und Handlungsebenen pendelt und vor allem eins ist: ein großes musikalisch-szenisches Abenteuer. »Eine Aufführung, die eine Menge Fragen hinterlässt und genau deswegen sehenswert ist.« nmz

WIEDERAUFNAHME DO, 20.09.18., WEITERE VORSTELLUNGEN AM SA, 22.09. UND SA, 29.09.18


OPER EXTRA


PUBLIKUMSCHOR »LIEBESLEID«

Singen Sie mit und klagen Sie auf musikalisch schönste Weise ihr »Liebesleid «. Wenige Tage nach der Premiere von Tristan und Isolde singt Bariton Stefan Adam alias Kurwenal mit 70 sangeswütigen Hannoveranern Stücke quer durch alle Genres und natürlich aus Richard Wagners Werk.

MI, 19.09.2018, 19:00 UHR, LAVES-FOYER


BALLHOFFEST
FEST DER JUNGEN OPER ZUR ERÖFFNUNG DER SPIELZEIT
SA, 08.09.18, AB 15:00 UHR IM UND UM DEN BALLHOF

Es wird wieder bunt im Herzen der Altstadt Hannovers – es ist Ballhoffest! Zu ihrer Spielzeiteröffnung lädt die Junge Oper ein zu einem spannenden Programm für alle ab 4 Jahren auf den Bühnen von Ballhof Eins und Zwei, in den Foyers und auf dem Ballhofplatz. Hören, Sehen und Mitmachen ist das Motto: Mit dabei ist Heini, der kleine Vampir, der in Starke Stimmen mit den jungen Künstler des Ensembles die Welt des Gesangs erkundet. Außerdem zu erleben ist die 100. Vorstellung der Volks- und Kinderliederreise Bi-Ba-Butzemann!, eine interaktive Musik-Märchenzeit mit Hans Christian Andersens Des Kaisers neue Kleider und eine musikalische Abenteuerreise für Kinder in das schöne Panama!

Nicht fehlen dürfen natürlich Bastelaktionen und Clown Lakis mit seinen Späßen; mit Musikern des Niedersächsischen Staatsorchesters können Kinder Instrumente ausprobieren oder sich beim Kinderschminken verwandeln lassen. Wer zwischendurch verschnaufen will, kann das bei Eltern-Kind-Yogakursen der Ada und Theodor Lessing Volkshochschule tun – oder bei Leckereien des Operncaterers Da Capo! Catering.

Der Eintritt ist frei, kostenlose Zählkarten für die Bühnenprogramme sind

ab dem 6. August an den Theaterkassen erhältlich.


1. SINFONIEKONZERT
MAURICE RAVEL
Rapsodie espagnole (1907 / 08)
CAMILLE SAINT-SAËNS
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 22 (1868)
OTTORINO RESPIGHI
Fontane di Roma (RömischeBrunnen, 1916)
RICHARD STRAUSS
Don Juan. Tondichtung für großes Orchester op. 20 (1887 / 89)
Wie wird aus fremden Stoffen und Klängen etwas Eigenes? Die Anverwandlung fällt je nach Komponist sehr unterschiedlich aus! Eine Liebe aus der Distanz verband den französischen Basken Ravel mit der spanischen Heimat seiner Mutter. Seine Rapsodie espagnole zeichnet ein idealisiertes Spanien, in einem geheimnisvollen, vor leidenschaftlicher Energie taumelnden Klangbild. Wesentlich konkreter skizzierte der Bologneser Respighi seine Wahlheimat Rom. Die sinfonische Dichtung Fontane di Roma beschreibt vier römische Brunnen zu verschiedenen Tageszeiten, von der Morgendämmerung bis zum Übergang in die Nacht. Viele fremde Stoffe hat sich Richard Strauss zu eigen gemacht. Seine Tondichtung über den großen, so maß- wie rastlos Liebenden Don Juan bedeutete die Initialzündung für seinen eigenen Tonfall und den Durchbruch im Konzertsaal. »Der Klang war wundervoll, von einer riesigen Glut und Üppigkeit«, schrieb der 24-jährige Komponist an seine Eltern.

Dieser Überschwang war Camille Saint-Saëns fremd: »Kunst kann sehr gut ohne Emotion auskommen «, meinte er, »und tatsächlich ist sie besser dran, wenn sie es tut.« Sein 2. Klavierkonzert lässt Einflüsse von Bach wie Mendelssohn anklingen und prägt mit Wärme, Eleganz und Virtuosität doch einen ganz eigenen Stil.

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
SOLIST Dejan Lazi? (Klavier)
DIRIGENT Ivan Repuši?
SO, 23.09.18, 17:00 UHR
MO, 24.09.18, 19:30 UHR
Kurzeinführung mit Ivan Repuši?
jeweils 45 Minuten vor dem Konzert

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

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