Hannover, Staatsoper Hannover, Der Freischütz – Letzte Vorstellung 2018, 01.05.2018

April 30, 2018  
Veröffentlicht unter Oper, Pressemeldung, StaatsOper Hannover

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover / Der Freischütz © Thomas M. Jauk

Staatsoper Hannover / Der Freischütz © Thomas M. Jauk

  Der Freischütz – Carl Maria von Weber

Dienstag, 1. Mai, 18.30 Uhr, Opernhaus

Er gilt schon heute als legendär: Der Freischütz in der Inszenierung des Dortmunder Schauspielintendanten Kay Voges. Am Dienstag, 1. Mai 2018, 18.30 Uhr, steht Carl Maria von Webers Oper, die in dieser Inszenierung bundesweit für Aufsehen sorgte, zum letzten Mal auf dem Spielplan der Staatsoper Hannover. Neben Schauspielerin Eva Verena Müller in der deutlich aufgewerteten Rolle des „Kreators“ Samiel wirken mit: Eric Laporte (Max), Kelly God (Agathe), Ania Vegry (Ännchen), Tobias Schabel (Kaspar), Matthias Winckhler (Ottokar), Michael Dries (Kuno), Yannick Spanier (Ein Eremit) und Uwe Gottswinter (Kilian).

Staatsoper Hannover / Der Freischütz © Thomas M. Jauk

Staatsoper Hannover / Der Freischütz © Thomas M. Jauk

Valtteri Rauhalammi dirigiert den Chor und den Extrachor der Staatsoper Hannover und das Niedersächsische Staatsorchester Hannover.

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

 

Hannover, Staatsoper Hannover, Kinderoper – Ein sanfter Riese, 09.02.2018

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Ein sanfter Riese von Stephen McNeff

Libretto von Mike Kenny nach dem Kinderbuch von Michael Morpurgo
Deutschsprachige Erstaufführung,

Für alle ab 6 Jahren:  Premiere am 9. Februar 2018, 11 Uhr, Ballhof Zwei

Tag für Tag fahren die Fischer hinaus auf den See, kommen jedoch mit leeren Netzen zurück. Nicht mehr lange, und das Dorf wird ernsthaft in seiner Existenz bedroht sein. Warum die Fische ausbleiben, weiß niemand so recht – doch gibt es ein Gerücht: Eine seltsames Wesen lebt auf einer Insel im See, zusammen mit seinen Tieren. Vielleicht hat es etwas mit dem Verschwinden der Fische zu tun, vielleicht vertreibt es sie. Doch als Miranda diesem »Biest« eines Tages begegnet, stellt sie fest, dass dieses ganz anders ist, als alle glauben.

Im Jahr 2006 wurde Stephen McNeffs Kinderoper am Royal Opera House Covent Garden in London uraufgeführt und begeisterte in mehreren Spielzeiten Kinder und Erwachsene. Verspielt und zugleich behutsam erzählt Stephen McNeffs Kinderoper eine Geschichte über Achtsamkeit und Toleranz, Respekt vor der Natur und ihren Lebewesen.

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

Hannover, Staatsoper Hannover, La Traviata von Giuseppe Verdi, IOCO Kritik, 17.01.2018

Januar 17, 2018  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Oper, StaatsOper Hannover

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Staatsoper Hannover

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

La Traviata von Giuseppe Verdi

“THIS IS FOR YOU”

Von Karin Hasenstein

Wie bringt man als Regisseur eine Oper auf die Bühne, die überall, wirklich überall gespielt wird und die jeder zu kennen glaubt, ist sie doch die meistgespielte Oper überhaupt?       Indem man Neues, etwas Ungewöhnliches wagt

Regisseur Benedikt von Peter nähert sich der Traviata auf ungewöhnliche Weise, indem er sie mit den Mitteln des modernen Regietheaters als Kammerstück  inszeniert, das seine Sichtweise vollständig auf die Figur der Violetta Valéry reduziert. Er verzichtet auf jede Ball- oder Festszene, wir sehen  keinen Karneval in Paris, keine Zigeunerinnen, keine Matadori. Nichts von alledem. Stattdessen verstörende innere Leere. Ein Psychogramm einer Todkranken und unglücklich Liebenden.

“THIS IS FOR YOU!“ Mit diesen Worten wird der Zuschauer eingeladen, sich auf die Reise mit Violetta zu begeben.  Noch bevor der erste Ton der Ouvertüre erklingt, wird der Blick des Zuschauers auf die offene Bühne gelenkt. Das Niedersächsische Staatsorchester unter der Leitung von Gregor Bühl ist prominent auf der Bühne platziert, durch einen halbtransparenten Gazevorhang vom Geschehen auf der Vorderbühne abgegrenzt, jedoch akustisch allzeit beinahe überpräsent.

„Von der durchgefallenen Premiere zur meistgespielten Oper der Welt“

Der Orchestergraben hingegen ist vollständig abgedeckt und begrenzt Violettas Aktionsradius durch zusätzlich aufgebrachte weiße Begrenzungslinien. Innerhalb dieser ist sie gefangen, ein Fenster ohne Glasscheibe, ein Spiegel, eine Tür, ein Tisch mit zwei Stühlen- das ist das ganz aufs Wesentliche reduzierte Bühnenbild von Katrin Wittig, das unweigerlich an ein Gefängnis erinnert und Violettas Tragödie bereits zu Beginn erahnen lässt. Aus dieser Zelle wird es keinen Ausweg geben. Alle Versuche, durch das Fenster oder die Tür zu entkommen, auch nur Kontakt etwa zu Alfredo herzustellen, müssen im Ansatz scheitern, denn Violetta bleibt während der kompletten Aufführungsdauer von 2 Stunden 20 Minuten allein in ihrer Seelenwelt gefangen.

Staatsoper Hannover / La Traviata - hier Nicole Chevalier als Violetta © Thomas M. Jauk / Stage Picture

Staatsoper Hannover / La Traviata – hier Nicole Chevalier als Violetta © Thomas M. Jauk / Stage Picture

Alle anderen Personen singen ohne Kostüm (schwarze Konzertkleidung) aus dem ersten Rang. Alfredo, Giorgio Germont, selbst Annina oder der Dottore Grenvil, die großen Chorszenen- nichts davon wird inszeniert oder auf die Bühne gebracht. Der Chor agiert nicht als handelnde Personen, sondern als Griechischer Chor, bleibt rein kommentierend. Wie auch die anderen Personen Violettas Handeln nur von außen beobachten können, ohne Möglichkeit zum Eingreifen. Diese Konstellation erzeugt von Anfang an ein fast nicht aushaltbares Spannungsfeld, lenkt aber die Konzentration des Zuschauers konsequent auf die zentrale Figur auf der Bühne.

Violetta ist und bleibt allein. So wie in den ersten Takten der Ouvertüre, die für mich zum Schönsten gehören, was Verdi komponiert hat, sensibel und luzide vom Niedersächsischen Staatsorchester unter Gregor Bühl interpretiert, bereits das ganze Leid des Finales sich andeutet, wird dem Zuschauer klar: für diese Frau gibt es keine Liebe, keine Erlösung, kein “Happy End“. Dazu muss man weder die Oper kennen, noch die Romanvorlage von Alexandre Dumas, La Dame aux Camélias.

Das macht es der Sopranistin Nicole Chevalier nicht leichter, aber ihre sängerische und schauspielerische Leistung ist so großartig und eindrucksvoll, dass man die anderen Personen auf der Bühne zu keinem Zeitpunkt vermisst. Denn Benedikt von Peters Konzept geht auf.Die Ensemble-Oper wird zur One-Woman-Show und gewinnt durch die einzigartige Interpretation Nicole Chevaliers enorm an Kraft und Ausdruck. Bei der Projektion hinter beziehungsweise über dem Orchester fragt man sich eher ärgerlich, was das soll, die gepixelten Graphiken stellen weder etwas Konkretes dar, noch sind sie in irgendeiner Weise unterstützend oder hilfreich, werden im Gegenteil eher als störend empfunden und lenken vom Geschehen auf der Bühne ab, anstatt es zu unterstreichen. Dass Musik und Handlung gerade an Fahrt aufnehmen, merkt der geneigte Hörer schon von alleine.

Überhaupt funktioniert diese Traviata dank der großartigen Nicole Chevalier, die in unvergleichlicher Weise Violettas Irrtum verdeutlicht, sie könne ihr Leben ändern und mit Alfredo eine Liebe erleben, die ihr in ihrer früheren Rolle als Kurtisane unmöglich war. Von Beginn an ist klar, aus dieser Liebe zu Alfredo kann nichts werden, wenngleich alle Hauptfiguren ihren fatalen Irrtum erst vergleichsweise spät erkennen, zu spät, è tardi!

Was für die Dramaturgie sehr hilfreich ist, die totale Fokussierung auf Violetta, ist musikalisch nicht immer ein Gewinn. Das Niedersächsische Staatsorchester unter der Leitung des österreichischen Dirigenten Gregor Bühl beherrscht vom zartesten Pianissimo in den ersten Takten bis zum Fortissimo in den furiosen Chorszenen wie z.B. bei “Si ridesta in ciel aurora” und dem wohl bekanntesten Trinklied der Operngeschichte, dem unvermeidlichen Ohrwurm “Libiamo ne’ lieti calici”  alles an dynamischer Varianz, welche die Partitur fordert. Dennoch ist es wohl durch die Positionierung auf der Bühne stellenweise etwas überpräsent. Wenn ein Opernchor von circa 50 Personen im Mezzoforte nicht mehr gut zu hören ist, obwohl der Klangkörper mit dem Zuschauer im ersten Rang steht, dann reduziert das ein wenig den Genuss.

Staatsoper Hannover / La Traviata -  hier Nicole Chevalier als Violetta © Thomas M. Jauk / Stage Picture

Staatsoper Hannover / La Traviata –  hier Nicole Chevalier als Violetta © Thomas M. Jauk / Stage Picture

Ein besonderes akustisches Erlebnis hingegen bietet diese Aufstellung der anderen Solisten, wie Philipp Heo (Alfredo Germont), der großartige Brian Davis, der als Vater Giorgio Germont eine Wandlung vom gestrengen Vater, der  seinen Sohn unter keinen Umständen in dieser Verbindung sehen will, hin zum vergebenden und liebenden Vater vollzieht – freilich ist auch das zu spät – , sowie die weiteren Rollen, die hier nicht alle erwähnt werden können, ohne den Rahmen zu sprengen. Leider gehen diese fast unter, da sie bis zum Schlussapplaus naturgemäß im Rang völlig im Dunkeln agieren. Die Rezensentin störte das nicht. Für die Sänger, die allesamt durch sehr gute Leistungen überzeugten, ist das allerdings eine äußerst undankbare Konstellation, da sie ihren Gesang nicht durch szenisches Agieren unterstreichen können, sondern im Prinzip eine konzertante Aufführung darbieten. Einzig Alfredo versucht immer wieder, durch Bewegung und Gesten Kontakt zu Violetta in ihrer Zelle unten auf der Bühne herzustellen, was schon an der räumlichen Distanz scheitern muss und daran, dass Violetta ihn schlicht nicht wahrnimmt, wenngleich sie ihrerseits darstellerisch ans Äußerste geht. Auch hier manifestiert sich wieder die Ausweglosigkeit ihrer Liebe, das Drama, auf das alles zusteuert. Vielleicht sind die Personen aber auch tatsächlich nur in ihrer Einbildung vorhanden, vielleicht ist alles nur Imagination?

Philipp Heo ist der Spinto-Tenor, den diese Rolle braucht. Mit Durchschlagskraft nicht nur in den Spitzentönen, aber auch dem nötigen lyrischen Schmelz in den Arien “Un di felice” , “Lunge da lei”  und im Zusammenklang mit Violetta etwa bei Follie! Delirio vano è questo!” -ein “richtiges” Duett gönnt Verdi den Beiden nicht- bleibt er stets unangestrengt und überzeugt durch feine Legatolinie und kultivierte Stimmführung. Sein aus der Ferne gesungenes “Ah, quell’ amor” wirkt beschwörend und flehentlich. Am Rande sei erwähnt, dass gerade diese Konstellation, oft mit dem Tenor auf der Hinterbühne, zu heiklen Situationen im Zusammenklang mit dem Orchester führen kann. Dass es dazu nicht kam, wurde erfreut zur Kenntnis genommen.

Staatsoper Hannover / La Traviata - hier Nicole Chevalier als Violetta © Thomas M. Jauk / Stage Picture

Staatsoper Hannover / La Traviata – hier Nicole Chevalier als Violetta © Thomas M. Jauk / Stage Picture

Nicole Chevalier verkörpert die Verirrte, vom rechten Weg Abgekommene so überzeugend, dass einem der Atem stockt. Gewiss ist heute “Rampengesang” nicht mehr ausreichend, um das Publikum mitzunehmen, aber ein dermaßen intensives Spiel sieht man auch bei den heutigen großen Sängerdarstellern selten.

Sie singt nicht Violetta, sie IST Violetta. Als sie schließlich im dritten Akt die Bühne nach vorne verlässt und in den ersten Reihen des Parketts direkt zwischen den verdutzten Zuschauern auf den Armlehnen stehend weitersingt, durchbricht sie zwar den Käfig des Bühnenbildes, bleibt aber stets ganz in der Rolle und besticht durchweg durch äußersten stimmlichen Ausdruck und feinste Dynamik selbst in den Spitzentönen.

Alle “Hits”, die Verdi dieser Rolle geschenkt hat, von “Follie, follie!” bis “E strano” präsentiert Nicole Chevalier absolut überzeugend und zu Herzen gehend. Beinahe glaubt man als Zuhörer noch im “Addio del passato” mit Violetta, dass alles gut werde, bis sie schließlich aus dem Tisch und ihrem pinkfarbenen Kleid aus vergangenen Tagen wie ein Kind eine Höhle baut und sich darin verkriecht.

Nicht unerwähnt bleiben sollte der Chor der Staatsoper Hannover (Einstudierung: Chordirektor Lorenzo Da Rio), der wie gewohnt mit großer Musikalität überzeugt. Lediglich in den Herrenchören im zweiten Akt bleiben kleinere Wünsche offen, die vermutlich der Choraufstellung im ersten Rang, unter dem akustischen “Deckel” des zweiten Ranges, geschuldet sind. Trotz stets – logischerweise auch für das Publikum – gut sichtbaren Monitoren am Portal fielen etwa in “Di Madride noi siam Mattadori” unnötig Stellen auf, an denen Herrenchor und Orchester nicht präzise zusammen waren, weil der Chor hörbar eilte. Bei dieser Aufstellung und Sicht auf den Dirigenten nicht nachvollziehbar. Das führt leider zu leichten Abzügen in der B-Note. Die Damen hatten dieses “Problem” offenbar nicht, sondern überzeugten mit “Noi siamo Zingarelle” mit großer Präzision und Textverständlichkeit.

 Paris Montmartre / Das Grab von Alphonsine Plessis, der Kameliendame - damals Violetta im realen Leben © IOCO

Paris Montmartre / Das Grab von Alphonsine Plessis, der Kameliendame – damals Violetta im realen Leben © IOCO

Am Ende bleibt Violetta alleine auf der Bühne zurück. Mit der klagenden Solovioline erklingt ihr “E strano”, sie halluziniert, sie würde ins Leben zurückkehren, und stirbt schließlich mit den Worten “O gioia” – Freude – auf den Lippen so einsam, wie sie im Grunde ihr Leben lang war. An ihrem Körper hat sie Plakate mit der Aufschrift “Amami Alfredo – Ich habe Alfredo geliebt” befestigt –  Bekenntnis oder Anklage?

Die über die fast zweieinhalb Stunden aufgebaute enorme Spannung entlädt sich in einem nicht enden wollenden Schlussapplaus des begeisterten Publikums, das die Sänger erst nach 25 Minuten stehenden Ovationen und unzähligen “Bravi” in die Nacht entlässt. Schöner kann eine Dernière nicht sein.

“THIS IS FOR YOU!”

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

Hannover, Staatsoper Hannover, Spielplan JANUAR 2018 – Zauberflöte, Don Carlo..

Dezember 4, 2017  
Veröffentlicht unter Pressemeldung, Spielpläne, StaatsOper Hannover

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

 

Staatsoper Hannover – Spielplan JANUAR 2018

Als dancing conductor errang er im Internet Kultstatus, live kann man ihn in Deutschland augenblicklich nur in Hannover erleben: der amerikanische Dirigent Joseph R. Olefirowicz dirigiert das diesjährige Neujahrskonzert mit Ouvertüren aus der Alten und der Neuen Welt.

Mit Wolfgang Amadeus Mozarts Die Zauberflöte kommt eines der bedeutendsten Opernwerke aller Zeiten in einer Neuinszenierung auf die Bühne der Staatsoper. Frank Hilbrich (zuletzt mit „Lot“ sehr erfolgreich) inszeniert, der neue 1. Kapellmeister Valtteri Rauhalammi dirigiert seine erste Premiere (ab 13.1.).

Eine große Wiederaufnahme beschließt den Monat: nach mehreren Jahren ist Giuseppe Verdis Grand’opéra Don Carlo endlich wieder im Opernhaus zu sehen. In der Inszenierung von Christoph Nel sind u.a. Karine Babajanyan, Khatuna Mikaberidze, Philipp Heo und Shavleg Armasi zu hören (Wiederaufnahme am 28.1.). Mehr italienische Oper gibt es am 9 und 12. Januar, dann stehen zwei Zusatzvorstellungen der Kult-Inszenierung von Verdis La traviata auf dem Spielplan.

Beim 4. Sinfoniekonzert am 21. und 22. Januar steht ein Gipfelwerk auf dem Programm: Anton Bruckners 4. Sinfonie, die „Romantische“. Es dirigiert Markus Stenz, langjähriger Chefdirigent des Kölner Gürzenich Orchesters. Weltstar Klaus Maria Brandauer liest am 21.1. aus Melvilles Moby Dick.

 


PREMIERE OPER


DIE ZAUBERFLÖTE  –  von WOLFGANG AMADEUS MOZART (1791), TEXT VON EMANUEL SCHIKANEDER

EINFÜHRUNGSMATINEE: SO, 07.01.2018, 11:00 UHR, LAVES-FOYER

PREMIERE: SA, 13.01.2018, 19:30 UHR

»Wo bin ich?«, fragt sich Prinz Tamino im Erwachen. Die Schlange, vor der er eben noch geflüchtet war – sie liegt niedergestreckt zu seinen Füßen. Dann kommt noch ein Vogelwesen daher, das sich Papageno nennt und den Sieg über die Schlange für sich in Anspruch nimmt – was drei Damen, die eigentlichen Retterinnen, aus ihrer Deckung lockt. Sie stehen im Dienst der sternflammenden Königin, die Tamino den Auftrag erteilt, ihre ent­führte Tochter Pamina aus den Klauen des heimtückischen Sarastro zu retten. Unversehens geraten also der Prinz und Papageno in ein großes Abenteuer, bei dem sich immer neue Rätsel auftun: Gut und Böse prallen aufeinander, und nicht immer ist klar, wer welcher Seite zuzurechnen ist. Mehr als einmal sind sie alle dem Tode nahe. Doch bei allen Gefahren auf dem Weg können Tamino, Papageno und Pamina sich auf eines verlassen: auf die unbezwingbare Magie der Mozart’schen Musik.

MUSIKALISCHE LEITUNG Valtteri Rauhalammi/Daniel Klein INSZENIERUNG Frank Hilbrich BÜHNE Stefan Heyne KOSTÜME Julia Müer LICHT Susanne Reinhardt CHOR­EINSTUDIERUNG Lorenzo Da Rio DRAMATURGIE Christopher Baumann

SARASTRO Michael Dries/Tobias Schabel TAMINO Simon Bode SPRECHER Stefan Adam PAMINA Ania Vegry/Athanasia Zöhrer KÖNIGIN DER NACHT Dorothea Maria Marx 1. DAME Rebecca Davis/Stella Motina 2. DAME Josy Santos/Monika Walerowicz 3. DAME Julie- Marie Sundal PAPAGENO Byung Kweon Jun/Matthias Winckhler PAPAGENA Ylva Sten­berg MONOSTATOS Pawel Brozek/Uwe Gottswinter 1. GEHARNISCHTER Martin Rainer Leipoldt/Latchezar Pravtchev 2. GEHARNISCHTER Michael Dries/Daniel Eggert 1. PRIES­TER Michael Dries/Daniel Eggert 2. PRIESTER Uwe Gottswinter/Martin Rainer Leipoldt 3 KNABEN Mitglieder des Mädchenchors/Mitglieder des Knabenchors

Chor der Staatsoper Hannover, Statisterie der Staatsoper Hannover, Niedersächsisches Staatsorchester Hannover


REPERTOIRE OPER, BALLETT UND JUNGE OPER


CLUB FIGARO, AB 13 JAHREN

Mittendrin ist man im »Club Figaro« – frei von der Aufsicht durch Eltern, Lehrer und sonstige Aufpasser. Sein, wer man ist, sich treffen, mit wem man will, Freundschaften pflegen und neue Kontakte knüpfen – all das kann man hier. Mittendrin ist auch Cherubino – und zwar mitten auf der Suche nach Antworten auf die Fragen, wohin man gehört, wohin die Zu­kunft führen wird. Wie weit geht man, um dazu zu gehören? Musikalisch heißt das: Mozart trifft Band (JEREMIAS) trifft Club-Musik – eine Synthese, die ebenso verrückt sein kann wie der legendäre Komponist selbst. »Die Inszenierung wagt es, radikal Grenzen zu sprengen: Wolfgang Amadeus Mozart wird in den Alltag der Digital Natives eingepflanzt.« Neue Presse

VORSTELLUNG AM 26.01.2018


DAPHNIS – LOST LOVE

Jörg Mannes nimmt mit Daphnis – Lost Love einen Klassiker des Ballettrepertoires in den Fokus: Maurice Ravels Daphnis et Chloé. Ravel behandelte die antike literarische Vorlage sehr frei und schuf eine atmosphärisch dichte und farbenreiche »Choreographische Suite in drei Teilen« für Orchester und Chor. Ihr stellt Jörg Mannes die Sinfonie Nr. 8 von Philip Glass gegenüber. Von den Gegensätzen der beiden musikalischen Werke inspiriert, lotet der Choreograph Widersprüche und Brüche aus, zeigt aber auch Linien auf, schafft Verbindungen und lässt so ein Gesamtbild entstehen. Zudem hält Daphnis – Lost Love eine weitere Überraschung bereit: Jörg Mannes präsentiert sich zum ersten Mal auch als Video-Künstler.

VORSTELLUNGEN AM 14.01., 17.01., 20.01. UND 26.01.2018


DON CARLO

Giuseppe Verdi schrieb mit Don Carlo seine letzte Oper nach einem Drama von Friedrich Schiller. Die dialogische Anlage der Schauspielvorlage findet ihre überzeugende musikalische Umsetzung in mehreren großen Duetten, die mit Soloszenen von berührender Intimität, aber auch mit eindringlichen Chortableaus kontrastieren. Regisseur Christoph Nel deutet das Spanien unter Philipp II. als Sinnbild eines totalitären Staates, in dem Vertrauen, Liebe und Freiheit Utopien bleiben. Private Gefühle haben in dieser Ord­nung keine Chance auf Entfaltung, sondern werden rücksichtslos politi­schen Interessen untergeordnet. »Ein großer Abend.« Der Tagesspiegel

WIEDERAUFNAHME AM 28.01., WEITERE VORSTELLUNG AM 31.01.18


DER LIEBESTRANK

Nemorino verzehrt sich nach Adina, die ihn jedoch nicht ernst nimmt. Wie gut, dass Dulcamara einen Liebestrank für derartige hoffnungslose Fälle im Sortiment hat. Der feste Glaube an die baldige Wirkung des Tranks steigert Nemorinos Selbstbewusstsein, was wiederum Adina ärgert. Aus Trotz ent­schließt sie sich zur Hochzeit mit dem Soldaten Belcore. Um eine weitere Flasche des wundertätigen Elixiers kaufen zu können, lässt sich Nemorino von Belcore als Soldat anwerben. Erst als Adina hiervon erfährt, erkennt sie die Aufrichtigkeit von Nemorinos Gefühlen. »So macht Belcanto Spaß!« Neue Presse

VORSTELLUNG AM 30.01.2018


SALOME

Nach seinen zwei Opernerstlingen gelang Richard Strauss mit Salome der große Wurf. Ungeachtet des üppigen Orchesterklangs ist Strauss’ Salome kein Werk oberflächlicher orientalischer Prachtentfaltung und bunter Exo­tismen. In einem der vielleicht am meisten missverstandenen Werke der Operngeschichte gilt es, das innere Drama der jungen Prinzessin, die aus einer deformierten Welt ausbrechen will, an die sie letztlich doch gekettet ist, neu zu entdecken. – Die niederländische Sopranistin Annemarie Kre­mer, in dieser Partie weltweit gefeiert, ist in der Titelrolle zu erleben. »Ivan Repušic und Ingo Kerkhof machen Salome zum Ereignis.« Hannoversche Allgemeine Zeitung

VORSTELLUNG AM 07.01.2018


LA TRAVIATA

Wegen der großen Nachfrage steht Verdis La traviata in der Kult-Inszenierung von Benedikt von Peter im Januar noch einmal an zwei Terminen auf dem Spielplan. In der Titelrolle ist wieder die amerikanische Sopranistin Nicole Chevalier zu erleben, die seit der Premiere 2011 das Publikum mit ihrer unter die Haut gehenden Interpretation der Violetta Valéry zu Beifallsstürmen hinreißt. »Es ist schlichtweg umwerfend und zugleich erschütternd, mit welcher Intensität und Variabilität diese Sängerdarstellerin fast zweieinhalb Stunden allein auf der Bühne agiert, ohne auch nur eine Sekunde zum Atemholen zu kommen – was auch dem Zuschauer den Atem raubt!« Süddeutsche Zeitung

ZUSATZVORSTELLUNGEN AM 09.01. UND ZUM LETZTEN MAL IN DIESER SPIELZEIT AM 12.01.18


WILHELM TELL – HALBSZENISCH

Im Stile der Grand opéra mit prachtvollen Chören präsentiert Rossini den Befreiungsschlag der Schweizer gegen die habsburgischen Besatzer. Die Tell-Legende wird verknüpft mit der Gründung der Eidgenossenschaft und ergänzt durch die Liebeshandlung zwischen dem Schweizer Arnold und der österreichischen Prinzessin Mathilde. Das berühmte Geschehen rund um Rütlischwur und Apfelschuss entfaltet Rossini in einem musikalisch ein­drucksvollen Naturidyll. »Am Ende jubeln die Schweizer, und auch die Premierenbesucher sind hörbar begeistert.« Hannoversche Allgemeine Zeitung

ZUM LETZTEN MAL AM 06.01.18


OPER EXTRA


GASTSPIEL MIT »MOBY DICK« KLAUS MARIA BRANDAUER UND SEBASTIAN KNAUER

SO, 21.01.17, 11:00 UHR

Der Burgtheater-Schauspieler Klaus Maria Brandauer stellt den ebenso überwältigenden wie rätselhaften Jahrhundertroman Moby Dick von Herman Melville in einer eigenen Lesefassung vor. Die berühmte Ge­schichte von Kapitän Ahab und der Jagd auf den weißen Wal ist aus Brandauers Sicht »eine vollendete Erzählung davon, was mit dem modernen Menschen passiert, wenn er an die Grenzen geht. Seine eige­nen und die der anderen.« Der Pianist Sebastian Knauer umrahmt die Erzählung mit Musik von Richard Wagner, Isaac Albéniz, Franz Liszt, Maurice Ravel, Johannes Brahms, Antonín Dvo?ák und Edvard Grieg.


 KONZERT


4. SINFONIEKONZERT
HANS WERNER HENZE
Der verwunschene Wald. Aria und Rondo für Orchester (1991)
ANTON BRUCKNER
Sinfonie Nr. 4 Es-Dur Romantische (Fassung 1878/80)

Unter der Leitung des langjährigen Chefdirigenten des Kölner Gürzenich-Orchesters, Markus Stenz, steht nach fünf Jahren wieder eine Sinfonie von Anton Bruckner auf dem Konzertprogramm des Niedersächsischen Staatsorchesters. Bruckners Sinfonien – Marksteine im Repertoire eines jeden Orchesters – umkreisen eine strenge architektonische Idee, die immer wieder neue Beleuchtung erfährt. Seine Konstruktionen in schroff voneinander abgesetzten Blöcken, seine motivischen Schichtungen und Apotheosen sind Monumente eines naiven und unerschütterlichen Glaubens an eine »höhere« Bestimmung seiner Musik, die aber – entgegen den Intentionen des Komponisten – auch von den Brüchen seiner Zeit spricht. Unter allen Bruckner-Sinfonien hat es die Vierte zu größter Popularität gebracht, was sicher ihrem ausgeprägt »naturhaften« Ton geschuldet ist – mit prägendem Hörnerklang und der Nähe zur Klangwelt Carl Maria von Webers. Bruckner nannte sie denn auch seine »Romantische«.

Naturhaft ist auch das kurze Orchesterwerk von Hans Werner Henze, das der Sinfonie vorangestellt wird: Der verwunschene Wald, komponiert zur Wiedereröffnung des Frankfurter Opernhauses 1991, bringt Musik aus Henzes früher Oper König Hirsch in den Konzertsaal. Seine »Aria und Rondo für Orchester« erzählen von der Erinnerung des Titelhelden an seine Kindheit unter Waldtieren, von seiner Sehnsucht zurück zur Natur.

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
DIRIGENT Markus Stenz
SO, 21.01.18, 17:00 UHR | MO, 22.01.18, 19:30 UHR
Einführung jeweils 45 Minuten vor dem Konzert


3. KAMMERKONZERT: KLAVIERTRIO

FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY Klaviertrio Nr. 2 c-Moll op. 66

FRANZ SCHUBERT Klaviertrio Nr. 1 B-Dur op. 99

Franz Schuberts und Felix Mendelssohn Bartholdys Klaviertrios gehören zu den späten, sogenannten »reifen« Kammermusikwerken. Mendelssohns 2. Klaviertrio spiegelt den Stilwandel seines späten Schaffens – kompositionstechnisch anspruchsvoll, mit zwei hoch dramatischen Ecksätzen, lyrischem langsamem Satz sowie elfen- und koboldhaft vorbeihuschendem Scherzo. Auch Schuberts 1. Klaviertrio bringt dessen Spätstil zum Klingen, mit der Weiterentwicklung der klassischen Form durch romantischen Klangsinn und harmonische Überraschungen.

MIT Igor Bolotovski (Violine), Leonid Gorokhov (Violoncello) und Mariya Kim (Klavier)

SO, 28.01.18, 11:00 UHR

NIEDERSÄCHSISCHES LANDESMUSEUM HANNOVER


NEUJAHRSKONZERT

»OUVERTÜRENZAUBER«

Mit Werken von Gioachino Rossini, Otto Nicolai, Johann Strauss, Jerome Kern, Emmerich Kálmán, Richard Rodgers, Irving Berlin u.a.

Was eignet sich zur Eröffnung eines neuen Jahres mehr als Ouvertüren, die »Türöffner« für musikalische Bühnenwerke? Ein unterhaltsames Ouvertüren-Programm schlägt den Bogen von Spielopern und Operetten des 19. Jahrhunderts zu populären amerikanischen Musicals. Und wenn am Pult ein »dancing conductor« wie Joseph R. Olefirowicz steht, erwartet uns eine höchst »beswingte« Reise über den Atlantik.

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
DIRIGENT Joseph R. Olefirowicz
MODERATION Klaus Angermann
MO, 01.01.18, 12:00 UND 19:30 UHR

—| Pressemeldung Staatsoper Hannover |—

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