Hamburg, Elbphilharmonie, LEERER SAAL, VOLLES ROHR Konzert mit Wayne Marshall, 02.11.2020

Oktober 30, 2020  
Veröffentlicht unter Elbphilharmonie, Konzert, Livestream, Pressemeldung

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung © Ralph Lehmann

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung der Elphi © Ralph Lehmann

Elbphilharmonie Hamburg

LEERER SAAL, VOLLES ROHR

Konzert mit Orgelvirtuose Wayne Marshall

2. November in der Elbphilharmonie wird live gestreamt

 Am Montag, den 2. November, hätte der grandiose britische Organist Wayne Marshall zwei ausverkaufte Solokonzerte in der Elbphilharmonie spielen sollen. Leider fällt der erste Geltungstag des jüngst beschlossenen neuerlichen bundesweiten Lockdowns auf den 2. November, Konzerte vor Publikum sind untersagt. Aber Wayne Marshall spielt und improvisiert trotzdem an diesem Abend auf der 4765 Pfeifen starken Klais-Orgel des Konzerthauses: Volles Rohr, vor leerem Saal, bei laufenden Kameras. Das Konzert wird im Livestream auf www.elbphilharmonie.de übertragen. Beginn: 21 Uhr.

Wayne Marshall zählt zu den führenden Konzertorganisten weltweit. Er hat ein ausgesprochenes Faible für die US-amerikanische Musik des 20. Jahrhunderts, insbesondere für Gershwin und Bernstein. Der Tradition des Instruments folgend, spielt die Improvisation bei seinen Konzerten eine große Rolle. In seinem Livestream-Konzert wird Wayne Marshall über Themen von Bernstein und Beethoven improvisieren, die Sinfonie Nr. 6 des französischen Orgelpapstes Charles-Marie Widor aufführen sowie zwei Stücke der zeitgenössischen Komponisten George Baker und Andrew Ager. Das Community-Management für die Zuschauer des Livestreams auf Facebook macht Thomas Cornelius, mit der Titularorganistin der Elbphilharmonie Iveta Apkalna der beste Kenner des Instruments.

Weitere Informationen sowie das digitale Programmheft zum Konzert finden Sie unter: https://www.elbphilharmonie.de/de/programm/livestream-wayne-marshall/15435

—| Pressemeldung Elbphilharmonie Hamburg |—

Hamburg, Laeiszhalle, Quatuor Ébène – Ludwig van Beethoven, IOCO Kritik, 13.10.2020

Oktober 12, 2020  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Konzert, Kritiken, Laeiszhalle Hamburg

Hamburg Laeiszhalle / Telemann Festspiele © IOCO

Hamburg Laeiszhalle / Telemann Festspiele © IOCO

Laeiszhalle Hamburg

Quator Ebène  – Ludwig van Beethoven

Streichquartette:  D-Dur, op.18/3,  f-moll, op.95 „serioso“, e-moll, op.59/2

von Thomas Birkhahn

Ludwig van Beethoven näherte sich dem Streichquartett – dieser Königsdisziplin der Kammermusik – über Umwege. Sein Respekt vor den Leistungen der von ihm bewunderten Vorbilder Haydn und Mozart war so groß, dass er zunächst auf Streichtrios und ein Streichquintett „auswich“, bevor er sich – beauftragt von seinem Förderer Fürst Lobkowitz – im Alter von fast 30 Jahren an die Gattung heranwagte, und nach zwei Jahren intensiver Beschäftigung und teilweiser Umarbeitung sechs Quartette als sein Opus 18 veröffentlichte.

Das Quator Ebène gastierte nun am 10.10.2020 mit dem zweiten Konzert seines Beethoven-Zyklus in der Hamburger Laeiszhalle, der – verteilt auf sechs Abende – Ende November mit der „Großen Fuge“ enden wird.

Laeiszhalle Hamburg / Quatuor Ebene © Julien Mignot

Laeiszhalle Hamburg / Quatuor Ebene © Julien Mignot

Schon nach wenigen Takten wird deutlich, dass das Quator Ebène ein Ensemble auf Weltniveau ist. Das Zusammenspiel und die lupenreine Intonation der vier Musiker sind phänomenal! Alle vier haben dieselbe Klangidee, sie artikulieren wie ein Instrument. Jede musikalische Idee, jede emotionale Geste wird gemeinsam ausgeführt. Feinste Nuancierungen werden gemeinsam „durchlebt“. Dadurch ergibt sich zu jeder Zeit ein klares Bild dessen, was die Musiker durch die Musik vermitteln wollen.
Ob ihr Klangideal immer zur Musik Beethovens passt, ist eine andere Frage. Es ist ein schlanker, vibratoarmer Klang, den das Quator Ebène bevorzugt. Dadurch ergibt sich eine gute Durchhörbarkeit der einzelnen Stimmen. Die Klangfarbe hat auch etwas Metallisches an sich, man könnte sie an manchen Stellen auch als etwas unterkühlt oder fahl bezeichnen.

Dieses Klangideal wirkt am überzeugendsten im zentralen Werk des Abends, dem f-moll Quartett Opus 95, mit dem von Beethoven selber hinzugefügten Beinamen „serioso“. So wird das wütende Hauptthema von den Musikern geradezu herausgeschleudert. Die Musik changiert über weite Strecken zwischen einer tiefen, nach innen gekehrten Ernsthaftigkeit und einer für die Wiener Klassik bis dahin wohl nicht gekannten Aggression. Auch das eher lyrisch angelegte Seitenthema kann die Stimmung nicht aufhellen. Die fast brutale Kürze dieser Musik klingt beinahe wie eine Vorahnung auf Bela Bartok. Beethoven kümmert sich nicht um die Konventionen. Er lässt die Wiederholung der Exposition weg und die Durchführung hat bei ihm gerade mal 22 Takte. Es ist, als habe der Komponist hier mit zusammen gebissenen Zähnen komponiert. Die vier Musiker treffen den erstarrten Schmerz der Musik genau. Hier ist kein Wohlklang gefragt, hier herrscht keine Wärme, sondern eine grimmige Düsterkeit, die Beethoven gegenüber dem englischen Dirigenten George Smart zu der Bemerkung veranlasste, „the quartett is written for a small circle of conoisseurs and is never to be performed in public“ Seine Abkehr vom Publikum, die Beethovens Spätstil kennzeichnen wird, kündigt sich hier schon an. Diese Abkehr macht das Quator Ebène besonders im Allegretto deutlich, das man schon deutlich freundlicher gehört hat. An diesem Abend klingt der Satz erstarrt, wie unter einer Eisschicht. Die Musiker verzichten kompromisslos darauf, ihre Sicht auf das Werk zugunsten einer größeren Publikumsnähe aufzugeben.

Ludwig van Beethoven Wien © IOCO

Ludwig van Beethoven Wien © IOCO

Das erste Werk des Abends ist das D-Dur Quartett op. 18, Nr.3, Beethovens allererste Streichquartettkomposition. Das Quator Ebène betont hier weniger das Heitere und Verspielte dieser Musik als vielmehr die ernsten Zwischentöne, die unzweifelhaft vorhanden sind. Ob diese aber – wie an diesem Abend – das Werk dominieren sollten, ist zumindest fraglich. Für die vier Musiker steht eher das Verhaltene, Zögerliche dieser Musik im Vordergrund. Eine gelöste Stimmung will sich nicht recht einstellen. Es ist dann auch nur konsequent, dass für das Quator Ebène das wunderbare Adagio eher zurückhaltend und unnahbar gespielt wird. Das fügt sich zwar konsequent in ihr Klangideal ein, aber etwas mehr innigen Gesang mit wärmerer Tongebung hätte man sich schon gewünscht.
Der Konzertabend schließt mit Beethovens Quartett in e-moll, Op.59 Nr. 2. Es ist das mittlere der drei nach ihrem Widmungsträger genannten „Rasumovsky-Quartette“. Es ist eine unruhige, zerrissene Musik, die mal aggressiv, mal zögerlich daher kommt und dem Hörer durch häufige „Richtungswechsel“ einiges abverlangt. Die Musiker überzeugen hier durch die Darstellung der unterschiedlichen Emotionen auf engstem Raum. Die Dramatik, die Beethoven vor dem Hörer ausbreitet, wird von diesem Quartett packend inszeniert. Wunderbar filigran gelingt der Beginn des Allegrettos, das den Hörer verzweifelt nach der Eins im Takt suchen lässt. Die Musik ist zunächstvon einer tänzerischen Wehmütigkeit, ganz ohne die Heiterkeit eines Scherzos, das eigentlich an dieser Stelle des Werkes stehen sollte. Im weiteren Verlauf jedoch wird die Musik plötzlich volkstümlich derb. Beethoven tauscht kurz die Ballettschuhe gegen Holzschuhe ein und man hätte sich von den Musikern gewünscht, dass sie ihr phänomenal kontrolliertes Spiel einmal zugunsten einer rustikaleren Spielweise aufgeben.

Zentraler Satz dieses Werkes ist das Adagio, das Beethoven laut seinem Schüler Carl Czerny einfiel, „als er einst den gestirnten Himmel betrachtete und an die Harmonie der Sphären dachte“. Wenn man auch mit der Authentizität solcher Zitate vorsichtig sein muss, so scheinen Zeit und Raum in dieser Musik ins Große geweitet. Der weit ausholende Gesang bleibt an diesem Abend recht kühl und distanziert. Für die Musiker scheint auch von dieser Musik keine Wärme auszugehen. Sie halten ihr Klangideal konsequent durch. Das mag man – je nach persönlichem Geschmack – bewundern oder bedauern.

Das Quator Ebène beweist an diesem Abend, dass es zur Weltspitze der Streichquartette gehört – ob man nun immer stilistisch mit ihrem Spiel einverstanden ist oder nicht. Der begeisterte Applaus nach einem fast zweistündigen Konzert ohne Pause ist wohlverdient.

 —| IOCO Kritik Laeiszhalle Hamburg |—

Hamburg, Laeiszhalle, Internationales Mendelssohn Festival 2020, IOCO Kritik, 01.10.2020

Oktober 1, 2020  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Konzert, Kritiken, Laeiszhalle Hamburg

Hamburg Laeiszhalle © IOCO

Hamburg Laeiszhalle © IOCO

Laeiszhalle Hamburg

Internationales Mendelssohn Festival  –  Hamburg

Fontenay Classics – Schubertiade – Mendelssohn Summer School : von Niklas Schmidt zusammen geführt

von Thomas Birkhahn

Felix Mendelssohn Bartholdy © IOCO

Felix Mendelssohn Bartholdy – Düsseldorf © IOCO

Wird die Kammermusik auch in Zukunft noch ein Publikum haben?   Wenn ein international renommiertes Ensemble wie das Auryn-Quartett in der Weltstadt Hamburg auftritt, dann muss die Frage erlaubt sein, warum so viele Plätze in der Hamburger Laeiszhalle unbesetzt bleiben, die trotz der Corona-Pandemie hätten verkauft werden können. Zumal mit Mendelssohns Streichquartett a-moll op.13 und Schuberts Streichquintett C-Dur, D 956, zwei äußerst populäre Werke aufgeführt werden. Zieht heutzutage nur noch das „Event“ mit üppig besetztem Orchester in einem schicken Ambiente wie der Elbphilharmonie ein großes Publikum an? Das wäre äußerst bedauerlich, denn was die Zuhörer an diesem Abend im Rahmen des Internationalen Mendelssohn Festivals geboten bekommen, ist Kammermusik auf höchstem Niveau.

Internationales Mendelssohn Festival – Hamburg – link 

Mendelssohns a-moll Quartett op.13 von 1827 ist sein erstes, im Alter von 18 Jahren komponiertes Streichquartett. Zwei Einflüsse werden in dem Werk deutlich: Die Beschäftigung mit dem über alles bewunderten Beethoven, der kurz zuvor verstorben war und Mendelssohns eigene Liedkomposition „Frage“, die der 18-jährige Komponist vermutlich für die von ihm damals verehrte Betty Pistor komponierte.
Mendelssohn zitiert in der langsamen Einleitung aus diesem Lied die Worte „Ist es wahr?“, und erst ganz am Schluss des Quartetts wird er musikalisch die Antwort auf diese Frage geben.

Laeiszhalle Hamburg / Hier das Auryn Quartett © Manfred Esser

Laeiszhalle Hamburg / Hier das Auryn Quartett © Manfred Esser

Das Auryn-Quartett vermittelt dem Zuhörer von Anfang an ein klares Bild der emotionalen Tiefe dieser Musik eines frühreifen Genies. Schon der warme, homogene Klang des Beginns macht deutlich, dass hier vier Musiker dieselbe Klangvorstellung haben und dieselbe Idee, wie sie diese Musik vermitteln wollen. Im furiosen Allegro vivace meinen wir die fiebrige Erregung des verliebten Komponisten zu hören. Die dramatischen Gefühlsausbrüche werden – wie vom Komponisten vorgeschrieben – teilweise im Piano vorgetragen. Das Auryn-Quartett hat genau verstanden, dass hier ein Mensch sein Gefühlsleben offen legt, der so aufgewühlt ist, dass er teilweise nur noch flüstern kann.
Im langsamen Satz verwandeln sich die vier Streichinstrumente dann in Singstimmen, die mit innigster Wärme das Liedhafte dieser Musik zu Gehör bringen. Hier spannt das Auryn-Quartett die melodischen Bögen mit einer zauberhaften Innigkeit, die ans Herz geht.

Das serenadenhafte Intermezzo ist dann sehr schlicht vorgetragen und die Musiker betonen auch hier mit einer wunderbaren Zartheit das Liedhafte dieser Musik.
Ein scharfer Kontrast dann im Presto des Schlusssatzes: Es beginnt – wieder nah an der Vokalmusik – mit einem Rezitativ. Der erste Geiger Matthias Lingenfelder spielt diese Passagen so eindringlich, dass man den feurigen Felix förmlich vor sich sieht, wie er der jungen Betty Pistor sein Herz ausschüttet. Das sich anschließende furiose Presto bleibt wunderbar zwiespältig. Ist es triumphal? Ist es flehend? Ist es schmerzhaft? Das Auryn-Quartett lässt den Hörer im Ungewissen. Jeder kann für sich selbst entscheiden, wie die Musik wirken soll. Am Schluss kehrt die „Frage“ wieder, doch diesmal zitiert Mendelssohn eine komplette Liedstrophe:

Ist es wahr?
Was ich fühle,
das begreift nur,
die es mitfühlt,
und die ewig treu mir bleibt.

Spätestens jetzt wird klar, dass das ganze Werk von Mendelssohns Liebe handelt, und der nachdenkliche Schluss lässt offen, ob diese Liebe Erfüllung findet.

Schuberts Streichquintett entstand 1828, zwei Monate vor seinem frühen Tod und nur gut ein Jahr später als Mendelssohns a-moll Quartett. Es gilt zu Recht als eines der größten Kunstwerke der abendländischen Musik. Die emotionalen Tiefen, durch die der erst 31-jährige Komponist seine Zuhörer gehen lässt, sind schlicht atemberaubend. Es erfordert enorme Anforderungen an die Musiker, diese Musik dem Publikum nahe zu bringen.

Niklas Schmidt, Organisator der International Mendelssohn Festival Hamburg © Niklas Schmidt

Niklas Schmidt, Organisator der International Mendelssohn Festival Hamburg © Niklas Schmidt

Der verhaltene C-Dur-Akkord, mit dem das gewaltige Werk beginnt, kommt beim Auryn-Quartett – verstärkt am 2. Cello von Festival-Organisator Niklas Schmidt – vibratolos wie aus dem Nichts. Für einen kurzen Moment scheint die Zeit stehen zu bleiben, bevor der Akkord sich eintrübt und eine emotionale Reise beginnt, die alle Facetten dieser einzigartigen Musik ausleuchtet.

Die fünf Musiker machen auf wunderbare Weise deutlich, dass hier kein Platz für Gefälliges oder Unterhaltendes ist. Wir hören auf engstem Raum wehmütiges Flehen und trotziges Aufbegehren. Wir hören, wie die Musik im zweiten Satz nicht mehr weiter weiß und fast zum Stillstand kommt und wir werden von den schwindelerregenden Dissonanzen des Scherzos durchgeschüttelt. Hier geht es um essentielle Dinge des Lebens, und die Tiefe und Ernsthaftigkeit, mit der dieses Ensemble musiziert, gehen zu Herzen.

Der emotionale Höhepunkkt des Abends sind die herzzerreissenden Schmerzen im Mittelteil des Adagios. Sie werden mit bestürzender Intensität dargeboten. Immer neue Dissonanzen türmen sich aufeinander, schauerliche Triller gehen durch Mark und Bein, bis man als Zuhörer schließlich fast erleichtert ist, als die Musik wieder in das ruhigere Fahrwasser des Beginns zurückkehrt. Auch hier zeigen die Musiker ihre ganze Klasse, in dem sie das Drama nicht nur durch Lautstärke darstellen, sondern durch die Intensität der Klangfarben.

Dass Schubert die Musik der Wiener Klassik hinter sich gelassen hat, wird besonders im Trio des Scherzos deutlich: Hier ist nichts mehr übrig von der Heiterkeit eines Trios von Haydn oder Mozart. Hier herrscht eine tiefe Ernsthaftigkeit, ein Nachdenken über das Leben selber. Und so, wie es das Ensemble an diesem Abend spielt, ist man für einen kurzen Moment im Zweifel, ob es nach dem Trio überhaupt noch weiter geht.

Auryn-Quartett – hier 2008 aus Salzburg mit Franz Schuberts Streichquartett a-Moll
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Aber Schubert hat natürlich noch ein Finale geschrieben. Und was für eines! Ist das Hauptthema des Finales in Dur oder Moll? Ist diese Musik heiter oder wehmütig? Darauf gibt es wohl keine eindeutigen Antworten. Auch an diesem Abend nicht. Und das ist gut so. Das Auryn-Quartett und Niklas Schmidt lassen uns im wunderbar Ungewissen. Sie bringen Momente von schwebender Zartheit hervor, um dann wieder ins Tänzerische umzuschwenken. Und immer wieder gibt es Eintrübungen nach Moll, die so gar nicht zur Tonart C-Dur passen wollen. Bis wir schließlich beim Presto des Schlusses angekommen sind. Für die fünf Musiker ist dies kein triumphales Ende, es klingt eher wie eine panische Flucht Schuberts. Vor dem Leben? Vor sich selbst? Wir wissen es nicht, aber mit dem aggressiven Vorhalt vor dem abschließenden Schlusston machen die Musiker unmissverständlich klar, dass dies kein versöhnliches Ende ist. Hier ist jemand an einem Endpunkt angekommen, ob er nun geahnt haben mag, dass sein Leben zu Ende geht, oder nicht.

Es gibt nicht oft Standing Ovations am Ende eines Kammermusik-Konzerts. Aber in diesem Fall sind sie absolut gerechtfertigt. Und die Musiker sind klug genug, nach dieser Musik von Schubert keine Zugabe mehr zu spielen.

„Ist es wahr, dass man zwei Meisterwerke der Kammermusik auf diesem Niveau erleben darf?“, möchte man ehrfürchtig fragen. Nach diesem Abend lautet die frohe Antwort: „Ja, wir haben es erlebt!“

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Hamburg, Staatsoper Hamburg, Molto agitato – eine Reise durch die Musikgeschichte, IOCO Kritik, 08.09.2020

September 7, 2020  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Premieren, Staatsoper Hamburg

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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Molto agitato –  Saisoneröffnung unter Pandemiebedingungen

Regiedebut von Frank Castorf im Haus am Dammtor
Eine in Gewaltobsessionen badende Reise durch die Musikgeschichte

von Patrik Klein

Molto agitato…“sehr aufgeregt“ war der kulturinteressierte Opernfreund kurz vor der Veröffentlichung des Interimsspielplans der Saison 2020/21 der Staatsoper Hamburg nach fast sechsmonatiger zwangsbedingter Pandemiepause.

Am 8.3.2020 gab es die letzte auch von IOCO rezensierte Premiere von Vincenzo Bellinis Norma, link HIER, die noch eine zweite und letzte Aufführung ein paar Tage danach erlebte. Ein Otello mit José Cura in der Titelrolle vor bereits deutlich sparsamer besetzten Besucherreihen schloss sich final an.

Dann kam die Zwangspause, das kulturelle Drama, das Desaster der musikalischen Stille und der szenischen Bewegungslosigkeit, die Versendung der Festangestellten und des Ensembles in die Kurzarbeit und die Verbannung der Freischaffenden in die Existenznot oder noch Schlimmeres.

Staatsoper Hamburg / Molto agitato - hier : vorn Katharina Konradi, Georg Nigl, Jana Kurucová © Monika Rittershaus

Staatsoper Hamburg / Molto agitato – hier : vorn Katharina Konradi, Georg Nigl, Jana Kurucová © Monika Rittershaus

Das bisher bekanntgegebene Programm der neuen Saison wirkte statt molto agitato dann doch eher bescheiden, vorsichtig, ausgedünnt, eher verstörend als anlockend und wenig Mut ausströmend. „Jetzt erst Recht, wir machen was aus dieser Misere“ war nur schwerlich erkennbar. Stattdessen drei Kurzpremieren (molto agitato, Paul Abrahams Märchen im Grand Hotel und Arnold Schönbergs / Francis Poulencs Pierrot lunaire/La voix humaine), fünf Ballette (Ghost Light, Orphée et Eurydice, Ballett für Klavier und Stimme, Tod in Venedig und Matthäus-Passion) und zwei Repertoirestücke (Mozarts Zauberflöte und Cosi fan tutte) wohl auch in gekürzten Fassungen. Ab dem Jahreswechsel hofft man, das ursprünglich geplante Programm spielen zu können.

Mit nur einem Drittel an Zuschauern darf das „Große Haus“ gefüllt werden, selbstverständlich mit entsprechendem Hygienekonzept, neuer Klimaanlage und dem Verbot von Beifalls- und Missfallenskundgebungen, welches man in den neu veröffentlichten Servicekonditionen bekannt gab. Es sind erheblich weniger Spieltage als üblich angesetzt mit etlichen Spielplanlücken, die an anderen Orten gefüllt sind, wie in München an der Bayerischen Staatsoper, mit Liederabenden oder Kammerkonzerten.

Staatsoper Hamburg / Molto agitato - hier : Valery Tscheplanowa © Monika Rittershaus

Staatsoper Hamburg / Molto agitato – hier : Valery Tscheplanowa © Monika Rittershaus

Man könnte den Eindruck bekommen, dass hier ein finanziell angeschlagenes Haus einen Sanierungsversuch unternimmt: molto agitato.

Nach exakt 176 Tagen, 20 Stunden und etwa 7 Minuten, wie George Delnon in einer kurzen Ansprache in der ersten Reihe im Parkett stehend mitteilte, folgte nun Frank Castorfs Version dieses molto agitato als Saisoneröffnung statt seines ursprünglich geplanten Boris Godunow von Mussorgski.

Mit dem Regisseur wurde ein Projekt entwickelt, das auf die neue Lage in der Pandemie künstlerisch reagieren wollte. Konzert, Lied und Musiktheater von György Ligeti, Johannes Brahms, Georg Friedrich Händel und Kurt Weill lieferten die Stücke des Abends. Die höchst unterschiedliche Musik bildeten Werke aus der Neuen Musik, der Hochromantik, des Barocks und einer „Zeitoper“ unter dem musikalischen und sozialen Einfluss von Jazz und Unterhaltungsmusik.

Nouvelles Aventures von György Ligeti, Vier Gesänge op. 43 von Johannes Brahms, auseinandergerissen in zwei Teile, Händels Aci, Galatea e Polifemo sowie ein Vorspiel aus seinem Oratorium Salomo und schließlich Die sieben Todsünden von Kurt Weill bildeten den Kern der Saisoneröffnung in Hamburg. Eine Schauspielerin und vier Solist*innen  sowie eine zum Kammerorchester geschmolzene Staatsphilharmonie mussten sich den Graben und die Bühne teilen und unter Wahrung der Abstandsregeln musizieren.

Für seine berühmt-berüchtigten „Neuen Sichtweisen auf ein Stückist der Regisseur Frank Castorf immer wieder gerne engagiert worden. In den letzten Jahren gelangte seine Interpretation des Nibelungenringes in Bayreuth heftig unter Beschuss. Auch der Intendant der Staatsoper Hamburg George Delnon konnte der Versuchung nicht widerstehen, den intellektuellen DDR-Widerständler erstmalig nach Hamburg zu holen. Der Berliner Volksbühnenalleinherrscher am Rosa-Luxemburg-Platz, der für endlos lange Inszenierungen steht, in denen das ganze Abendland zwischen Aufklärung und Diktatur pendelt, hat wohl deutlich mehr Gegner als Freunde. Aber das macht ihm wohl wenig aus.

Staatsoper Hamburg / Molto agitato - hier : Matthias Klink, Georg Nigl, Katharina Konradi, Jana Kurucová, Valery Tscheplanowa © Monika Rittershaus

Staatsoper Hamburg / Molto agitato – hier : Matthias Klink, Georg Nigl, Katharina Konradi, Jana Kurucová, Valery Tscheplanowa © Monika Rittershaus

Castorf und sein Regieteam (Aleksandar Denic, Bühne; Adriana Braga Peretzki, Kostüme; Lothar Baumgarte, Licht; Andreas Deinert, Live-Kamera; Severin Renke, Live-Video und Kathrin Krottenthaler, Video) sahen das Stück als eine Art kleingeteiltes Mosaik, das sich im Laufe der Zeit zu einem Gesamtbild entwickelt. Sie fügten Texte und Spielszenen von Quentin Tarantino zum Thema Sex und Gewalt aus seinem ersten Film Reservoir Dogs ein, so dass aus summierten 70 Minuten Musik ein knapp zweistündiger Abend wurde.

Eine Schauspielerin (Valery Tscheplanowa) erklärte dem Publikum, dass das Böse, dass Alltagsgewalt von verbalen kleinsten Formen bis hin zur aktiven rohen, sadistischen Gewalt stattfindet. Dies aufzuzeigen, sei das Anliegen der Regie.

Zeitliche spannte sich dieser Faden von der alttestamentarischen Geschichte der Königin von Saba, die als Königin der Weisheit einem kriegerischen Umfeld gegenüber steht bis hin zur Gegenwart mit der Verbrennung der amerikanischen Flagge.

Inhaltlich begann Alltagsgewalt im Laut, wie bei Ligetis Stück zu vernehmen, bis hin zum Wort – also Gewalt durch Sprache. Sie fand sich auch verharmlost in den Texten der Stücke wieder. Letztendlich mündete sie in aktive, körperliche Gewalt. Was blieb war Schmerz ohne Perspektive auf Erlösung.

Staatsoper Hamburg / Molto agitato - hier : Jana Kurucová, Valery Tscheplanowa, Matthias Klink © Monika Rittershaus

Staatsoper Hamburg / Molto agitato – hier : Jana Kurucová, Valery Tscheplanowa, Matthias Klink © Monika Rittershaus

Man durfte sich an dieser Stelle bereits fragen, wo hier die Antwort oder Reaktion auf die momentane Lage in der Pandemie zu sehen war. Gezeigt wurden auf der komplett leergeräumten und bis auf die Brandmauer der Hinterbühne offenen riesigen Spielfläche etliche in der Ferne kleinteilige, musikalische und schauspielerische Szenen. Diese wurden mit hohem technischen Aufwand mit gezielt vergrößerten Details auf Videoprojektionsleinwände geworfen, die der Zuschauer dann verfolgen konnte. In den oberen Rängen konnten diese „ausgelagerten“ Szenen nicht gesehen werden. Peinlicherweise gelang die Projektion nach Vorne nur mit einer zeitlichen Verzögerung von etwa einer Sekunde, was bei den Großaufnahmen der Sänger und der Schauspielerin wie bei einem schlecht synchronisierten Film zunehmend nervte.

Musikalisch begann der Abend dann mit Händels Vorspiel zum dritten Akt aus dem Oratorium Salomo. Das kurze instrumentale Stück Die Ankunft der Königin von Saba erreichte Popularität, als es 2012 als Eröffnung zu den Olympischen Spielen in London erklang. In einem medienwirksamen Trailer, besuchte der damals amtierende James Bond Darsteller Daniel Craig die Queen und holte sie zu ihrer Eröffnungsrede ab. Auf der Hamburger Bühne tauchten erste Zitate aus Tarantinos Film auf, eine große USA-Fahne wurde sowohl auf der Bühne als auch auf den Videoleinwänden geschwungen und zerrissen. Das im Graben positionierte 17 Musiker starke Orchester geleitet von Kent Nagano wirkte trocken, spröde und wenig barocken Esprit ausströmend.

Für den nun folgenden Zeitensprung in die nahe Vergangenheit öffneten sich die Unterbühne, ein Klavier nebst dem acht Musiker starken Orchester wurde seitlich herein geschoben. Die drei Solisten (Sopran, Mezzosopran und Bariton) standen in glitzernden Kostümen an der Rampe und gaben die vielfältigen Laute sogar durch Rohre verfremdet wieder. Eine vierte Figur war schemenhaft im Hintergrund zu erkennen. György Ligetis  Nouvelles Aventures (1962 bis 1965) gilt in der Musikwelt als eine Art Theaterrevolution: Schnelle musikalische Schnitte zwingen den Betrachter sich permanent auf neue Situationen einzulassen. Es wurde gezeigt, wie sich die drei Solisten selbst wahrnehmen, und genau so konnte sie auch der Zuschauer fühlen in diesem Theater ohne Handlung, dafür mit einem weiten Assoziationsraum, der den Kosmos des Lebens entfalten soll.

Ein musikalischer Zeitsprung ins neunzehnte Jahrhundert folgte auf die neuen ungewohnten Klänge währendem ein zeitungslesender Amerikaner mit aufgesetzter ledernen Pestmaske in die Szene trat. Johannes Brahms Vier Gesänge op.43 für eine Singstimme (Tenor/Bariton) und Klavier. Castorf riss das letzte Lied  „Das Lied vom Herrn von Falkenstein“ aus dieser Reihe heraus und platziert es später vor dem Weill Stück. Die verbleibenden drei Lieder „Von ewiger Liebe“, „Die Mainacht“ und „Ich schell mein Horn ins Jammertal“  wurden nun von Matthias Klink (Tenor) gesungen und begleitet von Rupert Burleigh am Klavier. In den Liedern  geht es um die Sehnsucht zweier Liebender sich zu vereinen, was aber mit erheblichen Widerständen verbunden ist. In Rebellion enden die Klänge.

Der deutsche Tenor Matthias Klink begann 1995 seine Karriere im Ensemble der Kölner Oper und ist Freischaffender Sänger mit dem Schwerpunkt auf der klassischen Moderne und dem Konzert- und Liedgesang. Dem Hamburger Publikum ist er bekannt als Alwa in Bergs Lulu. Leider hatte er am Premierenabend einen rabenschwarzen Tag. Die an sich schön timbrierte Stimme hatte nicht das Volumen, um die riesige offene Fläche auf der Bühne und im Zuschauerraum zu fluten. Er bemühte sich zwar um Linie, forcierte und presste aber zu stark, was wiederum auch auf Intonation und Formgebung der Interpretation negativ wirkte.

Es folgte ein Kampf um die Flagge der USA mit Gesprächseinlagen aus dem Tarantinofilm, eine Anekdote zum Lachen, die sich auf einen Witz vom Frosch und dem ihn stechenden und tötenden Skorpion bezog und die Brücke zu Mat Damon mit Herbie Weinstein bilden sollte. Dann sprang die Regie wieder zur barocken Opernpracht. Georg Friedrich Händels Oper Aci, Galatea e Polifemo wurde von anderthalb stündiger Länge auf fünfzehn Minuten konzentriert und im Rampengesang von den drei Protagonisten vorgestellt. Im Hintergrund lief auf einer Videoleinwand in „Comicstripmanier“ naiv  die Geschichte im Zeitraffer ab.

Molto agitato – Saisoneröffnung 2020/21 an der Staatsoper Hamburg
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Die Nymphe  Galatea (Mezzosopran), eine Tochter des Meeresgottes Nereus, ist glücklich in den Schäfer Aci (Sopran), den Sohn des Königs Faunus von Latium, verliebt. Der einäugige Riese Polifemo (Bariton) begehrt sie ebenfalls. Er erschlägt Aci aus Eifersucht mit einem Felsblock. Galatea bittet Nereus, Acis Blut in eine silberne Quelle zu verwandeln und ihn als Flussgott weiterleben zu lassen, damit sie ihn im Wasser wiederfinden kann.

Stimmlich blieben hier kaum Wünsche übrig. Die aus Kirgistan stammende Sopranistin Katharina Konradi, Ensemblemitglied der Staatsoper Hamburg seit der Spielzeit 2018/19, avancierte bereits zum Publikumsliebling durch Rollen wie Pamina (Die Zauberflöte), Gretel (Hänsel und Gretel), Adele (Die Fledermaus), Susanna (Le Nozze di Figaro). Sie sang auch an diesem Premierenabend mit souveräner Stimmführung und überbordenden Emotionen. Mezzosopranistin Jana Kurucová, aus der Slowakei gebürtig und erst seit der letzten Saison Ensemblemitglied an der Staatsoper Hamburg (vorher Deutsche Oper Berlin) wartete mit schön gefärbten Timbre und starkem Ausdruck auf. Der österreichische Bariton Georg Nigl wurde 2015 von der Zeitschrift „Opernwelt“ als Sänger des Jahres ausgezeichnet. Mit Wozzeck (Wozzeck), Lenz (Jakob Lenz), Orfeo (L‘Orfeo), Papageno (Die Zauberflöte), Don Alfonso (Così fan tutte) u. a. hat er ein breit gefächertes Repertoire und singt an den großen Häusern Europas. Auch an diesem Premierenabend überzeugte er durch Intonationssicherheit und musikalisches Gespür.

Bevor Georg Nigl nun das vierte Lied aus der Brahms Liederfolge vortragen konnte, sprühte die Schauspielerin mit roter Farbe auf ein am Boden liegendes Banner die Worte „Sex and Lies“. Gewalt aus Szenen des bereits mehrfach zitierten Tarantinofilms folgten und gipfelten im brutalen Foltern eines Gefangenen, dessen Ohr abgeschnitten wird. Etliche Zuschauer verließen an dieser Stelle den Saal. Bryan Adams Song aus 2002 „Here I am“ bildeten den Übergang zu Kurt Weills Die sieben Todsünden, dem satirisches Ballett mit Gesang in sieben Bildern mit Prolog und Epilog in Bertolt Brechts Text.

Faulheit, Stolz, Zorn, Völlerei, Unzucht, Habsucht und Neid – in Weills Stück sind sie Lebens- und Leidensstationen der jungen Anna (dargestellt durch die fulminant auftrumpfende, preisgekrönte und durch Theater und Film bekanntgewordene Tänzerin und Schauspielerin Valery Tscheplanowa) , die sich für ihre Familie aufopfert, die unter den Belastungen ihrer unmenschlichen Umwelt bereits zerbrochen ist – und sich schizophren wahrnimmt als Anna 1 (die nüchtern Denkende im verbalen Ausdruck) und Anna 2 (die Schöne und Gefühlsvolle mit tanzenden Gesten; hier in Castorfs Regievorstellungen eine nackte Plastiksexpuppe). Anna wird in sieben Jahren durch sieben Städte in Amerika getrieben und in sieben nummernähnlichen Teilen dargestellt, von einer Familie, die auf ihre Kosten ein bequemes Leben führen will und ihr paradoxerweise Faulheit vorwirft. Anna endete schließlich im Epilog als zerstörter Mensch vor einer zuerst brennenden und dann gelöschten Fahne der USA. Nach dem finalen Quartett der Familie, dem Abgang aller ins Off, tauchte Anna mit neuer Fahne noch ein letztes Mal auf. Langsam erlosch die erhellte Bühne.

Staatsoper Hamburg / Molto agitato - hier : Schlussapplaus © Patrik Klein

Staatsoper Hamburg / Molto agitato – hier : Schlussapplaus © Patrik Klein

Kent Nagano dirigierte das kammermusikalisch aufgestellte Philharmonische Staatsorchester Hamburg bei Ligeti und Weill mit deutlichen Taktgebungen um Präzision bemüht. Bei diesen beiden Stücken lagen klar die orchestralen Stärken des Abends. Präzise und plastisch wirkte der Klang, die Abstimmung zum Bühnengeschehen funktionierte. Bei den barocken Stücken  dagegen spürte man, dass er in dieser Welt weniger beheimatet ist.

Das Publikum reagierte gemischt, diffus und unerwartet. Die sonst bei einer Castorf-Produktion zu erwartenden Buhs blieben aus. Der Applaus war verhalten, aber auch einige Bravos konnte man vernehmen. Etwa 15 Besucher haben das Haus im Laufe des Abends  vorzeitig verlassen. Ein Herr im 4.Rang schnarchte so laut, dass er mehrfach geweckt werden musste. Dieser Abend verlangte viel vom Besucher ab, sehr viel sogar. Das nach sechsmonatiger Pause zurückgekehrte Publikum hätte besseres verdient gehabt.

Molto agitato an der Staatsoper Hamburg;  weitere Termine: 08.09; 12.09; 15.09; 21.09; 23.09 und 26.09.2020

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