Düsseldorf, Ballett am Rhein, Martin Schläpfer – Schwanensee – Wien, IOCO Aktuell, 21.09.2018

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

 Martin Schläpfer – Bundesverdienstkreuz
SCHWANENSEE – Premiere im Theater Duisburg am 28.9.2018

Martin Schläpfer, * 1959 in Altstätten, Schweiz, wird mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Der 2020 nach Wien wechselnde Chefchoreograph und ehemalige Künstlerische Direktor des Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg nimmt die Auszeichnung am 2. Oktober von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue entgegen. Die Verleihung steht zum Tag der Deutschen Einheit unter dem Motto „Kultur verbindet!“. Neben Martin Schläpfer werden unter anderem die Bratschistin Tabea Zimmermann, die Künstler Neo Rauch und Jim Rakete, Regisseur François Ozon, Regisseurin Caroline Link, Schauspielerin Julia Jentsch, Sängerin Annette Humpe und der Komiker Otto Waalkes mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet.

Deutsche Oper am Rhein / Martin Schlaepfer © Gert Weigelt

Deutsche Oper am Rhein / Martin Schlaepfer © Gert Weigelt

SCHWANENSEE – Premiere im Theater Duisburg am 28.9.2018

Martin Schläpfer, der schweizer Chef des Düsseldorfer Balletts am Rhein, hat mit b.36, Schwanensee nur im Untertitel, sein erstes Handlungsballett choreographiert. Er bezeichnet es als Uraufführung, wozu ihn berechtigt, dass er sich stark an die musikalische Originalversion Peter I. Tschaikowskys der Jahre 1875 bis 1877 hält, vor allem aber, weil er die Geschichte der Erlösung einer verzauberten Prinzessin durch die Liebe eines Prinzen psychologisch ausdeutet und choreographisch neu erzählt.

Schwanensee – Ballett am Rhein
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Schläpfer will Schwanensee als durchgehende und psychologisch schlüssige Handlung choreographieren und verzichtet auf Märchenhaftes, Pomp und nur schöne Ballett-Szenen, die keine eigene Handlung haben. Dies gelingt schlüssig, indem Prinz Siegfried und sein ödipaler Mutterkonflikt ins Zentrum der Inszenierung rückt. Als Märchen ließe es sich einfacher erzählen, so Hanns Butterhof, für IOCO zum Schwanensee von Martin Schläper

Martin Schläpfer –  Die Person

Martin Schläpfer studierte Ballett bei Marianne Fuchs in St. Gallen und an der Royal Ballet School in London. Zu seinen wichtigsten Lehrern gehören Maryon Lane, Terry Westmoreland, David Howard, Gelsey Kirkland und Peter Appel. 1977 gewann er beim Prix de Lausanne den Preis für den besten Schweizer und wurde von Heinz Spoerli ins Basler Ballett engagiert, wo er schnell zu einem der charismatischsten Solisten avancierte. In zehn Jahren verließ er das Basler Ballett nur für eine Spielzeit, um ein Engagement beim Royal Winnipeg Ballet in Kanada anzunehmen. 1990 gründete er die Basler Ballettschule Dance Place, an der er zu unterrichten begann. Zeitgleich studierte er Tanzpädagogik bei Anne Woolliams in Zürich und nahm Musikunterricht bei Harriet Cavalli.
1994 wurde er als Direktor zum Berner Ballett berufen und gründete die Stiftung Visions of Dance. Von 1999 bis 2009 leitete Martin Schläpfer das von ihm neu formierte ballettmainz, das unter seiner Direktion in die erste Reihe der deutschen Ballettcompagnien aufrückte. 2009/10 übernahm er als Direktor und Chefchoreograph das Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg, das die internationale Kritikerumfrage der Zeitschrift tanz bereits nach der ersten Spielzeit unter Martin Schläpfer mehrfach als „Kompanie des Jahres“ nominierte, ihren Direktor 2010 zum „Choreographen des Jahres“ kürte und das Ballett am Rhein 2013, 2014, 2015 und 2017 als „Beste Kompanie“ auszeichnete. Neben den Aufführungen in den Stammhäusern Düsseldorf und Duisburg tritt die Compagnie regelmäßig bei Gastspielen im In- und Ausland sowie bei internationalen Festivals auf.

b.29 – 30 Sekunden… – Ballett am Rhein
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In seinem inzwischen über 60 Werke umfassenden Schaffen hat Martin Schläpfer seinen Stil immer mehr zu einer ebenso individuellen wie zeitgemäßen Ballettkunst verdichtet. Mit Jean-Philippe Rameaus Castor et Pollux an der Deutschen Oper am Rhein übernahm er 2011/12 erstmals auch eine Opernregie. Uraufführungen entstanden außerdem für das Bayerische Staatsballett München und Het Nationale Ballet Amsterdam. Das Ballett Zürich zeigte 2014 sein „Forellenquintett“ im Zürcher Opernhaus. Im Januar 2017 war er als Choreograph und Pädagoge an Canada’s National Ballet School in Toronto zu Gast. Nachdem Martin Schläpfer 2012 bereits für den Pas de deux „The Old Man and Me“ als Tänzer auf die Bühne zurückkehrte, kreierte Hans van Manen mit „Alltag“ 2014 erstmals eine Uraufführung für ihn als Solisten.
Martin Schläpfer erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz (2002), den Tanzpreis der Spoerli Foundation (2003), den Prix Benois de la Danse (2006), den Theaterpreis der Düsseldorfer Volksbühne (2012) sowie 2009 und 2012 den deutschen Theaterpreis Der Faust. 2013 folgte der Schweizer Tanzpreis und 2014 der „Taglioni“ – European Ballet Award in der Kategorie „Best Director“ durch die Malakhov Foundation. 2014 wurde Martin Schläpfer von center-tv zum „Düsseldorfer des Jahres“ gewählt. Sein abendfüllendes Ballett DEEP FIELD auf eine Auftragskomposition von Adriana Hölszky war für den Prix Benois de la Danse 2015 nominiert, im November 2015 erhielt er als dritter Choreograph nach Hans van Manen und Pina Bausch den Musikpreis der Stadt Duisburg. Seit 2017 ist er Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Mehrere Choreographien Martin Schläpfers wurden fürs Fernsehen aufgezeichnet (ZDF/Theaterkanal, 3sat, arte, SWR) aufgezeichnet. In der Regie von Annette von Wangenheim ist für arte/WDR und das Schweizer Fernsehen SRF das Filmporträt „Feuer bewahren – nicht Asche anbeten“ entstanden, das 2016 auch im Kino zu sehen war und auf DVD vorliegt.

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Martin Schläpfer – Ab 2020 – Direktor des Wiener Staatsballett

2018 wurde Martin Schläpfer zum neuen Direktor des Wiener Staatsballetts, der Compagnie der Wiener Staatsoper und der Volksoper Wien, sowie der Wiener Ballettakademie berufen worden. Er wird sein neues Amt zur Saison 2020/2021 mit Beginn der Intendanz von Bogdan Rošcic an der Wiener Staatsoper antreten. An der Wiener Staatsoper tritt Schläpfer die Nachfolge von Manuel Legris an, der gemeinsam mit Direktor Dominique Meyer  Ende der Saison 2019/20 aus dem Amt scheidet.

—| IOCO Aktuell Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Premiere Götterdämmerung, 27.10.2018

September 17, 2018  
Veröffentlicht unter Deutsche Oper am Rhein, Pressemeldung

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Neuinszenierung von Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“
Premiere „Götterdämmerung“ am 27. Oktober in Düsseldorf

An der Deutschen Oper am Rhein steht die Neuproduktion von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ vor dem Abschluss: Generalmusikdirektor Axel Kober und der Regisseur Dietrich W. Hilsdorf setzen ihre Arbeit mit der „Götterdämmerung“ fort. Am Samstag, 27. Oktober, um 17.00 Uhr ist Premiere im Opernhaus Düsseldorf.

Deutsche Oper am Rhein / Götterdämmerung -Linda Watson © Max Brunnert

Deutsche Oper am Rhein / Götterdämmerung -Linda Watson © Max Brunnert

Erdas Töchter, die Nornen, erinnern an die verhängnisvollen Taten der vergangenen Zeit: Das Geflecht aus Macht, Gier, Schuld und Verbrechen hat sich in einer Art gordischem Knoten verfangen. Die Götter sind entmachtet, doch Alberich verfolgt seinen Plan: Er flüstert seinem Sohn Hagen ein, Siegfried zu töten und den Ring zurückzugewinnen. Hagen gelingt es, Siegfrieds Vertrauen zu gewinnen, um ihn schließlich zu ermorden. In Siegfrieds Verführbarkeit zeigt sich erneut die verheerende Wirkung des Nibelungenringes. Erst als Brünnhilde ihn den Rheintöchtern zurückgibt, scheint der Fluch gebannt.

Nach seinem gefeierten Debüt als Siegfried verfängt sich Michael Weinius nun als tragischer Held in den Racheplänen Alberichs (Michael Kraus). Als weltweit gefragte Wagner-Interpreten und Mitglieder des hauseigenen Ensembles sind Linda Watson und Hans-Peter König als Brünnhilde und Hagen zu erleben. Bogdan Baciu debütiert als Gunther, Sylvia Hamvasi als Gutrune, Katarzyna Kuncio als Waltraute. Ihre finalen Kämpfe und Intrigen spielen sich am und auf dem Rhein ab, der als mythologischer Ort auch im Bühnenbild von Dieter Richter präsent ist. In einer Art Endspiel vollzieht sich hier der Untergang der alten Welt.

Dritter Tag des Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“ 
Text vom Komponisten
In deutscher Sprache mit Übertiteln
Dauer: ca. 5 ½ Stunden, zwei Pausen
 
MUSIKALISCHE LEITUNG : Axel Kober
INSZENIERUNG : Dietrich W. Hilsdorf
BÜHNE : Dieter Richter
KOSTÜME : Renate Schmitzer
LICHT : Volker Weinhart
CHORLEITUNG : Gerhard Michalski
DRAMATURGIE : Bernhard F. Loges
SIEGFRIED : Michael Weinius / Corby Welch
GUNTHER:  Bogdan Baciu / Richard Šveda
ALBERICH : Michael Kraus / Stefan Heidemann
HAGEN : Hans-Peter König / Sami Luttinen
BRÜNNHILDE : Linda Watson / Heike Wessels
GUTRUNE : Sylvia Hamvasi / Anke Krabbe
WALTRAUTE : Katarzyna Kuncio / Sarah Ferede
1. NORN : Susan Maclean / Renée Morloc
2. NORN : Sarah Ferede / Annika Schlicht
3. NORN : Morenike Fadayomi / Barno Ismatullaeva
WOGLINDE : Anke Krabbe / Heidi Elisabeth Meier
WELLGUNDE : Kimberley Boettger-Soller
FLOSSHILD : Ramona Zaharia / Anna Harvey
CHOR : Chor der Deutschen Oper am Rhein
ORCHESTER : Düsseldorfer Symphoniker / Duisburger Philharmoniker

„Götterdämmerung“ im Opernhaus Düsseldorf: Sa 27.10. – 17 Uhr (Premiere), Do 01.11. – 17 Uhr,

So 18.11. – 17 Uhr, So 25.11. – 17 Uhr, So 02.12. – 15.00 Uhr, So 23.06. – 17 Uhr

„Götterdämmerung“ im Theater Duisburg (neue Besetzung): So 05.05. – 17 Uhr (Premiere),

So 12.05. – 17 Uhr, So 02.06. – 17 Uhr

Vor der Premiere: : Opernwerkstatt vor der Premiere: Am Donnerstag, 18. Oktober, 18.00 Uhr, gibt die Dramaturgin Anna Grundmeier im Gespräch mit dem Produktionsteam Einblick in die „Götterdämmerung“. Anschließend besteht die Möglichkeit zum Probenbesuch. Der Eintritt ist frei.

Kaffeeklatsch mit Hilsdorf – das Büchercafé zum „Ring“ am Sonntag, 21. Oktober, um 15.00 Uhr im Parkettfoyer des Opernhauses: Kaffee, Kuchen und jede Menge Bücher – der Regisseur präsentiert seine Literaturschätze zum „Ring des Nibelungen“ und lässt sie auf unterhaltsame Weise den Besitzer wechseln. Der Eintritt ist frei.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Düsseldorf, Tonhalle Düsseldorf, Die Planeten – Raumstation – Titan, Oktober 2018

Tonhalle Düsseldorf

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Tonhalle Düsseldorf © Diesner

 Veranstaltungen der Tonhalle im Oktober 2018

Ein gewaltiger Oktober steht der Tonhalle bevor: Neben Holsts Planeten spielt das Jugendsinfonieorchester gemeinsam mit seinem norwegischen Gastorchester Mahlers Titan, das Concertgebouw Oktett gibt Auszüge aus „Don Giovanni“ mit voller Bläserkraft zum Besten und in der #IGNITION wird es magisch.

Sternzeichen: Holst „Die Planeten“
In der Tonhalle, dem „Planetarium der Musik“, erklingt am 5., 7. und 8. Oktober unter der Leitung von Mario Venzago das Meisterwerk von Gustav Holst: „Die Planeten“. In jeweils einem Satz beschreibt der englische Komponist die (damals nur sieben entdeckten) Planeten, die neben der Erde um unsere Sonne kreisen – vom Kriegsbringer Mars bis zum Mystiker Neptun. Außerdem spielen die Düsseldorfer Symphoniker Werke von Max Bruch und dem rheinischen Komponisten Bernd Alois Zimmermann – Letzterer wäre in diesem Jahr 100 geworden.

Raumstation: Concertgebouw Oktett
Am 6. Oktober statten acht Bläsersolisten des niederländischen Royal Concertgebouw Orchestra der Tonhalle einen Besuch ab. In der Kammermusik-Reihe Raumstation spielen sie Werke von Mozart und Beethoven. Das renommierte Amsterdamer Orchester, dem die Solisten entstammen, wurde 2015 von Musikkritikern als weltweit zweitbestes Orchester ausgezeichnet. Auch das Kammerensemble, das sich daraus gebildet hat, überzeugt durch herausragende Qualität, perfektes Timing und brillierende Virtuosität.

Big Bang: Mahler – Titan
Am 7. Oktober bringen das Jugendsinfonieorchester der Tonhalle und das norwegische Gastorchester VUSO Mahlers 1. Symphonie, auch Titan genannt, auf die Bühne. In der Reihe „Big Bang“ stehen junge Menschen auf der Bühne des Mendelssohn-Saals und zeigen ihren Spaß und ihre unbedingte Leidenschaft an der sogenannten ernsten Musik.

Na hör’n Sie mal!
Am 12. Oktober widmet sich die Reihe „Na hör’n Sie mal!“ der Neuen Musik und ihren Komponisten aus Düsseldorf. In der Kammermusikreihe des notabu.ensemble neue musik mutiert der Helmut-Hentrich-Saal zur Experimentierstube. Mal still und meditativ, mal bombastisch-mitreißend – ganz nah an den Musikern erlebt das Publikum die Grenzenlosigkeit zeitgenössischer Klangsprachen.

Frau Luna – Das Café-Konzert
Musik aus den Caféhäusern der Welt: Am 21. Oktober erklingen in der Tonhalle Melodien aus der Blütezeit von Kur- und Caféhäusern. Das Tea Time Ensemble präsentiert dann ein in liebevoller Entdeckungsarbeit zusammengestelltes Repertoire, das einst in Caféhäusern weltberühmt wurde. Ein weiter Bogen der Unterhaltungsmusik wird gespannt – mit einem vielseitigen Programm von Musik aus Wien bis zum Musical von heute.

#IGNITION – Harry Potter
Am 30. Oktober zaubert die #IGNITION einen großen Soundtrack auf die Bühne der Tonhalle: Harry Potter. Im Film verzauberte er seine Fans, und kein anderer als Altmeister John Williams hätte einen besseren Grundstein legen können, um der Bildgewalt von Hogwarts musikalisch gerecht zu werden. #IGNITION-Dirigent Jesko Sirvend öffnet das Zauberbuch von John Williams‘ Musik und lüftet das Geheimnis mancher magischen Momente.

—| Pressemeldung Tonhalle Düsseldorf |—

Düsseldorf, Robert Schumann Saal, Konzert Marlene Dietrich bis Fritz Kreisler, 28.10.2018

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Robert Schumann Saal   

Robert Schumann Saal im MPK Düsseldorf © Christoph Schuknecht

Robert Schumann Saal im MPK Düsseldorf © Christoph Schuknecht

Marlene Dietrich bis Fritz Kreisler
So, 28.10.2018, 17 Uhr
Robert-Schumann-Saal im Museum Kunstpalast, Düsseldorf
Konzertreihe erstKlassik! mit Moderation

Vladimir Korneev Gesang | Ensemble des Niederrhein Musikfestivals
Denn das ist meine Welt
Lieder und Instrumentalwerke aus der Glanzzeit des deutschen Chansons
von Marlene Dietrich bis Fritz Kreisler

Museum Kunstpalast / Robert Schumann Saal - Vladimir Korneev © C.N. Baumgartl

Museum Kunstpalast / Robert Schumann Saal – Vladimir Korneev © C.N. Baumgartl

Ein Ausflug in die Blütezeit des deutschen Chansons. In dieser kreativen Epoche zwischen den Weltkriegen schrieb etwa Friedrich Hollaender Marlene Dietrich das unsterbliche „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ auf den Leib. Auch ließen sich Komponisten der „ernsten“ Musik in Deutschland und Österreich ganz unvoreingenommen von Film, Kabarett, Tanzmusik, Jazz und Chansons inspirieren. Mit Liedern von Richard Heymann oder Theo Mackeben und Instrumentalwerken von Erich Wolfgang Korngold, Fritz Kreisler und Erwin Schulhoff führt uns das Programm geradewegs in diese funkensprühende Musikepoche.

Ensemble: Anette Maiburg, Flöte/Leitung | Stefan Malzew, Arr./Klarinette/Vibraphon |
Karina Buschinger und Isabelle Engels, Violine | Junichiro Murakami, Viola | Guido Schiefen, Violoncello

Karten: 32/28/22/12 € (Schüler/Studenten 12 €) zzgl. Servicegebühren, erhältlich
an vielen Vvk-Stellen, unter T 0211-274000, im Museum Kunstpalast, über
www.robert-schumann-saal.de oder an der Abendkasse.
Wahlabo: Bis zu 20 % Rabatt, Details unter www.robert-schumann-saal.de.

Veranstalter: Stiftung Museum Kunstpalast, Robert-Schumann-Saal in Kooperation mit
dem Niederrhein Musikfestival


In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen beschäftigten sich Komponisten in Deutschland und Österreich unvoreingenommen mit Unterhaltungsmusik und ließen sich bereitwillig von Film, Kabarett, Tanzmusik, Jazz und Chansons inspirieren. Der Chansonund Kammermusikabend „Denn das ist meine Welt“ lässt sich von der funkensprühenden Vitalität dieser kreativen Musikepoche inspirieren und führt das Publikum geradewegs in die Zeit, als Friedrich Hollaender Marlene Dietrich das Lied „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ auf den Leib schrieb. Werner Richard Heymann arbeitete als einer der bedeutendsten Musiker der Weimarer Republik unter anderem für Max Reinhardts Kabarett „Schall und Rauch“. Theo Mackeben, der die Uraufführung der Dreigroschenoper leitete, komponierte mit „Nur nicht aus Liebe weinen“ und „Das Lied vom einsamen Mädchen“, Evergreens, die bis heute Bekanntheit genießen. Während Mackeben unter den Nazis weiter arbeiten konnte, wurden viele andere Komponisten, die in der Weimarer Republik Erfolg gehabt hatten, aufgrund ihrer jüdischen Abstammung verfolgt. Erich Wolfgang Korngold, der wegen seiner Opern von Komponisten wie Strauss und Mahler bewundert wurde, verließ Europa 1934 rechtzeitig in Richtung USA. In Hollywood drückte er mit seiner avancierten sinfonischen Musiksprache der sich gerade entwickelnden Filmmusik seinen Stempel auf. Korngolds Quartett Nr. 2 entstand kurz bevor er seine Heimat verließ. Es ist eine Liebeserklärung an die österreichischen Landschaften, die er mit Wienerischer Sinnlichkeit beschreibt. Untrennbar mit dem musikalischen Wien verbunden sind auch die Charakterstücke Fritz Kreislers. In seinen Alt-Wiener Tanzweisen „Liebesfreud“ und „Liebesleid“ blickt Kreisler mit unnachahmlicher Eleganz
und Wiener Schmäh auf musikalische Vorbilder aus Barock und Klassik zurück. Erwin Schulhoff gehörte zu den Komponisten, die sich in ihrer Musik mit Einflüssen aus Unterhaltungsmusik und Jazz auseinandersetzten. Seine Jazzetüden erschließen die Energie und Leidenschaft des Jazz mit klassischem Klangsinn. Damit passen sie hervorragend in den Kontext des Niederrhein Musikfestivals, in dem es darum geht Musik anders zu hören und auf überraschende Weise in neue Zusammenhänge zu setzen.
Text: Michael Vogt


Biografien:


VLADIMIR KORNEEV – STIMME
Der gebürtige Georgier kam als Kriegsflüchtling im Alter von 7 Jahren mit seinen Eltern
nach Deutschland. Nach einer zwölfjährigen Ausbildung zum Pianisten und seinem Abitur in Augsburg absolvierte er sein Schauspiel- und Gesangsstudium an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München. 2012 erhielt er sein Diplom mit Auszeichnung.

Korneev dreht für Film und Fernsehen. 2014 hatte er sein Fernsehdebüt an der S eite von Matthias Brandt und Sandra Hüller im Polizeiruf 110 „MORGENGRAUEN“, der für den Grimme-Preis nominiert wurde. Seither drehte er u.a. mit Tom Schilling „AUF KURZE DISTANZ“ und Ronald Zehrfeld „DENGLER“. In dem ARD Spielfilm „EINE SOMMERLIEBE ZU DRITT“ gab Vladimir die Hauptrolle. Dieses Jahr hatte Vladimir seine erste Kinofilmpremiere mit „KUNDSCHAFTER DES FRIEDENS“ neben Henry Hübchen, Michael Gwisdek und Thomas Thieme, spielte im schweizer TATORT „KRIEGSSPLITTER“ und drehte u.a. als Episodenhauptrolle für STRALSUND „KEIN WEG ZURÜCK“.
Zu seinem Schaffen als Schauspieler ist Vladimir Korneev Chansonsänger. Er ist dreifacher Preisträger in Folge beim Bundeswettbewerb Gesang Berlin Chanson und Gewinner des internationalen Andrej-Popov- Chansonwettbewerbs „THE SINGING MASK“ in St. Petersburg. Seine Liederabende erzählen mit Intensität und Feingefühl in Klang und Wort von der Sehnsucht nach Liebe. Seit Jahren wird Vladimir von dem Konzertpianisten und Dirigenten Liviu Petcu begleitet.

Im Mai 2014 brachte Vladimir sein Chanson Debüt Studioalbum „WEITERGEHN“ mit BR KLASSIK im Deutschen Theater München heraus. Mit seinem französisch-russischen Programm „LIEDÉR“ feierte Korneev 2016 sein Berliner Debüt in der BAR JEDER VERNUNFT und brachte dieses Live Konzert als sein zweites Album „RÉCITAL“ 2016 auf den Markt. Sein drittes Album „ROMÁNCE“ nahm Korneev 2017 als seine erste Orchester CD mit dem WDR Funkhausorchester auf. Liviu Petcu schrieb die Arrangements und dirigierte die Aufnahmen. Seit Sommersemester 2015 ist Vladimir Korneev Dozent an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in den Fächern Gesang und Chanson.


 

ENSEMBLE DES NIEDERRHEIN MUSIKFESTIVAL


ANETTE MAIBURG – künstlerische Leitung/FLÖTE
Die ECHO-Klassik-Preisträgerin Anette Maiburg ist eine Flötistin mit vielen Facetten. Jenseits ihrer fundierten klassischen Ausbildung, ihrer Tätigkeit als gefragte Solistin, Orchester- und Kammermusikerin ist Anette Maiburg als feinsinnige Musikforscherin immer auf der Suche nach neuen musikalischen Wegen. Als weltoffene Musikerin lässt sie sich von den Musiktraditionen verschiedenster Kulturen inspirieren und entwickelt eigene Projekte. So entstehen in Zusammenarbeit mit internationalen Spitzenmusikern unterschiedlicher Genres faszinierende Dialoge zwischen klassischer Musik und anderen Musikwelten. Als Künstlerische Leiterin des Niederrhein Musikfestivals hat sie mit der „Classica“ CD- und Konzertreihe die Musik Kubas, Argentiniens, Venezuelas, Spaniens, Frankreichs und Brasiliens mit klassischem Klangsinn neu interpretiert. Maiburg entwickelt überraschende Konzertprogramme mit renommierten Chansonniers, Tänzern, Malern und Schauspielern. Darüber hinaus inspiriert sie zeitgenössische Komponisten dazu, das Flötenrepertoire mit anspruchsvollen neuen Werken zu bereichern, die sich als Ersteinspielungen in ihrer umfangreichen Diskographie wiederfinden. Nachdem sie an den Hochschulen Köln und Lübeck als Dozentin tätig war, ist es ihr heute ein zentrales Anliegen, ihre Erfahrungen in Meisterkursen an den künstlerischen Nachwuchs weiterzugeben. In Projekten wie „Ein Klang – Klassische Musik & Graffiti Art“ verbindet sie live Musik mit bildender Kunst und begeistert damit Jugendliche für die Klassik. STEFAN MALZEW – KLARINETTE, VIBRAPHON studierte Dirigieren, Komposition, Klavier und Klarinette in Ost-Berlin. 2001–2015 Chefdirigent der Neubrandenburger Philharmonie, davor Chefdirigent am Theater Gießen bzw. Kapellmeister am Schweriner Theater. Gründer des Internationalen Jugendorchestertreffens Neubrandenburg (NBJot), Moderator von Rundfunksendungen
bei DRadio Kultur und NDR. Sein youtube-Projekt zur Musikvermittlung „Stefans- Musikworkshop“ erhielt den Deutschen Webvideopreis den junge-ohren-preis und eine
Grimme-Online-Award Nominierung. In Vorbereitung ist sein Online-Portal „Einfach-Musik“. Die CD seiner Arrangements für Ute Lemper bekam eine Grammy-Nominierung. Als Dirigent und Instrumentalist ist er international aktiv.

KARINA BUSCHINGER – VIOLINE
begann im Alter von sechs Jahren mit dem Geigenspiel bei ihrer Mutter. Dann Studium bei Prof. Rainer Kussmaul in Freiburg. Meisterkurse bei Prof. Igor Ozim, Herrmann Krebbers, Miriam Fried und Dmitri Sitkovetsky folgten. 2003 war sie Finalistin des Int. Kulenkampff Wettbewerbs, des ARD-Wettbewerbs München sowie des Deutschen Musikwettbewerbs. Sie war zu Gast bei zahlreichen Festivals: Beethovenfest Bonn, Schloss Elmau, Schleswig-Holstein Musikfestival und Schwetzinger Festspiele. Im Mai 2006 musizierte sie beim Kammermusikfestival „Chamber Music Connects the World“ der Kronberg Academy gemeinsam mit Gidon Kremer, Yuri Bashmet und Frans Helmerson. Sie ist Dozentin der Villa Musica in Mainz und Mitglied des Ensemble Gagliano mit Julian Steckel und Aline Saniter.

ISABELLE ENGELS – VIOLINE
studierte Violine bei Mihaela Martin an der Kölner Musikhochschule, bei Donald Weilerstein am New England Conservatory in Boston und bei Gerhard Schulz in Wien. Künstlerisch beeinflusst wurde sie durch Meisterkurse mit Edward Dusinberre, Stefan Gheorghiu, Miriam Fried, Igor Ozim, Itzhak Perlman und Stefan Picard. Isabelle Engels ist Preisträgerin des internationalen Louis Spohr Wettbewerbs sowie mehrfache Bundespreisträgerin. Sie ist Empfängerin des Gerd Bucerius Stipendiums der Zeit Stiftung sowie Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, des DAAD, der
Sinfonima Stiftung Mannheim und der Kunststiftung NRW. Als Solistin spielte sie mit der Staatskapelle Weimar und den Bochumer Symphonikern beim „Marler Debüt“. Konzertreisen führten sie durch ganz Europa, in die USA und nach Asien.

JUNICHIRO MURAKAMI– VIOLA
schloss 2000 sein Studium an der TOHO Musikhochschule in Tokyo bei Prof. Mazumi Tanamura ab. Seit 1999 konzertierte er als Gast-Solobratschist in renommierten Orchestern und Kammermusikensembles wie dem Tokyo Philharmonic Orchestra, Osaka Symphony Orchestra, Sendai Philharmonic Orchestra, Tokyo Ensemble u. v. a.

Ab 2004 studierte er als japanischer Regierungsstipendiat am Conservatorio Luigi Cherubini in Florenz bei Prof. Augusto Vismara. Er gewann erste Preise bei der Tokyo Chamber Music Competition (1998), beim Premio Trio di Trieste (2005) sowie beim Premio Vittorio Gui Florenz (2008). Als erster Preisträger wurden ihm Auftritte in 60 Konzerten in ganz Europa ermöglicht. Seit 2011 ist er Solobratschist beim WDR Sinfonieorchester Köln.

GUIDO SCHIEFEN – VIOLONCELLO
studierte in Köln bei Alwin Bauer und in Kursen bei Maurice Gendron und Siegfried Palm. Er ist Preisträger des Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs in Moskau und erhielt den Kunstförderpreis von NRW. Heute konzertiert der weltweit renommierte Cellist in Europa, Nord- und Südamerika, Japan und Nahost. Als Solist wurde er z.B. vom WDR Köln, den Berliner Symphonikern sowie den Bamberger Symphonikern eingeladen. Seit seinem äußerst erfolgreichen Debüt mit den sechs Solosuiten von J. S. Bach bei der Bachwoche Ansbach hat er sich einen hervorragenden Ruf als Interpret dieser Werke erworben, 1996 hat er als jüngster Cellist eine Gesamteinspielung für BMG/Arte Nova vorgenommen. Im Jahr 2008 wurde er als Professor an die Musikhochschule Luzern berufen.

 

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