Dresden, Semperoper, Premiere Moses und Aron, 29.09.2018

September 18, 2018  
Veröffentlicht unter Oper, Pressemeldung, SemperOper

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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Der neue Intendant der Semperoper Dresden, Peter Theiler, lädt mit »Moses und Aron« in der Neuinszenierung von Calixto Bieito zum Premierenauftakt

Premiere am Samstag, den 29. September um 19 Uhr 

Mit Arnold Schönbergs Oper »Moses und Aron« beginnt am Samstag, den 29. September 2018, der Premierenreigen der Saison 2018/19 in der Semperoper Dresden. Zuletzt 1975 im Großen Haus der Staatstheater Dresden als DDR-Erstaufführung gespielt, ist die Zwölftonoper nun in der Neuinterpretation von Starregisseur Calixto Bieito und mit vorzüglicher Besetzung in Dresden zu erleben.

Schönbergs unvollendetes und selten gespieltes Werk, das in seiner kompositorischen Konsequenz als Denkmal des Musiktheaters gilt, steht wegweisend für die künstlerische Handschrift Peter Theilers und als gesellschaftspolitisches Statement für das Premierenprogramm 2018/19 unter dem Motto »Lebendiges Gedächtnis und vitale Gegenwärtigkeit«. Kaum ein anderes Werk umfasst prägnanter in Ausdruck und Form den metaphorischen Aufbruch auf neuen Pfaden, das Beschreiten des schmalen Grats zwischen Neuerung und Tradition. Das biblische Drama um die beiden ungleichen Brüder im Ringen um das Begreifbarmachen des Unfassbaren formuliert der katalanische Regisseur Calixto Bieito mit dem Mut zur Leere. Er überlässt dem vielschichtigen Epos einen klaren Raum, um in der Balance zwischen Oratorium und Operndrama die faszinierenden Klangbilder aus polyphonen Stimmführungen, divergierender Instrumentation und gewaltigen Sprechchören voll zu entfalten. Die biblischen Motive fügen sich in seiner  Interpretation zur expressiven Parabel eines brandaktuellen Gesellschaftsbildes, in dem Überzeugung und Verführung miteinander konkurrieren.

Zwei Interpreten von Weltrang verkörpern das zwischen gottesfürchtigem Geist und populistischem Diesseitsgedanken zerrissene Brüderpaar. Der britische Bass, Sir John Tomlinson, der seit über fünfzig Jahren mit einem schier unermesslichen Repertoire das internationale Publikum begeistert, wird der Titelpartie des vergeistigten Moses Persönlichkeit und Stimme verleihen. Der Kanadier Ryan Lance gilt als einer der gefragtesten Heldentenöre weltweit und wird in der Partie des Realisten und Widerparts Aron auf der Bühne der Semperoper erneut zu erleben sein. Es spielt die Sächsische Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Alan Gilbert. Der US-amerikanische Dirigent, bis 2017 Chefdirigent der New York Philharmonic, wird ab 2019 die Leitung des NDR Elbphilharmonie Orchesters übernehmen.

Es singen der Sächsische Staatsopernchor Dresden, der Sinfoniechor Dresden – Extrachor der Semperoper Dresden und das Vokalconsort Berlin.

Weitere Vorstellungen: 3., 6., 10. und 15. Oktober

—| Pressemeldung Semperoper Dresden |—

Dresden, Semperoper, Populär: Hohe Auslastung 92%, 290.000 Besucher, IOCO Aktuell, 19.07.2018

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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

SEMPEROPER DRESDEN  –  IN ZAHLEN

2017/18 – Erfolgreiche Bilanz – Hohe Auslastung

Über 300 Vorstellungen mit acht Opernpremieren, davon drei in Semper Zwei, zwei Ballettpremieren, über 34 Repertoirestücke in allen Sparten, den »Belcanto-Tagen« und dem Dresdner »Ring-Zyklus« sowie 57 Konzerten der Sächsischen Staatskapelle Dresden allein in Dresden ließen die Semperoper auch in der Saison 2017/18 zu einem Anziehungspunkt für das internationale Publikum werden.

In ihren Kernbereichen Oper, Ballett und Konzerte der Staatskapelle konnte die Semperoper im Vergleich zur vorhergehenden Spielzeit die Auslastung um ca. 2 Prozent auf mehr als 92 Prozent steigern. Damit verzeichnen die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um nahezu 3 Prozent auf über 290.000 Zuschauer. Mit der Auslastung von 92% zählt die Semperoper zu den erfolgreichsten Bühnen Deutschlands. Die Staatsoper Wien ist Auslastungs – Spitzenreiter aller europäischen Bühnen

Mit Beginn der neuen Spielzeit tritt Peter Theiler die Nachfolge von Wolfgang Rothe als Intendant der Semperoper Dresden an und beendet damit, hoffentlich, daß dort seit 2012 andauernde Führunschaos. Wolfgang Rothe, seit 2012 kommissarischer Intendant  und Kaufmännischer Geschäftsführer, wird dann als Kaufmännischer Geschäftsführer die Geschicke der Sächsischen Staatstheater (Staatsoper Dresden und Staatsschauspiel Dresden) weiterführen. Der international renommierte Christian Thielemann fungiert in Dresden weiterhin nur als Chefdirigent; mit reduziertem Verantwortungsspektrum. Auffälliges Organisationspezifikum der Semperoper bleibt also, daß dies große Haus die künstlerisch wie organisatorisch zentrale Position des Generalmusikdirektor (GMD) nicht besetzt; ein Organisationsmangel, welcher die Tätigkeit von Peter Theiler von Beginn an belasten dürfte.

Semperoper Dresden / Der Semperchor in der prachtvollen Semperoper © Danie Koch

Semperoper Dresden / Der Semperchor in der prachtvollen Semperoper © Danie Koch

Ausblick auf die Spielzeit 2018/19

Am 29. August 2018 startet die Semperoper Dresden mit dem 1. Symphoniekonzert in die neue Saison. Der neue Intendant Peter Theiler stellt am 22. September 2018 in der »Auftakt!«-Veranstaltung die Premieren und Highlights der Spielzeit 2018/19 vor. Den Premierenzyklus 2018/19 eröffnet als erste Premiere der neuen Saison am 29. September 2018 Moses und Aron von Arnold Schönberg in der Inszenierung von Calixto Bieito.

Hinweise zur Kassenöffnung in der Sommerpause

Während der Spielzeitpause bleibt die Theaterkasse der Schinkelwache vom 14. Juli bis zum 12. August 2018 geschlossen. Anfragen und Reservierungen können in diesem Zeitraum nicht entgegengenommen und bearbeitet werden. Über semperoper.de ist eine Kartenbuchung trotzdem jederzeit möglich. Ab dem 13. August 2018 stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Ticketanfragen, für Kauf und Reservierungen wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten zur Verfügung: montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 17 Uhr (18. bis 25. August: samstags von 10 bis 13 Uhr) und an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 13 Uhr.   PMSO/VJ

—| IOCO Aktuell Semperoper Dresden |—

Dresden, Semperoper, Premiere Oedipus Rex – Il prigioniero, 30.06.2018

Juni 27, 2018  
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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

 Oedipus Rex / Il prigioniero

 Premiere am Samstag, 30. Juni 2018 18 Uhr

Igor Strawinsky selbst schuf zusammen mit dem französischen Dichter Jean Cocteau das Libretto nach der Tragödie Oidipus tyrannos des Sophokles, einem der überlieferten Hauptwerke der antiken Literatur. In dem Opern-Oratorium in zwei Akten verbinden sich mit feiner Raffinesse Sprache, Musik und – unter Stöpplers Regie – subtile Bildgewalt, um der archaischen Wucht um das Schicksal einen Menschen Ausdruck zu verleihen, der sich gegen sein Los stemmend schuldlos der schlimmsten Verbrechen schuldig macht.

1929 fand in Dresden die bislang einzige, konzertante Aufführung unter dem Dirigat Strawinskys statt. Fast 90 Jahre später ist das Werk nun in einer szenischen Interpretation in der Semperoper erfahrbar. In seinem Rollendebüt als Oedipus ist Stephan Rügamer neben Claudia Mahnke zu erleben, die sich in der Partie der Jokaste erstmalig dem Dresdner Opernpublikum vorstellt. Ebenso ist die Schauspielerin Catrin Striebeck zum ersten Mal an der Semperoper zu Gast. Sie wird in der Rolle der Sprecherin den Handlungsverlauf (in deutscher Sprache) vorwegnehmen und die fulminanten Gesangspartien des Chores erläuternd ergänzen.

Ebenso verstörend und doch inszenatorisch völlig unterschiedlich, ergänzt Luigi Dallapiccolas selten gespielter Einakter Il prigioniero den Premierenabend. Im Angesicht der Richtstätte durchschaut ein Mensch die trügerische Illusion seiner Rettung. Die Grausamkeit der gescheiterten Hoffnung wird zur schlimmsten Folter, der Tod zu Erlösung. Mit seinem zentralen Werk folgt der italienische Avantgardist Dallapiccola der Zwölftonmethode Schönbergs, bleibt aber kompositorisch der italienischen Operntradition in Sinnlichkeit und Expression verbunden.

In der Partie des Gefangenen sind der mehrfach ausgezeichnete Bariton Lester Lynch und in der Partie der Mutter die Mezzosopranistin Tichina Vaughn zu bewundern. Für den Operndoppelabend kehrt der amerikanische Dirigent Erik Nielsen an das Pult der Staatskapelle zurück. Nielsen, Chefdirigent des Bilbao Sinfonieorchesters und Musikdirektor des Theater Basel, war bereits mehrfach an der Semperoper zu Gast, unter anderem für Hartmanns Simplicius Simplicissimus und Wagners Lohengrin. Mit Regisseurin Elisabeth Stöppler hat Erik Nielsen, der auch im zeitgenössischen Repertoire zu Hause ist, bereits Hans Werner Henzes Uraufführung Gisela! sowie We come to the river erfolgreich zur Premiere gebracht.

 Premiere am Samstag, 30. Juni 2018 18 Uhr , Weitere Vorstellungen: 3., 6., 8. und 11. Juli 2018

—| Pressemeldung Semperoper Dresden |—

Dresden, Semperoper, Die Macht des Schicksals von Giuseppe Verdi, 28.04.2018

März 19, 2018  
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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

 La forza del destino / Die Macht des Schicksals

Giuseppe Verdis Racheoper

Am 28. April 2018 ist die Premiere von Giuseppe Verdis Oper La forza del destino / Die Macht des Schicksals in der Inszenierung des Britischen Opernregisseurs Keith Warner in der Semperoper Dresden zu erleben. Die großen menschlichen Leidenschaften sind die eigentlichen Protagonisten in Ángel de Saavedras 1835 entstandenen epochalen Schauerepos Don Álvaro o la fuerza del sino, das Verdi zu seiner einundzwanzigsten Oper inspirierte. Das musikalische Ideendrama mit seiner vielgliedrigen Handlung und der reichen musikalischen Bandbreite wechselt zwischen der intimen Tragödie der drei Helden Leonora, Alvaro und Carlos und den buffonesken Nebenschauplätzen der sich im steten Kriegszustand befindlichen Welt. Der unter dem Eindruck des »Risorgimento« Zeit seines Lebens politisch engagierte Komponist führt mit diesem Werk – heute so brandaktuell wie eh – den Irrsinn übersteigerten Ehrbegriffs und das menschenverachtende Potenzial von Rassendiskriminierung und Kriegstreiberei vor.

Spielball der Götter oder des eigenen Unglücks Schmied? Ein Versehen löst eine Verkettung von Schicksalsschlägen aus, aus der sich das verzweifelte Liebespaar Leonora und Alvaro nicht zu befreien vermögen. Dünkel und Fanatismus, Blutrache und Ehrenmord treiben alle Akteure dieses tieftragischen Opernwerks vor goyaesker Kulisse zuletzt in den unabwendbaren Untergang. Regisseur Keith Warner hinterfragt in seiner Inszenierung von La forza del destino/ Die Macht des Schicksals mit eindrucksvollen Bildern, mitreißenden Schlachtszenen und hochemotionalen Momenten die Entscheidungsmöglichkeit des Einzelnen vor der Wegkreuzung des Lebenspfades. Julia Müer erschuf dazu das Bühnenbild, das Handlungsraum und -zeit miteinander verschmilzt.

Neben Ausnahmetenor Gregory Kunde als Don Alvaro gibt Sopranistin Emily Maggee in Dresden ihr Rollendebüt als Leonora. In dem hochkarätig besetzten Premierensemble sind zudem unter anderem der dänische Bass Stephen Milling und der russische Bariton Alexey Markov zu erleben. Unter der Musikalischen Leitung von Mark Wigglesworth spielt die Sächsische Staatskapelle Dresden, es singen der Sächsische Staatsopernchor Dresden sowie der Extrachor der Semperoper Dresden. Für die Choreografie und Einstudierung der aufwändigen Kampfszenen zeichnet der amerikanische Regisseur und action designer Ran Arthur Braun verantwortlich.

—| Pressemeldung Semperoper Dresden |—

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