Radebeul, Landesbühnen Sachsen, Drei Haselnüsse für Aschenbrödel – Kartenumtausch, Juli 2020

Landesbühnen Sachsen

Landesbühnen Sachsen - Das Stammhaus in Radebeul © LBS / Martin Reissmann

Landesbühnen Sachsen – Das Stammhaus in Radebeul © LBS / Martin Reissmann

www.schloss-moritzburg.de

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

in  Moritzburg gestartet – Kartenumtausch – Zusatztermine

Achtung: Aufgrund der Corona-Pandemie und damit verbundener Hygieneauflagen können statt der geplanten 600 nur 350 Besucher Platz finden. Daraufhin mussten alle Tickets neue ausgedruckt und versendet werden. Gültigkeit haben nur Tickets im A 4 Format mit Abbildung des Motives der Drei Haselnüsse

Alle Ticketkäufer wurden von der Theaterkasse direkt informiert, ob sie in der gekauften Vorstellung bleiben oder aufgrund begrenzter Platzkapazität leider auf einen anderen Termin gebucht wurden. Wer den Alternativtermin nicht wahrnehmen kann, soll seine Tickets mit dem Rückzahlformular auf unserer Homepage an die Kasse schicken.

Diese Umbuchungsprozesse laufen noch

6  Zusatztermine sind vom 21.- 26.7.2020 geplant. Sie werden ab 6.7.  auf unserer Internetseite zum Online-Verkauf freigeschaltet

Kasse der Landesbühnen Sachsen GmbH | Meißner Straße 152 | 01445 Radebeul

Telefon: 0351 89 54 – 214

kasse@landesbuehnen-sachsen.de | www.landesbuehnen-sachsen.de


Aschenbrödel kommt in ihr Schloss – „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“  das Erfolgsmusical der Landesbühnen Sachsen vor der Kulisse von Schloss Moritzburg vom 4.- 19. Juli 2020

Start – Sonnabend,  4. Juli  2020,  18:00 Uhr und Sonntag , 5. Juli 2020, 16:00 Uhr

Weitere Termine :

Mi., 08.07.2020, 10:00; Do.,  09.07.2020, 10:00; Fr., 10.07.2020, 18:00  ;
Sa., 11.07.2020, 18:00  ; So., 12.07.2020, 16:00  ; Di., 14.07.2020, 10:00;
Mi., 15.07.2020, 10:00 ; Do., 16.07.2020, 10:00; Fr.,  17.07.2020., 18:00;
Sa.,18.07.2020,  18:00;  So., 19.07.2020, 16:00  Uhr
6 Zusatztermine sind vom 21.- 26.7.2020 geplant. Sie werden ab 6.7.  auf unserer Internetseite zum Online-Verkauf freigeschaltet: Di., 21.7.,; Mi., 22.7.; Do., 23.7., Fr.. 24.7.; Sb., 25.7.; So., 26.7. je 18.00 Uhr

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel –  Das Erfolgs-Musical als Freilichtaufführung zum gleichnamigen tschechisch-deutschen Märchenfilm  von Vaclav Vorlicek und Frantisek Pavlicek, Filmmusik von Karel Svoboda,  Musik von Thomas Zaufke  und Katrin Lange (Text)

„In diesem Sommer geht für das Ensemble der Landesbühnen Sachsen ein langgehegter Traum in Erfüllung. Da wo Aschenbrödel tanzte, da wo sie den Schuh verlor und dort wo der treue Nikolaus auf sie wartete vor der romantischen Kulisse des Schlosses Moritzburg ist das Musical Drei Haselnüsse für Aschenbrödel  in zehn Vorstellungen zu sehen“, so Manuel Schöbel, Intendant der Landesbühnen und zugleich Regisseur des Musicals.

Authentischer Drehort   –  SCHLOSS MORITZBURG

Das barocke Jagdschloss August des Starken diente 1973 als traumhafte Kulisse für den deutsch-tschechischen Märchenfilm. Jedes Jahr ab November erzählt eine Winterausstellung Hintergrundgeschichten zum Film und zum Werdegang des Märchens. Liebevoll nachgebildete Filmszenen, Originalkostüme und multimediale Inszenierungen vermitteln die Magie des Films. Bereits über eine Millionen Menschen haben die Ausstellung in Moritzburg seit der ersten Eröffnung gesehen. Nun wird die Bühne für das Musical auf der Nordterrasse mit Blick auf das Schloss aufgebaut und Aschenbrödel gibt sich 2020 auch im Sommer in Moritzburg die Ehre.

„Aschenbrödel gehört in der Wintersaison fest zum Gesamterlebnis in Moritzburg. Es ist schön, dass wir diese in der Tat märchenhafte Kombination nun auch in der Sommersaison unseren Gästen präsentieren können. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit den Landesbühnen Sachsen, bereits in der Albrechtsburg Meissen haben wir unsere Zusammenarbeit erfolgreich proben können, das sind beste Voraussetzungen für die kommende Saison in Moritzburg.“ sagt Dr. Christian Striefler, Geschäftsführer der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH.

Das barocke Jagdschloss August des Starken diente 1973 als traumhafte Kulisse für den deutsch-tschechischen Märchenfilm. Jedes Jahr ab November erzählt eine Winterausstellung Hintergrundgeschichten zum Film und zum Werdegang des Märchens. Liebevoll nachgebildete Filmszenen, Originalkostüme und multimediale Inszenierungen vermitteln die Magie des Films. Die Bühne für das Musical wird auf der Nordterrasse mit Blick auf das Schloss aufgebaut.

Das Märchen

Täglich wird Aschenbrödel von ihrer Stiefmutter und Stiefschwester ungerecht behandelt. Da hilft nur die Flucht in den Wald! Eines Tages trifft sie dort den Prinzen und seine Freunde, die sehr respektlos mit der Natur umgehen. Sie verpasst ihnen einen Denkzettel – nun kann der Prinz die bezaubernde «Wurzelhexe» nicht vergessen. Auf einer Jagd hofft er, sie wiederzusehen. Aschenbrödel ist tatsächlich da: im gezauberten Jägerrock. Dem Prinzen gibt sie sich nicht zu erkennen, auch nicht, als sie als schöne Unbekannte auf dem Brautschau-Hofball erscheint und beide verliebt miteinander tanzen. Zwei Zaubernüsse haben Aschenbrödel bislang geholfen, die dritte entfaltet ihre Kraft erst, wenn der Prinz Aschenbrödels Rätsel gelöst hat …

Ein Märchen wird zum Klassiker

Aschenputtel heißt in der Sammlung der Gebrüder Grimm das um sein Erbe betrogene und als Magd gehaltene Mädchen, dessen gutes Herz und Bescheidenheit durch eine gute Fee mit dem Aufstieg zur Traumprinzessin belohnt wird. Aschenbrödel nennt Ludwig Bechstein seine Version der gleichen Geschichte, die auf Cendrillon von Charles Perrault zurückgeht und durch Walt Disneys Trickfilm Cinderella die Herzen der Kinder erobert hat.

Bozcena Necmcovás böhmische Fassung „Trci orcíscky pro Popelku“ erzählt die Geschichte einer selbstbewussten jungen Frau, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt und mit Hilfe der Wunderhaselnüsse, vor allem aber durch eigenen Mut, Kraft und Geschicklichkeit den Prinzen für sich gewinnt. Der tschechisch-deutsche Märchenfilm Drei Haselnüsse für Aschenbrödel hat längst Kultstatus erreicht und die Motive der Filmmusik Karel Svobodas können inzwischen Generationen von Fans mitsummen.

Regie –  Manuel Schöbel., Ausstattung: – Klaus Noack/Barbara Noack, Einstudierung:  Hans-Peter Preu, Choreographie – Michal Sandor

Besetzung: Aschenbrödel – Sandra Maria Huimann; Prinz – Johannes Krobbach/ Michael Berndt; Stiefmutter – Julia Vincze;  Dorchen- Cordula Hanns; Prinzipal / König– Tom Hantschel; Prinzipalin – Anke Teickner;  Willi- Moritz Gabriel/Johannes Krobbach; Karlchen- Grian Duesberg; Vincent – Stefan Knappe (AWEGO); Kammerherr – Holger Kahl (AWEGO); Küchenjunge/ Eule  –Julia Rani; Klein Röschen/ Koch/ Jäger – Thomas Strangfeld; Walther- Marie Spinka (AWEGO); Mägde, Jäger, Tiere, Ballgäste (Community Players)


INFORMATIONEN & KARTEN
Kartenpreise:   Erwachsene 24 €, Ermäßigt 21 €, Kinder 10 €
gesonderte Preise für Schulklassen bei Vormittagsvorstellungen
Schulklassen und Gruppen können Sonderrabatte auf Tickets und Fahrkarten für die Vormittagsvorstellungen in Anspruch nehmen. Sie nehmen dafür bitte Direktkontakt mit der Theaterkasse Radebeul unter 0351 – 89 54 214 oder über das junge.studio unter junges.studio©landesbuehnen-sachsen.de auf.

Landesbühnen Sachsen GmbH | Meißner Straße 152 | 01445 Radebeul
Telefon: 0351 89 54 – 214
kasse@landesbuehnen-sachsen.de | www.landesbuehnen-sachsen.de
Schloss Moritzburg | 01468 Moritzburg
Tel. 035207 873-18 | moritzburg@schloesserland-sachsen.de
www.schloss-moritzburg.de

Die Eintrittskarten der Landesbühnen Sachsen gelten als VVO-Kombiticket vier Stunden vor bis sechs Stunden nach Vorstellungsbeginn. Fahrten mit der Lößnitzgrundbahn sind darin nicht eingeschlossen. Tickets und Informationen für die Lößnitzgrundbahn erhalten Sie unter www.loessnitzgrundbahn.de.

—| Pressemeldung Landesbühnen Sachsen |—

Dresden, Sächsische Staatskapelle, Reiches Klassik-Wochende in Dresden, IOCO Kritik, 07.07.2020

Konzertplatz Weißer Hirsch Dresden © Markenfotografie / Staatskapelle

Konzertplatz Weißer Hirsch Dresden © Markenfotografie / Staatskapelle Dresden

Sächsische Staatskapelle Dresden

Reiches Klassik-Wochende in Dresden trotz Corona

Musiker der Staatskapelle und Sänger der  Semperoper

von Thomas Thielemann,

Das vergangene Wochenende haben wir genutzt, um konzentriert zu erleben, was unter den derzeitigen Corona-Einschränkungen in der Dresdner Klassikszene möglich ist.

Das Wochenende begann am Abend des Freitags mit der Traditionsveranstaltung der Musiker der Sächsischen StaatskapelleOhne Frack auf Tour“. Seit 2016 wechselten einmal im Jahr kleine Ensembles von ihrem Stammhaus in Kneipen, Bars und Restaurants in die Innere Neustadt von Dresden, um dort im Halbstunden-Rhythmus 20 Minuten abseits vom Konzertrepertoire zu spielen, was ihnen so am Herzen liegt. Jedes Jahr waren wir von Lokal zu Lokal gezogen, haben  vier bis sechs der Musikergruppen besucht und viel Freude am Gebotenen sowie am Interesse der sonst nicht im Konzertsaal Anzutreffenden gehabt. Selbst am Rande der Salzburger Osterfestspiele hatten wir die Gelegenheit, „unsere“ Musiker durch die Salzburger Kneipen zu begleiten.

Konzertplatz Weißer Hirsch ganz kammermusikalisch © Markenfotografie / Staatskapelle

Konzertplatz Weißer Hirsch ganz kammermusikalisch © Markenfotografie / Staatskapelle

An eine  Einhaltung der Corona-Einschränkungen war in den Kneipen der Neustadt natürlich nicht zu denken. Weder die Abstände noch die Voraussetzungen für die Nachverfolgung eventueller Infektionsketten, eine Bedingung für die Dresdner Veranstaltungen, wären zu sichern gewesen. Deshalb spielten die zehn Ensembles auf dem Konzertplatz Weißer Hirsch in Oberloschwitz und nicht parallel sondern hintereinander. Und zwar Freitag und Samstag. Die Online-Buchung der Tickets und eine Registrierung an der Abendkasse ermöglichten, dass der Teilnehmerkreis bekannt war.

Catering sorgte für ein wenig Biergarten-Atmosphäre 
Musiker sorgten für wunderbare Stimmung

In der von uns besuchten Freitagsveranstaltung spielten zunächst die Flöten-Gruppe der Staatskapelle um Rozália Szabó  Musik von Haydn, Mendelssohn Bartholdy und dem nach Dänemark verschleppten Österreicher Friedrich Daniel Kuhlau (1736-1832) unter dem Motto „Schneller, höher, schöner-die Flöten“.

Zu einer Reise „In den Rausch der Tiefe“ verführten sieben Kontrabässe unter Viktor Osokin mit Musik aus Südamerika, England, Österreich und Italien bis zum Australier Colin Brunby (1933-2018).

Etwas Ruhe brachte Anett Baumann sowie Ami Yumoto (Violine), Juliane Preiß (Viola) und Titus Maak (Violoncello), dem „mal anderen Streichquartett“, mit einem Satz  aus Verdis Streichquartett in das Geschehen. Zu unserer Freude brachten die vier unter anderem eine Komposition des langjährigen Dresdner Konzertmeisters Francois Schubert (1808-1878), der eigentlich Franz Anton getauft, aber nicht mit dem Wiener Franz Schubert verwechselt werden wollte. Als Schmankerl schloss das Quartett mit einer launischen Katzenmusik.

Sächsische Staatskapelle / Lieblingstücke hier Christa Mayer © Daniel Koch

Sächsische Staatskapelle / Lieblingstücke hier Christa Mayer © Daniel Koch

Als Gast der Staatskapelle hatte die hervorragende Saxophonistin Sabina Egea Sobral den Konzertmeister  Robert Lis (Violine), Florian Richter (Viola), Matthias Wilde Cello) sowie Andreas Ehelebe (Kontrabass) um sich geschart, um den Zuhörern  „Die Quintessenz des Tangos“ zu servieren.

Das Dresdner Hornquartett konnte aus den Werken des Dresdner Kantors Gottfried August Homilius (1714-1785), einer Szene aus dem Rosenkavalier, dem Mascagnti-Intermezzo entspannte Stimmung auf den Konzertplatz tragen. Besonders bezaubernd war das „Souvenir du Rigi op. 38“ des aus Lemberg stammendem Romantikers Albert Ferenc Doppler (1821-1883). Die Flötistin Rozália Szábo vermittelte den Gesang eines Waldvogels eingebettet in das Spiel der vier Hornisten.

Für den Abend des Samstag gab es natürlich die Möglichkeit, den zweiten Teil Ohne Frack auf Tour zu besuchen. Andererseits bot auch im Kulturpalast die Dresdner Philharmonie am Samstag und Sonntag den Dirigier-Einstand von Vasily Petrenko. Die Haydn – Sinfonia concertante, Prokofjews Klassische Sinfonie und Faurés Suite Pelléas und Mélisande waren für jeweils fast 500 Besucher zu hören. Ob der „Allgemeinen Verwirrung“ lenkte die online-Buchung aber zu den viel versprechenden Mottos der Aufklang! Lieder -Abende mit Mitgliedern des Semperoper -Ensembles.

Sächsische Staatskapelle / Aufklang und Leidenschaft hier T Roennebeck © Daniel Koch

Sächsische Staatskapelle / Aufklang und Leidenschaft hier T Roennebeck © Daniel Koch

Wer sich diese reißerischen Titel ausgedacht hat, kannte hoffentlich die Abendprogramme nicht. Denn, was der depressive Monolog des König Philipp, die tragischen Schicksale der Linda di Chamounix oder des Mathias in Wilhelm Kienzls Evangelimann an Leidenschaft vermittelten, bleibt dessen Geheimnis. Aber Peter Theiler hat es in seinem kurzen Talk herausgelassen, dass er das Haus wieder mit Leben erfüllen wollte.

Letztlich boten die spartanisch ausgestatteten Abende einen guten Überblick über die Leistungsfähigkeit eines leider nur kleineren Teils des Hausensembles. Die Sänger wurden  von den Korrepetitoren beziehungsweise musikalischen Assistenten Alexander Bülow, Hans Sotin, Clemens Posselt und Sebastian Ludwig am Klavier begleitet, also Personen, die sie aus der Zusammenarbeit beim Rollenstudium kennen und nicht von zufälligen Dirigenten abhängig.

Daneben hatten auch die ansonsten im Verborgenen arbeitenden Musikdramaturginnen Bianca Heitzer und Juliane Schunke Gelegenheit, sich als Moderatorinnen vor Publikum zu zeigen.

Der Technische Direktor des Hauses Jan Seeger erläuterte in einen Talk, welche Hürden zu überwinden waren, die Veranstaltungen unter Corona-Bedingungen organisieren zu können.

Die große Freude war aber vor allem, die vertrauten und lange vermissten Stimmen von Christa Mayer, Ute Selbig, Roxana Incontrera, Markus Marquardt, Tilmann Rönnebeck sowie anderen langjährigen Ensemblemitgliedern zu hören. Auch sind wir begeistert, dass mit Katerina von Bennigsen, Michal Doron und Alexandros Stavrakis inzwischen neue Stimmen ins Haus gekommen sind. Besonders freut uns, dass mit dem Amerikaner Joseph Dennis wieder ein entwicklungsfähiger Tenor dem Ensemble angehört.

Zu den Besonderheiten beider Abende gehören zweifelsfrei die Arie der Linda di Chamounix der Katarina von Bennigsen, der kraftvollere Philipp von Tilmann Rönnebeck, das Mahler-Lied „Ging heut morgen übers Feld“ von Michal Doron, die Barcarolle aus Hoffmanns Erzählungen mit Christa Mayer und der Gastsängerin Elena Gorshunova, die kraftvollen Tschaikowski-Lieder von Alexandros Stavrakis und vor allem die beeindruckend von Markus Marquardt dargebotene Carl-Löwe-Ballade „Archibald Douglas“.

Sächsische Staatskapelle / Liebelingsstücke - Abschlussapplaus © Daniel Koch

Sächsische Staatskapelle / Liebelingsstücke – Abschlussapplaus © Daniel Koch

Inzwischen liegen auch die Corona-Austausch-Programme der Staatskapelle und der Semperoper für den Zeitraum August bis Oktober 2020 mit einer Reihe Höhepunkte vor. Die Staatskapelle wird ihre Konzerte mit eingegrenzter Besetzung durchführen müssen. Die Semperoper bietet ein fast vollständiges Programm der Repertoire-Opern, allerdings halbszenisch und auf die musikalischen Höhepunkte begrenzt. Das Ganze unter dem Motto  „Essenz“.

—| IOCO Kritik Sächsische Staatskapelle Dresden |—

Dresden, Staatskapelle Dresden, AUFKLANG! – Eröffnung Zwischensaison, IOCO Kritik, 30.06.2020

Juni 29, 2020  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Konzert, Kritiken, SemperOper

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Sächsische Staatskapelle Dresden

Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

AUFKLANG!  –  Staatskapelle Dresden  in der Semperoper

 Purcell, Mendelssohn, Wolf, Haydn  –  380 Besucher

von Thomas Thielemann

Am 27 Juni 2020 begann die Sächsische Staatskapelle Dresden ihre Aufklang! – Zwischensaison mit einem „Außerordentlichem Aufführungsabend“ im Semperbau. Durch die Corona bedingten  Umstände fand das Konzert vor nur etwa 380 Hörern im Rahmen der orchestereigenen Kammermusik statt. Geboten wurden Kompositionen von Henry Purcell, Hugo Wolf; Felix Mendelssohn Bartholdy und Joseph Haydn. Die Musikalische Leitung des Abends hatte der seit 1999 Erste Konzertmeister der Staatskapelle, Matthias Wollong inne.

Von 1972 bis 1996 arrangierte der legendäre Kanadische Trompeter William Frederick Mills (1935-2009) für das Blechbläserensemble Canadian Brass neben weit über hundert anderer Werke auch Henry Purcells (1659-1695) „Sonate für Trompete, Streicher und Basso continuo D-Dur“ ( Zimmermann-Verzeichnis Nr. 850).

Als Purcell die Vorlage komponierte, lebte er am Hofe der englischen Queen Mary II. In offenbar entspannter Atmosphäre schmachtete der Komponist die 32-jährige Königin „mit betonter Liebe gearbeiteter“ Geburtstagskantate und zahlreichen Songs an. In diesem Umfeld dürfte auch die Sonate mit ihrer beeindruckenden Leichtigkeit entstanden sein.

Entsprechend locker entledigten sich der Solotrompeter der Staatskapelle, Mathias Schmutzler, und die Stipendiatin Giuseppe-Sinopoli– Akademie Henrike Genieser der Aufgabe, die einfallsreiche Musik mit der Unterstützung von Horn, Posaune und Tuba zu Gehör zu bringen. Nur etwa fünf Minuten benötigten sie, das Auditorium mit zunächst ruhigen und dann mit zunehmendem Tempo in das Konzert einzustimmen. Die Forschung vermutet, dass die Sonate eine Umarbeitung des Komponisten seiner verschollenen Ode Light of the World  ist.

Staatskapelle Dresden / AUFKLANG! in der Semperoper © Markenfotografie

Staatskapelle Dresden / AUFKLANG! hier die Staatskapelle in der Semperoper © Markenfotografie

Als Musikkritiker hatte sich Hugo Wolf (1860-1903) mit der harten Ablehnung der Musik Johannes Brahms nicht nur Freunde gemacht. So musste er erleben, dass 1886 Hans Richter und die Wiener Philharmoniker seine sinfonische Ouvertüre Pentheselia auslachten und mit der Bemerkung, dass, wer solche Musik schaffe, nicht das Recht habe „Meister Brahms zu attackieren“, ablehnten.

Wolf beendete deshalb seine Kritikertätigkeit und wagte den Neuanfang als Instrumentalkomponist. Innerhalb kurzer Zeit schuf er Anfang 1887 mit seinem Molto-vivo-Streichquartett einen „leichtfüßigen und delikaten Serenaden-Satz“, die italienische Serenade. 1892 entstand daraus die im Konzert gespielte Bearbeitung für Streichorchester. Eigentlich wollte Wolf diese Fassung mit weiteren Sätzen ergänzen. Aber es existieren nur die Entwürfe zu einem langsamen Satz und einer Tarantella.

Streicher der Staatskapelle spielten das kurze charmante Werk wunderbar spritzig. Technisches Können gepaart mit unbeschwerter Leichtigkeit, aber auch mit raffinierten Untertönen, begeisterte. Besonders beeindruckte das Cello-Soloständchen.

Staatskapelle Dresden / AUFKLANG! in der Semperoper © Markenfotografie

Staatskapelle Dresden / AUFKLANG! in der Semperoper © Markenfotografie

Die Kunst seines Geigenlehrers Eduard Ritz (1802-1832) und die Musik Johann Sebastian Bachs regten den 13-jährigen Felix Mendelssohn  (1809-1842) an, ein d-Moll-Konzert für Violine und Streichorchester zu komponieren. Die Komposition war vermutlich zum 20. Geburtstag des älteren Freundes Ritz für ein Hauskonzert der Mendelssohns geschrieben. Die Tiefe und Romantik, die scharfen Kontraste und die Beherrschung des musikalischen Handwerkszeugs haben dem Geniestreich nach der erst 1951 erfolgten Wiederbelebung der Komposition durch Sir Yehudi Menuhin die Position MWV O3 im neuen Mendelssohn-Werkverzeichnis verschafft.

Trotz der weitgehenden Eingrenzung auf die klassischen Formen der Vorbilder hat sich die Komposition dank der jugendlichen Frische  für das Podium von Streich- und Kammerorchestern erhalten. Im Konzert wurde die unter dem Ritz-Einfluss mit dem 3. Satz ergänzte Fassung geboten.

Mit seiner Guarneri-Violine aus dem Jahre 1676 Übernahm Matthias Wollong auch den Solopart des d-Moll-Konzerts. Andreas Guarneri (um 1626-1698) steht wegen seines Anfangs als Gehilfe von Nicola Amati und seiner Lehre bei Antonio Stradivari zu Unrecht im Schatten dieser Cremonenser Meister, zählen doch seine Bratschen inzwischen zu den begehrtesten Instrumenten.

Mit geigerischer Brillanz gelang Matthias Wollong die Gratwanderung zwischen der zuweilen naiv anmutenden Schlichtheit der Komposition und der tiefergehenden Empathie des musikalischen Ausdrucks.

Staatskapelle Dresden / AUFKLANG! hier Dirigent Matthias Wollong © Markenfotografie

Staatskapelle Dresden / AUFKLANG! hier Dirigent Matthias Wollong © Markenfotografie

Dem Solisten zur Seite standen hervorragende Streicher der Staatskapelle Dresden. Der Kopfsatz mit Bachschen Rhythmen lebt von der mehrfachen Wiederholung der Themen. Trotzdem gelang es der Solovioline, das Klangbild zusammen zuhalten. Im lyrischen Andante konnten sich die Agierenden  vollkommen auf den Mendelssohnschen Klangzauber einlassen und im Schluss-Satz mit ihrer Begeisterung der „glühenden, jugendfrischen Heiterkeit“ des Komponisten Ausdruck verleihen.

Bereitet man sich auf ein Konzert mit Joseph Haydns (1732-1809) vermutlich 1773 komponierten Symphonie Nr. 64 A-Dur Hobokenverzeichnis I:64 vor, so stolpert man zwangsläufig über deren Beinamen „Tempora mutantur = die Zeiten ändern sich“. Die Beschriftung des Umschlags mit einem Epigramm des englischen Schriftstellers John Owen (um 1564-1622), in den eine Partitur Abschrift der 64. Haydn-Symphonie offenbar zufällig geraten war, hatte zu dieser Benennung geführt. Aber selbst mit dem Schluss-Satz der Sinfonie lässt sich kein rechter Zusammenhang mit dem ihr aufgedrückten Namen herstellen.

Haydn, angestellter Kapellmeister beim Fürsten Nikolaus I. Esterházy, musste noch die Aufmerksamkeit seines Publikums mit einem harschen Beginn seiner Sinfonien mit einem „Allegro spirito“ wecken. Mit seinem ausgehungerten Publikum musste aber Matthias Wollong nicht grob umgehen.

Er konnt die kontrastreiche Partitur mit ihrer emotionalen Lebendigkeit, den heutigen Höhrgewohnheiten weitgehend angepasst, bieten. Die lockere Natürlichkeit im Musizieren und die Detail- und Ausdrucksbesessenheit schlossen sich bei der Interpretation nicht aus. Die Besonderheiten der Partitur blieben deutlich, ohne dass der Charme des Werkes dafür geopfert war.

Das brilliante, aus 26 Musikern bestehende Ensemble der Staatskapelle wurde vom überschaubaren Publikum mit heftig stürmischem Beifall gefeiert.

—| IOCO Kritik Semperoper Dresden |—

Dresden, Semperoper, Don Carlo – Höhepunkte – Netrebko, Maximova …., IOCO Kritik, 22.06.2020

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Sächsische Staatskapelle Dresden

Semperoper

Semperoper © Matthias Creutziger

Semperoper © Matthias Creutziger

 Don Carlo – Giuseppe Verdi – kammermusikalisch

 Anna Netrebko – Rollendebüt als Elisabetta di Valois

von Thomas Thielemann

Endlich wieder ein Besuch in der Semperoper. Kein elektronisches Notfallprogramm mit dem heimischen TV und der HiFi-Anlage, sondern ein Live-Konzert mit den Höhepunkten aus Guiseppe Verdis Don Carlo; und das mit einer hochrangigen Besetzung.

 Don Carlo – Semperoper Dresden – 20. Juni 2020

Natürlich waren die äußeren Umstände des Abends etwas verstörend. Garderobe konnte nicht abgegeben werden, Flanieren im Haus und Catering fehlten; dazu Maskenpflicht bis zur Einweisung zum Sitzplatz durch das Hauspersonal.

Wegen des Aerosolschutzes blieben die ersten fünf Parkettreihen frei. Auch jede zweite Reihe blieb gesperrt. Innerhalb der Reihen waren mit dem Zwischenraum zweier Plätze jeweils zwei Sitze nutzbar. Damit konnten etwas über 300 Besucher das Konzert hören.

Semperoper Dresden / Don Carlo - hier : vl Elena Maximovy Anna Netrebko, Yusif Eyvazov @ Daniel Koch

Semperoper Dresden / Don Carlo – hier : vl Elena Maximovy Anna Netrebko, Yusif Eyvazov @ Daniel Koch

Das Engagement von Anna Netrebko und Yusif Eyvazov verdankten wir dem Umstand, dass die Star-Sängerin eigentlich am 23. Mai 2020 ihr Rollendebüt als Elisabetta di Valois (in der Übernahme der Don-Carlo – Inszenierung von Vera Nemirova von den Osterfestspielen 2020 an der Semperoper) geben wollte und gemeinsam mit Yusif Eyvazov als Don Carlo die Partien einstudiert hatte. Trotz der Premierenverschiebung kam die Operndiva mit ihrem Ehemann nun doch in dieser Spielzeit zu einer, allerdings Corona-bedingt kammermusikalischen Fassung der Verdi-Oper, nach Dresden. Mit  belebten die mit Gastauftritten als Carmen im Haus bereits bekannte Elena Maximova und Ensemblemitglieder die Bühne der Semperoper. Dies wurde prächtig durch drei stimmstarke Damen und vier kraftvoll singende Herren des Sächsischen Staatsopernchores, von Jan Hoffman glänzend vorbereitet, unterstützt.

Der dem Hause verbundene Komponist und Dirigent Johannes Wulff-Woesten schuf eine kammermusikalische Fassung der Verdi-Oper und begleitete als Musikalischer Leiter des Abends vom Klavier die Musiker der Staatskapelle Dresden. Bei den Bestzungen der Instrumentalisten kamen, wegen der Abstandsregelungen, jeweils nur ein Flötist (Andreas Kißling), ein Oboist (Sebastian Römisch), ein Englischhorn (Volker Hanemann), eine Violine (Robert Lis), ein Violoncello (Simon Kalbhenn) sowie ein Kontrabass (Andreas Wylezol) zum Einsatz. Das Klavier und vor allem das Harmonium, von Jobst Schneiderat meisterhaft eingesetzt, ließen weitere Blasinstrumente und die Orgel nicht vermissen. Das klang für diese karge Instrumentierung aber dank dem längeren Nachhall und der guten Raumakustik erstaunlich voll.

Semperoper Dresden / Don Carlo - hier : Alexandros Stavrakakis als Mönch @ Daniel Koch

Semperoper Dresden / Don Carlo – hier : Alexandros Stavrakakis als Mönch @ Daniel Koch

Für mich störend, wurde der von Wulff-Wuesten schwer erarbeitete Handlungsfluss häufig durch Zwischen-Beifall unterbrochen. Aber im Konzertverlauf verzichtete der Musikalische Leiter dann zunehmend auf straffe Übergänge und gab Raum für stürmische Zwischen-Ovationen.

Anna Netrebko beeindruckte mit ihrer vor Kraft strotzenden, leicht eingedunkelten Stimme. Bereits mit dem Duett „Io vengoo domandar“ und der Szene „Non pianger, mia compagna“ forderte sie fast schwerelos ein, wer dem Abend den Glanz verleihen werde.

Mit Elena Maximova war ein weiterer Weltstar und häufige Partnerin der Anna Netrebko nach Dresden gekommen. Mit ihrem wunderbaren Mezzosopran bot sie mit aufregendem Gesang die Prinzessin Eboli.

Die Titelrolle des Don Carlo verkörperte der aserbaidschanische Tenor und Ehemann der Primadonna Yusif Eyvazov mit seiner kräftigen Stimme. Mir hat sein Gesang in makellosem Italienisch recht gut gefallen. War dies der Erfolg seiner Arbeit mit seinem persönlichen Stimm-Coach?  War es der Umstand, dass er nicht nur Anna Netrebko und Elena Maximova ansingen musste, sondern auch die zu Unrecht unterschätzten Ensemble-Mitglieder des Hauses zu Partnern hatte.

Semperoper Dresden / Don Carlo - hier : vl Elena Maximova, Mariya Taniguchi @ Daniel Koch

Semperoper Dresden / Don Carlo – hier : vl Elena Maximova, Mariya Taniguchi @ Daniel Koch

Der im Magdeburg geborene Bassist Tilmann Rönnebeck ist seit 2010 eine feste Größe im Repertoire-Betrieb der Semperoper. Mit seiner Interpretation des Königs Philippe verzichtete er auf expressive Gegengewichte und bot seine Aufgaben vorwiegend mit einem ausgeglichenen samtigen Timbre. Insbesondere den Monolog „Ella giammal m´amò“, unterstützt von Simon Kalbhenn, gestaltete er betont lyrisch.

Der Dresdner Sänger Sebastian Wartig, seit 2013 Ensemblemitglied, ergänzte mit der stimmlich-darstellerischen Autorität seines warmen Baritons als Marquis de Posa, so wie ihn das heimische Publikum kennt, die Sängerriege. Auch im Freundschaftsduett „È lui!…desso!“ ließ er sich nicht von der Kraftmeierei des Tenors aus der Reserve locken, behielt sein stimmlich-darstellerisch starkes Timbre. .

Aus Athen ist 2018 Alexandros Stavrakakis zum Hausensemble gekommen. Mit respektforderndem Organ gab er der Autorität des Mönchs seine prachtvolle Stimme.

Besonders gefreut hatte mich der Tebaldo von der aus Japan stammenden Sopranistin des jungen Ensembles Mariya Taniguchi. Mich hatte sie in der abgebrochenen Saison in Peter Eötvös´ Goldener Drache als  tragischer Chinese mit ihrer Darstellung und ihrem Schlussgesang begeistert. Im „Nei giardin del bello“ mit der Eboli war sie, von drei stimmstarken Choristinnen unterstützt, eine präsente Partnerin von Elena Maximova. In der Schluss-Szene verkörperte Holger Steinert den Großinquisitor.

Gemessen an der geringen Zahl der Zuschauer erklang ein lauter, dankbarer und freudiger Schlussbeifall. Am Ende stand das gesamte Publikum und wollte eigentlich das Haus nicht verlassen

Inzwischen hat das Haus, etwas verhalten  informiert, dass Semperoper Intendant Peter Theiler am Projekt der Don Carlo –Inszenierung von Vera Nemirova auch zukünftig festhält: allerdings mit der Musikalischen Leitung von Paolo Arrivabeni. Als Solisten der Kernrollen werden neben Elena Maximova als Eboli, René Pape als Philippo, Hibla Gerzmava als Elisabetta und Tomislav Mužek als Don Carlo benannt.

—| IOCO Kritik Semperoper Dresden |—

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