Bochum, Ruhrtriennale, Ruhrtriennale startet in die neue Spielzeit, 09.08.2018

August 2, 2018  
Veröffentlicht unter Pressemeldung, Ruhrtriennale, Spielpläne

Ruhrtriennale

Auftakt: Ruhrtriennale startet in die neue Spielzeit

Erste Saison unter der künstlerischen Leitung von Stefanie Carp beginnt am 9. August.

Mit der neuen Kreation „The Head and the Load“ des südafrikanischen Künstlers und Regisseurs William Kentridge startet die Ruhrtriennale in die erste Saison unter der Intendanz von Stefanie Carp. Bei einer Pressekonferenz im Bochumer Dampfgebläsehaus stellte die Künstlerische Leiterin der Jahre 2018 – 2020 ausgewählte Produktionen und Projekte vor, die ab dem 9. August den Auftakt des Festivals prägen werden.

Stefanie Carp: „Die Festivalerzählung der Ruhrtriennale will eine Zwischenzeit behaupten, in der wir noch Zeit haben, das neue Projekt des menschlichen Zusammenlebens zu imaginieren und daran zu bauen. Die flüchtenden Menschen sind die Chiffre unserer Gegenwart, die uns zeigt, dass die Zeiten eines selbstgenügsamen Europas zu Ende sind, dass wir abgeben und teilen sollten, wenn wir in zivilisatorischen Standards überleben wollen. Europa hat in diesem Jahr die Grenzen zu gemacht und sich in sich selber eingeschlossen. Umso wichtiger ist ein Programm, das uns mit unterschiedlichen Perspektiven und Narrativen konfrontiert.“

Eröffnet wird die Ruhrtriennale 2018 am 9. August mit einer Rede der indischen Umwelt-Aktivistin Vandana Shiva in der Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg Nord. Im Anschluss feiert William Kentridges „The Head and the Load“ Deutschlandpremiere in der Duisburger Kraftzentrale. Das vor wenigen Wochen in der Londoner Tate Modern uraufgeführte Stück ist eine bildgewaltige und alle Genregrenzen sprengende Produktion, die sich mit der Rolle Afrikas im ersten Weltkrieg auseinandersetzt. In einer Videobotschaft für die Ruhrtriennale drückte William Kentridge seine Freude darüber aus, dass „The Head and the Load“ ein Teil des Festivals sein wird.

Zwei Tage nach Festivalbeginn feiert am 11. August das Schauspiel „The Factory“ Weltpremiere bei PACT Zollverein in Essen. In dem Theaterstück rekonstruieren die syrischen Künstler Omar Abusaada (Regie) und Mohammad Al Attar (Autor) die skrupellosen Geschäftsmodelle des Krieges anhand der wahren Geschichte der französischen Zementfabrik Lafarge im Nordosten Syriens. Omar Abusaada gab bei der Pressekonferenz einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Stückes und kündigte eine Produktion an, die versucht, eines der bösartigsten Gesichter des Krieges zu dekonstruieren – das Bündnis von Geld und Macht.

Einen ersten musikalischen Eindruck von der Musiktheaterproduktion „Universe, Incomplete“ (Uraufführung am 17. August) präsentierte die Sängerin Tora Augestad, begleitet von Bendix Dethleffsen am Klavier. In seiner neuesten Kreation entwickelt Regisseur Christoph Marthaler als Artiste associé der Ruhrtriennale eine ganz neue Perspektive auf Charles Ives unvollendet gebliebene „Universe Symphony“. Im Gespräch mit Stefanie Carp berichteten Bühnenbildnerin Anna Viebrock und der Musikalische Leiter Titus Engel von den Proben in der Jahrhunderthalle Bochum, die für diese außergewöhnliche Produktion erstmals komplett bespielt wird. Friederike Tappe-Hornbostel, Kommunikationsleiterin der Kulturstiftung des Bundes, die das Projekt ermöglicht, informierte über das Engagement der Stiftung bei der Ruhrtriennale: „Anscheinend Unmögliches möglich machen, das hat sich auch die neue Intendantin Stefanie Carp mit ‚Universe, Incomplete‘ vorgenommen. Eine schöne 2/6 Tradition zur Eröffnung der Ruhrtriennale, die zur Philosophie der Kulturstiftung des Bundes bestens passt.“

Zu den weiteren Highlights des Festivalauftakts gehört die Eröffnung der mehrteiligen Installation „Vom Nutzen der Angst – The Politics of Selection“ der Berliner Künstlerin Peggy Buth am 10. August in der ehemaligen Kirche St. Barbara in Duisburg. Bei der Ausstellung, die sich mit dem Arbeitskampf in Duisburg-Rheinhausen auseinandersetzt, handelt es sich um den diesjährigen Beitrag von Urbane Künste Ruhr zur Ruhrtriennale. Wenige Tage später, am 16. August, wird auch das Festivalzentrum der Ruhrtriennale eröffnet. Der „Third Space“, den die Künstler- und Architektengruppe raumlaborberlin auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle entstehen lässt, besteht aus einem gestrandeten Flugzeug, das – unter tatkräftiger Beteiligung der Besucher*innen – in den nächsten drei Jahren weiter ausgebaut und kontinuierlich transformiert wird.

Unter dem Titel „Freedom of Speech/Freiheit der Künste“ veranstaltet die Ruhrtriennale zudem am 18. August in der Turbinenhalle Bochum eine Podiumsdiskussion, in der sich die Teilnehmer*innen mit dem Spannungsverhältnis von Meinungsfreiheit und Freiheit von Kunst mit persönlicher und gesellschaftlicher Verantwortung im Kontext der deutschen Geschichte auseinandersetzen. Dabei geht es auch um Sinn und Legitimation von Boykott-Strategien im Bereich der Kultur. Zu den Gesprächsgästen gehören neben Stefanie Carp auch Isabel Pfeiffer-Poensgen (Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen), Alain Platel (belgischer Choreograph und Theaterregisseur), Elliott Sharp (Komponist, Multi-Instrumentalist und Performer aus New York) und Michael Vesper (Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Ruhrtriennale). Moderiert wird die Veranstaltung von Bundestagspräsident a.D. Norbert Lammert.

Kurz vor dem Start der Ruhrtriennale läuft auch der Kartenvorverkauf auf Hochtouren: „Wir freuen uns sehr über das große Zuschauerinteresse“, so Dr. Vera Battis-Reese, Geschäftsführerin der Kultur Ruhr GmbH. „Zu den besonders nachgefragten Produktionen gehören ‚Universe, Incomplete‘, ‚The Head and the Load‘ und ‚Das Floß der Medusa‘. Auch wenn einige Vorstellungen bereits ausverkauft sind – es gibt für die meisten Produktionen noch Karten.“

In ihrem ersten Jahr unter der künstlerischen Leitung von Stefanie Carp zeigt die Ruhrtriennale 33 Produktionen und Projekte in den ehemaligen Industriehallen des Ruhrgebiets – davon 20 Eigen- und Koproduktionen sowie 16 Uraufführungen, Neuinszenierungen, Deutschlandpremieren und Installationen. Zum Festival sind zwischen dem 9. August und


Programmübersicht Festivalauftakt (chronologisch)


Donnerstag, 09. August 2018
Festspielrede zur Eröffnung
Earth Democracy Now
Rednerin: Vandana Shiva
09. Aug: 18.00 Uhr
Gebläsehalle, Landschaftspark Duisburg-Nord
In englischer Sprache
10 €
ruhr3.com/festivalrede

Vandana Shiva, Atomphysikerin und Aktivistin, zählt zu den wichtigsten Gegner*innen der Kommodifizierung und Kommerzialisierung von Nahrungsmitteln. Als der Wald, in dem sie ihre Kindheit verbrachte, einer Apfelplantage weichen musste, wurde sie zu einer der größten Kritiker*innen der Grünen Revolution. Statt zu einer höheren Produktivität führen Monokulturen und der verstärkte Einsatz von Pestiziden zu Umweltverschmutzung, zum Verlust lokaler Diversität und zur Auslöschung jahrtausendealten Wissens, kurz: zur Abhängigkeit der Ärmsten der Armen von teuren Düngemitteln und Chemikalien, die sie von multinationalen Anbietern beziehen müssen. Vandana Shiva gründete 1991 die Organisation Navdanya. „Navdanya“ bedeutet „Neun Saaten“ oder „Neun Samen“ und steht für den Schutz von biologischer und kultureller Vielfalt und ist ein Netzwerk aus Gemeinden und Organisationen in Indien. Eine Versuchsfarm liegt in Dehradun am Fuße des Himalaya. In deren höheren Erträgen, der automatischen Umverteilung von Ressourcen, der Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten, Dürre oder Überschwemmungen sieht die Inderin Vandana Shiva ein noch größeres Potential als nur die Lösung für die globale Armut: Die Lösung für den Klimawandel – das drängendste all unserer Probleme. Statt uns weiterhin um fossile Ressourcen und ihre Verschwendung Gedanken zu machen, schlägt sie einen Perspektivwechsel vor, wie die globale Gesellschaft des 21. Jahrhunderts aussehen könnte. In einer Zeit mit Millionen hungernder Menschen, die dadurch zu Migration gezwungen werden, schlägt sie vor, das Problem dort anzupacken, wo es entsteht. Die größte Gegnerin des Saatgut- und Herbizid-Herstellers Monsanto liefert den Beweis dafür, dass es noch immer Davids gibt, die es mit Goliaths aufnehmen und sich nicht vom Klima der Angst und der allgemeinen Lähmung daran hindern lassen.

 

Musiktheater / Tanz / Bildende Kunst / Deutschlandpremiere
The Head and the Load
Konzept, Regie: William Kentridge
Komposition: Philip Miller
Co-Komposition, Musikalische Leitung: Thuthuka Sibisi
Choreographie: Gregory Maqoma
Chamber Orchestra: The Knights
09. Aug: 20.00 Uhr
Weitere Termine: 10. | 11. | 12. Aug.
Kraftzentrale, Landschaftspark Duisburg-Nord
Englisch, Französisch, Italienisch, Shangaan, Shona, Zulu, Pedi, Xhosa, Wolof, Madinga und Swahili
mit deutschen und englischen Übersetzungen
20 | 35 | 50 | 65, erm. ab 10 €
ruhr3.com/head

„The head and the load are a trouble for the neck“ / „Des Nackens Leid sind Kopf und Last“, sagt ein altes Sprichwort aus Ghana, von dem William Kentridge den Titel für seine neue Kreation borgt, die sich visuell, musikalisch und choreographisch mit der Rolle Afrikas im Ersten Weltkrieg beschäftigt. Über 2 Millionen Menschen aus dem afrikanischen Kontinent wurden, meist als Träger von Waffen und Material, von den Kolonialmächten gezwungen, in den europäischen Krieg zu ziehen. Diesen verschwiegenen und kaum erforschten Teil europäischer und afrikanischer Geschichte erkundet William Kentridge in einer installativen und szenischen Musiktheaterarbeit. Der Künstler verbindet eine Neukomposition von Philip Miller, die New Yorker Orchesterformation The Knights, ein internationales Ensemble von Performer*innen, Tänzer*innen und Sänger*innen, einen Chor mechanisierter Grammophone, sich überschneidende Filmprojektionen und Schattenspiel zu einer gigantischen Prozession, die jeder Genrezuweisung widerstrebt und die in einem traditionellen Theaterraum nicht gezeigt werden könnte. Schon seit seinen frühen Animationsfilmen und Zeichnungen hat sich der aus Johannesburg stammende Künstler William Kentridge mit den sozialen und ethnischen Unrechtskonflikten in Südafrika und Europa auseinander gesetzt. Die Apartheid und die Folgen der Apartheid sowie allgemeiner: Kolonialismus, Rassismus und Totalitarismus waren und sind seine Themen in der Bildenden Kunst wie in seinen Theater- und Opernarbeiten. Die Verstörung durch das grundsätzliche soziale und ethnische Unrecht ist ein schmerzhafter Antrieb für eine eigene lyrische Visualisierung, die William Kentridge in Zeichnungen, Skulpturen, Filmen, Installationen, Theater und Oper umsetzt. Kentridges Werke werden auf allen Kontinenten in Museen und Ausstellungen gezeigt, mehrfach hat er an der Biennale von Venedig und an der Kasseler documenta teilgenommen. Mit The Head and the Load in der Duisburger Kraftzentrale ist dieser weltberühmte Künstler erstmals im Programm der Ruhrtriennale vertreten. Ein Auftragswerk der Ruhrtriennale, Park Avenue Armory und 14–18 NOW, the UK’s arts program for the First World War Centenary. Mit Förderung des Holland Festival und freundlicher Unterstützung der Marian Goodman Gallery, der Goodman Gallery und Lia Rumma. Produziert von THE OFFICE performing arts + film in Zusammenarbeit mit Quarternaire.


Freitag, 10. August 2018
Mehrteilige Installation / Urbane Künste Ruhr
Vom Nutzen der Angst – The Politics of Selection
Gesamtkonzept: Peggy Buth
Vernissage: 10. Aug.: 17.00 Uhr
11. Aug. – 23. Sept.
Di–So: 12.00–20.00 Uhr
Ehemalige Kirche St. Barbara, Duisburg-Rheinhausen
Deutsch mit englischen Untertiteln
Eintritt Frei
ruhr3.com/angst

In der mehrteiligen Installation Vom Nutzen der Angst – The Politics of Selection setzt sich die Künstlerin Peggy Buth mit der Unternehmenskultur der Friedrich Krupp AG auseinander. Bis heute prägt diese in besonderem Maße die geschichtlichen Zusammenhänge und sozialen Verhältnisse im Ruhrgebiet – vom Privaten bis in den urbanen Raum hinein. Anhand von Archivmaterial, unter anderem aus der Werkszeitung der Krupp AG oder von den Arbeitern gesammelten Zeugnissen, fragt Peggy Buth danach, welche Geschichte von wem mit welchen Bildern erzählt wird. Die Ausstellung ist in Duisburg-Rheinhausen in der ehemaligen Kirche St. Barbara Rheinhausen zu sehen, die in den frühen 1960er-Jahren auf Werksgebiet der Hütten- und Bergwerke Rheinhausen AG erbaut wurde und ein bemerkenswertes Beispiel zukunftsweisender Architektur der Nachkriegszeit darstellt. Die nach der Schutzheiligen der Bergleute benannte Kirche steht mitten in einer Arbeitersiedlung in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Ort, an dem ab den späten 1980er-Jahren die Arbeiterkämpfe der Kruppianer gegen die Schließung ihres Hüttenwerks ihren Ausgangspunkt hatten. Peggy Buth arbeitet konzeptionell und prozessbezogen mit unterschiedlichen Medien. Ihre Arbeiten zeigt sie oft in Form von Rauminstallationen, welche die komplexen inhaltlichen Zusammenhänge ihrer Themen auf eindrückliche Weise unterstützen. So auch in der Kirche St. Barbara, die durch ihre Geschichte und Form selbst ein sprechender Teil der Installation wird. Eine Produktion von Urbane Künste Ruhr für die Ruhrtriennale.


Samstag, 11. August 2018
Schauspiel / Neue Dramatik / Uraufführung
The Factory
Text: Mohammad Al Attar
Regie: Omar Abusaada
Bühne, Kostüm: Bissane Al Charif
11. Aug: 20.00 Uhr
Weitere Termine: 12. | 15. | 16. | 17. | 18. Aug.
PACT Zollverein, Essen
In arabischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
20 | 30 | 40, erm. ab 10 €
ruhr3.com/factory

Die französische Zementfabrik im Nordosten Syriens ist eine der größten ausländischen Investitionen, die jemals getätigt worden ist. Einige Monate nach der Eröffnung jedoch bricht eine soziale Revolution gegen das totalitäre Regime aus, und bald darauf stürzt das destabilisierte Land in einen brutalen Bürger- und verheerenden Stellvertreterkrieg. Besitzer und Geschäftspartner bestehen darauf, dass in der Fabrik, die inmitten der kriegerischen Auseinandersetzungen liegt, weiter gearbeitet werden muss – koste es, was es wolle. Zunächst kontrolliert die syrische Armee die Region; im Sommer 2012 übernimmt die Kurdische Demokratische Unionspartei (PYD) Teile davon, während die Freie Syrische Armee (FSA) andere kontrolliert. Ende 2013 erringt der IS die vollständige Vorherrschaft über das Gebiet. Die Produktion in der Fabrik läuft weiter. Ein banaler Betriebsunfall führt schließlich zu Ermittlungen in dieser Geschichte eines komplizierten Netzwerks aus Nutznießern des Krieges und schmutzigen Unternehmern. Davon erzählt Mohammad Al Attar in seinem Stück. Nach dem großen Erfolg ihrer beiden jüngsten Aufführungen While I was waiting und Iphigenie schreiben der 1980 in Damaskus geborene Dramatiker Mohammad Al Attar und der ebenfalls aus Syrien stammende Regisseur Omar Abusaada ihre Überlegungen fort zu den kolossalen Umwälzungen, die ihr Heimatland heimsuchen. Diese Uraufführung eines der wichtigsten syrischen Autoren auf der Bühne von PACT Zollverein in Essen erarbeiten sie gemeinsam mit einer Gruppe syrischer Schauspieler*innen. Theater als Versuch, eines der bösartigsten Gesichter des Krieges zu dekonstruieren: das Bündnis von Geld und Macht. Ein Auftragswerk an Mohammad Al Attar und Omar Abusaada. Eine Koproduktion der Volksbühne Berlin mit der Ruhrtriennale.


Donnerstag, 16. August 2018
Third Space. Öffentlichkeit im Schwebezustand
Gesamtkonzept: raumlaborberlin
Eröffnung: 16. Aug: 18.00 Uhr
17. Aug – 23. Sept
Mi, Do, Fr: 15.00 – 21.00 Uhr, Sa, So 12.00 – 21.00 Uhr
an Veranstaltungstagen länger Eintritt Frei
Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum
ruhr3.com/festivalzentrum

Die Künstlergruppe raumlaborberlin gestaltet den Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum als Baustelle und gibt ihm den Namen Third Space. Bruchlandung oder Neukonstruktion eines Flugzeugs? Ein Herstellungs- oder Reparaturbetrieb für öffentlichen Raum? Für alle sichtbar wird der leere, unwirtliche Raum vor der ehemaligen Gaskraftzentrale, der heutigen Jahrhunderthalle, für die Dauer des Festivals umgestaltet. Am Anfang standen Fragen: Ist die einzige Konsequenz aus dem Dualismus von digitaler Welt und realem öffentlichem Raum, dass ich mich nur noch über Tinder in der Shopping Mall mit einem potentiellen Partner verabrede? Kann ich meine Meinung anders als über Like-Buttons oder über Beschwerdeposts auf einem Community Blog äußern? Können öffentliche Plätze und ihre Bespielung dazu beitragen, dass die Idee von Gemeinschaft mit neuen Inhalten gefüllt wird? Ist nicht der öffentliche Raum der Ort für Meinungsbildung? Ein Ort für die (Wieder-)Entdeckung von lebendigen Formen gemeinsamen Lebens? Sollte nicht gerade der öffentliche Raum ein Anti-„egal,-geht-mich-nichts-an“- Raum sein? raumlaborberlin entwickelt für Third Space vor der Jahrhunderthalle Bochum ein Set aus Bauelementen, die während der Ruhrtriennale immer wieder neu zusammengesetzt werden. Jedes Jahr zur Festivalzeit wird am Third Space weitergearbeitet, und neue, überraschende Räume entstehen. Auf der größten Selbstbaustelle des Landes gibt es Kurse, Workshops und Mitmachangebote in unterschiedlichen Einmischungsgraden. Neben dem Mitbauen werden über die Verpflegung der Baustelle, die Beschaffung von Material und Werkzeug, die Vermittlung von Knowhow und die Verbreitung von guter Laune alle Aktivitäten auf ihre Beteiligungspotentiale hin untersucht: Jeder und Jede soll etwas finden, was er oder sie beisteuern kann. Third Space ist Baustelle und Bar; informeller Treffpunkt und Platz für öffentliche Diskussion; Wohnzimmer und Akademie in einem. Kurz: Das Festivalzentrum der Ruhrtriennale 2018 2019 2020. Eine Produktion der Ruhrtriennale. Gefördert von der innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft.


Freitag, 17. August 2018
Kreation / Musiktheater / Uraufführung
Universe, Incomplete
Regie: Christoph Marthaler
Mit Kompositionen von Charles Ives
Musikalische Leitung: Titus Engel
Bühne und Kostüme: Anna Viebrock
17. Aug: 20.30 Uhr
Weitere Termine: 19. | 22. | 23. | 24. | 25. Aug.
Jahrhunderthalle Bochum
Mit deutschen und englischen Übertiteln
20 | 35 | 50 | 65 | 80, erm. ab 10 €
ruhr3.com/universe

„Für den Fall, dass es mir nicht gelingen sollte, dieses Werk zu vollenden, findet sich vielleicht jemand anderes, der den Versuch unternimmt, meine Gedanken auszuarbeiten. Es könnte sein, dass die von mir erstellten Skizzen viel mehr Sinn ergeben, wenn man sie aus der Perspektive von jemandem betrachtet, der nicht ich selbst bin.“ (Charles Ives) Von dieser verführerischen Formulierung inspiriert entwickeln der Regisseur Christoph Marthaler, der Dirigent Titus Engel und die Bühnenbildnerin Anna Viebrock ihre ganz eigene Perspektive auf ein unvollendet gebliebenes Vorhaben des amerikanischen Komponisten Charles Ives (1875–1954): der Universe Symphony, die eines der großen utopischen Werke des 20. Jahrhunderts ist. Utopisch, weil Charles Ives sie als ein alle klassischen Aufführungsformen sprengendes Klangereignis konzipierte. Utopisch auch, weil er sie nie vollendete, sondern immer neu entwarf. Sie ist ein aus Notizen, Skizzenblättern und Partiturseiten bestehendes Konvolut der Unvollständigkeit. Ausgehend von den tatsächlich komponierten Teilen des Werkes entwerfen Christoph Marthaler, Titus Engel und Anna Viebrock in der Jahrhunderthalle Bochum einen szenisch-musikalischen Raum, in dem Instrumentalsolist*innen sowie die Bochumer Symphoniker und ein aus Schauspieler*innen, Tänzer*innen und Sänger*innen bestehendes Ensemble auf einer szenischen und einer klanglichen Ebene aus einer entfernten Zukunft auf unser heutiges Leben zurückblicken und aus der Gegenwart eine Zukunft phantasieren. Andere, von der Universe Symphony unabhängige Kompositionen von Charles Ives werden dabei die Leerstellen des unvollendeten Universums einnehmen. Das künstlerische Team untersucht ein musikalisches Gesamtwerk, dem es ein szenisch-visuelles Spannungsfeld heutiger Erfahrung zwischen Verlust und Erfindung hinzufügt. Der Schweizer Dirigent Titus Engel (1975) arbeitet mit verschiedenen Orchestern und an diversen Opernhäusern mit einem Schwerpunkt auf moderner und zeitgenössischer Musik. Die Bühnenbildnerin und Professorin für Bühnenbild an der Wiener Kunstakademie, Anna Viebrock, ist seit 30 Jahren engste künstlerische Begleiterin von Christoph Marthaler. Seit 2002 realisiert sie eigene Musiktheaterprojekte und installative Ausstellungen. Eine Produktion der Ruhrtriennale. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Mit freundlicher Unterstützung von der Stiftung Pro Bochum.


Samstag, 18. August 2018
Podiumsdiskussion
Freedom of Speech/Freiheit der Künste

Stefanie Carp, Intendantin der Ruhrtriennale,
Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen,
Alain Platel, belgischer Choreograph und Theaterregisseur,
Elliott Sharp, Komponist, Multi-Instrumentalist und Performer aus New York,
Michael Vesper, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Ruhrtriennale,
Moderation: Norbert Lammert, Bundestagspräsident a.D.

Die Ruhrtriennale veranstaltet unter dem Titel „Freedom of Speech/Freiheit der Künste“ eine Podiumsdiskussion, in der sich Künstler*innen, Kurator*innen und Politiker*innen mit dem Spannungsverhältnis von Meinungsfreiheit und Freiheit von Kunst mit persönlicher und gesellschaftlicher Verantwortung im Kontext der deutschen Geschichte auseinandersetzen. Dabei geht es auch um Sinn und Legitimation von Boykott-Strategien im Bereich der Kultur.


18. Aug: 15.00 Uhr
Turbinenhalle an der Jahrhunderthalle Bochum
Eintritt frei
Telefonische Anmeldung unter Tel. 0221 280 210
Tanz / Musiktheater / Deutschlandpremiere
Kirina
Konzept und Choreographie: Serge Aimé Coulibaly
Komposition und Musikalische Leitung: Rokia Traoré
Libretto: Felwine Sarr
18. Aug: 20.00 Uhr
Weitere Termine: 19. | 21. | 22. Aug.
Maschinenhalle Zweckel, Gladbeck
Französisch mit deutschen und englischen Übertiteln
20 | 30 | 40, erm. ab

Wanderer, die in einem Land eintreffen, werden für lange Zeit am Aufbau dieses Landes mitwirken. Das ist die Realität der Menschheit, ihre Hoffnung.“ In seiner Arbeit Kirina macht Serge Aimé Coulibaly die Migrationen innerhalb des afrikanischen Kontinents zum Thema einer choreographischen, musikalischen und intellektuellen Erforschung. Immer haben Migrationsbewegungen unsere Kulturen wesentlich bestimmt und Transformationen hervorgerufen. Welche Sprachen, musikalische Formen und Erzählungen sind durch Migration entstanden und wie haben diese die Kulturen anderer Völker und Länder beeinflusst? Auf seiner Suche nach einer zeitgenössischen Sprache, die zur Befragung der heutigen Welt und der ihr zugrunde liegenden Systeme taugt, wird Serge Aimé Coulibaly sich mit den Gründungsmythen der westafrikanischen Kultur beschäftigen und damit, wie ihre Geschichten über Generationen hinweg im Bewusstsein heutiger Gesellschaften arbeiten und auf deren Zukunftsentwürfe einwirken. Kirina ist dabei der Name eines Ortes im heutigen Guinea, der für die Gründung der westafrikanischen Kultur eine starke symbolische Bedeutung besitzt. In der aus dem benachbarten Mali stammenden und international berühmten Musikerin Rokia Traoré, die ihre eigene, heutige Version der klassischen Mandinka-Musik schafft, hat Serge Aimé Coulibaly, der selbst aus Burkina Faso stammt, eine ideale Partnerin für diese neue Arbeit gefunden. Seine Choreographie wird um vier Musiker*innen, den Dialog zweier Sängerinnen und um einen Sprecher erweitert. Die gedankliche und textliche Basis wird der aus Senegal stammende Ökonom und Musiker Felwine Sarr, Autor des Buches Afrotopia, mit seinem Plädoyer für eine afrikanische „Contemporanéité“ schaffen. Der Tänzer und Choreograph Serge Aimé Coulibaly war Mitglied in Kompanien von u. a. Alain Platel und Sidi Larbi Cherkaoui. Er arbeitet in Ogadougou / Burkina Faso, in Brüssel und weltweit. 2002 gründete er mit dem Faso Danse Théâtre eine eigene Kompanie. Seine Arbeiten sind von einer kraftvollen Tanzsprache und starker politischer Motivation. Eine Produktion von Faso Danse Théâtre und der Ruhrtriennale. Executive Producer: les ballets C de la B. In Koproduktion mit Festival de Marseille, Onassis Cultural Centre Athens, Théâtre Paris-Villette, Théâtre de Namur, Théâtre National Wallonie-Bruxelles, Romaeuropa Festival, Kampnagel Hamburg, De Grote Post Ostend, Vooruit Gent, La Rose des Vents Villeneuve d’Ascq und ExtraPôle ProvenceAlpes-Côte d’Azur. Mit Unterstützung der Féderation Wallonie-Bruxelles und Taxshelter Belgium. Tourmanagement: Frans Brood Productions Besonderer Dank an Ankata und Fondation Passerelle.


—| Pressemeldung Ruhrtrienale |—

Bochum, Ruhrtriennale 2017, Festival der Künste – Start 18. August 2017

August 10, 2017  
Veröffentlicht unter Ballett, ioco-art, Konzert, Pressemeldung, Ruhrtriennale

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Ruhrtriennale

Ruhrtriennale 2017:  Mit Cambreling, Warlikowski, Hannigan in Bochum

Start 18. August – Jahrhunderthalle Bochum – Pelléas et Mélisande

Vom 18.8. bis 30.9.17 zeigt die Ruhrtriennale rund 135 Veranstaltungen bei 40 Produktionen, davon 28 Eigen- und Koproduktionen, 22 Uraufführungen, Neuinszenierungen, Deutschlandpremieren und Installationen in 14 verschiedenen Spielstätten der Region.

Ruhrtriennale / (vlnr): Hannah Bernauer, Übersetzerin, Barbara Hannigan, Sopranistin und Dirigentin, Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale 2015-2017, Jan Vandenhouwe, Chefdramaturg der Ruhrtriennale 2015-2017 Jahrhunderthalle Bochum © Caroline Seidel/ Ruhrtriennale 2017

Ruhrtriennale / (vlnr): Hannah Bernauer, Übersetzerin, Barbara Hannigan, Sopranistin und Dirigentin, Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale 2015-2017, Jan Vandenhouwe, Chefdramaturg der Ruhrtriennale 2015-2017 Jahrhunderthalle Bochum © Caroline Seidel/ Ruhrtriennale 2017

Finaljahr der Intendanz von Johan Simons – Festival der Künste thematisiert Utopien und Zukunftsvisionen – Tickets zu einzelnen Terminen noch erhältlich

Am 18. August startet die Ruhrtriennale 2017 mit der ersten Oper der Moderne in eine Spielzeit, die sich Utopien und Zukunftsvisionen widmet. Eröffnet wird das Festival in der Jahrhunderthalle Bochum mit Pelléas et Mélisande. Im dritten und letzten Jahr der Intendanz von Johan Simons bietet die Ruhrtriennale ihrem Publikum sechs Wochen voller Musiktheater, Musik, Tanz, Schauspiel und Installationen. Das Ruhrgebiet wird zum Schauplatz zeitgenössischer Kunst.

Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale, und Dr. Vera Battis-Reese, Geschäftsführerin der Kultur Ruhr GmbH, berichteten in der Jahrhunderthalle Bochum von den letzten Vorbereitungen kurz vor Beginn der Saison 2017. Besonderer Gast der Pressekonferenz war die kanadische Starsopranistin Barbara Hannigan, die in der Eröffnungsproduktion der diesjährigen Ruhrtriennale die Mélisande verkörpert.

Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale 2015–2017

Ruhrtriennale / Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale 2015-2017 © Caroline Seidel/ Ruhrtriennale 2017

Ruhrtriennale / Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale 2015-2017 © Caroline Seidel/ Ruhrtriennale 2017

„Freude“, „schöner“, „Götterfunken“. Mit diesen drei Begriffen beschließe ich meine Zeit als Intendant der Ruhrtriennale. Seit ich künstlerischer Leiter dieses wunderbaren Festivals geworden bin, hat sich die Welt sehr verändert, wirkte manchmal wie aus den Fugen. Doch spüre ich nun eine positive Energie, ein Wiederentdecken Europas und seiner Kraft. Und vielleicht können wir mit künstlerischen Götterfunken unserem Publikum ein paar Hoffnungsschimmer schenken.“

Kurz vor Festivalbeginn läuft auch der Vorverkauf auf Hochtouren. So hält Dr. Vera Battis-Reese, Geschäftsführerin der Kultur Ruhr GmbH, fest: „Mit dem bisherigen Ticketvorverkauf sind wir sehr zufrieden. Zu den besonders nachgefragten Produktionen gehören Pelléas et Mélisande, Three Stages, Bach. Cellosuiten und Cosmopolis. Nichtsdestotrotz gibt es noch Karten, auch für andere Produktionen und zu Terminen unter der Woche. Wie in den letzten beiden Jahren bespielen wir auch in diesem Jahr eine neue Spielstätte und sind erneut in Dinslaken. Mit „Projecting [Space[“ werden wir eine Tanz-Uraufführung in die Zentralwerkstatt der Zeche Lohberg bringen.“


Programmhighlights der ersten Ruhrtriennale-Woche

Zum dritten und letzten Mal lädt ab dem 18.8. das Kunstdorf The Good, the Bad and the Ugly von Atelier Van Lieshout auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum das Publikum und alle Neugierigen zum Entdecken und Verweilen ein. Das Kunstdorf kehrt mit bekannten und neuen Arbeiten zurück und ist für den gesamten Zeitraum das Festivalzentrum der Ruhrtriennale. Einen Staat im Dorf rufen die Teenager des Nachwuchsproduktionsbüros der Ruhrtriennale, Mit Ohne Alles, aus: Zum zweiten und letzten Mal wird mit Teentalitarismus mitten in Bochum ein Teenager-Machtgebiet errichtet. Die Festspielrede zum Auftakt der Ruhrtriennale hält Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller. Im Anschluss wird die Jahrhunderthalle Bochum mit Pelléas et Mélisande, unter der musikalischen Leitung von Sylvain Cambreling und inszeniert von Krzysztof Warlikowski, zum Ort existenzieller Verlorenheit. Die kanadische Starsopranistin Barbara Hannigan singt die weibliche Titelpartie.

Ruhrtriennale / (vlnr): Barbara Hannigan, Sopranistin und Dirigentin, und Johan Simons © Caroline Seidel/ Ruhrtriennale 2017

Ruhrtriennale / (vlnr): Barbara Hannigan, Sopranistin und Dirigentin, und Johan Simons © Caroline Seidel/ Ruhrtriennale 2017

Der 19.8. beginnt mit der Eröffnung der Installation Truck Tracks Ruhr – The Compilation in der Mischanlage der Zeche Zollverein in Essen. Die Produktion von Urbane Künste Ruhr nach einem Konzept von Rimini Protokoll und loekenfranke ist eine audio-visuelle Gesamtkomposition aller sieben Alben des Erfolgsprojekts „Truck Tracks Ruhr“. Die Installation kann bei freiem Eintritt besucht werden. Ab 18 Uhr erklingt elektronische Musik in und um die Jahrhunderthalle Bochum bei der dritten und letzten Ausgabe von Ritournelle. Partygänger- und NachtschwärmerInnen feiern bei der Festivalnacht der elektronischen Musik mit zahlreichen Live-Acts wie Nicolas Jaar, Sohn oder Mykki Blanco.

Ab dem 20.8. spannt die Ruhrtriennale den musikalischen Bogen von Monteverdi bis Folkrock. In der Maschinenhalle der Zeche Zollern in Dortmund führt Philippe Herreweghe das Collegium Vocale Gent am 20.8. durch die Klangkathedrale von Monteverdis religiösem Meisterwerk, der Marienvesper. Krzysztof Warlikowski, Barbara Hannigan und Reinbert de Leeuw führen einmalig am 20.8. Socrate von Erik Satie in der Bochumer Jahrhunderthalle auf. Eine einzigartige Gelegenheit, das selten gespielte Werk eines der originellsten Komponisten des 20. Jahrhunderts in einem neuen Setting zu erleben. Mit einem immersiven Konzert des belgischen Quartetts Zwerm beginnt am 21.8. die montägliche Konzertreihe im Maschinenhaus der Essener Zeche Carl. Am 23.8. gastiert Kurt Wagner mit Lambchop und der kanadischen Folkband Timber Timbre für ein Konzert in der Jahrhunderthalle Bochum.

Eine besondere musikalische Kombination verspricht der Programmbeitrag von ChorWerk Ruhr unter der musikalischen Leitung von Florian Helgath: Mit Memoria verbindet ChorWerk Ruhr am 25.8. in der Maschinenhalle der Dortmunder Zeche Zollern Werke von Tomás Luis de Victoria, John Cage und Morton Feldman. Kein Licht. (2011/2012/2017), die Auftragsarbeit und internationale Koproduktion für die Ruhrtriennale, wird am 25.8. in der Gebläsehalle des Landschaftspark Duisburg-Nord uraufgeführt. Philippe Manourys Komposition nach einem Text von Elfriede Jelinek nimmt das Publikum mit in eine Welt nach dem Super-GAU. Die musikalische Leitung übernimmt Caroline Peters. Inszeniert wird die Oper mit Caroline Peters in einer der Hauptrollen von Nicolas Stemann.

Trilogien waren ein wichtiges Motiv der Intendanz von Johan Simons und die auf drei Teile angelegten Produktionen kommen 2017 zum Abschluss. So auch die erste Tanz-Trilogie der Ruhrtriennale. Der Choreograf Richard Siegal, dessen Arbeiten für die Spielzeiten 2015-2017 auf Dantes Göttlicher Komödie fußen, zeigt u. a. mit der Uraufführung El Dorado ab dem 25.8. zum ersten Mal alle drei Teile an einem Abend bei PACT Zollverein. Anne Teresa De Keersmaeker kehrt 2017 auch in das Ruhrgebiet zurück. Ihre neueste Choreografie, Bach. Cellosuiten, wird am 26.8. in der Maschinenhalle der Zeche Zweckel uraufgeführt. Begleitet werden die fünf TänzerInnen von Rosas von dem gefeierten Cellisten Jean-Guihen Queyras.

In diesem Jahr wartet das Refektorium auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum zum letzten Mal mit einem vielfältigen und gänzlich kostenlosen Programm auf. Ab dem 20.8. finden Lesungen, Kinoabende, Performances oder Partys statt. Unter dem Titel The End of Everything is a New Beginning findet am 26.8. eine Veranstaltung gemeinsam mit der innogy-Stiftung für Energie & Gesellschaft statt. 2017 lädt Johan Simons ab dem 27.8. um 12 Uhr zu Johans High Noon. An fünf Sonntagen empfängt der Ruhrtriennale-Intendant KünstlerInnen der Ruhrtriennale zum Gespräch. Seine Gäste beim ersten High Noon am 27.8. sind Anne Teresa De Keersmaeker und Sylvain Cambreling.

—| Pressemeldung Ruhrtriennale |—

Bochum, Ruhrtriennale, Programm-Highlights der Festivalwoche eins, 17.08.2016

August 16, 2016  
Veröffentlicht unter Pressemeldung, Ruhrtriennale, Spielpläne

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Ruhrtriennale

Programm-Highlights der Festivalwoche eins

In der ersten Festivalwoche wartet die Ruhrtriennale mit viel Musik auf. Heute beginnen die Konzerte im Maschinenhaus in Essen mit Emptyset einem Künstlerduo aus Bristol. Am 17.8. lässt der russische Chor MusicAeterna in der Dortmunder Zeche Zollern die Renaissance-Motette Spem in alium von Thomas Tallis erklingen. In Stockhausens Carré finden sich das ChorWerk Ruhr und die Bochumer Symphoniker am 18. und 19.8. in der Jahrhunderthalle Bochum ein. Das erste Symposium mit der RWE-Stiftung für Energie & Gesellschaft lädt alle Interessierten am 20.8. zur Diskussion in das Refektorium. Das Thema: Maschinenmensch und Menschmaschine.


Musik     –   Konzert im Maschinenhaus
Emptyset
15.8.: 20.00 Uhr, Maschinenhaus Essen —  25 €, erm. 12,50 €
ruhr3.com/kon

Das aus Bristol stammende Künstlerduo Emptyset arbeitet an der Grenze von musikalischer Komposition und installativer Kunst. Im Rahmen der Montagskonzerte im Maschinenhaus präsentieren Emptyset eine ortsspezifische Performance, die sich auf die Beziehung zwischen Architektur, Klang und Licht konzentriert. Ihre eigens entwickelten elektronischen Instrumente stehen dabei in direkter Interaktion mit visuellen Reizen, die im Rahmen einer Installation gleichermaßen auf psychische wie körperliche Reaktionen der ZuschauerInnen abzielen.


Musik   –   Spem in alium
Thomas Tallis / Henry Purcell / Alfred Schnittke / György Ligeti
Musikalische Leitung: Vitaly Polonsky
Mit: Chor MusicAeterna
16. | 17.8.: 20.00 Uhr, Maschinenhalle Zeche Zollern, Dortmund — 20 / 30 / 40 €, erm. ab 10 €
ruhr3.com/spe

Die Motette Spem in alium schrieb Thomas Tallis für acht fünfstimmige Chorgruppen. Aus 40 unabhängigen Stimmen webt der Komponist ein überwältigendes vielstimmiges Geflecht, einen Klangozean, in dem wir ab und zu eine Spur einzelner Stimmen auffangen, bevor sie wieder in der Menge abtauchen. Unter der Leitung seines Chordirigenten Vitaly Polonsky kombiniert der russische Chor MusicAeterna, der zum Ensemble des Opernhauses Perm gehört, Vokalmusik von Thomas Tallis und Henry Purcell mit zeitgenössischen Werken von György Ligeti und Alfred Schnittke.


Refektorium  –  Film: Café Waldluft
Regie: Matthias Koßmehl
17.8.: 19.30 Uhr, Refektorium, Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum — freier Eintritt
ruhr3.com/ref

„Wen Gott lieb hat, den lässt er fallen in dieses Land“ – die Aufschrift auf der Holztafel zu Beginn des Films ist Programm: Berchtesgaden zeigt sich von seiner schönsten Seite. Imposant erhebt sich der Watzmann vor dem Café Waldluft, einem Hotel mit Tradition. Nur sind heute kaum noch Touristen zu Gast, sondern Asylbewerber aus Syrien, Afghanistan und Sierra Leone. Um die jungen Männer kümmert sich „Mama“ Flora, eine gestandene Wirtin, pragmatisch wie gottergeben. Einheimische, Touristen und Flüchtlinge kommen gleichermaßen zu Wort. Heimat und Fremde, Freude und Verzweiflung liegen in Matthias Koßmehls preisgekröntem Film eng nebeneinander. Café Waldluft zeigt mit ungeschöntem Blick, wie Integration funktionieren kann.


Musik  –  Carré
Karlheinz Stockhausen
Mit: Bochumer Symphoniker, ChorWerk Ruhr
18. | 19.8.: 20.00 Uhr, Jahrhunderthalle Bochum — 35 €, erm. 17,50 €
ruhr3.com/car

In Carré des deutschen Avantgarde-Komponisten Karlheinz Stockhausen setzen vier Orchester und vier Chöre dem Zuhörer von verschiedenen Seiten zu. Aufgrund der ungewöhnlichen Aufstellung im Raum sind die gewaltigen Klangwanderungen von Carré nur selten live zu erleben. In einer langen Konzertnacht mit Stockhausens Raummusik führen das ChorWerk Ruhr und die Bochumer Symphoniker das monumentale Meisterwerk unter der Leitung von vier Dirigenten auf. In der Bochumer Jahrhunderthalle können Stockhausens raumgreifende musikalische Rituale perfekt zur Geltung kommen.


Forum & Dialog
Maschinenmensch und Menschmaschine – Das Ende einer Beziehung?
Mit: Joep van Lieshout, Moritz Simon Geist (Sonic Robots), Stephan Balzer, Thomas Wagner, Falk Garbsch
20.8.: 16.00 Uhr, Refektorium, Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum — freier Eintritt
ruhr3.com/ref

Das erste Symposium mit der RWE-Stiftung für Energie & Gesellschaft lädt alle Interessierten am 20.8. zur Diskussion in das Refektorium. Die Geschichte der Industrie ist auch eine Geschichte zwischen Mensch und Maschine. Seit der Aufklärung denken wir verstärkt darüber nach, ob der menschliche Geist nicht auch wie eine Maschine funktioniert und dementsprechend nachgebaut werden könnte. Damals kamen mit diesen Gedanken Ängste auf: Werden wir irgendwann nicht mehr unterscheiden können, was Mensch und was Maschine ist? Oder etwas näher an der Realität des Arbeiters: Wird der Mensch irgendwann zwangsläufig durch Maschinen ersetzt werden? Trotzdem gleicht das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine bis heute vor allem einer Liebesgeschichte: Etwa wenn die Hand des Mechanikers liebevoll über einen Motorblock streichelt. Oder wenn ehemalige Arbeiter mit Hingabe öffentliche Führungen durch die alten Industrieanlagen leiten, sich um „ihre“ Maschinen kümmern und sich um deren Fortbestand sorgen. Aber woher kommt dieser „Sexappeal“ der Maschinen?
Und was passiert, wenn die Digitalisierung uns schließlich ganz und gar von den Maschinen abgenabelt haben wird? Werden künstliche Intelligenzen bald besser denken können als der menschliche Geist? Können Touch-Screens und Mousepads das leisten, was die ölverschmierten Stahlgelenke an erotischer Anziehung einst boten?


Forum & Dialog  –  Johans High Noon I
Mit: Johan Simons, Björn Bicker und Joep van Lieshout.
21.8.: 12.00 Uhr, Refektorium, Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum — freier Eintritt
ruhr3.com/joh

Wenn die Sonne über Bochum am höchsten steht, lädt der Ruhrtriennale-Intendant am 21.8. um 12 Uhr zu Johans High Noon. An fünf Sonntagen empfängt Johan Simons KünstlerInnen der Ruhrtriennale zum Gespräch. Seine Gäste beim ersten High Noon am 21.8. sind Björn Bicker und Joep van Lieshout.

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Pressemeldung Ruhrtriennale

Bochum, Ruhrtriennale, Programm Ruhrtriennale 2014, 15.08. bis 28.09.2014

April 15, 2014  
Veröffentlicht unter Pressemeldung, Ruhrtriennale

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Ruhrtriennale

Ruhrtriennale 2014: „Surrogate Cities Ruhr“ als Choreografie für das Ruhrgebiet. Eröffnung in Duisburg: 15. August 2014

Das internationale Festival der Künste mit zahlreichen Höhepunkten: Musiktheater, Tanz, Konzert, Film und zeitgenössische Kunst an Orten der Industriekultur in Bochum, Duisburg, Essen und Gladbeck. 
 
Die Ruhrtriennale legt im dritten und abschließenden Jahr unter der künstlerischen Leitung von Heiner Goebbels vom 15. August bis 28. September 2014 den Fokus auf grenzauflösende Uraufführungen und Neuinszenierungen internationaler Künstlerinnen und Künstler. Im Zentrum stehen große Musiktheaterproduktionen und die Bildende Kunst im Verhältnis zu Tanz, Performance, Film und Konzert. Erstmals findet die Eröffnung der Ruhrtriennale in Duisburg statt, wo mit De Materie des niederländischen Komponisten Louis Andriessen eine exzeptionelle Musiktheaterarbeit des 20. Jahrhunderts zur Aufführung kommt, die neue Perspektiven jenseits der Oper ermöglicht. Die Inszenierung (mit dem Ensemble Modern Orchestra und ChorWerk Ruhr u.a.) in der Duisburger Kraftzentrale ist die erste szenische Realisierung seit ihrer Uraufführung in Amsterdam 1989.
 
Surrogate Cities Ruhr in der Kraftzentrale im Duisburger Landschaftspark ist das Ausnahmeereignis 2014. Der Orchester-Zyklus von Heiner Goebbels – das musikalische Porträt einer imaginären Großstadt – wird von Mathilde Monnier als Choreografie für das Ruhrgebiet mit mehr als 140 Akteuren aus der Region und den Bochumer Symphonikern für die Ruhrtriennale neu inszeniert. Als Sonderaktion erhalten junge Zuschauer bis 27 Jahren für Surrogate Cities in allen Kategorien Tickets für 10 Euro. Der mehrfach ausgezeichnete italienische Theatermacher Romeo Castellucci ist mit zwei Neuproduktionen im Festival zu erleben: In der Bochumer Jahrhunderthalle zeigt er die Oper Neither, Ergebnis eines Zusammentreffens von Morton Feldman und Samuel Beckett in den 1970er-Jahren, mit den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Emilio Pomàrico. Strawinskys Le Sacre du Printemps inszeniert Castellucci als einen Tanz aus Knochenstaub in der Duisburger Gebläsehalle.
 
 
Zu den weiteren Höhepunkten des diesjährigen Festivals zählen die lang erwartete Uraufführung von Boris Charmatz, der sich mit manger auf das Thema Essen konzentriert, und das Konzert des Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam in der Bochumer Jahrhunderthalle. Der samoanische Performance-Künstler und Choreograf Lemi Ponifasio kehrt gemeinsam mit der MAU Company und seiner neuen Arbeit I AM zur Ruhrtriennale zurück. In der Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck bringt der junge Schweizer Regisseur Boris Nikitin drei Opernsänger aus drei Generationen auf die Bühne und lässt das Publikum in der Theaterperformance Sänger ohne Schatten an ihrem Künstlerleben teilhaben.
 
Die Bildenden Künstler Matthew Barney, Gregor Schneider, Tino Sehgal, Harun Farocki und das brasilianische Künstlerduo cantoni crescenti erweitern die Möglichkeitsräume der Ruhrtriennale mit begehbaren Installationen, Choreografien und Filmen. Für das Duisburger Lehmbruck Museum entsteht die Raumskulptur Totlast von Gregor Schneider, im Essener Museum Folkwang zeigt Harun Farocki gemeinsam mit Antje Ehmann sein neues Projekt Eine Einstellung zur Arbeit, eine Auswahl aus 400 Kurzfilmen, die in 15 internationalen Großstädten zum Thema Arbeit entstanden sind. Mit River of Fundament präsentieren Matthew Barney und der Komponist Jonathan Bepler ihr spektakuläres Gesamtkunstwerk. Die Essener Lichtburg bietet für die in den Kulissen amerikanischer Industrielandschaften entstandene monumentale Filmoper eine eindrucksvolle Bühne. Unter den stillgelegten Hochöfen des Landschaftsparks Duisburg-Nord entwerfen cantoni crescenti – als Beitrag von Urbane Künste Ruhr, kuratiert von der künstlerischen Leiterin Katja Aßmann – unter dem Titel Melt eine 70m lange begehbare Skulptur aus Aluminiumplatten, die bei freiem Eintritt ganztags geöffnet ist.
 
Zahlreiche Konzerte mit Musik des 20. Jahrhunderts prägen das Programm 2014. In 20 Pianos erzählt der Pop- und Avantgardemusiker Matthew Herbert bei PACT Zollverein die Geschichten von zwanzig einzigartigen Klavieren aus der ganzen Welt. Kompositionen von Bernd Alois Zimmermann, Luc Ferrari, György Ligeti, Olivier Messiaen, Edgard Varèse u.v.a. werden von herausragenden Klangkörpern wie dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam gespielt. Das ChorWerk Ruhr bringt unter der musikalischen Leitung von Florian Helgath im Salzlager des Welterbe Zollverein Figure humaine von Francis Poulenc und andere a cappella-Werke zur Aufführung.
Das Ensemble Modern lädt das Publikum zu einem einmaligen Konzerterlebnis ein: Das viereinhalbstündige Nachtkonzert For Philip Guston ab 23 Uhr in der Jahrhunderthalle Bochum ist eine Hommage von Morton Feldman an seinen verstorbenen Malerfreund. Die Zuhörer können es sich während der Aufführung in einer Landschaft von Sitz- und Liegemöglichkeiten bequem machen.
 
An jedem Montagabend finden in der intimen Atmosphäre des Maschinenhauses der Zeche Car klassische Kammermusikabende und Konzerte mit improvisierter Musik statt. 2014 u.a. mit dem französischen Streichquartett Quatuor Ébène, dem bosnischen Lautenisten Edin Karamazov sowie Fred Frith, einem der einflussreichsten Musiker der internationalen Improvisationsszene, und dem sizilianischen Saxophonisten Gianni Gebbia.
 
Anne Teresa De Keersmaeker, Boris Charmatz, Saburo Teshigawara, La Ribot und Eszter Salamon zeigen ihre neuen Arbeiten im Bereich Tanz und Performance. Verklärte Nacht von De Keersmaeker basiert auf Arnold Schönbergs spätromantisch-orchestraler Musik für Streicher und einem gleichnamigen Gedicht von Richard Dehmel. Mit seiner neuen Performance Broken Lights, bei der im wörtlichen Sinne Glas zertanzt wird, ist der japanische Tänzer und Choreograf Saburo Teshigawara erstmals zu Gast bei der Ruhrtriennale. PACT Zollverein mit seinem künstlerischen Leiter Stefan Hilterhaus veranstaltet für die Ruhrtriennale die Deutschlandpremiere El Triunfo de La Libertad von La Ribot, die 2013 mit ihrer Ausdauer-Performance Laughing Hole das Publikum begeisterte, und MONUMENT 0 der ungarischen Choreografin Eszter Salamon.
 
Im SANAA-Gebäude und bei PACT Zollverein sowie im Duisburger Landschaftspark bringt Tino Sehgal seine Arbeit (Ohne Titel) (2000) mit den Solotänzern Andrew Hardwidge, Frank Willems und Boris Charmatz zur Aufführung. Boris Charmatz‘ Filminstallation Levée, 2013 auf der Halde Haniel in Bottrop gedreht, wird darüber hinaus während des Festivals im Museum Folkwang gezeigt.
 
No Education wird 2014 selbst zum Thema im Programm: Das ZEIT Forum Kultur, moderiert von Josef Joffe, widmet sich in diesem Jahr der kulturellen Bildung und diskutiert das seit 2012 bestehende No Education-Programm der Ruhrtriennale. Es ermöglicht Kindern und Jugendlichen, Kunst ohne Vorwissen zu erleben. No Education 2014 ist: The Children’s Choice Awards, die offizielle Festivaljury der Ruhrtriennale, All Children are Other, ein öffentlicher Workshop der kanadischen Performancegruppe Mammalian Diving Reflex, und die Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen bei Surrogate Cities Ruhr und der freitagsküche.
 
Die freitagsküche lädt in diesem Jahr jeden Samstag (!) im Anschluss an die Veranstaltungen, gemeinsam mit den Künstlern des Abends, das Publikum zum Essen und Reden in persönlicher Atmosphäre ein. In der letzten freitagsküche des Festivals übernehmen die Kinder des No Education-Workshops doing kitchen die Regie des Abends.
 
Der internationale Festivalcampus findet in diesem Jahr in Duisburg und Bochum statt: Studierende von mehr als 15 europäischen Kunsthochschulen und Theaterinstituten besuchen Produktionen der Ruhrtriennale und nehmen an Seminaren und Workshops teil, die das Festival begleiten.
 
Die tumbletalks verstehen sich als eine Bühne des öffentlichen Denkens. In der wöchentlich stattfindenden Gesprächsreihe im Essener Museum Folkwang treffen Besucher direkt auf die Künstlerinnen und Künstler der Ruhrtriennale, u.a. Louis Andriessen, Harun Farocki mit Antje Ehmann, Jonathan Bepler, Romeo Castellucci mit Emilio Pomàrico, Boris Charmatz, Mathilde Monnier mit Eszter Salamon, Heiner Goebbels und Holger Noltze.
 
Heiner Goebbels, Künstlerischer Leiter der Ruhrtriennale: „Was die Ruhrtriennale auszeichnet, sind die Wechselwirkungen zwischen Künstlern und Räumen. Sie ermöglichen uns starke künstlerische Erfahrungen und haben für mich oberste Priorität; wo sonst hat man die Freiheit, kompromisslos etwas entstehen zu lassen. Viele festivalmachende Kollegen und Künstler aus aller Welt beneiden uns aber nicht nur um die unverwechselbaren Räume und die Möglichkeiten, Kunst selbst produzieren zu können, sondern auch um unser Publikum, das großen Eindruck hinterlässt durch seine Neugierde, Offenheit, künstlerischen Wagemut und seine direkte Resonanz.“
 
Über 150 Veranstaltungen in 4 Städten mit 14 Spielstätten und rund 1.000 nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern, ca. 30 Produktionen – davon mehr als die Hälfte Uraufführungen, Neuproduktionen und Deutschlandpremieren – sowie Konzerte und Künstlergespräche verwandeln die herausragenden Industriedenkmäler der Region in einzigartige Aufführungsorte für Musik, Bildende Kunst, Theater, Film, Tanz und Performance.
 
Die Künstlerinnen und Künstler kommen 2014 aus rund 25 Ländern, u.a. Argentinien, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Iran, Israel, Italien, Japan, Kanada, Kenia, Neuseeland, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Portugal, Russland, Samoa, Schweiz, Slowenien, Spanien, Ungarn und den USA.
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