Berlin, Deutsche Oper Berlin, Der Zwerg – Das Wunder der Heliane – Stream on Demand, IOCO Aktuell,

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Deutsche Oper Berlin

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

  Der Zwerg  /  Das Wunder der Heliane

www.deutscheoperberlin.de – Streams on Demand – kostenlos abrufbare Produktionen

28. bis 31. Januar 2021: DER ZWERG von Alexander von Zemlinsky, musikalische Leitung Sir Donald Runnicles,  Regie von Tobias Kratzer

18. bis 21. Februar 2021:  DAS WUNDER DER HELIANE von Erich Wolfgang Korngold,  Marc Albrecht am Pult, Regie von Christof Loy

Die Premiere von Zemlinskys DER ZWERG mit David Butt Philip in der Titelpartie und Mick Morris Mehnert als sein darstellerisches Alter Ego löste im März 2019 bei Presse und Publikum große Begeisterung aus. „Wie die Sänger und das Orchester der Deutschen Oper unter der Leitung von Donald Runnicles daraus an diesem Abend ein rundum geglücktes Ganzes machten, war beeindruckend“ – so nur eine der jubelnden Stimmen. Umso erfreulicher, dass die Aufnahme der viel gerühmten Inszenierung von Tobias Kratzer bei NAXOS als DVD erschienen ist und in der Kategorie „Best Opera Recording“ für den GRAMMY nominiert wurde. Die Verleihung der renommierten GRAMMY-Awards wurde Pandemie bedingt vom 31. Januar auf den 14. März 2021 verschoben.

Der Zwerg – Alexander von Zemlinsky
youtube Deutsche Oper Berlin
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Vom 28. Januar um 15 Uhr bis zum 31. Januar um 15 Uhr ist diese Aufzeichnung in der Videoregie von Götz Filenius auf der Website abrufbar, sie bietet frei wählbar deutsche und englische Untertitel:

www.deutscheoperberlin.de

Auch die Texte des Programmhefts dieser Produktion stehen auf der Landing Page in Deutsch und Englisch zur Verfügung. Viel Spaß beim Schauen, Hören und Lesen!

18. bis 21. Februar 2021:  DAS WUNDER DER HELIANE von Erich Wolfgang Korngold,  Marc Albrecht am Pult, Regie von Christof Loy

Das Wunder der Heliane – Erich Wolfgang Korngold
youtube Deutsche Oper Berlin
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Schon heute sei darauf hingewiesen, dass auch die herausragende Produktion von Korngolds DAS WUNDER DER HELIANE in der Regie von Christof Loy und mit Marc Albrecht am Pult vom 18. bis 21. Februar als Stream on Demand zur Verfügung steht. Auch diese Arbeit erschien bei Naxos als DVD. Die US-amerikanische Sopranistin Sara Jakubiak überzeugt uneingeschränkt in der Titelpartie von Korngolds selten gespielter Oper. Ab Februar probt sie, abermals mit Christof Loy, die Partie der Francesca da Rimini in Riccardo Zandonais gleichnamiger Musiktheater-Rarität.

Das Wunder der Heliane der Deutschen Oper Berlin ist bei NAXOS auch als DVD erhältlich.  Michael Stange beschrieb diese DVD Produktion für IOCO  –  LINK HIER! 

Das Wunder der Heliane DVD © 2012-2019 Naxos Deutschland Musik und Video Vertriebs-GmbH

Das Wunder der Heliane DVD © 2012-2019 Naxos Deutschland Musik und Video Vertriebs-GmbH

Das Wunder der Heliane – Deutsche Oper Berlin
– Rauschhaftes auf neuer NAXOS DVD –

Michael Stange schreibt dazu bei IOCO:  Das Wunder der Heliane von Erich Wolfgang Korngold ist nun Dank des für musikalisches Gespür und Entdeckerfreude bekannten Labels NAXOS in ausgezeichneter Bild- und Tonqualität als DVD erhältlich.

Bild, Regie und die hohe musikalische Qualität der Aufführung erleichtern so das Eintauchen in dieses durch lange, statische und mythische Szenen geprägte Werk. So leistet die NAXOS DVD auch einen wichtigen Beitrag zu größeren Verbreitung dieser teilweise verkannten und unterschätzten Oper.

Musikalisch kommt die Aufführung einem Wunder nahe. Marc Albrecht und das Orchester der Deutschen Oper Berlin bieten einen flirrenden Klang, der die Sinnlichkeit und die reiche Instrumentation der Oper offenbart. Die dramatischen, aber auch die sirrenden sowie die gleichsam sakralen Passagen werden in umwerfenden Klangfülle und -schönheit dargeboten….Die vollständige Rezension finden Sie auch HIER!

—| IOCO Aktuell Deutsche Oper Berlin |—

BLAUBART oder der Schlüssel zur Verdammnis, IOCO-Serie, Teil 3, 12.12.2020

 Charles Perrault Versailles - 1628-1703 © Wikimedia Commons / Alonzo de Mendoza

Charles Perrault Versailles – 1628-1703 © Wikimedia Commons / Alonzo de Mendoza

BLAUBART oder der SCHLÜSSEL ZUR VERDAMMNIS

Blaubart – La BarbeBleue ::: Peter M. Peters führt  IOCO-Leser in vier Folgen ein in die Geschichte, die Geheimnisse, die Mythen um eine Phantasiefigur

Bereits erschienen:

Teil 1: Blaubart und die unerfüllte Liebe – link HIER
Teil 2: Freier Lauf für die Fantasie …..link HIER

von Peter M. Peters

Teil 3 – Der Schlüssel zum Geheimnis

André Grétry und Michel-Jean Sedaine (1789)

Seit der 1773 uraufgeführten Oper Le Magnifique hat der Komponist André (Ernest-Modeste) Grétry (1741-1813) mit dem Textdichter Michel-Jean Sedaine (1719-1797) zusammen gearbeitet. Im Gegensatz zu Jean-François Marmontel (1723-1799), der ihm sein erstes Libretto zur Verfügung gestellt hatte, konnte der sich besser im Schatten des Musikers halten. Aus ihrer Zusammenarbeit gingen insbesondere Richard Coeur de Lion (1785) und Guillaume Tell (1791) hervor. Blaubart nannte sich auch Raoul Barbe-Bleue und wurde am 2. März 1789 in Paris im Salle der Opéra Comique zum ersten Mal aufgeführt (damals wurde der Saal mehrmals umbenannt: Comédie Italienne, Théâtre Italien oder Salle Favart). Musikalisch scheint das Werk repräsentativ für den Stil von Grétry zu sein, obwohl allgemein angenommen wird; dass er sich zu diesem Zeitpunkt nicht in seiner brillantesten Inspirationsphase befand. Wir bemerken jedoch die wichtige Rolle, die dem Orchester im Hinblick auf eine interessante durchdachte Instrumentierung eingeräumt wird. Wir erkennen dies während des Trios im dritten Akt, wo die Musik  vor Hector Berlioz (1803-1869) den Galopp der Pferde und bis hin zu den Staubwolken, die sie aufwerfen, imitiert. Nur der Titel erwähnt ausdrücklich den Fabelcharakter von Charles  Perrault. Zu keinem Zeitpunkt ist von seinem Bart oder dem Ekel, den sein Aussehen herrufen könnte, die Rede. Die bis jetzt anonyme Frau findet hier einen Namen, Isaure, sowie eine ziemlich detaillierte Psychologie. Die Zahl der toten Frauen beträgt hier drei. Es ist interessant festzustellen, dass der Vater einer der getöteten Frauen, derjenige ist, der Blaubart in das Jenseits befördert und nicht einer der Brüder; zudem ist wenig symphatisch, dass die Mutter in eine Rolle als Kupplerin versetzt wird. Die radikalste Veränderung betrifft Sœur Anne, die hier ein Mann wird, Vergy. Dieses Thema am Vorabend der revolutionären Turbulenzen konzipiert  mit der Versammlung der États Généraux und dem öffentlich ausliegenden Reklamations- und Beschwerdebuch: Hier können wir eine Kritik des Absolutismus und der Allmacht der Feudalherren sowie die Verteidigung einer Aristokratie sehen, die auf Großzügigkeit und Mut beruhte (die Rolle des Vergy, der schließlich Isaure heiratete). Dies erklärt sicherlich warum das Werk während der Revolution im Repertoire der Theater verbleiben konnte, um dann im 19. Jahrhundert von den Bühnen zu verschwand.

André Grétry © Wikimedia Commons (BM 1893,0123.9)

André Grétry © Wikimedia Commons (BM 1893,0123.9)

Frédéric Dupetit Méré – Nicolas Brazier (1823)

Dieser Blaubart ist nur ein Beispiel für die Popularität der Märchen von Charles Perrault (siehe Teil 1 dieser Serie) in ihrer Adaptation für das Unterhaltungstheater im gesamten 19. Jahrhundert. Der Geschmack für das Wunderbare und durch die Ausführung komplizierter Effekte in den Inszenierungen, findet ein Jeder seine Freude in einer Reihe von Pantomimen, Melodramen, Vaudevilles, Folies (Narrheiten) und Folies-Fééries (verzauberte Torheiten). Barbe-Bleue Folie-Féérie in zwei Akten von Nicolas Brazier (1783-1838) und Frédéric Dupetit-Méré (1785-1827), ein großes Spektakel mit erotischen Tänzen und frechen Liedern wurde am 24 Mai 1823 zum ersten Mal in Paris im Théâtre de la Gaité aufgeführt. Es muss zunächst bemerkt werden, dass in dieser Art von Spektakeln es üblich war, entscheidende Eingriffe auszuführen wie hier z.B. das Erscheinen einer Elfe, der Elfe Ninette mit ihrem kleinen Freund, dem Geist in rosiger Farbe (zum Gegensatz des blauen Bartes?). So kann das Fantastische eine Inkarnation unter den Augen der Zuschauer finden. Ebenso wird das Geheimnis des Bartes erklärt: Hier wird wie in den Haaren des Samson (12. Jahrhundert bevor J.C.) magische Kräfte entdeckt. Jede Ablation markiert eine Rückkehr zur Normalität. Der Sire de Fanfignac-Barbe-Bleue, der mit dem lächerlichen Spitznamen Mimi Cruel versehen ist, hat überhaupt nichts Fürchterliches an sich. Er ist weder kriminell noch polygam, denn er hat tatsächlich nur eine Frau geheiratet, die hier wieder Isaure de Valbon genannt wird. Im Vergleich zur Fabel wurden andere Veränderungen vorgenommen. Der verbotene Raum wird zu einer gewölbten Galerie am Ende des Parks. Der goldene Schlüssel ist nicht mit Blut befleckt, jedoch wird er bronzefarben und hat bei der Entdeckung des Geheimnisses natürlich seinen Wert verloren. Schließlich ist der Turm nichts weiter als ein Balkon, auf dem Sœur Anne klettert. Letzte Bemerkung zur Struktur dieser Folie-Féérie: Die gesprochenen Passagen wechseln sich mit den Gesungenen ab, jedoch nicht mit Originalmusik; sondern zu bekannten parodierten Arien aus berühmten zeitgenössischen Opern (Fernand Cortes, Le Calife de Bagdad, Richard Cœur de Lion…).

Raoul Barbe-Bleue – André Grétry – hier ton souvenir fera le malheur de ma vie
youtube Trailer Chantal Santon Jeffery
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Armand Limnander  – Jules-Henri Vernoy de Saint-Georges (1851)

Die Premiere von Raoul Barbe-Bleue de Grétry war der Sturm auf die Bastille nur wenige Monate vorausgegangen, Le Château de la Barbe-Bleue von Armand Limnander de Nieuwenhove (1814-1892) mit dem Libretto von Jules-Henri Vernoy de Saint-Georges (1799-1875) ist am 1. Dezember 1851 zum ersten Mal in Paris aufgeführt worden. Am gleichen Tage vollzieht Louis-Napoléon Bonaparte (1808-1873) einen Staatsstreich und so können wir uns leicht vorstellen, dass die neue Produktion an der Opéra Comique gegen ein solches politisches Ereignis nicht kämpfen konnte. Zwei Jahre zuvor hatte Limnander erfolgreich Les Monténégrins aufgeführt, ein Musikdrama in drei Akten, zu dem Gérard de Nerval (1808-1855) das Libretto schrieb. Danach wird Limnander in gewisser Weise der offizielle Komponist der belgischen Monarchie, für die er mehrere Werke mit religiöser Inspiration schreiben wird. Zu diesem Anlass ließ sich Saint-Georges von einem Roman von Eugène Sue (1804-1857) Le Morne au Diable inspirieren. Ein paar Worte zu dem Inhalt: Gaston de Rochambault reist nach Indien, um das Erbe eines seiner Onkel in Empfang zu nehmen. Auf seiner Reise erinnert er sich an eine flüchtige Begegnung mit einer wunderschönen Frau, die er am Hofe von Versailles singen hörte, indem sie sich gleichzeitig mit der Harfe begleitete. Als er in der Nähe von Madras an Land geht, hört er viele Gerüchte über eine fremde seltsame Schlossbesitzerin. Ihr Alter sowie ihr Gesicht sind geheimnisvoll und unbekannt und man wundert sich über den äußerst erschreckenden Konsum an Ehemännern (?). Um das verfluchte Schloss herum zirkulieren alle Arten von gefährlichen und dunklen Hintermännern, die in schmutzige Geschäfte verwickelt sind, jedoch hört er hier auch wieder die liebliche Stimme aus Versailles und Erinnerung werden wach… Im letzten Akt werden wir endlich das Geheimnis erfahren, dass sich unter dem Deckmantel von Barbe-Bleue, Comtesse de Lancastre versteckt, die Nichte des König Jacques II (1633-1701) von England, den der französische König Louis XIV (1636-1715) Exil gab.

Wie wir sehen können, sind wir hier weit von Perrault entfernt. Blaubart ist eine Frau ohne Bart geworden und ihre mehrfachen Ehen sowie ihre Verbrechen sind nicht mehr als Illusionen. Das Wesentliche bleibt jedoch: Das Geheimnis oder genauer gesagt die Beziehung einer Gesellschaft zu einem Individuum, das anscheinend seine Regeln nicht respektiert. Wir wissen dass es reich und mächtig ist, aber sein Leben basiert auf einem Geheimnis. Das Schloss, in dem die Comtesse de Lancraste vorübergehend residiert, hat sicherlich nichts vom Schloss Lacoste des Marquis de Sade, aber in der populären Vorstellung erscheint es dennoch wie eine Räuberhöhle oder gar eine höllische Mördergrube. Ein solches Libretto hätte zu einer echten Umkehrung des Mythos führen können. Aber der Roman von Eugène Sue adaptiert von Saint-Georges hält sich an eine banale Bildsprache, schmeichelt dem Geschmack der Zeit durch die Geschichte (die Handlung findet im 17. Jahrhundert statt und bezieht sich auf Menschen, Fakten mit realen Ereignissen) und einer kitschigen Exotik, richtig erzählt, wäre das bereits eine Flucht in Zeit und Raum, zu der die romantische Faszination für mysteriöse Schlösser und Burgen und die Charaktere der Revoltierenden hinzukommt.

Blaubart von Jacques Offenbach
youtube Trailer Komische Oper Berlin
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Jacques Offenbach, Meilhac et Halévy (1866)

Jacques Offenbach in Montmartre © IOCO

Jacques Offenbach in Montmartre © IOCO

Mit dieser Komischen Oper in drei Akten und vier Bildern, die am 5. Februar 1866 im Pariser Théâtre des Variétés uraufgeführt wurde, haben wir einen schon bekannteren Boden erreicht. Dieser Blaubart ist zeitgemäß mit den größten Erfolgen des „Dreigestirn“, die Jacques Offenbach, Henry Meilhac (1831-1897), Ludovic Halévy (1834-1908) formten: La Belle Hélène (1864), La Vie parisienne (1866), La Grande Duchesse de Gérolstein (1867). Zwischen Perrault und Offenbach gab es offensichtlich eine ganze Reihe populäres und verblüffendes Musiktheater, bei denen Blaubart oft seine ganze Pracht verlor und die „Kinder im Paradies“ zum schallenden Lachen und fröstelnden Schaudern brachte. Wie in der Folie-Féérie von Frédéric und Brazier war die ursprüngliche Geschichte zumindest allgemein bekannt und das Talent neuer Bearbeiter bestand vor allem darin, die Spuren zu verwirren, indem sie hier und da unerwartete Charaktere erfanden, was wir eine Ablenkung und Umgehung des eigentlichen Objektes bezeichnen möchten. So konnte sich der Bart, der Schlüssel oder der Turm für die absurdesten Variationen eignen. Meilhac und Halévy kannten äußerst gut diese glücklichen Pfründe und sie waren bestens vertraut mit der neuesten Geschmacksmode des 19. Jahrhundert. Dieser neue Blaubart unterscheidet sich jedoch von den anderen, denn das Mysterium und das große Showtheater ist nicht mehr gefragt. Andererseits ist ständig ein Hauch von Erotik aber ohne jegliche Dunkelheit vorhanden, jedoch schwebt ein wenig Schwermut und Bitterkeit darüber.

 Henry Meilhac auf Montmartre Paris © IOCO

Henry Meilhac auf Montmartre,  Paris © IOCO

An seiner Haltung denkt man spontan an Don Juan von Jean-Baptiste Molière (1622-1673), jedoch unserer falscher komischer Held hat keine Angst sich als Verbrecher darzustellen, um besser seiner eigenen Moral zu folgen: Das Begehren fleischlicher Lust! „Ich finde dass etwas poetisches in meinem Charakter istIch mag keine Frau, ich liebe alle Frauen … indem ich mich ausschließlich an eine von ihnen gebunden habe, meine ich das ich alle Anderen beleidigt habe…Fügt man die Skrupel hinzu, die mir nicht erlauben zu glauben, dass es zulässig ist eine Andere als die legitime Ehefrau zu nehmen.“ Doch vor ihm steht die beliebte Boulotte mit einer robusten populären Volksgesundheit und die sich nicht mit irgendwelchen Vorurteilen befasst, sie nimmt Jeden, der ihr gefällt. Dennoch ist sie es, die vom Dorf als die > Jungfrau mit dem Rosenstrauch < bezeichnet wird und sie bleibt auch die einzige Frau von Blaubart. Die fünf vorherigen Frauen, die der Alchemist Popolani gerettet hatte und sich damit einen netten kleinen persönlichen Harem bildete. Aber jedoch die Damen zögerten nicht um sich schnellstens mit fünf Höflingen zu verheiraten, die der König Bobèche verurteilt hatte. Auch ist es höchstwahrscheinlich sicher, dass die Königin Clémentine nicht auf sich warten ließ, um ihren königlichen Gatten mit Alvarez zu betrügen. Es sind daher die Institutionen der Ehe, die in diesem komischen Stück auf den Kopf gestellt werden und mehr noch das kirchliche Dogma der weiblichen Jungfräulichkeit. Gehen wir diesen Weg nicht weiter, denn die Musik von Offenbach ist auch dazu da zu behaupten, dass die großen Ideen am Ende nicht viel ausmachen. Der springende Punkt ist, dass > es glücklich endet < und die Loyalität zu Perrault nicht mehr Existenzberechtigung hat als die einfache eheliche Treue. Vermisst ist Schwester Anne und ihr Turm. Von dem Schlüssel bleibt nichts übrig, nicht die geringste Anspielung und es ist nicht einmal die Neugier da, ob die neue Frau von Blaubart dem Risiko des Todes ausgesetzt ist. Nur der Wunsch ihres Mannes, in gerechter Ehe eine siebente Frau zu heiraten und es ist kaum möglich, dass Boulotte bei ihrer Hellseher-Nummer Blut am Ring der Neuvermählten sah!

Blaubart  – vorgestellt von Barrie Kosky und dem Ensemble
youtube Trailer Komische Oper Berlin
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La Légende de Barbe-Bleue von Charles Lecocq (18321918) und dem Librettisten Richard O’Monroy (1849-1916) ist ein Pantomimen-Ballett mit Chor in drei Bildern, das am 12. Mai 1898 auf der Bühne des Pariser Olympia uraufgeführt wurde. Die Loyalität zu Perrault ist dort deutlicher als in der Komischen Oper von Offenbach zu spüren. Aber die Gesetze einer leichteren Unterhaltungsart wollen auch hier keine wirklichen Morde auf der Bühne. Die vorherigen Frauen werden zu Statuen versteinert, jedoch wieder lebendig werden sie fast zu Rachegöttinnen. La Légende de Barbe-Bleue, die im ersten Bild gesungen wird, erzählt von den großen Qualitäten der sechs vermissten Frauen. Auf der anderen Seite geht es nicht mehr um Schwester Anne und es ist Rosalinde selbst, die den Horizont absucht. Die beiden Brüder Gondebaud und Enguerrand spielen eine Rolle, während es dem zukünftigen Ehemann Jehan von Anfang an leid tut, dass ihm diejenige genommen wird, die er liebt. Die Persönlichkeit von Blaubart bleibt konventionell und es wird kein Versuch unternommen, das Motiv seiner Handlungen zu erklären. Die große Originalität dieses Blaubart liegt tatsächlich in der Personifizierung des kleinen Schlüssel und der Beziehung zwischen Blaubart und Rosalinde, wenn es darum geht, das Kabinett zu entschlüsseln. Wir sind dort im Kontext eines Pantomimen-Ballett, wo das Wesentliche durch Bewegung und Geste gesagt werden muss.

Blaubart hier vom Styriarte Festival in Graz
youtube Video von Elisabeth Kultmann
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Das Märchen von Charles Perrault bietet somit den Rahmen für alle Arten von Variationen mit unaufhörlichen Veränderungen der Atmosphäre (der Tanz der kleinen Hofnarren kommt z.B. vor der Szene des Briefes). Aber ist es nicht das Ziel eines solchen Spektakel, dem Publikum in erster Linie das charmante Regiment der > Girls < zu präsentieren, die verkleidet als erotische Fledermäuse oder als bildhübsche Bäuerinnen erscheinen? Das gesamte dritte Bild konzentriert die verschiedenen Themen typisch für die Belle Époque (Militärmarsch, Bauernballett, Hochzeitszug), die jedoch ohne Interesse für die Original-Geschichte sein soll, jedoch aber einen wichtigen Unterhaltungsfaktor für das Publikum hinzufügen. PMP-20/11/20-3/4

BLAUBART oder der Schlüssel zur Verdammnis, IOCO – Serie

 Blaubart – La BarbeBleue –  IOCO-Serie von Peter M. Peters – Teil 4 folgt hier am 19.12.2020  –   Freiheit oder Tod … Optimismus oder Pessimismus 

—| IOCO Buchbesprechung |—

Berlin, Komische Oper, Wettbewerb für Umbau und Sanierung entschieden, IOCO Aktuell, 24.11.2020

November 24, 2020  
Veröffentlicht unter Hervorheben, IOCO Aktuell, Komische Oper Berlin, Oper

Komische Oper Berlin

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum heute © Gunnar Geller

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum heute © Gunnar Geller

 Komische Oper Berlin  – Neubau – Kosten €227 Mio

Wettbewerb für Umbau, Sanierung, Kosten entschieden

Der Wettbewerb für Umbau und Sanierung der Komischen Oper Berlin ist entschieden; Im Anschluss an den unten beschriebenen und entschiedenen Wettbewerb wird ein formalisiertes Verhandlungsverfahren unter Berücksichtigung weiterer Auswahlkriterien durchgeführt und über die konkrete Auswahl und Beauftragung eines Generalplanungs-teams verhandelt, welches im zweiten Quartal 2021 in die konkrete Planung einsteigen soll. Nach Auszug des Ensembles der Komischen Oper Berlin ist geplant, das Bestandsgebäude im Sommer 2023 für vertiefte Bestandsuntersuchungen und die Vorbereitung und Durchführung der Baumaßnahmen an die Bauverwaltung zu übergeben.

Entscheidungsgründe für den, die Sieger

Das Projekt setzt auf einen plastisch gegliederten und in Materialisierung differenzierten Gebäudekörper, der von der Behrenstrasse bis Unter den Linden greift. Die verschiedenen Vor- und Rücksprünge aktivieren die bislang unterbewertete Glinkastraße, indem eine Reihe von Eingängen angeordnet sind: Café-, Bühnen- und Mitarbeiterrestauranteingang. Besonders überzeugend ist die Anordnung und Gestaltung der Tageskasse an Unter den Linden: Ein schmaler gläserner Körper öffnet sich einladend zur Straße, die Komische Oper erhält dadurch eine prominente Adresse an einer der bedeutendsten Straßen Berlins. Das Motiv für diese hohe Plastizität finden die Verfasser im Bestandsgebäude, genauer im Eingangsportal der Komischen Oper, die über den Materialwechsel von Sandsteinplatten zu dunklem Zinkblech eine starke Markierung erfährt. Die genannten Vor- und Rücksprünge enthalten im Innern von Norden nach Süden: das Café und die Tageskasse, die Probebühne I sowie den Orchesterprobenraum und schließlich das Mitarbeiterrestaurant. Diese Anordnung ist funktional überzeugend, da der Anbau jeweils an bestehende Nutzungen im Bestandsgebäude anschließen kann.

Komische Oper Berlin / Visualisierung des Entwurfs von kadawittfeldarchitektur, Aachen © kadawittfeldarchitektur

Komische Oper Berlin / Visualisierung des Entwurfs von kadawittfeldarchitektur, Aachen © kadawittfeldarchitektur

Staatsoper Unter den Linden – Finanzielles wie zeitliches Sanierungsdesaster

Die Sanierungen großer deutscher Theater, der Oper Köln (IOCOArtikel hier: Oper Köln „Hort von Pleiten, Pech und Pannen), der Elbphilharmonie Hamburg wie der Staatsoper Unter den Linden Berlin waren hinsichtlich der geplanten Kosten und Zeirahmen große Desaster. So sollte die Sanierung  der Ende 2009 geschlossenen Staatsoper Unter den Linden ursprünglich €239 Mio betragen; es wurden €440 Mio. Die Wiedereröffnung der Staatsoper war zunächst für Herbst 2013 (Bauzeit 4 Jahre) geplant: tatsächlich fand sie im Herbst 2017, nach 8 Jahren statt. IOCO begleitete das langjährige Chaos um die kleinste Staatsoper der Welt, 1396 Plätze –  HIER der IOCO Bericht 2013 zur Sanierung:    Veni, Wowi, Wirrwarr

Der Wettbewerb 2020 –  Umbau und Sanierung der Komischen Oper  

 Einzelheiten des Wettberwerbs und der Sieger

Der Gebäudekomplex der Komischen Oper Berlin soll saniert, modernisiert und erweitert werden. Ziel des nun entschiedenen Wettbewerbs war es, gestalterisch, funktional und wirtschaftlich überzeugende Entwürfe zu erhalten, die sich architektonisch mit dem denkmalgeschützten Ensemble auseinandersetzen und die Komische Oper Berlin als Solitär im Stadtraum wirken lassen. Im Rahmen des Wettbewerbes überzeugte der Entwurf von kadawittfeldarchitektur aus Aachen die Jury.

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher: „Ich bin glücklich, dass wir trotz genauer Einhaltung strenger Abstands- und Hygieneregeln das Preisgericht durchführen konnten. Noch glücklicher bin ich, dass eine fast unlösbar scheinende Aufgabe einen Entwurf hervorgebracht hat, der alles erfüllt, was wir uns wünschten. Ein markantes Gebäude, eine prominente Adresse an der Straße Unter den Linden, eine öffentliche Aufwertung entlang der Glinkastraße, einen denkmalverträglichen Umgang mit dem Bestandsbau, für die Mitarbeitenden der Komischen Oper Berlin hervorragende Arbeits- und Probebedingungen und für die Identität der Komischen Oper Berlin ein Gebäude, das Innovationskraft, Wandelbarkeit und Offenheit gegenüber der Stadtgesellschaft signalisiert.“

Kulturstaatssekretär Dr. Torsten Wöhlert ist sehr zuversichtlich, dass das Ergebnis des internationalen Wettbewerbs der erfolgreiche Start eines ambitionierten Zukunftsprojekts ist: „Der Siegerentwurf hat mich voll überzeugt: Hier entsteht nicht nur anspruchsvolle Architektur die sich im Erweiterungsbau der Komischen Oper Berlin an der Glinkastraße wiederfinden wird, schön anzusehen im Ensemble der Stadt. Hier wird kluge Architektur realisiert – einschließlich der umfänglichen Revitalisierung des denkmalgeschützten Opernhauses im Bestand – die den Anforderungen an modernste Opern-Bühnen mehr als gerecht wird.“

Barrie Kosky, Regisseur in Paris, auch Intendant der Komische Oper Berlin © IOCO

Barrie Kosky, Regisseur in Paris, auch Intendant der Komische Oper Berlin © IOCO

Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, Barrie Kosky: Obwohl oder gerade weil wir derzeit in einer Pandemie leben, ist es sehr wichtig, über die Zukunft nachzudenken und von ihr zu träumen. Daher freut es mich überaus, dass wir mit dem Siegerentwurf bereits heute die Zukunft der Komischen Oper Berlin gestalten können. Dieser wunderbare, sinnliche und zugleich funktionale Entwurf von kadawittfeldarchitektur erfüllt alle für die Komische Oper Berlin wesentlichen Kriterien: Er präsentiert sich als vielfältiges Chamäleon, als ein Haus der Metamorphosen, der Diversität und der Innovation. Er tritt in Dialog mit der Geschichte der Komischen Oper Berlin und lässt drei Jahrhunderte wie ein Kontrapunkt in- und auseinanderfließen: den Zuschauerraum des Metropol-Theaters, die Nachkriegsarchitektur von Felsensteins Komischer Oper und das 21. Jahrhundert. Und er schafft einen Ort für das Musiktheater des 21. Jahrhunderts: Einladend, zugewandt und offen – nach innen und in die Straßen der Stadt hinein.

Blaubart – Barrie Kosky – Walter Felsenstein würdigend – IOCO Rezension
youtube Trailer Einführung der Komischen Oper Berlin
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Walter Felsenstein würdigend – IOCO Rezension

Mit diesem Entwurf erhalten die Komische Oper Berlin, ihr Publikum und die Stadt Berlin neue Proben- und Arbeitsräume, Foyers, Restaurants und Terrassen und damit einen Begegnungsort für Künstler*innen und Zuschauer*innen an einer der prominentesten Adressen der Stadt. Der Siegerentwurf war von Anfang an unser Favorit und ich freue mich sehr über dieses Ergebnis. Herzlichen Glückwunsch, kadawittfeldarchitektur!“

An exponierter Stelle in der Berliner Mitte, im historischen Stadtzentrum zwischen der Straße Unter den Linden und der Behrenstraße ist die Komische Oper ein wichtiger Teil der Berliner Opern- und Kulturlandschaft.

Der bauliche und technische Zustand des Gebäudes entspricht jedoch schon seit langem nicht mehr den Anforderungen an einen zeitgemäßen Kulturbetrieb. Die bühnentechnische Ausstattung basiert auf dem Stand des Wiederaufbaus Mitte der 1950-er Jahre bzw. der Erstausstattung der 1967-er Jahre. Trotz des schlechten baulichen Zustands und der dürftigen technischen Ausstattung überzeugt die Komische Oper Berlin mit ihrem klaren künstlerischen Profil, breitem Repertoire und der hohen künstlerischen Qualität der Aufführungen national wie auch international.

Gegenstand des zweiphasigen Realisierungswettbewerbs war der nachhaltige Umbau des denkmalgeschützten Gebäudeensembles und dessen Erweiterung zu einem modernen, zukunftsorientierten Opernhaus. Die Planung soll unter dem Aspekt des Nachhaltigen Bauens im Sinne eines innovativen Energie- und kosteneffizienten Gebäudekonzeptes erfolgen.

Das Programm umfasst insgesamt ca. 20.000 m² Nutzungsflächen, davon sind ca. 8.600 m² in Neubauflächen unterzubringen. Für die Baumaßnahme liegt ein geprüftes und genehmigtes Bedarfsprogramm vom April 2018 mit Gesamtkosten von 227.000.000,- Euro (brutto, Index Feb/18) vor. Das Bauvorhaben wird aus Mitteln des Landes Berlin finanziert.

In der ersten Phase wurden aus 63 ausgewählten Entwürfen 16 Arbeiten zur weiteren Bearbeitung der zweiten Phase ausgewählt. Die Wettbewerbsjury unter Vorsitz des Stuttgarter Architekten Stefan Behnisch entschied nach ausführlicher Diskussion über die 3 Preisträger und 3 Anerkennungen. Im Anschluss an den Wettbewerb wird mit den 3 Preisträgern ein formalisiertes Verhandlungsverfahren unter Berücksichtigung weiterer Auswahlkriterien durchgeführt und über die konkrete Auswahl und Beauftragung eines Generalplanungsteams verhandelt, welches im zweiten Quartal 2021 in die konkrete Planung einsteigen soll. Nach Auszug des Ensembles der Komischen Oper Berlin ist geplant, das Bestandsgebäude im Sommer 2023 für vertiefte Bestandsuntersuchungen und die Vorbereitung und Durchführung der Baumaßnahmen an die Bauverwaltung zu übergeben.

La Bohème – Einführung von Regisseur Barrie Kosky
youtube Trailer Komische Oper Berlin
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Die Wettbewerbsjury entschied wie folgt:

1. Preis – Arbeit 1008 160.000 €
Architektur: kadawittfeldarchitektur
Aachen Tragwerksplanung: wh-p GmbH
Beratende Ingenieure, Berlin
Technische Ausrüstung Ingenieurbüro Nordhorn GmbH Co. KG, Münster

2. Preis – Arbeit 1014 110.000 €
Architektur: BE Berlin GmbH,
Baumschlager Eberle Architekten, Berlin
Technische Ausrüstung Stefan Ballmer, Berlin

3. Preis – Arbeit 1001   70.000 €
Architektur: AFF + Topotek 1, Berlin / Zürich Tragwerksplanung: Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Basel     Technische Ausrüstung Buro Happold Limited, Bath

4. Anerkennung – Arbeit 1004   30.830 €
Architektur: JSWD Architekten, Köln / Gina Barcelona Architects, Barcelona
Tragwerksplanung: Werner Sobek AG, Stuttgart
Technische Ausrüstung ZWP Ingenieur-AG, Köln

5. Anerkennung – Arbeit 1010   30.830 €

Architektur: OMA International B. V., Rotterdam
Tragwerksplanung: Buro Happold GmbH, Berlin
Technische Ausrüstung Buro Happold GmbH, Berlin

6. Anerkennung – Arbeit 1013   30.830 €
Architektur: gmp Generalplanungsgesellschaft, Berlin Tragwerksplanung: Pfeifer Interplan, Cottbus Technische Ausrüstung gmp Generalplanungsgesellschaft, Berlin

Aus der Beurteilung des Preisgerichts zum 1. Preis von kadawittfeldarchitektur, Aachen

Das Projekt setzt auf einen plastisch gegliederten und in Materialisierung differenzierten Gebäudekörper, der von der Behrenstrasse bis Unter den Linden greift. Die verschiedenen Vor- und Rücksprünge aktivieren die bislang unterbewertete Glinkastraße, indem eine Reihe von Eingängen angeordnet sind: Café-, Bühnen- und Mitarbeiterrestauranteingang. Besonders überzeugend ist die Anordnung und Gestaltung der Tageskasse an Unter den Linden: Ein schmaler gläserner Körper öffnet sich einladend zur Straße, die Komische Oper erhält dadurch eine prominente Adresse an einer der bedeutendsten Straßen Berlins. Das Motiv für diese hohe Plastizität finden die Verfasser im Bestandsgebäude, genauer im Eingangsportal der Komischen Oper, die über den Materialwechsel von Sandsteinplatten zu dunklem Zinkblech eine starke Markierung erfährt. Die genannten Vor- und Rücksprünge enthalten im Innern von Norden nach Süden: das Café und die Tageskasse, die Probebühne I sowie den Orchesterprobenraum und schließlich das Mitarbeiterrestaurant. Diese Anordnung ist funktional überzeugend, da der Anbau jeweils an bestehende Nutzungen im Bestandsgebäude anschließen kann.

Die Bürogeschosse sind als eigenständiger Baukörper mit Pfosten-Riegel-Fassade ausgebildet und schließen die volumetrische Komposition nach oben hin ab.

Insgesamt ist ein inhaltlich reicher und anregender Entwurf gelungen, der eine hohe Sinnlichkeit aufweist. Lobenswert ist die Vielzahl der öffentlichen Orte mit hoher Aufenthaltsqualität: Neben dem Vorplatz an Unter den Linden sind dies die Außenräume entlang der Glinkastraße sowie der erweiterte Straßenraum an der Behrenstrasse. Besonders sind auch die beiden Terrassen zu erwähnen, die das Raumangebot der Komischen Oper Berlin für Mitarbeiter*innen und Besucher*innen bereichern. Ausstellung zu den Wettbewerbsarbeiten

Die Wettbewerbsarbeiten beider Phasen werden in der Zeit vom 15.11. – 26.11.2020 täglich von 12:00 bis 19:00 Uhr ausgestellt. Die Ausstellung findet statt in der Messe Berlin, Halle 7.2a, Messe Süd, Berlin

—| IOCO Aktuell Komische Oper Berlin |–

Berlin, Staatsoper Unter den Linden, Matthias Schulz – Intendant bis 2024, IOCO Aktuell, 20.11.2020

Staatsoper unter den Linden

Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschläger

Staatsoper Unter den Linden – Im Traum © Max Lautenschläger

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Senatsverwaltung für Kultur und Europa

  Matthias Schulz als Intendant  bis 2024 bestätigt

Matthias Schulz, *1977 in München, ehemals Konzertchef der Salzburger Festspiele, wurde zur Vorstellung der Spielzeit 2017/18 der Staatsoper Unter den Linden, in der Jahrespressekonferenz im Mai 2017 erstmals prominent der Öffentlichkeit vorgestellt: (IOCO berichtete damals – link HIER). Zunächst als Co-Intendant  mit Jürgen Flimm beginnend, übernahm Matthias Schulz  zum 1.4.2018 die alleinige Intendanz der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Matthias Schulz war und ist Vorstandsmitglied verschiedener Festivals sowie Jurymitglied internationaler Wettbewerbe.

Staatsoper Unter den Linden / Matthias Schulz _ Intendant © Martin Lengemann _ Welt24

Staatsoper Unter den Linden / Matthias Schulz _ Intendant © Martin Lengemann _ Welt24

Vertragsverlängerung bis 2024

Der Stiftungsrat der Stiftung Oper in Berlin“ hat nun der Vertragsverlängerung mit Matthias Schulz als Intendant der Berliner Staatsoper zugestimmt. Damit wird Matthias Schulz weitere vier Jahre bis 2024 die Berliner Staatsoper Unter den Linden leiten.

Die Vertragsverlängerung bedeutet für das Opernhaus ein Signal größtmöglicher Kontinuität und Stabilität in gegenwärtig herausfordernden Zeiten.

 Staatsoper Unter den Linden / 2017:  Flimm, Barenboim, Schulz © IOCO

Staatsoper Unter den Linden / 2017:  Flimm, Barenboim, Schulz © IOCO

Der Senator für Kultur und Europa und Stiftungsratsvorsitzende Dr. Klaus Lederer:   Matthias Schulz hat nach der langen Sanierungsphase des Hauses Unter den Linden den Umzug der Staatsoper zurück an ihren Stammsitz und die damit verbundene Neupositionierung des Opernhauses in der internationalen Musikszene erfolgreich mitgestaltet. Ich freue ich mich auch deshalb persönlich sehr, dass ich Matthias Schulz für eine Verlängerung gewinnen konnte und er nun für vier weitere Jahre bleibt. Ich bin überzeugt, dass er der Richtige ist, die Staatsoper auch weiterhin mit Geschick und der gebotenen Weitsicht zu führen.“

„Stiftung  Oper in Berlin“

Am 01.01.2004 wurde die „Stiftung Oper in Berlin“ mit den fünf eigenständigen Betrieben Deutsche Oper Berlin, Komische Oper Berlin, Staatsoper Unter den Linden, Staatsballett Berlin und dem Bühnenservice Berlin gegründet. Hinzu kommt das Stiftungsdach mit der Generaldirektion, dem Personalservice und der Finanzbuchhaltung. Sämtliche stiftungsübergreifende Bereiche sind seit Herbst 2010 in dem neu gestalteten Standort „Am Wriezener Bahnhof 1“ zusammengelegt – nicht nur der Bühnenservice mit den zentralen Dekorations- und Kostümwerkstätten der Stiftung, sondern auch die Abteilungen des Stiftungsdaches. Dieses Konzept der zentralen Theater-Werkstätten und der Konzentration wesentlicher Zentralfunktionen an einem Standort ist einzigartig.

Die drei Opern bleiben autonome Häuser mit eigenständigen künstlerischen Leitern – Matthias Schulz, Barrie Kosky, Dietmar Schwarz – und eigenen Etats. Dasselbe gilt für das Staatsballett unter kommissarischer Leitung von Dr. Christiane Theobald.

Und auch der Bühnenservice, in dem die Dekorations- und Kostümwerkstätten zusammengelegt sind, ist ein eigenständiger Betrieb unter Leitung von Rolf D. Suhl. Zwischen den künstlerischen Betrieben und dem Bühnenservice besteht ein Kontrahierungszwang. Danach sind die künstlerischen Betriebe während der Vertragslaufzeit verpflichtet, die vom Bühnenservice anzubietenden Leistungen, die eine kostendeckende Vergütung vorsehen müssen, in Anspruch zu nehmen.

Der Stiftungsrat hat sieben Mitglieder, die in regelmäßigen Abständen zusammen kommen: als Vorsitzenden den Kultursenator von Berlin Klaus Lederer, daneben den Finanzsenator Matthias Kollatz sowie vier vom Abgeordnetenhaus von Berlin gewählte Experten für künstlerische und wirtschaftliche Fragen und außerdem einen Arbeitnehmervertreter. Bis zum März 2021 wurden die ehemalige RBB-Intendantin Dagmar Reim, Intendantin der Bregenzer Festspiele, Elisabeth Sobotka, Heike Kramer vom Sparkassen- und Giroverband sowie Vera Gäde-Butzlaff, Aufsichtsratsvorsitzende der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH bestellt. Der Stiftungsrat ernennt die Intendanten, die Generalmusikdirektoren, die Geschäftsführenden Direktoren und den Generaldirektor der oben aufgeführten Häuser.

—| Pressemeldung Staatsoper unter den Linden |–

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