Augsburg, Theater Augsburg, Daniel Herzog – Corona – Theater – die Künstler, IOCO Interview, 29.12.2020

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Staatstheater Augsburg

 Staatstheater Augsburg   © Staatstheater Augsburg

Staatstheater Augsburg   © Staatstheater Augsburg

Daniel Herzog, Operndirektor –  im Gespräch mit Oxana Arkaeva über Corona und die Kultur

Daniel Herzog, *1968 in Kassel, einer Theaterfamilie entstammend, ist seit über 25 Jahren im Musiktheater tätig; so in Kassel, Dortmund, Darmstadt, Kiel, Trier, Kaiserslautern – anfangs als Regieassistent, seit 1999 als Regisseur. Von 2000 bis 2004 war Herzog Spielleiter am Staatstheater Darmstadt mit eigenen Inszenierungen. Ab der Spielzeit 2004/05 wurde er Chefdisponent und Leiter des Künstlerischen Betriebsbüros am Theater Kiel, um in dieser Funktion seine vielseitigen Erfahrungen sowohl im Künstlerischen als auch im Organisatorischen zu verbinden. Ab der Spielzeit 2007/08 bis 2012 war er Künstlerischer Betriebsdirektor und Chefdisponent am Theater Trier sowie bei den Antikenfestspielen Trier. Ab der Spielzeit 2012/13 wirkte Daniel Herzog als Künstlerischer Betriebsdirektor, Chefdisponent und Stellvertreter des Intendanten am Pfalztheater Kaiserslautern. Seit der Spielzeit 2017/18 wirkt Daniel Herzog als Operndirektor am Staatstheater Augsburg, unter der neuen Intendanz von André Bücker.

Staatstheater Augsburg / Operndirektor Daniel Herzog © Ulrich Wagner

Staatstheater Augsburg / Operndirektor Daniel Herzog © Ulrich Wagner

Daniel Herzog, Operndirektor –  hier im Gespräch mit Oxana Arkaeva über Corona und die Kultur

Oxana Arkaeva (OA): 1. Wie sind Sie ans Theater gekommen?

Daniel Herzog (DH): Es war vorbestimmt, dass mein Weg mich dahin führen wird. Meine Mutter war eine Opernsängerin und der Vater ein Orchestermusiker. Ich bin in meiner Geburtsstadt Kassel quasi im Theater gezeugt worden. Als mein Vater fast jeden Sommer in Bayreuth gespielt hat, war es für mich kein Problem 4 oder 5 Stunden in der Vorstellung zu sitzen. Bald stand die Frage: Wohin gehts? Auf oder hinter der Bühne? Und irgendwann war es klar: ich will hinter die Bühne. Und so habe ich meinen Weg, mittlerweile seit fast 30 Jahren, zuerst als Regieassistent, Regisseur, Spielleiter an einem Opernhaus begonnen. Bald hat es mich auf die organisatorische Seite verschlagen. Zuerst als Künstlerische Betriebsdirektor und aktuell, seit vier Jahren in meiner ersten Funktion als Operndirektor am Staatstheater Augsburg.

OA: 2. Wie hat die Leitung des Staatstheaters auf den Ausbruch der Pandemie reagiert?

DH: In Augsburg sind wir von Beginn an in einer Interimsspielstätte untergebracht, weil das große Haus bis 2026 saniert wird (d.h. Interimsspielstätte martini-Park). Das heißt, dass wir schon von Beginn an mit eingeschränkter räumlicher Situation konfrontiert wurden. Als Ende Februar die Pandemie den Einzug gehalten hat und die ganzen Einschränkungen eingetreten sind, waren wir zwei und halb Wochen vor der Premiere unserer Produktion Margarethe von Gounod entfernt. Am Anfang waren wir erst unvorbereitet, denn man wusste überhaupt von nichts. Anschliessend haben die Proben und Vorstellungen unterbrochen und versucht uns zu informieren, sowohl für unsere Künstler, aber auch für den gesamten Betrieb.

Corona und Kultur – Zeitzeugen berichten
Daniel Herzog – Staatstheater Augsburg – im Gespräch mit Oxana Arkaeva

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OA:  3. Musste der Spielbetrieb eingestellt werden?

DH: Über den Zeitraum vom März über April und Mai 2020 haben wir wirklich nie einen richtigen Lockdown gehabt. Wir haben zwar in den künstlerischen Bereichen keine Proben gehabt, aber die Mitarbeiter haben im Homeoffice weitergearbeitet. Wir haben relativ früh versucht, nachdem man die ersten Informationen bekommen hat, mit unserem Publikum in Kontakt zu treten und haben unterschiedliche digitale Formate vorbereitet. Zum Beispiel eine ganz tolle Aktion, die fast bis in den Juni ging: Eine Wunsch-Aktion, wo die Menschen sich bei uns melden und sich ein Lied, ein Gedicht, ein Tanz oder was Musikalisches wünschen, bzw. bestellen konnten. Für meine Sparte zum Beispiel haben die Sänger zu Hause mit einem Playback verschiedene Nummern eingesungen, und das wurde dann verschickt. Allerdings wurde uns bald klar, dass die Pandemie bis zum Sommer nicht vorbei sein wird. Wir haben dann eine Freilichtbühne, wo das Musical Kiss me Kate geplant war in Visier genommen. Die Bühne haben wir dann entsprechend eingerichtet und Ende Mai den Probebetrieb für die letzte Produktion vom Orpheus und Eurydike unter den Abstandsregeln wieder aufgenommen.

OA: 4. Wie hat die Theaterleitung die Sicherheit der Mitarbeiter gewährleisten können?

DH: Ein Vorteil der Interimssituation ist, dass wir im Haus einen eigenen Sicherheitsingenieur haben, der im Zusammenspiel mit der Betriebsärztin uns eine Gefahrenbeurteilung für jede Sparte vorbereiteten haben. Außerdem waren die Leiter aller Abteilungen angehalten, für sich und für seine Mitarbeiter eine Gefahrenbeurteilung zu erstellen. Zum Beispiel konkret in der Oper zu der Aerosol Thematik. Was heißt das?  Welche Räume können genutzt werden? Wo bestehen die Gefahren? Man hat schon im Homeoffice versucht sich diesbezüglich über die Monate zu erkundigen. So haben wir uns daran getastet und mit unserem Ensemble aber auch teilen vom Chor dazu entschlossen, den Probebetrieb erst mal wieder aufzunehmen. Gleichzeitig war es uns klar, dass wir im Sommer, in jedem Falle bis Ende Juni die Freilichtbühne bespielen wollen. Zwar nicht mit einem Stück, das Abstand-technisch mit 120 Leute auf engstem Raum nicht möglich war, sondern mit einem Corona-Konzept. Zu der Zeit befanden wir uns in Deutschland in der Phase, wo nach zweieinhalb Monaten Sport erlaubt war und die Gaststätten wiedereröffnet wurden. Nachdem die Kunst und Kultur monatelang als nicht systemrelevant erachtet wurden (natürlich verstehe ich, was mit diesem Begriff gemeint ist: Dass es erst mal um den medizinischen Pflegedienst geht) und von den Trägern, aber auch der Politik irgendwie völlig heruntergespielt wurde, war für uns ganz klar, dass wenn Fußball gespielt werden kann, die Gaststätten geöffnet werden dürfen, sollte es uns mit einem Hygienekonzept möglich sein anstelle von 2000 Zuschauern vielleicht 300, 400 oder 500 Zuschauer zu haben.

OA: 5. Ist Ihr Konzept aufgegangen?

DH: Ja. Wir haben ein Konzept für eine Musical-Gala entwickelt, welche am Ende eine tolle Show geworden ist und 22-mal von dem 28. Juni bis zum 31. Juli 2020 gespielt wurde. Unser Konzept sah im Zuschauerraum 550 Leute vor. Allerdings zwei Wochen vor der Premiere war die Anzahl der Zuschauer Indoor auf 50 und Outdoor auf 100 beschränkt. Zum Ausgleich haben wir zusätzlich ab Juni auf dem Gelände des Interimstheaters im martini-Park eine Bühne aufgestellt und kleine Open Air Veranstaltungen aufgeführt. Eine Woche vor der Premiere der Gala waren es 200 Zuschauer gestattet und drei Tage vor der Premiere 550. Das war trotzdem toll. Wir hatten ein 19-köpfiges Orchester und waren zu dem Zeitpunkt im deutschsprachigen Raum, also in Deutschland, der Schweizund Österreich die einzigen, die eine 90 Minuten Show auf die Beine gestellt haben. Das, so glaube ich, war ein wichtiges Zeichen für den Erhalt von Kunst und Kultur. Weil es bei uns unter Sicherheits- und Hygienemaßnahmen so gut geklappt hat, wies das Staatstheater Augsburg in diesem Fall eine Vorreiterrolle auf, denn nach uns haben viele Veranstalter im August und September davon profitiert.

Musical-Gala des Staatstheater Augsburg
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OA:  6. Singen mit der Maske. Geht das?

DH: Für uns im Musiktheater stand, gebe ich zu, schon die Frage, ob und wie geht das? Aufgrund der Rückmeldungen müssten wir feststellen, dass man mit einer normalen Maske nicht singen kann. Es wir nass, durchlässig und unhygienisch. Und dann habe ich gesehen, dass es solche Kunststoffvisiere gibt, die man auch überziehen konnte. So haben wir uns entschieden, diese auszuprobieren. Allerdings stellte diese eine akustische Blockade dar. Wir haben versucht, eine Öffnung rein zu schneiden und mit einem Sicherheitsvlies, fixiert mit einem doppelten Klebeband von außen darauf zu kleben. Die Darsteller waren damit nach vorne geschützt und konnten sprechen und auch zu singen. So haben wir uns damit zunächst über die Monate Mai und Juni beholfen. Bald wurde es uns aber klar, dass auch diese keine Dauerlösung sein kann. Es hat dann den ganzen Sommer gedauert, bis wir eine sogenannte Singmaske entwickelt haben. Dafür bin ich bei einer Hutmacherin gelandet, einer Kollegin, die ich von ganz früher kannte. Letztendlich ist es uns tatsächlich gelungen, im Sommer eine Baumwollmaske zu entwickeln, die 3-lagig ist, den Abstand zum Mund hat, an der Nase über Silikonstreife fixiert ist und um den Kiefer so anliegt, dass die Sänger problemlos singen können. Nach dem Sommer haben wir die Masken unseren Sängern zum Ausprobieren gegeben und das ging gut. Ich weiß, dass mittlerweile anderen größeren Theatern, wo der Chor als Kollektiv nach wie vor nicht wirklich zum Einsatz kommt, an die Firma diesbezüglich angetreten sind und diese Masken bestellt haben, um damit sicher arbeiten zu können.

Daniel Herzog interview in english – link HERE!

OA:  7. Was wurde aus der aktuellen Spielzeit?

Parallel hat uns natürlich die Situation mit der aktuellen Spielzeit beschäftigt. Aufgrund dass Bayern relativ spät Ferien hat, und das Ende der Pandemie in den Herbst geruckt war, haben wir beschlossen den Spielplan zu überprüfen. Weil wir ein Mehrspartenhaus sind, hieß es, dass z. B. im Schauspiel ist es sehr gut möglich, mit Abstandsregeln und mit Masken zu spielen. Im Musiktheater haben wir zwei Korrekturen vorgenommen und uns entschlossen, mit letzter Premiere, dem Orfeo, der sowieso vor anderthalb Jahren digital als eine virtual reality mit VR-Brillen konzipiert wurde, zu eröffnen. Somit waren wir Anfang Februar, als das Aufführungsverbot kam, just in Besitzt von 500 VR-Brillen. Diese ermöglichten den Zuschauern während den 90 Minuten eine Hybridvorstellung zu erleben und mit dem Orfeo in die Unterwelt zu reisen. Dank der VR-Brillen war es uns noch vor dem Sommer möglich, zusätzlich unsere digitalen Angebote, ein Ballettabend oder Schauspiel wie eine Pizza für 9 € nach Hause zu liefern. Da wir im Vorfeld als eine der Ersten bereits eine Digitalsparte für die aktuelle Spielzeit geplant haben, hatten wir glücklicherweise das nötige Equipment an der Hand, um eben live mit unserem Publikum in Dialog zu treten.

OA: 8. Hat die Pandemie Auswirkungen auf die Besetzungspolitik im Musiktheater?

DH: Auf die Besetzungspolitik hat die Pandemie wenig Auswirkung gehabt. Weil ich der Überzeugung bin, wenn ich die Sänger im Ensemble habe, dann plane die Stücke für die Stimmen, die ich am Haus habe.

OA: 9. Wie ist der aktueller IST Zustand?

DH: Zwei Premieren, die wir im Sommer rausbringen wollten, und eigentlich beabsichtigt hatten, zur Eröffnungspremiere zu machen, wie Die Strafkolonie, müssten wir in die übernächste Spielzeit verlegen, weil es eben große Chorwerke hat, aber auch vom Orchester her große Dimensionen aufweist. So haben wir eine Dezember Premiere auf Ende Januar verschoben. Wir haben uns dann auch entschieden die Abonnements ruhen zu lassen, was eine sehr kluge Entscheidung der Geschäftsführung gewesen ist. Diese hat uns erlaubt die Vorstellungen flexibler ansetzen zu können. Gleichzeitig aber weil es uns nicht nur um die Publikumssicherheit, sondern auch um die Sicherheit unserer Mitarbeiter ging und geht. So sind wir mit der ersten Premiere gestartet, ein Schauspielstück aufgeführt und sogar Ende Oktober, dann leider ohne Publikum das Ballett Die Winterreise.

OA: 10. Digitalisierung und die Oper Orpheus und Eurydike als Vertual Reality. Pass das gut zusammen?

DH:  Dieser Orfeo ist eine Hybridproduktion, die es macht möglich, einen Opernabend zu erleben und gleichzeitig dreidimensional mit dieser VR-Brille in eine neue Ebene einzutauchen. Ich muss sagen, dass es, obwohl schon faszinierend, keine Ersetzung einer Regie ist. Darum geht es auch gar nicht. Aber bei bestimmten szenischen Vorgängen, hilft es schon die VR-Brille konzeptionell einzubauen, wie es bei dieser Produktion der Fall war. Ich kann mir auch vorstellen, dass man sie durchaus in anderen Opern einsetzen könnte, weil es eine gewisse Faszination hat. Ich bin kein Gamer, aber ich kann mir es gut zum Beispiel im Tannhäuser,r den Venusberg Akt vorstellen, wo man üblicherweise versucht sich mit Lichteffekten abzuarbeiten. Mit einer VR-Brille könnte man dagegen eine Welt erzeugen, die in der Realität nicht erzeugt werden kann, und welche ist, muss ich schon sagen, sehr spannend.

Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer –  Fragment nach Bertolt Brecht
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OA: 11. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation mit selbstständigen Künstlern?

DH: Es wird immer wieder über die sogenannten Soforthilfen für Soloselbstständige gesprochen. Und wenn man jetzt die letzten 10 Monate betrachtet, finde ich es bedauerlich, dass die sogenannten Soforthilfen nach wie vor nicht bei allen angekommen und die bürokratischen Hürden immer noch zu hoch sind. Dass der größte Teil der Soloselbstständigen oder diejenigen selbständigen Künstler, die abhängig beschäftigt angestellt sind, diese Hilfen dadurch gar nicht beantragen können. An unserem Haus haben wir von Anfang der Pandemie alles Mögliche getan unsere abhängig-beschäftigten, selbständigen Künstler, mit Ausnahme von einer Sängerin aus Schweden, entsprechend der Verträge einzusetzen i.e. zu entlohnen (die Musical-Gala). Wir haben auch versucht diejenigen, die über drei Monaten keine Proben/Auftritte hatten, und aus dem Rhythmus waren mit Einsatz einer Choreographin bei den Proben zu unterstützen.

OA: 12. Was können die Künstler tun, um diesen Zustand zu ändern?

DH: Ich glaube, man muss sich in Netzwerke näher zusammenfinden, was jetzt auch schon passiert, und dort versuchen, sich stärker einzubringen. So, dass am Ende des Tages jeder nicht als Einzelkämpfer unterwegs ist. Ich glaube, dass die Künstler selbst aufgrund der aktuellen Erfahrungen, ihre Forderungen nach entsprechenden, faireren Arbeitsbedingungen gegenüber ihren Arbeitgebern laut machen können und sollen.

OA: 13. Hätten Sie eine Prognose für die kommenden Monate?

DH: Aktuell sind die Zahlen seit den letzten 2–3 Wochen zwar nicht mehr gestiegen, aber sie sind auch nicht nach unten gegangen. Wir müssen erst mal unter diesem 50er Wert kommen, um überhaupt daran denken zu können, Theater wieder zu öffnen. Und dieser Stand muss auch eine Weile gehalten werden. In den letzten paaren Wochen haben wir gesehen, wie langsam diese Zahl nach unten geht. Da bin ich ehrlich gesagt nicht sicher, ob wir dann schon Anfang Februar spielen werden. Fakt ist, wir haben, wie viele andere Theater genug Sachen probiert: Arbeit war nicht verboten. Wir haben das Langfristige für uns schon geplant. Somit können wir, wenn wir wieder spielen dürfen, mit z. B. einer Wiederaufnahme loslegen. Es bleib auch abzuwarten, ob wir vor 50 Leuten spielen wollen, oder man lässt es uns das wieder zu. Das glaube ich kann momentan keiner sagen. Um das Publikum dagegen mache ich mir weniger Sorgen. Das wird kommen. Man wird sehr ausgehungert nach live Musik und live Darbietung sein.

OA: 14. Was würden Sie sich als Künstler und Operndirektor wünschen?

DH: Ich glaube, es ist ganz wichtig, wenn man in einem Bereich wohnt, wo es ein Theater gibt, wo Kultur stattfindet, mit politisch Zuständigen im Dialog zu bleiben. In einem Gespräch deutlich zu machen, wie sehr man Theater, Kunst, Kino, wie sehr man das alles vermisst. Und nicht nur die Künstler, sondern auch das Publikum sollen es tun. Es geht, um bewusst zu machen, dass die Kultur neben allen anderen Sachen zu unserem DNA gehört. Zum DNA vom schönen Land der Dichter und Denker. Und die Musik gehört definitiv dazu. Aktuell wird ausschließlich bei der Bildung, bei der Schulen schöngeredet, die sollen offenbleiben, und es wird immer nur über die Fächer aus der Geisteswissenschaft gesprochen. Aber die kulturellen, kreativen Fächer gehören genauso dazu. Ich glaube, es wäre gut, wenn unsere Leser oder Zuhörer, wenn sie das Bedürfnis haben oder die Kultur vermissen, dies zur Sprache bringen werden. Mit ihrem jeweiligen Kommunalpolitikern vor Ort oder Stadtabgeordneten reden, aktiv ihre Stimmen für die Erhalt der Kultur zu erheben.

—| IOCO Interview |—

Augsburg, Theater Augsburg, Digitale Entwicklung am Staatstheater, Juli 2020

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Theater Augsburg

Theater Augsburg / Außenansicht © Theater Augsburg

Theater Augsburg / Außenansicht © Theater Augsburg

Digitale Entwicklung am Staatstheater Augsburg:

Tina Lorenz wird neue Projektleiterin

Als erstes Theater im deutschsprachigen Raum hat das Staatstheater Augsburg nun eine Projektleitung für Digitale Entwicklung. Tina Lorenz, sowohl am Theater als auch im Digitalen »zu Hause«, wird das Team um Staatsintendant André Bücker ab der kommenden Spielzeit als Projektleiterin, die mit beiden Welten hervorragend vernetzt und vertraut ist, unterstützen. »Nach dem großen Erfolg unserer digitalen Experimente im Bereich Virtual Reality wollen wir den nächsten Schritt machen und die neuen, kreativen Möglichkeiten erschließen, die uns der digitale Raum bietet. Ich freue mich sehr, dass wir die strukturelle Weiterentwicklung der Digitalsparte nun mit Tina Lorenz vorantreiben können.«, so Staatsintendant André Bücker.

Theater Augsburg / Tina Lorenz © privat

Theater Augsburg / Tina Lorenz © privat

Nicht erst seit Corona macht das Staatstheater Augsburg unter dem Stichwort Digitalsparte von sich reden. Eigens für die virtuelle Realität geschaffene Inszenierungen in 360-Grad-Perspektive bilden das stetig wachsende digitale Repertoire des Hauses und mit der Oper »Orfeo ed Euridice« wird zur Eröffnung der Saison 20/21 erstmals eine Bühnen-Inszenierung um eine virtuelle Dimension erweitert, wenn die Zuschauer*innen mittels VR-Brille in die Unterwelt abtauchen (Premiere: 10.10.20).

 

Die gebürtige Berlinerin Tina Lorenz wurde um die Jahrtausendwende im Chaos Computer Club erwachsen, studierte dann aber Theaterwissenschaft und Amerikanische Literaturgeschichte in Wien und München. Sie war Dozentin für Theatergeschichte an der Akademie für Darstellende Kunst Bayern, später Dramaturgin am Landestheater Oberpfalz und schließlich Referentin für digitale Kommunikation am Staatstheater Nürnberg. Sie ist Gründungsmitglied der Hackspaces metalab Vienna und Binary Kitchen Regensburg und sitzt in der Auswahlkommission der Dortmunder Akademie für Theater und Digitalität. Seit 2012 publiziert und spricht sie zum Thema des digitalen Theaters, unter anderem auf der re:publica Berlin, auf nachtkritik.de und bei der Heinrich-Böll-Stiftung. 2020 übernimmt sie die Stelle der Projektleiterin für Digitale Entwicklung am Staatstheater Augsburg.

—| Pressemeldung Theater Augsburg |—

Augsburg, Theater Augsburg, Freilichtbühne am Roten Tor – Musical-Gala, 27.06.2020

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Theater Augsburg

Theater Augsburg / Außenansicht © Theater Augsburg

Theater Augsburg / Außenansicht © Theater Augsburg

The Show must go on!
Musical-Gala auf der Freilichtbühne vor dem Roten Tor

Premiere: Samstag, 27. Juni

Hits aus den ganz großen Musicals unserer Zeit stehen auf dem Programm, wenn am Samstag, den 27. Juni die Musical-Gala The Show must go on auf der Freilichtbühne am Roten Tor Premiere hat. Prominente Musicalstars wie Katja Berg, Chris Murray, Susanna Panzner und Alexander Franzen sorgen dann für hochkarätige musikalische Unterhaltung im romantischen Ambiente der Bühne am Roten Tor in Augsburg.

Theater Augsburgb / Herz aus Gold © Jan Peter Fuhr

Theater Augsburgb / Herz aus Gold © Jan Peter Fuhr

Die Musical-Gala bietet ab dem 27. Juni statt der wegen der Corona-bedingten Einschränkungen leider abgesagten Musicals Kiss me, Kate und Herz aus Gold ein sommerliches Musikerlebnis: Songs aus Kiss me, Kat«, Herz aus Gold, Les Misérables und beliebte Hits wie den Abba-Song Mamma Mia!, speziell für die Freilichtbühne arrangiert von Stephan Kanyar, sorgen für einen mitreißenden Sound.

Die deutschlandweit gefragten Musicalstars, die im Juni/Juli 2020 für das Staatstheater Augsburg auf der Bühne stehen, waren für die beiden ursprünglich in diesem Sommer geplanten Produktionen engagiert gewesen: unter anderem Katja Berg, mehrfach bei Gesangswettbewerben ausgezeichnete und in Augsburg aus Roxy und ihr Wunderteam (2017/18) bekannt, Chris Murray, umjubelter Hauptdarsteller aus »Herz aus Gold«, Susanna Panzner, bekannt unter anderem aus »Anastasia« in Stuttgart (Stage Palladium Theater) und Alexander Franzen, regelmäßig auf den großen Bühnen in München zu Gast.

Premiere »The Show must go on«
Sa 27.6.2020 21:00 | Rotes Tor

Solist*innen
Katja Berg, Chris Murray, Susanna Panzner und Alexander Frantzen
sowie zahlreiche Ensemble-Solist*innen
Augsburger Philharmoniker & Gäste
Musikalische Leitung: Justin Pambianchi, Musikalische Einrichtung: Stephan Kanyar
Choreographie: Mario Mariano

Mit Hits aus:

»Kiss Me, Kate«, »3 Musketiere«, »Jekyll & Hyde«, »Jesus Christ Superstar«, »Aladdin«
»Chicago«, »Les Misérables«, »Rocky Horror Show«, »Einstein – Das Musical«, »Dreamgirls«, »Herz aus Gold«, und den Abba-Songs »Mamma Mia« & »The Winner Takes It All«

Weitere Termine
Di 30.6.2020 21:00 | Rotes Tor, Do 2.7.2020 21:00 | Rotes Tor, Fr 3.7.2020 21:00 | Rotes Tor, Sa 4.7.2020 21:00 | Rotes Tor

Di 7.7.2020 21:00 | Rotes Tor, Do 9.7.2020 21:00 | Rotes Tor, Fr 10.7.2020 21:00 | Rotes Tor, Sa 11.7.2020 21:00 | Rotes Tor, So 12.7.2020 21:00 | Rotes Tor

Di 14.7.2020 21:00 | Rotes Tor, Do 16.7.2020 21:00 | Rotes Tor, Fr 17.7.2020 21:00 | Rotes Tor,  Sa 18.7.2020 21:00 | Rotes Tor

Mi 22.7.2020 21:00 | Rotes Tor
Do 23.7.2020 21:00 | Rotes Tor
Fr 24.7.2020 21:00 | Rotes Tor
Sa 25.7.2020 21:00 | Rotes Tor

Di 28.7.2020 21:00 | Rotes Tor
Mi 29.7.2020 21:00 | Rotes Tor
Do 30.7.2020 21:00 | Rotes Tor
Fr 31.7.2020 21:00 | Rotes Tor

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Augsburg, Theater Augsburg, Programm der kommenden Spielzeit 2020/21

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Theater Augsburg

Theater Augsburg / Außenansicht © Theater Augsburg

Theater Augsburg / Außenansicht © Theater Augsburg

»Eigensein«

Staatstheater Augsburg präsentiert Programm der kommenden Spielzeit 2020/21

Am 16.05.2020 hat das Staatstheater Augsburg im Livestream der »ananas@home«-Sondersendung »Wetten, dass … wir spielen!« das Programm der kommenden Spielzeit bekannt gegeben. In Talkrunden gaben Staatsintendant André Bücker und Leitungsmitglieder der vier Sparten Schauspiel, Musiktheater, Konzert und Ballett Einblicke in die geplante Saison, mit ihren Premieren und Konzerten, dem Spielzeitmotto sowie den derzeitigen Rahmenbedingungen für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs.

Das übergreifende Spielzeitmotto »Eigensein« lädt dabei zu Reflektionen gegenwärtiger Lebenssituationen und gesellschaftlicher Themen ein und wird auf verschiedene Weise in den Produktionen der kommenden Spielzeit widergespiegelt. So geht es etwa um Wohn- und Lebensbedingungen, wie in der Operette »Moskau, Tscherjomuschki« von Dmitri Schostakowitsch. Aber auch die Selbstreflektion und die Rolle der Wissenschaft in unserer Gesellschaft sind Thema: Beides ist in Zeiten der Corona-Krise von ganz neuer Aktualität und wird z.B. in der Komödie Die Physiker« von Friedrich Dürrenmatt, beleuchtet. Im Musiktheater und Ballett finden sich einige Titel, die eigentlich bereits in der aktuellen Spielzeit Premiere gehabt hätten. Diese werden nun vorgeprobt und im Herbst zur Aufführung gebracht.

Theater Augsburg / Wetten dass, ... wir spielen! © Staatstheater Augsburg

Theater Augsburg / Wetten dass, … wir spielen! © Staatstheater Augsburg

Möchten Sie die Spielzeit-Show »Wetten dass, … wir spielen!« (Samstag, 16.5.) noch einmal sehen? Mit diesem Klick geht’s los:

https://staatstheater-augsburg.de/spielzeitpraesentation_20

Im Schauspiel können die bereits vor der Corona-Krise geplanten Inszenierungen rund um die Themen Vereinzelung und Rückzug ins »Eigensein« weitestgehend wie vorgesehen gespielt werden, so auch die beiden deutschsprachigen Erstaufführungen, Neil LaButes »Die Antwort auf alles« und »Wittgensteins Mätresse« nach dem Roman von David Markson. Neu hinzugekommen ist eine Bühnenbearbeitung von Thomas Manns »Zauberberg«. Das Schauspiel steuert zudem einen Liederabend, das Weihnachtsmärchen und – ganz neu in dieser Saison – ein Sommertheater bei.

Mit Christoph Willibald Glucks Oper »Orfeo ed Euridice«, als Kombination aus Live-Inszenierung und VR-Erlebnis, wird die Musiktheatersaison im martini-Park eröffnet. Insgesamt vier Produktionen dieser Sparte sind geplant. Dabei können, wie auch in den anderen Sparten, durch die auferlegten Abstands- und Hygiene-Regeln wesentlich weniger Zuschauer als bisher die Vorstellungen besuchen. Um dennoch möglichst vielen Interessierten Gelegenheit zu geben, daran teilzunehmen, wird es von jeder Produktion mehr Vorstellungen geben als bisher. Als größte Produktion im Musiktheater ist für Mai 2021 die Uraufführung des spartenübergreifenden Oratoriums »Das Ende der Schöpfung« geplant, mit dem der zeitgenössische Komponist Bernhard Lang sich auf Haydns berühmte »Schöpfung« bezieht.

Das Augsburger Ballett startet mit Franz Schuberts Liederzyklus »Die Winterreise« in die neue Spielzeit. In seiner Choreographie hat Ballettdirektor Ricardo Fernando 24 einzelne Bilder zu einer großen Erzählung zusammengefügt, inspiriert von der starken szenischen Kraft der melancholischen Lieder Franz Schuberts. Geplant sind weitere einzigartige Ballettabende, wie etwa »Creations«, die »Internationale Ballett-und Tanzgala« oder auch die nachgeholte Premiere von »Dimensions of Dance. Part 3«.

Die Augsburger Philharmoniker arbeiten in der kommenden Spielzeit wieder mit einem sehr erfolgreichen, in Augsburg ansässigen Künstler zusammen: Dem Pianisten Jewgeny Konnov, der als Artist in Residence mehrere Konzerte mitgestalten wird.  Für weitere Sinfoniekonzerte konnten Solisten mit ganz ungewöhnlichen Soloinstrumenten gewonnen werden, wie etwa der Bandoneon-Spieler Christian Gerber oder Saxophonist Christian Segmehl. Bekannt für seine Dynamik und positive Energie, gestaltet Klezmer-Klarinettist Giora Feidman gemeinsam mit dem Orchester das Abschlusskonzert der Saison. Mit Markus Bosch und der Estin Anu Tali sind in dieser Saison zwei renommierte Gastdirigenten am Pult zu erleben.

Noch in der aktuell laufenden Spielzeit wird das Staatstheater Augsburg zu einem Freiluft-Sommertheater auf die große Wiese im martini-Park einladen, ein neues Format, das in der Spielzeit 2020/21 mit »Cyrano de Bergerac« fortgeführt wird.

Gegen Ende der kommenden Spielzeit bringt das Staatstheater mit »Chicago« eines der begehrtesten Broadway-Musicals aller Zeiten auf die Freilichtbühne am Roten Tor. Außerdem wird, zu Ehren des 500-jährigen Jubiläums der Fuggerschen Stiftungen, auch das Fugger-Musical »Herz aus Gold« wiederaufgenommen.

Auch in der neu geschaffenen fünften Sparte »#Digitaltheater« werden in der Spielzeit 2020/21 gleich eine ganze Reihe von Inszenierungen angeboten, mit denen sich per VR-Brille ein spannender Theaterabend zuhause verbringen lässt.

Da wegen der notwendigen Abstandsregeln weniger Plätze im Zuschauerraum zur Verfügung stehen werden, wird das gewohnte Festplatz-Abo in der kommenden Spielzeit vorübergehend durch Scheckabos ersetzt. »Wir hoffen und sind zuversichtlich, dass unsere treuen Abonnent*innen nicht von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und ihre bestehenden Abonnements auch unter den Corona angepassten Bedingungen weiterlaufen lassen.«, meint Intendant André Bücker. Der Besucherservice nimmt schon bald Kontakt zu den betreffenden Theaterfans auf.

Gemäß ihrem Motto »Wetten dass, … wir spielen!«  endete die Spielzeit-Show am Samstagabend mit einer Wette: André Bücker kündigte an, dass es dem Staatstheater Augsburg mit Hilfe seines Publikums gelingen werde, den größten Online-Chor Bayerns zu mobilisieren. Zum Mitsingen sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Proben und Aufführungen finden per Zoom statt. Informationen dazu sind in Kürze auf der Homepage des Staatstheaters nachzulesen.

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