Essen, Aalto Theater, Onegin – Ballett – John Cranko, 15.02.2020

Januar 27, 2020  
Veröffentlicht unter Aalto Ballett Theater, Ballett, Pressemeldung

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Aalto Theater Essen

Aalto Theater Essen / Ballett - Onegin © Hamza Saad

Aalto Theater Essen / Ballett – Onegin © Hamza Saad

Onegin  –  Choreografie von John Cranko

am 15. Februar letztmalig im Aalto-Theater

Gleich zu Beginn des neuen Jahres heißt es beim Aalto-Ballett Abschied nehmen: Nur noch zwei Mal zeigt die Essener Compagnie die Choreografie Onegin von John Cranko, nämlich am Sonntag, 26. Januar, 18:00 Uhr und Samstag, 15. Februar, 19:00 Uhr.

Aalto Theater Essen / Ballett - Onegin © Hamza Saad

Aalto Theater Essen / Ballett – Onegin © Hamza Saad

In seiner vor mehr als 50 Jahren entstandenen Ballettversion von Alexander Puschkins Romanklassiker Eugen Onegin konzentriert sich Cranko ganz auf die dramatische Erzählung der unerfüllten Liebe zwischen Tatjana und Onegin: Als die junge Tatjana ihm, dem arroganten Großstädter, erstmals begegnet und ihm ihre Liebe gesteht, weist der sie schroff zurück. Einige Jahre später trifft Onegin sie wieder – sie ist inzwischen eine gereifte, stolze und verheiratete Frau. Nun fleht er sie um eine zweite Chance an, doch Tatjana bleibt ihrem Mann treu und lässt Onegin abblitzen.

Zur berührenden Musik von Pjotr I. Tschaikowski, die die Essener Philharmoniker live spielen, entspinnt sich die Geschichte über unerfüllte Liebe und verborgene Sehnsüchte.

Letzte Vorstellungen: 26. Januar, 18:00 Uhr, € 11,00 – 49,00; und 15. Februar, 19:00 Uhr, € 16,00 – 55,00

—| Pressemeldung Aalto Theater Essen |—

Baden-Baden, Festspielhaus, Vier letzte Lieder _ Diana Damrau – Valery Gergiev, 09.02.2020

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

 

  Vier letzte Lieder – Richard Strauss und Valery Gergiev

Sonntag, 9. Februar 2020, 17 Uhr

„Für mich ist Strauss einer der größten Komponisten“

Von der Sophie im Rosenkavalier bis zu Vier letzte Lieder: zur Begeisterung des Publikums gastiert die Sopranistin Diana Damrau gern im Festspielhaus Baden-Baden. Neben ihrer Interpretation von Strauss‘ Vier letzte Lieder steht in dem Konzert am Sonntag, 9. Februar 2020 17 Uhr, die siebte Sinfonie von Anton Bruckner auf dem Programm der Münchner Philharmoniker unter ihrem Chefdirigenten Valery Gergiev.

Festspielhaus Baden-Baden / Münchner Philharmoniker - Valery Gergiev © Andrea Huber

Festspielhaus Baden-Baden / Münchner Philharmoniker – Valery Gergiev © Andrea Huber

„Ich liebte Strauss auf Anhieb. Nicht nur die Musik ist wunderschön, sondern auch die Art und Weise, wie er Worte und Noten kombiniert – und die Psychologie …Strauss war ein Kenner der Stimme. Er gab der Stimme Schwung“, schwärmt die Sopranistin Diana Damrau. Ihre Liebe zu Strauss und seinen Kompositionen überträgt sich auch auf das Publikum: Bereits 2009 eroberte Diana Damrau als Sophie im Rosenkavalier unter dem Dirigat von Christian Thielemann an der Seite von Renée Fleming und Jonas Kaufmann die Herzen des Baden-Badener Publikums. Gleichwohl überzeugt Diana Damrau nicht nur mit Strauss, das Repertoire der weltweit auftretenden Künstlerin ist überaus vielseitig. Die Sängerin ist stets auch offen für Neues – so war sie etwa an Silvester von einer beschwingten Seite zu erleben: Im Konzert der Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko überzeugte sie mit ihrer humorvollen Interpretation amerikanischer ‚Hits‘ von Leonard Bernstein. Im Kontrast dazu steht sie aktuell als Juliette in Gounods dramatischer Oper Romeo et Juliette auf der Bühne der Mailänder Scala.

So facettenreich ihr Repertoire, zu den Werken von Richard Strauss kehrt Diana Damrau immer wieder gern zurück: „Die Art, wie Strauss mit der Sopranstimme umgeht, ist eine Freude. Und seine Musik mit meiner Stimme singen zu können, ist wie nach Hause kommen“, sagt die Günzburgerin. Und dafür ist ihr am 9. Februar 2020 ihr das Festspielhaus Baden-Baden wenigstens vorübergehend gern ein Zuhause, begleiten sie ihre Badener Fans auf ihrem musikalischen Weg doch schon seit ihrem ersten Auftritt im Jahr 2000 an der Oos.

Festspielhaus Baden-Baden / Münchner Philharmoniker © Hans Engels

Festspielhaus Baden-Baden / Münchner Philharmoniker © Hans Engels

Auch am Pult steht ein dem Publikum alles andere als Unbekannter: Valery Gergiev. Obwohl beide ‚Baden-Baden-Vollprofis‘ dürfen sich die Konzertbesucher am 9. Februar aber dennoch auf eine Premiere freuen: gemeinsam stehen die beiden nämlich das erste Mal auf der Festspielhausbühne. In der zweiten Konzerthälfte interpretiert Valery Gergiev mit den Münchnern Philharmoniker die siebte Sinfonie E-Dur von Anton Bruckner.

Seine 7. Sinfonie widmete Anton Bruckner dem Märchenkönig Ludwig II. – jenem bizarren Monarchen, der sich selbst am liebsten als Schwanenritter Lohengrin porträtieren ließ und Wagners hochfliegende Pläne finanzierte.

Bruckners Siebte steht aber in noch direkterer Verbindung zum Bayreuther ‚Meister‘. Der bereits 60-jährige Bruckner erlangte mit diesem Werk endlich Ruhm und internationaler Anerkennung; nicht zuletzt dank der Unterstützung von zwei Wagner-Dirigenten: von Arthur Nikisch, der im Dezember 1884 die Leipziger Uraufführung leitete, und Hermann Levi, der die Siebte wenige Monate später in München aufführte und sie „das bedeutendste Werk seit Beethovens Tod“ nannte. Zu besonderer Berühmtheit hat es das Adagio gebracht, in dem Bruckner, wie im vierten Satz des Werkes, die sogenannten „Wagnertuben“ verwendet, die Richard Wagner eigens für den Ring des Nibelungen konstruieren lies. Als Bruckner von Richard Wagners Tod erfuhr, komponierte er einen Klagegesang als zweite Coda, deren Beginn in der Partitur mit einem „x“ markiert ist. Bruckner war tief gläubig, was durch die Orgelanklänge mit ihren registerartigen Klangfarbenwechseln und Choralzitaten unüberhörbar ist. Doch dieser sakrale Raum wird hier erweitert um deutliche Wagner-Anklänge. Sie prägen die Harmonik, aber auch melodische Gesten. Zwei Beispiele aus dem ersten Satz: Dort reckt sich das weitgespannte erste Thema in den Hörnern und Celli empor wie in Wagners „Rheingold“-Vorspiel oder dem „Schwertmotiv“ in der „Walküre“. So bringt die Siebte beide Glaubenswelten Bruckners zusammen: das Fundament seiner streng katholischen Frömmigkeit, aber auch die mystische Erfahrung des Wagner’schen Klangtempels – einer Kunstreligion, die Trost und Erlösung verhieß.

Strauss und die Stimme, besonders die Sopranstimme: Sie hatten ein Komponistenleben lang bestens harmoniert. Klavierlieder und solche, die von vornherein als Orchesterlieder konzipiert gewesen waren, ziehen sich durch Strauss’ Schaffen, begünstigt durch die Tatsache, dass seine Frau Pauline de Aphna eine sehr gute Sopranistin war. Eines der im Festspielhaus erklingenden „Vier letzte Lieder“ ist die Vertonung des Eichendorff-Gedichts „Im Abendrot“. Wie ein Spiegel für die eigene Situation muss Eichendorffs wunderbares Gedicht auf den damals 84-jährigen Komponisten gewirkt haben: „Wir sind durch Not und Freude/ gegangen Hand in Hand…“. Ein alterndes Paar blickt zurück, geborgen in der Natur, Abendstimmung senkt sich herab, zwei Lerchen steigen auf, Schlaf und Todesahnung verbinden sich. „Nachtträumend“ und „wandermüde“ sind die inspirierenden Worte, die großen Linien der Sopranstimme, die blühende Orchestereinleitung und das verlöschende Nachspiel sind wie ein einziges Ausatmen und Abschiednehmen. Dem „Im Abendrot“ vorangestellt sind drei Vertonungen von Gedichten Hermann Hesses. Auf kleinstem Raum schildern auch diese Gedichte einen Lebenszyklus, vom rauschend aufblühenden „Frühling“ zu den Herbstbildern von „September“ und dem feierlichen Hymnus von „Beim Schlafengehen“, in dem Schlaf, Tod und Transzendenz eine Einheit bilden.

Festspielhaus Baden-Baden / Diana Damrau © Simon Fowler

Festspielhaus Baden-Baden / Diana Damrau © Simon Fowler

Das Festspielhaus Baden-Baden gehört seit vielen Jahren zu den Bühnen, an denen Diana Damrau immer wieder gern gastiert. 2019 gab sie einen Liederabend mit Xavier de Maistre, 2018 sang sie mit Jonas Kaufmann Wolfs „Italienisches Liederbuch“, 2017 präsentierte sie im Festspielhaus Arien von Meyerbeer, davor sang sie Konstanze und Donna Anna in konzertanten Mozart-Aufführungen. Zu ihren weiteren Festspielhaus-Gastspielen zählt ein auf DVD veröffentlichter „Rosenkavalier“ aus dem Jahr 2009. Diana Damrau gilt als eine der großen Liedinterpretinnen unserer Zeit, begleitet von Helmut Deutsch, Craig Rutenberg oder Xavier de Maistre. Sie eröffnete die Saison 2017/18 des Concertgebouworchesters Amsterdam mit Arien von Mozart. Sie trat unter Daniel Barenboim und Christian Thielemann auf, war in München bei „Klassik am Odeonsplatz“ sowie bei den Salzburger Festspielen zu erleben und sang 2018 „Traviata“ in einer Neuinszenierung an der Met.

Der russische Dirigent Valery Gergiev ist ein enger Freund des Festspielhaus Baden-Baden. Mit seinem Dirigat wurde Deutschlands größtes Opernhaus 1998 offiziell eröffnet. In der Saison 2003/2004 produzierten Baden-Baden und St. Petersburg gemeinsam die Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner. Diese Produktion reiste danach erfolgreich um den gesamten Erdball. In Moskau geboren, studierte Valery Gergiev zunächst Dirigieren bei Ilya Musin am Leningrader Konservatorium. Seit mehr als zwei Jahrzehnten leitet er nun das legendäre Mariinsky Theater in St. Petersburg, das in dieser Zeit zu einer der wichtigsten Pflegestätten der russischen Opernkultur aufgestiegen ist. Mit den Münchner Philharmonikern verbindet Valery Gergiev seit 2011 eine intensivere Zusammenarbeit, seit der Spielzeit 2015/16 ist ihr Chefdirigent.

Seit ihrer Gründung 1893 bereichern die Münchner Philharmoniker unter renommierten Dirigenten das musikalische Leben Münchens. Gustav Mahler dirigierte das Orchester bei den Uraufführungen seiner Vierten und Achten Sinfonie. 1979 leitete Sergiu Celibidache seine erste Konzertserie bei den Münchner Philharmonikern und wurde zum Generalmusikdirektor ernannt. Die legendären Bruckner-Konzerte unter seiner Leitung trugen wesentlich zum internationalen Ruf des Orchesters bei. Von 1999 bis 2004 war James Levine Chefdirigent des Orchesters, ihm folgte Christian Thielemann und pflegte in seiner Amtszeit die Münchner Bruckner-Tradition ebenso wie das klassisch-romantische Repertoire. An der Oos waren die Münchner Philharmoniker vor allem in spektakulären Opernaufführungen zu Gast: in Strauss’ Rosenkavalier und Elektra und in Boitos Mefistofele unter Stefan Soltesz.

—| Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden |—

München, Deutsches Theater, Berlin Berlin – Show der goldenen zwanziger Jahre, IOCO Kritik, 25.01.2020

Deutsches Theater München © Robert Goetzfried

Deutsches Theater München © Robert Goetzfried

Deutsches Theater München

Berlin Berlin  –   Show about the Roaring Twenties

 Deutsches Theater München

von Daniela Zimmermann

Die große Show der Goldenen Zwanziger Jahre: direkt aus dem Admiralspalast von Berlin nach München ins Deutsche Theater. Das Deutsche Theater München ist erste Adresse für Entertainment auf höchstem Niveau und Musical-Haus der bayerischen Landeshauptstadt. Aber auch Konzert, Tanzshow und Revue gehören zum Programm des größten Gastspielstheaters in Deutschland.

In den goldenen 20er Jahren der Autorin dieser Rezension war das Deutsche Theater München die große Faschingshochburg: aufwendige Dekorationen zierten traumhafte Faschingsfeste und große Bälle. Seit seiner Eröffnung in 1896 war das Deutsche Theater ein  vielseitiger Unterhaltungspalast. 1943 zerstörten die Bomben das schöne Theater; notdürftig repariert wurde es bereits 1951 wiedereröffnet. 2009 wurde dann 5 Jahre aufwendig saniert; seit 2014 ist das Deutsche Theater gesuchte Spielstätte für anspruchsvolle Musicals, Shows, Konzerte und Varieté.

Berlin Berlin – The roaring Twenties
youtube Trailer der BB Promotion
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Der Admiralspalast Berlin ist  das  Pendant zum Deutschen Theater München. Im art-déco Stil, 1910 erbaut. Als lebensfroher Vergnügungsort, war der Admiralspalast in den 20er Jahren heißer Treffpunkt der Berliner Szene. Dort ging, berlinerisch ausgedrückt, die Post ab. 100 Jahre sind seither vergangen. Heute bewegen wir bewegen uns wieder in den 20ern und hoffen wieder auf die Aufbruchsstimmung von damals, die so viel Kreativität, Freizügigkeit und pure Lebensfreude freisetzte.

BB Entertainment inszenierte die Revue Berlin Berlin; eine Eigenproduktion in Zusammenarbeit mit dem Admiralspalast Berlin. Dort, wurde Berlin Berlin im Dezember 2019 uraufgeführt. An das Deutsche Theater München kam die Show mit  großzügig besetztem Ensemble, Live Band und schönen Requisiten der 20er Jahre: Geschrieben von Christoph Biermeier. Vollbepackt mit 31 mitreißenden Liedern, fast alle aus den 20ern, alle so bekannt, dass man frohgesinnt mitsingen möchte:. „Bei mir bist Du schön“, „Im weißen Rössel am Wolfgangsee“, „Veronika der Lenz ist da“,  die Moritate von Mackie Messer und mehr.  Hinreißend präsentiert von Sebastian Prange der Lach Foxtrott. Die Revue bezieht dabei oft auch das Publikum ein und sorgt so für wunderbare Stimmung unter den Besuchern. Berlin in den Jahren von 1920: Es ist froh und pulsiert mit voller Lebenskraft.

Die Handlung: Ein Admiral a.D. (Martin Bermoser) lädt in den Admiralspalast und fungiert als Conférencier. Als solcher führt er in das verruchte Berliner Leben ein. Anfangs wenig schmissig gewinnt die Revue dann an Fahrt:  Es wird gekokst, natürlich fließt der Champagner reichlich, auf der Bühne herrschen Glanz und Glamour. Ein illuminierter vielfältig genutzter Aufgang wird ebenfalls Teil hinreißender Showeinlagen

Wir begegnen dabei, wie sollte es anders sein, bekannte Menschen, welche die 20er Jahre von damals mitgeprägten. Im Admiralspalast treffen sich alle: Beroldt Brecht und Kurt Weill,  wie sie noch schnell einen Hit zu Papier bringen. Anita Berber, verkörpert von Sophia Euskirchen, ist hemmungslos und frivol. Ihr Solo Cabaret ist ein Höhepunkt der Revue. Die Songs Cabaret und Money wurden zwar erst 1966 geschrieben,  passten aber so gut in diese Zeit, dass sie in die Berlin Berlin Revue aufgenommen wurden.

Ein Symbol der Zeit ist Marlene Dietrich: lasziv, sexy  mit ihrer rauchigen Stimme. Nina Janke wirkt in dieser Rolle etwas steif, auch fehlt ihr das spezielle Dietrich Timbre in den berühmten „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“. Die Dietrich war eben einmalig. Doch Kutte, ein Berliner Junge (Sebastian Prange) ist in vielen kleinen Auftritten und mit perfektem Berlinerisch stets humorig präsent. Mit seinem Lach Foxtrott fliegen ihm alle Herzen im Publikum zu. Er besorgt auch für die spezielle Berliner Atmosphäre.

Deutsches Theater München / Berlin Berlin - Revue über die roaring Twenties hier Dominique Jackson als Josephine Baker © Christian Kleiner

Deutsches Theater München / Berlin Berlin – Revue über die roaring Twenties hier Dominique Jackson als Josephine Baker © Christian Kleiner

Einen großen Auftritt nach der Pause begeisterten die Comedian Harmonists mit mehreren ihrer bekannten Lieder.“ Mein kleiner, grüner Kaktus“,  „Veronika, der Lenz ist da“ und mehr. Das tanzende Ensemble stets in authentischen Kostümen: Viel Glitzer, Pailletten, Franzen, Federn, kurze Röcke oder noch weniger sorgten für das 20 Jahre Flair. Und dazu, Schlag auf Schlag, Musik in den Rhythmen der Zeit. Jazz frisch importiert aus Amerika, Foxtrott und vor allem der Charleston.  Strümpfe mit Strapsen und die Zigaretten mit den eleganten Zigarettenspitzen. Bubiköpfe, das Charleston Kleid und  Perlen. Hier stimmt die Choreografie, ist perfekt.

Josephine Baker, perfekt dargestellt von Dominique Jackson im berühmt berüchtigten Bananenröckchen und glitzernden Perlenschnüren, wird zum Ende der Revue zu einem weiteren Höhepunkt des Abends. Sie war ein großer Star auch im damaligen Berlin. Dominique Jackson faszinierte, tanzte und sang als lasziv bekleidete Josephine Baker, mit  schwingenden Hüften. Doch dann endet alles: Brachial brechen die Nazis herein und beenden Traum und Mythos der 20iger Jahre. Eine große Hakenkreuzfahne fällt von oben herab auf die Bühne: Spaß und die Freiheit enden. Josephine Baker, bekommt im Deutschen Theater München Auftrittsverbot: Die hässliche braune Zeit bricht an.

Doch die Revue Berlin Berlin in München endet so nicht. Kutte, der Berliner Junge kommt noch einmal und bringt alle wieder in Stimmung mit seinem einmaligen Lach-Foxtrott.

Das Publikum war begeistert und hoffte, mögen doch die 20iger des 21. Jahrhunderts  ebenso „roaring“ werden wie die leider vergangenen….


Derzeit wird im Deutschen Theater München getanzt, aber kein Theater gespielt: Alle Jahr wieder verwandelt es sich immer Mitte/Ende Januar in Münchens größtes Ballhaus und wird zur prunkvollen Kulisse für glanzvolle Galas und rauschende Tanznächte. Die nächste Theaterpremiere steht dann am 5. März 2020 auf dem Programm, wenn mit Sweeney Todd – The Demon Barber of Fleet Street die gefeierte Neuinszenierung des Musical-Thrillers von Stephen Sondheim im englischen Original erstmals im süddeutschen Raum zu erleben ist.

Berlin Berlin auch in: ….  Köln, Düsseldorf und mehr ….  HIER!

Berlin Berlin – Die große Show der 20er Jahre – die im Dezember ihre Uraufführung am Admiralspalast Berlin erlebte – Premiere. Die Show wandert über viele Bühnen Deutschlands: Musical Dome, Köln: 21.1.-2.2.; Düsseldorf Capitol Theater 4.2. – 9.2.; Hamburg Kampnagel 11.2. – 16.2.; Stuttgart Theaterhaus 18.2. – 23.2.; Berlin Admiralspalast 15.12.2020 – 3.1.2021.

—| IOCO Kritik Deutsches Theater München |—

Rudolstadt, Theater Rudolstadt, Premiere Don Giovanni – Meininger Hof, 15.02.2020 

Januar 24, 2020  
Veröffentlicht unter Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Rudolstadt

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Rudolstadt / Thüringisches Landestheater © Friederike Lüdde

Rudolstadt / Thüringisches Landestheater © Friederike Lüdde

Theater Rudolstadt

Premiere Don Giovanni –  Meininger Hof Saalfeld 15.2.2020

Abgründig, frivol, witzig im Look der Goldenen Zwanziger
Mozarts Oper „Don Giovanni“ feiert am 15. Februar im Meininger Hof Saalfeld Premiere

Rudolstadt/Saalfeld. Er verführt Frauen, betrügt, erpresst, mordet sogar. Don Giovanni, auch bekannt als Don Juan, ist der Inbegriff jenes vergnügungssüchtigen Lebemanns, der sich skrupellos, doch stets voller Lust über alle Grenzen hinwegsetzt. Faszinierend und abschreckend zugleich, inspirierte er Wolfgang Amadeus Mozart zu seiner vielleicht schillerndsten Oper. Vom 15. bis 22. Februar ist „Don Giovanni“ in Kooperation von Thüringer Symphonikern und Lyric Opera Studio Weimar im Meininger Hof Saalfeld zu erleben.

Theater Rudolstadt / Don Giovanni © Anke Neugebauer

Theater Rudolstadt / Don Giovanni © Anke Neugebauer

Angesichts von Don Juans rücksichtslosem Egoismus, dem laut seinem Diener Leporello bereits 2064 Frauen zum Opfer fielen, regt sich allmählich Widerstand. Als der Schwerenöter im Eifer des Gefechts Donna Annas Vater, den Komtur, ermordet, beginnt sich das Blatt zu wenden. Auch eine andere Liebschaft, Donna Elvira, weicht ihm, nach Rache sinnend, kaum von der Seite – aber Don Juan verführt weiter. Die Einladung des toten Komturs zum festlichen Abendessen nimmt er ohne zu Zögern an, koste es, was es wolle. Da muss sich schon der Boden auftun, um diesen Mann von der Erde zu verbannen.

Don Juans Zwiespältigkeit und Düsternis hat Wolfgang Amadeus Mozart 1787 kongenial in seiner „komischen“ Oper mit „bösem“ Ende zum Klingen gebracht. Das sprachlich und dramaturgisch exzellente Libretto Lorenzo da Pontes lieferte ihm die ideale Grundlage.

Im Meininger Hof Saalfeld ist das „dramma giocoso“ nun zusammen mit dem jungen internationalen Solistenensemble des Lyric Opera Studio Weimar als vollszenische Inszenierung zu erleben, die in ihrer Spielfreude an die Erfolge von „Die lustigen Weiber von Windsor“, „Così fan tutte“ oder „La Cenerentola“ der letzten Jahre anknüpft. Der US-Regisseur und erfolgreiche Opernbariton Damon Nestor Ploumis verlegt die Handlung vom opulenten Adelspalast des 16. Jahrhunderts in die nicht weniger opulenten Goldenen Zwanziger. Don Giovanni und Leporello bekommen dabei mafiöse Züge, Vergnügungssucht und Chaos im Ballsaal einen düsteren Rahmen, der durch Filmserien wie „Babylon Berlin“ inspiriert ist. Schließlich geschieht das meiste in der Nacht: der Mord am Komtur, der Ball im Hause Don Giovannis, das finale Abendessen mit dem Geist des ermordeten Komturs.

Für diese Eigenproduktion des Theaters Rudolstadt entwirft die Ausstattungsleiterin Monika Maria Cleres elegante Kostüme und ein atmosphärisches, vielseitiges Bühnenbild. Es spielen die Thüringer Symphoniker unter der musikalischen Leitung ihres Chefdirigenten Oliver Weder.

Karten für die Premiere am 15. Februar, um 19.30 Uhr, und für die weiteren Aufführungen am 16. und 18. Februar, jeweils um 15 Uhr, sowie am 21. und 22. Februar, jeweils um 19.30 Uhr, im Meininger Hof Saalfeld sind in der Theaterkasse, an den üblichen Vorverkaufsstellen und über die Website des Theaters Rudolstadt erhältlich. Zu den Aufführungen fährt zudem ein kostenfreier Bus-Shuttle aus Rudolstadt zum Meininger Hof und zurück.

Bereits am Sonntag, 9. Februar, um 11 Uhr, laden das Regieteam und beteiligte Sängerinnen und Sänger zu einer unterhaltsam-musikalischen Premieren-Matinee in die Theater-Bar ins Stadthaus Rudolstadt ein.

Premiere: 15.02.2020, Meininger Hof Saalfeld
Don Giovanni
Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Lorenzo Da Ponte
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Kooperation mit dem Lyric Opera Studio Weimar

Musikalische Leitung: Oliver Weder
Inszenierung: Damon Nestor Ploumis
Bühne und Kostüme: Monika Maria Cleres
Regieassistenz: Matthew Jack Knight
Klavierbegleitung: Cheuky Chan, Tackyoung Chung, Soojeong Kwon, Ka Man Tsang

Donna Anna: Wing Kwan Chung, Natalie Millet, Alyson Spina
Donna Elvira: Meagan Larios, Kristine Mågard, Danielle Musick
Zerlina: Sophie Collin, Stéphanie Guérin, Erin Silangil
Don Ottavio: James Hogan, Conor Prendiville, Qian Sun
Don Giovanni: Juan Marcos Martinez Mijares, Javier Recio, Constandinos Tsourakis
Leporello: Timothy Bagley, Nico Laruina, Jusung Park
Masetto: Kyle Bejnerowicz, Scott Hetz Clark, Katagan Zhumagulov
Komtur: Dennis Ryan, Victor Clark
Chor: Vanessa López, Carl Kachouh

—| Pressemeldung Theater Rudolstadt |—

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