Münster, GOP Varieté – Theater, Das Programm 2019 – Artistik zum Schmunzeln, IOCO Aktuell, 12.12.2018

Dezember 13, 2018  
Veröffentlicht unter GOP Variete Theater, IOCO Aktuell, Portraits, Revue

gop_ms_logo_cmyk_40_2

GOP Variete Theater Münster

GOP Varieté-Theater Münster © GOP Münster

GOP Varieté-Theater Münster © GOP Münster

GOP.-Varieté stellt vor – Humor und Artistik – 2019

– Keine halben Sachen –

Von Hanns Butterhof

Keine halben Sachen – das ist nicht nur der Titel einer GOP.-Show im kommenden Jahr. Das ist auch das Motto, unter das Werner Buss, der künstlerische Direktor des GOP., seinen Ausblick auf die Spielzeit 2019 stellt, die kunstvoll, artistisch, humorvoll und spektakulär werden soll.

Auf der Jahrespressekonferenz im intimen Rahmen des GOP.- Restaurants in Münster verweisen Werner Buss und Sandra Wawer, Leiterin der hauseigenen Künstleragentur, stolz auf 24 Produktionen, die in 7 GOP.- Häusern gezeigt werden. Jede Show residiert etwa zwei Monate in einer Spielstätte.

impulse  –  Show des GOP Varieté-Theaters
Youtube Trailer des GOP Varieté-Theater
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Werner Buss erläutert die GOP-Philosophie, dass Qualität sowieso und grundsätzlich höchstes Gut für jede Show sei. Aber nicht höher, schneller, weiter, sondern überraschend anders soll jede Produktion sein. So werde in jeder Show eine eigene Geschichte erzählt, eine Mischung von verbalen und rein artistischen Elementen hergestellt und unbedingt darauf geachtet, dass die Persönlichkeit der Moderatoren und der Artisten zusammenpassen.

Gewöhnlich geht die Konzeption einer Show vom GOP. aus. Eine Ausnahme macht „Bang Bang“, mit der das neue Jahr in Münster am 17. Januar eingeläutet wird. Für „Bang Bang“ hat sich die kanadische Cyr-Artistin Anna Ward den Regisseur und Comedian Anthony Venisse ausgesucht und ihre liebsten Kollegen aus den Artistenschulen von Québec und Montreal um sich versammelt. Sie verspricht einen artistischen Urknall mit viel Humor.

Auf ganz neues Gebiet begibt sich das GOP. mit „Sông Träng“, womit am 18. Januar die neue Spielzeit in Essen startet. Zum ersten Mal hat das GOP. mit der Vietnam Circus Federation zusammengearbeitet und kündigt mit dreizehn Künstlern einen Blick in die vietnamesische Seele an.

GOP Varieté Theater in Muenster / Werner Buss - Sandra Wawer und die GOP 2019 © Hanns Butterhof

GOP Varieté Theater in Muenster / Werner Buss – Sandra Wawer und die GOP 2019 © Hanns Butterhof

Auch in Essen wird eine Uraufführung zu sehen sein. „Sombra“ spielt ab 8. März mit Gegensätzen wie Licht und Schatten, Mann und Frau, laut und leise, und verspricht mit Bildern, Körperkunst und Live-Musik eine poetische, fast schon lyrische Show.

Eine Uraufführung wird es auch in Münster geben, wenn „Der Kleine Prinz auf Station 7“ landet. Erzählt wird die Geschichte der Freundschaft zwischen dem Krankenhausclown und dem kleinen Moritz, der im Krankenhaus auf Station 7 liegt. Regisseur Markus Pabst hat sich von Antoine de Saint-Exupérys Klassiker zu einer lebensbejahenden Reise in die Welt der Poesie und Artistik inspirieren lassen, die sich vom 30. August an im GOP. Münster dreht.

Zudem verweist Buss auf die Show „Appartement“, in der eine derart lustige und skurrile Wohngemeinschaft zusamengekommen ist, dass man selber gerne einziehen möchte, und das artistische „Elektro“-Konzert.

Zum Jahresende gibt es in jeder Spielstätte eine Moderations-Show; gerade in der dunklen Jahreszeit legt das GOP. Wert darauf, sein Publikum direkt anzusprechen. In Hannover wird vom 7.November bis 12.Januar erstmals „Thielke“ zur Schau bitten, in Bad Oenhausen wird es vom 24. Oktober bis 12. Januar zum ersten Mal „Zauberhaft“. In Essen wird vom 7. November bis 5. Januar „Grand Hotel“ gegeben, eine Geschichte mit klassischen Hotelfiguren um Betrug und große Gefühle. München schaltet vom 7. November bis 12. Januar auf „Slow“, während Bremen vom 31. Oktober bis 12. Januar mit „Trust Me“ zuversichtlich Vertrauen einfordert. Bonn geht mit „Sông Tr?ng“ vom 7. November bis 12.Januar ins neue Jahr, wie es Essen begonnen hat. In Münster steht Marcel Köstling mit seiner Mischung aus Zauberei, Comedy und Kabarett ab dem 6. November bis 5. Januar auf der Bühne. Mit handverlesenen Akrobaten hat er das Motto des GOP. „Keine Halben Sachen“ zum Programm gemacht.

—| IOCO Aktuell GOP Variete Theater Münster |—

Köln, Oper Köln, Premiere Comedian Harmonists, 14.12.2018

Dezember 5, 2018  
Veröffentlicht unter Oper Köln, Pressemeldung, Revue

oper koeln.jpg

Oper Köln

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

Köln / StaatenHaus Oper Köln © Petra Moehle

Die  COMEDIAN HARMONISTS

Premiere Fr., 14. 12.; auch am 18.12.2018  19:30 Uhr  –  StaatenHaus, Saal 2

Musikalische Leitung und Klavier Rainer Mühlbach, Szenische Einrichtung Christian Raschke, Ausstattung Mara Lena Schönborn

1927 / 1928 kamen sechs junge Herren zusammen, deren Ziel es war, nach dem amerikanischen Vorbild The Revelers ein deutschsprachiges Pendant zu gründen. Drei Tenöre, ein Bariton und ein Bass probten äußerst diszipliniert vorwiegend nächtens, unbezahlt und in einem winzigen Zimmer die Arrangements des sechsten Bandmitglieds, um nach monatelangem Ringen um eine ausgefeilte a-cappella-Darbietung mit Klavierbegleitung das erste Engagement zu erhalten: Der Berliner Varietékönig Erik Charell engagierte die Truppe als Intermezzi-Gesangsgruppe in der Pause der Operetten- Revue Casanova von Ralph Benatzky in seinem Großen Schauspielhaus. Charell war es auch, der den Männern jenen Namen verpasste, unter dem sie schnell berühmt werden sollten (und es noch heute sind): Comedian Harmonists.

Rund 85 Jahre später sind die Comedian Harmonists die wohl bekannteste ›Boygroup‹ der Welt. Ihre unterhaltsamen, eingängigen, teils auch unsinnig-witzigen Songs wie »Ich hab für dich ’nen Blumentopf bestellt«, »Ein Freund, ein guter Freund« oder »Veronika, der Lenz ist da«, aber auch Interpretationen von Stücken wie »Stille Nacht« oder »Muss i denn zum Städtele hinaus« sind bis heute bekannt und gefeiert.

In fünf Szenen wird der Geschichte der Comedian Harmonists nachgespürt von Christian Raschke (Szenische Einrichtung) und Mara Lena Schönborn (Ausstattung). Intendantin Dr. Birgit Meyer und Chefdramaturg Georg Kehren führen durch den Abend, die musikalische Leitung hat Rainer Mühlbach. Es singen Mitglieder des Ensembles und des Internationalen Opernstudios.

Mit : Moderation Dr. Birgit Meyer, Georg Kehren,

Tenor John Heuzenroeder, Dino Lüthy, Martin Koch, William Goforth,, Anton Kuzenok, Bariton Wolfgang Stefan Schwaiger, Bass Matthias Hoffmann / Lucas Singer

 

Premiere  »Comedian Harmonists« am Freitag, den 14. Dezember 2018 um 19.30 Uhr im StaatenHaus, Saal 2

—| Pressemeldung Oper Köln |—

Berlin, Renaissance Theater, LENYA STORY – Hommage an Lotte Lenya und Kurt Weill, IOCO Kritik, 25.11.208

November 25, 2018  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Musical, Renaissance Theater, Revue

Renaissance Theater Berlin / LENYA STORY © Moritz Schell

Renaissance Theater Berlin / LENYA STORY © Moritz Schell

LENYA STORY – Hommage an Lotte Lenya und Kurt Weill

Von Torsten Fischer, Herbert Schäfer –  Kurt Weill (Musik)

Von Kerstin Schweiger

„Hoppla!“ – Als Jahrhundert-Seeräuberjenny hat Lotte Lenya, geborene Karoline Charlotte Blamauer aus Wien, Theatergeschichte mitgeschrieben. Die Sängerin und Schauspielerin lebte in vier Ländern auf zwei Kontinenten – nie ohne ihren Ehemann und Lebensfreund, den Komponisten Kurt Weill, dessen Musik sie intuitiv und erfolgreich interpretierte. Sie waren eines der innovativen Künstlerpaare, die in den späten 1920er Jahren ihr Leben und ihre künstlerische Tätigkeit untrennbar in einer blühenden Theater- und Musikszene vernetzten.

LENYA STORY  –  Musik Torsten Fischer, Herbert Schäfer und Kurt Weill 
Youtube Trailer des Josefstadt Theater Wien
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Als Weill viel zu früh gestorben war, wurde sie zur Agentin seiner Musik und begann eine zweite Karriere und zwei weitere Ehen. Sie spielte im James-Bond-Film Liebesgrüße aus Moskau, in der Musical-Uraufführung von Cabaret verkörperte sie am Broadway 1.000 Abende lang die Rolle der Pensionswirtin Fräulein Schneider. Lotte Lenya gründete die Kurt Weill Foundation for Music, die bis heute das Erbe Weills pflegt.

Im Oktober 2018 hätte sie ihren 120. Geburtstag gefeiert:  „Er gab ihrer Stimme Musik, sie gab seiner Musik eine Stimme“. Sona MacDonald und Tonio Arango sind als Lenya und Weill hinreißende Protagonisten in dieser Ko-Produktion des Berliner Renaissance-Theaters mit dem Theater in der Josefstadt in Wien. Zusammen mit Harry Ermer am Klavier und seiner dreiköpfigen Band – allesamt großartige Verteidiger Weill‘scher Musik – machen sie diesen Abend nach dem Buch und in der Regie von Torsten Fischer auf einer abgeschrägten leeren Bühne mit Neon-Schriftzug (Herbert Schäfer) mit wenigen Kostümen und Requisiten zu einer packenden biografischen Revuestory. Pumps, eine rote Federboa, ein Mantel, Zigarre und Whiskeyflasche und der Mond über Soho – eine Holzscheibe an einem Draht – über einer weißen Schneefläche sind die Dreigroschen-Requisiten dieser dichten und anrührenden Revue.

Renaissance Theater Berlin / LENYA STORY © Moritz Schell

Renaissance Theater Berlin / LENYA STORY hier Sona MacDonalds als Lotte Lenya und Kurt Weill © Moritz Schell

Lotte Lenya (1898-1981) kam aus ärmlichen Verhältnissen, geboren in einem Wiener Arbeiterbezirk gelangte sie als Jugendliche dank einer Tante als Elevin ans Zürcher Theater. Zusammen mit Elisabeth Bergner stand sie in Minirollen auf der Bühne, als Zwerg im Rheingold oder Page im Tannhäuser. 1921 eroberte sie dann Berlin, 10 Jahre vor Christopher Isherwoods seelenverwandter Romanfigur Sally Bowles aus „Goodbye to Berlin“. Dort lebte sie zunächst bei einer Pensionswirtin, die ihr sicherlich Inspiration für ihre spätere Interpretation des Fräulein Schneider im Welterfolg Cabaret war. „Die Ehe mit dem Komponisten Kurt Weill und die Mitwirkung in der Uraufführung der Dreigroschenoper 1928 waren ihr künstlerischer Durchbruch. Am Tag der Uraufführung stand ihr Name nicht im Programmzettel. Lenya war sich sicher: „Wenn sie auch heute meinen Namen nicht kennen, morgen werden sie wissen, wer ich bin“.

Die Songs von Kurt Weill – überwiegend aus den in Deutschland entstandenen Stücken Dreigroschenoper, Happy End und Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny sind Rückgrat der Aufführung und die Lebensreise-Route ihrer Protagonisten mit den Stationen der Emigration durch alle drei Schaffensphasen Weills und Lenyas. Vom Barbara-Song über die Zuhälterballade aus der Dreigroschenoper, über die leisen Emigrantensongs aus Paris geht es an den Broadway in die USA bis zum Resümee eines langen Lebens, dem „Lied von der Seeräuberjenny“, das Lotte Lenya so sehr entsprach. Die Songfolge ist eingebettet in eine textliche Collage mit Zitaten aus dem intensiven Briefwechsel Lotte Lenyas und Kurt Weills, der in einem wunderbaren Band von Weills ehemaliger Korrepetitorin am Broadway und späteren Präsidentin der Kurt Weill Foundation for Music herausgegeben worden ist, und Rezensionen zu und Dialogen aus Weills Stücken. Dies funktioniert ähnlich wie in Joachim Langs 2018 herausgebrachten „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“, wo Brecht nur in eigenen Zitaten spricht.

Tonio Arango ist Dreh- und Angelpunkt für Sona MacDonalds wunderbare Verinnerlichung von Lotte Lenya. In einem Vorspiel präsentiert er sie als Tierbändiger mit Auszügen aus Frank Wedekinds Erdgeist-Prolog als „die unbeseelte Kreatur (…) gebändigt durch das menschliche Genie“. Den größten Teil des Abends ist er als Kurt Weill an ihrer Seite und zeigt viele Facetten des verschlossenen Komponisten Kurt Weill. Von der ersten Begegnung mit Lenya im Ruderboot auf dem Weg nach Grünheide zu Weills Librettisten Georg Kaiser bis zu seinem Lenya trostlos zurücklassenden frühen Tod in Amerika ist er lakonisch, übermütig, ernsthaft und selbstbewußss, leise und immer an Lenyas Seite. Im zweiten Teil bleibt er seiner Bühnenpartnerin als Lenyas Ehemänner Nr. 2 und 3 treu.

Renaissance Theater Berlin / LENYA STORY © Moritz Schell

Renaissance Theater Berlin / LENYA STORY © Moritz Schell

Sona MacDonald verleiht Weills Songs Lenyas Stimme. Sie beherrscht den typischen Sprechgesang, die harte Akzentuierung und den Wiener Arbeiterdialek der Lenya. Sie imitiert Lenya nicht, sondern gibt ihr mit Können und Stimme laute wie leise Töne und ein Standing als Mensch und Künstlerin. Man wünscht sich einen ganzen Abend mit Weill und Zeitgenossen mit ihr. Im Stück heißt es „Lenya, die Callas des Songs“. Mit Fräulein Schneiders herzzerreißendem starken Lied „What would you do“ aus Cabaret (Kander/Ebb) sichert sich Sona MacDonald schon jetzt ein künstlerisches „Vorkaufsrecht“ für diese Rolle in einer zukünftigen Produktion von Cabaret. Soviel „Krach und Wonne“ (Bilbao Song) war seit der legendären Kurt Weill Revue 1985 im Theater des Westens nicht mehr. Ein starker Abend und ein Kleinod im Dickicht der Berliner Theaterproduktionen.

Wer Weills und Lenyas Spuren folgen möchte, sollte sich Anfang März auf den Weg in die Geburtsstadt des Komponisten, das anhaltische Dessau, machen. Dort findet seit 28 Jahren ein Musikfestival statt, das Leben und Werk Weills und seiner Zeitgenossen gewidmet ist: www.kurt-weill-fest.de

Berlin, Renaissance Theater – LENYA STORY, die weiteren Termine 18.12.; 19.12.; 20.12.; 21.12.; 22.12.2018; täglich vom  7.1. – 13.1.2019

Fotos: Moritz Schell, Pressestelle Renaissance-Theater

—| IOCO Kritik Renaissance Theater Berlin |—

Münster, GOP Varieté-Theater, Humorzone – Unterhaltsames mit Oli Materlink, IOCO Kritk, 12.11.2019

November 14, 2018  
Veröffentlicht unter GOP Variete Theater, Hervorheben, Kritiken, Revue

gop_ms_logo_cmyk_40_2

GOP Variete Theater Münster

GOP Varieté-Theater Münster © GOP Münster

GOP Varieté-Theater Münster © GOP Münster

Mit Humor in die Vorweihnachtszeit

Humorzone –  Warmherziges Varieté zur Vorweihnachtszeit

Von Hanns Butterhof

Humorzone, das neue Programm am G.O.P. Münster, beginnt mit einer längeren Gebrauchsanweisung für die Show. Dass sie erheblich kurzweiliger ausfällt als die Gebrauchsanweisungen für Handys oder ähnliche technische Geräte, ist der Kunst von Oli Materlik zu danken, der fesselnd von Witz zu Witz souverän durch die Humorzone führt.

GOP Varieté-Theater Münster / HUMORZONE - hier:  Oli Materlik und die HUMORZONE © GOP Münster

GOP Varieté-Theater Münster / HUMORZONE – hier: Oli Materlik und die HUMORZONE © GOP Münster

Dem Titel entsprechend geben die als Spaßmacher, Verbiegekünstler und Gaukler angesagten internationalen Artisten ihrer Auftritten einen ordentlichen Schuss Humor bei. So lässt der Belgier Vincent Bruyninckx zweifeln, ob er zu den Koloraturen einer klassischen Arie mit seinem Cyr kämpft oder nur spielt. Das Trio Wise Fools aus Finnland, die munteren Frauen Jaimee Allen, Valpuri Kaarninen und Maria Peltola, verblüffen mit ihrer Kunst des Doppel-Seil-Springens und am selten zu sehenden Dreier-Trapez. An ihm turnen sie mit stiller Kraft, und die Figuren, die sie erfinden, zeugen von ihrem skurrilen Humor.

Kräftig, aber weniger still ist die ebenfalls aus Finnland stammende Jutta Borg. Sie spielt mit ihrer Attraktivität, verbiegt sich verblüffend im Handstand und singt dann, zum Schreien komisch, dazu. Sind ihre Bewegungen sanft fließend, ist die Straßenkehrer-Performance des Uganders P.Fly eher kantig. Hätte er Gelenke, sie müssten beim Verbiegen seiner Gliedmaßen brechen. Eines leisen Schauderns kann man sich kaum erwehren, wenn er mit nach hinten gedrehten Füßen vorwärts geht.

Eine Oase der Ruhe ist die Jonglage-Darbietung des Franzosen Thomas Hoeltzel. Wie er fließend weiße Bälle über seinen Körper laufen lässt, als wären sie belebt, hat absolut Zen-Appeal.

Das abwechslungsreiche Programm läuft auf die beeindruckende Partnerakrobatik von Lin Gao und Xin Liu aus China zu. Die beiden glänzen mit elegantem, wie schwerelosen Paartanz, der sich an das klassische Ballett anlehnt  und seinen Höhepunkt mit einem Spitzentanz Xin Lius auf der Schulter ihres Partners findet.

GOP Varieté-Theater Münster / HUMORZONE - hier : die Wise Fools aus Finnland © GOP Münster

GOP Varieté-Theater Münster / HUMORZONE – hier : die Wise Fools aus Finnland © GOP Münster

Doch unmittelbar ins Herz zielt und trifft der gewinnende Puppenspieler Francisco Obregon aus Chile. Er hat mit seiner geliebten Puppe Sophia einigen grundkomischen Beziehungsstress auszustehen und bezaubert schließlich mit einem gemeinsamen versöhnten Gesangsduett.

Mit der zweistündigen Humorzone ist dem G.O.P. ein warmherziges, unterhaltsames Familienprogramm gelungen, das auch – ein geschmückter Tannenbaum gehört schon zur Bühnenausstattung – für die Vorweihnachtszeit bestens geeignet ist.

Showtime für Humorzone im GOP-Varieté-Theater Münster ist bis zum 13.1. 2019 immer Mittwoch bis Sonntag, vom 11.bis 25.12. auch am Dienstag. Ab dem 2.1.2019 übernimmt Matthias Rauch die Moderation.   Karten unter 0251- 4909090 oder variete.de.

—| IOCO Kritik GOP Variete Theater Münster |—

Nächste Seite »