Karl-Michael Vitt, Komponist, zu moderner Kompostion, IOCO Interview, 24.10.2020

Oktober 24, 2020  
Veröffentlicht unter Hervorheben, IOCO Interview, Konzert, Personalie

Karl-Michael Vitt, Komponist, am Clavichord © KM Vitt

Karl-Michael Vitt, Komponist, am Clavichord © KM Vitt

kmvitt.de

Karl-Michael Vitt, Komponist über polyphone Formen moderner Musik – im Gespräch mit Viktor E. Jarosch, IOCO

Kanonische – polyphone Klaviermusik der Moderne – Ein Auslaufmodell ?

Den Autor beschäftigte die Frage, ob oder wie es in der heutigen Zeit noch angesagt ist, E-Musik für Klavier in kanonischen, also polyphonen Formen zu komponieren. Heutige populäre Klavierkompositionen besitzen nur selten polyphonen Charakter. Moderne, wenig polyphone Klavierkompositionen werfen so die Frage auf, ob klassische Kompositionen wie sie z.B. von Johann Sebastian Bach aus dem Wohltemperierten Klavier bekannt sind, auch heute noch neu erschaffen werden. Oder sind solche klassische polyphone Kompositionen geliebter “Schnee von gestern”?  Wie sieht das moderne Pendant zu den klassischen Kompositionen aus?

Karl-Michael Vitt, Komponist zahlreicher Klavierwerke und dem Autor bekannt, hatte jüngst bei YouTube seine Komposition Invention in a-Moll veröffentlicht. Auf seiner Webseite kmvitt.de finden sich neben Fugen Klavierstücke, die immer polyphone Elemente in sich tragen. K.-M. Vitt hat in letzter Zeit verschiedene seiner auch bereits in Konzerten vorgetragene Klavierkompositionen in der Corona-Zeit aufgearbeitet und veröffentlicht. Kompositionen für vierstimmigen Chor werden in Kürze veröffentlicht. Grund genug für uns, mit Karl-Michael Vitt über seinen Werdegang, über moderne E-Musik, über moderne polyphone Kompositionen zu sprechen.

Karl-Michael Vitt – Metamorphose
youtube Trailer Karl-Michael Vitt
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Viktor E. Jarosch (VJ) : Lieber Herr Vitt: bevor wir das Thema polyphone Klaviermusik behandeln, lassen Sie uns wissen, wie Sie zur Musik gekommen sind.

Karl-Michael Vitt (KMV): Ich wuchs in einer Familie auf, deren fünf Kinder alle Klavier spielten. Mit sechs Jahren erhielt ich ersten Klavierunterricht,. Im Schulorchester spielte ich die Pauke und sang im Schulchor. Ich war also immer mit Musik umgeben. Als 10jähriges Kind schenkte ich meinem Vater eine kleine Komposition zu Weihnachten, was ihn zu Tränen rührte. Er selber hatte nie die Möglichkeit, ein Instrument zu spielen.

VJ:  Wie ging es dann weiter?

KMV:  Mit Harmonien lernte ich umzugehen in einer Rockband, die ich mit Freunden gründete. Nach Gehör spielten wir die Hits der Beatles, Beach Boys, Simon and Garfunkel und vielen anderen nach und traten in Jugendclubs auf. Im Klavierunterricht vermisste ich aber, dass mir zu wenig erklärt wurde, wie ich die Tonsprache erlernen konnte.

VJ:  Wird denn Tonsprache heute überhaupt jenen vermittelt, die ein Instrument erlernen?

KMV: : Tonsprache wird im heutigen Musikunterricht meist nur am Rande gelehrt. Bei einer Stunde Unterricht in der Woche ist kaum Zeit Tonsatz, Harmonielehre, Gehörbildung, Solfeggio und Musikgeschichte zu lehren. Schüler*innen werden befähigt die schwarzen Punkte richtig abzuspielen. Man lernt gewissermaßen das kyrillische Alphabet und kann die Gedichte von Puschkin lesen, versteht aber kein Wort. Bis ins 19. Jhd. bestand aber der Instrumentalunterricht darin, Meister zu imitieren und sich selber in der Sprache auszuprobieren. Beethoven war in jungen Jahren hauptsächlich durch seine Improvisationen gefeiert. Heute ist bei Kindern der Wunsch nicht besonders groß, dies zu erlernen. Durch die schulische Herausforderungen haben sie zu wenig Zeit zum Spielen. Sie sind oft zufrieden, wenn sie schöne Stücke spielen. Das ist auch gut so.

VJ:  Es heißt ja auch Klavier, ein Instrument spielen und nicht, Klavier arbeiten!

KMV: Richtig. Im Schulunterricht wird im Fach Musik viel erklärt. Aber am Gelernten „zu wachsen“, es sich zu eigen zu machen, findet nur selten statt. Bei einem Cellowettbewerb wurde kürzlich den Teilnehmern das Lied „Kommt ein Vogel geflogen“ vorgelegt. Das Stück sollte anschließend von den Teilnehmern in einer anderen Tonart nachgespielt werden. Alle scheiterten! Bei einer Meisterklasse mit András Schiff erlebte ich, dass András Schiff einen Studenten fragte, ob er in einer Sonate von Beethoven den harmonischen Gang einiger Takte erklären könne. Er konnte es nicht! András Schiff zeigte zwar Verständis für den Studenten, betonte aber, dass dies wichtiger sei, als nur die Noten zu kennen und zu spielen.
In der Barockzeit gehörte es zur Kunst, bei Stücken etwas wegzulassen oder hinzuzufügen. Es ist auch selten geworden, dass Pianist*innen bei Klavierkonzerten die Kadenzen selber gestalten. Die Pianistin Gabriela Montero ist eine Ausnahme. Sie zeigt in ihren Improvisationen, dass die „alte“ Kunst noch nicht verloren ist. Auch Martin Stadtfelds CD Hommage to Bach (Video folgend) mit 12 eigenen Stücken ist erwähnenswert, wie all diejenigen, die wir halt nicht kennen, die sich aber in vielen Stunden in dieser Kunst üben. Das gibt Hoffnung.

Martin Stadtfeld – Hommage to Bach
youtube Trailer OPUS
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VJ: Kenntnis der Harmonik von Musik und Kontrapunkt und die damit verbundene Improvisation ist also eher die Ausnahme unter Musikstudent*innen aber nicht die Regel?

KMV: Sicher nicht. Wenn man Chemie studiert, muss man z.B. seinen Matheschein machen. So müssen die Student*innen, die ein Instrument an der Hochschule studieren, den Schein in Harmonielehre erwerben. Das wird abgearbeitet. Wenn man 4 Stunden täglich am Instrument die Stücke für den Unterricht übt, fehlt vielleicht die Kraft nochmals eine gewisse Zeit mit Improvisation zu verbringen. Improvisation, Kenntnis der Harmonik gehört jenen, die Jazz studiert oder für die Organist*innen zum täglichen Brot. Sie erlernen dies auch an der Hochschule. So bin auch ich schließlich an der Orgel, der Königin der Instrumente, gelandet. In Frankreich gehört zum Orgelstudium auch das Lernen von Kontrapunkt und Fuge – im Gegensatz zu deutschen Hochschulen.

VJ:  Ihre Webseite kmvitt.de enthält viele Klavierstücke, insbesondere auch polyphone Stücke. Wie sind Sie dazu gekommen.

KMV:  Ich wollte unbedingt lernen, welchen Gesetzmäßigkeiten die Polyphonie folgt. Eine Kunstform, die vor dem Barock ihre Blütezeit hatte. J.S. Bach hat diese Kunst dann auf ein harmonisches Fundament gesetzt. Bei großen Komponisten sieht man, dass sie in ihren späten Schaffensperioden sich der Polyphonie zugewandt haben. Nehmen Sie als Beispiel Beethovens Spätwerk. Ich habe mir später im Leben gute Lehrer gesucht und sie in Moskau gefunden. Prof. Elena Wjaskowa, Professorin für Polyphonie an der Staatlichen Gnesin Akademie der Musik in Moskau, gab mir die meisten Impulse.  Elena Wjaskowa ist weltweit eine sehr geachtete Bachforscherin. Neben vielen Büchern  veröffentlichte sie 2005 ein Buch über „Die Kunst der Fuge“ von J.S.Bach.
So sind dann nach und nach die Werke, die Sie auf meiner Webseite kmvitt.de finden, entstanden. Die Noten können Sie auf der Seite käuflich erwerben.

VJ:  Haben Sie auch Kompositionen für Vokalmusik geschrieben?

KMV:  Ja, komponiert sind sie bereits. Zu einem späteren Zeitpunkt die Stücke für vierstimmigen Chor a capella und mit unterschiedlichen kleinen Besetzungen veröffentlichen.

VJ:  Doch zurück zu unserem Ausgangsthema: Wie sehen Sie die polyphone Klaviermusik in der Moderne, in der Jetztzeit:

KMV: : Robert Schumann hat einmal gesagt, dass das Wohltemperierte Klavier von J.S.Bach zum täglichen Brot eines Musikers gehören sollte. Es ist überliefert, dass der legendäre Cellist Pablo Casals jeden Tag Stücke aus dem Wohltemperierten Klavier gespielt hat. Auch András Schiff erzählte dies einmal von sich. Vermutlich beginnen viele Menschen so den Tag.. Ich hoffe nur, dass Instrumentalisten sich auch anregen lassen, einmal ein Präludium oder Fuge zu imitieren und dann sich an einem eigenen Stück auszuprobieren. Als Beispiel können zwei Stücke von zwei  Söhnen von J.S.Bach dienen. Wilhelm Friedemann Bach und Johann Christoph Bach schufen jeweils ein Präludium im Stile des ersten Präludiums aus dem Wohltemperierten Klavier Bd.1.

Aus der jüngeren Vergangenheit: nehmen Sie die bekannten Stücke in der Popmusik von Jethro Tull, Oscar Petersons wie Hymn to Freedom oder die Beatles mit Penny Lane und den Trompeten, die wir aus den Oratorien von Bach kennen, oder Yesterday mit dem klassischen Streichquartett. In all diesen Stücken atmet die Polyphonie und der Geist des Barock und der Klassik. 

Im letzten Jahr beendete Philippe Lefebvre, Organist an der Kathedrale Notre-Dame de Paris ein Konzert mit  einer Improvisation über ein Thema mit einer Fuge. Das alles zeigt, dass die Kunst der Polyphonie weiterhin lebt, praktiziert wird. Musiker könnten zur Wiederbelebung dadurch beitragen, indem sie ein altes Spiel wiederbeleben, indem sie sich zu feierlichen Anlässen Rätselkanons schenken.

Viktor Jarosch:  Lieber Herr Vitt, auch in Namen unserer großen IOCO Kultur Community darf ich für dies Gespräch danken.

—| IOCO Interview |—

Hof, Theater Hof, Ivo Hentschel – Musikdirektor ab 2021, IOCO Aktuell, 20.10.2020

Theater Hof

Theater Hof © Foto: Thomann

Theater Hof © Foto: Thomann

Ivo Hentschel – neuer Musikdirektor und Chefdirigent ab 2021

Ivo Hentschel, *1976, wuchs in der Nähe von Stuttgart auf und studierte bis 2007 an der Musikhochschule Mannheim Klavier und Dirigieren. 2006 war er Preisträger im internationalen Jorma-Panula-Dirigierwettbewerb. 2011 wurde er mit dem Preis des Freundeskreises am Theater Heidelberg ausgezeichnet und 2013 war er Sonderpreisträger des Deutschen Dirigentenpreises.

Seine Theaterlaufbahn begann Ivo Hentschel als Dirigent und Korrepetitor am Theater der Stadt Heidelberg. Bereits in der Spielzeit 2013/14 führte ihn ein Engagement als 1. Kapellmeister und stellvertretender Musikdirektor ans Theater Hof, bevor er von 2014 bis 2017 als 1. Kapellmeister am Staatstheater Cottbus verpflichtet war. Anschließend war er Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin für das Jahr ohne amtierenden Generalmusikdirektor und ist seitdem mit diesem Haus als regelmäßiger Gastdirigent eng verbunden. Darüber hinaus dirigierte er als Gast unter anderem an den Theatern Bern, Bonn und Lübeck, am Nationaltheater Mannheim und eine Opernproduktion mit der Kammerakademie Potsdam.

Theater Hof / Ivo Hentschel - kommender Musikdirektor am Theater Hof © Uwe Arens

Theater Hof / Ivo Hentschel – kommender Musikdirektor am Theater Hof © Uwe Arens

Als Konzertdirigent stand er u.a. am Pult des Konzerthausorchesters Berlin, des Orchesters der Komischen Oper Berlin, des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie Koblenz, der Neuen Philharmonie Westfalen und der Jenaer Philharmonie. Ivo Hentschel kann auf zahlreiche Konzertdirigate in ganz Deutschland und internationale Einladungen zurückblicken. Seit 2019/2020 ist er Erster ständiger Gastdirigent am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin. Ab der Spielzeit 2021/2022 wirkt er als Musikdirektor und Chefdirigent am Theater Hof, wo er das dann sanierte Haus mit Cherubinis Medea neu eröffnen wird. Außerdem betreut er als musikalischer Leiter die deutschsprachige Erstaufführung von Helena Citrónová von Somtow Sucharitkul und Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti.

„Mit Ivo Hentschel kommt ein sehr vielseitiger Künstler als Musikdirektor an unser Haus, der sowohl im klassischen Musiktheater, als auch in den Bereichen Operette und Musical viel Erfahrung mitbringt. Er kennt das Haus, weil er bereits in der Spielzeit 2013/14 äußerst erfolgreich als 1. Kapellmeister am Theater Hof engagiert war. Wir, also Theaterleitung, Solisten, Chor und Hofer Symphoniker, freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit und auf Musiktheater auf höchstem Niveau“, sagt Intendant Reinhardt Friese

„Das Theater Hof bietet in jeder seiner vier Sparten einen herausragend vielfältigen Spielplan. Ich freue mich außerordentlich auf die Aufgabe, diesen als Musikdirektor und Chefdirigent mitzugestalten und ihn gemeinsam mit dem Ensemble, dem Chor, den Hofer Symphonikern und allem Mitarbeitern des Theaters in großer Lebendigkeit und Qualität für unser Publikum umzusetzen“, so Ivo Hentschel.

—| IOCO Aktuell Theater Hof |—

Sebastian Lang-Lessing – gründet VirtuMasterClass, IOCO Aktuell, 02.09.2020

September 1, 2020  
Veröffentlicht unter IOCO Aktuell, Personalie, Pressemeldung

 VMC Logo © Natalie Sun

VMC Logo © Natalie Sun

Sebastian Lang-Lessing gründet VirtuMasterClass

VirtuMasterClass bietet Online-Meisterklassen bei Klassik-Weltstars an 

 Sebastian Lang-Lessing © Natalie Sun

Sebastian Lang-Lessing © Natalie Sun

Der deutsche Dirigent Sebastian Lang-Lessing hat VirtuMasterClass gegründet, eine neue Webseite, die Online-Meisterklassen mit führenden Künstlern der Klassikwelt anbietet. Die Künstlerliste umfasst Opernsänger, Pianisten, Geiger, Bratscher, Klarinettisten, Cellisten und einen Bandoneonspieler.

VirtuMasterClass wurde im Jahr 2020 inmitten der Coronavirus Pandemie und der in großen Teilen der Welt verhängten Ausgangssperren gegründet. Ziel ist, die weltweit spannendsten und  inspirierendsten Solisten mit Studenten aus der ganzen Welt zu verbinden. Dieser neuen Generation von Musikern soll Zugang zu individuellen Online-Unterrichtsstunden mit Künstlern ermöglicht werden, die auf den weltweit größten Bühnen zuhause sind.

„Wir wollen den Austausch zwischen internationalen Künstlern und Studenten aus der ganzen Welt aufrechterhalten. Brücken bauen, wo Grenzen geschlossen sind und den Zugang zu unseren künstlerischen Ressourcen erleichtern“, so Gründer Sebastian Lang-Lessing. „Wir sind uns sicher, dass sich Online-Unterricht weiterentwickeln und entfalten wird. Unsere Leidenschaft und Erfahrung mit einem Publikum auf der Bühne und im intimen Rahmen einer Unterrichtsstunde mit einem Studenten zu teilen sind zwei untrennbare Elemente unseres Berufs.“

Auf www.virtumasterclass.com können Schüler ihre Unterrichtsstunden online bei einem Künstler ihrer Wahl buchen und bezahlen. VirtuMasterClass Unterrichtsstunden funktionieren auf allen möglichen Endgeräten: Desktop-Computer, Laptop, Tablet oder Smartphone (Android oder Apple).

Liste von Lehrern

Klavier: Alessio Bax, Jean-Efflam Bavouzet, Michel Dalberto, Martina Filjak, Philip Fisher, Francois-Frédéric Guy, Freddy Kempf, Anne-Marie McDermott, Jon Kimura Parker

Geige: Martin Chalifour, Ning Feng, Vadim Gluzman, Karen Gomyo, Ilya Gringolts, Jun Yi Ma, Leticia Moreno, Jing Wang

Bratsche: Li-Kuo Chang, Paul Neubauer, Hartmut Rohde

Klarinette: David Shifrin, Stephen Williamson

Violoncello: Alban Gerhardt, Mark Kosower, Johannes Moser, Jian Wang

Bandoneon: JP Jofre

Sopran: Michaela Kaune, Cristina Pasaroiu

Mezzosopran: Michelle De Young, Dolora Zajick

Tenor: Charles Castronovo, Martin Muehle, Saimir Pirgu

Korrepetitorin / Sprach-Coach: Irene Kudela

Bariton: Davide Damiani, Greer Grimsley

—| Pressemeldung VirtuMasterClass |—

Schwarzenberg, Alpenarte, Gründer übernehmen Leitung des Festivals, 08.-11.10.2020

alpenarte / Unternehmer Hans Metzler (links) und Musikmanager Drazen Domjani? Metzler und Domjani? gründeten die :alpenarte 2017 in Schwarzenberg @ Andreas Grabherr

alpenarte / Unternehmer Hans Metzler (links) und Musikmanager Drazen Domjanic
Metzler und Domjanic gründeten die :alpenarte 2017 in Schwarzenberg @ Andreas Grabherr

alpenarte

Alpenarte  –  Gründer leiten das junge Musikfestival

Öffnung für neue Musikrichtungen – Solisten mit Vorarlberg-Bezug zeigen ihr Können

Die beiden Gründer Drazen Domjanic und Hans Metzler übernehmen wieder gemeinsam die Leitung des jungen Musikfestivals :alpenarte in Schwarzenberg. Nach der Corona-bedingten Absage im März haben die Gründer ihr Konzept adaptiert: Die :alpenarte wird musikalisch vielfältiger. Bei jedem Konzert präsentieren sich internationale Solistinnen und Solisten und mindestens ein junger Künstler, der mit der Region verbunden ist. Im Frühjahr findet die :alpenarte überwiegend digital statt. Das erste Festival mit neuem Konzept geht vom 8. bis 11. Oktober 2020 in Schwarzenberg über die Bühne.

alpenarte / Drazen Domjani? ist der künstlerische Leiter der :alpenarte @ Andreas Grabherr

alpenarte / Drazen Domjanic ist der künstlerische Leiter der :alpenarte @ Andreas Grabherr

Pianist und Musikmanager Drazen Domjanic und Unternehmer Hans Metzler hatten die :alpenarte 2017 in Schwarzenberg gegründet. Das Festival hat sich seither mit außergewöhnlichen, oft sehr persönlichen Auftritten junger Musikerinnen und Musiker einen Namen gemacht. Die sechs Ausgaben wurden jeweils von einem jungen Künstler als „Intendant in Residence“ gestaltet, die künstlerische Gesamtleitung lag seit 2018 beim bekannten Klarinettisten Sebastian Manz.

Nun übernimmt Drazen Domjanic selbst wieder die künstlerische Leitung. Unternehmer Hans Metzler bleibt wie bisher für die wirtschaftlichen Themen verantwortlich. Das bringe kurze Entscheidungswege, organisatorische Vereinfachungen und ein noch klareres Profil, sind die beiden Gründer überzeugt.

alpenarte / Unternehmer Hans Metzler @ Andreas Grabherr

alpenarte / Unternehmer Hans Metzler @ Andreas Grabherr

:alpenarte – Musikalische Vielfalt

Auch inhaltlich geht die :alpenarte neue Wege. „Der besondere künstlerische Spirit bleibt, der Weg ist neu“, formuliert Metzler. Die :alpenarte wird mehr Musik jenseits des traditionellen Klassik-Repertoires bieten und so neue Publikumsschichten ansprechen. Schon bisher waren musikalische Ausflüge, beispielsweise zum Tango, Teil des Programms. Nun will die :alpenarte ganze Konzerte bewusst anderen Musikrichtungen widmen – bis hin zu Evergreens.

Die vier Konzerte im Oktober werden von einem Ensemble junger Musikerinnen und Musiker bestritten. Ein Teil der Solistinnen und Solisten stammt aus Vorarlberg oder hat eine enge Verbindung in die Region. „Junge, höchst ambitionierte Musikerinnen und Musiker standen schon bisher im Mittelpunkt“, schildert der künstlerische Leiter Drazen Domjanic.Wir bieten nun verstärkt herausragenden Talenten mit Verbindung zu Vorarlberg eine Bühne.“ Darüber hinaus werden auch künftig internationale Musikerinnen und Musiker bei der :alpenarte zu Gast sein.

Der erfahrene Musikmanager Domjanic sieht es als Auszeichnung, dass die renommierte Schubertiade in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Musikerinnen und Musikern engagiert hat, die kurz zuvor bei der :alpenarte oder seinen weiteren Unternehmungen zu hören waren: „Wir haben dem Vorarlberger Publikum viele Neuentdeckungen präsentiert, die nun mit Weltstars auf der Bühne stehen. Diese hohe künstlerische Qualität bleibt auch künftig unser Anspruch.“

Digitales Festival im Frühjahr

Als Reaktion auf die Einschränkungen für Veranstaltungen in der Coronakrise findet die :alpenarte im Frühjahr künftig überwiegend digital statt. Geplant sind unter anderem Aufzeichnungen der Konzerte aus dem Herbst, die durch eigene Formate für die Ausstrahlung im Web ergänzt werden. Die Produktion übernimmt das bewährte Team der :alpenarte. Es wird von Studierenden der Musikvermittlung und des Musikjournalismus unter der Leitung von Carsten Dürer unterstützt.

Domjanic sieht in der Verbreitung über das Internet die Chance, ein internationales Publikum anzusprechen und für das Festival im Bregenzerwald begeistern. „Natürlich ist diese innovative Form der Präsentation ein kleines Wagnis. Doch auch das gehört zu unserer Idee, Klassik anders zu präsentieren.“ Ob neben Live-Festival im Herbst und Online-Festival im Frühjahr weitere Konzerte möglich sind, hängt unter anderem von den dann geltenden Covid-19-Beschränkungen ab.

Wichtiger Schwerpunkt des Festivals bleibt jedenfalls die Musikvermittlung. Für die Schulklassen werden künftig in jedem Jahr eigene Konzerte im Angelika-Kauffmann-Saal stattfinden.

Die :alpenarte findet vom 8. bis 11. Oktober 2020 in Schwarzenberg statt. Das Programm wird in den kommenden Wochen fixiert und Anfang September präsentiert.

—| Pressemeldung alpenarte Schwarzenberg |—

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