Bern, Theater Bern, Florian Scholz – Roger Vontobel, IOCO Aktuell, 21.02.2020

Konzert Theater Bern © P Zinniker

Konzert Theater Bern © P Zinniker

Konzert Theater Bern

 Florian Scholz  –  Roger Vontobel

Das Konzert Theater Bern mit neuer Führung

Florian Scholz ab Spielzeit 2019.2020 am Konzert Theater Bern:  Der Stiftungsrat von Konzert Theater Bern (KTB) hat Florian Scholz zum neuen Intendanten für das KTB gewählt. Der 49jährige Florian Scholz leitete die letzten sieben Jahre mit Erfolg das Stadttheater Klagenfurt in Österreich, welches wie das KTB als Mehrspartenhaus organisiert ist. Florian Scholz startet bereits in der nächsten Spielzeit als designierter Intendant und wird ab 2021.2022 die künstlerische Gesamtverantwortung am Konzert Theater Bern übernehmen. Ab dieser Spielzeit wird auch der mehrfach ausgezeichnete Schweizer Theaterregisseur Roger Vontobel zum KTB stoßen.

Überzeugt hat Florian Scholz auf Grund seiner Verankerung sowohl im Musik- als auch im Sprechtheater, seinem künstlerischen Leistungsausweis sowie seiner starken Vernetzung in der Schweizer wie internationalen Kunst- und Kulturszene. Zentral für die Wahl war insbesondere sein erfolgreiches, aktuelles Schaffen an einem Mehrspartenhaus: Als Intendant des Theaters des Landes Kärnten und der Stadt Klagenfurt bringt Florian Scholz seit sieben Jahren mit über 250 festangestellten Mitarbeitenden pro Saison circa 15 Neuproduktionen in den Sparten Oper und Musiktheater, Schauspiel, Tanz sowie im Kinder-und Jugendtheater in rund 200 Aufführungen auf die Bühne. Er zeichnet für alle Sparten verantwortlich und ist als Intendant des Kärntner Sinfonieorchesters ebenfalls für das Konzertwesen zuständig.

Vor diesem Hintergrund sagt Nadine Borter, Stiftungsratspräsidentin KTB: «Mit Florian Scholz übernimmt ein Intendant die Leitung des KTB, der nicht nur auf einen grossen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann, sondern auf einen Erfahrungsschatz, der perfekt auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist. Florian Scholz bringt fachlich und persönlich die besten Medienmitteilung Voraussetzungen mit, um am grössten Vierspartenhaus der Schweiz zu wirken und dieses weiter voranzubringen». Florian Scholz wird als designierter Intendant bereits in der kommenden Spielzeit seine Arbeit am KTB aufnehmen und zwar in einer 50 Prozent Anstellung. Ab der Spielzeit 2020.2021 wird er als Intendant vollamtlich in Bern tätig sein und mit dem bestehenden Leitungsteam die Geschicke des Hauses lenken.

Konzert Theater Bern / Florina Scholz © Theater Bern

Konzert Theater Bern / Florina Scholz © Theater Bern

Die erste Spielzeit unter seiner Planung wird die Spielzeit 2021.2022 sein. Vor seiner Intendanz am Stadttheater Klagenfurt arbeitete Florian Scholz, der an der Universität Zürich ein Aufbaustudium zum Theaterleiter absolviert hat, als Direktor für Internationale Beziehungen und Sonderprojekte an der Bayerischen Staatsoper bei Nikolaus Bachler in München (2006-2012). Dort war er unter anderem für die Kuratierung des Sonderprogramms der Münchner Opernfestspiele verantwortlich. Zuvor war er an der Opéra National de Paris als Assistent von Gerard Mortier und am Deutschen Nationaltheater Weimar als Spielstättenleiter tätig sowie an der Schaubühne Berlin bei Thomas Ostermeier als Regieassistent. Zwischen den Jahren 1995 und 2000, nach seinem Studium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin, arbeitete der gebürtige Heidelberger als Schauspieler an verschiedenen deutschsprachigen Bühnen. Berner Modell für Florian Scholz im Zentrum Beworben hat sich Scholz ganz bewusst aufgrund des Berner Modells, das – wie er betont – im Zentrum seines Wirkens stehen wird: «Als Intendant will ich eine enge, wie vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Intendanz und Spartenleiterinnen und Spartenleitern aufbauen, welche ihre Bereiche eigenständig und unabhängig leiten werden. Wir wollen uns dabei als Team verstehen».

Aktuell:  Coco – ein Transgendermusical
youtube Trailer Theater Bern
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Florian Scholz wird nicht selber inszenieren, sondern er wird sich bewusst auf die Gesamtstruktur konzentrieren. «Ein spezielles Augenmerk will ich dabei auch auf spartenübergreifende Arbeiten legen, denn es ist ein besonderes Privileg, unter einem Dach ein Orchester, eine Tanzcompagnie, einen Chor, ein Opernund Schauspielensemble zu vereinen», so Scholz. Entsprechend einem zeitgemässen Kunstgeschehen müsse diese Ausgangslage für das gemeinsame Schaffen genutzt werden. Lokal verankert und international unterwegs Mit einem starken und festen Ensemble, das fallweise von externen Gästen unterstützt werden soll, plant Scholz «ein künstlerisch zeitgemässes, gesellschaftlich relevantes und sinnlich erfahrbares Programm, das sowohl in die Stadt und in den Kanton, als auch überregional und international ausstrahlt.» Das KTB könne und müsse für die Gesellschaft eine wichtige Rolle spielen, ist Scholz überzeugt: «Es ist Aufgabe einer jeden Kunststätte, sich für Empathie, Toleranz und Gerechtigkeit einzusetzen und den Geist der Freiheit aufrechtzuerhalten. Dies in der Stadt Bern zu tun, einem Ort, in welchem direkte Demokratie gelebt wird, wird für mich eine Herausforderung und Kern meiner Arbeit werden. »

Aktuell:  Madame Butterfly – Giacomo Puccini
youtube Trailer Theater Bern
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Einen Schwerpunkt will Scholz auf das Lokale und das unmittelbare Geschehen vor Ort legen. Für das Lokale stehen die Künstlerinnen und Künstler der Region, für das unmittelbare Geschehen vor Ort steht die Zusammenarbeit mit den Institutionen wie der HKB, der Universität oder dem Konservatorium, aber auch mit Initiativen und Vereinen. Gerade, weil im Kanton Bern Sprachbarrieren durchbrochen werden können, will Florian Scholz übergreifende Projekte fördern – etwa durch Koproduktionen mit Kulturinstitutionen in ganz Europa und auch interkontinental.

Roger Vontobel wird neuer Schauspieldirektor:  Zum Team von Florian Scholz stösst ab der Spielzeit 2021.2022 der renommierte und mehrfach ausgezeichnete Schauspieldirektor Roger Vontobel. 1977 in Zürich geboren, studierte Vontobel Schauspielregie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Er führte Regie unter anderem am Schauspiel Essen und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg sowie an den Münchner Kammerspielen, dem Deutschen Theater Berlin, Maxim Gorki Theater, Schauspiel Köln, am Royal Danish Theatre in Kopenhagen und in Paris am Théâtre National de la Colline. Von 2011-2016 war Vontobel Hausregisseur am Schauspielhaus Bochum, seit 2016 ist er in gleicher Funktion am Schauspielhaus Düsseldorf tätig. Roger Vontobel wurde 2006 von «Theater heute» zum «Nachwuchsregisseur des Jahres gewählt». Im selben Jahr erhielt er den Kurt-Hübner-Förderpreis für junge Regisseure. Für seine Dresdner Inszenierung von Schillers «Don Carlos» gewann Vontobel 2010 den Faust-Theaterpreis in der Kategorie «Regie Schauspiel» und wurde damit zum Berliner Theatertreffen 2011 eingeladen. Sein Operndebüt gab er 2016 an der Staatsoper Hamburg mit Rossinis Guillaume Tell. Vontobel hat klare Vorstellungen, wohin sich das Berner Schauspiel bewegen soll. Er will zugängliches Schauspiel fördern und einen Ort schaffen, wo eine «Gemeinschaft des Erlebens» entsteht. Mit seinem weitreichenden Netzwerk in der deutschsprachigen und europäischen Theaterlandschaft will er am KTB «ein herausragendes Team und Ensemble zusammenstellen, damit Bern berührendes und verführendes Schauspiel auf höchstem Niveau erhält». Bern, im Zentrum der Schweiz, ist für Vontobel eine Stadt, die zugleich offen und dezidiert eigen ist – hier kumulierten sich Themen unserer Zeit wie Zugehörigkeit und Identität, Ängste und Sehnsüchte. Die Auseinandersetzung mit diesen zentralen Fragen, die einen ehrlichen Blick abverlangen, will Vontobel am KTB angehen: «Hierzu braucht es eine Heimat – und diese möchte ich in Bern finden und den Bernerinnen und Bernern in ihrem Theater anbieten».

Findungskommission und Verfahren: Die Intendanz wurde von der Findungskommission in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählt. Nach der Stellenausschreibung, auf die sich mehrere Dutzend Personen gemeldet haben, wurde erst eine Longlist mit 16 qualifizierten Kandidaten erstellt und daraus eine Shortlist mit neun Persönlichkeiten herausgearbeitet. Nach diversen Gesprächen und Abklärungen hat die Findungskommission dem Stiftungsrat schliesslich Florian Scholz einstimmig zur Wahl vorgeschlagen. Diese erfolgte am 17. Juni 2019. Geleitet wurde die Findungskommission von Nadine Borter, der Stiftungsratspräsidentin von KTB. Weitere Mitglieder der Findungskommission waren Anna Badora, Georges Delnon, Marcel Brülhart, Markus Hongler, Ueli Studer, Hansueli Glarner und Giulia Meier. 

—| IOCO Aktuell Theater Bern |—

Osnabrück, Theater Osnabrück, Ulrich Mokrusch – Neuer Intendant ab 2021, IOCO Aktuell, 13.02.2020

theater_osnabrueck_logo

Theater Osnabrück

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Ulrich Mokrusch –  Intendant Theater Osnabrück ab 2021

Unter 38 Bewerbungen hatte die Findungskommission den richtigen Bewerber herauszusuchen, der ab der Spielzeit 2021/22 verantwortlich für die Geschicke des Theater Osnabrück wie der Städtischen Bühnen Osnabrück ist. Für die richtige Wahl hat die aus 18 Mitgliedern bestehende Kommission zwei Bewerbungsrunden gebraucht. Am  9. Dezember hat der Aufsichtsrat der Städtischen Bühnen mit Ulrich Mokrusch den Nachfolger von Dr. Ralf Waldschmidt gewählt.

Die Findungskommission unter Vorsitz der Aufsichtsratsvorsitzenden Brigitte Neumann umfasste 18 Personen, darunter als externe Experten Intendantin Nicola May vom Theater Baden-Baden und Intendant Markus Dietze vom Theater Koblenz. Unterstützt wurde die Findungskommission erstmals durch Prof. Dr. Uwe Kanning, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Osnabrück.

Neumann freut sich über die Wahl: „Sein Interesse auch spezifische Osnabrücker Themen in seine künstlerischen Pläne aufzunehmen, hat mich besonders überzeugt. So seine Idee ein Werk von Preisträgern des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis in regelmäßigen Abständen in den Spielplan aufzunehmen oder auch seine Überlegungen    für das Jahr 2023 und damit die 375-Jahrfeier Westfälischer Frieden“.

 Theater Osnabrück / Ulrich Mokrusch - kommender Intendant des Theater Osnabrück © Uwe Lewandowski

Theater Osnabrück / Ulrich Mokrusch – kommender Intendant des Theater Osnabrück © Uwe Lewandowski

Erster Stadtrat Wolfgang Beckermann sagt: „Mich hat Ulrich Mokrusch besonders dadurch überzeugt, dass er die Vernetzung des Theaters in der Stadt noch viel breiter aufstellen möchte. Das ist zum Beispiel die stärkere Kooperation mit zahlreichen innerstädtischen Partnern und zu unseren ausländischen Mitbürgern durch die Einführung eines Gastlands pro Spielzeit. Außerdem bin ich sehr erfreut, dass er Erfahrungen mit großen Theatersanierungen aus seinen Stationen vor Bremerhaven, nämlich aus Bielefeld und Mannheim mitbringt, was uns angesichts dieser großen Aufgabe helfen wird.“         Der Kulturdezernent berichtet, dass die Findungskommission Ulrich Mokrusch als den geeigneten Intendanten ansieht, der sowohl die hohe Auslastung mit einem vielfältigen Spielplan aufrechterhalten kann als auch mit außergewöhnlichen Projekten die überregionale Wahrnehmung des Theaters sicherstellen wird.

Geister – Theater Osnabrück
youtube Trailer Theater Osnabrück
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Geister – Uraufführung am Theater Osnabrück – IOCO Rezeption

Ulrich Mokrusch, Jahrgang 1963, ging nach der Schauspielausbildung in Paris an der école Jacques Lecoq zunächst für drei Jahre als Regisseur und Schauspieler an das Rheinische Landestheater Neuss. Als freier Regisseur arbeitete er an diversen Bühnen in Deutschland insbesondere für Oper und Schauspiel. Parallel zu seinen künstlerischen Arbeiten studierte er Kulturmanagement an der FU Hagen und Betriebswirtschaftslehre, die er mit dem Diplom beendete. Später unterrichtete er als Dozent nebenberuflich Theatermanagement u.a. an der LMU, München sowie an der Hochschule Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig.  2001 wechselte er an das Theater Bielefeld, wo er als stellvertretender Intendant bis Sommer 2005 engagiert war. Von 2005 bis Ende 2009 war er Stellvertretender Generalintendant am Nationaltheater Mannheim.

Ulrich Mokrusch ist seit August 2010 Intendant des Stadttheater Bremerhaven. Bereits nach dem ersten Jahr seiner Intendanz wurde das Stadttheater Bremerhaven in der Kritikerumfrage der Deutschen Bühne 2011 als bestes Theater abseits der Zentren ausgezeichnet. 2015 erhielt das Theater den erstmals verliehenen Theaterpreis des Bundes. 2019 wurde das Theater nominiert für den International opera award in London, für die Wiederentdeckung des Jahres „the lodger“ von Phyllis Tate.

Mokrusch beobachtet die Entwicklung der Städtischen Bühnen schon seit Jahren und ist sich sicher, trotz der bevorstehenden Sanierung des Hauses auch künstlerisch neue Akzente zu setzen: „Ich freue mich, in Osnabrück ein Theater für und mit der Stadt zu gestalten, die Öffnung des Theaters weiter voran zu treiben und mit einem künstlerisch abwechslungsreichen Programm auch neue, diverse Besuchergruppen zu erreichen.

—| IOCO Aktuell Theater Osnabrück |—

Berlin, Staatsoper Unter den Linden, Trauer um Harry Kupfer _ 1935-2019, 30.12.2019

Staatsoper unter den Linden

Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschläger

Staatsoper Unter den Linden – Im Traum © Max Lautenschläger

 Staatsoper Unter den Linden –  Trauer um Harry Kupfer

Harry Kupfer, 12. August 1935 – 30. Dezember 2019, einer der zentralen Musiktheaterregisseure der vergangenen Jahrzehnte, ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Mit seinen mehr als 200 Inszenierungen hat er die Kunst der Opernregie auf eine neue Höhe geführt und ihr nachhaltige Impulse für die Gegenwart und Zukunft gegeben. Die Staatsoper Unter den Linden, der Harry Kupfer ab den frühen 1970er Jahren bis zum Ende seines Lebens eng verbunden war, ist ihm für sein herausragendes künstlerisches Wirken zu größter Dankbarkeit verpflichtet. Harry Kupfer hat die Werke, die er gemeinsam mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern auf die Bühne gebracht hat, bis in ihre Tiefenschichten hinein befragt und gedeutet – seine Regiearbeiten zeugen von höchster handwerklicher Souveränität wie von außergewöhnlicher Gedanken- und Einfallsfülle.

Der Rosenkavalier mit Einführung von Harry Kupfer
youtube Trailer Salzburger Festspiele
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Oper war für Harry Kupfer etwas zutiefst Lebendiges, mit beständigen Verweisen auf das Hier und Jetzt. Seine Inszenierungen haben stets das Denken aller künstlerisch Beteiligten wie des Publikumsherausgefordert, mit unbedingter Energie und Überzeugungskraft ist es ihm gelungen, immer wieder Funken aus den Werken zu schlagen, auf dass sie aktuell und aussagekräftig bleiben. Bereits mit Mitte Zwanzig hatte Harry Kupfer mit dem Inszenieren von Opern begonnen. Nach seinem Debüt in Halle mit Dvoráks Rusalka übernahm der studierte Theaterwissenschaftler die Leitung des Opernensembles am Theater Stralsund und wurde 1962 Oberspielleiter im damaligen Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz. Vier Jahre darauf wurde Harry Kupfer Operndirektor am Deutschen Nationaltheater und an der Staatskapelle Weimar, bevor er 1972 als Operndirektor und Chefregisseur an die Staatsoper Dresden wechselte. 1981 wurde er als Chefregisseur an die Komische Oper Berlin berufen, die bis in die späten 1990er Jahre das Zentrum seines Wirkens war. Dort inszenierte er u. a. Wagners »Meistersinger von Nürnberg«, die Erstaufführungen (in der damaligen DDR) von Aribert Reimanns »Lear« und Händels »Giustino«, die Uraufführung von Siegfried Matthus’ Judith, Mussorgskys »Boris Godunow«, Glucks »Orfeo ed Euridice«, »Carmen – Eine Version« nach Bizet, Offenbachs »Hoffmanns Erzählungen« und »Orpheus in der Unterwelt«,Händels »Julius Cäsar in Ägypten«, Donizettis »Lucia di Lammermoor«, Strauß’ »Fledermaus«, Beethovens »Fidelio«, Henzes »König Hirsch« sowie einen von »Idomeneo« bis zur »Zauberflöte« reichenden und unter einem übergreifenden Konzept stehenden Mozart-Zyklus.

Macbeth 2016 Inszenierung Harry Kupfer
youtube Trailer Staatsoper Unter den Linden
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Noch 2019 führte er im Haus an der Behrenstraße bei Händels Poro Regie. Parallel zu seiner Arbeit an der Komischen Oper inszenierte Harry Kupfer auch an der benachbarten Deutschen Staatsoper Berlin, beginnend 1971 mit Strauss’ »Die Frau ohne Schatten«, gefolgt von Verdis Othello 1972, der Uraufführung von Rainer Kunads »Sabellicus« 1974, Wagners »Parsifal« 1977 und Strauss’ »Salome« 1979, eine Produktion, die über eine Zeitraum von fast vier Jahrzehnten im Repertoire blieb. Ab 1992 inszenierte Harry Kupfer dann die zehn großen Wagner-Opern und -Musikdramen an der Staatsoper Unter den Linden, jeweils gemeinsam mit Daniel Barenboim als Dirigent sowie dem Bühnenbildner Hans Schavernoch. Von 1988 bis 1992 hatten Harry Kupfer und Daniel Barenboim bereits eine Neuproduktion von Wagners Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen realisiert. Ihre erste Zusammenarbeit an der Staatsoper galt »Parsifal«,im Anschluss folgte der komplette »Ring« bis 1996, bis 2001 dann alle weiteren Hauptwerke. Zu den FESTTAGEN 2002 wurde dann der zehnteilige Wagner-Zyklus zweimal hintereinander geboten, eine besondere Leistung in der Geschichte des Hauses. 2015 lebte die Kooperation von Harry Kupfer und Daniel Barenboim mit Beethovens »Fidelio« wieder auf. Zuletzt erarbeiteten sie 2018 Verdis Macbeth (youtube Trailer oben)  gemeinsam. Darüber hinaus schuf Harry Kupfer Inszenierungen in Graz, Kopenhagen, Amsterdam, Cardiff, Helsinki, London, Moskau, Zürich, Frankfurt, Köln, Mannheim, Stuttgart, München, Hamburg, Tel Aviv, San Francisco, Tokio und Sydney. In Wien inszenierte er insgesamt sieben Mal an der Staatsoper und der Volksoper, u. a. Krzysztof Pendereckis »Die schwarze Maske« und Strauss’ »Elektra« (beides Koproduktionen mit den Salzburger Festspielen), Bernd Alois Zimmermanns »Die Soldaten«, Tschaikowskys »Eugen Onegin« und Mussorgskys »Boris Godunow«. Am Theater an der Wien entstanden Inszenierungen von Strauss’ »Ariadne auf Naxos« sowie die Uraufführungen der Musicals »Elisabeth« und »Mozart!«.

Lady Macbeth von Mzensk mit Einführung von Harry Kupfer
youtube Trailer Bayerische Staatsoper
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Zu Harry Kupfers Arbeiten der letzten Jahre zählten neben dem Berliner Macbeth Inszenierungen von Strauss’ Rosenkavalier bei den Salzburger Festspielen (Trailer oben) und von Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk an der Bayerischen Staatsoper München. Harry Kupfer war Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Freien Akademie der Künste in Hamburg und der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden sowie Professor ander Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« in Dresden.Mit Harry Kupfer verliert die Musik- und Opernwelt einen maßgeblichen Vertreter seines Fachs, einen der stilbildenden Regisseure des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Staatsoper Unter den Linden, die seine intensive Arbeit und seine Begeisterung für die Sache, aber auch seine Zugewandtheit und Menschlichkeit hoch zu schätzen wussten, trauern um einen großen Künstler. Daniel Barenboim und alle Beteiligten gedachten Harry Kupfer bei dem heutigen Konzert zum Jahreswechsel mit einer Schweigeminute.

Im Namen der Staatsoper Unter den Linden,  Matthias Schulz, Daniel Barenboim, Ronny Unganz

—| Pressemeldung Staatsoper unter den Linden |—

Wien, Wiener Staatsoper, Wiener Staatsoper trauert um Peter Schreier, 25.12.2019

wien_neu.gif

Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

 Wiener Staatsoper – Trauer um Peter Schreier

Die Wiener Staatsoper trauert um den deutschen Tenor Peter Schreier, der am Mittwoch, den 25. Dezember 2019, mit 84 Jahren nach langer Krankheit in Dresden verstorben ist.

Peter Schreier wurde 1935 in Meißen geboren, war Mitglied des Dresdner Kreuzchores und studierte Gesang an der Dresdner Musikhochschule. Nach seinem Debüt an der Dresdner Staatsoper 1959 führten ihn seine Engagements unter anderem an die Berliner Staatsoper, die Bayreuther und Salzburger Festspiele, die Mailänder Scala, die New Yorker Met und nach Buenos Aires. Neben seiner Tätigkeit als Opernsänger widmete sich Schreier erfolgreich dem Liedgesang und stand als Dirigent unter anderem am Pult der Berliner Philharmoniker, der Wiener Symphoniker, der Staatskapelle Dresden und der Hamburger Symphoniker. 1967 debütierte er an der Wiener Staatsoper als Tamino in Die Zauberflöte. Fortan war er für vier Jahrzehnte regelmäßiger Gast im Haus am Ring.

An der Wiener Staatsoper sang Peter Schreier insgesamt 200 Vorstellungen in 15 unterschiedlichen Rollen. Zu seinen meistgesungenen Partien zählen Don Ottavio (Don Giovanni), Tamino (Die Zauberflöte) und Belmonte (Die Entführung aus dem Serail). Er war außerdem auch als Flamand (Capriccio), Lenski (Eugen Onegin), Graf Almaviva (Il barbiere di Siviglia) oder Loge (Das Rheingold) zu erleben. Als Idomeneo trat er am 4. Dezember 1991 zum letzten Mal im Haus am Ring auf.

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

Nächste Seite »