Schwerin, Mecklenburgisches Staatstheater, Spielplan März 2019

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Mecklenburgisches Staatstheater

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Silke Winkler


Spielplan Musik mit Besetzung März 2019


02 Sa        19:30 Uhr         Jekyll & Hyde
Musiktheater Musical in zwei Akten   Großes Haus

Mit Cornelius Lewenberg, Igor Storizhenko, Marie-Therese Anselm, Sebastian Kroggel, Ks. Petra Nadvornik, Matthias Koziorowski, Martin Scheil, Gottfried Richter, Matthias Unruh, Marc Clear, Femke Soetenga, Itziar Lesaka, Pavel Wernicke, Ludwig Wien, Georg Steinbach, Tomoji Okita, Jaewon Kim, André Schmidtke, Michael Meiske, Agim Kasumi, Wieland Beer, Opernchor, Ballettensemble, Statisterie des Mecklenburgischen Staatstheaters, Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin


04 Mo       18:00 Uhr         5. Sinfoniekonzert – Zurück zur Natur
Konzert Werke von Rautavaara, Sibelius und Beethoven, moderiertes Konzert   Großes Haus
Mit Daniel Huppert, Hyeyoon Park und Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin


05 Di         19:30 Uhr        5. Sinfoniekonzert – Zurück zur Natur
Einführung 45 Min. vor Beginn
Konzert Werke von Rautavaara, Sibelius und Beethoven                          Großes Haus
Mit Daniel Huppert, Hyeyoon Park und Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin


06 Mi        10:00 Uhr         Natur pur – Jugendkonzert 2
Konzert Werke von Rautavaara und Beethoven – Großes Haus
Mit Daniel Huppert, Kerstin Klaholz und Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin

19:30 Uhr       5. Sinfoniekonzert – Zurück zur Natur
Einführung 45 Min. vor Beginn
Konzert Werke von Rautavaara, Sibelius und Beethoven –  Großes Haus
Mit Daniel Huppert, Hyeyoon Park und Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin


08 Fr         19:30 Uhr         Im weißen Rössl Musiktheater Operette von Ralph Benatzky – Großes Haus

Mit Karen Leiber, Christina Ratzenböck, Erwin Belakowitsch, Christoph Reiche, Katrin Hübner, Roman Payer, Cornelius Lewenberg, Tina Landgraf, Andreas Auer, Itziar Lesaka, Simon Grundbacher, Kerstin Westphal, Joane Reimann, Anna Reinhard, Opernchor, Ballettensemble, Extra-Chor, Statisterie des Mecklenburgischen Staatstheaters, Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin


09 Sa        16:00 Uhr         Manege frei – der Zirkus kommt! – Kinderkonzert 1
Konzert Musik von Dmitri Kabalewski, Johannes Brahms und Gustav Peter       E-Werk
Mit Gabriel Venzago, Kerstin Klaholz und Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin


10 So        15:00 Uhr         André Chénier 
Einführung 30 Min. vor Beginn
Musiktheater Oper in vier Akten von Umberto Giordano                           Großes Haus

Mit Zurab Zurabishvili, Yoontaek Rhim, Karen Leiber, Hanna Larissa Naujoks, Itziar Lesaka, Sebastian Kroggel, Cornelius Lewenberg, Bruno Vargas, Paul Kroeger, Opernchor, Extra-Chor, Statisterie des Mecklenburgischen Staatstheaters, Mecklenburgische Staatskapelle


12 Di         09:00 und 11:00 Uhr   Manege frei – der Zirkus kommt! – Kinderkonzert 1
Konzert Musik von Dmitri Kabalewski, Johannes Brahms und Gustav Peter       E-Werk
Mit Gabriel Venzago, Kerstin Klaholz und Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin


13 Mi        10:00 und 11:30 Uhr     Peter und der Wolf – Kinderkonzert 2
Konzert von Sergej Prokofiev – Stadthalle Parchim, großer Saal
Mit Martin Schelhaas, Peter Larsen und Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin


15 Fr         10:00 Uhr         Der glückliche Prinz
Musiktheater Ein musikalisches Märchen nach O. Wilde            Konzertfoyer
Für Gruppen buchbar
Mit Cornelius Lewenberg, Özgür Platte, Toni Deutsch, Hajo Willimczik, Verena Lorenz


17 So        18:00 Uhr         Jekyll & Hyde
Musiktheater Musical in zwei Akten – Großes Haus

Mit Cornelius Lewenberg, Igor Storizhenko, Marie-Therese Anselm, Sebastian Kroggel, Ks. Petra Nadvornik, Matthias Koziorowski, Martin Scheil, Gottfried Richter, Matthias Unruh, Marc Clear, Femke Soetenga, Itziar Lesaka, Pavel Wernicke, Ludwig Wien, Georg Steinbach, Tomoji Okita, Jaewon Kim, André Schmidtke, Michael Meiske, Agim Kasumi, Wieland Beer, Opernchor, Ballettensemble, Statisterie des Mecklenburgischen Staatstheaters, Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin


18 Mo       10:00 Uhr         Der glückliche Prinz
Musiktheater Ein musikalisches Märchen nach O. Wilde  –  Konzertfoyer
Für Gruppen buchbar

Mit Cornelius Lewenberg, Özgür Platte, Toni Deutsch, Hajo Willimczik, Verena Lorenz


20 Mi        19:30 Uhr        André Chénier
Einführung 30 Min. vor Beginn
Musiktheater Oper in vier Akten von Umberto Giordano – Großes Haus

Mit Zurab Zurabishvili, Yoontaek Rhim, Karen Leiber, Hanna Larissa Naujoks, Itziar Lesaka, Sebastian Kroggel, Cornelius Lewenberg, Bruno Vargas, Paul Kroeger, Opernchor, Extra-Chor, Statisterie des Mecklenburgischen Staatstheaters, Mecklenburgische Staatskapelle


24 So        15:00 Uhr         Der glückliche Prinz
Musiktheater Ein musikalisches Märchen nach O. Wilde – Konzertfoyer

Mit Cornelius Lewenberg, Özgür Platte, Toni Deutsch, Hajo Willimczik, Verena Lorenz


25 Mo       10:00 Uhr         Der glückliche Prinz
Musiktheater Ein musikalisches Märchen nach O. Wilde – Konzertfoyer
Für Gruppen buchbar

Mit Cornelius Lewenberg, Özgür Platte, Toni Deutsch, Hajo Willimczik, Verena Lorenz


31 So        11:00 Uhr         Matinee vor der Premiere
Neugierig auf Der Rosenkavalier
Sonderveranstaltung – Konzertfoyer

18:00 Uhr ekyll & Hyde   Zum letzten Mal
Musiktheater Musical in zwei Akten – Großes Haus

Mit Cornelius Lewenberg, Igor Storizhenko, Marie-Therese Anselm, Sebastian Kroggel, Ks. Petra Nadvornik, Matthias Koziorowski, Martin Scheil, Gottfried Richter, Matthias Unruh, Marc Clear, Femke Soetenga, Itziar Lesaka, Pavel Wernicke, Ludwig Wien, Georg Steinbach, Tomoji Okita, Jaewon Kim, André Schmidtke, Michael Meiske, Agim Kasumi, Wieland Beer, Opernchor, Ballettensemble, Statisterie des Mecklenburgischen Staatstheaters, Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin


 

—| Pressemeldung Mecklenburgisches Staatstheater |—

Berlin, Friedrichstadt-Palast Berlin, VIVID Grand Show – Die Androidin R’eye, 22.02.2019

Friedrichstadt-Palast Berlin © Bernd Brundert

Friedrichstadt-Palast Berlin © Bernd Brundert

Friedrichstadt-Palast Berlin

Friedrichstadt-Palast  Berlin – Show-Palast der Moderne

Deutschlands meist besuchte Bühne

Der Friedrichstadt-Palast ist einzigartig: in seinem Programm und seinen Ausmaßen. Die große Tradition der Berliner Showunterhaltung wird hier hochmodern fortgeführt. Seine Größendimensionen sind unerreicht: Auf der größten Theaterbühne der Welt spielen hier die weltweit größten Ensuite-Shows. Die wechselvolle Theatergeschichte des legendären Palastes reicht zurück bis 1919, als Max Reinhardt das Große Schauspielhaus, ab 1. November 1947 Friedrichstadt-Palast genannt, eröffnete. Seit 1984 steht er als gigantischer Neubau an der Friedrichstraße 107 in Berlin-Mitte, inmitten des Theaterviertels East End.

Friedrichstadt-Palast Berlin / Der Zuschauerraum für 1.900 Besucher © Winiarski

Friedrichstadt-Palast Berlin / Der Zuschauerraum für 1.900 Besucher © Winiarski

Das gewaltige Gebäude ist der letzte Prachtbau, der am 27. April 1984 in der DDR errichtet wurde, und damit ein herausragendes architektonisches Zeitzeugnis der deutsch-deutschen Teilung. Nach dem Mauerfall schaffte es der Palast, sich als erste Adresse für aufwändige und spektakuläre Show-Unterhaltung im wiedervereinigten Deutschland zu etablieren. Nach umfassenden Investitionen in Millionenhöhe ist der Palast nach wie vor der größte und modernste Show-Palast in Europa. Auf 1.900 Plätzen besuchen über 700.000 Besuchern jedes Jahr die Revueshows des Hauses.

VIVID Grand Show – Eine Liebeserklärung an das Leben

Premiere 27.9.2018 – Spieldauer: Herbst 2019

Ein gigantischer Farbenrausch, der „berühmteste Hutmacher der Welt Philip Treacy (The Times) und das mit zwölf Millionen Euro höchste Produktionsbudget. All das und noch vieles mehr ist die VIVID Grand Show.

VIVID Grand Show – Friedrichstadt-Palast Berlin
youtube Video des Friedrichstadt-Palast Berlin
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In der VIVID Grand Show wird die junge R’eye in eine Androidin – halb Mensch, halb Maschine – transformiert. Fremdsteuerung bestimmt ihr Dasein, doch die Sehnsucht nach Freiheit bleibt lebendig. Eines Tages tanzt sie aus der Reihe. Mit strahlenden Augen sieht sie die Welt neu, die überwältigende Schönheit der Dinge, die wir oft übersehen. Auf Deutsch bedeutet vivid farbenfroh, leuchtend, lebendig. Das im Shownamen VIVID hervorgehobene Kürzel ID bezeichnet im Englischen die menschliche Identität (identity), die R’eye so sehr zu finden hofft.

IOCO wird zu dieser Show in Kürze berichten

Mit der Autorin und Regisseurin Krista Monson verantwortet erstmals in knapp einhundert Jahren Bühnengeschichte eine Frau Buch und Regie einer Grand Show am Palast. Sie trug als Artistic Director zum langanhaltenden Erfolg der Show ‚O‘ des Cirque du Soleil in Las Vegas bei und wirkte für den kanadischen Unterhaltungsriesen auch in Mailand, Los Angeles, Macau, New York, Orlando und Tokio.

Friedrichstadt-Palast Berln / VIVID Grand Show © Brinkhoff  Moegenburg

Friedrichstadt-Palast Berln / VIVID Grand Show © Brinkhoff Moegenburg

Philip Treacy arbeitete für Armani, Alexander McQueen, Karl Lagerfeld, Ralph Lauren und Valentino. Er entwarf Hutdesigns für ‚Harry Potter‘ und ‚Sex and the City‘, wurde fünf Mal als britischer Accessoire-Designer des Jahres ausgezeichnet, Queen Elizabeth verlieh ihm den ‚Order of the British Empire‘.   Unter der Direktion von Philip Treacy zeichnet der in Paris lebende Modeschöpfer, Illustrator und Art-Director Stefano Canulli für das extravagante Kostümdesign verantwortlich.

In der VIVID Grand Show spielt Andreas Bieber den Entertainer. Im Mittelpunkt steht die junge Androidin R’eye. Die Rolle wird verkörpert von Devi-Ananda Dahm. Die Preisträgerin des Bundeswettbewerbs Gesang beeindruckte sowohl am Theater des Westens als auch in Aufführungen an der Neuköllner Oper oder am Renaissance Theater Berlin. Als Androidonna, Königin der Androiden, wird Glacéia Henderson auf der größten Theaterbühne der Welt zu erleben sein. Die Mezzosopranistin überzeugte schon an der Anchorage Opera und Opera Fairbanks und begeisterte als Schauspielerin in Theaterstücken.

Zum internationalen Komponist*innen-Team zählen Arne Schumann und Josef Bach, welche die Original-Soundtracks der ersten deutschen Amazon-Serienproduktion ‚You Are Wanted‘ und der Filmkomödie Der Nanny von und mit Matthias Schweighöfer schrieben. Ebenso ist die Berliner Songwriterin Jasmin Shakeri an Bord, die u.a. vierfach mit Platin ausgezeichnet wurde für Andreas Bouranis‘ Album ‚Hey‘. 

Das Sounddesign gestaltete Cedric Beatty, zu dessen größten Erfolgen die Grammy-Nominierung für das Live-Album ‚World Tour‘ des Jazzpianisten Joe Zawinul zählte. Er arbeitete für und mit den Rolling Stones, Lou Reed, Keith Richards, BB King und Donna Summer. Das Bühnenbild hat der Amerikaner Michael Cotten entworfen, der Shows für Weltstars wie Bette Midler, Miley Cyrus, Shania Twain, Phil Collins und Katy Perry kreierte. Cotten verlieh der ‚HIStory World Tour‘ von Michael Jackson, dem Super Bowl sowie den Olympischen Spielen in Atlanta seine visuelle Magie.

—| Pressemeldung Friedrichstadt-Palast Berlin |—

 

Stuttgart, Staatstheater Stuttgart, Die sieben Todsünden – Seven Heavenly Sins, IOCO Kritik, 16.02.2019

Schauspielhaus Stuttgart, Zuschauerraum © Bjoern Klein

Schauspielhaus Stuttgart, Zuschauerraum © Bjoern Klein

Schauspielhaus Stuttgart

  Die sieben Todsünden – Kurt Weill /  Seven Heavenly Sins – Peaches

Kampf der Geschlechter, der Musik- und Geschmacksrichtungen 

von Peter Schlang

Spartenübergreifende Produktionen haben im größten Dreispartenhaus Europas, den Staatstheatern Stuttgart, eine lange Tradition. Dennoch mussten die Theaterfreunde – und das sind in diesen Fällen (eigentlich) immer Opernfreundinnen und -freunde – 23 lange Jahre warten, bis es am Samstag, dem 2. Februar 2019 unter drei neuen Intendanten wieder zu einer Neu-Inszenierung kam, an der maßgeblich und explizit Vertreter aller drei Sparten, also der Oper, des Balletts und des Schauspiels, beteiligt sind.

Die Staatstheater Stuttgart wuchten in einer Drei-Sparten-Produktion – Die sieben Todsünden von Kurt Weill und Bertolt Brecht – und mehr auf die Bühne

Ausgewählt hatte man dafür das, sieht man von dem dafür benötigten Orchester-Apparat ab, in allen drei Bereichen solistisch wie den Chor- oder das Corps betreffend eher dünn besetzte „Ballett mit Gesang“ Die sieben Todsünden von Kurt Weill und Bertolt Brecht, welches der Choreograf Georges Balanchine bei den zwei deutschen Exilanten für Paris in Auftrag gegeben hatte. Da dieses „ballet chanté“, welches am 7. Juni 1933 am Théâtre des Champs-Élysées in Paris mit Lotte Lenya und Tilly Losch in den Hauptrollen uraufgeführt wurde, jedoch mit nur 35 Minuten Spieldauer selbst für die inzwischen im Stuttgarter Schauspielhaus fast zur Regel gewordenen pausenlosen Kurz-Abende viel zu kurz ist, suchte die für diese Ko-Produktion gewonnene Regisseurin Anna-Sophie Mahler nach Material und Wegen, um aus Brecht-Weills gerade aus Sicht des weiblichen Teils der Gesellschaft noch immer berechtigter Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen einen halbwegs abendfüllenden Theaterabend zu basteln. Fündig wurde sie dabei bei der in den entsprechenden Kreisen zu einer Ikone der Freiheit und des Feminismus gewordenen kanadischen Punk- und Electroclash-Sängerin Peaches, die in ihrem unter dem Topos Seven Heavenly Sins firmierenden Teil der Produktion nicht nur ihre bekannten, teils zwanzig Jahre alten Songs life präsentieren, sondern sich auch sonst intensiv „performen“ und somit auf der Bühne des Schauspielhauses eine maßgebende Rolle einnehmen durfte.

Staatstheater Stuttgart / Die sieben Todsünden - Seven heavenly sins - hier : Josephine Köhler, Peaches, Louis Stiens © Bernhard Weis

Staatstheater Stuttgart / Die sieben Todsünden – Seven heavenly sins – hier : Josephine Köhler, Peaches, Louis Stiens © Bernhard Weis

Als weitere Erweiterung des Originals fügt die Regisseurin der von Brecht-Weill in zwei Teile gespaltenen Anna noch zwei Abspaltungen hinzu, wobei die beiden Ur-Annas der Haupthandlung der sehr präsenten und zu jeder Zeit äußerst intensiv agierenden und bis an ihre Grenzen gehenden Schauspielerin Josephine Köhler und dem nicht minder überzeugenden Halbsolisten und Nachwuchs-Choreografen der Stuttgarter Compagnie, Louis Stiens, anvertraut sind. Letztgenannter zeichnet auch für die Choreografie dieses Abends verantwortlich und wird so zum wichtigsten Akteur des Stuttgarter Balletts in dieser Ko-Produktion.

Als die beiden weiteren Inkorporationen Annas fungieren der bereits erwähnte Stargast Peaches, welche auch die meisten der in Weills Partitur enthaltenen Songs Annas übernimmt, und die mit dieser Produktion aus dem aktiven Tänzerinnendienst scheidende Melinda Witham, die der Stuttgarter Compagnie seit über vier Jahrzehnten angehörte und sich selbst als „eine der letzten Nachkömmlinge Crankos“ bezeichnet. Peaches ergänzt das Brecht’sche Original, das die in der katholischen Morallehre als die sieben Todsünden gebrandmarkten Untugenden Faulheit, Stolz, Zorn, Völlerei, Unzucht, Habsucht und Neid vorstellt, um sieben mit den gleichen Titeln versehene, aber nun eben als „himmlische Sünden“ bezeichnete Eigenschaften, die sich allerdings – entgegen der Verheißung in Titel und Begleit-Leporello – auf eine einzige reduzieren lassen, nämlich die Wollust oder eine uneingeschränkte sexuelle Freizügigkeit. Diese wird dann auch von den vier Anna-Abspaltungen in aller Freiheit und Ausführlichkeit demonstriert, wobei die Regie allerhand zusätzliches Text- sowie Ausstattungsmaterial bemüht und nicht nur die Bühnentechnik des Schauspielhauses gehörig in Bewegung bringt. Dies gilt im ersten Teil des Abends auch für die vier Sänger Elliot Carlton Hines, Christopher Sokolowski (Beides Mitglieder des internationalen Opernstudios), Gergely Németi und Florian Spiess, welche nicht nur die ihre Tochter immer anpeitschenden wie ausnehmenden Eltern Annas und deren zwei Brüder darstellen, sondern auch allerhand Personen verkörpern, denen die „vier Annas“ während ihrer unmoralischen Anschaffungstour für die Familie ausgeliefert sind.

Als Scharnier zwischen diesem mehr oder weniger originalen ersten Teil und dem beschriebenen „Peaches-Intermezzo“ fungiert ein von Josephine Köhler mit viel Verve und allen darstellerischen Raffinessen vorgetragener Monolog der französischen Existenzialistin Virginie Despentes aus deren die Frauen stärkendem und verteidigendem Text „Die King-Kong-Theorie“, dessen ambitioniertes Programm im folgenden Peaches-Teil jedoch leider nicht aufgegriffen wird.

Staatstheater Stuttgart / Die sieben Todsünden - Seven heavenly sins - hier : Josephine Köhler, Peaches, Louis Stiens, Christopher Sokolowski, Gergely Nemeti © Bernhard Weis

Staatstheater Stuttgart / Die sieben Todsünden – Seven heavenly sins – hier : Josephine Köhler, Peaches, Louis Stiens, Christopher Sokolowski, Gergely Nemeti © Bernhard Weis

Interessanter und viel ergreifender gelingt der vierte und abschließende Teil dieses Patchwork-Abends. Hier lässt uns die äußerst realitätsnah und sehr berührend auftretende 64jährige Melinda Witham als gealterte Anna zu den Klängen von Charles Ives‘ „The unanswered question“ nicht nur an ihrem Abschied von der Bühne und damit vom öffentlichen gesellschaftlichen Leben teilhaben, sondern gewährt uns insgesamt anrührende Einblicke in die letzten und entscheidenden Phasen menschlichen Lebens und deren Wertigkeit. Diese Szene wird in Erinnerung bleiben und entschädigt auch für manche Ohren-Pein, welche zumindest dem älteren und  der eher klassischen Theaterkunst anhängenden Teil der Zuschauer an nicht wenigen Stellen des ohne Pause gespielten, neunzigminütigen Abends zugemutet wurde.

Dieser hat durchaus seine Reize und großen Momente, so etwa, wenn die Regisseurin den Lebenswandel Annas, genauer der ersten beiden Ihrer Alter-Egos, als Boxkampf arrangiert und dazu einen echten Boxring mit allem erforderlichen Beiwerk auf die Bühne stellt (Bühne: Katrin Connan, Kostüme Marysol del Castillo und Charlie Le Mindu sowie Courtesy of Peaches Collection) oder diesen nach Weills/Brechts Beitrag mit viel Rauch und Licht in den Bühnenhimmel aufsteigen lässt. Zuvor aber agieren die beiden erwähnten Anna-Darsteller Josephine Köhler und Louis Stiens auf ihm mit sportlichem Fleiß und zeitweise akrobatischer Meisterschaft, während das an drei Seiten um den Boxring platzierte Staatsorchester nicht nur das Publikum des Boxkampfes simuliert, sondern dem ersten Teil des Abends eine jederzeit verlässliche musikalische Basis verleiht. Unter der umsichtigen und souveränen Leitung Stefan Schreibers lassen die Musikerinnen und Musiker alle Nuancen und genre-überschreitenden Anspielungen der Weill‘schen Musik perlend, tänzerisch und mitreißend hörbar werden und verwandeln die Bühne des Stuttgarter Schauspielhauses so musikalisch in ein Tanzlokal oder Varieté der späten Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts, während Peaches in ihrem Teil das Theaterpublikum eher in einen jetzt-zeitlichen, total angesagten Club entführt.

Staatstheater Stuttgart / Die sieben Todsünden - Seven heavenly sins - hier : Josephine Köhler und Peaches © Bernhard Weis

Staatstheater Stuttgart / Die sieben Todsünden – Seven heavenly sins – hier : Josephine Köhler und Peaches © Bernhard Weis

Dem Staatsorchester, vor allem seinen Disponenten und sonstigen Verantwortlichen muss man für diesen Abend aber noch ein weiteres großes Lob aussprechen, leisten doch seine Mitglieder nicht nur bei der dieser Besprechung zu Grunde liegenden ersten Repertoire-Aufführung der Sieben Todsünden im Schauspielhaus ihren Dienst. Im Opernhaus ging vielmehr zur selben Zeit eine Aufführung von Puccinis Madame Butterfly über die Bühne, und am Premierenabend war dort Cherubinis Medea gezeigt worden. Zwei Opern in nicht gerade kleiner Orchester-Besetzung zur gleichen Zeit – das verlangt nach größtem Respekt und zeugt von der großen organisatorischen wie personellen und musikalischen Substanz der Stuttgarter Staatsoper!

Dramaturgisch-theatralisch hinterließ diese, die Sparten vereinende Produktion wie schon angedeutet beim Berichterstatter einen zwiespältigen Eindruck. Zum einen bietet sie in etlichen Momenten durchaus gute Unterhaltung, zeugt von dem enormen technischen wie qualitativen Potential der drei Abteilungen der Stuttgarter Staatstheater und belegt darüber hinaus das hohe Niveau, auf dem hier für ein breites Publikum Theater gemacht werden kann. Andererseits hinterlässt die Aufführung beim kritischen Besucher doch einige Zweifel, ob man sie als ernsthaften Einwurf in der Me-Too-Debatte und als mutigen Beitrag zur Einforderung von Respekt für und vor Frauen oder gar zu deren Emanzipation betrachten kann.

So wird die im Programm-Leporello formulierte Ankündigung, die Inszenierung wolle Antworten auf die Frage geben, „wie man (als Frau?) raus aus der systematischen Gewalt und den strukturellen Zwängen komme“, ja überhaupt die „großen Fragen nach der Möglichkeit von individueller Freiheit und den Bedingungen für ein selbstbestimmtes Leben stellen“, an kaum einer Stelle umgesetzt. Wenigstens in Teilen wird dagegen ein anderes, im Programm gegebenes Versprechen eingelöst, nämlich, dass man (als Zuschauer/in) an diesem Abend „eine gute Zeit haben“ werde. Doch dies ist für ein solches Projekt und den dafür betriebenen immensen Aufwand dann doch etwas wenig, denn sowohl die Inszenierung des Brecht-Teils als auch das Arrangement der Peaches-Songs zur gleichnamigen Show bieten bestenfalls gehobenes Varieté- oder Revue-Niveau, bleiben aber leider eine tragfähige inhaltliche oder gar gesellschaftspolitische Aussage schuldig.

Staatstheater Stuttgart / Die sieben Todsünden - Seven heavenly sins - hier : Josephine Köhler und Peaches. Louis Stiens © Bernhard Weis

Staatstheater Stuttgart / Die sieben Todsünden – Seven heavenly sins – hier : Josephine Köhler und Peaches. Louis Stiens © Bernhard Weis

Wenn man sich allerdings das volle Haus bei den beiden ersten Aufführungen und den offenkundig bestens laufenden Vorverkauf für die kommenden Vorstellungen anschaut, dürfte dieses Defizit das Publikum keineswegs vom Weg ins Stuttgarter Schauspielhaus abhalten, sondern diesem vielmehr auch weiter ausverkaufte Abende und zudem eine Zielgruppe als Besucher bescheren, die man sonst in den Vorstellungen der Stuttgarter Staatstheater meist vergeblich sucht. Denn wann hat der Rezensent schon einmal die Begeisterung der neben ihm sitzenden jüngeren Frauen an deren Jauchzen und den von ihnen mitgesungenen Songs sowie sogar über den Boden spüren können, den das Trappeln der Füße eines begeisterten Teils des Publikums zum Beben brachte, dem man sonst eher in den Discos und Clubs der baden-württembergischen Landeshauptstadt begegnen dürfte?

So kann man diese neue Ko-Produktion der drei Stuttgarter Staatstheater-Sparten auch als äußerst gelungenen Marketing-Gag sehen, was angesichts eines sonst eher grauhaarigen Publikums in den „normalen“ Vorstellungen – zumindest von Schauspiel und Oper – keineswegs kleinzureden oder gar zu verurteilen ist.

Die sieben Todsünden von Kurt Weill / Bertolt Brecht im Schauspielhaus Stuttgart; weitere Vorstellungen am 17. und 25. 02. sowie am 02., 10., 23. und 30.03. 2019

—| IOCO Kritik Schauspielhaus Stuttgart |—

Aachen, Theater Aachen, A QUIET PLACE – Trouble in Tahiti – Leonard Bernstein, IOCO Kritik, 14.02.2019

Februar 14, 2019  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Musical, Theater Aachen

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Theater Aachen

Theater Aachen © IOCO

Theater Aachen © IOCO

A quiet place / Trouble in Tahiti  – Leonard Bernstein

von Ingo Hamacher

Mit nicht enden wollendem Applaus und Ovationen feiert das Aachener Premieren-publikum am 10.2.2019 die Opern von Leonard Bernstein: A quiet place / Trouble in Tahiti.

Hier wurde gezaubert!

Am beeindruckendsten die Nutzung der Drehbühne von Mathis Neidhardt. Bei seinem Bühnenbild scheint ein Kreis deutlich mehr als 360 Grad zu haben. Schier ungezählt die Räume, Perspektiven und Blickwinkel – bis hin zur vielbespielten Toilette des Hauses – in die er uns unter Berücksichtigung der häufigen Zeitsprünge an die verschiedensten Orte des „kleinen weißen Vorstadthauses“ führt.

Von Christopher Ward, dem neuen Aachener GMD, erwarten wir nach der kurzen gemeinsamen Zeit jetzt schon nichts Anderes als Höchstleistungen, und nichts weniger als das hat er uns an diesem Abend geboten. Gemeinsam mit dem ausgezeichneten Aachener Sinfonieorchester entführt er uns in eine musikalische Welt, in der auch der Komponist Bernstein weit über sich selbst hinaus gewachsen ist.

Leonard Bernstein (1918-1990) ist als Kind russisch-jüdischer Einwanderer in Amerika zu einer überragenden Figur der Musikgeschichte  des 20. Jahrhunderts  aufgestiegen. Mit seinen vielseitigen Begabungen, die er sowohl als Pianist und Dirigent, als Komponist und Verbalinterpret dem Publikum vorstellte, arbeitete er an der Idee „ein Musical zu machen, das eine tragische Geschichte mit den Mitteln und im Stil eines Musicals erzählt und nie Gefahr läuft in ‚Oper‘ auszuarten.“ Es galt ihm, „die feine Scheidewand zwischen Oper und Broadway zu finden.“ Diese Zielvorstellungen setzte er in seinem Musical WEST SIDE STORY (1957), seinem wohl bekanntesten Stück, äußerst erfolgreich um. Fünf Jahre zuvor hatte er noch eine Oper geschrieben: TROUBLE IN TAHITI.

Theater Aachen / Trouble in Tahiti - hier :  mit Takahiro Namiki, Jelena Rakic, © Carl Brunn

Theater Aachen / Trouble in Tahiti – hier : mit Takahiro Namiki, Jelena Rakic, © Carl Brunn

TROUBLE IN TAHITI (Aufregung in Tahiti; deutscher Titel: INSELZAUBER), Oper in sieben Szenen von Leonard Bernstein, Text vom Komponisten. Uraufführung: 1952 Brandeis University (USA). Das Thema: Dinah (Sopran) und Sam (Bariton) leben ohne tiefere Beziehung nebeneinander her. Ausdruck ihrer unerfüllten Sehnsüchte wird ein Film, den sie im Kino sehen; er trägt den Titel Trouble in Tahiti.

Diesen Einakter versuchte Bernstein dreißig Jahre später mit A QUIET PLACE fortzusetzen. Als das Ergebnis 1983 auf Ablehnung stieß, vermischte er ein Jahr später in der Mailänder Scala beide Opern zu einem Dreiakter. TROUBLE IN TAHITI besteht aus motivisch teilweise verzahnten geschlossenen Nummern, die von einem mikrofonverstärkt singendem Jazztrio kommentiert werden, das in bonbonfarbenen Kostümen, Masken und Perücken, die Illusion einer perfekten Barbie-Welt simuliert. Der Schlussakkord des Einakters, der symphonische Momente mit Revuestil mischt, steht programmatisch am Anfang von A QUIET PLACE.

Bernstein, der immer wieder darauf hingewiesen hat, dass die Überlebenschance der Musik in deren Tonalität liege, hat hier mit atonalen und teilweise sogar zwölftönig seriellen Einschüben experimentiert, sodass er mit seiner Oper TROUBLE IN TAHITI / A QUIET PLACE anspruchsvolles Musiktheater amerikanischer Prägung geschaffen hat, das trotz aller Probleme als eines seiner Hauptwerke angesehen werden kann, das viel zu selten gespielt wird.

Während Sam, der sich für den geborenen Sieger hält, zur Arbeit geht, erzählt Dinah ihrem Psychiater den Traum von einem Garten, aus dem ihr eine Stimme den Weg zu einem ruhigen Ort (a quiet place) verkündet. Diesen RUHIGEN ORT, nach dem sich Dinah wohl all die Jahre gesehnt hat, scheint sie zu Beginn der dreiaktigen Oper gefunden zu haben: Ihr Sarg steht, nach einem möglicherweise gewollten Autounfall, in einer Leichenhalle aufgebahrt. Zu verwirrender Zwölftonmusik versammeln sich Ehemann Sam, Freunde und Familienangehörige zur Trauergemeinde. Als Letzter erscheint Sohn Junior, der früher mit François, dem Mann seiner Schwester Dede, eine Affäre hatte. Junior, der seit Jahren an einer psychischen Erkrankung leidet, hat seinen Vater seit fast 20 Jahren nicht mehr gesehen. Sam hat seinen Schwiegersohn François nie getroffen.

Vater Sam hat keine Beziehung zu seinen Kindern und noch weniger zu sich selbst. Sofort brechen Animositäten auf. Junior beginnt in Reimen zu sprechen – ein Symptom seiner Psychose – und provoziert Sam mit einem improvisierten Strip-Blues.

Theater Aachen / A quiet place © Carl Brunn

Theater Aachen / A quiet place © Carl Brunn

Leonard Bernstein hat sich für seine zweite und letzte Oper A Quiet Place an großen Vorbildern orientiert, an Zerstörungsorgien der amerikanischen Literatur, Wutausbrüchen im Vorstadtidyll. In der Hysterie von Bernsteins Personen liegt etwas von der zerstörerischen Energie aus Wer hat Angst vor Virginia Woolf. Der Chor singt im Stück: „What a fucked up family“. Recht hat er! Der Bestattungsunternehmer: „Ich habe mit Schwulen nie etwas anfangen können!“ Antwort: „Ich habe mit Bestattungsunternehmern nie etwas anfangen können.“

Im zweiten Akt sehen wir als Rückblende Ereignisse aus der Oper TROUBLE IN TAHITI. Sam sichtet den Nachlass seiner Frau, als seine Tochter Dede das Zimmer betritt. Bei der gemeinsamen Durchsicht von Dinahs Besitz nähern sie sich langsam emotional an. Nebenan konfrontiert François seinen Ex-lover Junior mit seinem Verhalten im Bestattungsinstitut. Ganz scheint das gegenseitige Interesse jedoch noch nicht verschwunden zu sein; beide ringen mit ihrer wechselseitigen körperlichen Anziehung.

François Ärger provoziert eine psychotische Phase bei seinem Gegenüber, die Junior durch einige schmerzhafte Assoziationen zu einer wichtigen Erkenntnis führt: dass er seinen Vater liebt und braucht. Eine inzestuöse Beziehung zwischen Junior und seiner Schwester Dede wird angedeutet, es könnte sich jedoch auch nur um einen Ausschnitt aus Juniors psychotischem Wahngebäude handeln. Vater und Tochter umarmen sich; Junior bricht zusammen.

Das Jazz-Trio wiederholt seine Vorliebe für den amerikanischen Vororttraum. Anstatt an Juniors Schulaufführung teilzunehmen, hat Sam um eine Handball-Trophäe gespielt und gewonnen. Er verkündet sein Credo, als Gewinner geboren zu sein. Auch Dinah hat die Schulaufführung nicht besucht, sondern hat Fernsehen gesehen: Es lief ein Technicolor-Musical namens Trouble in Tahiti. Nach dem Duett: „Why did I have to lie?“ von Dinah und Sam scheint die Regisseurin Nina Russi den familiären Sprengstoff nicht mehr ausgehalten zu haben. Anders als in Stephen Wadsworths Libretto lässt sie die Beiden sich gegenseitig in die Arme sinken und zueinander zu finden. Familientragödien sind auch für Außenstehende nur begrenzt ertragbar.

Dritter Akt

Am nächsten Morgen trifft man sich im Garten. Kindliches Spiel der jungen Leute führt zu einer entspannten und versöhnungsbereiten Simmung zwischen den Familienangehörigen. Der Chor singt nach einem Zitat des Jazztrios aus TROUBLE IN TAHITI sein finales Amen auf die Zukunftspläne der vier Protagonisten. Sam, der am Ende um Aussöhnung bittet und seiner Familie die Hände entgegenstreckt, ist nicht unähnlich dem alten Leonard Bernstein, der unter der ihm auch von den eigenen Kindern vorgeworfenen Schuld litt, seine Frau für seine Liebhaber verlassen zu haben. Als er von der tödlichen Krebserkrankung seiner Frau erfahren hatte, kehrte er zu ihr zurück. Nach einem kurzen Moment des Verzeihens und der Harmonie brechen die tief sitzenden Traumatisierungen wieder hervor; der Weg bis zu heilen Welt scheint noch weit zu sein… falls es überhaupt gelingt!?

Winterzeit ist Grippezeit!

Zwei Sänger waren gesundheitlich nicht in der Lage zu singen, konnten ihre Rollen jedoch spielen: Gesungen wurde die Partie der Dede, Dinahs Tochter vom griechischen Sopran Evmorfia Metaxaki, die derzeit am Theater Lübeck engagiert ist. Für die Partie des Young Sam sprang der spanische Bariton Sebastià Peris ein, der eng mit der Deutschen Oper am Rhein verbunden ist. Beide sangen ihre Partien jeweils vom Rand ein, was das Durcheinander auf der Bühne natürlich noch zusätzlich vergrößerte.

Theater Aachen / A quiet place -  hier :  Der Bestattungsunternehmer; der Weg zur heilen Welt scheint weit  © Carl Brunn

Theater Aachen / A quiet place – hier : Der Bestattungsunternehmer; der Weg zur heilen Welt scheint weit  © Carl Brunn

Zusammenfassend: Es hat alles gestimmt! Regie, Bühne, Kostüme, Gesang, Musik; es war ein großartiger Abend! Der Zuschauerschwund des ausverkauften Hauses in der Pause nach dem 2. Akt war nur gering. Aber für Menschen, die nur zwei Augen und zwei Ohren haben, war es doch alles ein bisschen viel, was einem dort in knapp drei Stunden (inklusive Pause) geboten wurde.

Vielleicht hat Leonard Bernstein seinem Publikum zu viel zugemutet, weswegen die Stücke auch nur sehr selten aufgeführt werden. Ich habe jedenfalls schon einen zweiten Besuch des Stückes am Theater Aachen geplant!

Musikalische Leitung: Christopher Ward. Der Brite ist seit August 2018 Generalmusikdirektor der Stadt Aachen sein und leitet damit auch das Sinfonieorchester Aachen.
Inszenierung: Die Schweizer Regisseurin Nina Russi ist seit der Spielzeit 07/08 am Opernhaus Zürich beschäftigt. Die aktuelle Bernstein Oper ist ihr erste Regiearbeit am Theater Aachen.
Bühne: Mathis Neidhardt, der viele Jahre am Staatsschauspiel Dresden engagiert war. Seit 2001 ist er freischaffend tätig.
Kostüme: Annemarie Bulla, die nach vielen Jahren am Staatstheater Nürnberg seit 2015 als freie Kostüm- und Bühnenbildnerin tätig ist.
Choreinstudierung: Jori Klomp
Dramaturgie: Pia-Rabea Vornholt

Old Sam, Dinahs Mann: Wielans Satter. Der Bass-Bariton ist seit der Spielzeit 2012/13 Ensemblemitglied des Pfalztheaters Kaiserslautern und singt als Gast des Hauses.
Dede, Dinahs Tochter: Katharina Hagiopan. Die Sopranistin gehört seit 2011 zum Ensemble des Theater Aachen.
Junior, Dinahs Sohn: Der in Aachen geborene belgische Bariton Fabio Lesuisse ist inzwischen häufiger und gerne gesehener Gast in Aachen.
Francois, Mann von Dede: Der US-amerikanische Tenor Patrick Cook gibt mit dieser Rolle als Gast sein Europa-Debut.
Susie, Dinahs Freundin, Sopran, Irina Popova. Die Bulgarin ist seit der Spielzeit 2005/2006 am Theater Aachen engagiert.
Bill, Dinahs Bruder: Der Bass Jorge Escobar gehört dem Opernchor Aachen an.
Doc, Dinahs Arzt: Pawel Lawreszuk. Der polnische Bariton ist seit August 2005 am Theater Aachen engagiert.
Mrs. Doc, dessen Frau: Die Altistin Ekaterina Chekmareva ist Mitglied im Opernchor Aachen.
Bestattungs-Unternehmer: Der Koreaner Soon-Wook Ka, Tenor. In der vergangenen Spielzeit war Ka Stipendiat der Theater Initiative Aachen und kehrt nun als Gast zurück.
Analytiker: Tenor Hans Schaapkens, Opernchor des Theater Aachen.

Vocal Quartett
Die japanische Mezzosopranistin Rina Hirayama ist in dieser Spielzeit Stipendiatin der Theater Initiative Aachen.
Young Sam: Der britische Bariton Ronan Collett ist Gast des Hauses.
Dinah, Mezzo, die Französin Fanny Lustaud. 2017/18 war Lustaud Mitlied des Opernstudios der Opéra national du Rhin in Straßburg. Seit der aktuellen Spielzeit gehört Fanny Lustaud zum Ensemble des Theater Aachen.
Jazz Trio und Vocal Quartet, Jelena Rakic, serbischer Sopran. Seit der Spielzeit 2011/2012 gehört Rakic zum Ensemble des Theater Aachen.
Jazz Trio und Vocal Quartet, Takahiro Namiki, japanischer Tenor. In der dieser Spielzeit ist er Stipendiat der Theater Initiative Aachen.
Jazz Trio und Vocal Quartet, Eddie Mofokeng, südafrikanischer Bariton und Gast des Hauses.
Sinfonieorchester Aachen, Opernchor Aachen

A QUIET PLACE,  Oper in drei Akten, Englisch mir deutschen Übertiteln, Musik: Leonard Bernstein, Libretto: Stephen Wadsworth, Uraufführung: 17. Juni 1983, Ort der Uraufführung: Houston/Texas, Spieldauer: ca. 2 1/2 Stunden, Ort und Zeit der Handlung: New York, Gegenwart und vor etwas mehr als 20 Jahren.

A quiet place – Trouble in Tahiti am Theater Aachen: die eiteren Termine:
16.02.; 24.02. (Nachmittag); 27.02.; 10.03.; 11.04.; 18.04.; 26.04.; 17.05.2019

—| IOCO Kritik Theater Aachen |—

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