Osnabrück, Theater am Domhof, Das Waldhaus – Politkrimi – R. Kricheldorf, IOCO Kritik, 29.05.2021

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Theater Osnabrück

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

      Das Waldhaus   –  Tatort im rechten Sumpf

Spannende Stream-Uraufführung von Rebekka Kricheldorfs Politkrimi

von Hanns Butterhof

Mit ihrem Theater-Film Das Waldhaus, einem Auftragswerk der Autorin Rebekka Kricheldorf, mahnt die Schauspiel-Sparte des Theaters Osnabrück erneut wegen der rechten Gefahr. Schon die letzte Produktion, Ron Zimmerings Kriegerinnen, link zur Rezension HIER, beschwor die Gefahr durch Nazi-Frauen herauf, die unbemerkt die Gesellschaft unterwandern. In Rebekka Kricheldorfs Stück tauchen gefährliche Spinner aus dem rechten Sumpf unerkannt auf und greifen aus dem Verborgenen nach der Macht in Deutschland.

Das Waldhaus ist zu einem Teil ein Krimi, den Regisseur Dominique Schnizer  in immerwährendes Dunkel taucht und Ernst Bechert elektrisierend mit musikalischer Spannung auflädt. In ihm geht es um die Hintergründe des Verkehrsunfalls, bei dem die Eltern der Studentin Nadine (Katharina Kessler) ums Leben kamen. Die überraschende Aufklärung ergibt sich bei einem Besuch Nadines mit ihrem Verlobten Marek (Philippe Thelen) bei dessen Eltern Gerhard (Ronald Funke) und Lorna (Cornelia Kempers).

Das Waldhaus – Polikrimi von R Kricheldorf
youtube Trailer Theater Osnabrück
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Die beiden wohnen in einem düsteren Haus im Wald, an den Wohnzimmerwänden neben Tierschädeln, Bildern von athletisch Freikörperkultur-Treibenden auch Portraits spiritueller Führer wie Bernhard von Clairvaux (1090 – 1153), dem Paten der Tempelritter, und Jörg Lanz von Liebenfels (1874 – 1954), dem Propagandisten arischer Reinzucht; welchen Führers Portrait vor Nadines Ankunft wohl kurzfristig abgehängt wurde, darf erraten werden. Gerhard und Lorna tragen weiße, an mittelalterliche oder mönchische Tracht erinnernde Kleidung (Ausstattung: Christin Treunert), und Gerhard, ein nach eigener Aussage zwangspensionierter Professor für  Kulturgeschichte, entfaltet gegenüber Nadine rasch seine umfassend geschlossene Weltanschauung. Die ist zunächst ganz sympathisch von etwas verschrobener Naturverbundenheit, weckt aber zunehmend Nadines Skepsis, die sich bei Gerhards Rassismus zu Widerspruch steigert.

Seine Frau Lorna, die eine enttäuschende linke Biografie hinter sich hat, ist geerdeter und bremst ihn, wenn seine Thesen zu offensichtlich faschistisch sind, doch nicht, weil sie weniger fanatisch als ihr selbstgefälliger Gatte wäre. Vielmehr will sie Nadine nicht verschrecken.

Die breit geführte Konversation der Eltern mit dem Ziel, Nadine zu missionieren, ist nicht ohne Komik. Zu der trägt vor allem Ronald Funke bei, der den Gerhard als schrulligen Wirrkopf mit Hang zum Alkohol, mittelhochdeutschem Liedgut und Ritterordens-Träumen von der Rettung des Abendlandes hinreißend spielt.

Als die Missionierung jedoch scheitert, ist es vorbei mit lustig und der Elternbesuch schlägt in reinen Horror um. Nadine erfährt die Ursachen des elterlichen Unfalls und wird mit Gewalt in die Rolle gezwungen, die sie im Plan des geheimen Ordens einnimmt, dem neben seinen Eltern auch Marek angehört, der sich als Lockvogel für Nadine erweist. Die Übermacht ist groß, Rettung scheint nur durch Mareks behinderten, mild blickenden Bruder Udo (Mick Riesbeck) oder ihre übers Händy herbeigerufene Freundin Susa (Magdalena Kosch) möglich – das Ende bleibt, wohl symbolisch für die politische Zukunft Deutschlands, offen.

Theater Osnabrück / Das Waldhaus, ein Politkrimi © Maria Koltschin

Theater Osnabrück / Das Waldhaus, ein Politkrimi © Maria Koltschin

Das alles ist vom Ensemble sehr überzeugend gespielt und als Theaterfilm mit seiner Steigerung von sympathisch skurril über menschenfeindlich hin zu gefährlich auch fesselnd gemacht. Wenn man sich auf einige Unwahrscheinlichkeiten in der Vorgeschichte einlässt, hat Das Waldhaus in der Regie Dominique Schnizers sehenswert unterhaltsames „Tatort“- Format.

Auf dem Altar der Unterhaltsamkeit opfert das Stück viel von seiner politischen Botschaft, indem es mit seiner Warnung vor der rechten Gefahr weit offene Türen einrennt. Die Gerhards und Lornas in ihrer  Rettet-das-christliche-Abendland-Spinnerei sind eine obskure, aber wahrscheinlich ungefährliche Blüte im rechten Sumpf. Gegen die kann sich das Publikum umstandslos mit der von Katharina Kessler sympathisch als junge Frau von heute gezeichneten Nadine solidarisch fühlen, ohne dass sie ihre Lebenseinstellung wesentlich rechtfertigen muss. Wenn Susa dann in einem etwas angehängten Monolog Nadine vorhält, dass sie und ihresgleichen durch abgehobene Diskurse und elitäre Besserwisserei das Volk den Rechten in die Arme treiben, spricht sie wohl eine größere Gefahr an, von der auch manche gut gemeinte Warnung im Kulturbetrieb nicht frei ist.

Ab sofort steht der Theater-Film „Das Waldhaus“ als Video on demand (mit Bezahl-Schranke) auf der website des Theaters www.theater-osnabrueck.de zur Verfügung.

—| IOCO Kritik Theater am Domhof |—


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Wuppertal, Wuppertaler Bühnen, Keine Vorstellungen mit Publikum bis Herbst 2021, IOCO Aktuell, 27.04.2021

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Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Wuppertaler Bühnen – Tanztheater Pina Bausch

Keine Vorstellungen vor Publikum bis Ende Spielzeit 2020/21

„Das Elend ist zur Zeit fast immer und überall“, kann man die folgende Mitteilung der Wuppertaler Bühnen bezeichnen. Im  September 2020 beschrieb IOCO noch die eingeschränkte live-Premiere einer wunderbaren Zauberflöte, in welcher Sarastro als „waschechter“ Wuppertaler, link HIER, durch das Opernhaus spaziert und dort die Königin der Nacht und die Drei Damen heraus schmeißt (Foto unten) Nun, im folgenden, zur laufenden Spielzeit eine etwas enttäuschende Nachricht für alle Wuppertaler und IOCO; Lesen Sie selbst:

„Bis zum Ende der laufenden Spielzeit Anfang Juli 2021 werden keine regulären Aufführungen vom Tanztheater Wuppertal Pina Bausch und den Wuppertaler Bühnen stattfinden können. Zahlreiche digitale Formate werden aber weiterhin angeboten.

Schweren Herzens hat die Stadtspitze gemeinsam mit den Leitungsteams der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH und der Tanztheater Wuppertal Pina Bausch GmbH entschieden, alle in Wuppertal geplanten Vorstellungen und Konzerte vor Publikum bis zum Ende der Spielzeit 2020/21 abzusagen. Auch das Festival ›Sound of the City: Arbeit?‹ der Oper Wuppertal kann nicht stattfinden.

Die Zauberflöte an der Oper Wuppertal
youtube Trailer Wuppertaler Bühnen
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Diese Entscheidung resultiert aus dem Inkrafttreten des geänderten Infektionsschutzgesetzes und den aktuell hohen Corona-Fallzahlen in Wuppertal. Eine Wiederaufnahme des regulären Vorstellungsbetriebs vor Publikum ist in den kommenden Wochen nicht mehr möglich.

Aktuelle  Informationen zu  Oper, Schauspiel, Sinfonieorchester unter

wuppertaler-buehnen.de :

»Kulturbetriebe brauchen Planungssicherheit«, so der Kulturdezernent Matthias Nocke. »Die Entscheidung, dass wir keine Live-Veranstaltungen von den Wuppertaler Bühnen und dem Tanztheater Wuppertal Pina Bausch anbieten können, bedauere ich sehr. Aber es ist wichtig, zu diesem Zeitpunkt eine klare Entscheidung zu treffen, die es den beiden Kulturinstitutionen ermöglicht, sich mit ganzer Kraft auf die nächste Spielzeit 2021/22 zu konzentrieren. Ich freue mich sehr, dass sowohl die Wuppertaler Bühnen als auch das Tanztheater neue Wege gefunden haben, die Zeit des scheinbaren Stillstands konstruktiv zu nutzen, um kreative künstlerische Angebote digital anzubieten oder auch Produktionen fertigzustellen, die in der kommenden Spielzeit zur Aufführung gebracht werden.«

Oper Wuppertal / Die Zauberflöte - hier : Die Königin der Nacht und die Drei Damen werden zur Ouvertüre von Sarastro aus dem Opernhaus geworfen - sind erzürnt © Jens Grossmann

Oper Wuppertal / Die Zauberflöte – hier : Die Königin der Nacht und die Drei Damen werden zur Ouvertüre von Sarastro aus dem Opernhaus geworfen – sind erzürnt © Jens Grossmann

Oper, Schauspiel und Sinfonieorchester der Wuppertaler Bühnen arbeiten weiterhin an zumeist digitalen Formaten, bei denen der Schutz von Mitwirkenden gewährleistet ist und zugleich die Bindung zu den Besucherinnen und Besuchern erhalten bleibt.

Die Oper Wuppertal wird die geplanten Neuproduktionen von Giuseppe Verdis ›La traviata‹ in konzertanter Aufführung und von Luigi Nonos ›Intolleranza 2021 per Stream zeigen. Mit ›La traviata‹ verabschiedet sich Generalmusikdirektorin Julia Jones von den Wuppertaler Opernfans. Die Produktion ›Intolleranza 2021‹, die im Rahmen von Engels2020 programmiert wurde, feiert im Juni 2021 ihre digitale Premiere.

Das Schauspiel Wuppertal wird weitere Folgen der Reihen ›Schnappschuss digital‹ und ›Das literarischen Solo – Podcast‹ veröffentlichen. Die für diese Spielzeit geplanten Produktionen ›Dantons Tod‹ von Georg Büchner und Dennis Kellys ›Waisen‹ werden aufführungsreif geprobt, um sie in der nächsten Spielzeit dem Publikum zu zeigen. »Wie in den vergangenen Wochen und Monaten, werden wir im Schauspiel weiter neue kreative Wege gehen, um die Verbindung zu unserem Publikum zu halten.«, so Schauspielintendant Thomas Braus.

Das Konzert des Sinfonieorchester Wuppertal ›Alles neu‹ mit Werken von Joseph Haydn, Robert Schumann und Aaron Copland unter Leitung der Generalmusikdirektorin Julia Jones und mit dem international gefragten Trompeter Simon Höfele wird am Fr. 21. Mai 2021 und am Sa. 29. Mai 2021 per Stream zu erleben sein. Darüber hinaus ist noch der Stream eines Familienkonzerts und ein Ensembleworkshop der Reihe ›BesserWeiterSpielen‹ in Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk bis Ende Juni in Planung. Auch die Verabschiedung von Julia Jones Mitte Juni wird voraussichtlich in digitaler Form stattfinden.

Unter wuppertaler-buehnen.de informieren Oper, Schauspiel und Sinfonieorchester über Angebote und weitere Planungen. Termine des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch sind unter pina-bausch.de zu finden.

Das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch und die Wuppertaler Bühnen blicken hoffnungsvoll auf die Spielzeit 2021/22 und freuen sich auf ein Wiedersehen mit dem Publikum. Die Wuppertaler Bühnen werden die Spielzeit 2021/22 am Mo. 14. Juni 2021 präsentieren. Das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch wird zeitnah eine Pressemitteilung zur Restspielzeit 2020/21 versenden und Anfang / Mitte Juni das Programm für 2021/22 vorstellen.

—| IOCO Aktuell Wuppertaler Bühnen |—


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München, Münchener Musikseminar, Natalya Boava – Susanna Klovsky – Livestream, IOCO Kritik, 04.03.2021

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 Münchner Musikseminar e V / Die Musikschule in München © Oswald Kessler

Münchner Musikseminar e V / Die Musikschule in München © Oswald Kessler

Münchener Musikseminar e.V.

Natalya Boeva – Susanna Klovsky – UNISONO – Livestream Konzert

Musik als wahrhaftig heilende Kunst

von Oxana Arkaeva

Seit über einem Jahr befindet sich die deutsche Kultur- und Veranstaltungsbranche in einem dauerhaften Stop-and-Go Modus. Nach dem Eintritt des ersten Lockdowns im Februar 2020 füllten sich viele große und kleine Veranstalter gezwungen, ihren Blick Richtung Internet zu werfen und Live-Stream Konzerte zu veranstalten.

So hat auch das Münchener Musikseminar e.V. im Dezember 2020 den ersten Livestream mit dem Pianisten Dmitry Mayboroda veranstaltet, siehe link HIER!, dank der großzügigen Unterstützung der Urakawa-Stiftung. Eine positive Resonanz und viel Lob vom Publikum, beachtliche Spendeneinnahmen sowie neue private Sponsoren bestärken den Veranstaltern in ihrer Idee, statt die Konzerte abzusagen, diese in Form eines Live-Streams anzubieten. Laut des Vorstands ermöglichen diese Art der Veranstaltung dem Verein während des Veranstaltungsverbots seine unmittelbaren Zwecke zu erfüllen und die Geografie sowie Zahl der Zuschauer im Publikum zu erweitern. Die Aufnahme soll anschließend für circa einen Monat, in unserem Fall bis zum 9. März auf dem YouTube-Kanal des Münchener Musiksemar e.V.  für späteren Zuhörer zugänglich bleiben.

Für den zweiten Livestream am 27. Februar hat die erste Vorsitzende Nadja Preissler eine junge russische Mezzosopranistin Natalya Boeva vom Staatstheater Augsburg eingeladen. Begleitet wurde sie von der Pianistin Susanna Klovsky, Unterstützt durch Mastermixstudion aus München, das bereits beim ersten Stream dem Verein technisch zur Seite stand, fanden sich die Veranstalter sowie Künstler vor einer Aufgabe, die logistischen Maßnahmen sowie Proben coronakonform entsprechend durchführen zu können, sowie das beste Klang- und Bildqualität zu liefern. Mehr hierzu im IOCO – Interview mit Preissler und Boeva.

Der Anspruch, die höchstmögliche Qualität bieten zu können, bildet eine enorme logistische wie technische Herausforderung für jeden Veranstalter. Wenn die großen in der Branche genügend finanziellen und technischen Mitteln besitzen, um den Stream reibungslos über die Bühne bringen zu können, stellen derartig technisch aufwendigen Aktivitäten für „kleine“ nicht staatlich subventionierte Veranstalter wie Münchener Musikseminar eV. es ist eine um so größere Herausforderung dar. Ungeachtet einer etwa unausgewogenen Balance in der Lautstärke zwischen der Sprecherin Cornelia Schweizer (schlicht, gediegen und mit warmer Stimme) und den Musikerinnen auch diesen zweiten Stream als Erfolg bezeichnen.

Unisono: Natalya Boeva und Susanna Klovsky
youtube Trailer Münchener Musikseminar
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Unter dem Titel Unisono erlebten mittlerweile über 400 Zuschauer ein gemeinsames Musizieren und eine klangvolle Reflexion über die Liebe, Natur und Heimat. Das 45-minütige Programm präsentierte eine harmonische, ausgewogene Mischung aus Arien und Liedern von C. Saint-Säens, S. Rachmaninow, P. I. Tschaikowsky, J. Massenet, F. Cilea, J. Brahms, R. Strauß und als Überraschung L. Bernstein. Boeva und Klovsky haben sich beim 2018 ARD-Musikwettbewerb kennengelernt, wo Boeva den 1. Preis gewonnen und mit einem Sonderpreis für die beste Interpretation der Auftragskomposition ausgezeichnet wurde. Klovsky hat die Sängerin in den Klavierrunden begleitet. Beide Künstlerinnen haben sich auf Anhieb gut verstanden, waren von Anfang an im Unisono. Die 32-jährige Mezzosopranistin aus St. Petersburg ist am Beginn ihrer Karriere. Zurzeit in ihrem Fach am Staatstheater Augsburg engagiert und sonst, bis der Ausbruch der Pandemie als Gastsängerin aktiv, weist Boeva eine junge Stimme auf, die noch reifen wird. Ihr Mezzosopran besitzt eine gute Höhe, die mitunter die Klangfarbe eines dramatischen Soprans hat. Ihre Darbietung ist durch Musikalität, Schlichtheit im Ausdruck und exzellente Aussprache ausgezeichnet. Und das in Deutsch, Italienisch, Französisch, Russisch und Englisch. Groß, schlank, im signalrotem Hosenoverall, das lange blonde Haar im Pferdeschwanz hochgebunden bildete sie einen farblichen Kontrast zu der schlichten, dunklen Aufmachung Klovskys.

Die angekündigte musikalische Reise bewältigte das talentierte Duo wahrhaftig im Unisono. Klovsky ist eine exzellente Pianistin und Begleiterin. Stets zusammen mit der Sängerin, wusste sie ihr Spiel vielerorts solistisch zu gestalten und war keinesfalls nur eine Begleitung, sondern eine gleichwertige Partnerin. Boeva wechselte mit Leichtigkeit von Saint-Säens zu Rachmaninow und Tschaikowsky, vom Massenet zu Cilea, Brahms und R. Strauß. Sie ist eine perfekte junge Charlotte aus Werter, zurückhaltende Dalila aus Samson et Dalia und rührende Polina aus Piqué Dame. Lieder von Tschaikowsky, Rachmaninow sowie vom Brahms eröffneten uns die Sängerin von ihrer kammermusikalischen Seite. Als Komponist aus Ariadne aus Naxos schwamm sie in der Musik Richard Strauss’ und ließ die Hoffnung aufsteigen, sie in dieser Rolle bald auf der Bühne erleben zu wollen.

Am Ende gab es ein musikalisches Schmankerl: „I am easily assimilated”. Ein „Old Lady´s Tango“ aus der Oper Candide vom L. Bernstein. Mit Kastagnetten tanzend erzählte Boeva die witzige Geschichte einer polnischen Emigrantin, die eine wahnsinnige Sprachbegabung hat und allen beibringt, wie man sich in einer neuen Umgebung am besten anpassen könnte. Spätesten hier hat junge Sängerin bewiesen, dass sie in dem, was sie tut, definatelly highly assimilated ist.

Obwohl die Pandemie der Künstler ihren verdienten großen Applaus beraubt hat, können sie sich dessen sicher sein. Der Funken ist vom Bildschirm in das heimische Wohnzimmer übersprungen. Gleichzeitig wurde es einem erneut bewusst, dass die Veranstaltungen dieser Art nur als vorübergehender Ersatz oder als zusätzliches Angebot zum Live-Programm sein können. Dass es ohne Publikum keine nachhaltige kulturelle Entwicklung und Austausch stattfinden kann. Denn die Kultur und Künstler. innen brauchen ihr Publikum: als eine Reflexion ihrer Kunst und Kreativität. Als Anerkennung und Unterstützung.

Solange es aber keine Auftritte vor Ort möglich sind, bieten Streams wie eine Chance der kulturellen Abstinenz zu entfliehen und insbesondere den jungen Musiker*innen aus dem tiefen Loch der Auftrittsleere zu verhelfen. Nebenbei erfüllt der Verein u.a. auch einer seiner Zwecke: kulturelle Bildung. Eine Win-Win Situation! Um weiterhin frei streamen zu können, um den betroffenen Künstler: innen eine Auftrittsmöglichkeit anbieten zu können, würde sich der Münchener Musikseminar e.V. über Spenden freuen: Bankverbindung: DE91 7015 0000 0013 1172 96 SSKMDEMMXXX PayPal: mail@musikseminar.eu. Betreff bitte entweder als Spende oder Eintritt kennzeichnen.

—| IOCO Aktuell Münchner Musikseminar |—


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Dortmund, Theater Dortmund, Digital Spielplan , Februar – April 2021

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Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Opernhaus Dortmund © Theater Dortmund

Theater Dortmund spielt digital Publikumsvorstellungen ab Mitte April 2021

Das Theater Dortmund rüstet sich für den Tag, an dem es wieder vor Publikum spielen kann. Als möglicher Zeitpunkt wird Mitte April 2021 genannt. Aufgrund der aktuellen Pandemielage und den damit einhergehenden behördlichen Verordnungen und Aufforderungen der Bundesregierung zum Home Office, sieht das Theater Dortmund jedoch bis Ende der Osterferien 2021 keine Möglichkeit des öffentlichen Spielbetriebes.

Deswegen verlegen die Sparten des Theater Dortmund ihre Tätigkeiten bis zur Wiederaufnahme der Publikumsvorstellungen ins Internet. Die Sparten des Opernhauses (Oper, Ballett und Philharmoniker) haben folgenden Digitalspielplan erstellt und neue Formate kreiert. Diese sind unter www.theaterdo.de oder www.theaterdo.de/kalender abrufbar.

Theater Dortmund / OPEN-CLASSES  © Linda Ohligers

Theater Dortmund / OPEN-CLASSES © Linda Ohligers

On Stage – Produktionen und Konzerte.
Klassiker des Theater Dortmund sowie extra neueingespielte Konzerte werden stets samstags um 19.30 Uhr zu sehen sein. Die ersten Highlights werden die Oper TURANDOT von Giacomo Puccini in der Inszenierung von Tomo Sugao und dem Tenorstar Andrea Shin, Xin Peng Wangs Ballettklassiker DER TRAUM DER ROTEN KAMMER und von den Philharmonikern das 2. Wiener Klassik Konzert mit dem Trompetenkonzert von Johann Nepomuk Hummel sein.

Backstage – Hintergründe und Interviews.
Stets zwei Mal pro Monat immer freitags um 19 Uhr steht das neue Format Backstage auf dem Programm. Pressechef Alexander Kalouti berichtet aus und befragt Personen über das zuweilen recht absurde Leben im Theater. So unterhält er sich am 26.2.2021 mit Tobias Ehinger, dem Geschäftsführenden Direktor des Theater Dortmund, und dem Journalisten und Autor Holger Noltze ebenso über die zaghaften Lobbyversuche der deutschen Theaterlandschaft in Corona-Zeiten, wie das unaufhaltsame Abschalten von Kultursendungen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Am 12.3.2021 folgt ein Gespräch mit dem Dortmunder Stadtdirektor und Kulturdezernenten Jörg Stüdemann darüber, ob „politisches Theater“ Politiker überhaupt interessiert und Einfluss auf ihre Arbeit hat sowie welche unternehmerischen Fähigkeiten ein Intendant oder eine Intendantin im 21. Jahrhundert haben muss.

Off Stage – Tipps und Tricks aus dem Theateralltag.
Wer besonders in Corona-Zeiten sich selbst die Haare schneiden muss, ist bei diesem Format absolut richtig. Die Friseure haben geschlossen aber das Haar wächst. Die Maskenbildnerinnen und Maskenbildner des Theaters geben Tipps, wie man auch in Zeiten der Pandemie die Haare schön haben kann. Wer sich über die neuerworbenen Corona-Pfunde im Hinblick auf die nahende Badesaison schon jetzt Sorgen macht, bekommt Fitnesstipps der Ballerina Sayaka Wakita. Die Japanerin zeigt mit einfachen und zu jeder Zeit machbaren Übungen, wie man zur dauerhaften Traumfigur gelangt, und auch ohne eine Ernährungstotalumstellung auf Reis und rohen Fisch.

Arthouse – Matineen, Trainings und Informationen zu theaterbezogenen Themen.
Im Programm Arthouse sind Matineen, öffentliche Balletttrainings ebenso zusammengefasst, wie kleine Konzerte, Vorstellungen von Persönlichkeiten des Theaters oder Making of-Beiträge. Die Beiträge der Philharmoniker werden dienstags, die des Balletts mittwochs und die der Oper donnerstags stets um 19 Uhr zu sehen sein.


Das Musiktheater-Digitalprogramm


16.2.        Arthouse –         Philharmoniker / Vorstellung Highlights Digitalspielplan
17.2.        Arthouse –         Ballett – OPEN CLASSES
19.2.        Off Stage –         Haareschneiden im Lockdown – Spitzen schneiden
Haareschneiden im Lockdown – Stufenschnitt
Was macht eigentlich die Requisite?
Ein Tag im Ballettzentrum
20.2.        On Stage –         Oper / TURANDOT

23.2.        Arthouse –        Philharmoniker / Kurzeinführung 2. Wiener Klassik Konzert
24.2.        Arthouse –            Ballett – OPEN CLASSES
25.2.        Arthouse –          Oper – Sängerportrait mit Matthias Störmer in Kooperation mit dem Vokalmusikzentrum NRW
26.2.        Backstage –          Talk mit Tobias Ehinger u. Holger Noltze
27.2.        On Stage –          Philharmoniker / 2. Wiener Klassik Konzert: Reinhold Friedrich        Hummel Trompetenkonzert

2.3.        Arthouse –         Philharmoniker – Cello-On-Stage
3.3.        Arthouse –         Ballett – OPEN CLASSES
5.3.        Off Stage –         How to keep fit like a Ballerina – mit Sayaka Wakita
6.3.        On Stage –         Ballett / TRAUM DER ROTEN KAMMER

9.3.        Arthouse –         Philharmoniker /Konzertstream mit Sofia Gubaidulinas “Märchenpoem”
10.3.        Arthouse –           Ballett – OPEN CLASSES
11.3.        Arthouse –           Oper – Sängerinnenportrait mit Sooyeon Lee in Kooperation mit dem Vokalmusikzentrum NRW
12.3.        Backstage –         Talk mit Stadtdirektor Jörg Stüdemann
13.3.        On Stage –           Oper / MADAMA BUTTERFLY

16.3.        Arthouse –         Philharmoniker – #Vorgestellt
17.3.        Arthouse –         Ballett – OPEN CLASSES
19.3.        Off Stage –         How to keep fit like a Ballerina – mit Sayaka Wakita
20.3.        On Stage –         Philharmoniker / DAS KALTE HERZ

23.3.        Arthouse –           Philharmoniker / Making of “Das Kalte Herz”
24.3.        Arthouse –           Ballett – OPEN CLASSES
25.3.        Arthouse –           Oper – Sängerportrait mit Sungho Kim in Kooperation mit dem Vokalmusikzentrum NRW
26.3.        Backstage –         Talk mit n.n.
27.3.        On Stage –           Ballett / PARADISO – DOKUMENTATION

30.3.        Arthouse –           Philharmoniker / #Vorgestellt
31.3.        Arthouse –           Ballett – OPEN CLASSES
2.4.        Off Stage –           Was macht eigentlich ein Waffenmeister?
Konfettikanone zum Selbermachen
Der größte Kleiderschrank Dortmunds
Technische Fakten zur Opernbühne
3.4.        On Stage –           Oper / LOHENGRIN

6.4.        Arthouse –           Philharmoniker / Kurzeinführung 3. Kammerkonzert
7.4.        Arthouse –           Ballett – OPEN CLASSES
8.4.        Arthouse –           Oper – Sängerinnenportrait mit Anna Sohn in Kooperation mit dem Vokalmusikzentrum NRW
9.4.        Backstage –         Talk mit n.n.
10.4.        On Stage –            Philharmoniker – 3. Kammerkonzert „Capriccio“

13.4.        Arthouse –         Philharmoniker
14.4.        Arthouse –         Ballett – OPEN CLASSES
15.4.        Arthouse –         Oper – Sängerportrait mit Überraschungsgast in Kooperation mit dem Vokalmusikzentrum NRW
16.4.        Off Stage –         How to keep fit like a Ballerina – mit Sayaka Wakita
17.4.        On Stage –         Ballett / VERKLÄRTE NACHT (Tanzstück von Marjin Rademaker zur Musik von Arnold Schönberg)

Die Digitalspielpläne des Schauspiels und Kinder- und Jugendtheaters folgen in Kürze.

Von Mitte April – bis Juli 2021 tritt der Sommerspielplan des Theater Dortmunds in Kraft. Dieser beinhaltet Spezialformate, Konzerte, Festivals vor Publikum, denen allen ein Schutzkonzept zugrunde liegen wird.  Die Formate können bei Notwendigkeit auch als digitale Variante umgesetzt werden.

—| Pressemeldung Theater Dortmund |—


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