Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Geisterritter – James Reynolds Jugendoper , 20.09.2019

September 12, 2019  
Veröffentlicht unter Deutsche Oper am Rhein, Kinderoper, Oper, Premieren

logo_dor2.jpg

Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Geisterritter  – Jugendoper :  Premiere im Opernhaus

Als erste Premiere der neuen Spielzeit kommt James Reynolds Jugendoper Geisterritter am Freitag, 20. September, um 18.00 Uhr auf die Bühne des Düsseldorfer Opernhauses. Schon ab 16.00 Uhr öffnen sich die Türen zur „Geisterstunde“.

Es ist zum Gruseln: Kaum ist Jon Whitcroft unfreiwillig in ein alt­ehrwürdiges Internat in Salisbury eingezogen, trachtet ihm dort der Geist von Lord Stourton nach dem Leben. Seine Mitschüler, die den Geist nicht sehen können, halten Jon für verrückt – nur seine Klassenkamera­din Ella glaubt ihm. Gemeinsam mit Ellas eigenwilliger Großmutter Zelda und der zum Leben erwachten Statue des Ritters William Longspee nimmt der Junge den Kampf mit seinem untoten Gegner auf …

Deutsche Oper am Rhein / Geistritter © Birgit Hupfeld

Deutsche Oper am Rhein / Geistritter © Birgit Hupfeld

„Geisterritter“ von James Reynolds (empfohlen ab 10 Jahren) – ist die erste Oper nach einem Kinderbuch von Cornelia Funke. Für die  Kooperation Junge Opern Rhein Ruhr autorisierte sie die Vertonung ihres 2011 erschienenen Bestsellers. Erik Petersen hat „Geisterritter“ als großformatiges Bühnenwerk inszeniert, für das das bekannte Videokünstlerduo fettFilm das multimediale Setting bereitstellte. Nach der Uraufführung am Theater Bonn (Dezember 2017) und der Premiere im Theater Duisburg (Juni 2019), kommt es jetzt im Opernhaus Düssel­dorf auf die Bühne. Patrick Francis Chestnut übernimmt die musikalische Leitung des Sängerensembles.

„Geisterstunde“ für Premierenbesucher ab 16.00 Uhr im Opernhaus

Zwei Stunden vor der Düsseldorfer Premiere von „Geisterritter“ öffnet die Oper ihre Foyers und gibt das Haus zum Eingruseln frei. Ab 16.00 Uhr können die Premierenbesucher mit Schauspieler Cedric Sprick den Kröten-Rap lernen, Gruselfilme synchronisieren oder sich als Untote schminken lassen. Die Schnitzeljagd „Zeldas Geistertour“ führt zu  neun verschiedenen Gruselstationen, während die Opern-Gastronomie Getränke und Snacks bereithält.


„Geisterritter“ im Opernhaus Düsseldorf

für Familien: Fr 20.09. – 18.00 Uhr / Do 24.10. – 18.00 Uhr / Di 29.10. – 18.00 Uhr / So 03.11. – 18.00 Uhr / Do 12.12. – 19.30 Uhr / Fr 03.01. – 18.00 Uhr

für Schulklassen: Mi 30.10. – 11.00 Uhr / Mo 04.11. – 11.00 Uhr

Tickets für alle Vorstellungen (18,– / 10,– / 8,– €) sind an der Tageskasse im Opernhaus Düsseldorf, an der Theaterkasse Duisburg, über Tel. 0211.89 25 211 und online über www.operamrhein.de erhältlich.

—| Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf |—

Salzburg, Salzburger Festspiele 2019, Regisseur Andreas Weirich im Gespräch, IOCO Interview, 31.08.2019

salzbuerger_festspiele.gif

Salzburger Festspiele

Salzburger Festspiele / Der Gesang der Zauberinsel - hier : Schlussapplaus mit vl .Joanna Kedzior, Benson Wilson, James Ley, Marius Felix Lange Komponist, Andreas Weirich  Regie, Katja Rotrekl © SF / Marco Borelli

Salzburger Festspiele / Der Gesang der Zauberinsel – hier : Schlussapplaus mit vl .Joanna Kedzior, Benson Wilson, James Ley, Marius Felix Lange Komponist, Andreas Weirich  Regie, Katja Rotrekl © SF / Marco Borelli

  Der Gesang der Zauberinsel oder: wie der Rasende Roland ….  – Kinderoper

Regisseur Andreas Weirich im Gespräch mit Adelina Yefimenko

Die Salzburger Festspiele 2019 eröffneten nicht mit einer großen Operngeschichte sondern mit der zauberhaften Uraufführung der Kinderoper Der Gesang der Zauberinsel oder: wie der Rasende Roland wieder zu Verstand kam. Im Auftrag der Salzburger Festspiele komponierte Marius Felix Lange eine Familienoper nach dem Epos von Ludovico Ariosto Der rasenden Roland, das im Jahre 1516 entstanden ist. Selbstverständlich lehnt sich die Geschichte an Händels Alcina an, die aber einfallsreich für Kinder konzipiert wurde und beinahe autobiographisch, mit Selbstironie und Kinderliebe, wirkte, da die Figur des Rasenden Rolands selber den Komponisten verkörpert.

Georg Friedrich Händel  - der Schöpfer von Alcina © IOCO

Georg Friedrich Händel – der Schöpfer von Alcina © IOCO

Die fantasiereiche und turbulente Handlung, gestaltet mit wunderschönen Bühnenbildern, zeigte auch die magische Kraft und das Können des Regisseurs Andreas Weirich, der diese Kinderoper mit bezauberter Atmosphäre und umfassenden Kenntnissen der Kinderpsychologie gestaltet hat. Der Regisseur hat sich mehrmals als Experte alternativer Regie- und Bühnen- Wunder etabliert – vom Svirz Castle, Ukraine, aus dem 16. Jahrhundert, wo er die Oper Alcide des ukrainischen Komponisten Dmitro Bortniansky inszenierte bis zur Oper Der zerbrochene Krug des jüdischen Komponisten Victor Ullmann, die im KZ komponiert wurde – mit der beeindruckenden Allegorie des Baums.

In seiner Inszenierung der Kinderoper Der Gesang der Zauberinsel von Marius Felix Lange fliegen alle Protagonisten, satteln einen Hippogryph zum Mond. Die lebendige Reaktion des Kinderpublikums auf die Verschwörungen, Zaubereien hat die Inszenierung belohnt. Die Interpretation des Mythos über die Alcina-Insel, die Szenen, voller Hexereien und Überraschungen offenbart in der Kinderpsychologie eine adäquate Reaktion der Liebe zu Märchen, Täuschungen, Reinkarnationen von Tieren, Menschen, natürlichen Elementen, von denen die Erwachsenen viel lernen können.

Andreas Weirich im Gespräch mit Adelina Yefimenko erzählt seine Gedanken zur Inszenierung dieser magischen Oper über Erde und Raum, Alltäglichkeit und Wunder, über den Flug zum Mond: ist es ein Traum oder doch die Wirklichkeit!

 Salzburger Festspiele / Der Gesang der Zauberinsel - hier :  Sarah Shine als Angelika, Joel Allison als Roland Angeler, Joanna Kedzior als Alcina © SF / Erika Mayer

Salzburger Festspiele / Der Gesang der Zauberinsel – hier : Sarah Shine als Angelika, Joel Allison als Roland Angeler, Joanna Kedzior als Alcina © SF / Erika Mayer

Adelina Yefimenko (AY): Andreas, inwieweit erschließen sich die Bezüge dieser neuen Geschichte von Marius Felix Lange, der selber das Libretto des Gesangs der Zauberinsel geschrieben hat, auf die Quellen von Ariosto sowie Händel? Was ist das Wichtigste in dieser neuen Geschichte? Was ist der Kern der neuen Oper über Alcina?

Andreas Weirich (AW): Marius Felix Lange bezieht sich in seiner neuen Oper Der Gesang der Zauberinsel…  allein auf die literarische Vorlage des Versepos Der rasende Roland von Ludovico Ariosto aus dem Jahr 1516. Händels Oper Alcina hat in seiner Vorbereitung keine Rolle gespielt. Er hat ein ganz eigenständiges Werk geschaffen, das in wunderbarer Weise den mitunter sehr anarchischen Charakter und die Sprunghaftigkeit in der Erzählweise bei Ariosto sehr gut einfängt. Im Mittelpunkt der neuen Geschichte steht nicht Alcina, sondern der rasende Komponist Dr. Roland Angeler mit seiner Tochter Angelika. Roland Angeler schreibt eine neue Oper Der rasende Roland, seine Tochter soll darin eine Hauptrolle singen.

Die Komposition und Einstudierung der Oper zehrt sehr an seinen Nerven, er ist kurz vor dem Durchdrehen und dabei, seinen Verstand zu verlieren. Angelikas Mutter hat sich erst mal auf Kur aus dem Familienleben verabschiedet. Der Haushalt droht zusammenzubrechen. Mirza, ein junger Sänger aus Persien, soll für eine Rolle vorsingen, wird von Roland als völlig untalentiert eingestuft sofort wieder fortgeschickt. Sein Schlaflied hat Angelika so berührt, dass sie ganz verzaubert einschläft. Über den Traum Angelikas finden sich alle Beteiligten auf der Zauberinsel Alcinas wieder und treffen aufeinander. Rolands Verstand, abgefüllt in einer übergroßen Flasche, kann erst über eine Reise zum Mond wiedergefunden werden. Am Ende der Oper wacht Angelika wieder auf. Zurück in der Wirklichkeit tauchen einzelne Elemente der Traumhandlung nochmal auf, etwas vom Zauber des Traums bleibt. Es wirkt wie eine Parallele zum Ende von Shakespeares Sommernachtstraum: Der Schwebezustand zwischen Traum und Wirklichkeit hält sich über eine Nacht der Verwirrung hinaus und beeinflusst das Verhalten aller. Der Kern des Stückes ist für mich Verzauberung, Verzauberung durch Musik. Das schließt die Verführung durch Alcina mithilfe des Gesangs der Zauberinsel genauso mit ein wie Mirzas Schlaflied, das Angelika verzaubert.

Salzburger Festspiele / Der Gesang der Zauberinsel -  hier :  Sarah Shine als Angelika, Iurii Iushkevich als Hippogryph, Benson Wilson als Mirza / Medoro © SF / Erika Mayer

Salzburger Festspiele / Der Gesang der Zauberinsel – hier : Sarah Shine als Angelika, Iurii Iushkevich als Hippogryph, Benson Wilson als Mirza / Medoro © SF / Erika Mayer

AY: Also, die Märchengeschichte über die Hexe Alcina korrespondiert mit der Realität, in der der Komponist Dr. Roland seine neue Oper mit der Tochter Angelika für die kommende Premiere probt. Die Mutter ist nicht da. Sie ist in der Kur, die sie wahrscheinlich unbedingt braucht, um vom Chaosleben ihres Mannes – des Komponisten Dr. Roland Angeler – zu erholen. Wenn Alcina gleichfalls die Mutter von Angelika ist, wen verhext sie „in Felsen, Pflanzen, oder Tiere…“? Und weshalb erinnert sie an der Königin der Nacht? Im Text des Librettos sagt die Bradamante einmal: „Wer den Gesang der Zauberinsel höret, verfällt Alcinas dunkler Macht sogleich“.

AW: Dass Alcina die Mutter Angelikas ist, erfährt der Zuschauer erst am Ende. Zunächst ist sie einfach die böse und mächtige Zauberin, die sich eine Zauberinsel geschaffen hat. Sie verführt alle Männer und wenn sie ihrer überdrüssig wird, verwandelt sie sie in Felsen, Pflanzen oder Tiere. Die Verbindung zwischen der Figur Alcina und Angelikas Mutter – die in der Realität übrigens Annabelle heißt, alle anderen haben im Traum und der realen Welt dieselben Namen – ist in der Oper nicht so klar und bleibt bis zum Ende in der Schwebe. Über die Inszenierung wollte ich mit ihrem ersten Auftritt durch die magische Tür mit ihrem Reisekoffer, als Angelika einschläft, und ihren letzten Auftritt wieder mit Reisekoffer, wenn Angelika aufwacht, klar erzählen, dass Alcina / Annabelle eine Figur sind. Tiefenpsychologisch hat sich Annabelle als Alcina mit ihrer Insel eine Parallelwelt geschaffen, vielleicht um dem Chaos von zu Hause zu entfliehen und dem doch sehr einnehmenden Wesen ihres Mannes etwas entgegenzusetzen. Das kann eine Erklärung für ihre „dunkle Macht“ sein, „dunkel“ mehr im Sinne von anders und im Vergleich zur „hellen“ Realität ein „dunkler“ Traum. Im Deutschen gibt es interessanterweise die Formulierung „einen Kurschatten haben“, was soviel heißt, dass Alcina, während sie auf Kur ist, eine Affäre mit Ruggiero hat. Die Nähe zur Königin der Nacht ist vor allem durch Marius Felix Langes Wahl des Stimmfaches – hoher Koloratursopran – begründet. Manche musikalische Phrase wie Alcinas Lachen gleich im Vorspiel erinnert sehr stark an die Koloraturen von MozartsDer Hölle Rache kocht in meinem Herzen.“

AY:  Händels Alcina ist eine Zauberoper – eine sehr populäre Gattung im 17. Jahrhundert. Der Einsatz von Verwandlungsszenen, Pantomimen, Täuschungen, die die Handlung auf verschiedenen Ebenen durchdringen, sind auch in Deiner Inszenierung präsent – verwandelte Tiere, verkleidete Protagonisten Mirza, Bradamante und Ruggiero u.a. und eine Gestalt des Hippogryphes –  eine witzige Mischung aus Pferd und Vogel, der ab und zu pinkeln muss. All diese lustigen Gestalten sind aber nicht nur zum Lachen. Was ist das Ernsthafte in dieser Geschichte?

AW: Wenn man Marius Felix Langes Oper auch in eine Gattung einordnen möchte, so wäre der Titel moderne Zauberoper für die ganze Familie auch sehr treffend. Alle Verwandlungen in andere Wesen geschehen durch Alcina, immer mit der Absicht, die anderen unschädlich zu machen, sie loszuwerden und mit ihnen die Insel zu verschönern. Alcina lässt sich, je nachdem, wer verzaubert wird, jedes Mal etwas neues und passendes einfallen: Mirza – schönes Wortspiel – wird in einen Myrtenstrauch verwandelt, bei Astolfo konnte sie sich nicht entscheiden und hat ihn in eine Mischform aus vorne Adler, hinten Pferd, verzaubert, Bradamante wird zum Esel und aus Ruggiero ein Schwein. Was alle Verwandlungen in Tiere gemeinsam haben, ist, dass sie für alle Verzauberten sehr traurige Auswirkungen haben. Myrten-Mirza und Hippogryph teilen das gleiche gemeinsame Schicksal „Ach, ach, ach wie das Schicksal mit uns verfuhr…“, das eigenwilligste und zugleich anrührendste Pärchen der Oper. Schon traurig, aber situativ irgendwie auch komisch. Nur ernsthafte Komik ist lustig.

AY:  Ein Motiv zeigt in der Oper soziale Probleme und zwar – die Flüchtlinge. Auch musikalisch hören wir stilisierte orientalische Motive! Benson Wilson als persischer Flüchtling Mirza singt mit seinem klangschönen Bariton ein Schlaflied seines Heimatlandes. Dabei ist der Komponist – Dr. Roland – zuerst ein bisschen skeptisch, ob Mirza in seiner Oper singen kann. Inwieweit wollt ihr die Integrationsfragen in eurer Kinderoper erläutern.

AW:  Die Kunst von Marius Felix Lange ist, diese soziale Thematik in seiner Oper mit zu erzählen – die auch bei Ariost eine Rolle spielt, im Konflikt der christlichen Paladine Karls des Großen auf der einen Seite und der Sarazenen (heute Muslime) unter König Agramant auf der anderen, – ohne sie dabei zu sehr zu betonen. Marius und ich haben uns während des Entstehungsprozesses der Oper lange über den Begriff „Flüchtling“ ausgetauscht, ihn zeitweise auch raus genommen, um uns dann doch bewusst für ihn zu entscheiden. Wichtig war mir bei der Inszenierung, das Thema des Kulturkonflikts und der Integration nicht auszuklammern – es darf jederzeit mitgedacht werden, – ohne dabei konkrete aktuelle Bezüge zu schaffen, die das Ganze auf eine banale Ebene bringen würden. Die Kraft der Musik schafft Integration. Mirzas Schlaflied verzaubert alle, Mirza verkörpert in der Oper die Utopie der möglichen Integration durch Musik.

AY: Was den Komponisten selbst betrifft – er stellt interessante Fragen der Schaffens-Psychologie. Der Grund, warum der Vater mit der Tochter allein bleibt und die Mutter von Zuhause geflüchtet ist: Roland hat seinen Verstand verloren (und dazu noch Hut und Lesebrille). Kommt die Mutter zurück nach Hause, wenn er wieder sein Verstand findet? Oder hilft sie ihm den Verstand zu finden? Was ist dieser Verstand des Komponisten? Ist es gefährlich den Verstand zu verlieren?

Salzburger Festspiele / Der Gesang der Zauberinsel -  hier :  Schlussapplaus mit vl Joanna Kadzior, Benson Wilson, James Ley, Marius Felix Lange _ Komponist, Andreas Weirich _Regie, Katja Rotrekl © SF / Marco Borelli

Salzburger Festspiele / Der Gesang der Zauberinsel – hier : Schlussapplaus mit vl Joanna Kadzior, Benson Wilson, James Ley, Marius Felix Lange _ Komponist, Andreas Weirich _Regie, Katja Rotrekl © SF / Marco Borelli

AW:  Eine sehr spannende Frage, ob Alcina / Annabelle zurück nach Hause oder zugespitzt formuliert nur wieder nach Hause kommt, wenn Roland seinen Verstand wieder findet. Alcina hilft in der Oper, besser in der Traumhandlung, überhaupt nicht dabei, Rolands Verstand wiederzufinden, im Gegenteil, sie verführt ihn mit Hilfe des Gesangs der Zauberinsel und bringt ihn dabei eher um den Verstand. Auf der anderen Seite schafft die Figur der Alcina in ihrem Sonett kurz vor Ende der Oper etwas, was vermutlich Annabelle in der Realität nicht geglückt ist: sie öffnet Roland die Augen und wird zu seiner Inspirationsquelle. Er nimmt sie ganz anders wahr als zuhause und verliebt sich in sie.

Den Verstand zu verlieren ist natürlich gefährlich, auch wenn man gerne sagt, der Künstler muss „außer sich“ sein, um „von sich“ etwas erzählen zu können. Der Verlust des Verstandes bedeutet Kontrollverlust, der Komponist Roland Angeler ist nicht mehr Herr seiner selbst, wenn er am Anfang der Oper wütet. Er sieht nicht nur ohne Lesebrille nichts, sondern ist auch im übertragenen Sinn gegenüber seinem gesamten Umfeld blind. Damit scheitert er als Mensch im Familienkontext und als Komponist, der sein Werk nicht mehr sieht. Erst über den Traum seiner Tochter Angelika kommt er wieder zu Verstand, die Tochter träumt ihm den Verstand zurück. Das Ausleben des Unterbewussten führt wieder zur Klarheit. Am Ende erkennt Roland die sängerische Begabung Mirzas und möchte auch an seiner komponierten Oper etwas ändern.

Salzburger Festspiele / Der Gesang der Zauberinsel -  hier :  James Ley als Ruggiero, Joanna Kedzior als Alcina © SF / Erika Mayer

Salzburger Festspiele / Der Gesang der Zauberinsel … hier James Ley als Ruggiero, Joanna Kedzior als Alcina © SF / Erika Mayer

AY: Und auf dem Mond findet sich alles wieder, was auch andere Kinder und Erwachsene verloren haben… Die Szene ist für sich nicht lustig, sondern sehr nachdenklich. Ist es die Sehnsucht nach der verlorenen Kindheit, nach verpassten Chancen, nach fehlenden Träumen, die von der Realität vertrieben wurden?

AW:  Ein schöner Gedanke, die Mondszene mit der Sehnsucht nach der verloren Kindheit zu überschreiben. „Unerfüllte Versprechen“, „Vergebliches Hoffen“, „Verblichene Schönheit“, „Ungehörte Seufzer“, das alles findet sich auf dem Mond wieder, neben dem in milliarden Flaschen abgefüllten Menschenverstand, „eine Flasche pro Person“. Die Vorstellung ist aber schon auch lustig und zugleich eine bittere Erkenntnis, dass sich fast der gesamte Menschenverstand auf dem Mond befindet und nicht mehr auf der Erde. Und jedem Menschen, der seinen Verstand verloren hat, steht nur eine Flasche zu, mehr Platz für Verstand gibt es nicht.

Der Mond kann aber auch als pars pro toto für die Möglichkeiten des Theaters stehen. Hier können vergessene oder verlorene Gedanken, die für unsere Realität so wichtig und wesentlich sind, gedacht und geträumt werden.

AY: Kannst Du über die Besonderheiten der praktischen Realisation auf der Bühne mit Meer, Mond, Kosmos und anderen Zaubereien Deiner Inszenierung erzählen? Solche Bilder, Raum-Projektionen, Farben-Paradiese in der Großen Universitätsaula zu schaffen und nicht im Theater mit Vorhang, Orchestergraben und Bühnenmaschinerie, kostet nicht nur viel Fantasie, sondern auch viele Mühen. Ich habe die beschränkten Möglichkeiten der Bühne kaum bemerkt. Auch die fantastischen Kostümen von Katja Rotrekl, beeindruckende Videoeinblendungen von Fabian Kapo haben die Inszenierung unvergesslich gemacht. Wie schafft man eine solche faszinierende Zauberatmosphäre mit kleinen Mitteln?

AW:  Es freut mich sehr, dass Du die beschränkten Möglichkeiten kaum wahrgenommen hast. Da ist meiner Ausstatterin und mir doch einiges geglückt, wenn sich bei Dir der Theaterzauber eingestellt hat. Als ich vor einem Jahr Die Zauberflöte für Kinder bei den Salzburger Festspielen 2018 gesehen habe, war mir sofort klar, ich muss irgendwie mit dem weißen Raum umgehen, ohne ihn zuzubauen. Dabei entwickelten Katja und ich sehr schnell die Idee, mit Projektionen zu arbeiten, um unterschiedliche Atmosphären zu kreieren. Zudem stellte uns Marius Felix Lange vor die große Herausforderung, innerhalb von 75 Minuten neun sehr rasche Ortswechsel zu meistern: die erste Szene spielt bei Roland Angeler, dann kommen wir auf der Straße, als nächstes folgt der Überflug auf Alcinas Zauberinsel mit Gewitter und Sturm, später befinden wir uns am Strand, in Alcinas Palast, auf dem Mond… das wäre ohne filmische Mittel im Rahmen der Großen Universitätsaula nicht möglich gewesen.

Wichtig war mir auch von Anfang an, nicht zu viel zu verraten, sehr puristisch zu beginnen, um dann immer mehr entstehen zu lassen und hervorzuzaubern. Ich bin sehr glücklich über unser riesiges Luftkissen, auf das Katja und ich gekommen sind. Es hat in seiner Abstraktion so viele unterschiedliche Bedeutungsmöglichkeiten, ob Meer, Wasser, Insel, überdimensioniertes Schlafkissen. Es kann ganz konkret für etwas stehen und von Szene zu Szene auch seine Bedeutung verändern – je nachdem wie es beleuchtet und was darauf projiziert wird –, ohne beliebig zu werden. Bei den Kostümen hingegen haben wir uns entschieden, sehr farbig und konkret zu werden: Ein Ritter tritt in Ritterrüstung auf, eine Zauberin im Glitzerkleid, ein Hippogryph hat Adlerflügel und ein Pferdehinterteil.

Adelina Yefimenko: Andreas, vielen Dank für die wunderbare Inszenierung dieser zauberhaften Kinderoper und für das spannende Gespräch.

—| IOCO Interview Salzburger Festspiele |—

 

Münster, Theater Münster, Spielzeit 2019/20 – Über 200.000 Besucher, IOCO Aktuell, 31.08.2019

theater_muenster_logo_50

Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

 Theater Münster – Spielplan 2019/20 – Erste Premiere 14.9.2019

– Verzicht auf den „unverzichtbaren Mozart“ –

von Hanns Butterhof

Dr. Ulrich Peters, Intendant des Theater Münster © Oliver Berg

Dr. Ulrich Peters, Intendant des Theater Münster © Oliver Berg

Manchmal sind Saisoneröffnungen am Theater mehr als muntere Wiedersehensfeiern der alten und Vorstellung der neuen Mitarbeiter nach der Spielpause. Diesmal überraschte der Generalintendant des Theaters Münster, Dr. Urich Peters, mit zwei Neuigkeiten: Die erwartbare galt der Besucherzahl der vergangenen Saison, die mit 202.000 die Zweihunderttausender-Marke überschritten hat. Die unerwartete betraf seine eigene berufliche Zukunft: die Spielzeit 2021-22 wird seine letzte als Intendant am Theater Münster sein. Ende 2022 gibt Dr. Peters sein Amt in Münster auf.

Ein Maskenball – Erste Premiere am 14. September 2019

Das hatte sich auf der Jahrespressekonferenz noch nicht so abgezeichnet. Da  hatte sich  Dr. Ulrich Peters beim Rückblick auf die vergangene Spielzeit leicht untertrieben „ganz zufrieden“ mit der Auslastung gezeigt. Etwas überraschend hatte er dann eine Lanze für die Operette gebrochen und gefordert, das ernst zu nehmen, was in ihr steckt, statt sie zu verblödeln – leider keine offene Tür, die er damit einrennt. Der nächste Probierstein wird die Eduard Künneke-Operette Der Vetter aus Dingsda sein, die Peters selber inszenieren wird.

 Theater Münster / Begrüßung der neuen KollegInnen am Theater Münster mit Dr Peters © Oliver Berg

Theater Münster / Begrüßung der neuen KollegInnen am Theater Münster mit Dr Peters © Oliver Berg

Ohne besonderes themenbezogenes Motto und auch ohne den in der letzten Spielzeit „unverzichtbaren Mozart“ stützt sich das Musiktheater ganz überwiegend und mutig auf das 20. Jahrhundert. Eine Ausnahme macht der Spielzeitauftakt mit Un Ballo in Maschera von Giuseppe Verdi. Dem folgt die Musikalische Posse Yolimba oder Die Grenzen der Magie von Tankred Dorst und Wilhelm Killmayer, von Peters angekündigt als „Familienstück, auch wenn darin ca. 80 Leute erschossen werden“. Das Musical im Programm wird Anatevka von Joseph Stein u.a. sein, gefolgt von der Oper des Minimalisten Philip Glass nach der Erzählung von Edgar Allan Poe  Der Untergang des Hauses Usher, die umfänglich Spannung verspricht. Mit dem Zweiakter Death in Venice von Benjamin Britten schließt das Programm des Musiktheaters, das insgesamt großes Vertrauen in die Treue des Publikums verrät.

Das Programm des Schauspiels hat Schauspieldirektor Frank Behnke zusätzlich zur Arbeit mit den Klassikern in Richtung Aktualität mit Uraufführungen und Auftragsarbeiten geöffnet, die einen deutlichen Deutschland-Schwerpunkt aufweisen. Dafür stehen die Uraufführung der Komödie Bonn ist eine Stadt am Meer von Svenja Viola Bungarten oder die „BRD-Trilogie“. In ihr soll anhand dreier Filme von Rainer Werner Fassbinder – Die Ehen der Maria Braun, Die Sehnsucht der Veronika Voss und Lola – in einem mehrstündigen Theatermarathon so etwas wie Archäologie der frühen BRD betrieben werden. Gefragt wird nach Chancen, die es damals gab, und ob sie vielleicht vertan wurden. Später widmet sich dann das Auftrags-Stück 89/90 nach dem Roman von Peter Richter noch den Wende-Jahren, und die Vaterlandsverräter-Uraufführung von  Martin Heckmanns will gleich die  ganze Geschichte der BRD erzählen; es dürfte spannend werden, was sich aus diesen verschiedenen Geschichts-Segmenten und Perspektiven ergibt.

 Theater Münster / Das Leitungsteam_ vl Dr. Ulrich Peters, Intendant, Susanne Ablaß, Hans Henning Paar, Rita Feldmann, Frank Behnke, Golo Berg, Frank Röpke © Hanns Butterhof

Theater Münster / Das Leitungsteam _  Dr. Ulrich Peters, Susanne Ablaß, Hans Henning Paar, Rita Feldmann, Frank Behnke, Golo Berg, Frank Röpke © Hanns Butterhof

Die Klassiker befassen sich dann speziell mit gesellschaftlichen Widersprüchen und Spaltungen, die Der gute Mensch von Sezuan in dem Parabelstück von Bertold Brecht zur Musik von Paul Dessau unmittelbar in sich austrägt. Ein politisches Laboratorium versprechen auch William Shakespeares Drama Maß für Maß, Heinrich von Kleists Prinz Friedrich von Homburg und  Gerhard Hauptmanns  Vor Sonnenaufgang, das in einer von Ewald Palmetshofer überschriebenen Fassung den Schlusspunkt des engagierten Programms setzt.

Im Tanztheater gibt es traditionell pro Spielzeit die Produktion eines Gast-Choreographen. Thomas Noone wird Medea auf die Bühne bringen, den klassischen Mythos einer gescheiterten Integration. Tanz-Chef Hans Henning Paar wird sich in der Uraufführung Der himmlische Spiegel von Hieronymus Boschs Triptychon Der Garten der Lüste inspirieren lassen. Mit Musik von Erik Satie wird er schließlich dafür sorgen, dass auch Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupérie das Tanzen lernt.

Flashmob des Sinfonie-Orchester Münster mit Beethoven
youtube Trailer Theater Münster
[ Mit erweitertem Datenschutz eingebettet ]

Das von Generalmusikdirektor  Golo Berg konzipierte Konzert-Programm trägt zwei Jubiläen Rechnung. Zum einen jährt sich zum hundertsten Mal die Gründung von Münsters Sinfonie-Orchester, der Musikschule und Musikhochschule. Wie auch in der laufenden Spielzeit sollen daher Werke von Komponisten aus Münster zum Klingen gebracht werden wie Bernhard Rombergs Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 9 h-Moll im 1. oder Moondogs „Suite aus „Stamping Ground, Symphonique 3 und Bird’s Lament“ im 2. von insgesamt 10 Sinfoniekonzerten. Zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens kommt der große Bonner fast in jedem Konzert zum Zuge, mit der Sinfonie Nr. 7 A-Dur im 4., dem Konzert für Klavier und Orchester Nr.4 G-Dur im 5.  oder der Ballettmusik Die Geschöpfe den Prometheus, die  heute kaum mehr vertanzt wird, im 7. Sinfoniekonzert. Dazu finden sich Werke, die sich mit Beethoven  auseinandersetzen wie die Fantasia On An Ostinato von John Corigliano, ein anspruchsvolles Programm, das die ganze Aufmerksamkeit des Publikums fordert und verdient.

Frank Röpke vom Jungen Theater stellt 8 Produktionen vor. Von Nass für Kinder ab 2 Jahren spannt sich das Programm bis Effi Briest nach Theodor Fontane für Jugendliche und Erwachsene. Musik spielt eine große Rolle, nicht erst mit Martin Zels‘ Kammeroper Die große Wörterfabrik oder mit Leben ohne Chris. Das Musical von Wolfgang Böhmer und Peter Lund ist ein ambitioniertes Kooperationsprojekt von TheaterJugendOrchester, Jugendkunstschule im Kreativ-Haus, der Westfälischen Schule für Musik und dem Sinfonieorchester Münster. Kinder und alle Junggebliebenen können sich freuen.

Die vielversprechende Spielzeit 2019 am Theater Münster beginnt am 14.September.

—| IOCO Aktuell Theater Münster |—

Flensburg, Schleswig-Holsteinisches Landestheater, Aschenputtel – Oper für Kinder, 25.08.2019

Schleswig-Holsteinisches Landestheater

Stadttheater Flensburg © Stadttheater Flensburg

Stadttheater Flensburg © Stadttheater Flensburg

 ASCHENPUTTEL – Oper für Kinder

zum Beginn der neuen Spielzeit steht eine märchenhafte Wiederaufnahme auf dem Spielplan des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters: ASCHENPUTTEL als Oper für Kinder mit der Musik von Gioachino Rossini. Die ersten Vorstellungen findeen am Sonntag, dem 25. August und am 14.9.2019, jeweils 16.00 Uhr  in der Kleinen Bühne Flensburg statt;  am   1. September und 2. September 2019, jeweils um 16.00 Uhr in den Kammerspielen Rendsburg im Rahmen des Rendsburger Herbstes. Weitere Termine sind sowohl für Familien als auch für Schulklassen zunächst im September und Oktober geplant.

Oper für Kinder nach den Brüdern Grimm mit Musik von Gioachino Rossini von Peter Geilich und Cecilia Ward ab 6 Jahren. Ob aus den Sammlungen der Brüder Grimm oder in der Fassung des französischen Dichters Charles Perrault: Fast jeder kleine oder große Märchenfreund kennt die zauberhafte Geschichte von Aschenputtel. Sie ist den Launen ihrer ungerechten Stiefmutter und der hochmütigen Stiefschwester Clorinda ausgesetzt, die sich von vorn bis hinten bedienen lassen. Die Aufregung ist groß, als der Prinz Ramiro ein Fest ankündigt, auf dem er seine Braut auswählen will. Ihm ist wichtig, eine Frau zu finden, die ihn wirklich liebt, und ihn nicht nur heiraten will, weil er ein Prinz ist. Von Aschenputtel, ihrer Ehrlichkeit und Bescheidenheit ist er sofort fasziniert. Und auch sein Freund Dandini findet Aschenputtel viel sympathischer als die anderen eingebildeten Mädchen, die Ramiros Frau werden wollen.  Doch sie darf eigentlich nicht auf den Ball ….

Außerdem kämpft natürlich auch ihre Stiefschwester um die Gunst Ramiros – und so schnell gibt die nicht auf! Wer bekommt wohl den Prinzen und darf am Ende auf dem Schloss die Hochzeit feiern?

25.08.2019 | 16.00 Uhr | Aschenputtel – Flensburg, Kleine Bühne


Ebenso zauberhaft wie die Erzählung ist die Musik von Gioachino Rossini. Er war schon zu Lebzeiten, vor etwa 200 Jahren, sehr berühmt – ; vielleicht sogar die Nummer eins unter den damaligen italienischen Komponisten. Seine Oper LA CENERENTOLA, hier in Auszügen zu hören, gehört zu Recht zu den meistgespielten Märchenopern der Welt. Rossini war noch nicht einmal 25 Jahre alt, als er 1817 in Windeseile die Musik zu seiner amüsanten, märchenhaften Verwechslungskomödie komponierte. ASCHENPUTTEL wird in der Fassung von Cecilia Ward und Peter Geilich ab Ende August bereits in der zweiten Spielzeit am Schleswig-Holsteinischen Landestheater zu erleben sein.

DAS TEAM HINTER DEN KULISSEN –  Hinweise für die Kleinen

Neben den Sängerinnen und Sängern, die ihr auf der Bühne sehen könnt, arbeiten noch viele andere Menschen an einem Theaterstück mit. Vielleicht habt ihr auch schon einmal Theater gespielt. Dann wisstihr, dass es immer auch jemanden gibt, der das Geschehen auf der Bühne ordnet und die Proben leitet.

In der Schule ist das oft eine Lehrerin oder ein Lehrer. Im Theater nennt man diese Aufgabe Regie führen und im Fall von ASCHENPUTTEL ist Cecilia Ward die Regisseurin. Ihre Idee war es, die verschiedenen Varianten des Märchens zusammenzubringen und Elemente zu vermischen. Gemeinsam mit dem Musikalischen Leiter Peter Geilich hat sie Lieder herausgesucht, die meisten sind aus einer Oper, die LA CENERENTOLA heißt und die die französische und italienische Variante von ASCHENPUTTEL zur Grundlage hat.

Peter Geilich könnt ihr auch auf der Bühne sehen, er spielt Klavier und ist demzufolge auch der Pianist. Die Bühne ist nicht leer, wenn ihr das Stück anschaut, sondern es gibt ein Bühnenbild. Ihr kennt dafür vielleicht den Begriff Kulisse. Die Idee zu diesem Bühnenbild hatte Julia Scheeler, ebenso wie die für die Kostüme. Den dazugehörigen Beruf nennt man Bühnen- und Kostümbildnerin. Gebaut wurde das Bühnenbild von Bühnenmaler*innen, Schreiner*innen, Schlossern und Dekorateur*innen. Die Kostüme wurden von Schneiderinnen genäht. Einige sind auch am Vorstellungstag dabei und helfen den Sänger*innen in ihre Kostüme, vor allem, wenn diese sich schnell umziehen müssen.

 Es klappert die Mühle

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp klapp!
Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach, klipp klapp!
Er mahlet das Korn zu dem kräftigen Brot,
und haben wir dieses, so hat‘s keine Not. Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp.

Flink laufen die Räder und drehen den Stein, klipp klapp!
Und mahlen den Weizen zu Mehl uns so fein, klipp klapp!
Der Bäcker dann Zwieback und Kuchen draus bäckt,
der immer den Kindern besonders gut schmeckt. Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp.

Die dritte Strophe wird in der Oper nicht gesungen, wenn Sie das Lied mit den Kindern aber vollständig singen wollen, enthalten wir Ihnen den Text für diese Strophe natürlich nicht vor:

Wenn reichliche Körner das Ackerfeld trägt, klipp klapp!
Die Mühle dann flink ihre Räder bewegt, klipp klapp!
Und schenkt uns der Himmel nur immerdar Brot,so sind wir geborgen
und leiden nicht Not.Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!

—| Pressemeldung Schleswig-Holsteinisches Landestheater |—

Nächste Seite »