Radebeul, Landesbühnen Sachsen, Wagner Moreira – Leiter Tanzcompagnie, IOCO Personalie, 02.04.2020

Landesbühnen Sachsen

Wagner Moreira – kommender Leiter der Tanzcompagnie

Der Choreograph Wagner Moreira  übernimmt ab der Spielzeit 2020-21 die Leitung der Tanzcompagnie der Landesbühnen Sachsen.

Bei Facebook kündigte die Landesbühne Sachsen Wagner Moreira und sein Wirken schon an:  „Mit unserem neuen Leiter, Wagner Moreira, soll auch die Tanzcompagnie ein neues Gesicht erhalten. Unter dem bisherigen Leiter Carlos Matos entstanden viele innovative und hochgelobte Inszenierungen an den Landesbühnen Sachsen. Auf dieser Arbeit wird Wagner Moreira aufbauen und die Compagnie weiterentwickeln. Er war die letzten Jahren wiederholt als Gasttrainer bei uns und freut sich auf die kommende Spielzeit.“

“ Ich freue mich, dass wir ab der kommenden Spielzeit mit Herrn Wagner Moreira einen kreativen und auch organisatorisch vielseitig erfahrenen künstlerischen Leiter für die Tanzcompagnie gefunden haben, der den Tanz offensiv im Feld der gesamtgesellschaftlichen Kommunikation auch im Sinne der Diversität und Inklusion sachsenweit  verortet“, so Manuel Schöbel, Intendant der Landesbühnen Sachsen

Landesbühnen Sachsen / Wagner Moreira - kommender Leiter der Tanzcompagnie © gesichtsBlitzer

Landesbühnen Sachsen / Wagner Moreira – kommender Leiter der Tanzcompagnie © gesichtsBlitzer

„Im März 2003 kam ich nach Münster/NRW und seitdem ist Deutschland auch meine Heimat geworden. In März 2006 bekam ich ein Engagement in Sachsen am Gerhart Hauptmann Theater Görlitz/Zittau und seitdem ist Sachsen mein Zuhause geworden. Im März 2010 kam ich nach Dresden, um  Master of Arts  in Choreografie an der Palucca Hochschule für Tanz zu studieren und die Elbestadt bekam eine Leidenschaft. 10 Jahre später im  August 2020 übernehme ich mit großer Freude die Leitung der Tanzcompagnie der Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Immer gern hier und Europaweit in  unterschiedlichen künstlerischen und pädagogischen Kontexten, Institutionen, Projekten und Produktionen   tätig, ist jetzt Radebeul für  mich der nächste Halt. Den Bezug zum Haus hatte ich als freischaffende Künstler und Tanzmacher seit den letzten 5 Jahren gehabt. Bin immer  gern an den Landesbühnen als Gasttrainer und Zuschauer gewesen.  Gern möchte  ich hautnah nicht nur mit anderen Sparten im Haus arbeiten,  sondern auch mit dem Publikum. Inklusion, Zugänglichkeit, Mobilität und Interdisziplinarität sind in meiner künstlerischen Praxis  eine  Selbstverständlichkeit in den letzten 10 Jahren geworden. Ich freue mich sehr auf die erste Spielzeit und auf die elegante und schöne Stadt  Radebeul. “, so Wagner Moreira

Re(-)place – Um(-)räumen  Choreographie – Tanz Wagner Moreira
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Wagner Moreira  (BRA/DE)
ist 1977 in Brasilien geboren. 1991 begann er Tanz zu studieren und führte sein Studium in Deutschland fort.  Als zeitgenössischer Tänzer erhielt er Preise in bei verschiedenen Festivals. Seit 2003 lebt er in Deutschland und arbeitet sowohl als Gast Dozent, Performer und Choreograf an  verschiedenen Theatern, Hochschulen und freie Kompanien u.a.  2011  International Choreographers in Residency, American Dance Festival, North Carolina USA.  Choreographer´s Venture/12 Programm Impulstanz Wien. 2012 absolvierte er den Master of Arts  in Choreographie an der Palucca  Hochschule für Tanz Dresden und erhielte den DAAD Preis für besonders engagierte ausländische Studierende. 2016 Meisterklasse Abschluss  Palucca Hochschule für Tanz.

Seit 2014 ist er Mitglied der inklusiven Un-label PAC/ Köln. Herbst/16 Kurator „Tag der deutschen Einheit 16“  –  Brücken  bauen  – Dresden. Gemeinsam feiern – Dresden. Gemeinsam tanzen.

2019 erhielt er den Ursula-Cain-Förderpreis in Sachsen mit seinem Solo I PLAY D(E)AD im Kooperation mit Projekttheater Dresden. In diesem Jahr rief er das Format C.O.R.E. (Creating Opportunities of Research & Explorations) & CORE DANCE PROJECTS zusammen mit der Choreografin Helena Fernandino ins Leben. Wagner Moreira ist als Choreograf, Gastdozent und Performer in Deutschland, Belgien, Brasilien, Griechenland, Italien, Tschechien, Türkei, Schweden und USA tätig und ab der Spielzeit 2020/21 als Leiter der Tanzcompagnie Landesbühnen Sachsen.

—| Pressemeldung Landesbühnen Sachsen |—

Cottbus, Staatstheater Cottbus, Mund- und Nasenschutzmasken – Carl Thiem-Klinikum – download Nähanleitung, März 2020

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Staatstheater Cottbus

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus näht Mund- und Nasenschutzmasken

Das Staatstheater Cottbus schließt sich der breiten Bewegung von Institutionen und Freiwilligen an, die dem Aufruf folgen, derzeit dringend benötigte Mund- und Nasenschutzmasken selbst anzufertigen. Intendant Dr. René Serge Mund betont, dass es dem Theater ein Bedürfnis ist, in dieser Ausnahmesituation auf diese Weise einen Beitrag leisten zu können.

Staatstheater Cottbus / Schneiderin beim Nähen von Masken in der Kostümschneiderei  © Annalena Hänsel

Staatstheater Cottbus / Schneiderin beim Nähen von Masken in der Kostümschneiderei
© Annalena Hänsel

In der Kostümschneiderei wurde mit der Produktion begonnen, die ersten Masken werden am morgigen Dienstag, 31. März 2020, 11 Uhr an die Cottbuser Feuerwehr und das DRK übergeben, von wo aus sie weiter verteilt werden.

Staatstheater Cottbus / Schneiderin beim Nähen von Masken in der Kostümschneiderei  © Annalena Hänsel

Staatstheater Cottbus / Schneiderin beim Nähen von Masken in der Kostümschneiderei
© Annalena Hänsel

Wie Kostümdirektorin Nicole Lorenz berichtet, ist inzwischen bereits neues Baumwollmaterial eingetroffen, damit die Arbeiten weitergehen können. Insgesamt 12 KollegInnen sind in der Damen- und Herrenschneiderei in Schichten damit beschäftigt.

Wie auch das Carl Thiem-Klinikum Cottbus auf seiner Webseite www.ctk.de mitteilt, bieten die selbst genähten Masken aus kochbarer Baumwolle einen vergleichbaren Schutz wie die handelsüblichen Einweg-Masken und sind wieder verwendbar. Die Nähanleitung gibt es in Form eines Videos auf Youtube und in den Social-Media-Kanälen des Carl-Thiem-Klinikums. Link zum Video | Nähanleitung als PDF downloaden

—| Pressemeldung Staatstheater Cottbus |—

Paris, Père Lachaise, Oscar Wilde – Kultstätte in Paris, IOCO, 31.03.2020

Oscar Wilde auf Père Lachaise © IOCO Felix

Oscar Wilde – 20 Tonnen Gedenkstätte auf Père Lachaise © IOCO Felix

Oscar Wilde – Monumental – Père Lachaise, Paris
– Kult als Dandy – Kult als Dichter – Kult im Tod –

von Viktor Jarosch

 Heinrich Heine auf Montmarte Paris © IOCO

Heinrich Heine auf Montmarte Paris © IOCO

Die großen Friedhöfe von Paris, Père Lachaise, Montmartre, Montparnasse, Passy wurden im frühen 19. Jahrhundert auf Veranlassung von Napoleon neu geordnet und als „Parkfriedhöfe“ angelegt. Mit Denkmal-Gräbern für lange zuvor Verstorbene wie den Dichter Jean-Baptiste Poquelin alias Molière (1622-1673), den Fabeldichter Jean de la Lafontaine (1621 – 1695), der Äbtissin Héloise (1095 – 1164) oder des Theologen Abaélard (1079 – 1142) hat sich Père Lachaise wie alle Pariser Park-Friedhöfe früh zu weltweit einzigartigen, architektonisch touristischen Begegnungsstätten entwickelt.  Heinrich Heine (1797 – 1856) bestimmte 1851 in seinem, in der „Matratzengruft“ von Montmartre geschriebenen Testament, „auf dem Kirchhofe dieses Namens (Cimitière Montmartre, Foto) beerdigt zu werden, da ich eine Vorliebe für dieses Quartier hege …“.

Auch der Kult-gewordene Dichter, Dramatiker und Lyriker Oscar Wilde (1854 in Dublin – 1900 in Paris) fand auf Père Lachaise seine  letzte Ruhestätte. Père Lachaise, im 20. Arrondissement von Paris gelegen, ist mit 44 Hektar und 69.000 Grabstätten der größte Pariser Friedhof. Mit über drei Millionen Besuchern jährlich ist Père Lachaise weit mehr als letzte Ruhestätte für Verstorbene, es ist auch sinngebende Begegnisstätte für uns Lebende: sein Besuch wurde so zu einem Muss.für viele Paris-Besucher und Einheimische.

Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Gioacchino Rossini in Paris © IOCO

Kurz hinter dem Eingang von Père Lachaise begegnet dem Besucher schon die Grabstätte von Gioacchino Rossini (1792 in Pesaro – 1868 in Passy, Paris). Rossini, ab 1824 Hofkomponist von Ludwig XVIII, König von Frankreich, und, obwohl er schon 1829 mit Guglielmo Tell seine letzte Oper schrieb, führte er, danach, mit lebenslanger französischer Rente versehen, ein aktives, ausgefülltes Leben. Er inspirierte dabei unter anderem den 1833 für eine Musikausbildung nach Paris gezogenen Jacques Offenbach (1819-1880), dessen auffällige Grabstätte in Montmartre, nahe der von Heinrich Heine liegt.

Der irische Schriftsteller Oscar Wilde, bekannt durch seine Werke u.a. Salome, Das Bildnis des Dorian Gray, The Importance of Being Earnest, Bunburry, Lady Windermere‘s Fan war im damaligen prüden viktorianischen Zeitalter zudem als bewunderter Dandy und seinen extrovertiert exzentrischen Lebensstil eine bekannte Person des öffentlichen Lebens.

 Die schwer lesbare Visitenkarte von Lord Queensbury an Oscar Wilde © National Archives UK

Die schwer lesbare Visitenkarte von Lord Queensbury an Oscar Wilde © National Archives UK

Wildes in Paris endender, tragischer Niedergang begann am 18. Februar 1895, mit einer zunächst läppisch wirkenden Boshaftigkeit, die aber letztlich tödlich endete: John Sholto Douglas, 9th Marquess of Queensberry, und Vater seines intimen Freundes Lord Arthur Douglas, hinterließ in dem gemeinsam oft besuchten Londoner Albemarle Club eine an Oscar Wilde adressierte Karte (siehe oben links) mit der Anschrift: „For Oscar Wilde posing Somdomite!“ („An Oscar Wilde, posierender Sodomit“ – NB: Sodomie war damals in England strafbar). Diese Karte war Grund der folgenden Verleumdungsklage von Oscar Wilde gegen Marquess of Queensberry. In seiner Klage wurde Wilde von Freunden wie Robert Ross, Lord Arthur Douglas und sogar Georg Bernard Shaw gestützt. Queensberry argumentierte vor Gericht mit seinen „Wahrheitsbeweisen“ gegen Wilde: aufgrund dieser „Wahrheitsbeweise“ wurde öffentlich, dass Oscar Wilde mit jungen Männern der damaligen Unterschicht und männlichen Prostituierten sexuelle Beziehungen hatte. Der Marquess of Queensberry wurde im Urteil von der Verleumdungsklage freigesprochen.

Marquess of Queensberry reagierte auf seinen Freispruch mit einer Gegenklage. Oscar Wilde wurde nun von ihm wegen Unzucht und Sodomie angeklagt. Der vermögende Marquess of Queensberry stellte für dies Verfahren zahlreiche, von seinen Detektiven aufwendig ermittelte Beweise zur Verfügung. Am 25. Mai 1895 wurde Oscar Wilde wegen sexuellen Beziehungen zu jungen Männern der Unterschicht und mit männlichen Prostituierten wegen „Gross indecency“ (ein Gesetz, welches damals sexuelle Akte zwischen Männer generell, auch in privaten Räumen kriminalisierte) zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, verbunden mit schwerer Zwangsarbeit. Das Urteil ruinierte Oscar Wilde persönlich und finanziell für den Rest seines Lebens.

Die Umstände im Zuchthaus Reading, wo Wilde seine Strafe verbrachte, waren entwürdigend und zerstörerend: Wie viele andere Zuchthäuser der Zeit in England war das Zuchthaus Reading damals vermeintlich modern ausgerichtet. Die englischen Zuchthäuser der Zeit waren zuvor aufwendig neu gestaltet, zur „Reformation der Gefangenen“, zur therapeutischen Behandlung der Insassen umgestaltet. Statt ehemals überfüllter Säle und Gemeinschaftszellen gab es erstmals durchgängig Einzelhaft in Zellen ohne Fenster. Kleine Milchglasschlitze ließen Licht ein, verhinderten aber den Blick ins Freie. Bei Freigang auf dem Gefängnishof bestand Redeverbot; das Tragen einer den Kopf verhüllenden Kapuze war dabei Pflicht.

Oscar Wilde 1882 © Napoleon Sarony

Oscar Wilde 1882 © Napoleon Sarony

Oscar Wilde verließ das Gefängnis 19. Mai 1897 als gebrochener und mittelloser Mann;  am gleichen Tag flüchtete er noch nach Paris: In Paris hatte Wilde 1883, in seinen guten Zeiten, mehrere Monate gelebt, mit Victor Hugo, Sarah Bernhardt, Edgar Degas verkehrt und das Bühnenstück The Duchess of Padua geschrieben. So ist Salome 1891 in Paris in französischer Sprache entstanden, und, in England war es durch die Zensur geächtet, 1894 in Paris mit Sarah Bernhardt als Salome uraufgeführt.  Oscar Wilde auf die Frage, warum er Salome in Französisch geschrieben hat: er sei „im Herzen Franzose, der Geburt nach aber Ire und von den Engländern dazu verurteilt, die Sprache Shakespeares zu sprechen.“  Nach seiner Ausreise im Mai 1897 betrat Oscar Wilde nie wieder englischen Boden.

Das letzte, unter solch dramatischen Umständen in Paris entstandene Werk von Oscar Wilde, ist das Gedicht The Ballad of Reading Gaol; es beschreibt die letzten Tage des 30-jährigen, wegen Mordes verurteilten Kavalleriesoldaten Charles Thomas Wooldridge kurz vor seiner Hinrichtung. Oscar Wilde zeichnet sein Gedicht in großer emotionaler Nähe zu dem sterbenden Soldaten. 

Jean-Baptiste Molière - La Fontaine in Pere Lachaise © IOCO

Jean-Baptiste Molière – La Fontaine in Pere Lachaise © IOCO

Oscar Wilde lebte in Paris vereinsamt und verarmt, aber im besten Zimmer des kleinen Hôtel d’Alsace in der Rue des BeauxArts, dessen Besitzer ein Bewunderer von ihm war. Dort starb  Wilde am 30. November 1900 elendig, unter schmerzhaften Umständen. Die Todesursache (Hirnhautentzündung oder Syphillis) wurde nie eindeutig festgestellt. Trotz seiner Schmerzen begleiteten ihn Aphorismen bis in den Tod: “My wallpaper and I are fighting a duel to the death – one or the other of us has to go” oder “Either the wallpaper goes, or I do“. Robert Ross, enger Freund und Lektor, war bei Oscar Wilde als dieser starb: Ein herbei gerufener katholischer Priester erteilte Wilde Nottaufe, Absolution und letzte Ölung. Begraben wurde Oscar Wilde 1900 zunächst in einem Armengrab auf dem Pariser Friedhof Cimetiere Bagneux. Auf nachdrückliches und uneingennütziges Betreiben von Robert Ross, nun Verwalter von Wildes künstlerischem Nachlass, wurde dieser 1909 auf den Cimetière du Père Lachaise umgebettet. Erst seit 1914, 14 Jahre nach Wildes Tod, schmückt das Grab die kultische Felsskulptur..

 Oscar Wilde Grabmal - die Sphinx © IOCO Felix

Oscar Wilde Grabmal – die Sphinx © IOCO Felix

Robert Ross, 1868 – 1918, Student an der Oxford University, war mit Oscar Wilde seit 1886, als erstem homoerotischen Freund verbunden. In späteren Jahren blieb Ross als Lektor, Freund und Verwalter des Nachlasses eng mit Oscar Wilde verbunden. Robert Ross, in seinem Bemühen um eine angemessene Grabstätte, beauftragte 1908 den amerikanisch-britischen Bildhauer Jakob Epstein (1880-1959) mittels einer anonym erhaltenen Spende von 2.000 englischen Pfund ein Grabmal für Oscar Wilde zu schaffen: ein 20 Tonnen wiegender Hopston Wood–Fels aus Derbyshire in England bildete die Grundlage. Epstein meißelte in Anlehnung an Wildes Gedicht Die Sphinx in die Mitte des riesigen Felsblocks eine vertikale, geflügelte Figur mit ausgesprägt sichtbaren Phallus, welche vorwärts zu fliegen scheint: symbolischer Ausdruck für einen Dichter als Botschafter, so wird es oft interpretiert. Auf der Stirn dieser Sphinx verkündet eine Figur mit langer Trompete ewigen Ruhm; über dem Kopfschmuck symbolisieren fünf kleine Figuren, eine davon mit einem kleinen Kreuz, an das Martyrium von Wildes Lebensende erinnernd. Der Transport des Denkmals von London nach Paris gestaltete sich schwierig: 120 Pfund Importzoll mussten entrichtet werden, da die französischen Behörden den Felsen nicht als Kunstwerk anerkannten. Nach letzten Arbeiten von Epstein auf Père Lachaise wurde das Grabmal im August 1914 von dem Okkultisten und Dichter Aleister Crowley offiziell enthüllt. Robert Ross hatte zuvor den Phallus der Sphinx mit einer Schmetterlings-ähnlichen Bronzeplastik verhüllt, welche allerdings später wieder entfernt wurde.

Seither entwickelte sich die Grabstätte von Oscar Wilde auf Père Lachaise zur gesuchten Pilgerstätte und ein Raum für unzählige Anekdoten: Der ausgeprägte Phallus der Sphinx wurde 1961 von einem Souvenirjäger abgeschlagen; im Jahr 2000 durch eine Silberprothese ersetzt wurde er erneut abgeschlagen und seither nicht mehr ersetzt. Seit den 80er Jahren wurde das Grab von Oscar Wilde Ziel neuer Kulthandlungen: Besucher übersäten es bis 2011 beständig mit roten Kussmündern. Sei es der Abdruck eigener, fett rot bemalter Lippen, seien es aufgemalte rote Lippen: Zeichnungen auf dem Grabmal wurden zum kultischen Happening der Besucher. Graffitisprays ergänzten zahllose Lippen-Abdrücke. Die folgenden beständigen Reinigungen beschädigte wiederum das Grabmal, er wurde über die Jahre porös; Küssen Verboten–Schilder und Strafen bis zu 9.000 Euro _ nichts half: Die irische Regierung schritt ein; für Irland ist Oscar Wildes Grabmal irisches Kulturerbe. Die Felsskulptur wurde 2011 auf Kosten des Irischen Bauspflegeamtes erneut aufwändig gereinigt und zusätzlich mit  einer hohen Glasbarriere vor den Kussattacken und anderen Zuwendungen geschützt. Seither ruht Oscar Wilde dort wahrlich in Frieden. An seiner Seite ruht seit 1950 sein 1918 gestorbener Freund Robert Ross: dessen Asche wurde 1950 in das Grabmal von Oscar Wilde übergeführt

—| IOCO Portrait |—

Wien, Wiener Staatsoper, Krzysztof Penderecki : 1933 – 2020, IOCO Akutell 29.03.2020

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Wiener Staatsoper

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

Wien / Wiener Staatsoper © Starke

 Krzysztof Penderecki : 1933 – 2020

Die Wiener Staatsoper trauert um den bedeutenden zeitgenössischen Komponisten Krzysztof Penderecki, der am Sonntag, 29. März 2020, im Alter von 86 Jahren nach langer und schwerer Krankheit in Krakau gestorben ist. Zwei Werke des vielseitigen Künstlers wurden im Haus am Ring aufgeführt: Die Teufel von Loudun (1973, im Rahmen eines Gastspiels der Staatsoper Stuttgart) sowie Die Schwarze Maske (1986, in Koproduktion mit den Salzburger Festspielen). Das Wiener Staatsballett (damals noch Staatsopernballett) tanzte 2000 im Wiener Odeon zu einem seiner Stücke im Rahmen des Abends Junge Choreographen II.

Leider konnte das letzte gemeinsame Projekt, die für die Spielzeit 2018/2019 angedachte Uraufführung der Oper Phaedra, nicht realisiert werden, da der Komponist zu seinem großen Bedauern um Entbindung aus der Vereinbarung bitten musste.

—| Pressemeldung Wiener Staatsoper |—

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