Cottbus, Staatstheater Cottbus, Premierenauftakt – Eröffnungswochenende vom 23. bis 25.10.2020

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Staatstheater Cottbus

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Ballett, Schauspiel, Musiktheater und Philharmonisches Orchester präsentieren drei Premieren, davon zwei Uraufführungen

Vom 23. bis 25. Oktober 2020 lädt das Staatstheater Cottbus zum Premierenauftakt für die Saison 20.21 ein. Ballett, Schauspiel, Musiktheater und Philharmonisches Orchester präsentieren sich in drei Premieren, davon zwei Uraufführungen. Nach der langen, pandemiebedingten Theaterpause ist dieses Premierenwochenende für alle Mitarbeiter*in-nen des Staatstheaters ein lange erwarteter Startschuss: endlich kann das künstlerische Team um den neuen Intendanten Stephan Märki seine Vision für das Haus in konkreten Inszenierungen vorstellen und können die Ensembles ihren Dialog mit dem Publikum aufs Neue beginnen.

Staatstheater Cottbus / NUR EIN WIMPERNSCHLAG ... - Ballettabend von Oliver Preiß | Uraufführung Szenenfoto mit Alyosa Forlini © Claudia Bernhard

Staatstheater Cottbus / NUR EIN WIMPERNSCHLAG … – Ballettabend von Oliver Preiß | Uraufführung Szenenfoto mit Alyosa Forlini © Claudia Bernhard

Im Ballett wendet sich Choreograf Oliver Preiß in der Kammerbühne mit der Urauffüh-rung „Nur ein Wimpernschlag …“ essentiellen menschlichen Empfindungen zu. In neun packenden Solos schnürt er gemeinsam mit dem Cottbuser Ballettensemble ein Bündel an Gefühlszuständen auf, mit dem sich Menschen konfrontiert sehen, wenn plötzlich Zeit zum Innehalten, zum Nachdenken und Nachspüren im Übermaß zur Verfügung steht. (Premiere 23. Oktober 2020, Kammerbühne)

Staatstheater Cottbus / UMKÄMPFTE ZONE Eine Bearbeitung des gleichnamigen Romans von Ines Geipel durch Armin Petras Uraufführung Szenenfoto mit: (oben v.l.n.r.) Susann Thiede und Lucie Luise Thiede (Schwester 1 und 2); (vorn) Johann Jürgens (Bruder) © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / UMKÄMPFTE ZONE Eine Bearbeitung des gleichnamigen Romans von Ines Geipel durch Armin Petras Uraufführung Szenenfoto mit: (oben v.l.n.r.) Susann Thiede und Lucie Luise Thiede (Schwester 1 und 2); (vorn) Johann Jürgens (Bruder) © Marlies Kross

In der Regie von Armin Petras, seit dieser Spielzeit neuer Hausautor an der Cottbuser Bühne, bringt das Schauspiel im Großen Haus seine Bearbeitung von Ines Geipels Buch „Umkämpfte Zone“ zur Uraufführung. Anhand ihrer Familiengeschichte reflektiert die Autorin Konflikte der (ost)deutschen Geschichte und schildert die Erfahrungen der „Generation Mauer“. (Premiere 24. Oktober 2020, Großes Haus)

Staatstheater Cottbus / MAZEPPA Oper in drei Akten von Pjotr I. Tschaikowski Szenenfoto © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / MAZEPPA Oper in drei Akten von Pjotr I. Tschaikowski Szenenfoto © Marlies Kross

Im Musiktheater inszeniert die Regisseurin Andrea Moses mit „Mazeppa“ eine selten gespielte Oper von Pjotr I. Tschaikowski. Die Geschichte um den opportunistischen Kosakenanführer Mazeppa wird in ihrer Lesart zur zeitlosen Fabel vom Zusammenbruch politischer Systeme, von Schock und Chance gesellschaftlicher Umwälzungen, alten Wunden und der Rolle der Massen. Die musikalische Leitung hat GMD Alexander Merzyn. (Premiere 25. Oktober 2020, Großes Haus)

Karten:
Die neuen Inszenierungen stehen in den nächsten Monaten regelmäßig auf dem Spiel-plan. Karten für alle Vorstellungen bis Ende Januar sowie Informationen über Zusatz-veranstaltungen gibt es im Besucherservice (Am Schillerplatz 1, 03046 Cottbus) und auf www.staatstheater-cottbus.de. Die Premieren sind ausgebucht.

—| Pressemeldung Staatstheater Cottbus |—

Münster, Theater Münster, DIS-TANZ – in den Klauen des Virus, IOCO Kritik, 29.09.2020

September 29, 2020  
Veröffentlicht unter Ballett - Tanz, Kritiken, Theater Münster

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Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster

DIS-TANZ – In den Klauen des Virus
Tanztheater:  Corona-Folgen im Alltag, der Schrecken von Quarantäne ….

von Hanns Butterhof

Die Hygiene-Konzepte für das Theater haben mit ihren Distanz-Vorschriften besonders für das Tanztheater erhebliche Einschränkungen zur Folge. In seinem vom Publikum begeistert aufgenommenen Tanzabend Dis-Tanz im Großen Haus des Theaters Münster zeigt Tanz-Chef Hans Henning Paar darüber hinaus in eindringlichen Szenen die Einschränkungen durch Corona in der Gesellschaft.

Zu Beginn des Tanzabends windet und wälzt sich, mit Spinnenarmen um sich greifend, ein beunruhigend unbekanntes Wesen auf einem schmalen Streifen Lichts auf das Publikum zu. Auf seinem weißen Körper flimmern Pixel wie bei einem gestörten Fernsehbild: das Virus als bedrohlicher Störfall.

DIS-TANZ – Tanzabend zur Verzweiflung in der Corona Zeit
youtube Trailer Theater Münster
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Der anfangs schmale Lichtstreifen verbreitert sich dann über die ganze Bühne, wie das Virus über die Welt, und entfaltet seine zerstärerische Wirkung. Wer von ihm berührt wird, sinkt, begleitet von einem kurzen Erzittern der Musik, zu Boden.

Tastend erkundet dann Paare, wie sich Beziehung und Selbstschutz vertragen. Mit überlangen Armen – da werden die Abstands-Regeln kostümbildend – versucht ein Tänzer (Keelan Whitmore), seinen Partner (Ilario Frigione) mit den Klauen des Virus‘ zu packen, dann ein nächster, an seine in mehrfache Folienhüllen gewickelte Partnerin heranzukommen. Andere ganzkörperlich in durchsichtige Folie Verpackte gehen beziehungslos aneinander vorbei, eine hadert mit ihrer übergroßen schwarzen Schutzhülle, in der sie sich ständig wie in einer lästig mitgezerrten Schleppe verheddert.
Die wohl berührendsten Szenen entfalten den Schrecken der Quarantäne.

Ein hell beleuchtetes Viereck auf dem Bühnenboden markiert den engen Raum, aus dem eine einzelne Tänzerin (Maria Bayarri Pérez) nicht heraus darf. Mit ihren Händen tastet sie die nur aus Dunkelheit bestehenden Wände ab, drückt verzweifelt ihre Wange an sie und sinkt dann resigniert zusammen.

 Theater Münster / DIS-TANZ - Verzweiflung und Resignation in der Quarantäne Maria Bayarri Pérez © Oliver Berg

Theater Münster / DIS-TANZ – Verzweiflung und Resignation in der Quarantäne Maria Bayarri Pérez © Oliver Berg

Glücklicher scheint ein Paar (Fátima Lòpez Garcia und Leander Veizi) zu sein, für das – da sie auch im Privatleben ein Paar bilden – die Abstandsregeln nicht gelten. Ineinander verschlungen rollen sie herein, beneidenswert. Doch die Bekundungen ihrer Liebe werden zunehmend zwanghaft und enden schließlich im Konflikt; sie halten die verordnete Nähe nicht aus.

Die vielen ineinander übergehenden Szenen beschreiben überzeugend zerstörerische Folgen des Virus‘ und der Versuche, sich dagegen zu wappnen. Am Ende trennt ein durchsichtiger, verpixelter Vorhang das Ensemble in die davor und die dahinter. Wenn dann eine Tänzerin unter ihm hindurch auf die andere Seite gezogen wird, bleibt offen, ob das zu ihrer Rettung führt.

Dass im Elend von Corona auch positive Hinweise auf dringend nötige Veränderungen unseres gesellschaftlichen Lebens enthalten sind, kommt in Paars düsterer Bestandsaufnahme nicht vor. Doch gibt DIS-TANZ tänzerisch und szenisch ein überzeugendes, berührendes Bild unserer Gesellschaft in den Klauen des Virus‘ und seiner zerstörerischen Kraft.

Das begeisterte Premierenpublikum applaudierte nach sechzig spannenden Minuten stehend Hans Henning Paar und seinem ausdrucksstarken Ensemble, das es mehrfach vor den Vorhang rief.

DIS-TANZ am Theater Münster; Die nächsten Termine: 27., 29. und 31.10.2020, jeweils 19.30 Uhr

 

—| IOCO Kritik Theater Münster |—

Linz, Landestheater Linz, URAUFFÜHRUNG – BILDER EINER AUSSTELLUNG – Ballett, 26.09.2020


Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

BILDER EINER AUSSTELLUNG  – Uraufführung

TANZABEND VON MEI HONG LIN,  MUSIK  MODEST MUSSORGSKY,  SOUNDDESIGN VON RANDOMHYPE

Uraufführung Samstag, 26. September 2020, 19.30 Uhr –  weitere Vorstellungstermine: 30. September, 4., 10., 14., 29. Oktober, 4., 6., 15., 16. November, 4., 18. Dezember 2020

Choreografie und Inszenierung   Mei Hong Lin, Sounddesign   RANDOMHYPE, Bühne und Kostüme   Julio Andrés Escudero, Lichtdesign   Johann Hofbauer, Dramaturgie   Roma Janus, Thorsten Teubl

Mit:  TANZLIN.Z   –  Lara Bonnel Almonem, Rie Akiyama, Julie Endo, Núria Giménez Villarroya, Mireia González Fernández, Shao-Yang Hsieh, Yu-Teng Huang, Valerio Iurato, Lorenzo Ruta, Pavel Povrazník, Evi van Wieren, Safira Santana Sacramento, Nicole Stroh, Vincenzo Rosario Minervini, Nimrod Poles, Pedro Tayette, Kayla May Corbin Shang-Jen Yuan,

Live Electronic   RANDOMHYPE, Pianist   Stefanos Vasileiadis

Landestheater Linz / BILDER EINER AUSSTELLUNG - Safira Santana Sacramento © Robert Josipovic

Landestheater Linz / BILDER EINER AUSSTELLUNG – Safira Santana Sacramento
© Robert Josipovic

ZUM STÜCK


Inspiriert durch eine posthume Ausstellung von Werken seines verstorbenen Freundes, des Malers Victor Hartmann, komponiert Modest Mussorgsky 1874 seinen Klavierzyklus Bilder einer Ausstellung. Bekannt wurde das Werk aber vor allem durch eine das Original glättende Orchesterfassung von Maurice Ravel. Dabei hatte Mussorgsky ein Klavierwerk mit archaischer Rohheit geschaffen, das mit seinem nicht enden wollenden Farbenreichtum die ästhetischen Klangvorstellungen seiner Zeit sprengte und bereits die Pforten zum 20. Jahrhundert aufriss.
Die Choreografien von Mei Hong Lin zeichnen sich durch die enge Verbindung zwischen Musik und Bewegung aus. In Bilder einer Ausstellung unterzieht sie ihr eigenes Schaffen einer systematischen Intervention und hinterfragt ihr Werk NEU.

Sie setzt bestehendes Material als strukturelle und emotionale Inspiration in einen neuen Kontext und manifestiert Bewegung und Ausdruck als eine Fortentwicklung ihrer eigenen choreografischen Entwicklung. Sie zeigt Möglichkeiten zur Überwindung von Angst und Tod auf sowie die Akzeptanz der Endlichkeit und zeichnet das tiefenpsychologische Narrativ der Bilder einer Ausstellung choreografisch nach. Dabei erfindet sie mit Hilfe eines interagierenden Sounddesigns und dem DJ Christian Düchtel LIVE ON STAGE den Klavierzyklus neu: Modest Mussorgsky und Mei Hong Lin – reframed.

Landestheater Linz / BILDER EINER AUSSTELLUNG - Mireia González Fernández © Laurent Ziegler

Landestheater Linz / BILDER EINER AUSSTELLUNG – Mireia González Fernández
© Laurent Ziegler

INHALT


BILDER EINER AUSSTELLUNG


Mei Hong Lin nimmt Sie mit auf eine Reise und führt durch ihre choreografische BILDER EINER AUSSTELLUNG inspiriert von der Originalfassung von Modest Mussorgsky.

PROMENADE 1

Die Emotionen der Bilder werden von einem Raum in den nächsten getragen, wie eine Vorahnung, eine Andeutung – sie sind auch gleichzeitig ein Nachklang.

Die Promenade ist eine musikalische Brücke zwischen den einzelnen Klavierstücken. Sie betreten wie ein Besucher eine choreografische Gemäldegalerie, eine Galerie aus Bewegung und Imagination. Langsam schweift Ihr Blick von einem Bild zum nächsten. Sie erkennen verschiedene Situationen und Geschehnisse und Orte. Sie sehen einen Gnom, zwei Frauen, eine Jugendliche, zwei Könige, Verliebte.

Bild Nr. 1 DER GNOM

Der Zwerg symbolisiert die Persönlichkeit und den psychischen Zustand eines Menschen. Er unternimmt den Versuch mit aller Kraft gegen die Machtlosigkeit und Unterdrückung anzukämpfen, mit der er in seinem Leben konfrontiert ist.

PROMENADE 2

Die zweite Promenade hat die Funktion einer Einleitung zum zweiten Bild. Es stellt eine junge Frau dar, die mit großer Vorfreude und in lustvoller Gespanntheit auf ihren Geliebten wartet. In ihren Gedanken durchlebt sie noch einmal die schönsten Erinnerungen und gemeinsamen Momente mit ihm und schwebt in wunderbarsten Fantasien.

Bild Nr. 2 DAS ALTE SCHLOSS

Eine verhängnisvolle Romanze. Die Liebe und Seele von zwei Liebenden brennt, weil ihre Sehnsucht durch widrige Umstände nicht erfüllt werden kann. Zwei einander liebende Seelen brennen füreinander. Die gegenseitige Anziehungskraft und körperliche Lust stoßen auf eine scheinbar nicht zu überwindende Distanz.

Bild Nr. 3 DIE TUILLERIES 

Spielende Jugendliche mit viel Lebensfreude und Vitalität blicken ihrer Zukunft entgegen. Der grenzenlosen Lebenslust und Unbeschwertheit wird die Realität des Erwachsenwerdens mit all ihren Problemen entgegengesetzt.

Bild Nr. 4 BYDLO

Der von Mussorgsky musikalisch gezeichnete Ochsenkarren steht für Schwierigkeiten und erzählt von Traumata und Belastung und zeigt die Sehnsucht von Menschen nach Befreiung auf.

Bild Nr. 5 DAS BALLETT DER KÜKEN IN IHREN EIERSCHALEN

Dieses Bild thematisiert politische Machtverhältnisse und potenziell konfliktreiche Situationen. Es sind zwei Machtpersonen dargestellt, die gleichgültig ihrer großen Verantwortung um Besitz streiten, diskutieren, verhandeln, sich gegenseitig bedrohen. Gehüllt in aufgeplusterte, edle Gewänder, demonstrieren sie sich gegenseitig ihre Macht und beobachten mit großer Skepsis jeden Schritt des anderen.

Bild Nr. 6 SAMUEL GOLDENBERG UND SCHMUYLE

Die Geschichte erzählt ein konträres Schicksal von zwei Frauen. Eine ist tot, die andere lebendig. Die eine wünscht sich den Platz der anderen einzunehmen und die eine lebt mehr in ihren Wunschvorstellungen und illusorischen Konstruktionen, als im wirklichen Leben. Zwischen den beiden Frauen entsteht eine mysteriöse Verbindung, da sie beide auf einen Mann warten, der nicht zurückkommen wird. Hoffnungslosigkeit.

Bild Nr. 7 LIMOGES – DER MARKTPLATZ

Dieses Bild knüpft an die Promenade an. Während man auf dem zweiten Bild, in der zweiten Choreografie, eine junge Frau sah, die sehnsüchtig auf ihren Geliebten wartete, wird sie hier mit einer Enttäuschung konfrontiert. Der Mann, dem sie erwartungsvoll begegnet, erweist sich nicht als der richtige.

Bild Nr. 8 CATACOMBAE

Dieses Bild thematisiert die dunklen und toxischen Seiten einer Beziehung – Manipulation und Besessenheit. In den dunklen, düsteren Klängen spiegeln sich Zwang, Leidenschaft, Obsession und Abhängigkeit wider. In den Klängen wird eine skurrile Verbindung zwischen zwei Liebenden illustriert, die von Voyeurismus Bedrohung, emotionaler Kälte, Bedrängung und Depressionen geprägt ist.

Bild Nr. 9 BABA -YAGA – DIE HÜTTE AUF HÜHNERFÜSSEN

Dieses Bild handelt von einer Krise und ihren gesellschaftlichen und soziologischen Folgen. Es entsteht ein neues Verhältnis und eine neue Definition von Nähe und Abstand. Gefühle wie Angst und Misstrauen und das Verlangen nach Selbstschutz werden aufgezeigt und verarbeitet. Es ist ein Lernprozess der Akzeptanz und des neuen Umgangs, sich nicht von Misstrauen und Furcht manipulieren zu lassen.

Bild Nr. 10 DAS GROSSE TOR VON KIEV

Das letzte Bild zeigt eine grenzenlose Liebe zwischen zwei Menschen, die bis über den Tod hinausgeht. Der liebevolle und zärtliche Umgang der Liebenden endet manchmal auch sehr schmerzvoll und kann zum Tode führen.

Am Ende werfen wir noch einmal einen Blick auf die gesamte Ausstellung. Gesehenes und Gehörtes wiederholt sich, noch einmal kommt Erlebtes hoch und ruft große Emotionen hervor. Das Publikum wird aufgefordert, das Gesehene mit sich selbst in einen Kontext zu setzen


BIOGRAFIEN


MEI HONG LIN CHOREOGRAFIE UND INSZENIERUNG

Mei Hong Lin wurde in Taiwan geboren und erhielt eine Ausbildung in klassischem chinesischen Tanz in ihrer Heimat. Anschließend studierte sie an der Accademia Nazionale di Danza in Rom sowie an der Folkwanghochschule in Essen. Diese unterschiedlichen stilistischen Wurzeln finden Niederschlag in ihrer choreografischen Arbeit. 1991/1992 war sie Ballettdirektorin am Theater Plauen und von 1997 bis 2002 Mitglied im Ballettdirektorium am Theater Dortmund. In der Spielzeit 2004/2005 übernahm Lin die Tanzdirektion am Staatstheater Darmstadt. Ihre Stücke Hôtel du Nord, Ainadamar, The Juliet Letters – Briefe an Julia, Last Minute sowie Macbeth erlangten überregionale Aufmerksamkeit. Mit Schwanengesang wurde sie 2010 zum Taipei International Festival nach Taiwan eingeladen. Ihre Tanzstücke Die Brautschminkerin und Romeo + Julia wurden 2011 und 2012 für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert. Mit der Spielzeit 2013/2014 übernahm Lin die Tanzsparte am Landestheater Linz. Eine Einladung zum renommierten Seoul Performing Arts Festival führte die Kompanie 2014 mit dem Stück Blind Date nach Korea und 2016 mit Orfeo ed Euridice zum 14. Internationalen Opern Festival nach Daegu (Korea), wo die Produktion mit dem Grand Prix ausgezeichnet wurde.

Neben ihren Tanzproduktionen führte Mei Hong Lin auch selbst Regie und kreierte zahlreiche Choreografien für Oper, Operette, Musical und Schauspiel sowie spartenübergreifende Produktionen für die Theater von Augsburg, Bielefeld, Innsbruck, Kaiserslautern, Linz, Schwerin, Rostock die Oper Leipzig, das Schauspiel Leipzig, die Staatsoperette Dresden, die Oper Toulon, das Teatro Real Madrid, die Oper Göteborg und die Erfurter Domstufen-Festspiele.

2017 und 2018 wurde sie für ihre Produktionen Schwanensee und Die kleine Meerjungfrau mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis ausgezeichnet. In der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Die deutsche Bühne“ wurde ihre Brautschminkerin 2017 als beste Tanzproduktion des Jahres nominiert.

Internationale Aufmerksamkeit erregt 2017 auch ihr Tanzstück Music for a while in Zusammenarbeit mit Christina Pluhar und dem Ensemble L’arpeggiata. Die Produktion wird regelmäßig im luxemburgischen, belgischen und französischen Fernsehen ausgestrahlt.

Jüngst begeisterte die Rekonstruktion von Johann Kresniks legendärem Macbeth durch die Kompanie TANZLIN.Z (Einstudierung Christina Comtesse) Presse und Publikum. Die Kompanie wurde eingeladen, mit dieser Produktion das renommierte Festival IMPULSTANZ im Juli 2019 in Wien zu eröffnen. Am 30. März wurde Mei Hong Lins neueste Kreation, Marie Antoinette, ein Psychogram der auf der Guillotine hingerichteten französischen Königin und Tochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia, uraufgeführt. Die Musik ist eine Auftragskomposition und stammt von Walter Haupt. In der Spielzeit 2019/2020 brachte Mei Hong Lin ihre Deutungen von Strawinskys Sacre du printemps und Prokofjews Cinderella zur Aufführung.

RANDOMHYPE SOUNDDESIGN

Christian Düchtel alias RANDOMHYPE ist Club-DJ seitdem er sechzehn ist. Aufgewachsen in einem musikalischen Elternhaus (der Vater ist Professor für künstlerisches Orgelspiel und Improvisation) und mit klassischer Chor- und Klavierausbildung, beginnt er im bayerischen Regensburg Mitte der neunziger Jahre das, was mal die „Reproduktion von Musik mittels Plattenspieler“ genannt wurde. Immer schon an Brüchen und Übergängen in und mit Musik interessiert, startet er sein DJing mit HipHop, erweitert aber sein Soundspektrum schnell auf andere Club-Musikstile, vornehmlich Breakbeat und alles Artverwandte – Funk, Electro, TwoStep, Garage, Jungle, Drum´n´Bass und Dubstep. Nach zahlreichen Club – DJ – Sets beginnt er die Produktion von Club -Tracks, die unter anderem in England veröffentlicht werden.

Viele Jahre veranstaltet Düchtel die erfolgreiche monatliche Düsseldorfer Dubstep-Reihe RoyalBeatClub als Resident DJ – „Doogie Playground“. 2007 erfolgt eine Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Verein „musik21“ (Verein zur Förderung zeitgenössischer Musik). Hier mischt Düchtel als DJ in einem Düsseldorfer Szene-Club neue Musik mit Dub – Elementen. Seit 2008/2009 kooperiert er mit Tanztheatercompagnies. Am Forum Freies Theater Düsseldorf entwickelt er mit der Choreografin Gudrun Lange als Produzent des Stückes Affected by – ein Tanzstück mit Jugendlichen über Dore Hoyer. Am Staatstheater Kassel ist er live auf der Bühne als Soundkomponist und DJ mit dem Tanzensemble bei dem Stück Tanzabend II … und raus bist du! in der Choreografie von Johannes Wieland und mit dem Dramaturgen Thorsten Teubl. Die Zusammenarbeit mit Johannes Wieland am Staatstheater Kassel als Soundkomponist findet die Fortsetzung bei der Produktion Tanzabend II – Catcher und Traffic. In der Spielzeit 2020/2021 begleitet er das Tanzstück Bilder einer Ausstellung von Mei Hong Lin am Landestheater Linz als Soundkomponist live auf der Bühne.

JULIO ANDRÉS ESCUDERO BÜHNE UND KOSTÜME

Der gebürtige Argentinier Julio Andrés Escudero absolvierte Ballettkurse am Teatro Colón und studierte Tanz an der Schule für Zeitgenössischen Tanz des Teatro General San Martín in Buenos Aires. 2003 schloss er seine Ausbildung mit Auszeichnung als bester Absolvent seines Jahrgangs durch den Argentinian Dance Council, Mitglied des CID der UNESCO, ab. In seiner Heimat war er Mitglied des Ballet del Mercosur (Leitung: Maximiliano Guerra), der Compagnie MR Danza, des Ballet de Bolsillo unter der Leitung von Oscar Araiz und des Ballet Contemporáneo del Teatro San Martín. Hier tanzte er in Choreografien von Mauricio Wainrot, Marc Ribaud, Roxana Grinstein, Roberto Galván und Gustavo Lesgart. 2006 verpflichtete ihn Ana María Stekelman für das Projekt Les noces de l’enfant roi nach Versailles. Er wirkte in zahlreichen Tanzvideoproduktionen mit und trat auch als Choreograf bereits in Erscheinung. Von 2008 bis 2010 war er Mitglied der spanischen Kompanie Art Trànsit Dansa Barcelona, mit der er zahlreiche nationale und internationale Tourneen unternahm. Mit der Spielzeit 2011/2012 wechselte er für 2 Jahre an das Staatstheater Darmstadt und war danach für einige Jahre festes Ensemblemitglied im Tanzensemble des Landestheaters Linz.

JOHANN HOFBAUER LICHTDESIGN

Johann Hofbauer, ausgebildeter Bühnen- und Beleuchtungsmeister, arbeitet seit 1987 als Beleuchter am Landestheater Linz und übernahm 2006 die Leitung der Beleuchtungsabteilung. Er zeichnet seit dem Jahr 2000 für zahlreiche Lichtdesigns verantwortlich. Darüber hinaus war er als Beleuchtungsmeister bei den Salzburger Festspielen und als Lichtdesigner u. a. für Produktionen und Gastspiele an verschiedenen Theatern in Deutschland, Österreich, Griechenland, Korea, Taiwan tätig. Seit 2000 gestaltet er als freischaffender Lichtdesigner bei zahlreichen Off-Produktionen und freien Gruppen das Bühnenlicht.

Am Musiktheater Linz arbeitete er unter anderem mit Regisseuren und Choreografen wie La Fura dels Baus, Achim Freyer, Henry Mason, Hermann Schneider, Johannes von Matuschka, Jörg Mannes, Jochen Ulrich, Mei Hong Lin und Matthias Davids.

ROMA JANUS DRAMATURGIE

Studium Theater- Film-, und Medienwissenschaft; Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien. Ergänzung durch Kulturmanagement am Institut für Kulturkonzepte in Wien. Seit 2002 ist Janus vor allem als unabhängige Kulturmanagerin, Produktionsleiterin und Kuratorin tätig. Sie beginnt als Regieassistentin am Theater (u. a Stadttheater Grein) und sammelt berufliche Erfahrung als Dramaturgin und Regisseurin. Von Beginn an, an hybriden Kunstformen interessiert, führt sie ihre Arbeit in der Sparte Tanz Performance fort, wo sie sich durch kontinuierliche Kooperationen mit Künstlerinnen aus der Wiener Tanz Perfomance Szene und Institutionen wie das Tanzquartier Wien, BRUT Wien, WUK art performing arts positionieren kann und ein internationales Netzwerk aufbaut. Janus organisiert internationale Tourneen in Asien, Europa, Nord,- und Südamerika. Unter anderem arbeitet sie mit der Tanzcompany Gervasi, claudia bosse/thetercombinat, nomad.theatre, Cie. Maciej Kuzminski, Nikolaus Adler und zuletzt mit Cie. Willi Dorner zusammen. 2015 gründet sie die Agentur ROCONCEPT Performing Arts Management. 2016 ist sie Kuratorin des österreichischen Programms “Let the Artists (Not)Die“ in der europäischen Kulturhauptstadt Breslau.

Seit der Spielzeit 2020/2021 ist sie am Landestheater Linz als Tanzmanagerin und

—| Pressemeldung Landestheater Linz |—

Hagen, Theater Hagen, Wiederaunahme PROLOG – SCHWANENSEE – AUFGETAUCHT, 05.09.2020

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Theater Hagen

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

Theater Hagen bei Nacht © Stefan Kuehle

 PROLOG – SCHWANENSEE – AUFGETAUCHT

Ballett von Marguerite Donlon

Samstag, 5. September 2020, 19.30 Uhr, erste Vorstellung im Theater Hagen

Das Theater Hagen eröffnet seine Spielzeit 2020/21 am 5. September (19.30 Uhr, Großes Haus) mit der Wiederaufnahme des Balletts Prolog – Schwanensee – Aufgetaucht von Marguerite Donlon (mit Musik von Peter Tschaikowsky, Sam Auinger und Claas Willeke).

Theater Hagen / PROLOG – SCHWANENSEE – AUFGETAUCHT- Jeong Min Kim, Dario Rigaglia. © Oliver Look

Theater Hagen / PROLOG – SCHWANENSEE – AUFGETAUCHT- Jeong Min Kim, Dario Rigaglia. © Oliver Look

Zu ihrem abendfüllenden Werk „Schwanensee – Aufgetaucht“ kreierte die Ballettdirektorin im Juni 2020 einen 50minütigen Prolog. Darin erforschte sie choreographisch, konzentriert auf die Protagonist*innen, wie in einem Psychogramm, die Umstände und Voraussetzungen der einzelnen Charaktere und entwickelte ein Choreographie- und Bühnenkonzept, das die derzeit erforderlichen räumlichen und physikalischen Begrenzungen miteinbezieht. Der musikalische Leiter Rodrigo Tomillo erstellte eine Orchesterfassung für 13 Musiker*innen, welche die Musik der drei Komponisten eng miteinander verwebt.

Es tanzen (alternierend): Jeong Min Kim / Filipa Amorim (Odette); Amber Neumann / Ambre Twardowski (Odile); Noemi Emanuela Martone / Sara Peña (Siegfrieds Mutter); Dario Rigaglia / Ciro Iorio (Siegfried); Alexandre Démont / Peter Copek (Rotbart); Brandon Alexander, Gennaro Chianese, Federica Mento (Schwäne)

Es spielen: Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Hagen sowie Uros Ugarkovic (Klavier)

Mit freundlicher Unterstützung der Ballettfreunde Hagen e.V.

Weitere Vorstellungen: 19.9. (19.30 Uhr), 23.9. (19.30 Uhr), 18.10. (18.00 Uhr), 12.11.2020 (19.30 Uhr)

Karten an der Theaterkasse (dienstags bis freitags von 10 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 15 Uhr sowie eine Stunde vor Vorstellungsbeginn) und unter Tel: 02331 / 207-3218 und Email: theaterkasse@stadt-hagen.de

—| Pressemeldung Theater Hagen |—

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