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# Bregenz, Festspielhaus, Moses in Ägypten von Gioacchino Rossini, IOCO Kritik, 29.07.2017
- URL: https://www.ioco.de/bregenz-festspielhaus-moses-in-aegypten-von-gioacchino-rossini-ioco-kritik-29-07-2017/
- Published: 2017-08-04T07:00:48.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:40:13.000Z
- Author: Daniela Zimmermann
- Tags: Oper & Operette, Kritiken, Bregenz

![bregenzer_festspiele_logo](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2016/07/bregenzer_festspiele_logo.jpg)

[Bregenzer Festspiele](http://www.bregenzerfestspiele.com/de/?ref=ioco.de)

![Festspielhaus Bregenz / Plakatmotiv Moses in Aegypten © Moodley](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2017/07/plakat_mosesinaegypten_moodley.jpg)

Festspielhaus Bregenz / Plakatmotiv Moses in Aegypten © Moodley

***Der Auszug aus Ägypten - Und das Meer teilte sich...***

***Moses in Ägypten* von Gioacchino Rossini**

Von **Daniela Zimmermann**

1818 wurde **Gioacchino Rossinis** Oper ***Mosè in Egitto (Moses in Ägypten)*** im **Teatro San Carlo** in Neapel, dem berühmtesten Theater der Zeit, uraufgeführt; während des Fastenmonats. Da Vergnügliches in der Fastenzeit verboten war bezeichnete **Rossini** sein Werk als Oratorium; Stücke mit biblischem Inhalt waren erlaubt. ***Mosè in Egitto*** wurde damals nur selten aufgeführt. Die Schwierigkeiten, sieben Plagen und die Teilung des **Roten Meeres** auf der Bühne darzustellen, machten die Oper für Regisseure wenig attraktiv. Schon **Rossini** war von den Bühneneffekten der Uraufführung enttäuscht. Die **Bregenzer Festspiele** brachten nun in Kooperation mit der **Oper Köln** mit technisch filigraner Innovation besonderes auf die Bühne des **Festspielhaus Bregenz.**

![Festspiele Bregenz / Moses in Ägypten © Karl Forster](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2017/08/moses-festspiele-bregenz-kai-forster-neu-bild-6neu.jpg "Festspiele Bregenz / Moses in Ägypten © Karl Forster")

Festspiele Bregenz / Moses in Ägypten © Karl Forster

Der Auszug der Israeliten aus Ägypten wird im ***2\. Buch Mose*** des Alten Testament der Bibel ausführlich beschrieben: Die zehn Plagen, die Teilung des Roten Meeres, durch welche den Hebräern die Flucht aus Ägypten gelingt während die folgende Flutung des Meeres den verfolgenden Ägyptern den Tod bringt. **Rossinis** Librettist **Andrea L.Tottola** hat dieses Oratorium mit einem Liebeskonflikt bereichert: ***Osiride,*** Sohn des ***Faraone,*** liebt **Elcia,** eine Hebräerin. So beschwört ***Osiride*** seinen Vater **Faraone** die Hebräer nicht fortziehen zu lassen....

![Festspiele Bregenz / Moses in Aegypten mit spannenden Projektionen von HOTEL MODERN © Karl Forster](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2017/08/moses-bild-5neu.jpg "Festspiele Bregenz / Moses in Aegypten mit spannenden Projektionen von HOTEL MODERN © Karl Forster")

Festspiele Bregenz / Moses in Aegypten mit spannenden Projektionen von HOTEL MODERN © Karl Forster

Regisseurin **Lotte de Beer** inszeniert **Rossinis *Moses in Ägypten*** in Zusammenarbeit in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Theaterkollektiv   **Hotel Modern. Lotte de Beer** grübelte: “*Wie teile ich das Rote Meer? Wie behandle ich die Gottesvorstellung? Nehme ich sie ernst und akzeptiere die göttlichen Elemente..?“* In Zusammenarbeit **Hotel Modern,** bekannt durch für die Bühne gefilmte und projizierter winzige Puppen und Objekte, entwickelt **Lotte de Beer** ihr Szenarium: Mehrere hundert winziger Puppen werden erstellt. Die Skelette meist aus Kupferdraht, Kleidung aus Papier, Haare aus Wolle oder Federn; dazu werden Waffen, Fahrzeuge, Instrumente, Gebäude, Strassen nachgebildet; *„Niemals perfekt, sondern stets in universeller Einfachheit“*, so **Lotte de Beer.** Gemeinsam mit den Solist/innen und Chor wird dann im **Festspielhaus Bregenz** eine faszinierendste Geschichte des **Alten Testaments** nachgestellt, das damalige Schicksal Tausender plastisch sichtbar erzählt. Hunderte kleinster Puppen bewegen sich simultan auf kleinen Tischen der Bühne und groß auf die hintere Bühne projiziert; man erlebt die Plagen emotional ergreifend: Riesige Insekten, die Verdunklung, die Zerstörung der Städte durch Feuer und Blitz und, höchst spannend, die Teilung des Roten Meeres, der Exodus der Hebräer und die anschließende Flut, tödlich für die verfolgenden Ägypter.

![Festspiele Bregenz / Moses in Ägypten © Karl Forster](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2017/08/moses-bild-4neu.jpg "Festspiele Bregenz / Moses in Ägypten © Karl Forster")

Festspiele Bregenz / Moses in Ägypten © Karl Forster

Das Team **Hotel Modern** ist in das Bühnengeschehen stets aktiv einbezogen. Sänger und Sängerinnen, in auffallend schlicht gehalten Kostümen, werden auch des Öfteren zurecht gerückt oder gestellt, wie Puppen. **Hotel Modern** arrangiert, betrachtet und ist beständig mit der Choreographie ihrer Kunstfiguren beschäftigt. Dabei beherrscht eine riesige Kugel mit ägyptischer Wüstenlandschaft die Bühne. Gleichzeitig dient diese Kugel als Projektionsfläche für das grandiose Puppenspiel.

Die großartigen Wiener Symphoniker unter **Enrique Mazzola,** spielen **Gioacchino Rossini** wie immer wie er meist ist, direkt, fröhlich. Selbst größtes Unheil kann **Rossinis** immer lebensfroher Lebenseinstellung wie seinen Kompositionen nichts anhaben: Lebendig, positiv, italienisch. So ist den ***Moses in Ägypten*** nicht wirklich ein Oratorium sondern eine Semi-Oper. Leidenschaftlich lieben sich **Orsiride,** Sunnyboy Dladla und Elcia, Clarissa Constanzo. Dlada singt mit höhensicheren lyrischen Tenor und Clarissa Constanzo mit gefühlvoll ausdrucksstarkem Sopran, auch ihre Koloraturen sind sanft geformt. Die großen Gegenspieler sind der Faraone, Andrew Forster Williams und Moses Goran Juric, beide stark in der Darstellung und mit wunderbaren Stimmen. Moses, eine wuchtige Erscheinung mit seiner kräftigen Bassstimme mal drohend, dann wieder wütend und auch sanft, kämpft er gegen den Faraone, der sich sehr souverän gut zu behaupten weiß. Gesanglich und spielerisch sehr gut auch seine Gemahlin Amaltea, von Mandy Fredrich überzeugend dargestellt.

![Festspiele Bregenz / Moses in Ägypten © Karl Forster](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2017/08/moses-in-aegypten1neu.jpg "Festspiele Bregenz / Moses in Ägypten © Karl Forster")

Festspiele Bregenz / Moses in Ägypten © Karl Forster

**Lotte de Beer** und **HOTEL MODERN** bringen in Bregenz **Moses in Ägypten** ungewöhnlich, weil tiefgründig und technisch höchst komplex.. Die emotional ergreifende Darstellung des Auszugs der Hebräer aus Ägypten mit zahllosen Kunstfiguren, packenden Projektionen und einem starkem Ensemble im Festspielhaus Bregenz war technisch filigran hat wohl kaum einen Besucher unberührt gelassen.

Ein Wermutstropfen: Die auffällige Produktion **Moses in Ägypten** ist 2017 in Bregenz nicht mehr zu sehen. Ab

**13\. April 2018**

wird diese **Moses in Ägypten** \- Inszenierung durch die **Oper Köln** im **StaatenHaus Köln** gespielt.---| Pressemeldung Bregenzer Festspiele |---