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# Berlin, Universität der Künste, FALSTAFF – Giuseppe Verdi, IOCO
- URL: https://www.ioco.de/berlin-universitat-der-kunste-falstaff-giuseppe-verdi-ioco/
- Published: 2026-07-19T18:56:52.000Z
- Updated: 2026-07-19T18:56:52.000Z
- Description: Verdis Alterskomödie „Falstaff“ begeistert an der UdK Berlin mit Witz, Spielfreude und erstaunlicher Professionalität. Fantasievolle Regie, starke junge Stimmen und ein schlüssiges Bühnenkonzept machen die studentische Produktion zu einem ebenso unterhaltsamen wie beeindruckenden Opernerlebnis.
- Author: Karin Hasenstein

## **Falstaff**

Commedia lirica in drei Akten von **Giuseppe Verdi**

Libretto von **Arrigo Boito**

Eine Produktion des Studiengangs Gesang/ Musiktheater in Kooperation mit den Studiengängen Bühnenbild und Kostümbild sowie dem Symphonieorchester der UdK Berlin

Musikalische Leitung   
**Errico Fresis**

Regie   
**Isabel Désirée Hindersin**

Bühne   
**Valia Lolidou und Pertti Hagelstein**

Kostüme   
**JooEun Lee und Seohyun Kim**

Dramaturgie   
**Heike Fuhlbrügge**

Licht   
**Miriam Damm**

Projektbetreuung   
**Taisiia Khokhlova**

##   
Premierenbesetzung 04.07.2026 (besuchte Vorstellung):

Sir John Falstaff   
**Xu Fan**

Ford   
**Jinhyouk Yoon**

Fenton   
**Juhyun Kim**

Dr. Cajus   
**Junfan Wang**

Bardolfo   
**Leon Juurlink**

Pistola   
**Jaewon Kwak**

Mrs. Alice Ford   
**Tianjiao Yin**

Nannetta   
**Leticia Peixoto de Moraes**

Mrs. Quickly   
**Vivien Ivaylo Georgiev**

Mrs. Meg Page   
**Tereza Papousková**

Vokalensemble:  
**Helene Bürsing**, **Laura Maier** (auch Page/ Wirtin/ Ned), **Alexa Hänsel** (auch Page/ Will), **Laura Hernadez Tamayo**, **Helene Klaveness**, **Hannah Küppers** (auch Page/ Tom), **Roberta Tartaglione**, **Antonia Bartsch**, **Iuliia Prokopets**, **Grigorii Andrulis**, **Aleksei Beliakov** (auch Wirt/ Isaac), **Yuzhang Zhou**, **Fadi Alasmar**, **Jiancheng Song**

Symphonieorchester der Universität der Künste Berlin

## **Tutto nel mondo è burla – alles im Leben ist ein Spiel**

 von Karin Hasenstein

**Giuseppe Verdi** hat insgesamt 26 vollständige Opern geschrieben. Meistens hat er ernste Themen behandelt, politische oder historische Personen zum Gegenstand der Handlung gemacht. Unter seinen Opern sind nur zwei komische Opern, die zweite, „***Un giorno di regno***“ (***König für einen Tag***, 1840), und „***Falstaff***“, seine letzte Oper. „***Falstaff***“ wurde 1893 an der **Mailänder Scala** uraufgeführt. **Verdi** war zu diesem Zeitpunkt bereits 79 Jahre alt. Zwischen diesen beiden Komödien liegen also über 50 Jahre. Das Libretto stammt von **Arrigo Boito** und führt **Shakespeares** „***Die lustigen Weiber von Windsor***“ und Elemente aus „***Heinrich IV***“ zu einer witzigen Komödie zusammen. Verdi begann Musik zu diesem Text zu schreiben, jedoch zunächst ohne die Absicht, sie aufzuführen.

**Das Werk**  
  
„***Falstaff***“ besteht aus drei Akten mit sechs Bildern und sieben Hauptfiguren.

***Sir John Falstaff*** (Bariton), ***Alice Ford*** (Sopran), ***Meg Page*** (Mezzosopran), ***Mrs. Quickly*** (Mezzosopran), ***Ford***/***Fontana*** (Bariton) sowie ein junges Liebespaar, ***Nannetta*** (Sopran) und ***Fenton*** (Tenor).

Der Chor (hier als kleines aber feines Vokalensemble beinahe solistisch besetzt) wird sparsam eingesetzt, setzt aber präzise Akzente, z. B. als Monsterchor im dritten Akt, der ***Falstaff*** zur Einsicht bringt.

Anstelle der Nummernstruktur der Opera buffa verwendet **Verdi** in seinem Spätwerk einen durchkomponierten kammermusikalischen Stil, der dem temporeichen Sprachgestus des Librettos besser folgt.

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/2026/07/Xu-Fan2.jpg)

Xu Fan © Daniel Nartschick

**Die Handlung**

**Akt 1**

Der Lebemann ***Sir John Falstaff*** braucht Geld. Um es zu bekommen, schickt er zwei gleichlautende Briefe an zwei Frauen, ***Alice Ford*** und ***Meg Page***, um sich mit ihrer Hilfe finanziell zu sanieren. Leider durchschauen die Frauen den Plan und sinnen auf Rache.

**Akt 2**

Der eifersüchtige Ehemann von ***Alice Ford*** taucht beim heimlichen Stelldichein auf und damit die Geschichte nicht auffliegt, wird ***Falstaff*** in einen Kinderwagen verfrachtet und in den Fluss geworfen.

**Akt 3**

Auch im letzten Akt tappt **Falstaff** erneut in eine Falle, als ihm die als Monster verkleidete Gesellschaft zur Selbsterkenntnis verhilft. Im Finale erklingt fröhlich-ironisch das Schlusswort der Oper „*Tutti gabbati*“, auf Deutsch „*Alle sind hereingelegt worden.*“ oder „*Alle sind Narren!*“

Die Quintessenz der Oper ist: Wir alle täuschen und werden getäuscht, wir spielen Rollen und scheitern. Der 79-jährige Altersweise ***Verdi*** konnte dieses gegen Ende seines Lebens beurteilen.

Wer ist ***Sir John Falstaff***?

Meistens wird er dargestellt als alt, dick, zur Völlerei neigend, nicht gerade mit Schönheit gesegnet. Nun sind diese Attribute bei Absolventen eines Masterstudiengangs nicht primär vorhanden. ***Falstaffs*** Wesen muss also anders auf der Bühne dargestellt werden. Neben seinen abstoßenden körperlichen Attributen ist er offenbar in finanziellen Nöten, denn er plant, sich zwei Damen der Gesellschaft gewogen zu machen und hofft so auf finanzielle Absicherung. Dabei verhält er sich jedoch nicht besonders geschickt. Die Frauen drehen den Spieß um und das Blatt wendet sich. Die Lektion, die sie ihm erteilen, schießt jedoch über das Ziel hinaus. Das Monster, als das er immer bezeichnet wird, wird in den Fluss gekippt, überlebt diese Tat jedoch. Mit Spaß hat das nicht mehr viel zu tun. Die Besucherinnen und Besucher der Premiere von Falstaff, aufgeführt durch die Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs Musiktheater an der **UdK Berlin**, erwartete ein humorvoller, lebhafter Abend auf ausgesprochen hohem Niveau durch alle Gewerke hindurch. Das Auditorium UNI.T, das Theater der UdK, fasst ca. 330 Plätze. Links oben prangt ein großer Falstaff-Schriftzug in Fraktur oder gotischer Schrift, welche sich auch in den Überschriften im Programmheft wiederfindet. Stummes Personal in Diener-Livree nimmt die einzelnen Lettern ab. Der Vorhang öffnet sich, der Blick fällt auf einen langen Tisch mit zwei Stühlen, deren hohe Rückenlehnen in angedeuteten Hirschgeweihen enden. Im Bühnenbild setzt sich die brutalistische Betonoptik des Theatersaals fort. Die rohen Betonformen des Gebäudes werden als gestalterisches Element der Bühne aufgegriffen. Dort verschmelzen sie mit den streng geometrischen Formen des Bühnenbildes. Sämtliche vorhandene Bühnentechnik wie Züge, Laststangen, Licht und Hebebühne wird eingesetzt (Bühne: **Vasiliki Lolidou** und **Pertti Hagelstein**). Die Kostüme (**JooEun Lee** und **Seohyun Kim**) sind farbenfroh in Signalfarben gehalten und in keiner bestimmten Zeit zu verorten. Sie sind elegant bis fantasievoll. ***Falstaff*** trägt einen weißen seidig-glänzenden Anzug, ein weißes Hemd und weiße Schuhe, ***Bardolfo*** einen roten mit Rüschen besetzen Anzug und ***Pistola*** einen curryfarbenen sehr grob gestrickten Anzug, der von roten Bändern zusammengehalten wird. Die Frauen tragen üppige farbige Kleider oder Kostüme, die teilweise mit der Farbe der Haare/ Perücken korrespondieren. ***Meg Page*** und ***Nannetta*** wirken ein bisschen wie Barbiepuppen oder Anime. In der allmählichen Verwandlung der Kostüme über die drei Akte hinweg zeigt sich die deformierte Ordnung der Gesellschaft. Die strengen Formen und klaren Farben scheinen sich aufzulösen und zu mischen. Das Orchester ist von Anfang an dynamisch sehr präsent, was sicher der Größe des Raumes geschuldet ist. 

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/2026/07/csm_6O7A7801_89aec36fbf.jpg)

Tereza Papoušková, Tianjiao Yin, Letícia Peixoto de Moraes © Daniel Nartschick

***Falstaff*** wird von dem jungen Bariton **Xu Fan** gesungen. Er verfügt über eine große Stimme mit warmen rundem Timbre. Souverän gibt er den verlotterten alten Lebemann und füllt die schwierige komische Rolle gekonnt aus, ohne die Figur der Lächerlichkeit preiszugeben. Seine Monologe gestaltet er sängerisch wie auch schauspielerisch eindrucksvoll erzählend. An den leisen Stellen bleibt das Orchester stellenweise ein wenig zu präsent, was schade ist im Hinblick auf die sensible Gestaltung von **Xu Fan**. ***Falstaff*** preist seine Vorzüge und entwickelt seinen Plan, die Frau von ***Ford***, ***Alice*** zu verführen. Der Brief, den er ihr schickt, wird übergroß und silbern dargestellt und taucht als zentrales Element immer wieder auf. Zum Zwecke der Zustellung wird er einfach nach oben gezogen. In der zweiten Szene sehen wir die Damen, ***Alice Ford*** (***Tianjiao Yin***), ***Nannetta*** (**Leticia Peixoto de Moraes**) und ***Meg Page*** (***Tereza Papousková***) mit einem Kinderwagen, der später noch eine zentrale Rolle einnehmen wird. Die Damen tragen zu ihren Kleidern farblich passende Perücken. Als ***Alice*** berichtet, sie habe einen Brief erhalten, wird dieser von oben heruntergelassen. ***Alice*** und ***Meg*** erkennen sofort, dass sie beide einen identischen Brief erhalten haben und durchschauen somit ***Falstaffs*** Plan. Derselbe Text, Tinte, Schrift und Siegel! Also sinnen sie auf Rache. **Tianjiao Yin** begeistert mit einem strahlenden Sopran und großer Spielfreude. Den Spaß, den alten ***Falstaff*** zum Narren zu halten und den Spieß umzudrehen, nimmt man ihr sofort ab. Ebenso überzeugend der warme Mezzosopran von **Tereza Papousková** als ***Meg***. Das schwierige Ensemble der vier Frauen gerät ein klein wenig ins Klappern, was an der nicht hundertprozentigen Abstimmung zwischen Graben und Bühne liegt. Auch im Ensemble der Herren zeigen sich kleinere Differenzen zwischen Graben und Bühne. In dieser Szene macht neben **Xu Fan** besonders der Darsteller des ***Bardolfo***, **Leon Juurlink**, auf sich aufmerksam. Das Ensemble der Männer und Frauen wirkt erneut etwas unruhig, was vielleicht an der noch fehlenden Routine der Studierenden liegen kann. Als die Damen erkennen, dass ***Falstaff*** sie verspottet, denken sie sich Strafen für ihn aus. Die Kulisse wechselt auf die Ansicht des ersten Bildes. In der Mitte der Bühne ist ein Kanaldeckel zu sehen, der zum zentralen Auftrittsort der Darsteller wird. Zunächst entsteigt ***Bardolfo*** dem Schacht. Die Männer erklären reumütig ihr Bedauern. ***Mrs. Quickly***, in blauem Dienstmädchenkleid mit weißer Schürze und Häubchen, wird von **Vivien Ivaylo Georgiev** gesungen. **Georgiev** überzeugt mit ihrem warmen runden Mezzosopran ebenso wie mit raffiniertem Spiel, als sie Falstaff ihren – vorgetäuschten – Respekt erweist. Auf ihr schmeichelndes „*Sie sind ein großer Verführer!*“ erwidert er, sehr von sich überzeugt, nur „*Ich weiß!*“ Das Treffen zwischen **Sir John** und den Damen soll „*dalle due alle tre*“, zwischen zwei und drei Uhr stattfinden. **Falstaff**, absolut von sich überzeugt, ist sich sicher „*Alice ist mein!*“ Er spornt sich selber an: „*Geh deines Weges, alter John!* – *Va, vecchio John!*“. ***Ford*** erscheint unter falschem Namen und bringt eine Flasche Alkohol mit. Er will ***Falstaff*** bestechen, damit dieser von **Alice** ablässt. Sehr schön gestaltet er seine Arie „*Gold öffnet jede Tür!*“ Auch in dieser Szene singen und spielen **Xu Fan** und **Jinhyouk Yoon** sowohl sängerisch als auch darstellerisch auf beachtlich hohem Niveau. ***Ford*** – alias ***Fontana*** – bietet ***Falstaff*** Gold, wenn er für ihn ***Alice*** erobert. **Falstaff** willigt ein und verkündet „*Dieser Ford ist ein Ochse!*“ Dieser wiederum erkennt, dass der Verrat in vollem Gange ist („*Mir wachsen zwei Hörner*“) und beschließt, sich zu rächen. Die Handlung nimmt an Dramatik zu und **Fresis** zieht das Orchester an dieser Stelle groß auf. Insbesondere das Blech kommt gut zur Geltung. **Falstaff** erscheint in einem langen weißen Mantel mit einer Rose in der Hand und Sonnenbrille auf der Nase. Mit den Worten „*passianoi sieme*“ – „*Lass uns zusammen gehen*“ komplimentieren sie einander in den Kanalschacht. In der nächsten Szene sehen wir ein Bett und einen üppigen Kronleuchter, der im weiteren Verlauf der Handlung zu einem Vorhang wird. ***Nannetta*** erscheint mit einem Kinderwagen. ***Alice Ford*** empfängt ***John Falstaff***. Als ***Ford*** erscheint, verstecken die Frauen ***Falstaff*** hinter dem silbernen Vorhang. ***Ford*** lässt überall suchen und ***Falstaff*** muss sich in den Kinderwagen flüchten. Das folgende Ensemble zwischen ***Ford***, ***Nannetta***, ***Bardolfo*** und den Frauen ist sehr schön, ausgewogen und homogen. Schließlich kippt **Alice** den Kinderwagen durch das Fenster aus in den Fluss, in diesem Fall direkt in den Orchestergraben. Ein weiterer netter Regieeinfall. Unter dem Ruf des Ensembles „*Trionfo*“ schließt sich der Vorhang zur Pause. Nach der Pause beherrscht dichter Nebel und fahles blaues Licht die Szene. Es ist Nacht, die Bühne stellt sich als schräge Ebene dar. Dampf steigt aus dem Kanaldeckel auf. **Falstaff** sitzt in Unterwäsche mit dem Rücken zum Publikum. Sein „*Va, vecchio John*“, ist nicht mehr von sich überzeugt, sondern resignierend. ***Mrs. Quickly*** bringt ihm seine Kleider und einen Brief von ***Alice Ford***, ebenfalls wieder das übergroße silberne Exemplar aus dem ersten Bild. **Alice** will sich mit ihm treffen. Die Frauen nutzen dazu eine List, die Legende vom Schwarzen Jäger, „*Il cacciatore nero*“, der im Park von Windsor sein Unwesen getrieben und sich dort erhängt haben soll. Diese düstere Atmosphäre wird vom Bühnenbild und der Beleuchtung sowie durch die dunkle und geheimnisvolle Orchestrierung unterstrichen. ***Nannetta*** im pinken Kleid und ***Meg Page*** in Lila kommen in Zeitlupe nach vorne und erzählen die Geschichten vom Schwarzen Jäger, angedeutet durch zwei Hörner. Nach sieben Schlägen taucht ***Falstaff*** von der Seite auf und erkennt die Eiche, an der sich der Schwarze Jäger erhängt hat. ***Alice*** und **Meg** kommen hinzu. Die Geisterstunde ist da, eindrucksvoll verdeutlicht durch den ganz in Schwarz gekleideten und damit fast unsichtbaren Geisterchor auf den Beleuchtungsemporen. „*Nymphen! Elfen! Geister!*“ treiben ihr Unwesen. Das Vokalensemble besticht durch zarten lyrischen Klang, Präzision und gute Textverständlichkeit. Die Kostüme der Figuren haben sich verändert. ***Nannetta*** hat plötzlich vier Arme und vier Beine, ***Alice*** ganz in Rot und Schwarz mit langen roten Fühlern erinnert an eine Spinne oder Gottesanbeterin, ***Meg*** erscheint in einer Art Raupenkostüm, während die Kostüme der Männer mit bauschaumartigen Ornamenten und wilden Perücken versehen sind. ***Falstaff*** bekommt es angesichts dieser unheimlichen Gesellschaft mit der Angst zu tun und versteckt sich. ***Dr. Cajus*** sucht ihn und die Männer stellen ***Falstaff*** schließlich. Sie schlagen ihn, was durch eine kopfüber hängende Falstaffpuppe dargestellt wird. Schließlich packen sie ihn und fordern ihn auf, sein Leben zu überdenken. Die Hörner tauchen thematisch an fast allen Kostümen auf. „***Fontana***“ wird als ***Ford*** entlarvt, ein Geisterchor umtanzt die Personen. **Falstaff** erkennt, dass er auf dem falschen Weg war („*Ich war ein Esel!*“) und bettelt um Vergebung. Mit der Apotheose fallen alle Masken der Darsteller. Im Zuschauerraum wird das Arbeitslicht eingeschaltet, wodurch das Publikum in die finale Erkenntnis des Schlusschores „*Tutti gabbati!*“ - „*Alle wurden hinters Licht geführt!*“ einbezogen wird. 

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/2026/07/Geisterchor.jpg)

Geisterchor © Daniel Nartschick

Die Beleuchtungstraversen werden hochgezogen, das Ensemble tritt an die Rampe, einer nach dem anderen nimmt Kostümteile ab. Das Theaterpersonal beginnt die Bühne zu fegen, la commedia è finita, wir sind alle Narren. Die Produktion von **Verdis** Spätwerk „***Falstaff***“, auf die Bühne gebracht von den Absolventinnen und Absolventen der Masterstudiengänge Gesang/ Musiktheater in Kooperation mit den Studiengängen Bühnenbild und Kostümbild sowie dem **Symphonieorchester der UdK Berlin** besticht durch ihre Frische und Originalität. Die Studierenden hatten ca. zwei Semester Zeit, um die Rollen einzustudieren, die Kostüme und das Bühnenbild zu entwickeln und die Regie zu erarbeiten. Das Ergebnis, vorgestellt an vier Abenden in zwei Besetzungen, kann sich sehen lassen. Dabei ist zu bedenken, dass ein vermeintlich leichter Stoff wie eine Komödie durchaus schwierig auf die Bühne zu bringen ist. Das Ensemble um den Titelhelden ***Sir John Falstaff*** (**Xu Fan**) ist bis in die kleineren Rollen fein besetzt und zeichnet sich durch außerordentliche Spielfreude und enorme Bühnenpräsenz aus. Besonders hervorzuheben sind **Xu Fan** (***Falstaff***), **Tianjiao Yin** (***Mrs. Alice Ford***), **Junfang Wang** (***Dr. Cajus***) und **Jinhyouk Yoon** (***Ford***/***Fontana***) sowie **Vivien Ivaylo Georgiev** als bezaubernd resolute ***Mrs. Quickly*** und **Leon Juurlink** als ***Bardolfo***. In der Gesamtwirkung des Abends konnte man vergessen, dass man einer Produktion saß, die von Studierenden gestaltet wurde. Gewiss gab es an der einen oder anderen Stelle kleine Unsicherheiten insbesondere im Zusammenspiel von Graben und Solistenensembles auf der Bühne, aber das soll ja in den besten Familien, Pardon, Theatern vorkommen und schmälert den guten Gesamteindruck nicht. Insgesamt zeichnet sich der „***Falstaff***“ der **UdK Berlin** durch ein hohes Maß an Professionalität, frischen Ideen, hoffnungsvollen jungen Nachwuchssängerinnen und –sängern sowie einem harmonischen und schlüssigen Regiekonzept in einem zeitlosen fantasievollen Bühnen- und Kostümbild aus. Der musikalische Leiter des Abends, **Errico Fresis**, führte das **Symphonieorchester der UdK** souverän und einfühlsam durch den Abend und war dabei den jungen Solistinnen und Solisten stets ein sicherer Begleiter. Der Dank und ein dickes Lob geht an dieser Stelle natürlich auch an alle Professorinnen und Professoren, die diese Produktion im Rahmen des Unterrichts vorbereitet und unterstützt haben.