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# Berlin, Staatsoper Unter den Linden, Salome - Richard Strauss, IOCO Kritik, 11.03.2018
- URL: https://www.ioco.de/berlin-staatsoper-unter-den-linden-salome-von-richard-strauss-ioco-kritik-11-02-2018/
- Published: 2018-03-13T10:00:13.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:44:25.000Z
- Author: Kerstin Schweiger
- Tags: Kritiken, Oper & Operette, Berlin

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[Staatsoper unter den Linden](https://www.staatsoper-berlin.de/de/?ref=ioco.de)

![Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschläger](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2017/11/staatsoper-unter-den-linden-neu-c-max-lautenschlaeger.jpg)

Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschläger

# ***Salome* \- Richard Strauss**

#   **Neuenfels´ Abschied als Regisseur an der Staatsoper**

Von **Kerstin Schweiger**

Bei dieser **Salome** an der B**erliner Staatsoper Unter den Linden** (8.3.2018) roll(t)en Köpfe – Regisseur **Hans Neuenfels** verabschiedet sich von Berlin und der Oper mit **Richard Strauss**‘ ***Salome*** in Stummfilmästhetik.

![Hans Neuenfels © IOCO](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/03/hans-neuenfels_foto-ioconeu2.jpg)

Hans Neuenfels © IOCO

**Hans Neuenfels** ist Berlins Schauspiel- und Opernbühnen lange Jahrzehnte eng verbunden. In einem Interview mit der **Berliner Zeitung** hat er kürzlich seinen Rückzug als Opernregisseur angekündigt. Auf ***Salome*** folgt – so wird er dort zitiert - nur noch die lang geplante Inszenierung von Tschaikowskis ***Pique Dame*** im Sommer bei den **Salzburger Festspielen.** Im gleichen Interview sagte **Neuenfels** auch, er habe keine Sorge um das Fortbestehen der Kunstgattung. Dazu trägt **Neuenfels** mit seinen Inszenierungen selbst viel bei.

**Thomas Guggeis, 24, dirigiert Salome - Premiere**

Auch dieser Abschied macht laut deutlich, dass die Oper höchst lebendig ist. Schon im Vorfeld dieser ***Salome*** rollten Köpfe – hier zunächst im übertragenen Sinne. Für die musikalische Leitung war **Zubin Mehta** besetzt. **Christoph von Dohnanyi** sprang im Januar für den erkrankten **Mehta** in den Probenprozess ein und vor der Generalprobe wieder aus der Produktion heraus. Zwei Tage vor der Premiere verlautete aus der Staatsoper, von **Dohnanyi** habe wegen unüberbrückbarer künstlerischer Differenzen mit **Regisseur Neuenfels** die Produktion verlassen. **Thomas Guggeis,** 24 Jahre junger Assistent von **Daniel Barenboim** und für eine der geplanten Aufführungen bereits als Dirigent angekündigt, übernahm mit der Generalprobe die Stabführung und das Dirigat der Premiere. Und dies erfolgreich!

**Handlung:**  In einem privilegierten Umfeld, aufgewachsen, das keinerlei Mäßigung und Hemmungen kennt, ist die exzentrische ***Prinzessin Salome*** fasziniert von der Andersartigkeit des moralisch integren und asketisch lebenden ***Propheten Jochanaan,*** den ihre Mutter **Herodias** und ihr übergriffiger Stiefvater Herodes gefangen halten. Als ***Jochanaan Salomes*** von Liebeslust durchtränkte Annäherungsversuche brüsk zurückweist, entwickelt sie eine regelrechte Obsession und nutzt die Lüsternheit ihres Stiefvaters, um ihren Willen durchzusetzen: ***Salome*** nutzt es aus, dass ***Herodes*** ihr versprochen hat, ihr für den erotischen *»Tanz der sieben Schleier«* jeden Wunsch zu erfüllen, und verlangt nun als Gegenleistung ***Jochanaans*** Kopf auf einem Silbertablett. In rasendem Wahn küsst sie dessen leblose Lippen und erfüllt sich so ihr sinnliches Begehren – bis ***Herodes*** den Befehl gibt, ***Salome*** zu töten.

![Staatsoper Unter den Linden / Salome hier - Ausrine Stundyte als Salome © Monika Rittershaus](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/03/salome_029neu.jpg)

Staatsoper Unter den Linden / Salome hier - Ausrine Stundyte als Salome © Monika Rittershaus

**Hintergrund:** Das 20\. Jahrhundert nahm in seinen ersten Jahren bis zum Ende des Kaiserreichs in der Kunst einige kühne künstlerische Anläufe, die sich einem in Bürgerlichkeit eingerichtetem Musikgeschmack widersetzten und Neues probierten, jedoch an den desaströsen Prellböcken der beiden Weltkriege und der zwischen ihnen liegenden Greueltaten ausgebremst wurden. Einige kamen so zum künstlerischen Stillstand wie z.B. der von den Nationalsozialisten geschasste und früh verstorbene Franz Schreker oder Erich Wolfgang Korngold, der sich in die Emigration rettete und in Hollywood Filmmusiken schrieb. Andere, wie **Gustav Mahler** oder **Richard Strauss**, der sich opportun durch das sogenannte dritte Reich zu manövrieren verstand, sind ins zeitlos Gültige gelangt. Als **Strauss Oscar Wildes** Drama ***Salomé*** als Vorlage für seine Oper auswählte, bedeutete das für ihn den Durchbruch als Opernkomponist. Dabei öffnete er gleichzeitig für die jüngere Komponistengeneration ein *„Tor zur Neuen Musik.“*, wie es **Edwin Akkordarbeiter** beschreibt in **„Strauss:** ‚**Salome‘* – das Tor zur Neuen Musik, Capriccio Kulturforum, 23\. Januar 2012*.

**Strauss** erlebte 1902 in **Max Reinhardts** Berliner **Kleinem Theater** eine private Aufführung des von **Hedwig Lachenmann** aus der englischen Fassung ins Deutsche übertragenen Wilde-Dramas. Was den eher bürgerlichen Komponisten zu Wildes Skandalstück zog, war vielleicht Wildes besonderer Ansatz. Der Autor forderte in einem Essay die Rückkehr zu einer musikalischen, vom Verständnis des griechischen Dramas und Theaters geprägten Bühnensprache für das Schauspiel. Entsprechend trifft seine Sprache den musikalischen Gestaltungswillen von **Richard Strauss,** der nach **Wildes** provokanter Vorlage selbst das Libretto schrieb. Im Wortlaut weitgehend unverändert, nahm Strauß jedoch zahlreiche musikalisch-dramaturgisch bedingte Kürzungen und Umstellungen vor. ***Salome*** gilt deshalb als eine der ersten Literaturopern, die in größerem Umfang Formulierungen aus Werken des Sprechtheaters direkt übernehmen.

Seine Musik ist ein in Musik gegossenes Psychogramm von „hysterischen“ Persönlichkeiten, wie sie **Sigmund Freud** in seinen damals erstmals publizierten Schriften beschrieb. Strauss selbst äußerte gegenüber **Franz Schreker**: „*Die auftretenden Figuren sind lauter perverse Leute, und, nach meinem Geschmack, der perverseste der ganzen Gesellschaft ist – der Jochanaan“*. Dies sah der Hofzensor in Wien ähnlich und vereitelte wegen „die Sittlichkeit beleidigender “Handlung eine von Gustav Mahler an der Wiener Staatsoper geplante Doppelpremiere: *„… abgesehen von mehr textuellen Bedenken kann ich über das Abstoßende des ganzen Sujets nicht hinaus und kann nur wiederholen: Die Darstellung von Vorgängen, die in das Gebiet der Sexualpathologie gehören, eignet sich nicht für unsere Hofbühne*“, **Dr. Emil Jettel** von Ettenach, Hofzensor an Staatsopern-Direktor **Gustav Mahler,** 31\. Oktober 1905

![Staatsoper Unter den Linden / Salome - hier Thomas J. Mayer als Jochanaan © Monika Rittershaus](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/03/salome_147.jpg)

Staatsoper Unter den Linden / Salome - hier Thomas J. Mayer als Jochanaan © Monika Rittershaus

Der Schlüssel für die moderne Oper im 20\. Jahrhundert liegt also auch bei **Oscar Wilde,** ein Schriftsteller, der für seine scharfen und ironisch-kritischen wie auch liberalen Stoffe ebenso angegriffen wurde wie er für seinen anti-bürgerlichen, bohémienhaften Lebens- und Liebesstil demontiert wurde, sich im Gefängnis wiederfand und an den Haftfolgen starb. **Wildes *Salomé*** mit ihrem konsequenten Verhalten ist eine Schwester **Wildes.**

Musikalisch ist diese Produktion ein großer Genuss. **Thomas Guggeis** führt die Staatskapelle und das Solistenensemble sicher und packend durch die Strauss‘sche Klangfülle. Mit einer in Bestform musizierenden fast 100 Musiker starken Staatskapelle ließ Guggeis die Farbpalette der Musik voll aufblühen, den Solisten gab er dabei genügend Raum. Er führte besonnen und konzentriert voran und gab den einzelnen Instrumentengruppen im aufgeregten Klangbild transparente Präsenz.

Und **Neuenfels?** Kehrt nach ***Ariadne auf Naxos*** für eine zweite **Strauss**\-Oper an die **Staatsoper Unter den Linden** zurück. Legendär ist sein so unterhaltsamer wie trotziger Aufbruch in die Opernwelt 1982 mit **Verdis *Macht des Schicksals*** an der **Deutschen Oper Berlin**. Publikum wie Opernregisseure hat er damit gleichermaßen wach gerüttelt und gezeigt, dass Oper kein Museum und ein hoch dosiertes Kulturmittel sein kann.

Bei dieser ***Salome*** jedoch nimmt sich **Neuenfels** in der szenischen Ausarbeitung zurück. So setzt er den orgiastischen Klangmassen Strauss' eine streng stilisierte Bühne gegenüber. Zusammen mit seinem langjährigen Arbeitspartner **Reinhard von der Thannen** (Bühnenbild) ruft er großartige Bilder auf. Der Raum: ein Kino- oder Casinosaal mit Gassenbühne in Schwarz-weiß-Film-Ästhetik auf nahezu leerer Bühne. Einzig störend dabei ist eine Art Rohrpostrakete oder Zeitkapsel, aufgeregte Stimmen sprechen von einem Riesen-Phallus, in der der Prophet ***Jochanaan*** gefangen gehalten wird. Erst über der Bühne schwebend, wird das schwere Versatzstück - einmal gelandet - aufwendig von ***Herodes*** Gefolgsleuten über die Bühne von Position zu Position geschoben.

![Staatsoper Unter den Linden / Salome - hier Ausrine Stundyte als Salome, Thomas J. Mayer als Joachanaan, Christian Natter als Oscar Wilde © Monika Rittershaus](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/03/salome_165neu.jpg)

Staatsoper Unter den Linden / Salome - hier Ausrine Stundyte als Salome, Thomas J. Mayer als Joachanaan, Christian Natter als Oscar Wilde © Monika Rittershaus

**Osacr Wilde leitet die Protagonisten als stummer Kommentator**

**Neuenfels** bietet szenisch einen UFA-Stummfilm mit Musik an. Dies stellt die unvereinbaren Positionen der Protagonisten ganz besonders heraus. Statt ***Nosferatu*** tritt - *"Wilde is coming"* – der Dichter selbst aus dem Leinwand-Schatten und leitet seine Figuren durch das Stück (**Christian Natter - Foto oben -**  ist als stummer Kommentator sehr präsent). Seine Aufmerksamkeit gilt Salome. Mit ihr tanzt er **Salomes** "*Tanz der sieben Schleier"* als morbiden *Pas de Deux. *Salome** ist da schon längst - erst im Prinzessinnenkleid mit Mondsicheldiadem - im einteiligen Damensmoking zu einer dandyhaften Oscar Wilde Doublette transformiert. **Neuenfels** spielt mit **Oscar Wildes** Geschlechterdiversität: ***Jochanaan*** erscheint mit freiem Oberkörper im langem Rock. Das Herrscherpaar ***Herodes*** und ***Herodias*** eisgrau und eisblond in Abendtoilette bricht wie ein Revuefilm in die Kinoästhetik des nachtschwarzen Ringens Salomes, Wildes und ***Jochanaans*** ein. In den religösen Disput geht das Judenquintett wie überzeichnete ***Comedian Harmonists*** im Frack.

*„Plötzlich Prinzessin?*“, möchte man **Ausrine Stundyte** zurufen. Die litauische Sopranistin in der Titelrolle gibt mit ***Salome*** ihr Rollendebüt. Sie ist darstellerisch unglaublich intensiv. **Stundyte** beherrscht die Szene mit Blick und Gestik einer Stummfilmdiva. **Guggeis** unterstützt das und lässt die Staatskapelle stellenweise filmschnittartig akzentuiert kommentieren. Ihr dunkel gefärbter Sopran erreicht mühelos die Höhen der Partie. In der Tiefe gleitet sie dagegen ohne geschmeidigen Übergang mehrfach in einen expressiven Sprechgesang. Äußerst respektabel meistert sie die Rolle als Rollendebütantin allemal, vom Publikum zu recht mit hoher Zustimmung gewürdigt. Die Sängerin ist Berlin derzeit eng verbunden, im Januar sang sie mit großem Erfolg an der Komischen Oper die Rolle der Carlotta in **Franz Schrekers *Die Gezeichneten.***

**Marina Prudenskaya** als kühle dominante platinblonde ***Herodias*** solidarisiert sich mit ihrer starken konsequenten Tochter, mit einem schwachen Herrscher an ihrer Seite spürt sie den nahenden Zeiten- und Machtwechsel, der sich mit dem Propheten Jochanaan ankündigt. Stimmlich ist sie eine geschmeidige junge ***Herodias*** mit klaren kraftvollen und scharf akzentuierten Tönen. Komödiantisch gelingt ihr Schuhwurf gegen Jochanaan.

**Gerhard Siegel** ist stimmlich und darstellerisch ein überragender und erprobter **Herodes.** Den überschwänglichen Redefluss, der seine Ängste über einen drohenden Machtverlust überdecken soll, beherrscht er devot-aufbegehrend, ängstlich und auftrumpfend stimmdifferenziert aus dem Effeff. Wenn er Salome mit einer aufgeschnittenen Frucht zum Feiern bewegen will, ist das fast kabarettreif. **Thomas J. Mayers** präsenter ***Jochanaan*** mit einem eindringlich kraftvollen, recht hohen Bariton macht neugierig. **Nikolai Schukoff** ist ein wacher ***Narraboth*** mit einem geschmeidigem hellen Tenor.

*Worauf will *Neuenfels* also hinaus?* Die Kino-Methaper scheint schlüssig. Royale Liebesverhältnisse sind per se schon schwierig. In der prekären Familienkonstellation einer durch Missbrauch und Mord zusammengewürfelten Patchwork-Herrscherfamilie geht es um Macht und Besitzstandswahrung. In die Prinzessinnenrolle gezwungen testet ein Teenager auf der Suche nach Liebe und Anerkennung Grenzen aus. Wie einen Filmplot erzählt **Neuenfels** das persönliche Drama auf einer zweiten Ebene vor dem Hintergrund der Zeitenwende des aufkommenden Christentums. Ein Clash der Gesellschaftsformen, der in der Katastrophe enden muss. So lässt Neuenfels vor Salome in ihrer Maßlosigkeit am Ende auch nicht nur den einen Kopf des ***Jochanaan*** bringen sondern eine ganz Palette, ein Schlachtfeld Geköpfter, ausbreiten. Ein Kopf zerbricht, ***Salome*** steht vor dem Scherbenhaufen unerwiderter Liebe, bevor sie von ***Herodes*** Soldaten umgebracht wird.

![Staatsoper Unter den Linden / Salome - hier Thomas J. Mayer als Jochanaan, Gerhard Siegel als Herodes, Marina Prudenskaya als Herodias © Monika Rittershaus](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2018/03/salome_186neu.jpg)

Staatsoper Unter den Linden / Salome - hier Thomas J. Mayer als Jochanaan, Gerhard Siegel als Herodes, Marina Prudenskaya als Herodias © Monika Rittershaus

**Salome mutiert zur expressionistischen Femme fatale**

In einer dritten Ebene wird auch das ganz persönliche Drama **Oscar Wildes** mitverhandelt. **Salome** ist seine Projektionsfläche. **Wilde** schrieb ***„Salomé“*** auf Französisch, weil er diese Sprache für geeignet hielt, seine formalen, musikalischen an der Theaterform der griech. Antike orientierte Darstellung (Chor) ausdrücken zu können. Über die vielen Übersetzungen des Stückes ins Englische, später ins Deutsche, veränderte sich auch der Charakter der Titelfigur. Aus der tragischen antiken Figur, die im religiös geprägten Zwiespalt der Zeit konsequent ihren Lebensanspruch durchsetzt, wurde eine expressionistische Femme fatale. Dabei geriet der Anspruch einer selbstbestimmten konsequenten und ihren Lebenszielen folgenden Prinzessin in der Opernfassung aus dem Fokus. **Neuenfels** rückt die Aufführungsgeschichte zurecht und zeigt ***Salomes*** letzte Stunden als gerafften Lebenslauf einer Konsequenten. Sie spiegeln einen jungen Menschen in Rebellion, Grenzen austestend, auf der Suche nach Liebe und Gegenliebe um jeden Preis als "*One way Ticket zum Schaffott".* Eine Prinzessin im praktischen Jahr, die grandios scheitert. ***Salome*** ist dabei ihrem Schöpfer **Oscar Wilde** in Liebe, Rebellion und Konsequenz aufs Engste verbunden, unbeirrbar auf ihrem eingeschlagenen Weg, und in der Konsequenz am Ende wie er selbst zu Tode gekommen – ***Wilde*** starb an den Folgen der Haft, verurteilt für seine damals unter Strafe stehende öffentlich gemachte Homosexualität.

Die bei der Premiere kontrovers aufgenommene Produktion trifft bereits in der zweiten Aufführung auf einhellige, lang anhaltende Zustimmung im Applaus. Sie spiegelt ziemlich genau die zeitlose Gültigkeit von Musiktheater auf **Neuenfels‘** lange angelegten Fährten. Das Publikum reagiert, kommentiert, ist in Bewegung. Die Oper ist lebendig, nicht zuletzt dank Regisseuren wie **Hans Neuenfels.**

***Salome* an der Staatsoper Unter den Linden:** Weitere Vorstellungen 10., 14\. 17\. März 2018; jeweils 19.30 Uhr

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