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# Berlin, Komische Oper Berlin, Spielplan 2011/12:  Homoki geht - auch Felsenstein?, IOCO Aktuell, 30.05.2011
- URL: https://www.ioco.de/berlin-komische-oper-berlin-spielplan-201112-volles-programm-inmitten-personellen-wandels-ein-ioco-bericht/
- Published: 2011-05-30T17:00:35.000Z
- Updated: 2023-09-06T11:39:34.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Oper & Operette, Ballett, Tanz & Bewegungskunst, Konzert & Liederabend, Aktuelles aus der Theaterwelt, Spielplan, Kuenstler, Premiere, Karten, Carmen, Haendel, Traviata, Rigoletto, Rosenkavalier, Salome, Rusalka, Kritiken, Premieren, Berlin

![ Komische Oper Berlin Foto IOCO](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2012/10/berlin-komische-oper-c-jarosch1.jpg)

Komische Oper Berlin Foto IOCO

![](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2009/01/ioco.png)

**Aktuell**

[Komische Oper Berlin](http://www.komische-oper-berlin.de/?ref=ioco.de)

# ***Komische Oper Berlin* \- Felsenstein am Ende?**

# **Personeller Wechsel: Homoki geht, Kosky kommt**

Die **Komische Oper Berlin** an der Behrenstraße ist mit 1.270 Plätzen das kleinste Opernhaus Berlins. 1892 von dem berühmten Architektenbüro **Fellner & Helmer** als **Metropol-Theater**  erbaut, machte das Haus bis Kriegsende zumeist mit fetzigen Revuen Furore. Der weite, neo-barocke Zuschauerraum steht unter Denkmalschutz. Die bequemen Sessel bieten seit 2010 moderne, blendfreie Übersetzungsdisplays. Alle Werke werden auf Deutsch gespielt. Mit 180.000 Besucher im Jahr ist die **Komische Oper** ein bedeutender Berliner Kulturträger. Die Auslastung der Spielzeit 2010/11 läuft etwas besser als in Vorjahren, 67% hofft man zu erreichen. Zuschüsse von € 30,8 Mio leistet der Berliner Senat, die Eigeneinnahmen betragen € 6,6 Mio. Die **Komische Oper** ist bedeutender Arbeitgeber: Sie trägt Verantwortung für über 400 Mitarbeiter.

![Komische Oper Berlin / S. Moser, A. Homoki, P. Lange © IOCO](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2011/05/moser-homoki-lanfe-foto-ioco-neu.jpg)

Komische Oper Berlin / S. Moser, A. Homoki, P. Lange © IOCO

Die Historie der **Komischen Oper Berlin** ist von Regie dominiert. Sie beginnt 1947 mit der Gründung und dem Intendanten **Walter Felsenstein,** der bis zu seinem Tod 1975 als Intendant und Chefregisseur dem Haus mit kontroversem Regietheater zu internationaler Bekanntheit verhalf . **Joachim Herz, Werner Rackwitz, Albert Kost** und, heute, **Andreas Homoki** (2004) folgten **Walter Felsenstein** auf dem Intendantenstuhl. **Homoki** ist ebenfalls seit 2002 Chefregisseur des Hauses. Bekannter Vorgänger als Chefregisseur war **Harry Kupfer**. 2012 wird **Andreas Homoki** seinen Intendantenstuhl räumen. Spürbar im massiven Schatten der Regie agiert an der **Komischen Oper** die Musik: **Kirill Petrenko** verließ 2008 das Haus, Anfang 2010 kündigte der neue GMD **Carl St. Clair** frustriert nach "künstlerischen Differenzen" (**IOCO:** mit **Homoki)** fristlos. [**Patrick Lange,** 29, derzeitiger Chef-Dirigent und international begehrter Senkrechtstarter](https://ioco-wordpress-production-assets.s3.eu-central-1.amazonaws.com/ioco-oper/io/wp-admin/post.php?action=edit&post=12495&ref=ioco.de) am Pult geht ebenfalls 2012\. Als Nachfolger wurde **Henrik Nánási** gefunden und designiert. Das Primat der Regie, an der **Komischen Oper Berlin** ist es seit Jahren sichtbare Realität.

 ***Auslastung von 67% für die laufende Saison*** 

Die Jahrespressekonferenz der **Komischen Oper** für den Spielplan 2011/12: Präsentiert von einer Führungsmannschaft im Abgang: **Andreas Homoki**, Intendant und Chefregisseur, und **Patrick Lange**, Chefdirigent gehen 2012\. **Barrie Kosky** steht seit langem als Nachfolger **Homokis** und eckiger Chefregisseur fest. Fels im personellen Wandel des Hauses nur die in Wien beheimatete Geschäftsführende Direktorin **Susanne Moser.** **Andreas Homoki** präsentierte seine letzte Jahrespressekonferenz routiniert, mit wiederholtem Bezug auf seinen erklärten Übervater **Felsenstein** und dessen etwas betagtem Dogma *"stetiger Erneuerung"*. Der Spielplan 2011/12 sei geprägt von Aufbruch nicht von Rückschau, so seine wolkige Meta - Metapher. Stolz auf das in den letzten Jahren erreichte erfülle ihn, so **Andreas Homoki**. Premieren, so **Homoki,** seien für die **Komische Oper** sehr wichtig: Die Auslastung neuer Produktionen liege deutlich über denen von Repertoirestücken: Keine Empfehlung für das von **Homoki** in den vergangenen Jahren aufgebaute Repertoire. Die Auslastung von 67% für die laufende Saison wird als Erfolg gefeiert. In Auslastungszielen ist **Homoki** wenig anspruchsvoll.

Sehr konkret und bundesweites Vorbild dagegen ist **Homokis** Engagement für Kinderoper: Mit 3 Opern für Kinder im großen Haus (*Mikropolis*, *Die Schneekönigin* und *Robin Hood*), einem *Kinderfestival* vom 15\. - 19.2.2012, dem Ballett *OZ - The Wonderful Wizard*  setzt die **Komische Oper**  in der musikalischen Erziehung von Kindern und Jugendlichen bundesweite Maßstäbe. Konsequent auch, die Kartenpreise für Kinder bis 16 Jahre sind auf € 8 begrenzt.

228 Vorstellungen, davon 185 Opern und 43 Konzerte oder Sondervorstellungen werden 2011/12 geboten. Daneben 20 Sondervorstellungen mit dem ***Staatsballett Berlin***: *Oz - The Wonderful Wizard* (11), *The Familiar Stranger* (7), *Ballett-Gala* (2). 28 Premieren und Repertoirestücken sind Merkmale eines künstlerisch wie organisatorisch anspruchsvollen Programmes der **Komischen Oper.** Die Spielzeit 2011/12 beginnt am

 18\. September 2011

mit dem inzwischen traditionellen *Spielzeitfest* für die ganze Familie.

**7 Premieren:** 
- *Das schlaue Füchslein*; von **Leos Janacek**; Regie: **Andreas Homoki**; 2.10.2011
- *Mikropolis;* von **Christian Jost;** eine abenteuerliche Insektenoper für Kinder (von Ameisen, Kreuzspinnen, Marienkäfern und anderen Bewohnern eines Rasenstücks inmitten Berlins): Regie **Nadja Loschky**; als Auftragswerk der **Komischen Oper; 30.10.2011**
- *Carmen;* von **Georges Bizet;** Regie **Sebastian Baumgarten**; 27.11.2011
- *Der Freischütz;* von **Carl Maria von Weber**; Regie **Calixto Bieito;** 29.1.2012
- *Die sieben Todsünden;* von **Berthold Brecht;** Regie **Barrie Kosky;** 12.2.2012
- *Das bronzene Pferd;* von **Daniel Francis Auber;** Regie **Frank Hilbrich;** 11.3.2012
- *Xerxes;* von **Georg Friedrich Händel;** Regie **Stefan Herheim;** 13.5.2011

Die Regisseure der kommenden Premieren: Meist alte Verdächtige, schon mal dagewesen. Die von **Homoki**  beschworene Experimentierfreude: Nicht wirklich erkennbar. Der festgelegte Blut- und Sex-Regisseur **Calixto Bieito** macht gerade di*e Karmelittinen.*   **Sebastian Baumgarten** wiederum gelang 2010 eine krachende   *Im Weißen Rößl*, **Barrie Kosky´s** *Rusalka* geriet umstritten, **Homoki´s**   *Meistersinger....* Der von Intendant **Homoki** oft propagierte Aufbruch ist in Premieren oder Regie nicht zu erkennen. Maßstäbe setzt die **Komischen Oper** dagegen in der Jugendarbeit und der Besetzung bei Premieren: *Alle Partien werden aus eigenem Ensemble besetzt.* Die **Komische Oper** wird zur hörbaren Talentschmiede für große Partien. *Chapeau.*

**21 Repertoirestücke**

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Darunter *Im Weißen Rößl, Rigoletto, Rusalka, Lear, Die Schneekönigin, La Traviata, Robin Hood, Hoffmanns Erzählungen, Kiss me, Kate, Der Rosenkavalier, Salome* und vieles mehr.

So bietet die **Komische Oper Berlin** auch 2011/12 großartige Kultur und Musikalischen Reichtum in deutscher Sprache, mit reizvollem Schwerpunkt in der Kinder- und Jugendoper. Eingebunden ist der Spielplan in den gesamt Berlin umfassenden Spielplanraster der **Berliner Opernstiftung**. Die kulturelle Vielfalt die die Stadt Berlin seinen Bewohnern bietet ist überwältigend. Bringt personeller Wandel neue Kräfte an die **Komische Oper?** Wird **Walter Felsenstein,** Übervater von noch-Intendant **Homoki**, endlich auf Jetztzeit gestutzt ? Werden Besucherzahlen doch bedeutsam ? Es bleibt spannend an der **Komischen Oper Berlin.**

**IOCO** / Viktor Jarosch / 30.05.2011

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