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# Berlin, Deutsche Oper Berlin, La Sonnambula - Vincenzo Bellini, IOCO Aktuell, 26.01.2018
- URL: https://www.ioco.de/berlin-deutsche-oper-berlin-la-sonnambula-vincenzo-bellini-ioco-aktuell-26-01-2018/
- Published: 2019-01-23T08:00:13.000Z
- Updated: 2023-09-06T12:51:48.000Z
- Author: Redaktion
- Tags: Musicalwelten & Bühnenzauber, Premieren, Premiere, Pressemeldungen & Nachrichten, Kritiken, Berlin

![deutscheoperberlin](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2013/08/deutscheoperberlin.jpg)

[Deutsche Oper Berlin](http://www.deutscheoperberlin.de/?ref=ioco.de)

![Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2015/03/deutsche_oper_berlin_c_leo_seidel_588.jpg)

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

***Von Weltflucht, Traum und Trance ... und dem Erwachen in der Realität***

# ***La Sonnambula* \- Vincenzo Bellini**

**Premiere: 26\. Januar 2019** **,** weitere Vorstellungen: 2., 7., 10\. Februar, 19., 25\. Mai 2019

![Vincenzo Bellini - Père Lachaise - Paris © IOCO ](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/01/paris-pere-lachaise-vincenco-bellinineuneu.jpg)

Vincenzo Bellini - Père Lachaise - Paris © IOCO

Immer noch sind die Opern des romantischen Belcanto eines **Donizetti** (1797-1848) und **Bellini** (1801-1835) als „Schönsangopern“ ohne inhaltliche Tiefe verschrien. Die Schönheit der Melodien, die Konzentration auf die Stimme und das Können der Sängerinnen und Sänger verstellen gerade bei **Bellini** immer wieder den Blick auf Konflikte und tieferliegende Schichten. Insbesondere **LA SONNAMBULA** wird gern als letztes Aufflackern eines naiven Pastoralspiels rezipiert. Es stimmt, die großen Herrschaftskonflikte und der absolute Wahnsinn fehlen hier, doch auch im Kleinen gibt es große Dramen:

**HANDLUNG:** In einem abgelegenen Dorf in den Schweizer Alpen spielt sich eine Tragödie mit gutem Ausgang zwischen einfachen Menschen ab***. Amina*** ist verlobt, hat gar schon den Ehevertrag unterschrieben, ist aber noch nicht mit ihrem ***Elvino*** vor den Altar getreten. Aus einfachen Verhältnissen kommend, wird sie den reichsten Bauern im Dorf heiraten. Als sie des Nachts im Schlafzimmer des inkognito heimgekehrten ***Grafen Rodolfo*** aufwacht, zerbricht die trügerische Idylle: ***Elvino*** löst die Verlobung auf und kehrt zurück zu seiner verflossenen Geliebten Lisa. Erst als Amina, in schwindelerregender Höhe und dem Tode nah, der versammelten Dorfgemeinschaft wie ein Geist erscheint, wird ihre Unschuld offenbar: Schlafwandelnd ist sie nicht Herrin ihrer Sinne – aus der Trance erwacht, findet sich Amina als Braut ***Elvinos*** wieder.

![Deutsche Oper Berlin / La Sonnambula - hier : Verena Gimadieva, Helene Schneidermann, Alexandra Hutton © Bernd Uhlig](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/01/sonnambula_09gimadievaschneidermanhutton-bernd-uhligneu.jpg)

Deutsche Oper Berlin / La Sonnambula - hier : Verena Gimadieva, Helene Schneidermann, Alexandra Hutton © Bernd Uhlig

Das Regieduo **Jossi Wieler** (ehemaliger Intendant der **Oper Stuttgart**) und **Sergio Morabito** hat in den letzten Jahren immer wieder eine Lanze für die Opern **Bellinis** gebrochen: Ihre Produktionen von ***NORMA, IL PIRATA*** und eben auch ***LA SONNAMBULA*** legen bei genauer Analyse die tieferen Schichten der vermeintlich so oberflächlichen Figuren frei. Dabei greifen sie bei **LA SONNAMBULA** auf verworfenes Material von Romani und Bellini zurück: Libretto-Skizzen zeigen sehr deutlich, dass die im finalen Libretto nur angedeutete Vaterschaft ***Rodolfos*** für ***Amina*** von den Autoren durchaus intendiert war. Damit eröffnen sich natürlich neue Perspektiven für die Interpretation. ***Amina*** fällt mit ihrer naiven Gutgläubigkeit aus der misstrauisch-dumpfen Dorfgesellschaft heraus, aber auch Lisa – die Konkurrentin um das Herz Elvinos – ist eine durchaus selbstbestimmte Außenseiterin. Und auch der Blick auf das Gespenst, das die ganze Dorfbevölkerung, inklusive ***Amina***, glaubt, immer wieder zu sehen, wird bei **Wieler / Morabito** geschärft.

**Bellini** setzt Koloraturen und Verzierungen sparsamer ein als sein Kollege **Donizetti,** und in **LA SONNAMBULA** gezielter noch als in seinen anderen Opern. Selbst in den Nachtwandelszenen ***Aminas*** – die durchaus als „kleine Schwestern“ der großen Wahnsinnsszenen der Belcanto-Opern zu verstehen sind – wird die Koloratur nie zum Selbstzweck eingesetzt: Der Komponist konzentriert sich hier ganz darauf, den Gefühlen der Protagonistin nachzuspüren. **Wieler** und **Morabito** machen diese Gefühle und die psychologischen Dimensionen der Musik erfahrbar.

Die Produktion entstand 2012 für die **Staatsoper Stuttgart** und wurde in einer Kritikerumfrage zur „Inszenierung des Jahres“ gekürt. **Jossi Wieler** und **Sergio Morabito** haben sie nun für die Deutsche Oper Berlin einstudiert – gemeinsam mit den Solisten erarbeiten sie die Figuren neu.

![Deutsche Oper Berlin / La Sonnambula © Bernd Uhlig](https://storage.ghost.io/c/38/f5/38f5739d-f8a2-4e7b-96ed-d56cfbedb61b/content/images/ioco-oper/mein-content/dateien/uploads/2019/01/sonnambula_27favneu.jpg)

Deutsche Oper Berlin / La Sonnambula © Bernd Uhlig

**Anna Viebrocks** realistisch-überzeichneter Bühnenraum und die detailgenauen Kostüme, die auch jeden Chorsänger zum Individuum machen, tragen wie so oft bei den Arbeiten von **Wieler** und **Morabito** zum Erfolg bei.

Die musikalische Leitung übernimmt **Diego Fasolis,** der längst nicht mehr nur Spezialist für Alte Musik ist, sondern sich – nicht zuletzt in der historisch-kritischen Einspielung von **Bellinis *NORMA*** mit **Cecilia Bartoli** – auch im Belcanto-Fach einen Namen gemacht hat.

Wir freuen uns auf **Venera Gimadieva** in der Titelpartie, die mit ihrem lyrischen Koloratursopran zu einer der gefragtesten Interpretinnen ihres Fachs gehört. An der **Deutschen Oper Berlin** stand sie im Februar 2016 als ***Giulietta*** in **Bellinis *I CAPULETI E I MONTECCHI*** an der Seite von **Joyce DiDonato** und war auch bereits als ***Violett***a **Valéry (LA TRAVIATA)** hier zu erleben. Noch in dieser Saison wird sie an der Semperoper Marguerite von Valois in der Neuproduktion von **LES HUGUENOTS** interpretieren.

Der mexikanische Tenor **Jesús León** übernimmt die Partie des ***Elvino,*** der nach Vorstellungen an der **Staatsoper Stuttgart** kein Neuling mehr in der Rolle ist. Als **Graf Rodolfo** ist der kroatische Ba*ss* **Ante Jerkunica** zu erleben, dessen Präsenz als ***Pimen*** in ***BORIS GODUNOW*** und als***Marcel*** in **LES HUGUENOTS** in den Neuproduktionen der **Deutschen Oper Berlin** von Publikum und Presse einhelligen Beifall erhielt. Und als ***Teresa*** gibt die Mezzosopranistin **Helene Schneiderman** endlich ihr Debüt an unserem Haus.

\---| IOCO Atuell Deutsche Oper Berlin |---